{"id":16475,"date":"2013-03-11T09:40:58","date_gmt":"2013-03-11T08:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16475"},"modified":"2015-07-15T09:20:29","modified_gmt":"2015-07-15T07:20:29","slug":"propaganda-und-wahrheit-bdi-prasident-grillo-deutsche-industrie-kann-die-hohen-stromkosten-auf-dauer-nicht-tragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16475","title":{"rendered":"Propaganda und Wahrheit &#8211;  BDI-Pr\u00e4sident Grillo: \u201eDeutsche Industrie kann die hohen Stromkosten auf Dauer nicht tragen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Im Interview mit dem Deutschlandfunk f&uuml;hrt der BDI-Pr&auml;sident Ulrich Grillo mal wieder die &Ouml;ffentlichkeit an der Nase herum. Er betreibt die f&uuml;r die deutsche Wirtschaft seit Jahrzehnten &uuml;bliche Propagandamethode, indem der mit dem Abbau von Arbeitspl&auml;tzen droht: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/2033724\/\">Wir stehen im internationalen Wettbewerb, insbesondere die energieintensive Industrie, und wenn unsere Wettbewerber im Ausland Energiekosten haben, die zum Beispiel nur 50 Prozent der unsrigen betragen, dann muss das ber&uuml;cksichtigt werden. Sonst kommt es zum Abbau von Arbeitspl&auml;tzen und Wegzug ins Ausland<\/a>&ldquo;. Die Behauptungen des BDI-Pr&auml;sidenten sind in h&ouml;chstem Ma&szlig;e bestreitbar. Solche Drohungen sind nichts anderes als politische Erpressungsversuche. Und die Kanzlerin gibt prompt nach. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/03\/08\/zitat-des-tages-grillo-ist-doch-ein-clown-allerdings-nicht-beppe-sondern-ulrich-bdi\/\">Grillo ist doch ein Clown &ndash; allerdings nicht Beppe, sondern Ulrich (BDI)<\/a>&ldquo;, spottet Thorsten Hild zu Recht.<\/p><p>Ob beim Kampf gegen Mindestl&ouml;hne, bei der Forderung nach Steuerentlastungen f&uuml;r die Unternehmen, bei der R&uuml;ckf&uuml;hrung von sog. &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; und damit beim Sozialabbau oder beim Widerstand gegen Umwelt- oder Sozialstandards, st&auml;ndig wird von den Lobbyisten der Wirtschaft die Durchsetzung von  Eigeninteressen getarnt mit der Warnung vor  Arbeitsplatzverlusten. Mit dieser Drohung lassen sich die durchsichtigste Interessenpolitik und die gr&ouml;bsten Ungerechtigkeiten noch unter einem sozialen M&auml;ntelchen verstecken. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen diese Verbandsvertreter sich in der karitativen Pose darstellen, als wahrten sie die Interessen der gro&szlig;en Masse der Arbeitnehmer &ndash; n&auml;mlich deren Sorge um ihren Arbeitsplatz und damit um die &ouml;konomische Existenz ihrer Familien.<\/p><p>Dieses Erpressungsritual wird nun auch bei der Debatte um die Stromkosten aufgef&uuml;hrt. Der BDI-Pr&auml;sident spricht sich zwar vordergr&uuml;ndig (notgedrungen) f&uuml;r die Energiewende aus, bezahlen sollen aber die privaten Verbraucher. Er benutzt einmal mehr das Argument der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit um die Wirtschaft von den volkswirtschaftlichen Kosten des Umbaus des Energiesystems zu befreien oder zumindest erheblich zu entlasten. Au&szlig;enwirtschaftliches Gleichgewicht kommt als Zielgr&ouml;&szlig;e in diesem Denken nicht vor. Er tut so, als w&auml;re nur die Wirtschaft auf bezahlbare Strompreise angewiesen, den Haushalten darf man die Kosten ruhig zumuten. <\/p><p>Vermutlich st&uuml;tzt sich der BDI-Pr&auml;sident bei seinen Warnungen auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), <a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/de\/presse\/veranstaltungen\/beitrag\/pressekonferenz-bedroht-die-energiewende-die-industrie-in-deutschland-104992?highlight=Energiepreise\">dem verl&auml;ngerten wissenschaftlichen Schreibtisch der Wirtschaft<\/a>.  <\/p><p>Schauen wir uns deshalb einmal die Tatsachen hinter der Drohkulisse einmal etwas genauer an.<\/p><p>Die j&uuml;ngste Strompreisstatistik (inklusive Steuern und Abgaben) von Eurostat sieht wie folgt aus:<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130311_strompreise_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Die Strompreise f&uuml;r die industriellen Endverbraucher liegen also etwas &uuml;ber dem  Durchschnitt der Eurozone.<\/p><p>Was allerdings in dieser Statistik nicht erscheint ist die Tatsache, dass  zumindest der gr&ouml;&szlig;te Teil der energieintensiven Gro&szlig;unternehmen Sondervertragskunden sind, die die Preise mit den Stromlieferern au&szlig;ertariflich aushandeln und die &ndash; weil dem Betriebsgeheimnis unterliegend &ndash; nirgends erfasst werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Der Wirtschaft geht es aber gar nicht um die Strompreise als solchen, sondern vor allem um die staatlich verursachten Belastungen des Strompreises also vor allem um die Umlage zur F&ouml;rderung der erneuerbaren Energien, um die Netzentgelte, um die Stromsteuer um Konzessionsabgaben, um die Kraft-W&auml;rme-Kopplung-Umlage oder beim Spitzenausgleich etc.. (<a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/Themen\/Nachhaltigkeit\/RLS-Studie_Energieintensive_Industrie.pdf\">Siehe die Auflistung der Entlastungstatbest&auml;nde bei Arepo Consult [PDF &ndash; 1.9 MB]<\/a>)<\/p><p>F&uuml;r die Steuer- und Abgabenbelastung ist j&uuml;ngsten Balkengrafik vom Februar 2013 von Eurostat aufschlussreich: <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130311_strompreise_02.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130311_strompreise_02_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/statistics_explained\/images\/6\/6f\/Electricity_prices_for_industrial_consumers_2012s1.png\">Eurostat<\/a> <\/p><p>Die Grafik zeigt, dass in Deutschland die Strompreise selbst relativ niedrig liegen, inklusive der Steuern und Abgaben jedoch im oberen Drittel. <\/p><p>Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit, denn einen einheitlichen Strompreis gibt es in Deutschland nicht. Die Durchschnittspreise innerhalb Deutschlands liegen weit auseinander. Das r&auml;umt sogar der DIHK in seinem &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.dihk.de\/presse\/meldungen\/2012-10-11-faktenpapier\">Faktenpapier<\/a>&ldquo; ein. Es gibt nicht nur erhebliche Preisunterschiede zwischen den Regionen sondern auch im Hinblick auf Beg&uuml;nstigungen und Subventionen zwischen den unterschiedlichen Unternehmen.  <\/p><p>Nicht ber&uuml;cksichtig sind ferner die r&uuml;ckerstattungsf&auml;higen Steuern und Abgaben.<br>\nMan muss wissen, dass Gro&szlig;kunden Rabatte in vielfacher Form erhalten. So hat z.B. gerade j&uuml;ngst das OLG D&uuml;sseldorf die (weitgehende) Befreiung von Gro&szlig;verbrauchern vom Netzentgelt <a href=\"http:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/sz-berichte\/wirtschaft\/Stromrabatte-vor-dem-Aus;art2819,4680458#.UTuq7leRfCI\">f&uuml;r rechtswidrig erkl&auml;rt hat<\/a>.<br>\nEs gibt neben der Befreiung vom Netzentgelt noch eine ganze Reihe von Steuer- und Abgabenverg&uuml;nstigungen. Z.B. bei der Stromsteuer (der 1999 eingef&uuml;hrten sog. &Ouml;kosteuer), sie ist f&uuml;r Unternehmen des produzierenden Gewerbes der Steuersatz um ein Viertel erm&auml;&szlig;igt, au&szlig;erdem wird die an sich zu zahlende Stromsteuer um die Entlastungen beim Arbeitgeberanteil f&uuml;r die Rentenversicherung vermindert. <\/p><p>Stromintensiven Unternehmen wird ab diesem Jahr ein Teil der durch den <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Industrie\/Industrie-und-Umwelt\/energieintensive-industrien,did=491730.html\">Emissionshandel erh&ouml;hten Stromkosten zur&uuml;ckerstattet<\/a>. <\/p><p>Die Steuermindereinnahmen bei der Strom- und Energiesteuer geh&ouml;ren laut Subventionsbericht der Bundesregierung zu den gr&ouml;&szlig;ten Steuerverg&uuml;nstigungen (<a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Standardartikel\/Themen\/Oeffentliche_Finanzen\/Subventionspolitik\/23-subventionsbericht-der-bundesregierung-anlage1.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3\">Subventionsbericht der Bundesregierung S. 15 [PDF &ndash; 5.0 MB]<\/a>) <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130311_strompreise_03.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130311_strompreise_03_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dihk.de\/presse\/meldungen\/2012-10-11-faktenpapier\">Faktenpapier DIHK<\/a> <\/p><p>Der gr&ouml;&szlig;te Dorn im Auge der Wirtschaft ist die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums ist allerdings die H&auml;lfte des Industriestroms nicht bzw. <a href=\"http:\/\/www.bmu.de\/fileadmin\/bmu-import\/files\/pdfs\/allgemein\/application\/pdf\/eeg_stromkosten_bf.pdf\">nicht in vollem Umfang von der steigenden EEG-Umlage betroffen [PDF &ndash; 639 KB]<\/a>.<\/p><p>Laut Aussagen der Bundesregierung werden mehr als 2.000 Unternehmen durch Ausgleichsregelungen bei der EEG-Umlage entlastet (<a href=\"http:\/\/www.ral6010.de\/upload_waf\/Unternehmen-EEG-Umlage_185529.pdf\">Siehe die Liste [PDF &ndash; 364 KB]<\/a>. Die EEG-Umlage kommt auf indirektem Wege sogar den Unternehmen sogar zugute. H&ouml;chst selten werden n&auml;mlich die Strompreissenkungen an der Stromb&ouml;rse durch die (subventioniert) eingespeisten Erneuerbaren Energie gegengerechnet. Es besteht eine hohe Plausibilit&auml;t, dass der preissenkende Effekt (der &bdquo;Merit-Order-Regelung) mit zunehmender Einspeisung erneuerbarer Energien gr&ouml;&szlig;er ist als der preiserh&ouml;hende Umlage-Effekt (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14101\">durch die Einspeiseverg&uuml;tungen<\/a>).  <\/p><p>Grunds&auml;tzlich l&auml;sst sich sagen, dass die Verg&uuml;nstigungen f&uuml;r die unterschiedlichen Stromverbrauer umso gr&ouml;&szlig;er ausfallen, je h&ouml;her deren Stromverbrauch ist.<\/p><p>Die gesch&auml;tzte Gesamtentlastung f&uuml;r energieintensive Unternehmen wird auf weit &uuml;ber 9 Milliarden Euro gesch&auml;tzt.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130311_strompreise_04.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.effizientgewinnt.de\/news\/article\/-498dcdb612.html\">EffizientGewinnt<\/a> <\/p><p>In einer Analyse des &bdquo;Forum &ouml;kologisch-soziale Marktwirtschaft&ldquo; f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/www.foes.de\/pdf\/2013-01-Industriestrompreise-Wettbewerbsfaehigkeit.pdf\">Bundestagsfraktion der Gr&uuml;nen [PDF &ndash; 302 KB]<\/a> wird aber noch eine ganz andere Rechnung aufgemacht.<\/p><p>Diese Analyse kommt gar zum Ergebnis, dass sich die Wettbewerbssituation f&uuml;r gro&szlig;e und stromintensive Industriekunden seit 2007 sogar verbessert habe. Als Gr&uuml;nde werden genannt, dass sich der Stromeinkaufspreis f&uuml;r Gro&szlig;abnehmer an der Deutschen B&ouml;rse sich von Januar 2008 bis Oktober 2012 um 22 Prozent verringert habe. Die monatlichen Strompreise h&auml;tten in diesem Zeitraum um 7 Prozent unter dem Durchschnitt der restlichen europ&auml;ischen Energieb&ouml;rsen gelegen. Bei einigen stromintensiven Industriekunden etwa im Bereich der Roheisen- und Stahlerzeugung sei der Strompreis sogar um 2 Ct\/kWh auf 5,5 C t\/kWh gegen&uuml;ber 2009 gesunken.<\/p><p>Infolge der oben genannten Verg&uuml;nstigungen stellten Abgaben und Steuern einen nahezu vernachl&auml;ssigbaren Anteil an den Stromkosten der Unternehmen mit besonders hohem Stromverbrauch dar.  Der tats&auml;chlich gezahlte Strompreis f&uuml;r viele Betriebe mit gro&szlig;en Abnahmemengen liege deshalb deutlich niedriger als in den Statistiken ausgewiesen, teilweise sogar unter dem EU-Durchschnitt. (Siehe oben die Balkengrafik von Eurostat, die den hohen Anteil an Steuern und Abgaben ausweist.)<\/p><p>Hinzu k&auml;me noch, dass gerade zahlreiche energieintensive Unternehmen einen signifikanten Anteil ihres Stroms &uuml;ber sog. Eigenstrom deckten, d.h. selbst Strom erzeugen. Im Hinblick auf die Wettbewerbsf&auml;higkeit m&uuml;sse man zudem ber&uuml;cksichtigen, dass sich gerade in den Wettbewerber-L&auml;ndern in den letzten Jahren im Preisniveau angeglichen h&auml;tten. <\/p><p>Was beim Jammern der Wirtschaftslobbyisten in aller Regel regelm&auml;&szlig;ig auch noch verschwiegen wird, was aber das zentrale Thema sein m&uuml;sste, das ist die H&ouml;he des Anteils der Energiekosten (insgesamt) an den Bruttoproduktionswerten der Unternehmen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums betrug der <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/energie\/2012-FOES-IZES-Verguenstigungen-Industrie.pdf\">Anteil der gesamten Energiekosten am Bruttoproduktionswert gerade zwei Prozent [PDF &ndash; 659 KB]<\/a>. Zum Vergleich: Der Anteil der Material- und Rohstoffkosten betrug durchschnittlich 50 und der <a href=\"http:\/\/www.bmu.de\/fileadmin\/bmu-import\/files\/pdfs\/allgemein\/application\/pdf\/eeg_stromkosten_bf.pdf\">Anteil der Personalkosten knapp 20 Prozent [PDF &ndash; 639 KB]<\/a>.<\/p><p>Nat&uuml;rlich liegt der Anteil der gesamten Energiekosten (also nicht nur der Stromkosten) an der Bruttowertsch&ouml;pfung bei einigen wenigen, energieintensiven Industriezweigen h&ouml;her, n&auml;mlich zwischen 10 Prozent (Roheisen, Stahl etc.), 18 Prozent (Zement, Kalk, Gips), 23 Prozent (Glas und Glaswaren) und sogar 63 Prozent (Zellstoff, Papier). Es ist eine Irref&uuml;hrung der &Ouml;ffentlichkeit, wenn nun gerade diese Unternehmen als Paradebeispiel genannt werden. Im &Uuml;brigen wurde weite Teile der Eisen- und Stahlindustrie, aber auch der Grundstoffchemie schon l&auml;ngst vor der Energiewende in Schwellenl&auml;nder verlagert.<\/p><p>Andererseits muss man sehen, dass diese Industriebetriebe in <a href=\"http:\/\/www.erneuerbare-energien.de\/fileadmin\/ee-import\/files\/pdfs\/allgemein\/application\/pdf\/eeg_stromkosten_bf.pdf\">Summe nur etwa 4% zur gesamten industriellen Bruttoproduktion beitragen [PDF &ndash; 639 KB]<\/a>.<\/p><p>Die Steuern und Abgaben auf die Energiekosten f&uuml;r sich allein genommen machen im Industriedurchschnitt dementsprechend nur einen noch geringeren Anteil der Gesamtkosten aus. Die Energie- und Stromsteuern variieren bei einem <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Standardartikel\/Themen\/Zoll\/Energiebesteuerung\/2011-12-20-Gutachten_DIW_Anlage.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3\">Anteil zwischen 5 und 14 Prozent [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a>.<\/p><p>Auch eine Studie im Auftrag von Greenpeace kommt zum Ergebnis, dass die energieintensiven Branchen durch h&ouml;here Energiekosten bis auf die Zement- und die Aluminiumindustrie in den <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/energie\/2012-FOES-IZES-Verguenstigungen-Industrie.pdf\">meisten F&auml;llen keineswegs wettbewerbsgef&auml;hrdet seien [PDF &ndash; 659 KB]<\/a>. Die Financial Times Deutschland meldete sogar im September 2012, <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:trotz-energiewende-deutschland-lockt-stromhungrige-industrie-an\/70086000.html\">dass Deutschland sogar stromhungrige Industrie anlockt<\/a>. <\/p><p>Nach eigenen Angaben stellen energieintensive Betriebe <a href=\"http:\/\/www.energieintensive.de\/industrien.html\">rund 830.000 Arbeitspl&auml;tze<\/a>. Bei den Drohungen der Arbeitgeberseite mit dem Verlust von Arbeitspl&auml;tzen bei energieintensiven Betrieben wird allerdings nicht gegengerechnet, wie viele Arbeitspl&auml;tze durch die Energiewende und speziell durch den Einsatz und Ausbau erneuerbarer Energien geschaffen wurden. Nach Angaben der Bundesregierung waren 2012 insgesamt 370.000 Menschen besch&auml;ftigt, <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Artikel\/2012\/01\/2012-01-20-energiewende.html\">wovon zwei Drittel auf das erneuerbare-Energien-Gesetz zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind<\/a>.<br>\nDass der Umbau der Energieversorgung eine gro&szlig;e Chance, die Wettbewerbsf&auml;higkeit des Standorts Deutschland f&uuml;r die n&auml;chsten 20 bis 30 Jahre eher zu sichern und zu st&auml;rken, <a href=\"http:\/\/www.bmu.de\/bmu\/presse-reden\/medienbeitraege-und-interviews\/interview-mit-bundesumweltminister-peter-altmaier-im-handelblatt-die-energiewende-gefaehrdet-keine-jobs-in-deutschland\/?type=98\">meint sogar der Bundesumweltminister Altmaier<\/a>.<\/p><p><strong>Fazit:<\/strong><\/p><p>Um die Belastung der Unternehmen durch die Strompreise und insbesondere im Kampf um die Entlastung von Steuern und Abgaben f&uuml;r den Stromverbrauch gibt es eine regelrechte Gutachten-Schlacht. Die widerstreitenden Ergebnisse beweisen einmal mehr, wie sehr die Gutachten von den Fragestellungen und damit auch von den Interessen ihrer Auftraggeber bestimmt sind. <\/p><p>Soviel l&auml;sst sich jedoch sagen: Die Behauptungen des BDI-Pr&auml;sidenten, dass aufgrund der hohen Stromkosten die &bdquo;Industrie nicht &uuml;berleben&ldquo; k&ouml;nne, dass &bdquo;sie zumachen oder auswandern&ldquo; m&uuml;sse und damit eine gro&szlig;e Gefahr best&uuml;nde, dass Arbeitspl&auml;tze verloren gingen, sind alles andere als unumstritten und eine ma&szlig;lose &Uuml;bertreibung. Solche Drohungen sind nichts anderes als politische Erpressungsversuche.<\/p><p>Leider mit der &uuml;blichen Wirkung auf die Politik. Im vorauseilenden Gehorsam hat die Bundeskanzlerin schon eingelenkt. Die S&uuml;ddeutsche Zeitung schreibt: &ldquo;Merkel betonte aber, dass bestimmte Ausnahmen f&uuml;r die energieintensive Industrie weiter notwendig seien. &laquo;<a href=\"http:\/\/newsticker.sueddeutsche.de\/list\/id\/1426747\">Wir m&uuml;ssen ein faires Verfahren finden, um die wirklich im weltweiten Wettbewerb stehende Industrie nicht zu benachteiligen<\/a>.&raquo;&rdquo;<\/p><p>Wieder einmal ordnet sich die Politik den Interessen der deutschen Exportwirtschaft unter &ndash; zu Lasten der privaten Haushalte. Es geht nicht um Wettbewerbspolitik sondern ausschlie&szlig;lich um Wirtschaftsf&ouml;rderung. Die Umverteilung von unten nach oben bei den Arbeitskosten setzt sich auch bei den Strompreisen fort.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Interview mit dem Deutschlandfunk f&uuml;hrt der BDI-Pr&auml;sident Ulrich Grillo mal wieder die &Ouml;ffentlichkeit an der Nase herum. Er betreibt die f&uuml;r die deutsche Wirtschaft seit Jahrzehnten &uuml;bliche Propagandamethode, indem der mit dem Abbau von Arbeitspl&auml;tzen droht: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/2033724\/\">Wir stehen im internationalen Wettbewerb, insbesondere die energieintensive Industrie, und wenn unsere Wettbewerber im Ausland Energiekosten haben,<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16475\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[129,11,157],"tags":[546,492,443],"class_list":["post-16475","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-strategien-der-meinungsmache","category-wettbewerbsfaehigkeit","tag-bdi","tag-eeg","tag-standortwettbewerb"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16475","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16475"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26798,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16475\/revisions\/26798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}