{"id":16337,"date":"2013-02-26T12:56:00","date_gmt":"2013-02-26T11:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16337"},"modified":"2015-07-10T12:11:27","modified_gmt":"2015-07-10T10:11:27","slug":"italien-keine-mehrheit-fur-die-koalition-der-marktkonformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16337","title":{"rendered":"Italien \u2013 keine Mehrheit f\u00fcr die Koalition der Marktkonformen"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es gestern bei den italienischen Parlamentswahlen einen gro&szlig;en Verlierer gab, dann war dies die Austerit&auml;tspolitik. Angela Merkels Lieblingskandidat Mario Monti konnte nur jede zehnte Stimme f&uuml;r sich gewinnen &ndash; eine schallende Ohrfeige f&uuml;r Berlin und Br&uuml;ssel. Auch das breit aufgestellte Mitte-Links-B&uuml;ndnis rund um Pierluigi Bersani, das sich in den letzten 15 Monaten als treuer Partner Montis pr&auml;sentiert hat, schnitt vergleichsweise schlecht ab. Die satte Mehrheit in der ersten Kammer, dem Abgeordnetenhaus, ergibt sich nur dadurch, dass das italienische Wahlrecht der st&auml;rksten Partei automatisch 54 Prozent der Sitze zuspricht &ndash; an den Urnen bekam Bersani jedoch lediglich ein bzw. drei Prozentpunkte mehr als seine Konkurrenten Berlusconi und Grillo. Eine Koalition der Marktkonformen verf&uuml;gt im Senat somit &uuml;ber keine Mehrheit. Neuwahlen sind angesichts des Umstands, dass es drei ungef&auml;hr gleichstarke Lager gibt, die allesamt nicht miteinander kompatibel sind, auch keine echte Option. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie ersten Reaktionen auf die Parlamentswahlen in Italien kennzeichnen sich vor allem durch ein arrogantes Unverst&auml;ndnis. Stellvertretend daf&uuml;r sei hier ein Kommentar in der S&uuml;ddeutschen Zeitung von Stefan Kornelius <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wahl-in-italien-es-regieren-populismus-geschrei-und-luege-1.1609793\">genannt<\/a>, in dem der Autor Marktkonformit&auml;t zur Staatsr&auml;son erhebt und die W&auml;hler in einem typisch-deutsch arroganten Unterton zu Opfern von Populisten erkl&auml;rt. Doch so einfach ist es nicht. Es zeigt sich vielmehr, dass den deutschen Leitartiklen offenbar jegliche Form der Empathie abhanden gekommen ist und sie nicht mehr f&auml;hig sind, &uuml;ber ihre ideologischen Scheuklappen hinaus zu denken.<\/p><p>Bemerkenswert ist auch der unverhohlen marktkonforme Ton der deutschen  Berichterstattung zu den Wahlen in Italien. Wen interessieren schon die Italiener und ihre Probleme? Quer durch die deutschen Medien zieht sich stattdessen die Sorge, wie &bdquo;die M&auml;rkte&ldquo; auf das Votum der Italiener reagieren k&ouml;nnten. Den unr&uuml;hmlichen H&ouml;hepunkt stellt hierbei ein <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/silvio-berlusconi\/was-waere-wenn-berlusconi-die-wahl-gewinnt-29253672.bild.html\">Artikel<\/a> in der BILD-Zeitung dar, bei dem als Experten ganze f&uuml;nf Vertreter von Banken und ein Sprecher des wirtschaftsnahen IW aufgef&uuml;hrt werden. Im Artikel geht es wohlgemerkt um eine politische Einordnung und nicht um eine B&ouml;rsenberichterstattung. <\/p><p><strong>Italienisch-Deutsche-Verh&auml;ltnisse<\/strong><\/p><p>Stellen Sie sich doch einmal folgende Situation vor: Der demokratisch gew&auml;hlte deutsche Bundeskanzler weigert sich, die haushaltpolitischen Forderungen der m&auml;chtigen italienischen Premierministerin und des Finanzsystems eins zu eins umzusetzen und wird daraufhin mehr oder weniger sanft durch den Druck der italienisch dominierten EU-Kommission zum R&uuml;cktritt getrieben. Daraufhin ernennt der deutsche Bundespr&auml;sident &ndash; ebenfalls auf Wunsch Roms und Br&uuml;ssels &ndash; einen marktliberalen &Ouml;konomen und Goldman-Sachs-Berater, nennen wir ihn Ottmar Issing, zum neuen deutschen Bundeskanzler, Finanz- und Wirtschaftsminister in Personalunion. <\/p><p>Stellen Sie sich nun vor, dass der &bdquo;Technokraten-Bundeskanzler&ldquo; Issing die Vorgaben aus Rom, die identisch mit den W&uuml;nschen der Banken sind, bereitwillig umsetzt, die Volkswirtschaft damit in eine tiefe Wirtschaftskrise treibt und dann rund zwei Jahre sp&auml;ter bei den Bundestagswahlen zusammen mit einigen obskuren Kleinparteien, unterst&uuml;tzt von  der Industrie- und Bankenlobby, als Spitzenkandidat einer Wahlliste auftritt. <\/p><p>Stellen Sie sich dann noch vor, dass italienische Politiker massiv Einfluss auf die Wahlen nehmen und in deutschen Zeitungen tagaus, tagein italienische Politiker dem deutschen W&auml;hler nahelegen, doch bitte blo&szlig; keine Partei zu w&auml;hlen, die sich gegen die italienischen Interessen stellt und ihren Wunsch nach einer Regierungsbeteiligung Issings &auml;u&szlig;ern. So etwas kann in einem demokratischen Europa nicht vorkommen? Dann tauschen Sie einmal Deutschland und Italien aus und ersetzen Ottmar Issing durch Mario Monti.  Wer will es den Italienern da verdenken, dass sie dieser undemokratischen Politik eine schallende Ohrfeige verpassten und Mario Montis Wahlb&uuml;ndnis an den Urnen abstraften? <\/p><p><strong>Bersani und Monti &ndash; das marktkonforme Duo<\/strong><\/p><p>Vergleicht man die italienische und die deutsche Parteienlandschaft, so w&uuml;rde das Mittel-Links-B&uuml;ndnis rund um Pierluigi Bersani ein gewaltiges Spektrum angefangen bei den Gr&uuml;nen &uuml;ber die gesamte SPD bis hin zu gro&szlig;en Teilen der CDU abdecken. Bersanis B&uuml;ndnis ist zwar nach deutschen Vorstellungen sehr seri&ouml;s und staatstragend, politische Begeisterung konnte es jedoch nie hervorrufen. Bersani positionierte sich in der Vergangenheit eher als K&uuml;rzungspolitiker mit menschlichem Antlitz. Seine Partito Democratico, ein Sammelbecken aus den &Uuml;berresten der alten Sozialisten und Teilen der alten Christdemokraten, vermochte es nie, dem W&auml;hler eine Alternative zum Berliner und Br&uuml;sseler Austerit&auml;tskurs aufzuzeigen. Auch Bersani steht hinter dem Dogma der K&uuml;rzungspolitik und will neoliberale Strukturreformen umsetzen. In den vergangenen 15 Monaten stand Bersanis B&uuml;ndnis stets treu hinter Monti und stimmte jeder seiner Reformen zu &ndash;  angefangen bei der harten Rentenreform, &uuml;ber Steuererh&ouml;hungen bis hin zu den Massenentlassungen im &ouml;ffentlichen Dienst. <\/p><p>Der Unterschied zwischen Monti und Bersani ist lediglich der, dass Bersani vorgibt, diese Politik st&auml;rker sozial abfedern zu wollen. Abgesehen davon, dass dieses Versprechen nicht sonderlich glaubw&uuml;rdig ist, muss man auch feststellen, dass Bersani es nicht geschafft hat, die Menschen f&uuml;r diese Art von Politik zu begeistern. Traditionell halten die italienischen Sozialisten ihre Abschlusskundgebung vor Tausenden von Anh&auml;ngern vor der r&ouml;mischen Lateranbasilika ab. In diesem Jahr zog man stattdessen in ein Theater in einem Hinterhof und feierte sich selbst vor 200 ausgew&auml;hlten G&auml;sten. Den Platz vor der Lateranbasilika f&uuml;llten stattdessen mehr als 100.000 Anh&auml;nger Beppe Grillos. <\/p><p><strong>Beppe Grillo &ndash; nur ein Komiker?<\/strong><\/p><p>Grillo ist zweifelsohne der gro&szlig;e Gewinner der Wahlen. Sein B&uuml;ndnis &bdquo;MoVimento 5 Stelle&ldquo; ist keine Partei im klassischen Sinne, sondern vielmehr eine B&uuml;rgerbewegung. Das Gesicht dieser Bewegung ist der ehemalige Komiker und heutige Politaktivist Peppe Grillo. In eine Schublade passt diese Bewegung nicht. Grillo und seine Mitstreiter sind vielmehr ein Sammelbecken f&uuml;r die au&szlig;erparlamentarische Opposition. Das Programm besteht sowohl aus vern&uuml;nftigen Punkten, wie beispielsweise die Bek&auml;mpfung politischer Korruption und den Stopp der Privatisierung &ouml;ffentlicher G&uuml;ter, als auch aus utopischen Tr&auml;umereien wie der Einf&uuml;hrung eines Grundeinkommens und der 20-Stunden-Woche. Am Ehesten ist das MoVimento wohl mit der Piratenpartei vergleichbar. Koalitions- und mehrheitsf&auml;hig ist man damit freilich nicht, aber das ist auch nicht das Ziel des MoVimento.<\/p><p>Um sich den Erfolg de MoVimento zu erkl&auml;ren, lohnt sich ein Blick in die Tiefen der italienischen Politik. In Italien gibt es keine traditionsreichen Volksparteien mehr. In den 1990ern wurden beide Volksparteien von gigantischen Korruptionsskandalen hinfort gefegt und den politischen Erben gelang es nie, sich glaubw&uuml;rdig vom alten System des Klientelismus und der politischen Korruption zu l&ouml;sen. <\/p><p>Beppe Grillo hat dieses System bereits als bekannter TV-Komiker in den 1990ern attackiert und wurde daraufhin von den italienischen TV-Stationen, die ebenso wie die meisten Zeitungen fest mit dem System verfilzt sind, zur persona non grata erkl&auml;rt. Grillo machte die Not zur Tugend und wurde zu einem der weltweit meistgelesenen <a href=\"http:\/\/www.beppegrillo.it\/\">politischen Blogger<\/a>, der es &uuml;ber die Jahre hinweg schaffte, um sich herum eine bedeutende au&szlig;erparlamentarische Oppositionsbewegung aufzubauen. <\/p><p>Grillo ist zweifelsohne ein Populist, doch es w&auml;re dann auch wieder zu einfach, ihn zusammen mit Berlusconi eine Schublade zu packen. Grillo ist vielmehr der Anti-Berlusconi. Grillo steht f&uuml;r Transparenz, Berlusconi f&uuml;r Korruption. Berlusconi ist eine schon beinahe satirische &Uuml;berspitzung des italienischen Klientelismus und des &ndash; vor allem in l&auml;ndlichen Gegenden immer noch vorherrschenden &ndash; Machismo, Grillo nutzt die Satire, um gegen Klientelismus und Machismo anzuk&auml;mpfen. Der gro&szlig;e Erfolg von Grillo und seinem MoVimento ist jedoch nur dadurch erkl&auml;rbar, dass es die &bdquo;seri&ouml;sen&ldquo; demokratischen Parteien nie geschafft haben, sich glaubw&uuml;rdig von ihrer Vergangenheit zu l&ouml;sen und das verfilzte System zu s&auml;ubern. <\/p><p>Ein weiterer Grund, warum das MoVimento jede vierte Stimme f&uuml;r sich gewinnen konnte, ist die zur Schau gestellte &bdquo;Alternativlosigkeit&ldquo; der anderen Parteien. Wer beispielsweise gegen eine Austerit&auml;tspolitik, gegen Privatisierungen und gegen neoliberale Strukturreformen stimmen wollte, stand vor einer schweren Wahl. Die beiden &bdquo;seri&ouml;sen&ldquo; Kandidaten Bersani und Monti stehen f&uuml;r eine diametral andere Politik und Berlusconi ist eigentlich auf keinem politischen Themenfeld eine glaubw&uuml;rdige Alternative, konnte jedoch vor allem in den letzten Wochen durch seine gespielte Gegnerschaft zur deutschen Kanzlerin gerade auf diesem Feld punkten. <\/p><p>Auch das Themenfeld Transparenz und politische Korruption war ein klarer Erfolgsfaktor f&uuml;r Grillos MoVimento. Bersani ist eher ein Vertreter des alten Systems und Berlusconi dessen ins Groteske neigende &Uuml;berspitzung. Monti wiederum ist der Mann des gro&szlig;en Geldes, ein Handlanger der Finanzlobby rund um Goldman Sachs. Wen also w&auml;hlen? <\/p><p>Bei aller gespielten Aufregung, sollte es selbst den arglosesten unter den deutschen Leitartiklern nicht wirklich wundern, dass jeder vierte Italiener zum Protestw&auml;hler wurde und sein Kreuzchen bei Beppe Grillo machte. Es ist auch wenig hilfreich, seine W&auml;hler zu Opfern des Populismus zu machen. Populismus kann immer nur dann grassieren, wenn die vermeintlich seri&ouml;se Politik keine glaubw&uuml;rdigen Antworten auf die Probleme der Zeit geben kann. Die beste Medizin gegen Populismus ist eine gute Politik und es ist nicht erkennbar, dass Bersani und Monti sich ernsthaft M&uuml;he gegeben haben, eine wirklich gute Politik zu propagieren, mit der man die W&auml;hler begeistern kann.<\/p><p><strong>Berlusconi &ndash; Das gr&ouml;&szlig;te Comeback seit Lazarus?<\/strong><\/p><p>Neben Grillo geh&ouml;rt auch der Cavaliere, Silvio Berlusconi, zu den Wahlgewinnern. Eigentlich geh&ouml;rte Berlusconi bereits zur politischen Vergangenheit und h&auml;tte seinen Lebensabend mit &bdquo;Bunga Bunga&ldquo; und Gerichtsverhandlungen verbringen k&ouml;nnen. Dank der unfreiwilligen Unterst&uuml;tzung aus Berlin und Br&uuml;ssel konnte sich Berlusconi jedoch in seiner unnachahmlich unseri&ouml;sen Art als Gegenspieler zu Angela Merkel darstellen. W&auml;hrend Bersani und Monti darum wetteiferten, wer das &bdquo;bessere&ldquo; K&uuml;rzungspaket zusammenstellt, verweigerte sich Berlusconi den vermeintlichen realpolitischen Zw&auml;ngen und versprach den W&auml;hlern eine R&uuml;ckerstattung der Steuern und das Blaue vom Himmel. F&uuml;r viele Italiener, f&uuml;r die Berlusconis TV-Sender, in denen er nach wie vor als gro&szlig;er Staatsmann gilt, der vom kleinlichen politischen Feind verfolgt wird, das einzige Informationsmedium sind, war dies Grund genug, den Cavaliere ein weiteres Mal zu w&auml;hlen. Aber auch hier gilt &ndash; h&auml;tte das Mitte-Links-B&uuml;ndnis um Bersani sich nicht so sehr als williger Vollstrecker fremder Interessen dargestellt, w&auml;re Berlusconi mit dieser Taktik auch nicht durchgekommen. Nicht der &bdquo;dumme W&auml;hler&ldquo;, sondern die &bdquo;alternativlose&ldquo; Politik des Mitte-Links-B&uuml;ndnisses tr&auml;gt die Verantwortung daf&uuml;r, dass Berlusconi von den Scheintoten erwacht ist. <\/p><p><strong>Wie geht es nun weiter?<\/strong><\/p><p>Der <a href=\"http:\/\/www.repubblica.it\/elezioni\/2013\/interattivi\/senato-risultati-tempo-reale\/\">italienische Senat<\/a> besteht nun aus drei Bl&ouml;cken, die eigentlich komplett inkompatibel sind. Dem Block Bersani-Monti fehlen 27 Stimmen zur absoluten Mehrheit und auch Berlusconi ist mit seinem Mitte-Rechts-Block weit von einer absoluten Mehrheit entfernt. Es ist auszuschlie&szlig;en, dass Grillos &bdquo;MoVimento 5 Stelle&ldquo; mit seinen 54 Sitzen f&uuml;r eines der Lager den Mehrheitsbeschaffer spielt. Der gordische Knoten lie&szlig;e sich nur dann aufl&ouml;sen, wenn das Mitte-Links-B&uuml;ndnis und das Mitte-Rechts-B&uuml;ndnis eine gro&szlig;e Koalition bilden. Dies wird jedoch nicht m&ouml;glich sein, solange Silvio Berlusconi dem Mitte-Rechts-B&uuml;ndnis vorsteht. Neuwahlen sind auch keine wirklich &bdquo;erfolgversprechende&ldquo; Option, da das gestrige Ergebnis keinesfalls knapp ist und es nicht ersichtlich ist, warum es bei Neuwahlen derart gro&szlig;e Verschiebungen geben sollte, dass eines der klassischen Lager die absolute Mehrheit im Senat holen k&ouml;nnte.<\/p><p>Hinter den Kulissen wird nun wohl der Druck auf das Mitte-Rechts-B&uuml;ndnis zunehmen, sich von seinem Spitzenkandidaten Silvio Berlusconi zu trennen. Berlin und Br&uuml;ssel werden sicher bereits Kontakt mit Berlusconis designierten Nachfolger Angelino Alfano aufgenommen haben und dabei sanften Druck aus&uuml;ben. <\/p><p>Es ist jedoch auch keinesfalls auszuschlie&szlig;en, dass die Herren Bersani und Monti eine Minderheitsregierung ohne eigene Senatsmehrheit aufstellen. Dann m&uuml;ssten sie sich f&uuml;r jedes einzelne Gesetz eine Mehrheit im Senat verschaffen und dabei &ndash; nach jetzigem Stand &ndash; mindestens 27 Senatoren des Berlusconi- oder Grillo-Lagers f&uuml;r sich gewinnen. Minderheitsregierungen sind in der italienischen Nachkriegsgeschichte keine Seltenheit, mitten in der Eurokrise w&auml;re dies jedoch alles andere als marktkonform. <\/p><p>Eine breite Mehrheit, die die Vorgaben Br&uuml;ssels in die Tat umsetzt, ist unter den gegebenen Konstellationen im italienischen Senat nicht denkbar. Selbst eine gro&szlig;e Koalition zwischen Mitte-Links und Mitte-Rechts w&auml;re eine Koalition zwischen zwei Lagern, die sich in vielen Punkten alles andere als einig ist. Und der Gewinner einer solchen Koalition der &bdquo;alten Kr&auml;fte&ldquo;, die nur gebildet wird, um die Vorgaben aus Berlin und Br&uuml;ssel umzusetzen, w&auml;re ohnehin niemand anderes als Beppe Grillos MoVimento, das damit zur einzigen parlamentarischen Opposition w&uuml;rde. Und diese Vorstellung d&uuml;rfte in Berlin und Br&uuml;ssel ebenfalls Sorgenfalten hervorrufen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/db199bc20ff742029412b55c69b36561\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es gestern bei den italienischen Parlamentswahlen einen gro&szlig;en Verlierer gab, dann war dies die Austerit&auml;tspolitik. Angela Merkels Lieblingskandidat Mario Monti konnte nur jede zehnte Stimme f&uuml;r sich gewinnen &ndash; eine schallende Ohrfeige f&uuml;r Berlin und Br&uuml;ssel. 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