{"id":16302,"date":"2013-02-22T16:14:34","date_gmt":"2013-02-22T15:14:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302"},"modified":"2013-02-22T16:14:34","modified_gmt":"2013-02-22T15:14:34","slug":"hinweise-des-tages-ii-95","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h01\">Steinbr&uuml;ck umgarnt die Wirtschaft bei Geheimtreffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h02\">Gauck: Rede zu Perspektiven der europ&auml;ischen Idee<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h03\">Bundeskanzlerin sagt Unwahrheit oder wei&szlig; es nicht besser &ndash; beides ist be&auml;ngstigend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h04\">Rudolf Hickel &ndash; Das Spiel der Spekulanten beenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h05\">Schwacher Export l&auml;sst deutsche Wirtschaft schrumpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h06\">Rettungspaket f&uuml;r Zypern soll schrumpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h07\">Gangster Bankers: Too Big to Jail<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h08\">Rehn rechnet falsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h09\">Das Dilemma des Sparers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h10\">US wages and productivity 1968 &ndash; 2012 (minimum, average and The 1%)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h11\">Eurobonds als Baustein einer Fiskalunion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h12\">Erg&auml;nzung zu unserem Videopodcast 13\/06<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h13\">Lobbyisten im EU-Parlament &ndash; &bdquo;Eine gro&szlig;e Grauzone&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h14\">Exodus aus Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h15\">Framing &ndash; Wie Begriffe laufen lernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h16\">Rezension: 23 L&uuml;gen, die sie uns &uuml;ber den Kapitalismus erz&auml;hlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302#h17\">Zu guter Letzt: Bei uns gibt es keine Armut!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16302&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Steinbr&uuml;ck umgarnt die Wirtschaft bei Geheimtreffen<\/strong><br>\nPeer Steinbr&uuml;ck will sich als Partner der Wirtschaft positionieren. Bei einem vertraulichen Treffen mit einem Dutzend Wirtschaftsgr&ouml;&szlig;en am Mittwochabend hat er seine industriepolitischen Vorstellungen erl&auml;utert.<br>\nSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbr&uuml;ck will sich im Wahlkampfs jetzt als Partner der Wirtschaft positionieren. Bei einem vertraulichen Treffen mit mehr als einem Dutzend Vorst&auml;nden und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern von Dax- und M-Dax-Konzernen sowie deutschen Ablegern internationaler Weltunternehmen am Mittwochabend in Berlin habe Steinbr&uuml;ck seine industriepolitischen Vorstellungen zur St&auml;rkung der deutschen Wirtschafts- und Industriestandorts erl&auml;utert, schreibt das Handelsblatt (Freitagausgabe) unter Berufung auf Teilnehmerkreise.<br>\nLaut der Zeitung nahmen an dem Gespr&auml;ch teil: R&uuml;diger Grube von der Deutschen Bahn, EADS-Vorstand Lutz Bertling, der stellvertretende RWE-Vorstandschef Rolf Marin Schmitz, Hartmut Zei&szlig;, Vorstand des Energieerzeugers Vattenfall, Alf Henryk Wulf, Deutschlandchef des Anlagen-Bauers Alstom oder der neue Chef von Vodafone Deutschland, Jens Schulte-Bockum. Dazu kamen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsmitglieder von Microsoft Deutschland, Tetra-Pack und Sanofi. [&hellip;]<br>\nSteinbr&uuml;cks Botschaft, so berichten Teilnehmer, sei gewesen: Die Wirtschaft brauche keine Sorge vor einer SPD-Regierung zu haben, auch in der Steuerpolitik werde es keine Wende nach links geben. In der SPD-Zentrale hie&szlig; es zu dem Treffen, dass sich Steinbr&uuml;ck jetzt intensiver als &bdquo;wirtschaftsnah&ldquo; positionieren wolle. Dem dienten mehrere Auftritte mit Wirtschaftsbezug. Damit solle der &bdquo;Kampf um die Mitte&ldquo; mit der Union gef&uuml;hrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wahlkampfvorbereitung-steinbrueck-umgarnt-die-wirtschaft-bei-geheimtreffen\/7821436.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gauck: Rede zu Perspektiven der europ&auml;ischen Idee<\/strong><br>\n&ldquo;Europa: Vertrauen erneuern, Verbindlichkeit st&auml;rken&rdquo;<br>\nExzellenzen, meine sehr verehrten Damen und Herren!<br>\nSo viel Europa war nie! Das sagt jemand, der mit gro&szlig;er Dankbarkeit in diesen Saal blickt, der G&auml;ste aus Deutschland und ganz Europa begr&uuml;&szlig;en darf!<br>\nSo viel Europa war nie: Das empfinden viele Menschen derzeit auf ganz andere Weise, zum Beispiel beim morgendlichen Blick in deutsche Zeitungen. Da begegnet uns Europa verk&uuml;rzt auf vier Buchstaben &ndash; als Euro, als Krisenfall. Immer wieder ist von Gipfeldiplomatie und Rettungspaketen die Rede. Es geht um schwierige Verhandlungen, auch um Teilerfolge, vor allem aber geht es um ein Unbehagen, auch um einen deutlichen Unmut, den man nicht ignorieren darf. In einigen Mitgliedstaaten f&uuml;rchten die Menschen, dass sie zu Zahlmeistern der Krise werden. In anderen L&auml;ndern w&auml;chst die Angst vor immer sch&auml;rferen Sparma&szlig;nahmen und sozialem Abstieg. Geben und Nehmen, Verschulden und Haften, Verantwortung und Teilhabe scheinen vielen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern nicht mehr richtig und gerecht sortiert in der Gemeinschaft der Europ&auml;er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Joachim-Gauck\/Reden\/2013\/02\/130222-Europa.html;jsessionid=F22A66376B0FBB2DA8CBDA745FD4C39F.2_cid379\">Bundespr&auml;sidialamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Europa ja, aber warum so gro&szlig;e Spr&uuml;che. Nehmen wir nur einen Begriff &ldquo;Identit&auml;t&rdquo;, europ&auml;ische Identit&auml;t &ndash; was soll das denn? Das ist die alte Schulaufsatz-Rhetorik dieses langweiligen Bundespr&auml;sidenten. Dann die olle Kamelle von der gef&auml;hrdeten Wettbewerbsf&auml;higkeit der Europ&auml;er. Und dann der Appell an die Briten, dabei zu bleiben. K&ouml;nnen wir das wirklich unter allen Umst&auml;nden wollen? Ausf&uuml;hrliche Bewertung folgt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ich habe die Rede noch nicht lesen k&ouml;nnen, aber der servile und im Hofberichterstattungstenor gehaltene <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kommentar-zur-europa-rede-von-bundespraesident-gauck-a-884958.html\">Kommentar auf SPON<\/a> reicht eigentlich schon. Zumal wenn man diese Zitate liest, hat Gauck offenbar nichts verstanden.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&rdquo; (&hellip;) als er versicherte, dass sich dieses Europa vor diesem Deutschland, EU-Krise hin oder her, nicht zu &auml;ngstigen braucht. Er sehe unter den politischen Gestaltern in Deutschland niemanden, der &ldquo;ein deutsches Diktat anstreben w&uuml;rde&rdquo;. Mehr Europa hei&szlig;e &ldquo;nicht deutsches Europa&rdquo;, sondern &ldquo;europ&auml;isches Deutschland&rdquo;.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Als was will Gauck denn den deutschen Umgang mit Griechenland und anderen s&uuml;deurop&auml;ischen Krisenl&auml;ndern bezeichenen als, als Diktat? Und nat&uuml;rlich geht es Merkel um ein deutsches Europa. Vielleicht sollte sich Gauck die Rede von Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos noch einmal genauer anschauen?<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Mit seiner Rede kn&uuml;pft Gauck an die gro&szlig;en Pr&auml;sidenten dieses Landes an: Theodor Heuss, Gustav Heinemann, Richard von Weizs&auml;cker, Roman Herzog. Er zeigt, wie man als Pr&auml;sident das Wort als Machtinstrument nutzt. Und wie man auftreten muss: emotional, bestimmt, klar. Er macht die Peinlichkeiten und Fehltritte einiger seiner Vorg&auml;nger vergessen. Gut so.<\/p>\n<p>Ruhig im Tonfall, war Gaucks Rede vor rund 200 G&auml;sten nicht nur an die hier lebenden Menschen gerichtet. Es war auch eine Rede an die Europ&auml;er au&szlig;erhalb Deutschlands, an jene, die mit Sorge auf die Wirtschaftskraft und den Einfluss der Deutschen blicken. Er tat das &uuml;berzeugend, weil Gauck einer Generation angeh&ouml;rt, die noch aus eigenem Erfahren wei&szlig;, welche gro&szlig;m&uuml;tige Leistung der Nachbarn es war, nach der Nazi-Zeit die Deutschen wieder in die V&ouml;lkerfamilie aufzunehmen.<\/p>\n<p>(&hellip;)<\/p>\n<p>Zu besichtigen war ein echter Pr&auml;sident, mit dosiertem Pathos. Gauck kann &uuml;berzeugen, weil er selbst &uuml;berzeugt ist von dem, was er sagt. Es war zu sp&uuml;ren, das vereinte Europa ist f&uuml;r Gauck eine Herzensangelegenheit, kein Projekt wie jedes andere. Damit unterscheidet er sich wohltuend von anderen Europa-Erkl&auml;rern, die meist nur n&uuml;chtern wirken, abgekl&auml;rt ohne wirkliche Leidenschaft. Er hat nachgeholt, was viele andere Politiker in ihren Reden vers&auml;umen: Er hat die europ&auml;ische Idee als Ideal beschrieben, nicht als notwendiges &Uuml;bel. Er gibt Orientierung, wo andere suchen.<\/p>\n<p>Gauck nutzte seinen Auftritt auch f&uuml;r eine symbolische Geste: Als er geendet hatte, setzte er sich in die erste Reihe, zu den geladenen B&uuml;rgern. Seht, ich bin einer von Euch, sollte das hei&szlig;en.<\/p>\n<p>Chapeau, Herr Pr&auml;sident!&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bundeskanzlerin sagt Unwahrheit oder wei&szlig; es nicht besser &ndash; beides ist be&auml;ngstigend<\/strong><br>\nNun ist es amtlich: Die Bundeskanzlerin sagt nicht nur den Bundesb&uuml;rgern, sondern verk&uuml;ndet gleich der ganzen Welt die Unwahrheit. Denn worauf zielt das World Economic Forum wenn nicht darauf, die ganze Welt zu unterrichten, wie es denn um die Weltwirtschaft und die Volkswirtschaften im Einzelnen bestellt ist. Und ebenda hat die Bundeskanzlerin in ihrer Rede am 24. Januar des Jahres gesagt: &ldquo;Im Augenblick wird unser deutsches Wachstum vor allem von der Binnennachfrage getrieben.&rdquo; Die heute vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Zahlen belegen das glatte Gegenteil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/02\/22\/bundeskanzlerin-sagt-unwahrheit-oder-weis-es-nicht-besser-beides-ist-beangstigend\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2013\/01\/PD13_017_811.html\">Bereits am 15.01.2013<\/a> teilte das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung mit, da&szlig; im Jahre 2012 auf den Au&szlig;enbeitrag ein Wachstumsbeitrag in H&ouml;he von 1,1 Prozent entfalle. Das BIP-Wachstum f&uuml;r das Gesamtjahr 2012 wurde vom Statistischen Bundesamt auf 0,7 Prozent beziffert. Auf die &uuml;brigen Komponenten des BIP entf&auml;llt somit ein negativer Wachstumsbeitrag in H&ouml;he von -0,4 Prozent. Merkel hat somit am 24. Januar vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos die Unwahrheit gesagt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Rudolf Hickel &ndash; Das Spiel der Spekulanten beenden<\/strong><br>\nEs herrscht Krieg! W&auml;hrungskrieg! Das liest sich knackig und war am vergangenen Wochenende das dominierende Thema des gescheiterten G-20-Gipfels der Industrie- und Schwellenl&auml;nder. Schuld am politisch forcierten Abwertungswettlauf: Japan, wo der neue Premier Shinzo Abe den Markt mit Yen flutet. Doch die Wahrheit ist viel komplexer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!111531\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schwacher Export l&auml;sst deutsche Wirtschaft schrumpfen<\/strong><br>\nDeutsche Unternehmen haben 2012 so viel exportiert wie nie zuvor. Ende des Jahres brach der Au&szlig;enhandel allerdings massiv ein, die Wirtschaftsleistung schrumpfte um 0,6 Prozent. Ein so gro&szlig;es Minus gab es zuletzt auf dem H&ouml;hepunkt der Krise 2009.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/schwacher-export-laesst-deutsche-wirtschaft-schrumpfen-a-884898.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Wer soll auch die ganzen Produkte kaufen, wenn alle sparen m&uuml;ssen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Rettungspaket f&uuml;r Zypern soll schrumpfen<\/strong><br>\nDie Kriseninsel wartet sehnlichst auf das 17,5-Milliarden-Hilfspaket der Euro-L&auml;nder. Doch die Europ&auml;er pr&uuml;fen nun neue Modelle zur Sanierung des Finanzsektors &ndash; so sollen Zyperns Banken an den Kosten beteiligt werden. [&hellip;]<br>\nDie radikalste Option w&auml;re eine Nutzung der Spareinlagen, die auf den Bankkonten des Landes liegen. Die EU-Kommission sieht ein solches Bail-in allerdings kritisch. Sie bef&uuml;rchtet, dass es das Vertrauen der internationalen Finanzm&auml;rkte in die Euro-Zone erneut ersch&uuml;ttern k&ouml;nnte. [&hellip;]<br>\nNeben einem Bail-in wird nach Angaben aus Verhandlungskreisen auch eine Verm&ouml;gensabgabe diskutiert. So k&ouml;nnte man zumindest reiche Zyprer an der Rettung beteiligen. Dazu passt eine bisher unver&ouml;ffentliche Studie der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB). Nach Informationen des Handelsblatts haben die 17 nationalen Notenbanken unter EZB-Federf&uuml;hrung die Verm&ouml;genssituation in den Euro-Staaten untersucht. Bei den privaten Pro-Kopf-Verm&ouml;gen soll Zypern innerhalb der Euro-Zone in der Spitzengruppe liegen, noch vor Deutschland, Frankreich und Italien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/vermoegensabgabe-im-gespraech-rettungspaket-fuer-zypern-soll-schrumpfen\/7823320.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die &bdquo;radikalen Optionen&ldquo; (Zitat Handelsblatt) sind, ebenso wie die Verm&ouml;gensabgabe, eine gute Idee. Aber warum wird so etwas erst jetzt angedacht? Kann es sein, dass die &ndash; oft russischen &ndash; Kunden zypriotischer Banken keine so gute Lobby in Br&uuml;ssel haben wie das europ&auml;ische und amerikanische Bankensystem, das bei einer Beteiligung der Einleger und G&auml;ubiger bei den vorangegangenen &bdquo;Rettungsaktionen&ldquo; geschont wurde?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gangster Bankers: Too Big to Jail<\/strong><br>\nHow HSBC hooked up with drug traffickers and terrorists. And got away with it<br>\nThe deal was announced quietly, just before the holidays, almost like the government was hoping people were too busy hanging stockings by the fireplace to notice. Flooring politicians, lawyers and investigators all over the world, the U.S. Justice Department granted a total walk to executives of the British-based bank HSBC for the largest drug-and-terrorism money-laundering case ever. Yes, they issued a fine &ndash; $1.9 billion, or about five weeks&rsquo; profit &ndash; but they didn&rsquo;t extract so much as one dollar or one day in jail from any individual, despite a decade of stupefying abuses.<br>\nPeople may have outrage fatigue about Wall Street, and more stories about billionaire greedheads getting away with more stealing often cease to amaze. But the HSBC case went miles beyond the usual paper-pushing, keypad-punching&shy; sort-of crime, committed by geeks in ties, normally associated&shy; with Wall Street. In this case, the bank literally got away with murder &ndash; well, aiding and abetting it, anyway.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rollingstone.com\/politics\/news\/gangster-bankers-too-big-to-jail-20130214\">Rolling Stone<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Rehn rechnet falsch<\/strong><br>\nDie EU-Kommission sieht schwarz: Die Rezession wird auch 2013 anhalten, die Arbeitslosigkeit erreicht neue H&ouml;chstst&auml;nde, Defizitziele werden verfehlt. Mal abgesehen davon, dass bisher alle Prognosen falsch waren: die Kriterien zur Bewertung der Lage sind fragw&uuml;rdig, wichtige Kennziffern fehlen.<br>\nHeute tagt das J&uuml;ngste Gericht in Br&uuml;ssel. W&auml;hrungskommissar Rehn legt seine Fr&uuml;hjahrsprognose vor. Dann wird wieder &uuml;ber &ldquo;Defizits&uuml;nder&rdquo;, Sparvorgaben, Strukturreformen und Sanktionen geredet.<br>\nVermutlich wird halb Europa ger&uuml;gt, wom&ouml;glich droht die Kommission auch mit Strafen. Rehn selbst muss keine Sanktionen f&uuml;rchten, obwohl seine Prognosen regelm&auml;&szlig;ig falsch sind. [&hellip;]<br>\nRehn hingegen hat ein Diskussionsverbot verh&auml;ngt. Die Debatte &uuml;ber die so genannten fiskalpolitischen Multiplikatoren sei &ldquo;nicht hilfreich&rdquo; und k&ouml;nne &ldquo;das Vertrauen unterwandern&rdquo;, schrieb er an die Finanzminister.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/fur-neue-kennziffern\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope+NEU%29\">Lost in EUrope<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Zu diesem Thema hatten die NachDenkSeiten bereits am Dienstag auf einen <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16214#h03\">wunderbaren Artikel<\/a> des irischen Notenbankexperten Karl Whelan bei Forbes hingewiesen.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Paul Krugman &ndash; Gratifying Signs of Desperation<\/strong><br>\nMeanwhile, Olli Rehn of the European Commission, a firm advocate of austerity, responds to the disastrous economic news in Europe, which has confirmed the warnings of austerity critics and led to a widespread reassessment of fiscal multipliers; it seems that they are large in a liquidity trap, just as some of us predicted. Rehn&rsquo;s answer? We need to stop putting out these economic studies, because they&rsquo;re undermining confidence in austerity!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2013\/02\/16\/gratifying-signs-of-desperation\/\">New York Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das Dilemma des Sparers<\/strong><br>\nDie meisten internationalen Finanzkrisen der letzten 200 Jahre waren die Folge von Spannungen, die durch die Umleitung von Kapital aus L&auml;ndern mit hohen Ersparnissen in solche mit geringen Ersparnissen entstanden sind. Die aktuelle europ&auml;ische Krise ist ein Beispiel daf&uuml;r. Fast ein Jahrzehnt lang floss Kapital aus L&auml;ndern mit hohen Ersparnissen wie Deutschland in L&auml;nder mit geringen Ersparnissen wie Spanien. Der daraus resultierende Schuldenberg hat seine eigenen Einschr&auml;nkungen geschaffen, und jetzt ist Europas Wirtschaft gezwungen, einen Ausgleich vorzunehmen. [&hellip;]<br>\nAm wichtigsten ist der Anteil des Nationaleinkommens, den die Haushalte zur&uuml;ckbehalten. In L&auml;ndern wie den Vereinigten Staaten, wo die Haushalte einen gro&szlig;en Teil dessen behalten, was sie produzieren, sind die Verbrauchsraten im Verh&auml;ltnis zum BIP in der Tendenz relativ hoch. In L&auml;ndern wie China und Deutschland dagegen, wo Unternehmen und Staat einen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Anteil einbehalten, k&ouml;nnen die Verbrauchsraten der Privathaushalte entsprechend gering ausfallen. [&hellip;]<br>\nDeutschland sollte die spanischen Anpassungsschwierigkeiten wichtig nehmen, da der daraus resultierende Anstieg der europ&auml;ischen Arbeitslosigkeit vor allem von Spanien getragen wird, es sei denn, die spanische Regierung beschleunigt den Anpassungsprozess, indem sie die Eurozone verl&auml;sst und ihre Wertung abwertet. In diesem Fall w&uuml;rde Deutschland die Hauptlast der ansteigenden Arbeitslosigkeit tragen.<br>\nDas d&uuml;rfte keine &Uuml;berraschung sein. Wenn L&auml;nder mit Defiziten zu aggressiven Ma&szlig;nahmen greifen, sind es in der Regel L&auml;nder mit Handels&uuml;bersch&uuml;ssen, die am meisten unter internationalen Krisen leiden, welche von Ungleichgewichten im Handel und Kapitalsverkehr verursacht wurden. W&auml;hrend die politischen Spannungen in L&auml;ndern mit geringen Ersparnissen zunehmen, steigt auch das Risiko, dass diese L&auml;nder den Euro verlassen, wodurch der Preis steigt, den Deutschland f&uuml;r seine verzerrte Sparquote bezahlen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/the-price-of-germany-s-high-savings-rate-by-michael-pettis\/german\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>US wages and productivity 1968 &ndash; 2012 (minimum, average and The 1%)<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/fig3_scenarios.gif\" alt=\"US wages and productivity 1968 &ndash; 2012 (minimum, average and The 1%)\" title=\"US wages and productivity 1968 &ndash; 2012 (minimum, average and The 1%)\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/2013\/02\/21\/us-wages-and-productivity-1968-2012-minimum-average-and-the-1\/\">Real World Economics Review<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Eurobonds als Baustein einer Fiskalunion<\/strong><br>\nVoraussetzungen und Ausgestaltungsm&ouml;glichkeiten unterschiedlicher Varianten<br>\nEin einheitliches Konzept zur Einf&uuml;hrung von Eurobonds existiert nicht. Stattdessen besteht eine konzeptionelle Vielfalt, die Gemeinsamkeiten, aber auch gro&szlig;e Unterschiede aufzeigt. Es k&ouml;nnen drei Grundkategorien von Gemeinschaftsanleihen, die sich nach Art der Haftung sowie dem Umfang der Substitution der nationalen Anleiheemission unterscheiden, identifiziert werden.<br>\nZu unterscheiden ist zwischen einer Vollvergemeinschaftung von Schulden, einer gemeinschaftlichen Besicherung ausschlie&szlig;lich eines Teils der Schulden sowie &raquo;technischen&laquo; Konzepten, welche keine gemeinschaftliche Haftung bef&ouml;rdern, aber dennoch Vorteile gegen&uuml;ber nationalstaatlicher Anleiheemission bieten wollen.<br>\nDie politischen Widerst&auml;nde gegen ein gemeinschaftliches Schuldenmanagement in Europa sind gro&szlig;, die Auswirkungen einer gro&szlig;volumigen, gemeinschaftlichen Haftung unzureichend evaluiert und neue politische Governance-Strukturen noch im Aufbau begriffen. Denkbar w&auml;re jedoch eine schrittweise Einf&uuml;hrung von Eurobonds, beginnend mit nach Art und Umfang begrenzten Varianten. Eine st&auml;rkere gemeinschaftliche Haftung wird im Zuge einer institutionellen Weiterentwicklung der Europ&auml;ischen (W&auml;hrungs-)Union hin zu einer Fiskalunion unabdingbar sein. Deshalb ist eine Versachlichung der Debatte um Eurobonds dringend notwendig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/09673.pdf\">Friedrich Ebert Stiftung [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Erg&auml;nzung zu unserem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16287\">Videopodcast 13\/06<\/a><\/strong><br>\nUnser Leser Achim Lorenz schreibt uns: Nat&uuml;rlich stimme ich Herrn Bergers Ausf&uuml;hrungen in Videopodcast zu, ich halte den Hinweis auf das Entstehen falscher Preise allerdings f&uuml;r nicht detailliert genug, um den Einfluss der Spekulation &uuml;berzeugend und nachvollziehbar darzulegen. Daher erlaube ich mir, auf einen von mir geschriebenen Artikel zu dem Thema auf meinem Blog aufmerksam zu machen. Ich glaube, darin den Mechanismus f&uuml;r das Entstehen falscher Preise auf dem Warenterminmarkt verst&auml;ndlich wiedergegeben zu haben.\n<p><strong>Exkurs: Preisbildung an der Warenterminb&ouml;rse<\/strong><br>\nIm letzten Eintrag habe ich mich &uuml;ber die Preisentstehung an der Warenterminb&ouml;rse ausgelassen, bin aber nicht weiter ins Detail gegangen. Das m&ouml;chte ich an dieser Stelle nachholen &ndash; zum einen um der besseren Anschaulichkeit willen, wie die Preise f&uuml;r zuk&uuml;nftiges Getreide (und andere Rohstoffe) die Preise heute beeinflussen, und zum anderen, weil ich inzwischen erfahren habe, dass selbst namhafte &Ouml;konomen wie Paul Krugman auf den Trugschluss hereingefallen sind, Spekulanten oder Anleger k&ouml;nnten die Preise nicht treiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/oekonomiefuereinsteiger.wordpress.com\/2012\/09\/04\/exkurs-preisbildung-an-der-warenterminborse\/\">&Ouml;konomie f&uuml;r Einsteiger<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Es ist schwer, solch komplexe Themen in einem kurzen Videobeitrag ausf&uuml;hrlich zu behandeln, ohne sich dabei in Fachbereiche zu begeben, die von den meisten Lesern nicht ohne weiteres verstanden werden. Der Artikel von Achim Lorenz ist sehr hilfreich, um tiefer ins Thema einzusteigen und &uuml;berdies verst&auml;ndlich geschrieben. Als weitere Erg&auml;nzung sei hier auch noch einmal auf den Artikel <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14415\">&bdquo;Wissenschaft und Spekulation&ldquo;<\/a> von Markus Henn hingewiesen und auch ich habe im Artikel <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14325\">&bdquo;Lebensmittelspekulation: Wenn Wirtschaftsethiker der Unmoral das Wort reden&ldquo;<\/a> zahlreiche Quellen aufgef&uuml;hrt, die Hintergrundinformationen beinhalten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Lobbyisten im EU-Parlament &ndash; &bdquo;Eine gro&szlig;e Grauzone&ldquo;<\/strong><br>\nReicht der Verhaltenskodex des Europaparlaments aus, wenn es um Lobbyismus geht? Nein, meint LobbyControl-Referentin Nina Katzemich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!111541\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Exodus aus Afghanistan<\/strong><br>\nDie afghanische Regierung will dringende Schritte ergreifen, um einen zunehmenden Exodus seiner Diplomaten ins Ausland zu stoppen. Das Au&szlig;enministerium in Kabul sei besorgt &uuml;ber die Zahl seiner Angestellten, &bdquo;die es vorziehen, nach dem Ende ihrer Mission im Ausland zu verbleiben&ldquo;, schreibt die liberale Kabuler Tageszeitung Hascht-e Sobh (Acht Uhr morgens). Man wolle deshalb deren Bez&uuml;ge erh&ouml;hen, Privatwohnungen in der afghanischen Hauptstadt bereitstellen. Das Ministerium reagiert damit auf Berichte afghanischer Journalisten, die herausgefunden hatten, dass 40 Prozent aller afghanischen Diplomaten nach ihrem Auslandseinsatz nicht in ihr Land zur&uuml;ckkehren.<br>\nDoch die Diplomaten sind nur die Spitze des Eisberges. Angesichts des f&uuml;r Ende 2014 geplanten Endes des NATO-Kampfeinsatzes in Afghanistan und der weiterhin h&ouml;chst instabilen Sicherheitslage setzen sich immer mehr Afghanen ins Ausland ab. Ein BBC-Bericht z&auml;hlt auf, dass &bdquo;hunderte afghanische Regierungsbeamte einschlie&szlig;lich von Angestellten des Pr&auml;sidialamtes&ldquo;, 70 Journalisten, 60 Sportler und zahlreiche Studenten nicht von Auslandsaufenthalten zur&uuml;ckgekehrt seien. Die USA haben ihre Stipendiatenprogramme f&uuml;r Afghanistan bereits reduziert. Ein Bericht der d&auml;nischen Regierung zitiert UN-Quellen, denen zufolge &bdquo;viele Minister ihre Familien im Ausland untergebracht haben, um nach dem Abzug der ausl&auml;ndischen Truppen zum Verlassen des Landes bereit zu sein&ldquo;. Im Dezember zitierte die Basler Zeitung einen indischen Diplomaten, dem zufolge 20 hohe afghanische Offiziere in Neu-Delhi vorstellig geworden seien und um Asyl f&uuml;r ihre Familien gebeten h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/28474\">Linksnet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> die Nachdenkseiten hatten bereits vor einem Monat auf diese Meldung <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15911#h08\">hingewiesen<\/a>, aber es schadet nicht, in Erinnerung zu bringen, dass diejenigen, welche mit der Situation in Afghanistan am besten vertraut sind, n&auml;mlich die Afghanen selbst, die Situation im Gegensatz zur offiziellen Rhetorik des Westens als verheerend einsch&auml;tzen.<\/em><\/p>\n<p>passend dazu: <strong>Afghanistan-Mission ab 2014: Radikal-Abzug der USA verz&ouml;gert Nato-Planungen<\/strong><br>\nStatt wie geplant bei dem zweit&auml;gigen Treffen der Nato-Verteidigungsminister will die Nato nun doch erst &ldquo;in einigen Monaten&rdquo; &uuml;ber die bereits lange geplante Trainingsmission der Nato-Nationen nach dem Abzug der multinationalen Schutztruppe Isaf Ende 2014 entscheiden. &ldquo;Wir haben noch ein bisschen Zeit vor uns&rdquo;, gestand der Generalsekret&auml;r ein. Mit konkreten Entscheidungen &uuml;ber die Gr&ouml;&szlig;e, die detaillierten Aufgaben und das genaue Einsatzgebiet der Ausbilder f&uuml;r die afghanische Armee rechne er nun erst im Sommer dieses Jahres. Die Verschiebung der Detailentscheidung spiegelt heftige Diskussionen hinter den Kulissen der Nato &uuml;ber die Nachfolgemission in Afghanistan wider. [&hellip;] Am Mittwoch hatte SPIEGEL ONLINE &uuml;ber ein geheimes Briefing eines Top-Beraters von Pr&auml;sident Barack Obama in Br&uuml;ssel berichtet, in dem Douglas Lute die Grundz&uuml;ge der amerikanischen Planungen erl&auml;uterte. Dabei machte er f&uuml;r die USA klar, dass diese nach 2014 maximal 10.000 US-Soldaten in Afghanistan stationieren wolle, nur die H&auml;lfte dieses Kontingents soll jedoch f&uuml;r die Trainingsmission abgestellt werden. Ebenso k&uuml;ndigte Lute an, dass die USA Nationen wie Deutschland nach 2014 nicht mehr mit bisher dringend gebrauchten Sanit&auml;tshelikoptern unterst&uuml;tzen werde &ndash; ein weiterer R&uuml;ckschlag f&uuml;r die Bundeswehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/nato-gipfel-verzoegerung-bei-planung-fuer-afghanistan-trainingsmission-a-884864.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bisher konnte man hoffen, dass die Afghanistanrhetorik der Bundesregierung vor allem der Gesichtswahrung diente, nachdem man &uuml;ber Jahre hinaus die Sinnhaftigkeit des Afghanistaneinsatzes propagierte, obwohl sie  es inzwischen besser wei&szlig;. Das ist zwar eine Politik, die sich wenig um Leben und Gesundheit unserer Soldaten schert, aber sie ist rational nachvollziehbar &ndash; eine unmenschliche Rationalit&auml;t, die aber schon l&auml;ngst zum Repertoire von Politik geh&ouml;rt, die sich weigert langj&auml;hrige Fehlentwicklungen einzur&auml;umen. Diese verzweifelte Hoffnung tr&uuml;gt, die Bundesregierung ist in Sachen Afghanistan an Inkompetenz und Naivit&auml;t kaum zu &uuml;bertreffen. Anscheinend hat sie tats&auml;chlich geglaubt, dass nach Abzug der Isaftruppen mit einigen Ausbildern und einer kleinen Schutztruppe das Abenteuer Afghanistan ein gutes Ende finden k&ouml;nnte. Die NDS haben schon &ouml;fter auf die Selbstverst&auml;ndlichkeit <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8137#h06\">hingewiesen<\/a>, dass in Afghanistan ohne die USA nichts geht.<br>\nDie Bundesregierung hat anscheinend die Folgen der Wiederwahl von Barack Obama bez&uuml;glich Afghanistans &ndash; und wahrscheinlich auch in anderen Bereichen &ndash; &uuml;berhaupt nicht analysiert. Barack Obama kann nach seiner Best&auml;tigung im Amt endlich Realpolitik auf der H&ouml;he seiner Erkenntnisse betreiben. Nat&uuml;rlich hat er auch die Interessen seiner Partei bzw. die Zwischenwahlen im Kongress im Auge zu behalten. Allerdings kann er davon ausgehen, dass in den Wahlkreisen der Kongressmitglieder das Interesse an Afghanistan kaum diese Wahlen pr&auml;gen wird. Obama wei&szlig;, dass der Krieg in Afghanistan genauso wie im Irak verloren ist und dass es nur noch darum geht, ohne allzu gro&szlig;en Gesichtsverlust die Aff&auml;re zu beenden. &Uuml;ber den anstehenden B&uuml;rgerkriegs in Afghanistan wird man bald genauso wenig berichten wie &uuml;ber das Chaos im Irak. Man sch&auml;mt sich fast ob der langen Auffassungsgabe unserer Regierung, wenn der Verteidigungsminister pl&ouml;tzlich &ldquo;schwierige Fragen&rdquo; zu kl&auml;ren hat und &ldquo;vorbereitende erste Operationspl&auml;ne&rdquo; stoppen muss. Sp&auml;testens nach der Erkl&auml;rung von Obamas stellvertretendem Sicherheitsberater, Ben Rhodes,  dass auch ein kompletter Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan m&ouml;glich sei,  inklusive der Soldaten, die f&uuml;r Anti-Terror-Missionen und die Ausbildung der afghanischen Armee <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15911#h08\">angedacht waren<\/a>, d&uuml;rften die Ausf&uuml;hrungen von Generalleutnant Douglas Lute eigentlich aufmerksame Beobachter der Politik Washingtons kaum &uuml;berraschen. Geradezu l&auml;cherlich ist die Auffassung innerhalb unserer Regierung, diese Planungen seien noch nicht durch Obama abgesegnet. Die deutsche Regierung wird zum ersten Mal gezwungen sein, deutsche Interessen zu vertreten &ndash; in Europa scheut sie sich ja nicht &ldquo;mit uns nicht&rdquo; laut auszusprechen. Dies betrifft nicht nur die Finanzierung der aufgestockten afghanischen Armee, sondern ebenso den Einsatz von Ausbildern und deren Schutztruppe im Norden Afghanistans. Auch wenn dort ausdr&uuml;cklich keine Kampfoperationen vorgesehen sind, d&uuml;rfte dieser Posten ohne den Einsatz amerikanischer Sanit&auml;tshelikopter kaum zu halten sein. In der Vergangenheit haben nur die USA  eine funktionierende Sanit&auml;tskette f&uuml;r Verwundete <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/nato-treffen-usa-peilen-radikal-abzug-aus-afghanistan-an-a-884488.html\">gew&auml;hrleisten k&ouml;nnen<\/a>.<br>\nM&ouml;glicherweise sind die Medevac-Flieger aber ein Pfund, mit dem die USA zu wuchern gedenken. &ndash; Auf jeden Fall ist der amerikanische Vorsto&szlig; die letzte M&ouml;glichkeit der Regierung Merkel, in Sachen Afghanistan Realit&auml;tssinn zu gewinnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Framing &ndash; Wie Begriffe laufen lernen<\/strong><br>\nWer glaubt, dass Worte unbestechlich objektiv einen Tatbestand ausdr&uuml;cken, l&auml;uft genau ins Netz der Spin-Doktoren und Politikkommunikationsexperten. Kaum etwas ist im &ouml;ffentlichen Diskurs so umk&auml;mpft wie die Deutungshoheit &uuml;ber bestimmte Begriffe, das Aufladen von Worten mit einer impliziten Bedeutung, und damit die Hersschaft &uuml;ber die &ouml;ffentliche Meinung. Wer glaubt, hier handle es sich nur um letztlich bedeutungslose politische Spielereien, ein weiteres Beispiel des &ldquo;schmutzigen&rdquo; Politikbetriebs, der macht sich selbst blind gegen&uuml;ber den Tricks der politischen Werbung und erkennt sie nicht, wenn er sie sieht. Es ist merkw&uuml;rdig, wie wenig Aufmerksamkeit den Begriffen entgegengebracht wird, die in der Debatte verwendet werden &ndash; niemand glaubt schlie&szlig;lich dem allerort auf die Packung gedruckten &ldquo;Delikatess-&rdquo; oder &ldquo;Premium-&rdquo; Zusatz auf den Packungen der Billiglebensmittel. Im Folgenden soll anhand einiger Beispiele aus dem deutschen und amerikanischen Politikbetrieb aufgezeigt werden, wie das Aufladen von Worten mit politischer Bedeutung &ndash; das so genannte Framing &ndash; funktioniert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/oeffingerfreidenker.blogspot.de\/2013\/02\/framing-wie-begriffe-laufen-lernen.html\">Oeffinger Freidenker<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Rezension: 23 L&uuml;gen, die sie uns &uuml;ber den Kapitalismus erz&auml;hlen<\/strong><br>\nManchmal ergeben sich Situationen, in denen man B&uuml;cher kauft und liest, die man eigentlich nicht kaufen und nicht lesen w&uuml;rde. So beispielsweise, wenn man in einer Kleinstadt in der norddeutschen Provinz feststellen muss, dass man seine f&uuml;r mehrere Tage eingeplante Lekt&uuml;re einzupacken vergessen hat. Wenn dann der &ouml;rtliche Buchladen politische Literatur nur sehr eingeschr&auml;nkt und Angebote guter Verlage &uuml;berhaupt nicht zu bieten hat, so ist man gezwungen, zum Untypischen zu greifen. Um so sch&ouml;ner ist es schlie&szlig;lich, wenn man seine Vorurteile gegen&uuml;ber bestimmten Verlagen und gegen&uuml;ber rei&szlig;erischen Buchtiteln widerlegt sieht. Genau das ist bei dem hier zu besprechenden Buch der Fall. Was der Goldmann-Verlag ver&ouml;ffentlicht hat, ist eine rundum gelungene und gut lesbare Kritik neoliberaler Ideologien &ndash; aus einer interessanten Perspektive geschrieben von Ha-Joon Chang, einem s&uuml;dkoreanischen Wirtschaftswissenschaftler, der in Cambridge (USA) lehrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/575\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Bei uns gibt es keine Armut!<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130222_hdt2.gif\" alt=\"Bei uns gibt es keine Armut\" title=\"Bei uns gibt es keine Armut\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/stuttmann.de\/karikatur.php?l=int\">Stuttmann Karikaturen<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-16302","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16302"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16302\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16307,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16302\/revisions\/16307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}