{"id":16450,"date":"2013-03-08T09:12:44","date_gmt":"2013-03-08T08:12:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16450"},"modified":"2015-07-14T09:22:06","modified_gmt":"2015-07-14T07:22:06","slug":"angela-merkel-mutter-blamage-eine-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16450","title":{"rendered":"Angela Merkel \u2013 \u201eMutter Blamage\u201c &#8211; Eine Rezension"},"content":{"rendered":"<p>Endlich durchbricht ein Journalist, der nicht unter der Berliner K&auml;seglocke arbeitet und nicht in das dortige selbstbez&uuml;gliche Zuruf-Netzwerk seiner Berufskollegen eingebunden ist, den sch&ouml;nen Schein, den die Kanzlerin ausstrahlt. Stephan Hebel, (noch) politischer Autor der Frankfurter Rundschau beschreibt die Wirklichkeit im Lande und die tats&auml;chlichen Auswirkungen von Merkels Politik auf die &uuml;berwiegende Mehrheit der Bev&ouml;lkerung.<br>\n<em>&bdquo;In mehr als zwei Jahrzehnten Politikbeobachtung habe ich niemals einen derart eklatanten Widerspruch erlebt zwischen dem Image einer politischen Pers&ouml;nlichkeit und ihrer tats&auml;chlichen Politik. Nie ist es einem Politiker in Deutschland gelungen, derart konsequent auf Kosten der Mehrheit zu handeln und zugleich die Sympathie dieser Mehrheit zu gewinnen&ldquo;<\/em>, schreibt Hebel im Vorwort zu seinem gerade im Westend Verlag erschienenen Buch <a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=88&amp;n=leseprobe\">&bdquo;Mutter Blamage&ldquo;<\/a>. Merkel sei geradezu das Gegenst&uuml;ck zur &bdquo;Mutter Courage&ldquo; in Bertolt Brechts gleichnamigem Theaterst&uuml;ck. W&auml;hrend Brechts Titelfigur Anna Fierling mit dem Satz &bdquo;Komm, geh mit angeln, sagt der Fischer zum Wurm&ldquo; vor falschen Versprechungen warne, gelinge es Merkel gerade umgekehrt mit uns angeln zu gehen und uns vor aller Welt zu blamieren. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDas Bild, das Merkel von sich verbreite und verbreiten lasse, habe mit ihrem Handeln wenig zu tun. Dennoch werde in den meisten Medienberichten nahezu t&auml;glich das Bild <em>&bdquo;einer umsichtig und pragmatisch handelnden Mutter der Nation&ldquo;<\/em>, einer <em>&bdquo;nervenstarken Krisenmanagerin&ldquo;<\/em> oder einer <em>&bdquo;Garantin einer ma&szlig;vollen Reformpolitik f&uuml;r alle&ldquo;<\/em> gezeichnet. <\/p><p>Die zentrale These das Buches ist: <em>&bdquo;Angela Merkel verdankt ihren Erfolg einem permanenten Betrugsman&ouml;ver. Sie hat, auch wenn es nicht so scheint, sehr wohl eine politische Agenda. Und die ist blamabel f&uuml;r Deutschland.&ldquo;<\/em> Diese Agenda sei &ndash; allen Sch&ouml;nf&auml;rbereien und Lobhudeleien zum Trotz &ndash; die eiskalte Durchsetzung der neoliberalen Ideologie in Form eines <em>&bdquo;Wirtschaftsliberalismus light&ldquo;<\/em>. <em>&bdquo;Mit der angeblich &raquo;m&auml;chtigsten Frau der Welt&laquo; ist Deutschland aggressiver geworden, nach au&szlig;en f&uuml;r Freund und Feind unberechenbarer denn je seit dem Zweiten Weltkrieg, nach innen ungerechter und reformunf&auml;higer als sogar unter der bleischweren Regentschaft des Helmut Kohl.&ldquo;<\/em> Deutschland sei ein Land geworden, <em>&bdquo;in dem die Politik sich selbst zur Erf&uuml;llungsgehilfin &ouml;konomischer Interessen degradiert.&ldquo;<\/em><\/p><p>Auf dem Leipziger Parteitag der CDU im Jahre 2003 habe Merkel das neoliberale Programm noch in Reinkultur gepredigt. Nach dem  f&uuml;r sie entt&auml;uschenden Wahlergebnis 2005 habe in der Gro&szlig;en Koalition ihre <em>&bdquo;Cham&auml;leonisierung&ldquo;<\/em> begonnen. Nach der Wahl 2009 habe sie dann mit der FDP ihren Wunschpartner bekommen, der ihr die Selbstinszenierung als <em>&bdquo;Kanzlerin f&uuml;r alle&ldquo;<\/em> erlaubte. Ohne den neoliberalen Kompass einer <em>&bdquo;marktkonformen Demokratie&ldquo;<\/em> aufzugeben, habe Merkel flexibel dort reagiert, wo die &ouml;ffentliche Meinung, die Interessen der Wirtschaft, die Mehrheit der EU-Partner oder das Bundesverfassungsgericht nichts anderes mehr zulie&szlig;en, aber an ihrer Zielsetzung habe sich nichts ge&auml;ndert. Die &bdquo;Blamage&ldquo; ihres Versagens &ndash; gemessen an dem Ziel einer m&ouml;glichst gerechten und lebenswerten Gesellschaft und gegen&uuml;ber einem Kapitalismus der wenige bereichert und viele immer &auml;rmer macht &ndash; sei mit Fassadenmalerei &uuml;bert&uuml;ncht worden. &Uuml;bert&uuml;ncht mit sch&ouml;nen Worten, <em>&bdquo;die allerdings nur zynisch genannt werden k&ouml;nnen angesichts der praktischen Politik&ldquo;<\/em>. Es erstaune immer wieder <em>&bdquo;mit welcher Chuzpe es dieser Frau gelingt, sich das breite Publikum durch ein paar folgenlose S&auml;tze &uuml;ber die &raquo;Soziale Marktwirtschaft&laquo; gewogen zu machen und zugleich mit eindeutigen ideologischen Ansagen ihre neoliberalen Freunde zu bedienen.&ldquo;<\/em><\/p><p>Den Weg zur Macht und ihrem Erhalt ging und gehe die Kanzlerin mit einer Zielstrebigkeit und R&uuml;cksichtslosigkeit, die ihresgleichen suche. Helmut Kohl, Wolfgang Sch&auml;uble, Friedrich Merz, Roland Koch, Norbert R&ouml;ttgen, Christian Wulff und andere seien &bdquo;entsorgt&ldquo; worden, weil sie ihre Inszenierung oder den Betriebsfrieden gef&auml;hrdeten. Ihre st&auml;rkste Waffe bestehe darin, ihre tats&auml;chlichen Ziele zu verbergen, sich f&uuml;r die negativen Auswirkungen ihrer Politik nicht haftbar machen zu lassen &ndash; weder von Freund noch Feind.<\/p><p>In der Eurokrise habe die Regierung immer wieder versucht, den Einfluss des Bundestages so weit wie m&ouml;glich zu minimieren, z.B. indem komplexe Vorlagen erst Stunden vor der Beschlussfassung vorgelegt oder mit demokratisch fragw&uuml;rdigen Methoden die Zustimmungsrechte des Parlaments selbst &uuml;ber Milliardenausgaben massiv beschr&auml;nkt wurden. Immer wieder h&auml;tte das Verfassungsgericht die Rechte des Haushaltsgesetzgebers verteidigen m&uuml;ssen.  Merkel habe die nachtr&auml;glichen Korrekturen so dargestellt, als sei es eine Selbstverst&auml;ndlichkeit, dass viele wichtige Entscheidungsprozesse zum Euro nachtr&auml;glich korrigiert worden sind.  <\/p><p><em>&bdquo;Der von der Kanzlerin sorgf&auml;ltig vermittelte Eindruck, sie tue als Krisenmanagerin entschlossen und nervenstark das jeweils Notwendige, (be)tr&uuml;gt. In Wahrheit ist hier nicht die angeblich pragmatische Krisenmanagerin am Werk, sondern die begnadete Machttechnikerin. Das ganze Gerede von &raquo;Hilfe&laquo; und &raquo;Rettung&laquo;, verbunden mit arroganten Zurechtweisungen, adressiert an die L&auml;nder des europ&auml;ischen S&uuml;dens &ndash; das alles hat mit dem realen Handeln der Kanzlerin sehr wenig zu tun.&ldquo;<\/em> In Wirklichkeit denke sie national, statt europ&auml;isch und marktfundamentalistisch statt solidarisch. Sie habe ganz Europa dem Modell Deutschland unterworfen, obwohl dieses Modell auch hierzulande nicht trage. An den beiden Beispielen der &bdquo;Eurokrise&ldquo; und der &bdquo;Schuldenkrise&ldquo; beschreibt Hebel die &bdquo;deutsche Blamage&ldquo; ausf&uuml;hrlicher. Die mit &ouml;konomischen Knebelungsprogrammen verbundenen Kredite an Griechenland und andere s&uuml;deurop&auml;ischen Staaten, seien <em>&bdquo;eine blamable Missachtung der Lehren&ldquo;<\/em>, die Deutschland aus der Geschichte der Nachkriegszeit h&auml;tte ziehen m&uuml;ssen. Der &raquo;Merkelantismus&laquo; <em>&bdquo;Eure Schulden gleich unsere Exporterl&ouml;se&ldquo;<\/em> gehe logisch nicht auf. Das sei nichts anderes als <em>&bdquo;exportgetriebener Machtpolitik nach der Methode Merkel&ldquo;<\/em>.<\/p><p>W&auml;hrend Merkel die Drohung, die Staatsausgaben um jeden Preis zu drosseln auf verheerende Weise wahr gemacht habe, habe sich die Ank&uuml;ndigung die Finanzm&auml;rkte konsequent einzugrenzen als folgenlose Rhetorik erwiesen. Dort wo Merkel um eine Regulierung nicht herumkam, also etwa beim Verbot von &bdquo;Leerverk&auml;ufen&ldquo; bei einer gewissen Kontrolle des &bdquo;Hochfrequenzhandels, habe sie die Kontrolle im Wesentlichen denjenigen &uuml;berlassen, die gerade zu kontrollieren w&auml;ren, n&auml;mlich der &ouml;rtlichen B&ouml;rsenaufsicht.<br>\nAuf vielen anderen Feldern, die Hebel anspricht, pr&auml;sentiere sich Merkel <em>&bdquo;dem Publikum als Krisenmanagerin und Wahrerin deutscher Interessen, w&auml;hrend sie sich angesichts der eigentlich anstehenden Aufgaben bis auf die Knochen blamiert.&ldquo;<\/em><\/p><p>Auch bei innenpolitischen Vorhaben folge Merkel dem Prinzip <em>&bdquo;wer hat, dem wird gegeben&ldquo;<\/em>. Der Kanzlerin sei es bei der &bdquo;Energiewende&ldquo; gelungen, als ihren Erfolg zu feiern, dass sie &uuml;ber Nacht genau das Gegenteil von dem vertreten hat, was sie als <em>&bdquo;Atomkanzlerin&ldquo;<\/em> ein halbes Jahr zuvor noch als <em>&bdquo;unverzichtbar&ldquo;<\/em> erkl&auml;rt hatte, n&auml;mlich die <em>&bdquo;technisch sichere&ldquo;<\/em> Atomkraft. Der Regierung sei es gelungen die hohen Stromkosten als eine Folge der Energiewende darzustellen, um dabei &uuml;ber die unsoziale Verteilung der Lasten hinwegzut&auml;uschen, bei der gro&szlig;e Teile der Wirtschaft auf Kosten der Normalverbraucher geschont w&uuml;rden. 18 Prozent des Gesamtstromverbrauches verursachten 2023 Unternehmen, die lediglich f&uuml;r einen Anteil von 0,3 Prozent der EEG-Umlage aufk&auml;men. <\/p><p>Die Entlastung <em>&bdquo;der Wirtschaft&ldquo;<\/em> bilde den Kern Merkl`schen Denkens und Handelns. Sie verfolge konsequent die neoklassische Lehre der Angebotsorientierung und entlaste die Unternehmen, wo es nur gehe zu Lasten der Arbeitnehmer. Das &bdquo;Wachstumsbeschleunigungsgesetz&ldquo; sei das Kernst&uuml;ck der letzten Legislaturperiode gewesen. Im Windschatten des Protests gegen die Klientelpartei FDP wegen der &bdquo;Hoteliersteuer&ldquo; seien etwa die einkommensst&auml;rksten Erben entlastet worden, mit Kinderfreibetr&auml;gen seien die Spitzenverdiener fast doppelt so hoch entlastet worden, wie die Kindergeldbezieher. Kurz: Merkel hinterlasse nach ihrer zweiten Amtszeit ein sozial gespaltenes Land, mit einer Umverteilung des Verm&ouml;gens von unten nach oben und eine Wirtschaft, die sich vom Wachstum der Exportm&auml;rkte abh&auml;ngig gemacht habe. <\/p><p><em>&bdquo;Wer werktags arbeiten geht und sonntags Merkel w&auml;hlt, hat sich entschieden: Er wird auch in Zukunft einen Teil seines Wohlstands den Verm&ouml;genden und Spitzenverdienern &raquo;spenden&laquo;, und zwar in Form von Lohnverzicht.&ldquo;<\/em> Merkel tische eine <em>&bdquo;Jobwunder-L&uuml;ge&ldquo;<\/em> auf. Zwar habe die Zahl der abh&auml;ngig arbeitenden Menschen zugenommen, nicht aber ihr Anteil am gesellschaftlichen Reichtum. Nicht nur die Stagnation der Reall&ouml;hne sei eine Blamage f&uuml;r ein reiches Land, sondern auch die dramatische Zunahme &bdquo;atypischer Besch&auml;ftigung&ldquo;.<br>\nWenn Merkel von der deutschen <em>&bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo;<\/em> rede, dann verberge sich dahinter erzwungener Lohnverzicht. Wenn sie von <em>&bdquo;Lohnuntergrenze&ldquo;<\/em> spreche, dann seien das m&uuml;hsam erzwungene Tarifvertr&auml;ge an oder unter der Armutsgrenze. <\/p><p>Hebels Fazit: <em>&bdquo;Die schwarz-gelbe Regierung hat nicht nur mit daf&uuml;r gesorgt, dass Millionen Menschen in Deutschland zu unw&uuml;rdigen L&ouml;hnen arbeiten m&uuml;ssen und andere sogar in der Hartz-IVFalle gefangen bleiben, w&auml;hrend Kapitalbesitzer ihre Gewinne kr&auml;ftig steigern. Auch bei der Langzeitarbeitslosigkeit nimmt Merkels Musterland sogar eine blamable Spitzenstellung in Europa ein.&ldquo;<\/em><\/p><p>Hebel schl&auml;gt mit weiteren Kapiteln etwa &uuml;ber die Privatisierung der Rente, &uuml;ber den &Uuml;berwachungsstaat, &uuml;ber die diskriminierende Ausl&auml;nder- und Asylbewerberpolitik, &uuml;ber die von knallharten Interessen geleitete Au&szlig;en- und Milit&auml;reinsatzpolitik und vielen weiteren Einzelthemen &ndash; wie etwa Stuttgart 21 &ndash;  einen gro&szlig;en Bogen der Kritik an der Regierung Merkel. Kritik, die Sie als Leser oder Leserin der NachDenkSeiten in hunderten Artikel im Detail nachlesen konnten. Dennoch ist es spannend, diese Kritik nochmals in Buchform zusammengefasst zu bekommen. Es ist ein Buch, das den politischen und &ouml;konomischen Laien ansprechen soll, dennoch  h&auml;tte man sich an manchen Stellen eine noch fundiertere Untermauerung der (richtigen) Kritik gew&uuml;nscht. <\/p><p>Manchmal h&auml;tte man sich erhofft, dass die Perspektive seiner Kritik an Merkels Politik politisch und &ouml;konomisch noch etwas weiter ge&ouml;ffnet worden w&auml;re. So wirkt es etwas unglaubw&uuml;rdig, wenn er sich zur Best&auml;tigung seiner Kritik h&auml;ufig auf Zitate von Politikern der Oppositionsparteien von SPD und Gr&uuml;nen st&uuml;tzt. Da w&auml;re es ehrlicher gewesen, wenn er deutlicher darauf hingewiesen h&auml;tte, dass diese Parteien im Bundestag sich selbst noch unter der Regentschaft Merkel gleichfalls nur allzu oft &bdquo;blamiert&ldquo; haben, etwa weil sie den &bdquo;Sparkurs&ldquo;, den Fiskalpakt, die Austerit&auml;tspoliltik und die Durchsetzung des deutschen Agenda-Modells in ganz Europa bis heute mehrheitlich unterst&uuml;tzt haben. Hebel beklagt zwar die Deregulierungspolitik des Finanzministers w&auml;hrend der Gro&szlig;en Koalition, Peer Steinbr&uuml;ck, um aber die gesamte &bdquo;Blamage&ldquo; deutscher Regierungspolitik vor und nach der Finanzkrise darzustellen und zur Erkl&auml;rung, warum Merkel das Betrugsman&ouml;ver gelingen konnte, h&auml;tte es des Hinweises darauf bedurft, dass sich die Kanzlerin hinter der politischen Schockwelle verbergen konnte, die Gerhard Schr&ouml;der und Rot-Gr&uuml;n mit ihrer Agenda-Politik ausgel&ouml;st hatten. Auf dieser Welle konnte Merkel bis heute surfen und sich &uuml;ber Wasser halten. Mit einer Politik nach dem Motto: <em>&bdquo;Hauptsache, die Leute merken es (noch) nicht.&ldquo;<\/em> <\/p><p>Stephan Hebels Buch &bdquo;Mutter Blamage&ldquo; ist eine auf die heutige Zeit &uuml;bertragene Version von Christian Andersens M&auml;rchen &bdquo;Des Kaisers neue Kleider&ldquo;. Er belegt darin, dass die Kanzlerin nicht die wunderbaren Gew&auml;nder tr&auml;gt, wie sie selbst meint und die ihr die ver&ouml;ffentlichte Meinung zuschreibt. Indem Hebel den Schwindel aufdeckt, blamiert er die Politik Angela Merkels auf der ganzen Linie. Er hofft nat&uuml;rlich wie im M&auml;rchen darauf, dass das Volk endlich den Mut aufbringt, und es wagt, diese Blamage auch als eine Blamage zu erkennen.<\/p><p>Deshalb hat er die Hoffnung (noch) nicht aufgegeben, dass Angela Merkel abgew&auml;hlt werden k&ouml;nnte und damit <em>&bdquo;die Blamage erf&auml;hrt, die sie verdient.&ldquo;<\/em> Die Wut &uuml;ber die Verh&auml;ltnisse und der Wunsch etwas dagegen zu tun, seien nicht verschwunden. <em>&bdquo;Es w&auml;re dumm, die bestehenden Freiheitsr&auml;ume nicht zu nutzen, um Breschen zu schlagen in die ungebrochene Herrschaft der &ouml;konomisch M&auml;chtigen und ihrer politischen Fahnentr&auml;ger.&ldquo;<\/em><br>\nEs sei politisch kurzsichtig und dumm den Protest auf der Stra&szlig;e gegen Wahlen auszuspielen.<\/p><p><em>&bdquo;Es gibt &ndash; ungeachtet der Beliebtheit Merkels und der g&uuml;nstigen Prognosen f&uuml;r ihre Partei &ndash; realistische Chancen f&uuml;r eine &raquo;Mehrheit links der Mitte&laquo;. Das gilt aber &ndash; wenn die FDP wieder in den Bundestag einzieht &ndash; wohl nur f&uuml;r SPD, Gr&uuml;ne und Linkspartei gemeinsam.<br>\nUnd es gibt schlechte Chancen, diese Mehrheit wirksam werden zu lassen, weil die SPD und vielleicht sogar die Gr&uuml;nen sich lieber der CDU\/CSU anbieten w&uuml;rden, als endlich das Tabu<br>\ngegen&uuml;ber der Linkspartei zu brechen.&ldquo;<\/em><\/p><p>Einen neuen Weg zu einer neuen Regierung sieht er in einer Minderheitenregierung von Rot-Gr&uuml;n. <em>&bdquo;Wenn es also f&uuml;r eine rot-gr&uuml;ne Mehrheit nicht reicht, sollte ein Kandidat der SPD &ndash; ob er nun Steinbr&uuml;ck hei&szlig;t oder nicht &ndash; im Parlament gegen Angela Merkel zur Kanzlerwahl antreten. Diese Wahl sollte vielleicht nach Gespr&auml;chen unter den Parteien<br>\nstattfinden, aber ohne vorherige Vereinbarung einer Koalition&hellip;Wagte die bisherige Opposition, wagte vor allem die SPD das Experiment der Kanzlerwahl ohne feste Koalition, dann k&ouml;nnte sich zeigen, f&uuml;r welchen Politikentwurf die demokratisch gew&auml;hlte Mehrheit der Volksvertretung im Grundsatz steht.&ldquo;<\/em><\/p><p>Das w&auml;re das gute Ende eines sch&ouml;nen M&auml;rchens. Doch leider erz&auml;hlen M&auml;rchen nur von wundersamen Begebenheiten und von Zeiten, wo das W&uuml;nschen noch geholfen hat. <\/p><p><strong>Stephan Hebel, Mutter Blamage. Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht<\/strong><br>\nErschienen am 26. Februar 2013 im Westend Verlag, 160 Seiten<br>\n<a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=88&amp;n=info\">ISBN 978-3-86489-021-5<\/a><br>\nEUR 13.99 [D]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich durchbricht ein Journalist, der nicht unter der Berliner K&auml;seglocke arbeitet und nicht in das dortige selbstbez&uuml;gliche Zuruf-Netzwerk seiner Berufskollegen eingebunden ist, den sch&ouml;nen Schein, den die Kanzlerin ausstrahlt. Stephan Hebel, (noch) politischer Autor der Frankfurter Rundschau beschreibt die Wirklichkeit im Lande und die tats&auml;chlichen Auswirkungen von Merkels Politik auf die &uuml;berwiegende Mehrheit der Bev&ouml;lkerung.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16450\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,208],"tags":[247,1185,315],"class_list":["post-16450","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-rezensionen","tag-hebel-stephan","tag-marktkonforme-demokratie","tag-merkel-angela"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16450"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16450\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16455,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16450\/revisions\/16455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}