{"id":1623,"date":"2006-02-25T17:33:46","date_gmt":"2006-02-25T15:33:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1623"},"modified":"2006-09-04T17:43:47","modified_gmt":"2006-09-04T15:43:47","slug":"hinweise-des-tages-172","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1623","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Vom &Ouml;l-Dollar zum &Ouml;l-Euro<\/strong><br>\nNoch im M&auml;rz will Teheran eine asiatische &Ouml;l-B&ouml;rse gr&uuml;nden und die Vorherrschaft der USA auf dem internationalen Energiemarkt in Frage stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2006\/08\/06080702.php\">FREITAG<\/a>\n<p><em>Kommentar: Den Autor scheint diese Entwicklung zu freuen: &ldquo;Unklar bleibt vorerst, wie die EU mit einer solchen &Ouml;l-B&ouml;rse umgehen will. Was ihr in dieser Situation am schlechtesten zu Gesicht st&uuml;nde, w&auml;re die Rolle des treuen Alliierten und Freundes der USA. Diese Herausforderung wird vorrangig der deutschen Regierung zusetzen.&rdquo; Was eine daraus folgende Aufwertung des Euro in Kombination mit der verfehlten Fiskal- und Wirtschaftspolitik f&uuml;r die Menschen in Deutschland bedeuten w&uuml;rde, fragt er nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thema Mindestlohn<\/strong><br>\nDie Gewerkschaften sind zum Teil nicht mehr in der Lage, existenzsichernde Einkommen &uuml;ber Tarifvertr&auml;ge festzuschreiben. Verdi-Sprecher Harald Reutter. &ldquo;Wir brauchen Leitplanken zur sozialen Absicherung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/print.php\/berliner-zeitung\/tagesthema\/529095.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>Gustav Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung: &ldquo;Mindestl&ouml;hne sind im Moment unvermeidlich.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/print.php\/berliner-zeitung\/tagesthema\/529096.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Forschung und Entwicklung wird in Deutschland vernachl&auml;ssigt<\/strong><br>\nDie Ausgaben f&uuml;r FuE in Deutschland sind zum ersten Mal seit Mitte der 90er Jahre wieder gesunken. Der Vizepr&auml;sident des Stifterverbandes f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft, J&uuml;rgen Hambrecht (BASF): &ldquo;Was wir heute nicht in FuE investieren, k&ouml;nnen wir morgen nicht in Form von Innovation ernten.&rdquo; &ndash; Rund 25 Prozent der im Inland durchgef&uuml;hrten FuE wird in T&ouml;chtern ausl&auml;ndischer Unternehmensgruppen durchgef&uuml;hrt. Mit einem Drittel der Gesamtausgaben f&uuml;r Forschung entf&auml;llt der gr&ouml;&szlig;te Anteil auf die Automobilindustrie.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/pshb?fn=tt&amp;sfn=go&amp;id=1197097\">Handelsblatt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.stifterverband.de\/site\/php\/medien.php?SID=&amp;seite=Pressemitteilung&amp;pmnr=227&amp;detailansprechnr=445\">Stifterverband f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li>Osteuropabank rechtfertigt Putins Verstaatlichungen<br>\nEBRD-Pr&auml;sident Jean Lemierre: &ldquo;Wir haben immer ein Transformationsmodell im Hinterkopf, das wir in Mitteleuropa in den letzten 15 Jahren erlebt haben &ndash; also rasche Privatisierung und EU-Beitrittsprozess. In Russland haben wir einen anderen Weg der Transformation.&rdquo; Zudem verfolge der Staat auch legitime sozialpolitische Ziele.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/pw\/in\/51057.html\">Financial Times Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Agitation in der FAZ: Teil II<\/strong><br>\nBislang konnten private Krankenversicherer gezielt solvente Beitragszahler abwerben und die Mehrheit der Netto-Leistungsbezieher den gesetzlichen Krankenversicherungen &uuml;berlassen. Dem soll durch einen Solidarausgleich ein Ende gesetzt werden. Diese Alternative zur unsozialen Kopfpauschale bietet sicherlich hinreichend Anlass f&uuml;r sachliche Kritik; danach sucht man in der FAZ jedoch vergebens. Auch der Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung, Hans D. Barbier, l&auml;&szlig;t nur seiner Emp&ouml;rung freien Lauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562\/Doc~EF82CD442E0F144A386DA5C582F0D7D9D~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p>In der Pflicht, zu einer Standardpr&auml;mie und ohne Risikokalkulation jeden Kunden zu nehmen, und beladen mit Solidarlasten, die eigentlich die Gesellschaft zu tragen h&auml;tte, bliebe den privaten Versicherungen nichts von dem, was ihr Gesch&auml;ftsmodell ausmacht: eine Palette von Versicherungsumf&auml;ngen; risikobestimmte Pr&auml;mien; Altersr&uuml;ckstellungen durch Kapitalansammlung f&uuml;r die Kunden, was nicht nur deren Beitragslast im Lebensverlauf gl&auml;ttet, sondern auch die Vorbedingung f&uuml;r Versicherungswechsel und Wettbewerb der Versicherungsanbieter ist.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, seine Krankenkasse k&ouml;nne dazu verpflichtet werden, jeden Kunden zu nehmen, ist Herrn Barbier unertr&auml;glich. Die Solidarlasten seien seiner Meinung nach von &ldquo;der Gesellschaft&rdquo; zu tragen. Welche Steuer er daf&uuml;r heranziehen will, sagt er nicht. Die K&ouml;rperschaftssteuer oder den Spitzensatz der Einkommenssteuer wird er sicher nicht zur Erh&ouml;hung vorschlagen.<\/p>\n<p>Aber sie d&uuml;rfen daf&uuml;r keine versicherungsmathematisch fairen Pr&auml;mien nehmen, weil ihnen mit dem vorgeschriebenen &ldquo;Standardangebot&rdquo; die Solidarlasten f&uuml;r diejenigen auferlegt werden, von denen die Politik, also Frau Schmidt, meint, sie k&ouml;nnten oder sollten den vollkalkulierten Preis f&uuml;r ihr Gesundheitspaket nicht bezahlen.<\/p>\n<p>Barbier ficht f&uuml;r das einfache Partikularinteresse finanziell bessergestellter Kreise, welches darin besteht, m&ouml;glichst wenig in umlagefinanzierte Sozialsysteme einzuzahlen, sondern das Geld lieber in die Bildung von Kapital f&uuml;r die eigene Vorsorge zu investieren. Er scheut sich gleichwohl nicht, von Fairness zu reden.<\/p>\n<p>Frau Schmidt hat das marktwirtschaftliche Modell eines leistungs- und wettbewerbsf&auml;higen Versicherungssystems gut studiert. Und sie hat dann einfach die Kernelemente dieses Modells &ndash; unterschiedliche Sicherungsumf&auml;nge zu risikobestimmten Pr&auml;mien, Altersr&uuml;ckstellung, Solidarleistung aus Steuern statt sozialer Quersubventionen innerhalb der Versicherung &ndash; in deren Gegenteil verkehrt: Standardpaket, Einheitspr&auml;mie, politisch definierter Solidarausgleich, Umlagefinanzierung ohne vorsorgende Kapitalbildung.<\/p>\n<p>Barbier unterstellt Ulla Schmidt in offenbar b&ouml;swilliger Absicht ideologische Borniertheit. Andere Motive f&uuml;r ihre Vorschl&auml;ge zieht er gar nicht erst in Erw&auml;gung.<\/p>\n<p>Und das alles einged&uuml;belt in dem &uuml;berw&ouml;lbenden Regelgewirr aus Hartz und Minijobs, aus betrieblichen Lohnnebenkosten und Steuertransfers, aus dem Anspruch des Gestaltens und der Methode des Verschleierns. Wo das als &ldquo;Politik&rdquo; gilt, da kann man nicht mit Zuversicht der Menschen und mit Dynamik der Wirtschaft rechnen.<\/p>\n<p>&ldquo;Einged&uuml;belt&rdquo; in ein &ldquo;Regelgewirr&rdquo;, aus der Methode des &ldquo;Verschleierns&rdquo;. Die Sprache macht deutlich, dass es nicht um Argumentation, sondern um Propaganda geht.<\/p>\n<p>P.S.<\/p>\n<p>Ein treuer Leser hat uns vor einseitiger Argumentation gewarnt:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"text\">Ein Gro&szlig;teil der Privatversicherten seien Beamte, die sich de facto gar nicht anders versichern konnten, da die &ouml;ffentlichen Kassen durch das Beihilfesystem erhebliche Gelder einsparen. Diese h&auml;tten sich nicht billig der Solidarit&auml;t entzogen, sondern wurden in das PKV-System gezwungen. Im Alter haben sie trotz der erh&ouml;hten Beihilfeleistungen im Pensionsfall mit erheblich h&ouml;heren Beitr&auml;gen zu rechnen.\n<\/li>\n<li class=\"text\">Es sei unredlich, die Entscheidung, sich privat zu versichern, f&uuml;r in der Regel unumkehrbar zu erkl&auml;ren, in den letzten Jahren gesetzlich Beitragszuschl&auml;ge f&uuml;r Alterr&uuml;ckstellungen einzuf&uuml;hren und diese Gelder nun f&uuml;r einen Solidarausgleich nutzen zu wollen.\n<\/li>\n<li class=\"text\">Au&szlig;erdem gebe es eine Quersubventionierung der GKV durch die PKV infolge der h&ouml;heren Verg&uuml;tung &auml;rztlicher Leistungen.\n<\/li>\n<li class=\"text\">Ein System, das bereits so lange besteht, d&uuml;rfe man auch nicht einfach ausbluten lassen, indem man den Neuzugang sperrt. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir pflichten dem Leser bei: F&uuml;r den von ihm erw&auml;hnten Kundenkreis, der keine Alternative zur privaten Krankenversicherung hatte, muss es einen Bestandsschutz geben.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}