{"id":1644,"date":"2006-08-29T10:39:03","date_gmt":"2006-08-29T08:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1644"},"modified":"2016-01-28T11:52:32","modified_gmt":"2016-01-28T10:52:32","slug":"william-baumol-die-irrtumer-der-mainstream-okonomen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1644","title":{"rendered":"William Baumol: Die Irrt\u00fcmer der (Mainstream-)\u00d6konomen"},"content":{"rendered":"<p>Der inzwischen &uuml;ber 80j&auml;hrige Princeton-Professor William J. Baumol, als Wettbewerbs- und Innovationsforscher ein weltbekannter &Ouml;konom und mehrfach f&uuml;r den Nobelpreis vorgeschlagen, hat radikal mit einigen Irrt&uuml;mern seiner neoliberalen (Mainstram-)Kollegen in der &Ouml;konomenzunft abgerechnet. (Siehe William J. Baumol: &ldquo;Errors in economics and their consequences&ldquo; , in Social Research Vol. 72 (2005) No. 1, pp. 1-26) Ein Leser der NachDenkSeiten hat die wesentlichen Aussagen zusammengefasst und &uuml;bersetzt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Irrt&uuml;mer der &Ouml;konomen und ihre Folgen<\/strong><\/p><p>William Baumol fordert mehr Bescheidenheit und Sorgfalt von seinen &Ouml;konomenkollegen bei der Formulierung politischer Ratschl&auml;ge. Denn die Befolgung falscher Ratschl&auml;ge der &Ouml;konomen kann in der Politik schweren Schaden f&uuml;r das Gemeinwohl verursachen und sehr gef&auml;hrliche Konsequenzen haben. Jeder k&ouml;nne irren (&bdquo;anyone can err&ldquo;), auch und gerade &Ouml;konomen, die ihre Weisheiten aus den Implikationen der k&uuml;nstlichen Welt konstruierter und gemessen an der komplexen Realit&auml;t oft sehr einfacher Modelle beziehen; genau das sei heute bei vielen Mainstram-&Ouml;konomen wie auch den Laien&ouml;konomen in Politik und &Ouml;ffentlichkeit der Fall. Nicht selten w&auml;ren die Irrt&uuml;mer der &ouml;konomischen Spezialisten gr&ouml;&szlig;er und gravierender als die des &ldquo;Common Sense&rdquo;. <\/p><p><strong>&Ouml;konomische Irrt&uuml;mer, die (nur) Individuen schaden<\/strong><\/p><p>Manchmal sch&auml;digen &ouml;konomischer Irrt&uuml;mer nur einzelne Individuen, wenngleich das f&uuml;r diese sehr schmerzliche Folgen haben kann. Baumols Beispiel sind hier private Investoren am Aktienmarkt, die auf den bestenfalls &uuml;berfl&uuml;ssigen Rat von Anlageberatern und Finanzanalysten h&ouml;ren. Was die Aktienkurse betreffen, zeigten die statistischen Daten &uuml;berdeutlich, dass die Kursentwicklungen sog. Zufallspfaden (random walks) folgten. Auch professionelle Aktienempfehlungen &ndash; sofern sie sich nicht unzul&auml;ssigerweise auf Insiderwissen st&uuml;tzten &ndash; h&auml;tten sich deshalb als total unzuverl&auml;ssig erwiesen. Die Kursverl&auml;ufe an den Aktienb&ouml;rsen seien auch f&uuml;r die bestinformierten und intelligentesten Analysten unvorhersehbar und blieben ein Gl&uuml;cksspiel. Genauso gut k&ouml;nne man ins Spielcasino gehen. Das w&auml;re bei gleichem Risiko u.U. sogar billiger. Denn der Rat von Anlageberatern sei ja keineswegs kostenlos. Festzustellen sei auch, dass die Anlageempfehlungen der Anlageberater charakteristischerweise deren eigenen Unternehmen beg&uuml;nstigten, also eine zus&auml;tzliche systematische Verzerrung ins Spiel br&auml;chten. (Von Baumol so nicht gesagt, aber nahe liegend ist auch die Schlussfolgerung: Niemand kann seri&ouml;s f&uuml;r private Verm&ouml;gensbildung und Altersvorsorge durch Aktienanlagen eintreten, wenn er auf diese Risiken nicht hinweist.)<\/p><p><strong>Schaden f&uuml;r die Gesellschaft durch &ouml;konomischer Irrt&uuml;mer: Der Fall der missverstandenen (antizyklischen) Finanzpolitik<\/strong><\/p><p>&Ouml;konomische Irrt&uuml;mer k&ouml;nnen nicht nur Individuen sch&auml;digen, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes. Das Musterbeispiel hierf&uuml;r ist nach Baumol der (Irr-)Glaube, Volkswirtschaften k&ouml;nnten aus Rezessionen und Depressionen mit ausgeglichenen Staatshaushalten bzw. auch bei Beseitigung des &bdquo;Deficit Spending&ldquo; befreit werden. Zwar gebe es unter den &Ouml;konomen heute keinen Konsens, dass antizyklische Finanzpolitik bzw. Deficit Spending auf die Dauer vern&uuml;nftig sei, doch das ebenso popul&auml;re wie naive Argument, dass jegliche h&ouml;here Staatsverschuldung mit dem Weg der Weg in den Staatsbankrott gleichzusetzen w&auml;re, lasse sich erst recht nicht halten. Vielmehr liegt hier eine &bdquo;fallacy of composition&ldquo;, ein Trugschluss der Verallgemeinerung einzelwirtschaftlicher Zusammenh&auml;nge auf die gesamtwirtschaftliche Ebene zugrunde (im deutschen Schrifttum auch als Kreislauf- bzw. Konkurrenzparadoxon oder Rationalit&auml;tsfalle gel&auml;ufig). Die Annahme, dass eine Beziehung, die f&uuml;r ein Individuum g&uuml;ltig ist, auch f&uuml;r eine ganze Gruppe von Personen oder die Allgemeinheit gelten m&uuml;sse, ist f&uuml;r die Volkswirtschaft irref&uuml;hrend. So lasse sich &uuml;brigens auch der Vorteil des freiwilligen Handels zwischen zwei rationalen Individuen nicht ohne weiteres f&uuml;r den Handel zwischen ganzen Volkswirtschaften unterstellen. <\/p><p>Beim Deficit Spending des Staates werde landl&auml;ufig der Vergleich mit Individuen gezogen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten bef&auml;nden und ihre Situation nur durch Ausgabenk&uuml;rzungen wieder ins Lot bringen k&ouml;nnten. Doch eben das sei die &bdquo;fallacy of composition&ldquo;. Bei einem depressionsgeplagten Staatshaushalt, dessen Steuerreinahmen durch sinkende Einkommen zur&uuml;ckgingen und dessen soziale Ausgabenverpflichtungen gleichzeitig stiegen, w&uuml;rden Ausgabenk&uuml;rzungen zwar von Politikern oft genauso als dringlich angesehen &ndash; doch das w&auml;re in einer solchen Situation genau das falsche Rezept, wie seit der Keynesianischen Revolution in der &Ouml;konomie klar sei. In der Rezession m&uuml;ssten die Staatsausgaben und die Staatsverschuldung erh&ouml;ht werden, bis die konjunkturelle Arbeitslosigkeit besiegt ist. Ausgabenk&uuml;rzungen des Staates w&auml;ren erst am anderen Ende des Konjunkturzyklus, bei inflation&auml;ren Tendenzen in der Hochkonjunktur sinnvoll. Bis dahin k&ouml;nne die Regierung die wirtschaftliche Lage durch Ausgabenerh&ouml;hungen ohne korrespondierende Steuererh&ouml;hungen verbessern, denn das schaffe Kaufkraft in den H&auml;nden der Allgemeinheit und damit h&ouml;here Nachfrage nach G&uuml;tern und Diensten. In einer depressiven gesamtwirtschaftlichen Lage sei alles, was die Nachfrage belebt, hilfreich, weil es dadurch zugleich Ums&auml;tze, Produktion und Besch&auml;ftigung steigert. Deficit Spending ist dann genau der richtige Stimulus f&uuml;r die wirtschaftliche Aktivit&auml;t und eine Quelle zur Steigerung des Volkseinkommens. Dieser stimulierende Effekt hilft dann auch bei der Konsolidierung des Staatshaushaltes, indem er durch die steigenden Einkommen die Steuereinnahmen erh&ouml;ht und die Ausgaben f&uuml;r die Arbeitslosigkeit senkt. H&ouml;here Staatsschulden sind in diesem Zusammenhang eine Investition, die sich in der Zukunft durch ein h&ouml;heres Nettoeinkommen und eine verbesserte Einnahme\/Ausgabe-Situation des Staates &ouml;konomisch rechnet. Unzureichende Staatsausgaben aufgrund des Konsolidierungsirrtums verschlimmern dagegen konjunkturelle Schw&auml;chephasen und verursachen &ndash; unn&ouml;tigerweise &ndash; gro&szlig;en und breit verteilten Schaden durch steigende Arbeitslosigkeit, unterausgelastete Produktionskapazit&auml;ten, reduzierte Einkommen und Wohlstandsverluste. <\/p><p>Diese Lektion h&auml;tten aber weder heute alle &Ouml;konomen gelernt noch w&auml;re sie bis in die 1930er Jahre auch in den USA von vielen einschlie&szlig;lich Pr&auml;sident Roosevelt verstanden worden. Prof. Baumol h&auml;lt es f&uuml;r ein gerechtfertigte These, dass die Widerst&auml;nde gegen die staatlichen Ausgabenprogramme in den USA vor und w&auml;hrend des &bdquo;New Deal&ldquo; die Gro&szlig;e Depression verl&auml;ngert und einen zweiten Abschwung bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs ausgel&ouml;st haben.<\/p><p>Hart ins Gericht geht Prof. Baumol auch mit den von den Gegnern des Deficit Spending gepflegten Missverst&auml;ndnis, dass die Staatsverschuldung eine Belastung f&uuml;r die nachwachsenden Generationen bzw. eine &bdquo;B&uuml;rde f&uuml;r unsere Enkelkinder&ldquo; (&bdquo;burden upon our grandchildren&ldquo;) &ndash; in Deutschland bezeichnet man dies modisch als Versto&szlig; gegen die Generationengerechtigkeit &ndash; darstellen w&uuml;rde. Zugegebenerma&szlig;en sei das zwar unter bestimmten Umst&auml;nden m&ouml;glich &ndash; er f&uuml;hrt es nicht aus, spielt aber auf denkbare Konstellationen von Zinsh&ouml;he und Wachstumsraten an -, man k&ouml;nne nicht so weit gehen, zu behaupten, dass Staatsverschuldung keinerlei abtr&auml;gliche Konsequenzen f&uuml;r die k&uuml;nftigen Staatsb&uuml;rger haben k&ouml;nnte. Doch die landl&auml;ufige und besonders naive Variante dieses Gedankens sei ein weiteres Beispiel f&uuml;r die &bdquo;fallacy of composition&ldquo;. Offensichtlich k&ouml;nnen Verm&ouml;gensverluste von Individuen durch ungerechtfertige Ausgaben w&auml;hrend deren Lebenszeit deren Erben &auml;rmer machen. Aber f&uuml;r einen Staat sei die Angelegenheit eine v&ouml;llig andere, Staatsschulden sind entgegen landl&auml;ufigen Auffassungen nicht per se ein finanzielles Problem.<\/p><p>Zus&auml;tzliche Staatsverschuldung etwa durch Ausgabe zus&auml;tzlicher staatlicher Obligationen entlastet die Steuerzahler der Gegenwart, die dadurch ihr Verm&ouml;gen st&auml;rker mehren k&ouml;nnen als sie das bei sofortigen Steuererh&ouml;hungen\/Ausgabenk&uuml;rzungen zum Ausgleich des Staatsdefizits tun k&ouml;nnten, was wiederum Konjunktur und Wachstum tendenziell beg&uuml;nstigt. Wenn nach beispielsweise 20 Jahren die zus&auml;tzlichen Staatschulden durch Bedienung der Obligationen zur&uuml;ckgezahlt werden m&uuml;ssen und daf&uuml;r zus&auml;tzliche Steuern erhoben werden, belaste dies zwar diese k&uuml;nftigen Steuerzahler (allerdings auf h&ouml;herem Einkommens- und Verm&ouml;gensniveau als im Vergleichsfall ohne Staatsverschuldung). Doch in exakt der gleichen H&ouml;he erfolgen ja Auszahlungen an die privaten Besitzer der Obligationen. Nicht die k&uuml;nftige Generation wird belastet, sondern eine k&uuml;nftige Gruppe von B&uuml;rgern zugunsten einer anderen (sofern die Obligationen nicht im Auslandsbesitz sind). Da staatliche Obligationen typischerweise von den Wohlhabenderen gehalten werden, empfangen diese also auch die Auszahlungen. Sofern sie einer progressiven Einkommensteuer unterworfen sind, sind sie zugleich von der korrespondierenden Steuererh&ouml;hung st&auml;rker betroffen, d.h. es handelt sich weitgehend um die gleichen Individuen, die profitieren und die belastet werden, finanziell sozusagen eine &bdquo;Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Operation&ldquo;, die keinen signifikanten Kaufkrafttransfer hervorruft (so hat es &uuml;brigens schon Adam Smith ausgedr&uuml;ckt). <\/p><p>&Ouml;konomisch belastet wird durch die Staatsverschuldung daher nicht die k&uuml;nftige Generation, sondern stets die gegenw&auml;rtige Generation, dies jedoch nicht durch die Verschuldung an sich, sondern durch die Art der damit finanzierten Ausgaben und deren realwirtschaftlichen Effekte. Wenn die zus&auml;tzlichen Staatsausgaben nicht konjunkturwirksam eingesetzt werden oder in gr&ouml;&szlig;erem Umfang privatwirtschaftliche Aktivit&auml;ten und allokativ sinnvollere Investitionen verdr&auml;ngen (z.B. durch zu hohe Ausgaben f&uuml;r das Milit&auml;r), entstehe ebenso wie bei zu geringen Staatsausgaben eine B&uuml;rde f&uuml;r die gegenw&auml;rtige Generation. Baumols Beispiel sind Arbeitskr&auml;fte, die f&uuml;r den Bau zus&auml;tzlicher Panzer eingesetzt werden und damit nicht f&uuml;r die zivile Automobilproduktion zur Verf&uuml;gung stehen. Dann lassen sich heute weniger Autos produzieren als eigentlich nachgefragt. Die Milit&auml;rausgaben etwa h&auml;tten aber keine direkten Auswirkungen auf das verf&uuml;gbare Arbeitskr&auml;fteangebot in 20 Jahren.<\/p><p>Dies w&auml;re von fr&uuml;heren &Ouml;konomengenerationen nicht verstanden worden und werde heute noch von der allgemeinen &Ouml;ffentlichkeit nicht verstanden. Doch sei das kein Irrtum von rein akademischem Interesse. Wenn durch solche &ouml;konomischen Irrt&uuml;mer eine schnellere Erholung von Rezessionen oder Depressionen verhindert wird, hatte und habe das beachtliche und ungl&uuml;ckliche Folgen f&uuml;r das Allgemeinwohl.<\/p><p><strong>Kann sich die Gesellschaft mehr Gesundheits- und Bildungsdienste leisten?<\/strong><\/p><p>Ein weiteres Beispiel f&uuml;r einen weit verbreiteten, gesellschaftlich sch&auml;dlichen &ouml;konomischen Irrtum sieht Baumol in der mittlerweile in allen Industriel&auml;ndern zu verzeichnenden heftigen politischen Kritik an den Kosten bestimmter Dienstleistungen, bei denen der &ouml;ffentliche Sektor eine wesentliche Rolle spielt und ihr Hauptanbieter ist. Insbesondere gelte das f&uuml;r Gesundheits- und Bildungsdienste, beides G&uuml;ter von gro&szlig;er Bedeutung f&uuml;r das Allgemeinwohl. Die Kosten f&uuml;r diese Dienste sind laut Baumol in allen entwickelten Volkswirtschaften anhaltend, kumulativ und mit Zuwachsraten deutlich &uuml;ber der Inflationsrate gestiegen. Gestritten werde deshalb darum, wie diese &uuml;berdurchschnittliche Kostenentwicklung zustande gekommen ist und ob die Gesellschaft sich das noch l&auml;nger leisten k&ouml;nne. (Prof. Baumol hat hierbei speziell die enorm gestiegenen Kosten im Krankenhaussektor und im Schul- wie auch Hochschulwesen der USA vor Augen.) <\/p><p>F&uuml;r Baumol ist dieses Ph&auml;nomen auf einen allgemeinen Einflussfaktor zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, der oft absch&auml;tzig als &bdquo;Kostenkrankheit&ldquo; der personellen Dienstleistungen bezeichnet. Viele Dienstleistungen insbesondere im Gesundheits- und Bildungsbereich erfordern den direkten personellen und mithin zwischenmenschlichen Kontakt, sie lassen sich nicht so leicht und schon gar nicht ohne Qualit&auml;tsverluste rationalisieren und automatisieren wie die industrielle Produktion, die Landwirtschaft oder andere Dienstleistungen (etwa Medien und Telekommunikation). Der technologische Wandel hat deshalb vor allem in der Industrie zu arbeitssparenden technischen Fortschritten und Produktivit&auml;tssteigerungen gef&uuml;hrt, die von den personellen Dienstleistungen &uuml;berhaupt nicht erreicht werden k&ouml;nnen und die deren Produktivit&auml;tsentwicklung permanent unter den gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt dr&uuml;cken. Demzufolge liegt auch die Kostenentwicklung der personellen Dienstleistungen zwangsl&auml;ufig &uuml;ber der gesamtwirtschaftlichen Inflationsrate, langfristig summiere sich das zu enormen Unterschieden und ihr Anteil am Sozialprodukt (in den USA heute &uuml;ber 20%) steige unweigerlich. Das habe jedoch grunds&auml;tzlich nichts mit Ineffizienz oder Gier in diesen Sektoren zu tun, sondern mit der notwendigerweise anderen &bdquo;Technologie&ldquo; der Leistungsprozesse im Bildungs- und Gesundheitswesen.<\/p><p>Das Missverst&auml;ndnis dieser vermeintlichen &bdquo;Kostenkrankheit&ldquo; habe in der Politik den (Irr-) Glauben bzw. die fiskalische Illusion hervorgerufen, die Gesellschaft k&ouml;nne sich diese Dienste nicht mehr im bisherigen Umfang leisten, die Ausgaben daf&uuml;r, vor allem die des Staates, m&uuml;ssten gek&uuml;rzt werden. Richtig sei aber, auch wenn das f&uuml;r Viele &uuml;berraschend klingt, genau das Gegenteil. Denn genau dieselben Gr&uuml;nde, die zu diesen (relativen) Kostennachteilen der personellen Dienste f&uuml;hren, sorgten daf&uuml;r, dass sich die Gesellschaft immer mehr davon leisten kann. Die relativ gr&ouml;&szlig;eren Produktivit&auml;tssteigerungen und damit Kosteneinsparungen bei Industrieg&uuml;tern erm&ouml;glichten es &ndash; gesamtwirtschaftlich betrachtet &ndash; gerade, mehr f&uuml;r andere G&uuml;ter wie eben Gesundheits- und Bildungsdienste zu zahlen. Insgesamt steigende &ouml;konomische Produktivit&auml;t bedeute im Hinblick auf die Ertragsseite n&auml;mlich nichts anderes, als dass sich die Gesellschaft mehr Konsum von allem und jedem erlauben kann. Deshalb komme es wirtschaftspolitisch entscheidend darauf an, die Produktivit&auml;tsdifferenzen zwischen den verschiedenen Sektoren f&uuml;r die Gesellschaft in m&ouml;glichst n&uuml;tzlicher Weise arbeiten zu lassen und d.h. den durch die h&ouml;here Produktivit&auml;t im industriellen Sektor erzielten Mehrwert (via angemessener Besteuerung) f&uuml;r gesellschaftlich erw&uuml;nschte Dienstleistungen einzusetzen.<\/p><p>Es bestehe leider die Gefahr, dass die Regierungen, die Hauptfinanzierungsquelle f&uuml;r diese Dienste in den meisten L&auml;ndern, aus zwar verst&auml;ndlichen, aber letztlich unn&ouml;tigen Gr&uuml;nden f&uuml;r so entscheiden, dass die Kostenlast jenseits ihrer Finanzierungskapazit&auml;t liege und Mittelk&uuml;rzungen die einzige Option sei. Das geschehe in etlichen L&auml;ndern bereits in Form von Sparoperationen im Gesundheitswesen oder bei der universit&auml;ren Lehre und Forschung. Dabei w&uuml;rden &ouml;konomisch vern&uuml;nftige und z.T. lebenswichtige Aktivit&auml;ten eingeschr&auml;nkt. Ein weiterer Fall, wie &ouml;konomische Irrt&uuml;mer einen durchaus vermeidbaren Schaden am Allgemeininteresse erzeugten.<\/p><p><strong>Dienen Preissteigerungen dem &ouml;ffentlichen Interesse?<\/strong><\/p><p>Ankn&uuml;pfend an die Kostenproblematik der (personellen) Dienstleistungen r&auml;umt Baumol mit dem verbreiteten und politisch g&auml;ngigen Vorurteil auf, dass nur niedrige G&uuml;terpreise im &ouml;ffentlichen Interesse l&auml;gen bzw. Preissteigerungen das (au&szlig;er f&uuml;r die jeweiligen Anbieter) nicht tun w&uuml;rden. Gerade freie Marktwirtschaft bedeute nicht immer nur sinkende Preise. In einer Marktwirtschaft reflektieren die Preise normalerweise die realen Knappheiten. Wenn ein Gut knapper w&uuml;rde, m&uuml;sse das zu Preissteigerungen f&uuml;hren, damit der Markt wieder ins Gleichgewicht k&auml;me und Anreize zur Angebotsausweitung erzeugt w&uuml;rden. Falls die Preise k&uuml;nstlich, etwa durch eine entsprechenden Gesetzgebung zur Preisregulierung, niedrig gehalten und die Marktmechanismen geknebelt w&uuml;rden, h&auml;tte dies einen ineffizienten Ressourceneinsatz und anhaltende Verknappungen zur Folge &ndash; mit teilweise tragischen Konsequenzen.<\/p><p>Als besonders drastisches Beispiel zitiert Baumol den irischen &Ouml;konomen Mountifort Longfield, der 1834 an der Universit&auml;t Dublin vor den damaligen H&ouml;chstpreisvorschriften f&uuml;r Kartoffeln gewarnt hatte, die im Fall einer Missernte sehr schnell zu anhaltenden Versorgungsausf&auml;llen mit der Folge von Hungersn&ouml;ten f&uuml;hren k&ouml;nnten. 10 Jahre sp&auml;ter kam es zu genau zu so einer schrecklichen Kartoffelmissernte, die in Verbindung mit den seinerzeitigen Preisbestimmungen Hungersnot, Elend und Tod f&uuml;r viele Menschen zur Folge hatte (und ein ma&szlig;geblicher Grund f&uuml;r die Auswanderungswellen von Irland in die USA waren). <\/p><p>Weitere von Baumol angef&uuml;hrte Beispiele von weitaus geringerer Tragweite sind die auf vielen Flugh&auml;fen im Tagesverlauf einheitlichen Landegeb&uuml;hren selbst zu Sto&szlig;zeiten. Die Fluggesellschaften und selbst Privatjets h&auml;tten so keinen Anreiz auf andere Start- und Landezeiten auszuweichen, was die &Uuml;berf&uuml;llung zu den Sto&szlig;zeiten vergr&ouml;&szlig;ere und damit die Wartezeiten f&uuml;r die Flugg&auml;ste verl&auml;ngere. H&ouml;here Geb&uuml;hren zu Sto&szlig;zeiten seien zwar politisch unpopul&auml;r, k&ouml;nnten das Problem aber entsch&auml;rfen. K&uuml;nstliche Niedrigpreise h&auml;tten in der Vergangenheit f&uuml;r die USA ebenso schon ein Chaos in der Benzinversorgung, ein Unterangebot im Wohnungsbau und sogar vereinzelte milit&auml;rische Niederlagen (weil die Versorgungsbasis zusammenbrach) verursacht, so Baumol. Steigerungen der Marktpreise k&ouml;nnen darum dem Gemeinwohl dienlicher sein als Niedrigpreise, auch wenn das f&uuml;r Nicht&ouml;konomen nicht leicht zu akzeptieren sei. Selbstverst&auml;ndlich gebe es auch F&auml;lle krasser Preissteigerungen und Preisexplosionen, die arme Leute &uuml;berforderten und Rationierungen zur gesellschaftlich akzeptableren Option machten. Ebenso k&ouml;nnen Preissteigerungen dem Missbrauch von Marktmacht geschuldet sein, die deshalb dringlich zu unterbinden sei. Doch bevor die Marktkr&auml;fte durch k&uuml;nstliche Beschr&auml;nkungen gez&auml;hmt w&uuml;rden, m&uuml;sste eine sehr sorgf&auml;ltige Pr&uuml;fung des jeweiligen Sachverhalts und der m&ouml;glichen Konsequenzen erfolgen, besonders wenn Knappheiten die allgemeine Wohlfahrt bedrohen. Politische Schnellsch&uuml;sse in der Beurteilung von Preisentwicklungen w&auml;ren jedenfalls gef&auml;hrlich.<\/p><p><strong>Nutzt internationales &ldquo;Outsourcing&rdquo; allen beteiligten Nationen oder sind langfristige Sch&auml;den durch Globalisierung m&ouml;glich?<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend sich die Normalb&uuml;rger mit Blick auf den kurzfristigen Vorteil &uuml;ber die m&ouml;glichen langfristigen Sch&auml;den von politisch propagierten Billigangeboten meist nicht im Klaren sind, gibt es &ouml;konomische Irrt&uuml;mer, die vor allem unter professionellen &Ouml;konomen verbreitet sind und noch viel schwerwiegendere Folgen nach sich ziehen k&ouml;nnen. Baumol kritisiert das im neoliberalen Mainstream der &Ouml;konomie recht pauschale Guthei&szlig;en von Freihandel und Globalisierung. Hier lie&szlig;en sich die &Ouml;konomen von den Vorteilen des Billigangebots blenden. Sie argumentieren dabei zwar i.d R. differenzierter, weil sie einr&auml;umen, dass Standortverlagerungen aus Hochlohnl&auml;ndern in Billiglohnl&auml;nder nat&uuml;rlich den betroffenen Arbeitnehmer in den Hochlohnl&auml;ndern schaden und der internationale Wettbewerb zu einem Prozess der Lohnangleichung f&uuml;hrt, der starken Druck auf das allgemeine Lohnniveau der Hochlohnl&auml;nder aus&uuml;bt. Doch unterstellen die Mainstream-&Ouml;konomen unter Verweis auf die Freihandelstheorie, dass sich aus der &ouml;konomisch insgesamt g&uuml;nstigeren Arbeitsteilung ein gesamtwirtschaftlicher Vorteil ergeben w&uuml;rde, der die negativen Effekte &uuml;berwiegt. Die Unternehmen k&ouml;nnten zu geringeren Kosten produzieren und w&auml;ren dadurch wettbewerbsf&auml;higer, die Konsumenten im Hochlohnland k&ouml;nnten die betreffenden (dann: Import-)G&uuml;ter billiger einkaufen und dadurch ihr Realeinkommen steigern und die Billiglohnl&auml;nder k&ouml;nnten Produktivit&auml;ts- und Besch&auml;ftigungszugewinne verzeichnen, die ihre Entwicklung f&ouml;rderten und ihr Lohnniveau steigerten. F&uuml;r Baumol ist diese Sicht der Dinge indessen eine zwar nicht haltlose, aber doch &uuml;bervereinfachende Einsch&auml;tzung, die sich meist auf einen simplen 2 L&auml;nder\/2 G&uuml;ter-Fall mit konstanten Rahmenbedingungen st&uuml;tzt und den erwartbaren dynamischen Effekten nicht gen&uuml;gend Rechnung tr&auml;gt. <\/p><p>Ganz &auml;hnlich, aber schon eher (doch mit weniger &ouml;ffentlichem Aufsehen) als vor kurzem sein noch ber&uuml;hmterer &Ouml;konomen-Kollege und Nobelpreistr&auml;ger Paul Samuelson hat Baumol die These aufgestellt, dass den Hochlohnl&auml;ndern durch solches &ldquo;Outsourcing&rdquo; ein dauerhafter Schaden entstehen kann und auch die Billiglohnl&auml;nder keineswegs eindeutig bevorteilt w&uuml;rden, weshalb auch der &ouml;konomische Gesamteffekt zumindest kurz- und mittelfristig fragw&uuml;rdig sei. Denn zum einen k&ouml;nnten multinationale Unternehmen auf liberalisierten internationalen M&auml;rkten, worauf die Globalisierungsgegner nicht zu Unrecht hinwiesen, eine ruin&ouml;se Konkurrenz der L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen in Gang setzen. Zum anderen sorgten in Verbindung mit der Globalisierung der technische Fortschritt und der Technologietransfer in die Billiglohnl&auml;nder daf&uuml;r, dass sich gewisserma&szlig;en die Spielregeln, die theoretisch den gesamtwirtschaftlichen Vorteil der Arbeitsteilung garantierten, w&auml;hrend des Spiels &auml;nderten. Billiglohnl&auml;nder h&auml;tten dann nicht nur einen Lohnkostenvorteil, sondern ihre Produktion k&ouml;nnte auch mit der gleichen oder jedenfalls angen&auml;herten Technik und damit Produktivit&auml;t operieren (Vgl. China, der Verf.) Beispielsweise zerst&ouml;re die vermehrte Nutzung von Computerprogrammieren und EDV-Diensten in Indien durch US-Firmen die Besch&auml;ftigungschancen f&uuml;r entsprechende Qualifikationen in den USA. Das Hochlohnland verliere dann nicht nur industrielle Arbeitspl&auml;tze im Niedriglohnbereich und die Fertigkeiten der betroffenen Arbeitnehmer w&uuml;rden weitgehend entwertet. Auf diese Weise k&ouml;nne es bei den Hochlohnl&auml;ndern zu Besch&auml;ftigungs- und Wertsch&ouml;pfungsverlusten auf breiter Front kommen. Tats&auml;chlich zeigten empirische Erkenntnisse in einer Reihe von Industriel&auml;ndern, dass Standortverlagerungen im Zuge der Globalisierung zu einer Abschw&auml;chung des Wachstums und zu Verlusten beim Pro-Kopf-Einkommen, also reale Verschlechterungen des allgemeinen Lebensstandards bewirken k&ouml;nnten. Auch in den Entwicklungsl&auml;ndern k&ouml;nnten durch den Zutritt neuer Produzenten und Techniken traditionelle Strukturen zerst&ouml;rt werden, was f&uuml;r die betroffenen Gruppen zun&auml;chst einmal alles andere als ein Vorteil w&auml;re und den volkswirtschaftlichen Aufholprozess mindestens verz&ouml;gere. Diese Sch&auml;den m&uuml;ssten keineswegs nur vor&uuml;bergehend sein. Die Wirtschaftsgeschichte der Industrialisierung zeige, dass Verminderungen von L&ouml;hnen und Verschlechterungen der Lebensbedingungen jahrzehntelang andauern k&ouml;nnten und das gleiche gelte f&uuml;r die Verbesserung der Einkommensverh&auml;ltnisse von bestimmten Bev&ouml;lkerungsgruppen in den Entwicklungsl&auml;ndern. Das alles will Baumol nicht als generelles Pl&auml;doyer gegen die Globalisierung oder gegen &ouml;konomische Opfer der wohlhabenderen L&auml;nder zugunsten der Entwicklungsl&auml;nder verstanden wissen. Allerdings w&auml;re es illusorisch zu glauben, dass alle Industriel&auml;nder sichere Vorteile aus dem Globalisierungsprozess ziehen w&uuml;rden und dass es keine Gefahren f&uuml;r sie g&auml;be &ndash; es komme sehr auf die konkreten Umst&auml;nde an, nicht auf Glaubenss&auml;tze. Auch d&uuml;rfe die Debatte nicht &uuml;berhitzt, fragmentiert und allein bezogen auf die vom Strukturwandel jeweils benachteiligten oder bevorteilten Gruppen gef&uuml;hrt werden. Die &Ouml;konomen m&uuml;ssten sich bem&uuml;hen den Gesamt- bzw. Nettoeffekt zu ermitteln, der allerdings schwerer zu bestimmen und quantifizieren sei.<\/p><p>Angesichts der f&uuml;r einzelne Individuen und Gruppen untragbaren Belastungen k&ouml;nne zugunsten der Globalisierung nur dann in gesellschaftlich akzeptabler Weise argumentiert werden, wenn den Opfern und Verlierern der Anpassungsprozesse systematische und substanzielle Hilfe gew&auml;hrt werde, und zwar vornehmlich durch die staatlichen Regierungen und mit freiwilliger Unterst&uuml;tzung durch die Wohlhabenderen und die Globalisierungsgewinner.<\/p><p>Auf lange Sicht h&auml;lt auch Baumol die Globalisierung f&uuml;r vorteilhaft oder besser gesagt: chancenreich f&uuml;r alle beteiligten L&auml;nder. Denn die Globalisierung f&ouml;rdert und verbreitet mit allen (Fehl-)Entwicklungen zugleich die machtvollen &ouml;konomischen Gegenkr&auml;fte des internationalen Wettbewerbs, die, soweit Markt und Wettbewerb in einen vern&uuml;nftigen politischen Rahmen gestellt werden, ein historisch beispielloses wirtschaftliches Wachstum und eine gemessen an fr&uuml;heren Generationen unvergleichlich spektakul&auml;re Innovationsdynamik erm&ouml;glicht haben. Irren k&ouml;nne aber da selbstverst&auml;ndlich auch er selbst.<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.findarticles.com\/p\/articles\/mi_m2267\/is_1_72\/ai_n13807656\/print\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.findarticles.com\/p\/articles\/mi_m2267\/is_1_72\/ai_n13807656\/print\">Errors in economics and their consequences \/ William J. Baumol \/ englischer Originalartikel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der inzwischen &uuml;ber 80j&auml;hrige Princeton-Professor William J. Baumol, als Wettbewerbs- und Innovationsforscher ein weltbekannter &Ouml;konom und mehrfach f&uuml;r den Nobelpreis vorgeschlagen, hat radikal mit einigen Irrt&uuml;mern seiner neoliberalen (Mainstram-)Kollegen in der &Ouml;konomenzunft abgerechnet. (Siehe William J. Baumol: &ldquo;Errors in economics and their consequences&ldquo; , in Social Research Vol. 72 (2005) No. 1, pp. 1-26) Ein<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1644\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[158,37,205,30],"tags":[423,477,1151,325],"class_list":["post-1644","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-generationenkonflikt","category-globalisierung","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-keynesianismus","tag-konjunkturpolitik","tag-staatsschulden"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1644"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1644\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30663,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1644\/revisions\/30663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}