{"id":16205,"date":"2013-02-18T09:49:55","date_gmt":"2013-02-18T08:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16205"},"modified":"2015-06-26T09:12:47","modified_gmt":"2015-06-26T07:12:47","slug":"guter-wahrungskrieg-schlechter-wahrungskrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16205","title":{"rendered":"Guter W\u00e4hrungskrieg, schlechter W\u00e4hrungskrieg"},"content":{"rendered":"<p>Die Debatte um den W&auml;hrungskrieg auf dem G 20 Gipfel ist schizophren. Die Bundesbank schreit H&auml;nde weg vom Wechselkurs, mit realer Abwertung bzw. Preisdumping durch K&uuml;rzungspakete und Lohnverzicht hat sie kein Problem. Dies zeigt: Gute Wirtschaftspolitik ist f&uuml;r die Bundesregierung und die Bundesbank, wenn Daimler und Siemens gewinnen und die Mehrheit verliert. Ein Kommentar von <strong>Fabio De Masi<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16205#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] anl&auml;sslich des G 20 Gipfel in Moskau.<br>\n<!--more--><br>\nEin Gespenst geht um in Moskau: Es ist das Gespenst des W&auml;hrungskrieges. Die Finanzminister der G 20 Staaten senden Liebesgr&uuml;&szlig;e aus Moskau: Sie haben sich auf einen Waffenstillstand verst&auml;ndigt und die Wechselkurse nicht k&uuml;nstlich niedrig zu halten. <\/p><p>Ein anderer Konflikt wurde auf dem G 20 Gipfel hingegen vertagt: Die Bundesregierung wollte die Handelspartner n&ouml;tigen ihre Staatsausgaben massiv zu reduzieren. In Toronto einigten sich neun der 20 Wirtschaftsm&auml;chte auf eine Halbierung der Staatsdefizite bis 2013. Die USA, Gro&szlig;-Britannien, Kanada und Japan haben dieses Ziel verfehlt. Deutschland steht aus Washington und Paris in der Kritik mit seinem Einsatz f&uuml;r die radikale Senkung der Staatsausgaben die Weltwirtschaft in die Rezession zu treiben und zu wenig f&uuml;r die St&auml;rkung der eigenen Binnenwirtschaft zu tun. <\/p><p><strong>W&auml;hrungskrieg 2.0?<\/strong><\/p><p>Die Debatte um den W&auml;hrungskrieg geht auf den brasilianischen Finanzminister Guido Mantega zur&uuml;ck. Er kritisierte die Politik des &bdquo;billigen Geldes&ldquo; im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die niedrigen Zinsen in den USA w&uuml;rden den Carry-Trade beg&uuml;nstigen. Damit ist gemeint, dass W&auml;hrungsspekulanten Kredite in Niedrigzinsl&auml;ndern aufnehmen und dann in Schwellenl&auml;ndern mit h&ouml;heren Zinsen anlegen. Dies f&uuml;hrt in Letzteren zu Aufwertungsdruck und damit einer Verschlechterung der Wettbewerbsposition. <\/p><p>Brasilien hat daher selektive Kapitalverkehrskontrollen eingef&uuml;hrt und die Schweizer Notenbank hat angek&uuml;ndigt, dass sie auf den Devisenm&auml;rkten intervenieren w&uuml;rde. Allein die Ank&uuml;ndigung der Eidgenossen hat gen&uuml;gt, um den Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken erheblich zu reduzieren. Die Debatte um den W&auml;hrungskrieg ist nun wieder entflammt, weil der japanische Premierminister Shinz&#333; Abe ein aggressives Konjunkturprogramm &ndash; h&ouml;here Staatsausgaben und eine expansivere Geldpolitik &ndash; angek&uuml;ndigt hat, um die japanische Wirtschaft aus der dauerhaften Stagnation (seit dem Platzen der Immobilienblase) zu befreien. Darauf hin beklagte der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Fran&ccedil;ois  Hollande einen zu harten Euro. <\/p><p>In Wahrheit erleben wir seit Jahren einen &bdquo;realen W&auml;hrungskrieg&ldquo; innerhalb der Euro-Zone und mit den &bdquo;Strukturreformen&ldquo; in Europa zunehmend auch im globalen Ma&szlig;stab: Deutschland betreibt mit seiner Politik des Lohndumpings bei nicht mehr existierenden Wechselkursen eine Politik des Preisdumpings bzw. der &bdquo;realen Abwertung&ldquo;. F&uuml;r Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble und Bundesbankpr&auml;sident Jens Weidmann ist eine Abwertung der (nominalen) Wechselkurse Teufelszeug, eine Politik der realen Abwertung aber tugendhaft. Oder mit anderen Worten: Was China einst &uuml;ber den Wechselkurs machte, macht Deutschland &uuml;ber die Agenda 2010 und seine Billigl&ouml;hne.  <\/p><p><strong>Der deutsche W&auml;hrungskrieg<\/strong><\/p><p>Die deutsche Politik des Lohndumpings durch Senkung der Reall&ouml;hne seit 2000 bzw. der Drosselung der Lohnst&uuml;ckkosten (L&ouml;hne im Verh&auml;ltnis zur Produktivit&auml;t) hat dauerhafte Effekte. Steigen die L&ouml;hne nicht im Umfang der gesamtwirtschaftlichen Produktivit&auml;t plus Zielinflationsrate der Zentralbank kommt es zu einer Umverteilung von L&ouml;hnen zu Gewinnen. Die Unternehmen k&ouml;nnen ihre Waren und Dienstleistungen zu niedrigen Preisen ins Ausland verkaufen. Allerdings nur wenn das Ausland seine Binnennachfrage nicht im selben Stil abw&uuml;rgt. Verkauft ein Land dauerhaft mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland als es von dort einkauft (Export&uuml;berschuss), m&uuml;ssen sich die Handelspartner &ndash; bzw. ihre privaten Haushalte und Unternehmen &ndash;zunehmend verschulden. Dies ist und war &ndash; im Unterschied zur Staatsverschuldung &ndash; eine zentrale Ursache der sogenannten Euro-Krise. Denn in Spanien oder Irland lag die Schuldenquote (Staatsverschuldung zum BIP) bis zum Ausbruch der Krise bei Traumwerten von 35 bzw. 25 Prozent.<\/p><p>Der Wettbewerbsvorteil g&uuml;nstiger Lohnst&uuml;ckkosten wird von Jahr zu Jahr mitgeschleppt, d.h. eine Angleichung der Wettbewerbsposition ist nur wieder m&ouml;glich, wenn in den Folgejahren die L&ouml;hne in Deutschland st&auml;rker und bei den Handelspartnern schw&auml;cher steigen. Jedoch: Sofern die deutsche Exportindustrie dauerhaft h&ouml;here Produktivit&auml;tszuw&auml;chse als die Exporteure des Auslands verzeichnet, kann mitunter auch eine vern&uuml;nftige Lohnpolitik Ungleichgewichte nicht verhindern[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. <\/p><p>Die Politik des Lohndumpings ist f&uuml;r eine Volkswirtschaft der Gr&ouml;&szlig;e Deutschlands ungesund, aber f&uuml;r die Profite der Exportindustrie bis zur n&auml;chsten Krise wunderbar. Die deutsche Wirtschaft ist im letzten Quartal wie im Durchschnitt der Euro-Zone um 0,6 Prozent und damit st&auml;rker als in Frankreich eingebrochen. Gleichwohl: Die Entwicklung der deutschen Exporte belegt, dass die deutsche Exportindustrie &auml;u&szlig;erst krisenfest ist. Denn auch eine &bdquo;erfolgreiche&ldquo; Korrektur der preislichen Wettbewerbsf&auml;higkeit der Krisenstaaten durch Lohndumping bedroht ihren Wettbewerbsvorteil nicht. Es ist schlie&szlig;lich eine Sache die L&ouml;hne in Griechenland zu dr&uuml;cken, aber eine v&ouml;llig andere eine wettbewerbsf&auml;hige chemische Industrie oder einen Automobilsektor zu etablieren. Zudem st&uuml;nde die Bundesregierung im Krisenfall erneut bereit, um der deutschen Exportindustrie durch pragmatische Ma&szlig;nahmen wie der Abwrackpr&auml;mie Luft zu verschaffen. Daher juckt die Kanzlerin auch der Hinweis nicht, die Bundesregierung schade mit ihrer Euro-Politik den deutschen Exporten. <\/p><p>Die Kanzlerin denkt l&auml;ngst im Weltma&szlig;stab: Die deutschen Exporteure profitieren vom gespaltenen Arbeitsmarkt. Die L&ouml;hne im Dienstleistungssektor (z.B. der Kantine oder dem Wachschutz bei Daimler) bleiben niedrig und die Krisenstaaten werden mittels Euro-Putsch zur verl&auml;ngerten Werkbank und Lieferanten billiger Vorleistungen. Die deutsche Exportindustrie ist indes so breit aufgestellt, dass sie bisher den Einbruch des Handels in der Euro-Zone durch Exporte in die USA und die Schwellenl&auml;nder kompensieren kann. Sie vermeldete daher trotz abflauender Konjunktur und Einbruch der Exporte in die Krisenstaaten k&uuml;rzlich einen erneuten Export-Rekord und verzeichnete den zweitgr&ouml;&szlig;te Export-&Uuml;berschuss in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. F&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Rentner\/innen sowie die Arbeitslosen geht die Krise indes weiter. <\/p><p>Warum aber l&ouml;st ein W&auml;hrungskrieg &uuml;ber Wechselkurse einen Aufschrei aus, nicht aber der W&auml;hrungskrieg via Lohndumping? Aus &ouml;konomischer Sicht gibt es daf&uuml;r kein schl&uuml;ssiges Argument: Denn die herrschende Meinung unter &Ouml;konomen &ndash; auch wenn diese falsch ist &ndash; lautet Wechselkurse sind erforderlich, um dauerhafte Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen zu korrigieren. Ein Land mit Export&uuml;bersch&uuml;ssen wertet aufgrund der Devisennachfrage des Auslands auf, ein Land mit Leistungsbilanzdefizite entsprechend ab. Es kommt hier&uuml;ber zum Ausgleich der Leistungsbilanzen. Demnach m&uuml;ssten dieselben &Ouml;konomen eine Lohnpolitik bef&uuml;rworten, die den Ausgleich der Leistungsbilanzen sichert. Gleichwohl: Tr&auml;fe die Wechselkursstory zu h&auml;tten sich die Ungleichgewichte seit Freigabe der Wechselkurse nach dem Zusammenbruch des Bretton Woods Regimes verringert, sie haben sich jedoch dramatisch erh&ouml;ht. Denn die W&auml;hrungsm&auml;rkte folgen in der Realit&auml;t nicht den verstaubten Modellen der Au&szlig;enhandelstheorie des &ouml;konomischen Mainstreams sondern werden durch Kapitalfl&uuml;sse dominiert. W&auml;hrungsspekulanten wollen nicht deutsche Autos kaufen sondern kurzfristige Gewinne &ndash; etwa &uuml;ber Carry Trade &ndash; realisieren. <\/p><p>Die Antwort auf das &ouml;konomische R&auml;tsel ist daher einfach: Die Bundesregierung lehnt eine Abwertung via Wechselkurs ab, weil sie bef&uuml;rchtet, dass hier&uuml;ber der Druck zur internen Abwertung bzw. zu K&uuml;rzungspaketen und Lohnsenkung in Europa nachl&auml;sst. Die Bundesregierung glaubt Deutschland &ndash; und damit ist nicht die Bev&ouml;lkerungsmehrheit gemeint &ndash; w&uuml;rde tats&auml;chlich st&auml;rker aus der Krise heraus kommen, als es hineingegangen sei. Sie nutzt die Krise und den Schmerz der Rezession, um die europ&auml;ische Zusammenarbeit unter deutscher F&uuml;hrung zu vertiefen, sofern sie hier&uuml;ber Strukturreformen im Rest Europas durchsetzen und die Peripherie zur verl&auml;ngerten Werkbank machen kann. <\/p><p><strong>Mehr Europa, mehr Deutschland ?!<\/strong><\/p><p>Die Hoffnung von Mitterand und auch Teilen der deutschen Linken eine st&auml;rkere europ&auml;ische Integration w&uuml;rde Deutschlands Wirtschaftskrieg stoppen hat sich bisher nicht erf&uuml;llt: Auch die franz&ouml;sischen Arbeitgeber wollen zudem eine Agenda 2010, trotz der unterschiedlichen Akzente und Strategien in Paris und Berlin hinsichtlich der Abfederung der &bdquo;Strukturreformen&ldquo; durch Wachstum. Ex-Kanzler Gerhard Schr&ouml;der versteht Paris: Er verteidigte den Versto&szlig; der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung gegen den (dummen) Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakts (Romano Prodi) damit, er habe die Agenda 2010 nur in einem stabilen makro&ouml;konomischen Umfeld verteidigen k&ouml;nnen, um die sozialen H&auml;rten abzufedern (&sbquo;Handfeste Gr&uuml;nde&rsquo; 2011). Trotz der unterschiedlichen Interessen jenseits des Rhein steht daher der Deal unter europ&auml;ischer Flagge Demokratie und Sozialstaat zu beerdigen. <\/p><p>Berlin kann derzeit wegen seiner g&uuml;nstigen Refinanzierungsbedingungen an den Kapitalm&auml;rkten die Politik diktieren. Hollande steht innenpolitisch unter Beschuss der Arbeitgeber. Spanien hat Probleme mit seinem Bankensektor. Ergo: Eine europ&auml;ische Antwort auf die Krise &ndash; unter Beteiligung Berlins bzw. Sanierung der Banken via EZB- wird es nur gegen Strukturreformen geben. Die Bundesregierung empfiehlt den Euro-Partnern Deutschland auf dem Weltmarkt zu imitieren, statt in Europa &ndash; dem gr&ouml;&szlig;ten Binnenmarkt der Erde &ndash; f&uuml;r einen Aufschwung zu sorgen. <\/p><p><strong>Schattenboxen um den Wechselkurs<\/strong><\/p><p>Der Vorsto&szlig; von Hollande f&uuml;r einen weichen Euro l&ouml;st diese Probleme daher nicht. Er versucht damit einen Weg zu finden die franz&ouml;sische Industrie &uuml;ber den Weltmarkt zu stimulieren, ohne Konflikt mit Berlin. Aber Frankreichs Problem sind nicht die USA oder China sondern Deutschland. Innerhalb des europ&auml;ischen Binnenmarktes dominiert immer noch der Handel zwischen EU-Staaten und dies wird schon allein aufgrund der historisch gewachsenen Arbeitsteilung und der geographischen N&auml;he auch weiterhin so sein. Zudem ginge Europa aus einem W&auml;hrungskrieg sicher nicht als Sieger hervor. Die Federal Reserve in den USA hat aufgrund ihres Mandats viel mehr Munition. In Europa sind die Interessen zu widerspr&uuml;chlich, die EZB unterliegt keiner demokratischen Kontrolle. Die Wechselkurspolitik m&uuml;sste innerhalb des Rats der Europ&auml;ischen Union und mit der EZB abgestimmt werden. <\/p><p>Ein W&auml;hrungskrieg der wichtigsten W&auml;hrungsr&auml;ume konnte bisher verhindert werden, weil alle Zentralbanken ihre Geldpolitik simultan lockern. Weil die Zinsen bereits ultra-niedrig sind und der Interbankenmarkt ausgetrocknet ist, sind die Zentralbanken in den USA, Gro&szlig;-Britannien, Japan und zeitweise auch Europa zur Politik der Quantitativen Lockerung &uuml;bergegangen. Dabei werden Staatsanleihen (EZB: Outright Monetary Transactions) oder aber auch Unternehmensanleihen (EZB: Securities Market Programme) direkt auf dem Sekund&auml;rmarkt &ndash; d.h. z.B. von Banken &ndash; gekauft, um deren Kurse zu st&uuml;tzen und die Renditen zu dr&uuml;cken. Damit wird die Hoffnung verkn&uuml;pft sowohl Verm&ouml;genseffekte zu erzeugen als auch die Investitionen zu beleben und den Zinskanal zu reparieren.<\/p><p>Die Politik des Quantitative Easing (QE) verspricht indes keinen Ausweg, wenn die Wirtschaft kastriert wird. Darauf haben international zahlreiche progressive und f&auml;hige &Ouml;konomen (Fullwiler &amp; Wray 2010; Hudson 2013; Keen 2012), hierunter u.a. Richard Werner (2009) &ndash; der Sch&ouml;pfer des Terminus QE &ndash; sowie der Nobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz (2012) verwiesen. Denn es gibt einen Unterschied zwischen Geld- und produktiver Kreditsch&ouml;pfung: Der Aufkauf von Staatsanleihen kann zwar vor&uuml;bergehend die Renditen auf den Kapitalm&auml;rkten dr&uuml;cken, aber solange das wirtschaftliche Umfeld wegen der K&uuml;rzungspakte schwach bleibt, werden die Banken die zus&auml;tzliche Liquidit&auml;t nicht f&uuml;r die Kreditvergabe nutzen. Der unregulierte Finanzsektor schafft zudem Anreize, dass Banken erneut auf den Verm&ouml;gensm&auml;rkten spekulieren. Und niedrige Zinsen verschaffen auch den Staatshaushalten wenig Erleichterung, wenn gleichzeitig das Wachstum einbricht. Daher ist die bessere Alternative &uuml;ber direkte Notenbankkredite an Euro-Staaten und Investitionsprogramme Europa aus der Rezession zu f&uuml;hren. <\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus brauchen wir koordinierte Wechselkurse, die einen W&auml;hrungskrieg verhindern. Jedoch: Die entscheidende Schlacht wird nicht in Moskau oder Br&uuml;ssel sondern Berlin geschlagen. Nur eine Abwicklung der Agenda 2010, der Arbeitsmarktreformen sowie der Hartz IV Gesetze kann die Gewerkschaften wieder in die Lage versetzen h&ouml;here L&ouml;hne zu erk&auml;mpfen. H&ouml;here L&ouml;hne sind die beste Waffe gegen den deutschen W&auml;hrungskrieg.<\/p><p><strong>Quellen<\/strong><\/p><ul>\n<li>Fullwiler, S. and Wray, R. L (2010) &sbquo;Quantitative Easing and Proposals for Reform of Monetary Policy Operations&rsquo; Levy Economics Institute of Bard College Working Paper, No. 645, S. 1-35.<\/li>\n<li>Hudson, M. (2013) <a href=\"http:\/\/neweconomicperspectives.org\/2013\/01\/the-delicious-irony-of-morris-greenbergs-aig-suit-against-the-us-treasury.html#more-4415\">&sbquo;The Delicious Irony of Morris Greenberg&rsquo;s AIG Suit Against the US Treasury&rsquo;, New Economic Perspectives<\/a>. (15.02.2013)<\/li>\n<li>Keen, S. (2012) <a href=\"http:\/\/www.debtdeflation.com\/blogs\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/CrisisIn1000WordsOrLess.pdf\">&sbquo;The crisis in 1000 words or less&rsquo;, Debt Deflation Blog [PDF &ndash; 27.2 KB]<\/a>. (15.02.2012)<\/li>\n<li>Stiglitz, J.E. (2012) <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/quantitative-easing-3--qe3--and-the-problems-of-the-fed-and-ecb-s-expansionary-monetary-policy-by-joseph-e--stiglitz\">&lsquo;Monetary Mystification&rsquo;, Project Syndicate<\/a>. (15. 02.2013)<\/li>\n<li>Werner, R. A. (2009) <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/intl\/cms\/s\/0\/9a333668-9758-11de-83c5-00144feabdc0.html#axzz2L7W8BVG4\">&lsquo;True meaning of quantitative easing is to increase net credit creation&rsquo;, Letter to Financial Times<\/a>. (15.02.2013)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/handfeste-gruende-schroeder-verteidigt-verstoesse-gegen-stabilitaetspakt-a-785345.html\">Handfeste Gr&uuml;nde: Schr&ouml;der verteidigt Verst&ouml;&szlig;e gegen Stabilit&auml;tspakt&rsquo;, Spiegel Online<\/a>. (15.02.2013)<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16205#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Fabio De Masi ist Volkswirt und Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Ein Beispiel: Nehmen wir an die handelbaren G&uuml;ter (Exportindustrie) und die nicht-handelbaren G&uuml;ter (Binnenwirtschaft) machen jeweils 50 Prozent der Wirtschaftsleistung in Land A und Land B aus (f&uuml;r Deutschland mittlerweile ein realistisches Szenario). Nun steigt die Produktivit&auml;t im Exportsektor von Land A um 6 Prozent und in der Binnenwirtschaft um 2 Prozent. In Land B steigt die Produktivit&auml;t des Exportsektors um 4 und in der Binnenwirtschaft um 2 Prozent. Steigen die L&ouml;hne nun im Rahmen des gesamtwirtschaftlichen Durchschnitts in Land A um 4 Prozent und in Land B um 3 Prozent hat der Exportsektor von Land A einen Vorteil gegen&uuml;ber der Binnenwirtschaft und dem Exportsektor von Land B bei den Lohnst&uuml;ckkosten &ndash; d.h. er kann die Preise senken oder macht Extra-Profite: In Land A sinken die Lohnst&uuml;ckkosten des Exportsektors um zwei Prozent und in Land B um ein Prozent. Dies kann im Sinne des Strukturwandels w&uuml;nschenswert sein, sofern der Wettbewerbsvorteil des Exportsektors auf die Binnenwirtschaft oder die Handelspartner ausstrahlt. Kommt es jedoch nicht zu einer Erh&ouml;hung der Produktivit&auml;t des Exportsektors im Land B oder zu einem st&auml;rkeren Anstieg der L&ouml;hne im Land A (z.B. die Ausrichtung der Lohnpolitik am Produktivit&auml;tszuwachs des Exportsektors gem&auml;&szlig; law of one price) w&uuml;rden sich auch in diesem Idealfall Ungleichgewichte einstellen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Debatte um den W&auml;hrungskrieg auf dem G 20 Gipfel ist schizophren. Die Bundesbank schreit H&auml;nde weg vom Wechselkurs, mit realer Abwertung bzw. Preisdumping durch K&uuml;rzungspakete und Lohnverzicht hat sie kein Problem. Dies zeigt: Gute Wirtschaftspolitik ist f&uuml;r die Bundesregierung und die Bundesbank, wenn Daimler und Siemens gewinnen und die Mehrheit verliert. Ein Kommentar von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16205\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[139,30],"tags":[1459,593,499,333,1085],"class_list":["post-16205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-euro-und-eurokrise","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-de-masi-fabio","tag-g7820","tag-handelsbilanz","tag-lohnstueckkosten","tag-wechselkurse"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16205"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16209,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16205\/revisions\/16209"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}