{"id":1640,"date":"2006-03-03T18:56:43","date_gmt":"2006-03-03T16:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1640"},"modified":"2006-09-06T15:08:55","modified_gmt":"2006-09-06T13:08:55","slug":"hinweise-des-tages-177","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1640","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong> &ldquo;&lsquo;Ich wollte wirklich die Staatsfinanzen in Ordnung bringen&rsquo;, sagt der Minister a.D., der &hellip; so bieder und aufrichtig wirkt wie eh und je.&rdquo;<\/strong><br>\nEs ist irgendwie beinahe erfrischend, das naive volkswirtschaftliche Verst&auml;ndnis unseres Ex-Finanzministers zu bewundern:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/http:\/\/www.zeit.de\/online\/2006\/09\/Eichel?page=all\">DIE ZEIT<\/a>\n<p>&ldquo;Ein Familienvater kann doch auch nicht mehr Geld ausgeben, als er in der Kasse hat.&ldquo;<\/p>\n<p><em>Kommentar: Dass Hans Eichel die Staatsfinanzen in Ordnung bringen wollte, glaube ich ihm. Dass er so unwissend ist, nicht einmal zu verstehen, dass es zwischen einem Familienvater (oder einer Familienmutter), die das Budget ihrer Familie planen, und dem Bundesfinanzminister einen grundlegenden Unterschied gibt, habe ich bisher zwar geahnt, aber so brutal, wie er das selbst bekennt, nicht zu unterstellen gewagt. Das ist eben der gro&szlig;e Unterschied zwischen einzelwirtschaftlicher und gesamtwirtschaftlicher Betrachtung. Wenn eine Familie zu sparen beschlie&szlig;t, dann schafft sie dies in der Regel auch. Wenn ein Bundesfinanzminister in einer wirtschaftlichen Krise zu sparen beschlie&szlig;t, dann versch&auml;rft er die Krise und hat am Ende mehr Schulden als ohne Spar-Versuch, weil er rezessionsbedingt weniger Steuern einnimmt und f&uuml;r die Finanzierung der Arbeitslosigkeit mehr bezahlen muss.<br>\nDaran gibt es nichts zu deuteln. Und dennoch folgt auch der Nachfolger von Hans Eichel dem gleichen Rezept.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Steuerwettlauf in den Abgrund<\/strong><br>\nEine kritische Bewertung der Vorschl&auml;ge der &ldquo;Stiftung Marktwirtschaft&rdquo; zur Reform der Unternehmensbesteuerung \/ Von Rudolf Hickel\n<p>Niedrige Steuern ziehen Unternehmen an, hohe schlagen sie in die Flucht. Mit diesem Argument schlagen wirtschaftsnahe Ratgeber der Bundesregierung eine Senkung der Unternehmensteuer auf 25 bis 30 Prozent vor. Doch das w&auml;re gegen&uuml;ber den Arbeitseink&uuml;nften ungerecht und w&uuml;rde den Standort schw&auml;chen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/dokumentation\/?cnt=817892\">FR online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Kollegen zweiter Klasse<\/strong><br>\nImmer weniger Vollzeitjobs, immer mehr Leiharbeiter und Kleinselbstst&auml;ndige: Der Arbeitsmarkt zerf&auml;llt in zwei Klassen &ndash; und der Sozialstaat unterst&uuml;tzt nur die Privilegierten<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/zeus.zeit.de\/text\/2006\/10\/Arbeitsmarkt\">DIE ZEIT<\/a>\n<p><em>Kommentar: Dieser l&auml;ngere Beitrag von Elisabeth Niejahr, der Leiterin des Zeit-B&uuml;ros in Berlin, ist eine erstaunliche Mischung von richtigen Feststellungen und falschen Analysen. Irgendwann hat diese Autoren gelernt, es gebe eine neue soziale Frage, dieses Schema wendet sie hier an und kommt zu der erstaunlichen Feststellung, der Sozialstaat unterst&uuml;tze nur die Privilegierten. Damit verwischt sie die wirkliche Ursachen der Ausdehnung prek&auml;rer Arbeitsverh&auml;ltnisse. Diese sind nicht vom Himmel gefallen. Der Niedergang der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnisse ist zum einen die Folge der miserablen Arbeitsmarktlage der Arbeitnehmer und zum andern die Folge der Subvention der Minijobs. Wenn Arbeitnehmer keine Chance haben, einen gesicherten Arbeitsvertrag zu erhalten, dann nehmen sie notfalls auch ungesicherte, befristete Jobs und Minijobs. Und wenn die 400 &euro; Jobs nur mit 25% belastet werden, dann entspricht das einer massiven Subvention. Genauso die 1-Euro-Jobs und die IchAGs. &Uuml;brigens m&uuml;ssen die Subventionen von irgend jemandem bezahlt werden. Die so genannten Privilegierten zahlen dabei &uuml;ber Steuern und Sozialbeitr&auml;ge mit.<br>\nWirklich erstaunlich ist auch der Versuch der Autorin, die richtig erkannte Ungerechtigkeit der Riester-Rente, mit der jene gef&ouml;rdert werden, die sich diese Privatvorsorge leisten k&ouml;nnen (und die anderen nicht) gegen die Arbeitnehmer mit Normalarbeitsvertr&auml;gen zu wenden. Diese sind doch nicht schuld daran, dass die Politik die private Versicherungswirtschaft mit Steuergeldern subventioniert.<\/em><\/p>\n<p>Insgesamt ist an diesem Artikel anzumahnen, dass eine Entwicklung zum Trend erkl&auml;rt wird, die politisch gemacht ist. Ich zitiere zum Thema einen Text aus meinem neuen Buch &bdquo;Machtwahn. Wie eine mittelm&auml;&szlig;ige F&uuml;hrungselite uns zu Grunde richtet&ldquo;, das am 21. M&auml;rz erscheinen wird:<\/p>\n<p>Ausz&uuml;ge aus einem IAB-Kurzbericht des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &uuml;ber die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse:<\/p>\n<p>In der Ausgabe Nr. 26 vom 28.12.2005 war zu lesen:<br>\n&bdquo;Obwohl die Zahl der Erwerbst&auml;tigen von 38,6 Millionen Menschen im Jahr 1991 auf 38,8 Millionen im Jahr 2005 leicht gestiegen ist, hat in dieser Zeit die sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung um 13% abgenommen, von 30,0 auf 26,2 Millionen Menschen&ldquo; &bdquo;&hellip; die Vollzeitbesch&auml;ftigung sogar um 5 Millionen Personen beziehungsweise 18%.&ldquo;<br>\n&bdquo;Seit dem Fr&uuml;hjahr 2001 verliert die deutsche Wirtschaft saisonbereinigt durchschnittlich rund 100.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitspl&auml;tze pro Quartal. Dieser Trend h&auml;lt bereits seit Beginn der neunziger Jahre an, abgesehen von einer Unterbrechung in den wachstumsstarken Jahren 1998 bis 2000.&ldquo;<br>\nIm IAB-Kurzbericht wird dann ausdr&uuml;cklich noch darauf hingewiesen, dass zu den Gr&uuml;nden f&uuml;r den R&uuml;ckgang der sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse &bdquo;&hellip; die Abgabenbelastung auf sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung sowie die Flexibilit&auml;t und Verf&uuml;gbarkeit von Teilzeitkr&auml;ften und geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten&ldquo; geh&ouml;re. &bdquo;Nicht sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung wird zudem von der Arbeitsmarktpolitik besonders gef&ouml;rdert.&ldquo;<br>\n<\/p><\/li>\n<p><strong>Die kalte Revolution<\/strong><br>\nDer Machthunger reicher Bundesl&auml;nder treibt die F&ouml;deralismusreform voran<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/zeus.zeit.de\/text\/2006\/10\/01_leit_1\">DIE ZEIT<\/a><\/p>\n<li><strong>Friedensf&uuml;rst und Realpolitiker<br>\nWie Gerhard Schr&ouml;der und Joschka Fischer zwischen Friedens- und Machtpolitik die Balance verloren<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/zeus.zeit.de\/text\/2006\/10\/01_leit_2\">DIE ZEIT<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1640"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1640\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}