{"id":16524,"date":"2013-03-15T09:20:02","date_gmt":"2013-03-15T08:20:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16524"},"modified":"2015-07-16T09:17:24","modified_gmt":"2015-07-16T07:17:24","slug":"konnen-marktradikale-und-nationalchauvinisten-eine-alternative-fur-deutschland-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16524","title":{"rendered":"K\u00f6nnen Marktradikale und Nationalchauvinisten eine \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c sein?"},"content":{"rendered":"<p>Da die marktradikalen Professoren rund um Hans Olaf Henkel mit dem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14670\">Plan<\/a>, die Freien W&auml;hler zu &uuml;bernehmen, offenbar gescheitert sind, haben sie nun ihre eigene Partei gegr&uuml;ndet. Die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; stellt sich &ouml;ffentlich als Anti-Euro-Partei mit B&uuml;rgern&auml;he dar. Schaut man sich die neue Partei etwas n&auml;her an, st&ouml;&szlig;t man jedoch schnell auf einen Bodensatz aus Marktradikalismus und Nationalchauvinismus. Eine Partei wie die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; (AfD) ist eine Novit&auml;t im deutschen Parteienspektrum und hat gro&szlig;e Parallelen zur amerikanischen Tea-Party-Bewegung. F&uuml;r W&auml;hler, denen die CDU zu links und die FDP nicht marktliberal genug ist, mag sie eine Alternative sein. F&uuml;r alle Anderen ist sie es jedoch ganz sicher nicht. Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nEigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch in Deutschland eine Anti-Euro-Partei gr&uuml;ndet. Schlie&szlig;lich ist rund jeder dritte Deutsche der Meinung, es sei besser, schnell wieder die D-Mark <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/antieuro100.html\">einzuf&uuml;hren<\/a>. Reell betrachtet w&auml;re dies <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14247\">&ouml;konomischer Selbstmord<\/a>. Da in den reichweitenstarken Medien die volkswirtschaftlichen Hintergr&uuml;nde der Eurokrise jedoch entweder gar nicht oder aber falsch kommuniziert werden, erscheint vielen B&uuml;rgern ein Verbleib im Euro offenbar unattraktiver als ein Ende der Gemeinschaftsw&auml;hrung. Da geht die Saat auf, die durch unverantwortliche &ndash; und sachlich falsche &ndash; &Auml;u&szlig;erungen einiger Politiker und &Ouml;konomen gestreut wurde. Doch den Eurogegnern der AfD geht es weniger um &ouml;konomische Argumente, ihre Aversion gegen den Euro, die EU und ein gemeinsames Europa speist sich vielmehr aus ideologischen Motiven.<\/p><p><strong>Die Tea Party ist in Deutschland angekommen<\/strong><\/p><p>Es hei&szlig;t oft, dass klassische Rechts-Links-Schema habe sich heutzutage &uuml;berlebt. Auch wenn diese Aussage so pauschal nicht korrekt ist, trifft sie auf die politischen R&auml;nder jedoch zu. Ist beispielsweise die amerikanische Tea-Party-Bewegung nach deutscher Definition eine rechte Bewegung? In vielen Punkten ist sie dies, in anderen jedoch nicht. Hierzulande w&uuml;nschen sich rechte und rechtsextreme Parteien traditionell eher einen starken Staat, die Tea-Party-Bewegung will jedoch den Staat am liebsten auf einige wenige Kernkompetenzen reduzieren. Das erzkonservative bis reaktion&auml;re Weltbild passt wiederum nahtlos in die politische Rechte nach deutscher Definition. Will man die Ideologie der Tea-Party-Bewegung in einem Begriff festlegen, so k&auml;me da wohl nur der wenig bekannte Begriff &bdquo;pal&auml;olibert&auml;r&ldquo; [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] in Frage. <\/p><p>Pal&auml;olibert&auml;re Parteien gab es in der deutschen Parteienlandschaft bis dato noch nicht. Am ehesten passt wohl der fr&uuml;he &bdquo;Bund freier B&uuml;rger&ldquo; in dieses Spektrum, der 1994 aus Abweichlern des rechten Fl&uuml;gels der FDP entstand und sich sowohl durch eine deutlich antieurop&auml;ische als auch durch eine ultra-marktliberale Ausrichtung auszeichnete. Finanziert wurde der &bdquo;Bund freier B&uuml;rger&ldquo; von Baron August von Finck jr., dessen politische Ausrichtung von seinem langj&auml;hrigen Intimus Ferdinand Graf von Galen einst mit dem Satz &bdquo;Rechts vom Gustl steht blo&szlig; noch Dschingis Khan&ldquo; umschrieben wurde. Die AfD kann mit Fug und Recht als politische Erbin dieser Gruppierung angesehen werden, die in sp&auml;teren Jahren vollends ins rechtsextremisitische Spektrum abgedriftet ist. Die prominenten AfD-Gr&uuml;ndungsmitglieder Karl Albrecht Schachtschneider, Joachim Starbatty und Bruno Bandulet begannen allesamt ihre politische Karriere beim &bdquo;Bund freier B&uuml;rger&ldquo;.<\/p><p><em>Die NachDenkSeiten haben sich bereits mehrfach mit den direkten und indirekten Vorl&auml;ufern der AfD besch&auml;ftigt:<\/em><\/p><ul>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10924\">Von der deutschen Tea Party zur Henkel-Partei (I) &ndash; Rechtspopulist Hans Olaf Henkel spielt mit den &Auml;ngsten der Bev&ouml;lkerung<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10973\">Von der deutschen Tea Party zur Henkel-Partei (II) &ndash; Der rechte Ritt auf der Welle der Emp&ouml;rung<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10678\">B&uuml;rgerkonvent 2.0 &ndash; die deutsche Tea-Party-Bewegung<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14670\">Wahlalternative 2013 &ndash; aus den Freien W&auml;hlern sollen freie (Markt-)Radikale werden<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul><p><em>Auch im Netz gibt es einige sehr lesenswerte Artikel zur AfD:<\/em><\/p><ul>\n<li><em><a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/2013\/03\/04\/alternative-fur-deutschland-die-geld-essentialisten\/\">Andreas Kemper: Alternative f&uuml;r Deutschland &ndash; Die Geld-Essentialisten<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/2013\/03\/10\/ohne-bild-keine-alternative-fur-deutschland\/\">Andreas Kemper: Ohne BILD keine &ldquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&rdquo;<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.publikative.org\/2013\/03\/10\/rechtspopulisten-gegen-europa\/\">Martin Wassermann: Rechtspopulisten gegen Europa<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/antieuro100.html\">Patrick Gensing: Mit Anti-Euro-Parolen in den Bundestag?<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/stoerungsmelder\/2012\/07\/19\/chauvinistische-rechte-gegen-esm-und-euro_9129\">Roland Sieber: Chauvinistische Rechte gegen ESM und Euro<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul><p><strong>Auferstanden aus Ruinen &ndash; der Weg der AfD zur Partei<\/strong><\/p><p>Lange Zeit hatte sich die AfD geziert, selbst als politische Partei in den Ring zu steigen. Zun&auml;chst versuchten die Mannen rund um Hans Olaf Henkel die FDP zu kapern. Nachdem der Mitgliedsentscheid um den ESM jedoch nicht in Henkels Sinn ausgegangen ist, distanzierte man sich demonstrativ und biederte sich bei den Freien W&auml;hlern an. Bei den letzten Landtagswahlen in Niedersachsen trat die &bdquo;Wahlalternative 2013&ldquo;, aus der die AfD direkt hervorgeht, sogar auf einer gemeinsamen Liste mit den nieders&auml;chsischen freien W&auml;hlern an. Dieses Man&ouml;ver war jedoch ein kompletter Reinfall. Man erzielte an den Urnen lediglich 1,1% der Stimmen und danach begann das Hauen und Stechen. Innerhalb der Freien W&auml;hler wurden Stimmen laut, sich von den marktradikalen und nationalchauvinistischen Professoren zu distanzieren. Bei den Protagonisten der AfD kam es andererseits gar nicht gut an, dass die Freien W&auml;hler in Bayern offen damit lieb&auml;ugelten, zusammen mit SPD und Gr&uuml;nen eine m&ouml;gliche Koalition zu bilden. Verst&auml;ndlich, wem CDU und CSU zu links und FDP nicht marktliberal genug sind, f&uuml;r den ist auch nur der Gedanken mit SPD und Gr&uuml;nen zu kooperieren bereits ein nicht wieder gutzumachender Tabubruch. <\/p><p>Also entschied man sich, selbst eine Partei zu gr&uuml;nden. Aus der &bdquo;Wahlalternative 2013&ldquo; soll im April auf dem Gr&uuml;ndungsparteitag in Berlin die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; werden. Ob die Partei bei den n&auml;chsten Bundestagswahlen antreten wird, ist noch ungewiss. Offiziell hei&szlig;t es, man m&uuml;sse erst einmal die finanziellen Mittel zusammenbekommen. Bei derart gut vernetzen Parteigr&uuml;ndern mit besten Kontakten zum &bdquo;ostelbischen Junkertum&ldquo; und zu zahlreichen marktliberalen Think Tanks, wie dem finanzstarken <a href=\"http:\/\/www.sourcewatch.org\/index.php?title=Cato_Institute\">Cato Institute<\/a>,  d&uuml;rfte es jedoch ein Kinderspiel sein, gen&uuml;gend Geld f&uuml;r einen &ouml;ffentlichkeitswirksamen Wahlkampf zusammenzubekommen. Etwas schwieriger k&ouml;nnte es da schon werden, die 2.000 Unterschriften pro Bundesland zu sammeln, die f&uuml;r die Zulassung zur Bundestagswahl n&ouml;tig sind.<\/p><p>Die AfD bezeichnet sich selbst als &bdquo;Graswurzelbewegung&ldquo;. Diese Selbstcharakterisierung verzerrt jedoch die Realit&auml;t. Wirft man einmal einen Blick auf die Initiatoren der AfD, st&ouml;&szlig;t man auf eine lange Liste, die sich zu einem sehr gro&szlig;en Teil aus Professoren zusammensetzt, die sich in diversen marktliberalen bis marktradikalen Think Tanks und Lobbygruppen tummeln. Zu diesen Professoren haben sich einige erzkonservative bis reaktion&auml;re Publizisten aus dem Umfeld der neuen Rechten gesellt. Eine l&auml;ngere, kommentierte Liste finden Sie am Ende des Artikels.<\/p><p><strong>Ein Programm zum F&uuml;rchten<\/strong><\/p><p>Es w&auml;re nat&uuml;rlich sehr blau&auml;ugig, zu glauben, dass es dieser Ansammlung von einschl&auml;gig bekannten Marktradikalen und Nationalchauvinisten &bdquo;nur&ldquo; um den Euro ginge. Schaut man sich einmal die anderen Programmpunkte dieser Gruppierung an, wird deutlich, dass die Eurokritik vielmehr eine Art Lockvogel ist, mit der Unzufriedene aus dem b&uuml;rgerlichen Lager eingefangen werden sollen &ndash; ein trojanisches Pferd mit einem &auml;u&szlig;ert radikalen Inhalt. Deutlich wird dies, wenn man sich einmal die sonstigen &ndash; noch sehr vagen und schwammigen &ndash; Forderungen aus den <a href=\"https:\/\/www.alternativefuer.de\/programm.html\">Programmentw&uuml;rfen der AfD<\/a> und ihrer direkten Vorg&auml;ngerorganisation <a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/2013\/03\/04\/alternative-fur-deutschland-die-geld-essentialisten\/\">&bdquo;Wahlalternative 2013&ldquo;<\/a> anschaut:<\/p><ul>\n<li>Senkung des Spitzensteuersatzes auf 25%<\/li>\n<li>Einhaltung der Schuldenbremse und Abbau der Staatsschulden<\/li>\n<li>Liberalisierung des Arbeitsmarkts<\/li>\n<li>25.000 Euro Kindspauschale bei der Geburt eines Kindes. Diese Pauschale soll jedoch nur dann ausgezahlt werden, wenn die M&uuml;tter in einem &bdquo;geordneten Verh&auml;ltnis&ldquo; leben, also &bdquo;ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben, &uuml;ber eine abgeschlossene Berufsausbildung verf&uuml;gen und ein festes Arbeitsverh&auml;ltnis haben etc.&ldquo;<\/li>\n<li>H&ouml;he Renten f&uuml;r &bdquo;Kinderreiche&ldquo;<\/li>\n<li>Mehr Eigenleistung im Krankenversicherungs-System<\/li>\n<li>Bildung soll als &bdquo;Kernaufgabe der Familie&ldquo; gef&ouml;rdert werden, Kitas und Schulen sollen dies lediglich &bdquo;sinnvoll erg&auml;nzen&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p>Man will also die Steuerbasis zugunsten der Reichen und Superreichen massiv senken und gleichzeitig die Staatsschulden abbauen? Dies w&auml;re nur dann auch nur im Ansatz m&ouml;glich, wenn der Staat sich aus zahlreichen Bereichen komplett zur&uuml;ckzieht. Einige Vorlagen liefert die AfD dabei gleich mit. Auf der Streichliste scheint hier neben dem Gesundheitssystem vor allem das Bildungssystem zu stehen. Kitas und Schulen als Erg&auml;nzung zur famili&auml;ren Bildung. Diese Forderung ist derart reaktion&auml;r, dass man sie wahrscheinlich nicht einmal an einem CSU-Stammtisch vorbringen k&ouml;nnte, ohne scheel von der Seite angeguckt zu werden. &Auml;hnlich reaktion&auml;re Vorschl&auml;ge kennt man ansonsten nur von der Tea-Party-Bewegung, die auch in wirtschafts- und finanzpolitischen Punkten Vorlagengeber f&uuml;r die AfD sein k&ouml;nnte.<\/p><p>Diese Programmatik findet sich auch in den Personen wieder, die auf der Unterst&uuml;tzerliste der AfD stehen. Dort findet man neben einem nationalistisch angehauchten &bdquo;Senior Advisor&ldquo; der Bank of America (Hans Olaf Henkel), ehemalige CDU-Rechtsau&szlig;en, die zur preu&szlig;ischen Kriegsdoktrin zur&uuml;ckwollen (Alexander Gauland), Leugner des Klimawandels auf der Gehaltsliste der INSM (G&uuml;nter Ederer), &Ouml;konomen, die fordern, dass Hartz-IV-Empf&auml;nger ihrer Organe verkaufen d&uuml;rften sollten (Peter Oberender) und den &bdquo;untersten Klassen&ldquo; das passive Wahlrecht entziehen wollen (Roland Vaubel) jede Menge marktradikaler Professoren aus den einschl&auml;gigen Think Tanks und nationalchauvinistische Ewiggestrige, die reihenweise in rechten Publikationen wie der &bdquo;Jungen Freiheit&ldquo;, der &bdquo;Preu&szlig;ischen Allgemeinen Zeitung&ldquo; oder &bdquo;eigent&uuml;mlich frei&ldquo; zur Stammautorenschafft geh&ouml;ren.<\/p><p><strong>Diese Alternative ist keine Alternative<\/strong><\/p><p>Ob die AfD eine reelle Chance hat, ihr Potential auch nur im Ansatz zu erschlie&szlig;en, ist momentan sehr schwer zu sagen. Dabei spielen wohl die Medien die entscheidende Rolle. Die AfD wird zwar erwartungsgem&auml;&szlig; schon heute in rechtsextremen Internetblogs gefeiert, ihre Zielgruppe ist und bleibt jedoch das radikale B&uuml;rgertum, das nichts mit den Schmuddelkindern vom offen rechtsextremen Rand zu tun haben will. Doch es gibt bereits erste Alarmzeichen, da einige Medien die AfD hofieren und ihr einen seri&ouml;sen Anstrich verpassen wollen. So war der AfD-Sprecher Bernd Lucke bereits Gast in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner und die konservativen und wirtschaftsliberalen Zeitungen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/alternative-fuer-deutschland-eine-buergerliche-graswurzelbewegung-gegen-den-euro-12111762.html\">FAZ<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article114443647\/Alternative-fuer-Deutschland-hat-gute-Argumente.html\">WELT<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/neue-partei-macht-mobil-schluss-mit-diesem-euro\/7923394.html\">Handelsblatt<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/anti-euro-partei-alternative-fuer-deutschland-sammelt-anhaenger\/7916494.html\">Wirtschaftswoche<\/a> berichten durchaus freundlich gewogen &uuml;ber die AfD. Einzig und allein die BILD-Zeitung ist bis jetzt noch &ndash; f&uuml;r ihre Verh&auml;ltnisse &ndash; <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/geld\/wirtschaft\/euro-krise\/alternative-fuer-deutschland-will-bei-bundestagswahl-antreten-29468950.bild.html\">&auml;u&szlig;erst kritisch<\/a>. Wahrscheinlich hat man bei BILD vor allem Angst, dass die AfD W&auml;hlerstimmen bei Union und FDP Stimmen wildern k&ouml;nnte. Und eine goldene Regel ist in Deutschland immer noch g&uuml;ltig: Ohne die Unterst&uuml;tzung der BILD wird hierzulande keine Partei rechts von der CDU nachhaltigen Erfolg haben. Und da kann man ausnahmsweise einmal nur darauf hoffen, dass die BILD ihren Kurs beibeh&auml;lt.  <\/p><p><strong>Anhang:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.alternativefuer.de\/\">Unterst&uuml;tzerliste der &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo;<\/a> (ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit):<\/p><p>Konrad Adam &ndash; Journalist, ehem. FAZ und WELT, mit <a href=\"http:\/\/www.single-generation.de\/sozialstaat\/konrad_adam.htm\">erzkonservativen Ansichten<\/a>.<\/p><p>Alexander Gauland &ndash; Publizist, Politiker (CDU) und ehemaliger Staatssekret&auml;r unter Walter Wallmann, der die CDU f&uuml;r den Verlust des &bdquo;konservativen Profils&ldquo; kritisiert, gegen linke Politik <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=896\">poltert<\/a> und f&uuml;r eine R&uuml;ckkehr zur <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/37\/37443\/1.html\">preu&szlig;ischen Kriegsdoktrin<\/a> aufruft. <\/p><p>Bernd Lucke &ndash; Neoliberaler &Ouml;konom, der kurz vor der Bundestagswahl 2005 zusammen mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft den sogenannten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=873\">&bdquo;Hamburger Appell&ldquo;<\/a> initiiert hat und seitdem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7834#h09\">immer wieder<\/a> mit <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:kritik-von-hans-werner-sinn-und-anderen-vom-dilettantismus-der-deutschen-oekonomen\/70059879.html\">kritikw&uuml;rdigen<\/a> <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:offener-brief-gegen-bankenunion-hans-werner-sinn-die-euro-krise-und-der-stammtisch\/70059428.html?page=2\">Appellen<\/a> ein hohes Fremdsch&auml;mpotential ausl&ouml;ste.<\/p><p>Gerd Robanus &ndash; Bundesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU\/CSU, dem unternehmerfreundlichen und konservativen Fl&uuml;gel der Unionsparteien,  der wegen der Hilfen f&uuml;r Griechenland seine Aktivit&auml;ten in der CDU ruhen l&auml;sst <\/p><p>Bruno Bandulet &ndash; Verleger, ehemals Mitglied im rechtspopulistischen Bund Freier B&uuml;rger, Kolumnist der Jungen Freiheit und verschiedener Internetseiten, die Gold vermarkten, Mitglied der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Friedrich_August_von_Hayek_Stiftung#Friedrich_August_von_Hayek_Gesellschaft_e.V.\">Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft<\/a>.<\/p><p>Charles Blankart &ndash; <a href=\"https:\/\/www.wiwi.hu-berlin.de\/professuren\/vwl\/oef\/mitarb\/curvit\">&Ouml;konom<\/a>, Mitglied der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Mont_Pelerin_Society\">Mont Pelerin Society<\/a>, der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Friedrich_August_von_Hayek_Stiftung#Friedrich_August_von_Hayek_Gesellschaft_e.V.\">Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft<\/a>, des <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Berlin_Manhattan_Institut\">Berlin-Manhattan-Instituts<\/a> und des <a href=\"http:\/\/www.thinktanknetworkresearch.net\/wiki_ttni_de\/index.php?title=Institut_Constant_de_Rebecque\">Institut Constant de Rebecque<\/a>.<\/p><p>Ulrich Blum &ndash; &Ouml;konom, Politiker (CDU),  der als Direktor des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung in Halle aufgrund der Kritik des Wissenschaftsrats und der Leibniz-Gemeinschaft an den wissenschaftlichen Leistungen dieses Instituts zur&uuml;cktrat. Blum ist <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2720\">Gegner des Mindestlohns<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/Presse\/Pressemeldungen\/Innovationsappell.html\">Unterzeichner<\/a> diverser neoliberaler <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7834#h09\">Appelle<\/a> und stellvertrender Vorsitzender der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Ludwig-Erhard-Stiftung\">Ludwig-Erhard-Stiftung<\/a>.<\/p><p>G&uuml;nter Ederer &ndash; Autor, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7327\">PR-Journalist<\/a> und Filmemacher, der seine neoliberalen Dokumentationen finanziell von der Initiative Soziale Marktwirtschaft <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2007\/05\/ederers-neue-marchen\/\">unterst&uuml;tzen lie&szlig;<\/a>, den Klimawandel <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2007\/07\/report-munchen-fuhrt-zuschauer-in-die-irre\/\">leugnet<\/a> und in seinen B&uuml;chern den Sozialstaat <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34352\/1.html\">abschaffen will<\/a>. Ederer ist Mitglied der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Friedrich_August_von_Hayek_Stiftung#Friedrich_August_von_Hayek_Gesellschaft_e.V.\">Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft<\/a> und sitzt im Beirat der Lobbyorganisation <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Die_Familienunternehmer_-_ASU\">&bdquo;Die Familienunternehmer &ndash; ASU&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Stefan Homburg &ndash; &Ouml;konom, stellvertretender Aufsichtsrat der MaschmeyerR&uuml;rup AG, <a href=\"http:\/\/www.sahra-wagenknecht.de\/de\/article\/470.versickernde_geldflut.html\">strammer Neoliberaler<\/a>.<\/p><p>Martin Leschke &ndash; &Ouml;konom, Mitglied des <a href=\"http:\/\/www.lobbypedia.de\/index.php\/Walter_Eucken_Institut\">Walter-Eucken-Instituts<\/a>, der zusammen mit dem f&uuml;r NachDenkSeiten-Leser bekannten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14415\">Ingo Pies<\/a> eine Buchreihe &uuml;ber die Vordenker des Marktradikalismus Buchanan, Hayek, Mises und Friedman herausgegeben hat.<\/p><p>Peter Oberender &ndash; Gesundheits&ouml;konom und Unterzeichner <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3911\">zahlreicher Appelle<\/a>, der sich f&uuml;r die Zweiklassenmedizin <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1584\">stark macht<\/a> und sozial Schwachen gerne gestatten w&uuml;rde, ihre Organe <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/29\/29088\/1.html\">zu verkaufen<\/a>.<\/p><p>Karl Albrecht Schachtschneider &ndash; Emeritierter Jurist ohne Ber&uuml;hrungs&auml;ngste mit dem <a href=\"http:\/\/www.bnr.de\/content\/auf-rechten-abwegen\">rechtsextremen Rand<\/a>. Schachtschneider trat in j&uuml;ngster Vergangenheit unter anderem bei Veranstaltungen der B&uuml;rgerbewegung PRO K&ouml;ln, der Haider-Partei FP&Ouml;, des als Netzwerk der &bdquo;Neuen Rechten&ldquo; geltenden <a href=\"http:\/\/www.redok.de\/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=330\">Studienzentrums Weikersheim<\/a>, des rechts-sektiererischen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verein_zur_F%C3%B6rderung_der_psychologischen_Menschenkenntnis\">VPM<\/a> und diverser Burschenschaften auf. Er ist regelm&auml;&szlig;iger Autor der &bdquo;Jungen Freiheit&ldquo; und ein beliebter Interviewpartner des rechtspopulistischen und islamfeindlichen Internetblogs &bdquo;Politically Incorrect&ldquo;.<\/p><p>Bernhard Seitz &ndash; Vorsitzender des <a href=\"http:\/\/www.publikative.org\/2012\/06\/15\/national-chauvinistische-ruckbesinnung\/\">Aktionsb&uuml;ndnisses Direkte Demokratie<\/a>, das von obskuren Gruppierungen und Kleinstparteien getragen wird, wie dem &bdquo;Netzwerk Volksentscheid&ldquo;, zu dessen <a href=\"http:\/\/netzwerkvolksentscheid.de\/blogs-und-medien\/\">&bdquo;Medienpartnern&ldquo;<\/a> das Who&acute;s Who der deutschen Verschw&ouml;rungstheoretikerszene geh&ouml;rt, und der <a href=\"http:\/\/www.parteidervernunft.de\/node\/1727\">&bdquo;Partei der Vernunft&ldquo; (pdv)<\/a>, die nicht nur den Euro, sondern auch gleich noch die Einkommens-, Lohn- und K&ouml;rperschaftsteuer ersatzlos abschaffen und die Justiz privatisieren will und ebenfalls bestens mit der Verschw&ouml;rungstheoretikerszene vernetzt ist.<\/p><p>Joachim Starbatty &ndash; &Ouml;konom, ehemals Listenkandidat des rechtspopulistischen Bunds freier B&uuml;rger, Vorstand der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Aktionsgemeinschaft_Soziale_Marktwirtschaft\">Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft<\/a>, Kuratoriumsmitglied des <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Walter_Eucken_Institut\">Walter-Eucken-Instituts<\/a> und Mitglied der <a href=\"http:\/\/lobbypedia.de\/index.php\/Ludwig-Erhard-Stiftung\">Ludwig-Erhard-Stiftung<\/a>.<\/p><p>Beatrix von Storch (geb. Herzogin von Oldenburg) &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10678\">Lobbyistin<\/a>, Vorstand B&uuml;rgerkonvent e.V., Vorstand Zivile Koalition e.V., Vorstand Allianz f&uuml;r den Rechtsstaat e.V.<\/p><p>Roland Vaubel, &Ouml;konom, Mitglied des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liberales_Institut\">Liberalen Instituts Z&uuml;rich<\/a> und des Editorial Boards des libert&auml;ren <a href=\"http:\/\/www.sourcewatch.org\/index.php?title=Cato_Institute\">Cato Institute<\/a>. Vaubel pl&auml;diert zum Schutz der Leistungseliten f&uuml;r ein Mehrklassenwahlrecht und will den Mitgliedern der &bdquo;untersten Klassen&ldquo; das passive Wahlrecht <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2080\">absprechen<\/a>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <em>Exkurs &bdquo;Pal&auml;olibertarismus&ldquo;: Wer glaubt, die FDP st&uuml;nde in Sachen Marktradikalit&auml;t am &auml;u&szlig;ersten Ende des Fl&uuml;gels, t&auml;uscht sich gewaltig. Basierend auf den theoretischen Werken von Ludwig von Mises und August von Hayek und den philosophischen Schriften von Ayn Rand hat sich im Umfeld der sogenannten &bdquo;&Ouml;sterreichischen Schule&ldquo; eine Ideologie ausgebreitet, die man wohl am ehesten als marktfundamentalistisch bezeichnen k&ouml;nnte. In den USA feiern die Vertreter dieser Richtung momentan ihren Siegeszug innerhalb der ansonsten erzkonservativen Tea-Party-Bewegung. Da sich Anh&auml;nger dieser Denkschule mit Vorliebe als &bdquo;Liberale&ldquo; ausgeben, ist es nicht so einfach, diese Schule begrifflich zu fassen. Zur&uuml;ckgreifend auf den Theoretiker Lew Rockwell bietet sich hier wohl am ehesten der Begriff &bdquo;Pal&auml;olibertarismus&ldquo; an. Namhafte Vertreter dieser Ideologie sind der US-Pr&auml;sidentschaftskandidat Ron Paul und der deutsche &bdquo;&Ouml;konom&ldquo; Hans-Hermann Hoppe. In seiner letzten Konsequenz stellt der Pal&auml;olibertarismus den freien Markt &uuml;ber alles andere, lehnt damit auch den Staat und vor allem den Sozialstaat im Kern ab und fordert stattdessen Sozialdarwinismus und die Unterwerfung aller Lebensbereiche unter die Marktideologie. Soziale Autorit&auml;ten wie die Familie und die Kirche sollen dabei das Individuum vor dem Staat sch&uuml;tzen, der f&uuml;r Pal&auml;olibert&auml;re das Feindbild ist. In Deutschland f&uuml;hrt diese Form des Extremismus, gegen den die NPD eine plumpe, wenn auch boshafte, Trachtentruppe ist, zumindest in der &Ouml;ffentlichkeit ein Schattendasein. In akademischen Kreisen ist der Pal&auml;olibertarismus jedoch vor allem bei &Ouml;konomen durchaus verbreitet. &Uuml;ber Lobbyorganisation wie dem August-von-Hayek-Institut und der Mont Pelerin Society versuchen die Vertreter dieser Ideologie seit l&auml;ngeren, ihren Einfluss auf die Politik, die Medien und die Gesellschaft geltend zu machen.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/51a3f91802bc4afda3ccfea1c4ebdf33\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da die marktradikalen Professoren rund um Hans Olaf Henkel mit dem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14670\">Plan<\/a>, die Freien W&auml;hler zu &uuml;bernehmen, offenbar gescheitert sind, haben sie nun ihre eigene Partei gegr&uuml;ndet. Die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; stellt sich &ouml;ffentlich als Anti-Euro-Partei mit B&uuml;rgern&auml;he dar. 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