{"id":16138,"date":"2013-02-11T08:58:24","date_gmt":"2013-02-11T07:58:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138"},"modified":"2013-02-11T08:58:24","modified_gmt":"2013-02-11T07:58:24","slug":"hinweise-des-tages-1815","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weitelesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h01\">Schavan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h02\">Wasserprivatisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h03\">More evidence that financial markets imposed excessive austerity in the eurozone<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h04\">Deutsche &Ouml;konomen warnen vor franz&ouml;sischem Merkantilismus &ndash; oder warum der Witz der Woche gar nicht zum Lachen ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h05\">Bankenrettungsmaschine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h06\">&raquo;Nicht unsere Schulden&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h07\">Die Libor-Bande<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h08\">Angriffsziel Gesundheitsfonds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h09\">Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h10\">&bdquo;Die Familienf&ouml;rderung ist nicht zu &uuml;ppig&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h11\">LobbyPlag: Die Copy &amp; Paste-Gesetzgeber aus Br&uuml;ssel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h12\">Die hohe Kunst des R&uuml;cktritts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h13\">Verkl&auml;rte Kriege<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h14\">SPD spendiert Steinbr&uuml;ck neuen Blog<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h15\">Auch dieser Versuch wird scheitern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138#h16\">Zu guter Letzt: CDU f&uuml;hrt Schnellr&uuml;cktrittsformular f&uuml;r Spitzenpolitiker ein, um Zeit zu sparen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16138&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Schavan<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Ma&szlig;st&auml;be der Wissenschaftsfunktion&auml;re<\/strong><br>\nAnnette Schavan muss ihr Amt aufgeben, um vor Gericht um ihren eigenen Ruf zu k&auml;mpfen. Da ist ihr gutes Recht. Aber ihr Fall hat die Wissenschaft korrumpiert. Das ist schlimmer als bei Guttenberg. [&hellip;]<br>\nIn der Welt der deutschen Wissenschaftsfunktion&auml;re gelten n&auml;mlich andere Ma&szlig;st&auml;be. Das ist das eigentliche Problem, das der Fall Schavan offenbart hat.<br>\nVon den Priestern dieser Gemeinde erfuhr die Ministerin monatelang alle nur denkbaren Segnungen. Da war der bekannte Bildungshistoriker, der sie mit dem Argument entschuldigte, die meisten ihrer &bdquo;Zitierfehler&ldquo; st&uuml;nden im referierenden Teil ihrer Dissertation &ndash; als sei es nicht so wichtig, Quellen selbst zu lesen und korrekt anzugeben, wenn man sie nur zusammenfasst. Dieser Teil macht &uuml;brigens 180 Seiten in Frau Schavans Arbeit aus, mehr als die H&auml;lfte. [&hellip;]<br>\nDie ganz gro&szlig;e Monstranz holte ein fr&uuml;herer Pr&auml;sident der Deutschen Forschungsgemeinschaft heraus. An Schavans Arbeit w&uuml;rden Ma&szlig;st&auml;be angelegt, die &bdquo;v&ouml;llig sinnentleert&ldquo; seien; das Plagiatsverfahren sei in Wahrheit eine &bdquo;politische Aktion&ldquo; gegen die Ministerin. Im Klartext: Ein Mann, der die deutsche Forschungslandschaft zwei Jahrzehnte lang gepr&auml;gt hat, warf einem angesehenen Wissenschaftler vor, er verrate mit seinem Gutachten die Wissenschaft. Obwohl die bem&auml;ngelten Stellen gar nicht strittig waren. Sp&auml;testens da h&auml;tten die amtierenden Hohepriester der Wissenschaftsorganisationen einschreiten und den Gutachter, die Universit&auml;t sch&uuml;tzen m&uuml;ssen. Das Gegenteil war der Fall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/der-fall-schavan-die-massstaebe-der-wissenschaftsfunktionaere-12057121.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.K.:<\/strong> Ein bemerkenswerter Kommentar in der FAZ(!). Ob Schavan allerdings Respekt geb&uuml;hrt, kann ich nicht recht nachvollziehen. Umso treffender finde ich, wie der Autor mit den fr&uuml;heren Pr&auml;sidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft Ernst-Ludwig Winnacker und den Mitgliedern des Wissenschaftsrates ins Gericht geht.<\/em><br>\n<em>Aber Merkel hat schon eine w&uuml;rdige Nachfolgerin f&uuml;r Schavan erkoren. Johanna Wanka ist eine &uuml;berzeugte Anh&auml;ngerin von Studiengeb&uuml;hren ,konnte aber ihr bildungsfeindliches  Wirken in Niedersachsen nicht fortsetzen, da die CDU\/FDP Koalition abgew&auml;hlt wurde. Die Niedersachsen waren von ihrer Bildungspolitik wohl nicht so recht &uuml;berzeugt. Ob sie ihr Amt allerdings lange behalten wird und auch nach den 22. September unter einer Merkel\/Steinbr&uuml;ck Koalition als Bildungsministerin arbeiten wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin sind in allen Bundesl&auml;ndern die Studiengeb&uuml;hren wohl Geschichte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Weiterentwicklung der Annette S.<\/strong><br>\nIhr Ehrgeiz war legend&auml;r. &bdquo;Annette Makellos&ldquo; forderte als Landespolitikerin Gesetze, die sie als Bundesministerin in Berlin bek&auml;mpfte. Die Bologna-Reform verteidigte sie hartn&auml;ckig bis zur Realit&auml;tsverweigerung. Gro&szlig;e Debatten hat sie nicht angesto&szlig;en.<br>\nDie letzten Monate ihrer langen Amtszeit d&uuml;rften f&uuml;r Annette Schavan die qu&auml;lendsten gewesen sein. &Auml;u&szlig;erlich hat sie die Ruhe bewahrt und entschlossen in die Kameras gel&auml;chelt &ndash; wurde dabei aber immer blasser und grauer. Die Aberkennung ihres Doktorgrades aufgrund systematischer und vors&auml;tzlicher T&auml;uschung ist die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Dem&uuml;tigung f&uuml;r Schavan, die ihr Leben der Bildungspolitik gewidmet hat. [&hellip;]<br>\nDas &bdquo;Weiterentwickeln&ldquo; geh&ouml;rt zu ihren Lieblingseuphemismen. K&auml;mpfte sie als baden-w&uuml;rttembergische Kultusministerin noch entschieden f&uuml;r das dreigliedrige Schulsystem und eine starke Hauptschule, sorgte sie als Bundesbildungsministerin auf dem CDU-Parteitag 2011 f&uuml;r die faktische Abschaffung der Hauptschule. Die Hauptschule m&uuml;sse &bdquo;weiterentwickelt&ldquo; werden, so ihr Pl&auml;doyer f&uuml;r ein Zwei-S&auml;ulen-Modell aus Oberschule und Gymnasium. Widerspruch duldete sie nicht. [&hellip;]<br>\nGegen die Kritiker der Bologna-Reform k&auml;mpfte Frau Schavan mit einer Hartn&auml;ckigkeit, die an Realit&auml;tsverweigerung grenzte. Erst als die Studenten auf der Stra&szlig;e demonstrierten, sprach sie von &bdquo;Nachbesserungsbedarf&ldquo; und wieder einmal vom &bdquo;Weiterentwickeln&ldquo;, mahnte auch, das Prinzip &bdquo;Bildung durch Wissenschaft&ldquo; nicht zu kurz kommen zu lassen, das manche Bologna-Studieng&auml;nge soeben beseitigt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/schavans-karriere-die-weiterentwicklung-der-annette-s-12057967.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Der Fall Schavan ist nicht vollst&auml;ndig untersucht&ldquo;<\/strong><br>\nMartin Heidingsfelder ist einer der Plagiatssucher, der die Doktorarbeit von der gerade zur&uuml;ckgetretenen Bundesbildungsministerin Annette Schavan durchleuchtet hat. Im Interview spricht er &uuml;ber Schavans Dissertation und andere Aufs&auml;tze, in denen sie plagiiert haben soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wasbildetihrunsein.de\/2013\/02\/10\/heidingsfelder-schavan-plagiat\/\">Was bildet ihr uns ein?<\/a><\/li>\n<li><strong>Wanka: &bdquo;Bald gibt es bundesweit Studiengeb&uuml;hren&ldquo;<\/strong><br>\n2017 wird es wieder in ganz Deutschland Studiengeb&uuml;hren geben &ndash; zumindest glaubt das Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka. F&uuml;r die CDU-Politikerin steht zudem fest: Die Ablehnung der Zahlung ist ideologisch und nur aus dem Druck vor Wahlen entstanden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Nachrichten\/Politik\/Deutschland-Welt\/Wanka-Bald-gibt-es-bundesweit-Studiengebuehren\">Hannoversche Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Da kommen wir ja vom Regen in die Traufe. Aber was soll man auch von einer schwarz-gelben Regierung erwarten?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wasserprivatisierung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Trinkwasser als Gesch&auml;ftsmodell<\/strong><br>\nDer Zwang zur Privatisierung der Daseinsvorsorge in Europa als Konsequenz der marktkonformen Demokratie &ndash; oder wie der Markt mit seinem Quartalsdenken die in Jahrzehnten aufgebaute Infrastruktur gef&auml;hrdet<br>\nDer Zugang zu Wasser sollte kein &ouml;ffentliches Recht sein verk&uuml;ndete Peter Brabeck-Letmathe, der Pr&auml;sident des Verwaltungsrats der Nestl&eacute; S.A. im schweizerischen Vevey. Damit l&ouml;ste er in der sonst so beschaulichen Schweiz einige Unruhe aus. Dabei hat er mit seinem Statement nur eine Entwicklung zusammengefasst, die gerade wieder als Heilslehre verk&uuml;ndet wird.<br>\nWas die Bev&ouml;lkerung in den mit der Euro-Krise geschlagenen EU-Mitgliedsstaaten schon schmerzhaft erlebt, spielt sich seit vielen Jahren mehr oder weniger im Hintergrund ab. Auch in Deutschland. Wobei man hierzulande noch mehrheitlich das Zuckerbrot wahrnimmt und nicht die Peitsche. Mit der Schaffung des Mobilfunkmarktes hatte es begonnen. Dann kamen Strom, Post und Festnetztelefon. Mehr oder weniger &ouml;ffentlich verl&auml;sst die &ouml;ffentliche Hand derzeit den Bereich der Kliniken und Krankenh&auml;user. Weitgehend unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit wird derzeit auch die Privatisierung des Fernstra&szlig;ennetzes vorbereitet. Aus den B&uuml;rgern sollen kostenpflichtige Nutzer werden. Mit der Freigabe der Fernbuslinie und deren Befreiung von der Mautpflicht beginnt der Angriff auf den Personentransport der DB.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/38\/38459\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Gier, Pech oder arglistige T&auml;uschung?<\/strong><br>\nDie Leipziger Wasserwerke und die Folgen riskanter Finanzspekulationen<br>\nLeipzigs Kommunale Wasserwerke (KWL) sind eigentlich ein wirtschaftlich gesunder Betrieb. Das Unternehmen setzt im Jahr rund 130 Millionen Euro um. Rechnet man die Kosten ab, bleibt ein Gewinn um die 18 Millionen Euro. Doch diese Zahlen verdeutlichen zugleich die Dimension der Klagen, die drei Gro&szlig;banken in London und Leipzig gegen die KWL eingereicht haben. Verlieren sie alle drei Runden, untersp&uuml;lt dies dem Stadtbetrieb &uuml;ber Jahrzehnte die finanziellen Fundamente: Es geht um 290 Millionen Euro.<br>\nDie Anf&auml;nge des m&ouml;glichen Debakels liegen in den 1990er Jahren. Damals verleasten die KWL in einem Cross-Border-Gesch&auml;ft ihr Leitungsnetz sowie eine Kl&auml;ranlage in die USA und mieteten beides gleich wieder zur&uuml;ck. Die Amerikaner sparten damit kr&auml;ftig Steuern und Leipzig erhielt hiervon einen Anteil.<br>\nDann kam die Finanzkrise<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/812406.gier-pech-oder-arglistige-taeuschung.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Droht konzernkritischem Film Verbot?<\/strong><br>\nEine Klage von Veolia gegen den Verleih von &ldquo;Water makes Money&rdquo; k&ouml;nnte f&uuml;r den Konzern selbst zum Bumerang zu werden<br>\nAm kommenden Dienstag wird auf Arte mit Water makes Money ein Film ausgestrahlt, der besonders viel Aufmerksamkeit erfahren d&uuml;rfte . Schlie&szlig;lich ist es ungewiss, ob der Film noch nach lange in dieser Version gezeigt werden kann.<br>\nAm 14. Februar beginnt im Pariser Justizpalast der Prozess des franz&ouml;sischen Konzerns Veolia gegen den Verleih La Mare aux Canards, der den Film vertreibt. Der Konzern gibt an, in dem Film mit Korruption in Verbindung gebracht zu werden und dadurch beleidigt worden zu sein.<br>\nDer Film l&auml;uft am kommenden Dienstag im Rahmen eines Themenabends, der sich mit dem Lobbyismus gro&szlig;er Konzerne befasst. Die Titel der anderen Beitr&auml;ge lauten: &ldquo;Die Macht der Lobbyisten&rdquo; und im &ldquo;Vorzimmer der Macht&rdquo;. Tats&auml;chlich zeigt der Film sehr pr&auml;gnant, wie im Zuge der neoliberalen Regulationsphase m&auml;chtige Konzerne verstanden haben, mit dem lebenswichtigen Wasser gro&szlig;e Profite zu machen<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/6\/153706\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.watermakesmoney.com\/index.php\/de\/der-prozess\">Verbot des Films ist zu bef&uuml;rchten! &ndash; Water makes Money<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>More evidence that financial markets imposed excessive austerity in the eurozone<\/strong><br>\nIn this Commentary, Paul De Grauwe and Yuemei Ji provide evidence to suggest that movements in the spreads in the eurozone &ndash; i.e. the difference between national government bond rates and the German rate &ndash; between 2010 and the middle of 2012, when the ECB announced its OMT (outright monetary transactions) programme, were driven by market sentiment. Later as the fear and panic subsided, thanks largely to the announcement of the ECB, these spreads declined spectacularly. On this basis, the authors argue that the timing and the intensity of the austerity programmes in the periphery eurozone member states have been dictated too much by market sentiment instead of being the outcome of rational decision-making processes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ceps.eu\/book\/more-evidence-financial-markets-imposed-excessive-austerity-eurozone\">CEPS<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutsche &Ouml;konomen warnen vor franz&ouml;sischem Merkantilismus &ndash; oder warum der Witz der Woche gar nicht zum Lachen ist<\/strong><br>\nDeutsche Wirtschaftswissenschaftler sind zu allem f&auml;hig. Kaum hatte ich vorgestern meinen Kommentar zur konjunkturellen Entwicklung geschrieben, an dessen Ende die nahezu geniale Einlassung unseres Wirtschaftsministers stand, der Abwertungen ablehnt, aber den Kampf um Wettbewerbsf&auml;higkeit f&uuml;r entscheidend h&auml;lt, wurde er sofort getoppt von &bdquo;Wirtschaftsexperten&ldquo; die von der FAZ zu dem Thema befragt wurden.<br>\n&bdquo;Der Vorschlag entspringt typisch merkantilistischem Denken franz&ouml;sischer Provenienz&ldquo;, sagte etwa der Wirtschaftsweise Lars Feld laut FAZ. Die Europ&auml;ische Zentralbank sollte sich davor h&uuml;ten, dem Ansinnen Hollandes zu folgen, sagte das deutsche Sachverst&auml;ndigenratsmitglied.<br>\nDem Merkantilismus liegt laut Wikipedia das Streben nach &Uuml;bersch&uuml;ssen im Au&szlig;enhandel zugrunde, zudem seien sich die Merkantilisten einig gewesen, die Arbeiterklasse zu unterdr&uuml;cken. &bdquo;Arbeiter und Bauern hatten am Existenzminimum zu leben, damit die G&uuml;ter kosteng&uuml;nstig hergestellt werden konnten. Ziel war es, die Produktion zu maximieren; der Verbrauch und Genuss der Arbeiter wurde nicht ber&uuml;cksichtigt. Nur wenn sie durch harte Arbeit ihr Existenzminimum sichern konnten, war sichergestellt, dass eine maximale Produktion erreicht werden konnte. H&ouml;here L&ouml;hne, Freizeit oder Bildung f&uuml;r die Unterschichten w&uuml;rden unausweichlich zu Lastern und Faulheit f&uuml;hren und wirtschaftlichen Schaden anrichten.&ldquo;<br>\nDie Franzosen also sind die Merkantilisten! Deutschland hat zwar mehr als irgendein anderes Land in Europa seine L&ouml;hne (in Relation zur Produktivit&auml;t) gesenkt, was eine massive reale Abwertung mit sich gebracht hat, in Deutschland ist die Nachfrage der Inl&auml;nder weniger gestiegen als in allen anderen gro&szlig;en Industriel&auml;ndern und Deutschland hat mehr als irgendein anderes Land in der ganzen Welt &Uuml;bersch&uuml;sse im Au&szlig;enhandel aufget&uuml;rmt, aber die Franzosen sind die Merkantilisten.<br>\nDa fehlen einem die Worte. Und wiederum fragt man sich, kann es sein, dass jemand, der als Wissenschaftler bezahlt wird, das nur aus Unwissen tut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck.de\/wordpress\/deutsche-okonomen-warnen-vor-franzosischem-merkantilismus-oder-warum-der-witz-der-woche-gar-nicht-zum-lachen-ist\/\">Flassbeck-Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bankenrettungsmaschine<\/strong><br>\nDie europ&auml;ischen Regierungen zwingen einander zur Solidarit&auml;t zwecks Stabilisierung der Euro-Zone: Ein Tribut an das Finanzkapital (&hellip;)<br>\nDie Bankenaufsicht in der Hand der EZB w&auml;re die Komplettierung dessen, was Jacques Attali, der ehemalige Berater des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Fran&ccedil;ois Mitterrand, als &raquo;technokratischen Staatsstreich&laquo; (FAZ, 21.1.2013) bezeichnet hat. Attali stellt dabei darauf ab, da&szlig; die EZB-Gremien dar&uuml;ber entscheiden, welches Land zu welchen Konditionen weiteren Kredit erh&auml;lt und welche Wirtschafts- und Verteilungspolitik es daf&uuml;r betreiben mu&szlig;. Die Entscheidung dar&uuml;ber, welche Bank unter welchen Konditionen &uuml;berlebt, welche hochgep&auml;ppelt wird und welche abgewickelt werden soll, all das soll k&uuml;nftig, wenn die Gipfelbeschl&uuml;sse Wirklichkeit werden, ebenfalls von diesem verfassungs- und vertragsgem&auml;&szlig; niemandem verantwortlichen Expertengremium gef&auml;llt werden. Die &raquo;Bankenunion&laquo; w&auml;re also die Kr&ouml;nung eines solchen Staatsstreiches. Die Regierungen &uuml;bergeben dabei die letzten Teile ihrer Macht, Wirtschaftspolitik zu betreiben, an einen kleinen Trupp von Technokraten, die keinen Zweifel daran lassen, da&szlig; sie diese Macht planvoll im Sinne des zu beaufsichtigenden Finanz- und Spekulationskapitals aus&uuml;ben werden.<br>\nEine kleine &ndash; vielleicht optimistisch stimmende &ndash; Schlu&szlig;bemerkung: Noch ist die euro-weite Bankenunterst&uuml;tzungsmaschine nicht Realit&auml;t. Auf dem Weg dahin m&uuml;ssen noch viele kontroverse Entscheidungen getroffen werden. Vor allem aber: Der Sondervorteil niedriger Zinsen, den deutsche Unternehmen derzeit genie&szlig;en, w&auml;re dahin. Schwer vorstellbar, da&szlig; eine deutsche Regierung dem zustimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/02-11\/004.php?\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&raquo;Nicht unsere Schulden&laquo;<\/strong><br>\nIrland: 100 000 Menschen protestieren gegen &raquo;Bankenrettung&laquo;. Regierung b&uuml;rdet Zinsen n&auml;chsten Generationen auf. Linke fordern Zahlungsverweigerung<br>\nMehr als 100 000 Menschen haben am Sonnabend in mehreren St&auml;dten Irlands gegen die &raquo;Bankenrettung&laquo; demonstriert. Der Gewerkschaftsbund ICTU, der zu den Kundgebungen aufgerufen hatte, z&auml;hlte allein in der Hauptstadt 60 000 Teilnehmer. 15000 Menschen demonstrierten in Cork, 13000 in Waterford, 10000 in Limerick, 7000 in Sligo und 5000 in Galway.<br>\nObwohl die Aktionen bereits vorher angek&uuml;ndigt worden waren, richtete sich der Protest auch gegen ein am Mittwoch zwischen dem Kabinett von Ministerpr&auml;sident Enda Kenny, der irischen Notenbank und der Europ&auml;ischen Zentralbank ausgehandeltes Abkommen, durch das Dublin kurzfristig von Zinszahlungen in Milliardenh&ouml;he entlastet werden soll. 2009 hatte die Regierung der Anglo Irish Bank Schuldscheine (Solawechsel) in H&ouml;he von 30 Milliarden Euro zur Verf&uuml;gung gestellt, die sie an die Notenbank verpf&auml;ndete. Daf&uuml;r sollten bis 2023 j&auml;hrlich 3,1 Milliarden Euro an Zinsen f&auml;llig werden. Nun sollen die Solawechsel durch Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 40 Jahren ersetzt werden, die zwischen 2038 und 2053 zur&uuml;ckgezahlt werden m&uuml;ssen. Im kommenden Jahrzehnt w&uuml;rde Dublin damit um 20 Milliarden Euro entlastet, freute sich Kenny. Doch tats&auml;chlich wird &raquo;die n&auml;chste Generation f&uuml;r die Kosten geradestehen m&uuml;ssen&laquo;, wie Alfie Murray, der in Dublin mit seinem achtj&auml;hrigen Enkel an der Demonstration teilnahm, einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters sagte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/02-11\/055.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Libor-Bande<\/strong><br>\nEiner der gr&ouml;&szlig;ten Bankenskandale in der Wirtschaftsgeschichte steht kurz vor der Aufkl&auml;rung. Betroffen ist fast jeder. Die gro&szlig;en Banken der Welt haben in einem beispiellosen Kartell &uuml;ber Jahre hinweg den Zins manipuliert, die wichtigste Stellgr&ouml;&szlig;e der Wirtschaft. Sie haben ihn mit &uuml;blen Tricks nach unten und oben getrieben &ndash; genauso, wie es ihnen gerade passte. Und keiner konnte sich ihrer Machenschaften entziehen. W&auml;hrend man bei Zertifikaten oder komplizierten Finanzprodukten immer noch selbst entscheiden kann, ob man sie kauft, entkommt der Macht des Zinses keiner.<br>\nAuch Leute, die von der gro&szlig;en weiten Finanzwelt wenig halten und nur ein Konto oder einen Hauskredit bei der Sparkasse haben, konnten leicht zum Opfer werden. Unmittelbar manipuliert wurden zwar lediglich die Bankenzinss&auml;tze Libor und Euribor. Das hatte aber Folgen f&uuml;r Sparkonten und Sparpl&auml;ne, deren Zins an den Bankenzins gekoppelt ist, wie sie zum Beispiel Volksbanken und Sparkassen auch f&uuml;r Privatkunden anbieten. Und bei der Festlegung vieler anderer Zinsen dient der Bankenzins zumindest als Richtschnur. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Orientierung am Bankenzins sogar f&uuml;r die Dispo-Zinsen beim Girokonto bei der Sparkasse.<br>\n&bdquo;Betroffen von der Manipulation war damit fast jeder&ldquo;, sagt Bankenprofessor Hans-Peter Burghof. &bdquo;Auch die Unternehmer. Das Kalk&uuml;l f&uuml;r Investitionen wird verzerrt, wenn der Zins manipuliert wird.&ldquo;Schlie&szlig;lich vergleicht der Unternehmer bei einer Investition immer: Welche Rendite bringt die Investition? Und welchen Zins bekomme ich, wenn ich das Geld am Kapitalmarkt anlege? Ist der Zins verf&auml;lscht, hinkt die ganze Rechnung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/zinsmanipulation-die-libor-bande-12057074.html\">faz.net<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Angriffsziel Gesundheitsfonds<\/strong><br>\nIm Augenblick l&auml;uft die Debatte um Sch&auml;ubles Sparabsicht. Wo soll der Finanzminister nur die noch fehlenden vier Milliarden hernehmen, die er f&uuml;r seinen ausgeglichenen Haushalt (oberste Direktive, dem sich alles, auch die Vernunft, unterzuordnen hat) im kommenden Jahr ben&ouml;tigt. Der Bundesrechnungshof t&ouml;nt, w&uuml;rde man auf ihn h&ouml;ren, k&ouml;nne Sch&auml;uble auch zum Sparerfolg kommen. Dazu m&uuml;sste er nur an der richtigen Stelle den Rotstift ansetzen (Im Etat sei eine Menge Luft).<br>\nAngriffsziel Gesundheitsfonds: Seit vergangener Woche macht die Idee die Runde, den Zuschuss zum Gesundheitsfonds doch einfach zu k&uuml;rzen. Schlie&szlig;lich habe die Sozialversicherung rund 30 Milliarden Euro auf der hohen Kante liegen. Im Gesundheitssystem quelle das Geld aus allen Kassen, so die S&uuml;ddeutsche am 8. Februar. Der Logik Sch&auml;ubles k&ouml;nne daher niemand ernsthaft widersprechen. Und die geht so:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2013\/02\/10\/angriffsziel-gesundheitsfonds-15520266\/\">Andr&eacute; Tautenhahn<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt<\/strong><br>\nPolitiker ticken wie Verkehrsplaner!&ldquo; meint meine Kollegin Marie-Paul de B. von der Lehrergewerkschaft FEN. &bdquo;Dort, wo geh&auml;uft Unf&auml;lle passieren, wird Statistik gef&uuml;hrt, aber erst dann, wenn jemand stirbt, wird was gemacht.&ldquo;<br>\nNoch wird Statistik gef&uuml;hrt. Die Probleme, Daten und Fakten sind bekannt und weitgehend unbestritten. Um nur einige herauszugreifen: Psychische Erkrankungen sind die h&auml;ufigste Ursache f&uuml;r krankheitsbedingte Fr&uuml;hverrentungen (in den letzten 15 Jahren stieg ihr Anteil von 15,4 % auf 37,7 %. (1).<br>\nWas bringt nun aber die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA) an den &bdquo;Runden Tisch&ldquo;? Der Anteil psychischer St&ouml;rungen an den Arbeitsunf&auml;higkeitszeiten hat sich in den letzten 30 Jahren verf&uuml;nffacht (2) und somit auch deren Kosten f&uuml;r die Unternehmer. In den letzten 15 Jahren ist ein Anstieg von mehr als 80 % festzustellen. Sie sind in den 4 Jahren von 2008 bis 2011 um alarmierende 40 % gestiegen: von 41 Mio. Arbeitstagen 2008 um ca. 40 % auf 59 Mio. im Jahre 2011 (3). Die Krankheitskosten von psychischen Erkrankungen liegen bei etwa 28 Milliarden Euro pro Jahr (4). Demgegen&uuml;ber lie&szlig; sich mit betrieblicher Pr&auml;vention nicht nur die Gesundheit der Besch&auml;ftigten verbessern, auch die Kosten gingen enorm zur&uuml;ck, so das Ergebnis einer Auswertung mehrerer hundert Studien der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen. Demnach erg&auml;ben sich Reduktionen bei den Fehlzeiten und den damit verbundenen Kosten von 12 % bis 36 % (5). Dieses beiderseitige Interesse: die Verringerung der Gesundheitsrisiken auf der Besch&auml;ftigtenseite, und  die Verringerung der Personalkosten auf der anderen Unternehmerseite, n&auml;hrt die Vorstellung, der Staat k&ouml;nnte diese &bdquo;win-win-Situation&ldquo; &uuml;ber ein Gespr&auml;chsforum in eine allgemeing&uuml;ltige Form eines Gesetzes gie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/19-2013\/++co++b81d0014-7062-11e2-b28c-52540066f352\">DGB Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&bdquo;Die Familienf&ouml;rderung ist nicht zu &uuml;ppig&ldquo;<\/strong><br>\nDie deutsche Politik diskutiert &uuml;ber die beste Form der Familienf&ouml;rderung. Der Sozialrichter J&uuml;rgen Borchert h&auml;lt Studien, die suggerieren, Familien bek&auml;men in Deutschland zu viel Geld, f&uuml;r Unfug.<br>\nDie vorgestellten Ergebnisse sind Unfug. Sie suggerieren, dass wir eine zu &uuml;ppige materielle Familienf&ouml;rderung haben und dass es deshalb dort Ressourcen g&auml;be, die zugunsten der Finanzierung von Bildungs- und Betreuungsangeboten umverteilt werden k&ouml;nnten. Doch diese Ressourcen gibt es kaum. Hinter dieser Auswertung stecken ganz klare Interessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/streit-um-familienpolitik-die-familienfoerderung-ist-nicht-zu-ueppig\/7739656.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>LobbyPlag: Die Copy &amp; Paste-Gesetzgeber aus Br&uuml;ssel<\/strong><br>\nGuttenberg, Koch-Mehrin, Schavan&hellip; Doch was sind schon zusammenkopierte Dissertationen verglichen mit ganzen Gesetzestexten, die nicht etwa aus der Feder von gew&auml;hlten Volksvertretern stammen, sondern zu gro&szlig;en Teilen von Multi-Milliarden-Dollar-Konzernen formuliert werden. Gesetze, die als Gesch&auml;ftsgrundlage f&uuml;r das Digitalzeitalter gelten und die das Leben von &uuml;ber 500 Millionen EU-B&uuml;rgern betreffen. Um Lobby-Gesetzen auf die Spur zu kommen haben wir die Crowdsourcing-Plattform LobbyPlag ins Leben gerufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gutjahr.biz\/2013\/02\/lobbyplag\/\">g! gutjahrs blog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die hohe Kunst des R&uuml;cktritts<\/strong><br>\nDie Inflation der R&uuml;cktrittsforderungen hat dazu gef&uuml;hrt, dass viele Politiker heute nicht mehr wissen, wann sie zur&uuml;cktreten m&uuml;ssen. &Uuml;ber den Rollentausch von Politik und Medien und die hohe Kunst der Abdankung.<br>\n&Uuml;ber 330 Mitglieder von Bundes- und Landesregierungen sind hierzulande seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur&uuml;ckgetreten, eine Zahl, die man gar nicht glauben mag. Doch Pascal Beucker und Frank &Uuml;berall haben sie in ihrem Buch &bdquo;Endstation R&uuml;cktritt!?&ldquo; fein s&auml;uberlich aufgelistet. Die Abdankung war also schon immer Teil des Politik-Betriebs, sie fand nur wesentlich ger&auml;uschloser statt, weil die Medien die relative Bedeutung der R&uuml;cktritte noch einzuordnen wussten: Sie &auml;nderten nichts am System. Und die B&uuml;rger der Nachkriegszeit erwarteten das auch nicht.<br>\nHeute empfinden wir R&uuml;cktritte und die ihnen vorangehenden R&uuml;cktrittsforderungen allein schon deshalb als inflation&auml;r und &uuml;bertrieben intoniert, weil die Medien &ndash; die alten wie die neuen &ndash; eine wesentlich aktivere Rolle spielen. Fr&uuml;her forderte der politische Gegner den R&uuml;cktritt, und die Medien berichteten dar&uuml;ber, heute fordern die Medien den R&uuml;cktritt, und der politische Gegner kann die Steilvorlage aufgreifen und den Druck verst&auml;rken. Medien und Politik haben die Rollen getauscht. Mit dramatisierenden Folgen. Denn unter den Bedingungen der Schlagzeilenproduktion und der +++breaking news+++ wurden auch die moralischen Ma&szlig;st&auml;be, die an Politiker angelegt werden, rigider, beliebiger und launenhafter. Die Entscheidung, warum gerade dieser Politiker angeprangert wird, nicht aber jener, entzieht sich dem Publikum. Joschka Fischer sagte zur medialen Treibjagd auf Christian Wulff, gemessen an den heutigen moralischen Anforderungen h&auml;tte er selbst wohl nie Politiker werden k&ouml;nnen. Wenn schon die Annahme eines Bobby-Cars gen&uuml;gt, um als &bdquo;Skandal&ldquo; auf der Titelseite zu erscheinen, w&auml;hrend das Verschleudern von Milliardensummen als Fu&szlig;note unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle bleibt, werden R&uuml;cktrittsforderungen v&ouml;llig unberechenbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/54068\/die-hohe-kunst-des-rucktritts\/\">Carta<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Verkl&auml;rte Kriege<\/strong><br>\nEs kommt selten genug vor, dass &uuml;ber ein neues Waffensystem &ouml;ffentlich gestritten wird, noch bevor die Entscheidung &uuml;ber dessen Beschaffung f&auml;llt. Wenn jetzt also &uuml;ber den Einsatz bewaffneter Drohnen diskutiert wird, ist das erfreulich.<br>\nWeniger erfreulich ist: Wie immer, wenn es um die Bundeswehr geht, wird die Debatte mit denkbar hohen Anspr&uuml;chen &uuml;berfrachtet. Da geht es um die gro&szlig;en Fragen der Ethik und des V&ouml;lkerrechts. Dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen. Doch leider ger&auml;t dabei die naheliegende und banale Frage in den Hintergrund: Was &auml;ndert sich durch die neuen Waffen denn &uuml;berhaupt &ndash; und was nicht?(&hellip;)<br>\nDem notwendigen Streit &uuml;ber den Sinn eines neuen Waffensystems ist aber nicht gedient, wenn dabei ein Krieg wie der in Afghanistan verkl&auml;rt wird, statt sich mit diesem Einsatz kritisch und selbstkritisch auseinanderzusetzen.<br>\nSollte die Bundeswehr bald &uuml;ber bewaffnete Drohnen verf&uuml;gen, garantiert das &uuml;brigens nicht den milit&auml;rischen Erfolg, den sich so mancher offenbar erhofft: Die allzu enthusiastischen Bef&uuml;rworter der Beschaffung bewaffneter Drohnen seien daran erinnert, dass die Nato-Streitkr&auml;fte zwar bewiesen haben, Luftkriege ohne Furcht vor Verlusten f&uuml;hren zu k&ouml;nnen, sie die erkl&auml;rten politischen Ziele dabei aber nie erreicht haben.<br>\nWie wenig erfolgreich die luftgest&uuml;tzte Hightech-Kriegf&uuml;hrung aus der Luft langfristig ist &ndash; egal, ob dabei Kampfjets, Marschflugk&ouml;rper oder Drohnen eingesetzt werden &ndash;, haben die US-Truppen im Irak und in Afghanistan unfreiwillig demonstriert: Dem kurzen Jubel &uuml;ber einen erfolgreichen Luftkrieg folgten viele Jahre Bodenkrieg mit tausenden Verletzten und Toten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Drohnen-fuer-die-Bundeswehr\/!110662\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>SPD spendiert Steinbr&uuml;ck neuen Blog<\/strong><br>\nNach der Einstellung eines von Unternehmern finanzierten Unterst&uuml;tzerblogs f&uuml;r Peer Steinbr&uuml;ck bereitet die SPD nun ein eigenes Online-Journal f&uuml;r ihren Kanzlerkandidaten vor. Das teilte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks am Freitag in Berlin mit. Parteichef Sigmar Gabriel versicherte, die SPD habe mit dem von einer D&uuml;sseldorfer Werbeagentur initiierten peerblog.de nichts zu tun gehabt. &ldquo;Manchmal kann man sich gegen Freunde nicht wehren&rdquo;, sagte er.<br>\nInwieweit sich die neue Seite von dem Webauftritt Steinbr&uuml;cks, peer-steinbrueck.de, unterscheiden wird, ist noch nicht bekannt. Auf dieser Seite pr&auml;sentiert die SPD ihren Kanzlerkandidaten.<br>\nGabriel bezeichnete die ganze Debatte &uuml;ber peerblog.de &ldquo;Moralin ges&auml;uert&rdquo;. Er verwies darauf, dass es millionenschwere Initiativen gebe, bei denen die Unterst&uuml;tzer bis heute nicht bekannt seien. Als Beispiel nannte er die seit 2000 aktive &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo;, die mit ihren neoliberalen Rezepten den Kurs von Union und FDP unterst&uuml;tze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/nach-aerger-um-peerblogde-spd-spendiert-steinbrueck-neuen-blog-1968405.html\">stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Ob der Wechsel des Betreibers des Internetauftritts von Peer Steinbr&uuml;ck auch zu einer Wechselstimmung f&uuml;hren wird, kann bezweifelt werden.<\/em><br>\n<em>Sicher ist es richtig, den PeerBlog beendet zu haben.<\/em><br>\n<em>Dennoch scheint die SPD lediglich auf das Prinzip Hoffnung zu setzen: Hoffen, da&szlig; die schwarz-gelbe Regierungsparteien so viele und gro&szlig;e Fehler oder gar Skandale begeht, die vom eigenen Unverm&ouml;gen insbesondere des SPD-Kanzlerkandidaten ablenken k&ouml;nnen: kein Wahlsiegertyp und Deregulierungen als Bundesfinanzminister &ndash; dar&uuml;ber haben die NachDenkSeiten in der Vergangenheit mehrfach berichtet; z.B. hier: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11110\">SPD-Fraktion unterh&auml;lt F&auml;lscherwerkstatt &ndash; zur Entsorgung ihrer Verantwortung f&uuml;r die Finanzkrise<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Auch dieser Versuch wird scheitern<\/strong><br>\nZur Berichterstattung der &ldquo;Welt&rdquo; &uuml;ber ein Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft Hamburg nach einer Anzeige gegen Gregor Gysi eingeleitet hat, erkl&auml;rt der Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Hendrik Thalheim:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/auch-versuch-wird-scheitern-2013-02-10\/\">Linksfraktion<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: CDU f&uuml;hrt Schnellr&uuml;cktrittsformular f&uuml;r Spitzenpolitiker ein, um Zeit zu sparen<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130211_schnellruecktrittsformular2013.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130211_schnellruecktrittsformular2013_small.jpg\" title=\"\" alt=\"\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2013\/02\/cdu-fuhrt-schnellrucktrittsformular-fur.html\">Der Postillon<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-16138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16138"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16141,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16138\/revisions\/16141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}