{"id":16590,"date":"2013-03-20T09:42:19","date_gmt":"2013-03-20T08:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16590"},"modified":"2019-03-10T14:33:27","modified_gmt":"2019-03-10T13:33:27","slug":"reichtum-politisch-erzeugt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16590","title":{"rendered":"Reichtum \u2013 politisch erzeugt?"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Nicht nur Armut, sondern auch Reichtum muss ein Thema der politischen Debatte sein&ldquo;. Dies hatten die Kirchen 1997 in ihrem gemeinsamen Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland gefordert. Deshalb bedarf es, so folgerten die Kirchen, &bdquo;nicht nur eines regelm&auml;&szlig;igen Armutsberichts, sondern dar&uuml;ber hinaus auch eines Reichtumsberichts&ldquo;. Die rot-gr&uuml;ne Koalition folgte dieser Aufforderung 2003 und 2005, die nachfolgenden Regierungen in gr&ouml;&szlig;eren Abst&auml;nden, n&auml;mlich 2008 und 2013. Die gemeinsamen Merkmale dieser Berichte lassen sich so charakterisieren: Erstens wird eine gesellschaftliche Polarisierung der Einkommen, insbesondere der Verm&ouml;gen festgestellt, die w&auml;chst. Zweitens liegt der Hauptakzent auf der Armutsberichterstattung. Drittens bleibt die Analyse des Reichtums ein wei&szlig;er Fleck. Und viertens besch&ouml;nigen die Berichte die seit der Jahrhundertwende extreme Zunahme der asymmetrischen Verteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen. Es sind Regierungsberichte, die jene im Entwurf erkennbaren wissenschaftlichen Analysen politisch &uuml;bert&uuml;nchen. Von <strong>Friedhelm Hengsbach SJ<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16590#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Nicht nur Armut, sondern auch Reichtum muss ein Thema der politischen Debatte sein&ldquo;. Dies hatten die Kirchen 1997 in ihrem gemeinsamen Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland gefordert. Deshalb bedarf es, so folgerten die Kirchen, &bdquo;nicht nur eines regelm&auml;&szlig;igen Armutsberichts, sondern dar&uuml;ber hinaus auch eines Reichtumsberichts&ldquo;. Die rot-gr&uuml;ne Koalition folgte dieser Aufforderung 2003 und 2005, die nachfolgenden Regierungen in gr&ouml;&szlig;eren Abst&auml;nden, n&auml;mlich 2008 und 2013. Die gemeinsamen Merkmale dieser Berichte lassen sich so charakterisieren: Erstens wird eine gesellschaftliche Polarisierung der Einkommen, insbesondere der Verm&ouml;gen festgestellt, die w&auml;chst. Bereits im ersten Bericht wurde die ungleiche Verteilung des privaten Verm&ouml;gens erw&auml;hnt: Das oberste Zehntel der nach dem Verm&ouml;gen gruppierten privaten Haushalte verf&uuml;gte 1998 &uuml;ber 42%, die untere H&auml;lfte &uuml;ber 4,5% des Gesamtverm&ouml;gens. 2007 verf&uuml;gte das oberste Zehntel &uuml;ber knapp 50%, die untere H&auml;lfte &uuml;ber 1% des Gesamtverm&ouml;gens. Zweitens liegt der Hauptakzent auf der Armutsberichterstattung. Drittens bleibt die Analyse des Reichtums ein wei&szlig;er Fleck. Und viertens besch&ouml;nigen die Berichte die seit der Jahrhundertwende extreme Zunahme der asymmetrischen Verteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen. Es sind Regierungsberichte, die jene im Entwurf erkennbaren wissenschaftlichen Analysen politisch &uuml;bert&uuml;nchen.<\/p><p>Ich will versuchen, in einem ersten Schritt die emotional aufgeladene Reichtumsdebatte zu strukturieren, danach den Begriff des Reichtums zu pr&auml;zisieren und schlie&szlig;lich zu pr&uuml;fen, ob und wie Reichtum in demokratischen Gesellschaften gerechtfertigt werden kann.<\/p><ol>\n<li><strong>Reichtumsdebatten<\/strong><br>\nIn dem Gemeinsamen Wort der Kirchen wurde ein Riss festgestellt zwischen denen, die an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung in Deutschland teilhaben, und denen die davon ausgeschlossen sind. Vor einer solchen polarisierten Entwicklung, die f&uuml;r die Entwicklungsl&auml;nder und die Beziehungen zwischen den L&auml;ndern des weltwirtschaftlichen Nordens und S&uuml;den als typisch angesehen wurde, sahen sich die reifen Industriel&auml;nder bisher verschont. Mittlerweile haben jedoch Kleinaktion&auml;re durch das Auf und Ab an den Wertpapierb&ouml;rsen und insbesondere durch die Finanzkrise einen Teil ihres Aktienverm&ouml;gens verloren, w&auml;hrend die Geh&auml;lter der Manager noch kr&auml;ftig heraufgesetzt oder, wenn ihre Vertr&auml;ge vorzeitig aufgel&ouml;st wurden, mit zweistelligen Millionensummen in Euro abgefunden worden sind. Eine Handvoll US-Amerikaner bezieht ein Jahreseinkommen, das dem Volkseinkommen von zwanzig der &auml;rmsten L&auml;nder der Welt entspricht. Die Reaktion, wie bereits hoch verschuldete Staaten auf die Bankenrettung reagiert haben, n&auml;mlich Sozialleistungen zu k&uuml;rzen und niedrig entlohnte Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, hat noch dazu beigetragen, die fortschreitende Schieflage der Verteilung des Reichtums zu versch&auml;rfen.\n<p>Allerdings l&auml;sst sich &uuml;ber Reichtum genauso wenig wie &uuml;ber Armut wertfrei diskutieren. Es sind Tr&auml;ume und Fantasien, die sich auf ein Leben in Reichtum beziehen. Die einen sind daran interessiert, den eigenen Lebensstandard gegen &auml;u&szlig;ere Eingriffe zu sichern. Andere verteidigen bestehende gesellschaftliche Strukturen um jeden Preis, wieder andere wollen diese Strukturen vertikaler Ungleichheit radikal zerschlagen. Protestbewegungen in den reifen Volkswirtschaften emp&ouml;ren sich &uuml;ber die Brutalit&auml;t eines Kapitalismus, der die weltweite Schere zwischen einer kleinen Zahl von Superreichen und der vergleichsweise gro&szlig;en Zahl derer, die in absoluter Armut leben, erzeugt.<br>\nIn der Bibel finden sich zahlreiche Aussagen, die den Reichtum <strong>verkl&auml;ren<\/strong>. Der Segen Gottes macht reich, schenkt ein Leben in F&uuml;lle, das von Gl&uuml;ck und Freude gepr&auml;gt ist. Das Paradies ohne M&uuml;he und Arbeit ist von einer g&ouml;ttlichen Aura umstrahlt. <\/p>\n<p>Allerdings <strong>warnt<\/strong> die Bibel auch vor jenem Reichtum, der unrechtm&auml;&szlig;ig angeeignet wurde. Der Reiche soll sich nicht seines Reichtums r&uuml;hmen. &bdquo;Wie ein Rebhuhn, das ausbr&uuml;tet, was es nicht gelegt hat, so ist ein Mensch, der Reichtum durch Unrecht erwirbt&ldquo;. <\/p>\n<p>Eine <strong>radikale Kritik<\/strong> des Reichtums &auml;u&szlig;ern die Propheten. Sie richtet sich gegen die religi&ouml;sen und politischen Eliten, die das Volk ausbeuten und unterdr&uuml;cken. Sie schlie&szlig;en die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung von der Nutzung des Landes aus, dessen einziger Eigent&uuml;mer Gott ist. Der Prophet Amos wirft den Reichen vor, dass sie in Steinpal&auml;sten, in Sommer- und Winterresidenzen wohnen, aber den Armen auf den Kopf treten und sie f&uuml;r ein paar Sandalen verkaufen. Sie r&auml;keln sich in weichen Polstern und bezahlen ihre Kosmetika und ihren Wein mit dem, was sie an Zinsen, Bu&szlig;geldern und Steuern kassieren. Sie sind reich geworden, weil sie die Hohlma&szlig;e f&uuml;r die verkauften Waren manipuliert, die Gewichtsteine f&uuml;r das Silbergeld gef&auml;lscht und die Waagebalken verbogen haben. Doch im Gericht werden sie wie K&ouml;rner in einem Sieb gesch&uuml;ttelt und in der Kelter zertreten. Ihre H&auml;user werden zertr&uuml;mmert und in St&uuml;cke gehauen. Wie von einem Schaf, das der L&ouml;we packt, bleiben nur ein Ohrl&auml;ppchen und zwei Knochen &uuml;brig. Das Evangelium nach Lukas scheint diesem prophetischen Verst&auml;ndnis zu folgen. Den Reichen und Satten gelten die Wehrufe der lukanischen Feldrede. Die Menschen werden in die Entscheidung gerufen: &bdquo;Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr k&ouml;nnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon&rdquo;, einem unredlich erworbenen Verm&ouml;gen. In zahlreichen Gleichnissen warnt Jesus vor der Gefahr des Reichtums: Zwischen dem reichen Mann und dem armen Lazarus klafft ein unendlicher Abgrund. Wem wird all das geh&ouml;ren, was der reiche Mann in seinen Scheunen angeh&auml;uft hat, wenn Gott in derselben Nacht sein Leben zur&uuml;ckfordert? Nur schwer kommen Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes. &bdquo;Eher geht ein Kamel durch ein Nadel&ouml;hr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt&ldquo;.<\/p>\n<p>Die positive Einstellung zu einer Sch&ouml;pfung Gottes, die dieser zu jeder Zeit und in jeder Stunde sch&ouml;n und gut gemacht hat, mag eine <strong>indifferente<\/strong> Einstellung zum Reichtum rechtfertigen, wie sie Ignatius von Loyola in den Exerzitien denjenigen naheliegt, die sich den &Uuml;bungen unterziehen: Der Mensch sei dazu geschaffen, Gott zu loben, ihm Ehre zu erweisen und darin sein Heil zu finden. Alle anderen Dinge auf Erden seien zum Menschen hin geschaffen, um ihm zu helfen, sein Lebensziel zu erreichen. Daraus folge, dass er die Dinge soweit gebrauchen soll, als sie ihm zu seinem Ziele hin helfen, und soweit lassen soll, als sie ihn daran hindern. Asketische Weltverachtung und radikaler Verzicht auf den souver&auml;nen Gebrauch der G&uuml;ter dieser Welt mag folglich einer esoterischen Minderheit zumutbar sein. F&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung sind sie wohl weder angemessen noch vertretbar.<\/p><\/li>\n<li><strong>Spurensuche<\/strong>\n<p>Das emotional aufgeladene Herumschweifen um das Ph&auml;nomen des Reichtums in Deutschland l&auml;sst sich vielleicht durch eine <strong>begriffliche Pr&auml;zisierung<\/strong> eingrenzen. Im ersten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung wurde 2003 der Versuch gemacht, Haushalte mit einem Einkommen, das doppelt so hoch ist wie das Durchschnittseinkommen, als reich zu identifizieren bzw. Einkommensmillion&auml;re und Verm&ouml;gensmillion&auml;re zu ermitteln. Ein solcher Versuch wird durch einen Kommentar des fr&uuml;heren Pr&auml;sidenten der Deutschen Bundesbank, Karl Otto P&ouml;hl, aus dem Jahr 1996 desavouiert, der Haushalte in Deutschland mit einem Nettoverm&ouml;gen von mehr als 2,5 Mill. DM gerade mal als &bdquo;wohlhabend&rdquo;, solche mit einem Verm&ouml;gen von mehr als 5 Mill DM als &bdquo;sehr wohlhabend&rdquo; bezeichnete. Als &bdquo;reich&rdquo; w&uuml;rde er nur solche Haushalte ansehen, die ein Nettoverm&ouml;gen haben, das 10 Mill. DM &uuml;bersteigt. &bdquo;Gr&ouml;&szlig;ere Verm&ouml;gen&ldquo; w&uuml;rden erst jenseits einer Grenze von 20 Mill. DM auftreten. Die von Karl Otto P&ouml;hl vorgenommene semantische Unterscheidung zwischen Wohlstand und Reichtum hat zwei unmittelbare Folgen: Es schrumpfen sowohl die weltanschauliche Arena der Verkl&auml;rung und D&auml;monisierung als auch die Reichweite einer ethischen Bewertung des Reichtums.<\/p>\n<p>Kann der Begriff des vom Reichtum unterschiedenen <strong>Wohlstands<\/strong> den Zugang zum Reichtum erschlie&szlig;en? &bdquo;Wohlstand f&uuml;r alle&rdquo; war das politische Leitbild Ludwig Erhards, der &uuml;ber Profiterwartungen der Unternehmer, reale Investitionen, Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen, Masseneinkommen und Massenkonsum ein dynamisches und stetiges Wachstum mit Vollbesch&auml;ftigung sicherstellen wollte. Aber Wohlstand ist nicht Reichtum. Eine inklusive, wenngleich differenzierte Beteiligung am wirtschaftlichen Wachstum und dem dadurch geschaffenen Wohlstand kann durch spezifische Regeln der Prim&auml;r- und Sekund&auml;rverteilung f&uuml;r alle Mitglieder einer Gesellschaft geschaffen werden. Aber dadurch werden nicht alle reich. Zudem entstehen mit steigendem materiellen Wohlstand Grenzen des Wachstums f&uuml;r alle, zumal das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, wenn es mit einer Menge materieller G&uuml;ter gleich gesetzt wird, seine Eignung verliert, den Zuwachs an pers&ouml;nlicher und gesellschaftlicher Lebensqualit&auml;t anzuzeigen. Reichtum ist nicht auf die materielle G&uuml;terausstattung einzuengen, sondern mulitdimensional. Reichtumsgrenzen sollten also, falls es sie &uuml;berhaupt gibt, innerhalb der gesellschaftlichen Verteilung und nicht durch nat&uuml;rlich bedingte Grenzen des Wirtschaftswachstums abgesteckt werden.<\/p>\n<p>L&auml;sst sich die Frage des Reichtums vom Begriff des <strong>Eigentums<\/strong> her beantworten? Das Recht, andere von der Nutzung eines Gutes auszuschlie&szlig;en, ist die Bedingung der M&ouml;glichkeit privatwirtschaftlicher Tauschakte. &bdquo;Eigentum&rdquo; ist eine Kategorie der Rechtssph&auml;re, definiert ein Rechtsverh&auml;ltnis. Manager einer Publikumsgesellschaft sind Angestellte der Gesellschaft, nicht Eigent&uuml;mer des Unternehmens. Das Eigentumsrecht der Anteilseigner einer Publikumsgesellschaft kann sich auf das Eigentum an Wertpapieren und auf das Recht beschr&auml;nken, die Dividende in Empfang zu nehmen, ohne dass sie die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der Manager wirksam beeinflussen k&ouml;nnen. Das Recht auf Eigentum, selbst wenn es gering ist, steht auch den Armen zu. Der Eigent&uuml;mer muss nicht reich sein. Diese Diskussion verrennt sich auf eine Nebenarena.<\/p>\n<p>Bildet der Begriff des <strong>Verm&ouml;gens<\/strong> eine geeignete Br&uuml;cke zu dem des Reichtums? Als verm&ouml;gend werden zun&auml;chst diejenigen bezeichnet, die &uuml;ber au&szlig;ergew&ouml;hnlich viel materielle Ressourcen verf&uuml;gen. Die Ressourcen k&ouml;nnen Grund und Boden sein, Wasser, Gebrauchsg&uuml;ter, H&auml;user, Hotels, Fabriken, Flugzeuge, Produktionsanlagen und Geld. Wenn die Ressourcen eng an die Person des Verm&ouml;genden gebunden sind, spricht man von Kompetenzen. Menschen k&ouml;nnen reich sein an Wissen, Bildung, Gesundheit, Sch&ouml;nheit, Ansehen, Erfahrung, musikalischer, k&uuml;nstlerischer Begabung oder seltenen F&auml;higkeiten. <\/p>\n<p><strong>Macht<\/strong> entsteht durch ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Verm&ouml;gen an Ressourcen und Kompetenz. In modernen ausdifferenzierten Gesellschaften sind die Machtverh&auml;ltnisse gem&auml;&szlig; den Teilsph&auml;ren der Gesellschaft jeweils begrenzt. Wenn die Teilsph&auml;ren gleichrangig sind, kann die Asymmetrie der Macht in einer Sph&auml;re durch eine gegenl&auml;ufige Machtasymmetrie in einer anderen Sph&auml;re neutralisiert werden. Wer reich an wirtschaftlicher Macht ist, kann durch diejenigen, die politisch m&auml;chtig sind, in Schach gehalten werden. Der politisch M&auml;chtige kann durch diejenigen, die reich an Wissen sind, geb&auml;ndigt werden. Wer m&auml;chtig ist, weil er extrem viel Geld hat, kann durch diejenigen, die intelligent oder gro&szlig;e Artisten sind, ausgebremst werden. Die Hypothese pluraler Sph&auml;ren klingt beschwichtigend gegen&uuml;ber der Warnung, dass der konzentrierte wirtschaftliche Reichtum sowohl die politische Sph&auml;re als auch die lebensweltliche Sph&auml;re wie eine fremde Besatzungsmacht erobert. Die sympathische Hypothese einer wirksamen Sph&auml;rentrennung trifft indessen nicht zu. Vielmehr stattet die &bdquo;Allmacht und Allgegenwart des Geldes&rdquo; diejenigen Akteure, denen au&szlig;ergew&ouml;hnlich hohe Geldverm&ouml;gen geh&ouml;ren oder die &uuml;ber eine unbegrenzte Geld- und Kreditsch&ouml;pfungsmacht verf&uuml;gen, mit einer unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen gesellschaftlichen Gestaltungsmacht aus.<\/p>\n<p>Die bisherigen Versuche, das Ph&auml;nomen des Reichtums in die gesellschaftliche Normalit&auml;t des Wohlstands, Eigentums, Verm&ouml;gens sowie der Macht einzubeziehen, sind nicht sehr erfolgreich. Warum f&uuml;hren sie nicht zum Ziel? Sie starten von den Durchschnittseinkommen und den mittleren Haushaltsgruppen, gleichsam von der &bdquo;Froschperspektive&ldquo; aus. Damit ger&auml;t das Exklusive des Reichtums aus dem Blick. Ob eine Beschreibung der Stilmerkmale und der Typen von Akteuren, die als reich gelten, weiterf&uuml;hrt?<\/p>\n<p>Als <strong>Stilmerkmale<\/strong> des Reichtums werden das Freisein von einschr&auml;nkenden Zw&auml;ngen, die ostentative Verschwendung und der zweckfreie Luxus genannt. Wer reich ist, demonstriert seine Zeitautonomie in M&uuml;&szlig;iggang und Vergn&uuml;gungsreisen, zeigt einen exquisiten Geschmack bei der Auswahl seiner Kleidung und Wohnungseinrichtung, beim Konsum sowie beim Essen und Trinken. Er bewegt sich in komfortablen sozialen R&auml;umen und Wohnformen, bet&auml;tigt sich in ausgesuchten Sportarten, und pflegt distinktive Standards.<\/p>\n<p>Unter den <strong>reichen Akteuren<\/strong> lassen sich vier Typen unterscheiden: Angeh&ouml;rige eines alten, dynastischen Reichtums greifen auf Einkommen und Verm&ouml;gen zur&uuml;ck, die selbst eigenst&auml;ndige Quellen von Reichtum sind. Sie leben verborgen, extravagant und &uuml;bernehmen repr&auml;sentative Aufgaben. Eine zweite Gruppe hat ihren Reichtum durch anstrengende Arbeit erworben. Sie geh&ouml;rt dem gehobenen B&uuml;rgertum und dem b&uuml;rgerlichen Mittelstand an. Zu ihnen z&auml;hlen erfolgreiche Unternehmergestalten. Die Spannweite ihres Reichtums ist au&szlig;erordentlich, sie reicht von Million&auml;ren bis zu Milliard&auml;ren. Eine dritte Gruppe von Neureichen ist zwar in die Sph&auml;re der Reichen aufgestiegen, hat sich aber an das ungewohnte Milieu noch nicht angepasst, sondern ist dem alten Sozialmilieu verhaftet geblieben. Zur vierten Gruppe geh&ouml;ren die transitorischen Reichen, n&auml;mlich erfolgreiche Filmstars, Showmaster und Sportler, die zwar eine Zeitlang sehr exponiert, aber dann oft sehr zur&uuml;ckgezogen leben.<\/p>\n<p>Um die Sph&auml;re <strong>exklusiven Reichtums<\/strong> zu erfassen, m&uuml;sste sich die &ouml;ffentliche Statistik &uuml;ber den oberen Rand des gehobenen Wohlstandes hinaus erstrecken. Dies ist bisher nur ansatzweise gelungen. Exklusiver Reichtum ist nicht hinreichend beschrieben, wenn blo&szlig; pers&ouml;nliche Lebensstile oder unterschiedliche Typen reicher Akteure in den Blick genommen werden. Aus exklusivem Reichtum, der konzentriert auftritt, entstehen Ausgrenzungsprobleme, die den Zusammenhalt und Frieden der Gesellschaft gef&auml;hrden. Er schlie&szlig;t andere aus, insofern er direkt mit &ouml;ffentlicher Armut zusammenh&auml;ngt, die private Haushalte im unteren Bereich der Bev&ouml;lkerung besonders trifft. Zudem beansprucht er &uuml;berdurchschnittlich endliche Ressourcen, etwa knappen Wohnraum oder nicht erneuerbare Energien. Und zudem kann er sich aus der Finanzierung &ouml;ffentlicher Aufgaben ausschlie&szlig;en.<\/p><\/li>\n<li><strong>Reichtum in demokratischen Gesellschaften<\/strong>\n<p>Moderne Gesellschaften sind Erwerbsarbeitsgesellschaften. Sie sind aus der Bauernbefreiung hervorgegangen und haben insofern einen egalit&auml;ren Charakter, als Leibeigenschaft, Heiratszwang und die strikte Bindung an den Ort des Feudalherrn ein f&uuml;r alle Mal beseitigt sind. An deren Stelle sind die freie Wahl der Partnerin oder des Partners, des Wohnorts und des Arbeitgebers getreten. Allerdings schleppt diese egalit&auml;re Gesellschaft ein feudales Erbe mit sich: W&auml;hrend die befreiten Bauern ihre Existenzgrundlage verloren haben, wurden die Feudalherren weder von ihrem Grund und Boden noch von ihrem Sach- und Geldverm&ouml;gen &bdquo;befreit&ldquo;. Folglich koexistieren eine Minderheit, der die Produktionsmittel geh&ouml;ren, und eine Mehrheit der Bev&ouml;lkerung, die blo&szlig; &uuml;ber das Arbeitsverm&ouml;gen verf&uuml;gt, miteinander. Beide sind aufeinander angewiesen, weil die einen nicht ohne fremde Arbeit ihre Produktionsmittel rentabel verwerten k&ouml;nnen, und die anderen nur in der Kombination mit fremden Produktionsmitteln in der Lage sind, ihr Arbeitsverm&ouml;gen einzusetzen, um den Lebensunterhalt zu gewinnen. Das Medium der Kooperation beider Gruppen ist der freie Arbeitsvertrag, der allerdings unter ungleichen Verhandlungspositionen zustande kommt. Dennoch bleibt ein tendenziell egalit&auml;rer Charakter der Arbeitsgesellschaft erhalten, insofern sich deren Mitglieder ihre gesellschaftliche Stellung &uuml;berwiegend, wenn nicht ausschlie&szlig;lich durch eigene Arbeit verdienen. Die Gesellschafts- und Wirtschaftstheorien einer solchen egalit&auml;ren Gesellschaft mit feudalem Erbe folgen einem methodischen Individualismus, dessen Nahtstelle zum weltanschaulichen Individualismus eng gezogen ist. Folglich wird der Reichtum, der als individuell erworben unterstellt ist, nicht als exklusiver Reichtum, sondern als individuell durch Arbeit erworben gedeutet. Er bleibt eingebettet in den Kontext &ouml;ffentlich garantierter privater Eigentums- und Verf&uuml;gungsrechte an produktiven Ressourcen sowie unternehmerischer Kompetenzen. Und er wird gerechtfertigt im Hinblick auf zwei Funktionen, n&auml;mlich die gesellschaftliche Ordnung zu stabilisieren und die Marktsteuerung zu gew&auml;hrleisten.  <\/p>\n<ol>\n<li><strong>Herk&ouml;mmliche Funktionsdeutungen des Reichtums<\/strong>\n<p>Die <strong>gesellschaftlichen Funktionen<\/strong> des Reichtums lassen sich so angeben: Das individuelle b&uuml;rgerliche Subjekt ist mit Freiheitsrechten ausgestattet, die es ihm gestatten, &uuml;berdehnte Anspr&uuml;che des Staates abzuwehren und die Privatsph&auml;re unverletzt vor staatlichen Eingriffen zu bewahren. Der durch eigene Anstrengung erworbene und in der Rechtsfigur des Privateigentums garantierte Reichtum dient erstens dem Wirtschaftssubjekt als verl&auml;ngerter Freiheitsraum. Er ist die materielle Verk&ouml;rperung der b&uuml;rgerlichen Freiheit. Zweitens stabilisiert der eigentumsrechtlich gesicherte Reichtum die b&uuml;rgerliche Familie &uuml;ber Generationen hinweg und begr&uuml;ndet einen Generationenvertrag in der gesellschaftlich anerkannten Rechtsfigur der Erbschaft. Der durch individuelle Arbeit erworbene Reichtum wird durch das Erbrecht vor dem Zerfall und der Aufl&ouml;sung bewahrt.  Als Reichtum der Familie st&auml;rkt er den famili&auml;ren Zusammenhalt. In einer Drei-Klassen-Gesellschaft war das Wahlrecht reichen B&uuml;rgern, Eigent&uuml;mern von erheblichem Grund und Boden oder Kapital vorbehalten. Ihr Reichtum sollte sie drittens, falls sie zeitweilig in den &ouml;ffentlichen Dienst eintraten, ohne daf&uuml;r vom Staat entsch&auml;digt zu werden, unabh&auml;ngig machen und gegen Bestechungs- und Korruptionsversuche immunisieren. Der private Reichtum dynamischer Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten, der in der Fr&uuml;hphase der Industrialisierung durch deren Initiative und finanzielles Geschick vermehrt worden war, finanzierte viertens betriebsbezogene mildt&auml;tige Werke f&uuml;r die Armen. Die Unternehmer, die gleichzeitig Fabrikeigent&uuml;mer waren, errichteten private Stiftungen, die sich der Kranken- und Wohnungsversorgung sowie der gesunden Ern&auml;hrung der Besch&auml;ftigten widmeten. Sie &uuml;bernahmen die Rolle barmherziger Samariter, als die feudalen Solidarit&auml;tsstrukturen zerbrochen und die erwerbsgesellschaftlichen Solidarit&auml;tsstrukturen noch nicht gefestigt waren.<\/p>\n<p>Neben den gesellschaftlichen Funktionen werden dem Reichtum, den sich Individuen oder Familien angeeignet haben, <strong>wirtschaftliche Funktionen<\/strong> zugewiesen, welche die Marktsteuerung sichern. Marktwirtschaftlicher Wettbewerb unter idealtypischen Bedingungen k&auml;me gar nicht zustande, wenn das einzelne Wirtschaftssubjekt nicht gen&ouml;tigt w&auml;re, seine wirtschaftlichen Entscheidungen zu verantworten und f&uuml;r deren Folgen einzutreten. Mit der Chance, Gewinne zu erzielen, soll auch das Risiko verbunden sein, entstehende Verluste voll zu tragen. Indem der Reichtum voll als Haftungsgrundlage in Anspruch genommen wird, soll er erstens risikobewusste Entscheidungen des Unternehmers erzeugen, um Risiken von den Gesch&auml;ftspartnern abzuwehren, die diese nicht haben einsehen k&ouml;nnen. Eine solche idealtypische Argumentation wird indessen zur Legende, sobald die beschr&auml;nkte Haftung der Anteilseigner von Publikumsgesellschaften in den Blick ger&auml;t. Au&szlig;erdem gilt Reichtum als rechtm&auml;&szlig;ig erworben, wenn er die Frucht eigener Arbeit ist. Daraus erw&auml;chst zweitens die Funktion, einen Anreiz daf&uuml;r zu bieten, dass die einzelnen Wirtschaftssubjekte daf&uuml;r sorgen, leistungsf&auml;hig zu werden und leistungsbereit zu sein. Auch mit dieser Reichtumslegende wird wohl eher die Werkstattidylle eines selbst&auml;ndigen Kleinunternehmers und weniger der arbeitsteilige komplexe Entstehungsprozess moderner Dienstleistungen beschrieben. B&ouml;rsengewinne lassen sich n&auml;mlich nur sehr indirekt und vermittelt als Frucht der Arbeit eines einzelnen Devisenh&auml;ndlers oder einer einzelnen Devisenh&auml;ndlerin interpretieren. Eine exakte Zuordnung des Arbeitseinsatzes und des bewerteten Arbeitsergebnisses ist in einem arbeitsteiligen Herstellungsprozess kaum m&ouml;glich. In welchem Ausma&szlig; der erwartete materielle Reichtum die Bereitschaft des einzelnen antreibt, eine Arbeit zu &uuml;bernehmen, ist schwer zu ermitteln. Denn es gibt zahlreiche andere wirksame Anreize zum Arbeiten, auch solche, die nicht materiell sind. Drittens stellt der Reichtum eines Unternehmers diesem die Finanzmittel bereit, um reale Investitionen vorzunehmen, Arbeitspl&auml;tze und Einkommen zu schaffen sowie eine besch&auml;ftigungsintensive Dynamik wirtschaftlichen Wachstums auszul&ouml;sen. Aber in welchem Ausma&szlig; werden die Investitionen eines Unternehmens intern oder extern finanziert? Geht von Portfolio-Investitionen die gleiche Wirkung wie von realen Investitionen aus? Welche Rolle spielt die Geld- und Kreditsch&ouml;pfungsmacht des Bankensystems f&uuml;r die Investitionst&auml;tigkeit eines Unternehmens? In den vergangenen Jahren sind die Erwartungen, dass der Zuwachs an Einkommens- und Verm&ouml;gensreichtum die Unternehmer veranlassen w&uuml;rde, reale Investitionen zu t&auml;tigen, mehrmals entt&auml;uscht worden. Die Gewinnerwartungen eines einzelnen Unternehmers, die seine Neigung zu investieren, beeinflussen, h&auml;ngen weithin von der allgemeinen Einsch&auml;tzung der Lage und den Erwartungen der Mehrheit der Wirtschaftssubjekte auf den Finanz- und G&uuml;term&auml;rkten ab.<\/p>\n<p>Die kritische Pr&uuml;fung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Funktionsdeutungen des Reichtums, wie sie in der neuzeitlichen b&uuml;rgerlichen Gesellschaft verbreitet waren, hinterl&auml;sst offene Fragen, insbesondere nach dem methodischen Kontext dieser Funktionsdeutungen, der den Verdacht von Funktionslegenden nahelegt. Auff&auml;llig sind der extrem individualisierte Blickwinkel, die idealtypischen Modellkonstrukte des Marktes und die Ableitung &ouml;konomischer Funktionen aus unkritisch &uuml;bernommenen gesellschaftlichen Ordnungsfiguren. Vor allem wird deutlich, dass nicht der exklusive Reichtum und die unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige wirtschaftliche oder politische Macht thematisiert werden, sondern lediglich das allt&auml;gliche Eigentum und Verm&ouml;gen von jedermann und jederfrau, das der privaten Absicherung gegen die Lebensrisiken des Alters, der Krankheit und der Armut dient. Au&szlig;erdem l&auml;sst die Methodik der Funktionsdeutungen des Reichtums einen charakteristischen blinden Fleck erkennen: dass n&auml;mlich die Frage der Verwendung des Reichtums von der kritischen Aufmerksamkeit auf dessen Entstehung ablenkt. <\/p><\/li>\n<li><strong>Entstehung des Reichtums<\/strong>\n<p>Der Versuch einer Rechtfertigung des Reichtums in demokratischen Gesellschaften beruht meist auf zwei herk&ouml;mmlichen Voraussetzungen: Zum einen sei ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der individuellen Arbeitsleistung und dem bewerteten Arbeitsergebnis feststellbar, so dass das Arbeitsentgelt individuell angeeignet werden und den privaten Reichtum vermehren kann. Dieser &uuml;be damit einen unverzichtbaren Anreiz auf den Leistungswillen des einzelnen aus. Zum andern sei damit zu rechnen, dass der private Reichtum infolge von Sickereffekten, Investitionsfinanzierungen oder konsumtiven Verteilungsvorg&auml;ngen am Ende allen Bev&ouml;lkerungsgruppen zu Gute kommt. Beide stark individualistisch verengten Voraussetzungen sind allenfalls gro&szlig;e Erz&auml;hlungen. F&uuml;r die Entstehung von Reichtum und insbesondere exklusiven Reichtum sind jedoch andere Komponenten relevant.<\/p>\n<p>Erstens ist Reichtum ein soziales Ph&auml;nomen. Er wird als solcher kollektiv und gesellschaftlich erzeugt. Die unternehmerische und gesamtwirtschaftliche Wertsch&ouml;pfung wird durch das Zusammenspiel einer Vielzahl von Ressourcen erwirtschaftet, aus denen das Arbeitsverm&ouml;gen, das Naturverm&ouml;gen, das Gesellschaftsverm&ouml;gen und das Geldverm&ouml;gen herausragen. Der jeweilige Beitrag dieser Ressourcen zum Endergebnis ist weder technisch noch wirtschaftlich pr&auml;zise zuzuordnen. Es ist auch das Resultat gesellschaftlicher Vorleistungen, die durch die Erziehungsarbeit von Eltern, P&auml;dagogen und selbstorganisierten Gruppen der allt&auml;glichen Lebenswelt sowie durch &ouml;ffentliche Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen vermittelt werden.<\/p>\n<p>Zweitens entsteht Reichtum durch die kollektive Vorentscheidung, dass weniger als die H&auml;lfte der gesellschaftlich notwendigen und n&uuml;tzlichen Arbeit als Erwerbsarbeit organisiert und vorwiegend den M&auml;nnern zugewiesen wird, w&auml;hrend die private Haus- und Betreuungsarbeit weder als wirtschaftliche Leistung angesehen noch mit einem Arbeitseinkommen entgolten wird. Dass geistiger Arbeit ein h&ouml;herer Rang verliehen wird als k&ouml;rperlicher Arbeit. hat mehr mit dem antiken Menschenbild als mit dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu tun. Und die im Durchschnitt geringere Entlohnung der Erwerbst&auml;tigkeit von Frauen ist eher auf sexistische Rollenmuster und patriarchale Machtverh&auml;ltnisse zur&uuml;ckzuf&uuml;hren als auf die Marktsteuerung des Angebots und der Nachfrage.<\/p>\n<p>Drittens sind wirtschaftliches Wachstum einschlie&szlig;lich eines hohen Besch&auml;ftigungsgrades, Wohlstand und Reichtum  von anderen Variablen abh&auml;ngig als von der Sparneigung verm&ouml;gender und reicher Haushalte. Die Kontrolle der Geldmenge oder die Festlegung des Refinanzierungszinssatzes durch die Zentralbanken, die expansive oder kontraktive Gestaltung der &ouml;ffentlichen Haushalte durch die Akteure der Finanzpolitik, die Geld- und Kreditsch&ouml;pfungsmacht des Bankensystems sowie die Kursentwicklung auf den Finanzm&auml;rkten steuern die Verteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen erheblich st&auml;rker als der private Reichtum, der eventuell durch eine individuell differenzierte Arbeitsf&auml;higkeit und Arbeitsbereitschaft verdient sein mag.<\/p>\n<p>Viertens wird neuerdings zumindest einschlussweise die Entstehung des Reichtums mit dem Anliegen so genannter ethischer Geldanlagen thematisiert. Ethisch motivierte Anleger und Anlegerinnen fragen nach dem Ursprung der Rendite, n&auml;mlich nach dem Kontext, wie Reichtum erzeugt und konkret, wie das zur Verf&uuml;gung gestellte Kapital zur Produktion von Reichtum eingesetzt wird. Sie bestehen darauf, dass solche Unternehmen ausgeschlossen werden, die &ouml;kologischen und sozialen Standards nicht entsprechen, &uuml;berm&auml;&szlig;ig nat&uuml;rliche Ressourcen verbrauchen und Schadstoffe emittieren oder in die Herstellung und Verbreitung von Waffen oder in R&uuml;stungsexporte involviert sind. Bei solchen Entscheidungen spielen die Verwendung und Erzeugung von Reichtum unmittelbar ineinander. <\/p>\n<p>F&uuml;nftens ist schlie&szlig;lich zu pr&uuml;fen, inwieweit die ungleich verteilten Verm&ouml;gen und insbesondere exklusiver Reichtum durch die Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik des Staates, also politisch erzeugt und in welchem Ausma&szlig; sie an der Finanzierung &ouml;ffentlicher Aufgaben beteiligt werden. <\/p>\n<p>Wiederholt ist darauf hingewiesen worden, dass der Beitrag, den das oberste Zehntel der nach Einkommen gruppierten privaten Haushalte zu den Einnahmen des Staates aus der Lohn- und Einkommenssteuer leistet, mehr als 50% ausmache. Dass die Bezieher h&ouml;herer Einkommen absolut am meisten zum Aufkommen aus der Einkommensteuer beitragen, ist angesichts der notorischen Spreizung der Einkommensverteilung nicht verwunderlich. Nur sollte neben der steuerlichen Belastung der Einkommen die zus&auml;tzliche Belastung durch Mehrwert- und Verbrauchsteuern ber&uuml;cksichtigt werden, die zum gr&ouml;&szlig;eren Anteil von der gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung getragen wird. Wenn jedoch der Ma&szlig;stab der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit angewendet wird, ist nicht der absolute, sondern der relative Beitrag relevant. Offensichtlich gew&auml;hrt die Finanz- und Steuerpolitik den privaten Haushalten an der Spitze der Einkommensskala erhebliche Gestaltungsm&ouml;glichkeiten, so dass ihnen ein vergleichsweise h&ouml;herer Anteil an ihren Markteinkommen verbleibt. Zudem sind die Abschaffung der Verm&ouml;gensteuer und die steuerlich schonende Behandlung von Erbschaften und Schenkungen mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit kaum zu vereinbaren. <\/p>\n<p>Der Beitrag, den sechstens die Finanz- und Steuerpolitik des Staates zur Erzeugung von privatem Reichtum leistet, ist im 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung an zwei Stellen versch&auml;mt angedeutet: Zum einen wird notiert, wie sich das Verh&auml;ltnis von &ouml;ffentlichem und privaten Verm&ouml;gen in den vergangen Jahren verschoben hat. Das Nettoverm&ouml;gen des Staates ist n&auml;mlich um &uuml;ber 800 Mrd. Euro vermindert worden, w&auml;hrend sich das Nettoverm&ouml;gen der privaten Haushalte von 4,6 Billionen Euro auf rund 10 Billionen Euro mehr als verdoppelt hat. Zum andern wird das Missverh&auml;ltnis zwischen &ouml;ffentlicher Armut und privatem Reichtum mit dem Hinweis sch&ouml;n geredet, dass die Haushalte mit gr&ouml;&szlig;erem Verm&ouml;gen zu gro&szlig;z&uuml;gigen Spenden bereit seien und sich als M&auml;zene kultureller Angebote pr&auml;sentierten, was den Staat erheblich entlaste. Dass der Preis einer solchen Entlastung vermutlich vorenthaltene L&ouml;hne und nicht gezahlte Steuern sind, &uuml;bergeht der Regierungsbericht &uuml;ber Armut und Reichtum in Deutschland.<\/p><\/li>\n<li><strong>Demokratische Korrektur des Reichtums<\/strong>\n<p>Demokratische Gesellschaften sind dadurch definiert, dass die B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen sich wechselseitig das gleiche Recht darauf zugestehen, als <strong>moralisch gleiche Subjekte<\/strong> behandelt und respektiert zu werden. Dieser Respekt &auml;u&szlig;ert sich in der Anerkennung gleicher Menschenrechte. Zwar behaupten die gesellschaftlichen Funktionsdeutungen des Reichtums die b&uuml;rgerlichen Freiheitsrechte eine Schl&uuml;sselrolle. Aber wenn es darum geht, Reichtum in demokratischen Gesellschaften zu rechtfertigen, stehen die politischen Beteiligungsrechte im Brennpunkt.<\/p>\n<p>Das Recht auf <strong>politische Beteiligung<\/strong> meint, dass alle Mitglieder demokratischer Gesellschaften an den politischen Prozessen der kollektiven Meinungsbildung und Entscheidung aktiv beteiligt sein und sich selbst darin vertreten sollen. Um dies zu erm&ouml;glichen, sollen sie mit wirtschaftlich-sozialen Grundrechten ausgestattet sein, und zwar mit einem gleichen Mindestbestand derjenigen Ressourcen und Kompetenzen, die zur politischen Beteiligung unverzichtbar sind. Dazu z&auml;hlen erstens das Recht auf Beteiligung an der gesellschaftlich organisierten Arbeit, um dadurch pers&ouml;nliche Identit&auml;t, gesellschaftliche Anerkennung und einen angemessenen Lebensunterhalt zu gewinnen; zweitens das Recht auf eine Grundsicherung, die einen gleichen Mindestanteil am kollektiv erwirtschafteten Volkseinkommen und Volksverm&ouml;gen gew&auml;hrleistet, damit alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger ein menschenw&uuml;rdiges Leben f&uuml;hren k&ouml;nnen; und drittens die reale Chancengleichheit, um ihr Arbeitsverm&ouml;gen bilden und erhalten zu k&ouml;nnen &ndash; durch den gleichen Zugang zu den Bildungseinrichtungen, zur Gesundheitsversorgung und zu den Portalen gesellschaftlicher Kommunikation.<\/p>\n<p>Wie weit reicht das <strong>Gleichheitspostulat<\/strong>, das in der Grundnorm der Beteiligungsgerechtigkeit enthalten ist? Ist mit ihm auch eine reale Chancengleichheit verbunden, die einen Rechtsanspruch auf sinnvolle Erwerbsarbeit, angemessene Ausbildung, notwendige Gesundheitsversorgung und offenen Kommunikationszugang einschlie&szlig;t? Diejenigen, die eine solche reale Chancengleichheit fordern, wollen alle Benachteiligungen, welche durch die Zufallsergebnisse des nat&uuml;rlichen und gesellschaftlichen Lotteriespiels verursacht sind, auch dann gesellschaftlich ausgleichen, wenn diese gar nicht als verletzend empfunden werden. Ohne das Recht real existierender Menschen auf Differenzierung und Abgrenzung nach eigenem Verdienst zu missachten, sind sie davon &uuml;berzeugt, dass die grundlegende Gleichheit der Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft eine zustimmungsf&auml;hige Option ist, die gegen&uuml;ber der Anerkennung nat&uuml;rlicher und gesellschaftlicher Unterschiede etwa der Begabung, der Interessen, des Geschlechts, der Familie und Sozialmilieus als vorrangig zu einzustufen ist <\/p>\n<p>Der <strong>Grundsatz der Differenz<\/strong>, der Menschen mit unterschiedlicher Leistungsf&auml;higkeit und Leistungsbereitschaft das Recht einr&auml;umt, pers&ouml;nlichen Reichtum zu verdienen, wird in einer demokratischen Gesellschaft &uuml;berhaupt nicht bestritten. Aber die gesellschaftliche Funktion privaten und erst recht exklusiven Reichtums ist demokratisch zu begr&uuml;nden. Folglich kann unter dem Vorbehalt gesamtwirtschaftlicher Kreislaufregeln der Anreiz, den privater Reichtum auf den individuellen Leistungswillen aus&uuml;bt, demokratisch so umformuliert werden: Falls sich durch die Mobilisierung individuellen Arbeitswillens das gesamtwirtschaftliche Leistungsniveau und Leistungsverm&ouml;gen erh&ouml;ht, sind differenzierte Einkommen und Verm&ouml;gen zuzulassen, weil sie ein h&ouml;heres Volkseinkommen und Volksverm&ouml;gen erzeugen, das f&uuml;r eine faire Verteilung zur Verf&uuml;gung steht, Die Kriterien einer fairen &ouml;ffentlichen und privaten Verteilung, wodurch ausdifferenzierte Ergebnisse der Marktsteuerung korrigiert werden, sind indessen politisch zu bestimmen.<\/p>\n<p>Eine <strong>politische Korrektur<\/strong> der prim&auml;ren Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung, welche in einer polarisierten und gespaltenen Gesellschaft exklusiven privaten Reichtum erzeugt, erfolgt vorrangig durch drei Instrumente mit unterschiedlichem Gewicht, um dem Gleichheitsgebot eine st&auml;rkere Geltung zu verschaffen. Es sind fl&auml;chendeckende Tarifvertr&auml;ge, die Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit und die F&ouml;rderung zivilgesellschaftlichen Engagements. <\/p>\n<p>F&uuml;r eine eher ausgewogene Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung leistet die friedliche Konfliktregelung fl&auml;chendeckender Tarifvertr&auml;ge einen erheblichen Beitrag. Extreme Einkommensdifferenzen, die in Betrieben, Regionen und Wirtschaftszweigen auftreten und beg&uuml;nstigte Belegschaften dazu verleiten, &uuml;berdurchschnittliche Lohnforderungen zu erheben, werden solidarisch ausgeglichen. Diese ausgleichende Funktion der Tarifautonomie ist geschichtlich belegt: In den Zeiten, da die Gewerkschaften stark waren oder ihre Funktion in der &ouml;ffentlichen Meinung anerkannt war, ist eine eher ausgewogene Verteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen erreicht werden. Mit der Erosion ihrer Verhandlungsmacht hat und anderem die Ungleichheit der Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung in Deutschland zugenommen.<\/p>\n<p>Der Steuer- und Sozialstaat ist der Hauptakteur, um eine eher ausgewogene Verteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen zu bewirken und einen exklusiven Reichtum gar nicht erst entstehen zu lassen. Das vorrangige Instrument ist die direkte progressive Besteuerung der Einkommen nach der Leistungsf&auml;higkeit der Steuersubjekte. Eine indirekte Besteuerung l&auml;sst sich trotz der kritischen Verteilungswirkungen allenfalls dadurch rechtfertigen, dass die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger im Tauschvorgang die Vorteile einer Marktwirtschaft f&uuml;r sich in Anspruch nehmen. Den Wertzuwachs des Verm&ouml;gens zu besteuern, ist wohl eher vertretbar als das ruhende Verm&ouml;gen mit einer Abgabe zu belegen. Die Verm&ouml;gens&uuml;bertragung an Erben zur ausschlie&szlig;lich privaten Nutzung ist schon im Rahmen einer marktwirtschaftlichen Steuerung und erst recht in einer demokratischen Gesellschaft nicht zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Erg&auml;nzend, aber nur erg&auml;nzend k&ouml;nnten zivilgesellschaftliche Initiativen angeregt werden, privaten Reichtum in Stiftungen zu &uuml;berf&uuml;hren, die medizinischen, p&auml;dagogichen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Zwecken dienen. Doch die Erwartungen an die Zivilgesellschaft, den sozialen Ausgleich herbeizuf&uuml;hren, eine polarisierte Verteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen zu verhindern oder gar exklusiven Reichtum auszubremsen, sind v&ouml;llig &uuml;berzogen. Denn ihre Akteure geh&ouml;ren mehrheitlich zu den Bev&ouml;lkerungsgruppen, die am wachsenden wirtschaftlichen Wohlstand teilnehmen, denen das  Risiko von Armut und prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen weithin unbekannt ist. Die Zivilgesellschaft spiegelt die bestehenden Klassenverh&auml;ltnisse. Da ihre Vertreter strittige Fragen und die eigenen Positionen vorwiegend im Medium der &Ouml;ffentlichkeit darstellen, sind Zivilgesellschaft und Mediengesellschaft wie kommunizierende R&ouml;hren. Beide bleiben auf die rechtsverbindliche Intervention des demokratischen Steuer- und Sozialstaats angewiesen.<\/p>\n<p>L&auml;sst sich nach der Reflexion des Reichtums in demokratischen Gesellschaften ein vorl&auml;ufiges <strong>Res&uuml;mee<\/strong> f&uuml;r eine zu entwickelnde ethische Beurteilung des Reichtums ziehen? Einige Stichworte lassen sich nennen: Ein Reichtumsbericht jenseits parteipolitischer Erfolgsmeldungen sollte zwischen Wohlstand und Reichtum unterscheiden und sich auf eine Beschreibung exklusiven Reichtums und der exklusiv Reichen einlassen. Eine sorgf&auml;ltige Diagnose erleichtert wohl die Verst&auml;ndigung &uuml;ber eine begriffliche Pr&auml;zisierung des Reichtums. Der Diskurs &uuml;ber Funktionsdeutungen des Reichtums sollte gereinigt werden von der Faszination geschichtlicher Besonderheiten oder gro&szlig;er Erz&auml;hlungen. Diese verstellen n&auml;mlich den Blick auf die gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse, unter denen, und die politisch erzeugten Vorentscheidungen, auf Grund derer privater exklusiver Reichtum entsteht. Der Steuer- und Sozialstaat hat ein unverzichtbares Mandat, dem Gleichheitsgebot demokratischer Gesellschaften Geltung zu verschaffen gegen&uuml;ber dem privaten Interesse, sich zu differenzieren und abzugrenzen. Staat und Tarifpartner k&ouml;nnen auf eine eher ausgewogene Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung hinsteuern und exklusiven privaten Reichtum eingrenzen. Exklusiver Reichtum ist in demokratischen Gesellschaften, aber auch in Marktwirtschaften funktionslos. Exklusiv Reiche leben in der Regel gesellschaftlich und wirtschaftlich parasit&auml;r. <\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Friedhelm Hengsbach ist emeritierter Professor f&uuml;r christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, bis 2006 Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts.<br>\nHengsbach weist darauf hin, dass die sozialethische Reflexion &uuml;ber den Reichtum in Deutschland sich an intensive Vorarbeiten anlehnt, die Dr. Tobias Jakobi als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Nell-Breuning Instituts geleistet hat. Er ist jetzt Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Vergleichende Politikwissenschaft \/ Politische &Ouml;konomie der Georg-August Universit&auml;t G&ouml;ttingen und Studiengangsbeauftragter Politikwissenschaft.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Nicht nur Armut, sondern auch Reichtum muss ein Thema der politischen Debatte sein&ldquo;. Dies hatten die Kirchen 1997 in ihrem gemeinsamen Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland gefordert. Deshalb bedarf es, so folgerten die Kirchen, &bdquo;nicht nur eines regelm&auml;&szlig;igen Armutsberichts, sondern dar&uuml;ber hinaus auch eines Reichtumsberichts&ldquo;. Die rot-gr&uuml;ne Koalition folgte dieser Aufforderung 2003<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16590\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[146,132,161],"tags":[1383,291],"class_list":["post-16590","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-soziale-gerechtigkeit","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-armuts-und-reichtumsbericht","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16590"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16590\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50016,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16590\/revisions\/50016"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}