{"id":16801,"date":"2013-04-09T09:09:00","date_gmt":"2013-04-09T07:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801"},"modified":"2013-04-09T15:20:54","modified_gmt":"2013-04-09T13:20:54","slug":"hinweise-des-tages-1854","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h01\">Hohe Einkommen und Verm&ouml;gen tragen immer weniger zum Steueraufkommen bei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h02\">Offshore-Leaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h03\">zum Tode Margaret Thatchers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h04\">Simon Johnson: Die Kinder des Sparens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h05\">Bundesregierung: &ldquo;Hohe und anhaltende Leistungsbilanzdefizite sind kritischer zu werten als hohe und anhaltende Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h06\">Portugal zeigt, wie die Europ&auml;ische Union scheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h07\">Sebastian Dullien: Finanzmarktreformen seit 2009: Ist mehr Haftung alleine die L&ouml;sung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h08\">Europe&rsquo;s crisis without end: The consequences of neoliberalism run amok<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h09\">Neue Wirtschaftsregierung und Tarifautonomie in der Europ&auml;ischen Union Makro&ouml;konomische Koordinierung im Dialog<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h10\">Konjunktur: Deutsche Wirtschaft setzt auf Wachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h11\">Britischer Sparhaushalt: Weniger f&uuml;r Arme, mehr f&uuml;r Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h12\">Einzelhandel: Die Angst vor dem Abstieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h13\">Hartz IV verst&ouml;&szlig;t gegen internationales und nationales Recht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h14\">Hatz auf Kranke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h15\">SWR2-Interview der Woche: Claudia Kemfert Energieexpertin DIW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h16\">&ldquo;Das Rechtsstaatsprinzip br&ouml;ckelt gewaltig&rdquo; &ndash; J&uuml;rgen Roth &uuml;ber dubiose Justiz- und Staatspraktiken in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801#h17\">Meine Revolution, deine Revolution: Der Streit zwischen Religi&ouml;sen und S&auml;kularen auf dem WSF<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16801&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hohe Einkommen und Verm&ouml;gen tragen immer weniger zum Steueraufkommen bei<\/strong><br>\nInteressierte Kreise in Wirtschaft, Politik und Medien behaupten in unsch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit, dass die steuerliche Belastung gerade f&uuml;r &bdquo;Leistungstr&auml;ger&ldquo; in Deutschland besonders hoch &ndash; oder gar weiter ansteigend &ndash; sei. Mit &bdquo;Leistungstr&auml;ger&ldquo; meinen sie dabei Menschen mit hohen Einkommen oder Verm&ouml;gen. Nun d&uuml;rfte sp&auml;testens seit Finanzkrise und Boni-Skandalen zwar klar sein, dass zwischen &bdquo;Leistung&ldquo; und Einkommen bzw. Verm&ouml;gen kein Zusammenhang besteht. Dennoch &ndash; oder gerade deshalb &ndash; lohnt es sich, diese Behauptung genauer zu &uuml;berpr&uuml;fen: Unterliegen hohe Einkommen und Verm&ouml;gen in Deutschland einer wachsenden steuerlichen Belastung?<br>\nUm allgemeine steuerpolitische Tendenzen festzustellen, empfehlen sich lange Betrachtungszeitr&auml;ume. Daher sei im Folgenden ein Vergleich des Jahres 1961 mit dem Jahr 2011 angestellt. Die folgende Abbildung stellt f&uuml;r beide Jahre den Anteil des Aufkommens verschiedener Steuern am Gesamt-Steueraufkommen dar:\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/steuern-deutschland-1.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/steuern-deutschland-1_small.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Abbildung 1: Aufkommen verschiedener Steuern als Anteil am Gesamt-Steueraufkommen, 1961 und 2011, Deutschland. Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung und Darstellung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1113\">annotazioni<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Offshore-Leaks<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&laquo;Wer Millionen auf die Caymans einzahlt, schl&auml;ft nicht gut&raquo;<\/strong><br>\nRudolf Elmer war &uuml;ber Jahre f&uuml;r eine Schweizer Bank auf Cayman t&auml;tig. Wie sch&auml;tzt er Offshore-Leaks und dessen Folgen ein? Und warum wurde er zum Whistleblower?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Wer-Millionen-auf-die-Caymans-einzahlt-schlaeft-nicht-gut\/story\/12734207\">Tagesanzeiger<\/a><\/li>\n<li><strong>Schweizer Banken setzen deutschen Kunden Frist<\/strong><br>\nWer sein Konto nicht dem Finanzamt meldet, fliegt raus: Die Banken Julius B&auml;r und Credit Suisse setzen allen Kunden aus Deutschland ein Ultimatum. F&uuml;r die Schweizer Geldh&auml;user hat Offshore-Leaks bereits finanzielle Konsequenzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/nur-noch-gemeldete-konten-schweizer-banken-setzen-deutschen-kunden-frist-1.1641862\">SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die europ&auml;ischen Steueroasen versiegen. Nicht etwa das von Sch&auml;uble eingef&auml;delte Steuerabkommen, sondern das Vorgehen der US-Steuerbeh&ouml;rden schafft den Druck. Oder ist alles nur der Umstieg auf eine flexiblere Taktik und sind m&ouml;glicherweise schon neue Modelle der Verschleierung gefunden?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Es ist zu bezweifeln, dass diese &bdquo;Konsequenzen&ldquo; auch f&uuml;r die so genannten &bdquo;Ultra and High Net Worth Individuals&ldquo; (bankeninterne Bezeichnung f&uuml;r die Super- und Super-Superreichen) gilt. Dazu z&auml;hlen beispielsweise die Kunden von <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/34\/34023\/1.html\">Julius B&auml;r auf den Cayman Islands<\/a>, die mit Hilfe der Bank eine Stiftung (Trust) eingerichtet haben. Auch wenn der &bdquo;Stifter&ldquo; ein Deutscher ist, ist der &bdquo;Bankkunde&ldquo;, auf den das Konto l&auml;uft, bei diesem Modell der Stiftungsbevollm&auml;chtige, der in der Regel ein Anwalt von den Caymans selbst ist. Auch bei anderen &bdquo;kreativen&ldquo; Servicedienstleistungen Schweizer Banken wird der eigentliche Kunde durch intransparente Konstruktionen verschleiert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Luxemburg will Bankgeheimnis lockern<\/strong><br>\nDie Auswertung der riesigen Datensammlung &uuml;ber weltweite Steueroasen zeigt erste Wirkung. Luxemburg lenkt als erstes der betroffenen L&auml;nder ein und will k&uuml;nftig f&uuml;r mehr Transparenz sorgen&hellip;<br>\n&bdquo;Der internationale Trend geht zu einem automatischen Informationsaustausch&ldquo;, so Frieden weiter. Den lehnen wir, anders als fr&uuml;her, nicht mehr strikt ab.&ldquo;&hellip;<br>\nDamit k&ouml;nnten auch deutsche Steuerfl&uuml;chtlinge in Bedr&auml;ngnis geraten, die in Luxemburg ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Zurzeit m&uuml;ssen sie dort auf manche Ertr&auml;ge keine Steuern zahlen, auf andere 35 Prozent &ndash; bleiben daf&uuml;r aber anonym. Bisher bremste Luxemburg bei einer st&auml;rkeren Kooperation. Jetzt sagte der Finanzminister der Zeitung: &bdquo;Luxemburg baut nicht auf Kunden, die Steuern sparen wollen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/steueroasen-enthuellungen-luxemburg-will-bankgeheimnis-lockern\/8030432.html\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Offshore-Leak zeigt, wie wir zu Muppets gemacht werden und l&auml;sst Politik und Finanzbranche Worth&uuml;lsen produzieren<\/strong><br>\nDas ist eine spannende Aktion, die S&uuml;ddeutsche, der NDR und weitere internationale Medien am vergangenen Donnerstag &ouml;ffentlich losgetreten haben. Den Medien wurden anonym Datens&auml;tze zugespielt, die zeigen sollen, wie weltweit etwa 130.000 Personen Briefkastenfirmen und Investmentgesellschaften nutzen, um ihre Steuerbelastungen &ldquo;zu optimieren&rdquo;. Die S&uuml;ddeutsche hat dazu eine eigene &Uuml;bersichtseite eingerichtet und erl&auml;utert dort u.a.:<br>\n&ldquo;Die Daten geben Einblick in eine geheime Welt. Sie identifizieren mehr als hunderttausend Kunden, unter ihnen Staatsoberh&auml;upter und Waffenschmuggler, Steuerfl&uuml;chtlinge und Mittelst&auml;ndler, Prominente und Betr&uuml;ger.&rdquo;<br>\nUnabh&auml;ngig von der juristischen und journalistischen Bewertung ziehe ich meinen Hut vor den Journalisten des ICIJ-Projektes, die an dem Projekt in den letzten Monaten gearbeitet haben. Das Projekt hat hier trotz zahlreicher unbeantworteter Fragen offensichtlich eine echte Flei&szlig;arbeit hingelegt, die zeigt, wof&uuml;r professioneller Wirtschaftsjournalismus notwendig ist. Gespannt bin ich, wie lange es gelingt, die Spannung f&uuml;r dieses Thema in der Luft zu halten. Interessant d&uuml;rfte auch sein, mehr &uuml;ber die technischen Details dieser Aktion zu erfahren, denn die verstreuten Daten d&uuml;rften ja urspr&uuml;nglich nur ziemlich breit zerstreut sein. Irgend jemand muss sie beschafft und zusammen gef&uuml;gt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blicklog.com\/2013\/04\/08\/offshore-leak-zeigt-wie-wir-zu-muppets-gemacht-werden-und-lsst-politik-und-finanzbranche-worthlsen-produzieren\/\">Blick Log<\/a><\/li>\n<li><strong>Heute Reiche, morgen Arme &ndash; Jeder ist vogelfrei<\/strong><br>\nIn der Steueroasen-Aff&auml;re geht es nicht um Gerechtigkeit. Hier wird nach Stimmungslage und gegen jede rechtsstaatliche Praxis verd&auml;chtigt und ver&ouml;ffentlicht. Niemandes Daten sind mehr sicher. [&hellip;]<br>\nDass es diesmal im Verst&auml;ndnis des gemeinen Lohnsteuerzahlers die &ldquo;Richtigen&rdquo; traf, macht die Sache nicht weniger bedrohlich. Denn den Datensch&uuml;tzern m&uuml;sste dabei eigentlich der Hut hochgehen und jedem b&uuml;rgerrechtlich Bewegten der Atem stocken. Aber seltsam: Erstere schweigen bislang, und Letztere jubeln zumeist im Chor der Verfechter allumfassender &ldquo;Transparenz&rdquo;. Wieso eigentlich?<br>\nHeiligt pl&ouml;tzlich der Zweck &ndash; Steuergerechtigkeit f&uuml;r alle &ndash; jedes Mittel?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/article115103795\/Heute-Reiche-morgen-Arme-Jeder-ist-vogelfrei.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Was die WELT nicht verstehen will: Es geht bei den Ermittlungen nicht um &bdquo;Steuergerechtigkeit&ldquo;, sondern um die Aufdeckung von schweren Straftaten, die nach deutschem Recht mit bis zu zehn Jahren Haft  bestraft werden kann! Das gleiche Strafma&szlig; haben Personen zu erwarten, die gewerbsm&auml;&szlig;ig mit kinderpornografischen Schriften handeln. Hat die WELT bei der Erosion des Datenschutzes protestiert, als die Ma&szlig;nahmen (in der Sache unsinnig) mit einer Bek&auml;mpfung der Kinderpornografie begr&uuml;ndet wurden? Das habe ich genau umgekehrt in Erinnerung. Mir ist auch nicht bekannt, dass die WELT jemals die systematische Kontrolle aller Kontenbewegungen von Hartz-IV-Empf&auml;ngern durch die &Auml;mter kritisiert h&auml;tte. Die WELT entdeckt ihr Datensch&uuml;tzerherz immer nur dann, wenn es gegen potentielle Straft&auml;ter geht, die der besonders schweren organisierten Steuerhinterziehung verd&auml;chtig sind. Denn diese Straftat wird offenbar in der Redaktion der WELT als Kavaliersdelikt gesehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sahra Wagenknecht &ndash; Das &uuml;bliche Spiel<\/strong><br>\nWikileaks, Vatileaks und nun Offshore-Leaks. Dem Internationalen Konsortium f&uuml;r investigative Journalisten (ICIJ) wurde ein Datensatz mit 2,5 Millionen Dokumenten &uuml;bermittelt. Darin werden 130000 Personen aufgelistet, die Verm&ouml;gen in Steueroasen anlegten. Darunter etwa 100 Deutsche. Der erste Name, der ans Licht der &Ouml;ffentlichkeit gebracht wurde: Industriellenerbe und Playboy Gunter Sachs. Der Haken an der Sache: Er ist seit Mai 2011 tot (und vererbte laut Bild ein gesch&auml;tztes Verm&ouml;gen von 384 Millionen Euro).<br>\nSeit der Wirtschafts- und Finanzkrise wurden in der Europ&auml;ischen Union etwa 4,5 Billionen Euro in Banken gepumpt, etwa in die unter SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbr&uuml;ck teilverstaatlichte Commerzbank. Die warb weiter f&uuml;r Gesch&auml;fte in Steueroasen. Experten sch&auml;tzen, da&szlig; in Offshore-Finanzzentren Verm&ouml;genswerte im zweistelligen Billionenbereich gebunkert werden. Geschehen ist nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/04-05\/028.php?sstr=wagenknecht\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>zum Tode Margaret Thatchers<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Eiserne Lady<\/strong><br>\nMit Margaret Thatcher ist die letzte Staats- und Parteichefin aus einer Zeit gestorben, die schon seit 2008 in der Aufl&ouml;sung begriffen ist. [&hellip;]<br>\nUmso erstaunlicher ist das, was die transatlantische konservative Allianz mit ihren beiden Ankerpunkten Ronald Reagan und Margaret Thatcher in den sp&auml;ten 70er- und in den 80er-Jahren vollbracht hat: Beide Staatsf&uuml;hrer haben nicht nur die Grunds&auml;tze des jeweils eigenen Parteiprogramms gepr&auml;gt, sondern partei&uuml;bergreifend f&uuml;r eine seismische Verschiebung des politischen Systems gesorgt. Und beide haben es geschafft, diese Ver&auml;nderung weit &uuml;ber das Ende ihrer Amtszeiten hinaus zu zementieren. Davor lohnt es sich, Achtung zu haben. Reagan ist schon vor einigen Jahren gestorben, Thatcher am Montagmorgen. [&hellip;]<br>\nOhne diese beiden Figuren l&auml;sst sich die bunte Mischung aus Wertekonservatismus und Wirtschaftsliberalismus kaum erkl&auml;ren, die heute das Fundament der Politik rechts der Mitte bildet und Konservatismus und Liberalismus an ihren R&auml;ndern zu einem ideologischen Einheitsbrei verschmelzen l&auml;sst. Pl&ouml;tzlich war der Staat kein Verwalter des &ouml;ffentlichen Interesses mehr, sondern oftmals ein Dorn im Stachel des freiheitlichen Individuums. Der Sozialstaat wurde vom gesellschaftlichen Rettungsnetz in eine Alimentationsmaschine umdefiniert und entsprechend zusammengek&uuml;rzt. Der Markt wurde dereguliert, die Steuern gesenkt. Nie waren in den USA die Einkommensteuers&auml;tze so niedrig und regressiv gestaffelt wie zu Reagans Zeiten. So weit reichte der Einfluss von Thatcher und Co. in Raum und Zeit, dass in Deutschland ein sozialdemokratischer Kanzler zu Beginn des neuen Jahrhunderts (und damit lange nach dem Abtreten von Thatchers Generation von der aktiven politischen B&uuml;hne) verk&uuml;nden konnte: &bdquo;Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarit&auml;t rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft!&ldquo; Ein Satz, der ohne das ideologische Saatgut der neuen Konservativen unm&ouml;glich gewesen w&auml;re. In Gro&szlig;britannien warfen die Sozialdemokraten des &bdquo;dritten Weges&ldquo; unter Tony Blair mit &auml;hnlichen Phrasen um sich: &bdquo;Unsere Annahme ist, dass die Wirtschaft am besten dem Privatsektor &uuml;berlassen werden sollte.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/martin-eiermann\/6732-zum-tod-von-margaret-thatcher\">The European<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man soll ja &uuml;ber Tote nur Gutes sagen, deshalb beschr&auml;nken wir uns bei einem Nachruf mit zwei Hinweisen &uuml;ber die jetzt vielfach gelobten &bdquo;Erfolge&ldquo;, die wir noch zu ihren Lebzeiten gegeben haben: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11973\">Erschreckendes und zugleich Ermutigendes &uuml;ber Margret Thatcher&rdquo;<\/a> und &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10413\">Gro&szlig;britannien erntet jetzt, was Frau Thatcher ges&auml;t hat<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>Erinnern wir uns dadurch, dass wir <a href=\"http:\/\/www.margaretthatcher.org\/speeches\/displaydocument.asp?docid=106689\">Margret Thatcher einfach nur zitieren<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&bdquo;I think we have gone through a period when too many children and people have been given to understand &ldquo;I have a problem, it is the Government&rsquo;s job to cope with it!&rdquo; or &ldquo;I have a problem, I will go and get a grant to cope with it!&rdquo; &ldquo;I am homeless, the Government must house me!&rdquo; and so they are casting their problems on society and who is society? There is no such thing! There are individual men and women and  there are families and no government can do anything except through people and people look to themselves first. It is our duty to look after ourselves and then also to help look after our neighbour and life is a reciprocal business and people have got the entitlements too much in mind without the obligations, because there is no such thing as an entitlement unless someone has first met an obligation and it is, I think, one of the tragedies in which many of the benefits we give, which were meant to reassure people that if they were sick or ill there was a safety net and there was help, that many of the benefits which were meant to help people who were unfortunate&mdash;&ldquo;It is all right. We joined together and we have these insurance schemes to look after it&rdquo;. That was the objective, but somehow there are some people who have been manipulating the system and so some of those help and benefits that were meant to say to people: &ldquo;All right, if you cannot get a job, you shall have a basic standard of living!&rdquo; but when people come and say: &ldquo;But what is the point of working? I can get as much on the dole!&rdquo; You say: &ldquo;Look&rdquo; It is not from the dole. It is your neighbour who is supplying it and if you can earn your own living then really you have a duty to do it and you will feel very much better!&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Vielleicht hat Margret Thatcher ja in ihren letzten Lebensjahren erlebt, dass es doch so etwas wie Gesellschaft braucht, wenn man auf Hilfe angewiesen ist. Deshalb will ich nicht so weit gehen, <a href=\"http:\/\/epetitions.direct.gov.uk\/petitions\/18914\">wie das eine Petition in GB fordert<\/a>.<\/em><\/p>\n<\/li>\n<li><strong>A Thatcher state funeral would be bound to lead to protests<\/strong><br>\nThe Tory prime minister wasn&rsquo;t a great leader. She was the most socially destructive British politician of our times [&hellip;]<br>\nNot only in former mining communities and industrial areas laid waste by her government, but across Britain Thatcher is still hated for the damage she inflicted &ndash; and for her political legacy of rampant inequality and greed, privatisation and social breakdown. Now protests are taking the form of satirical e-petitions for the funeral to be privatised: if it goes ahead, there are likely to be protests and demonstrations.<br>\nThis is a politician, after all, who never won the votes of more than a third of the electorate; destroyed communities; created mass unemployment; deindustrialised Britain; redistributed from poor to rich; and, by her deregulation of the City, laid the basis for the crisis that has engulfed us 25 years later.<br>\nThatcher was a prime minister who denounced Nelson Mandela as a terrorist, defended the Chilean fascist dictator Augusto Pinochet, ratcheted up the cold war, and unleashed militarised police on trade unionists and black communities alike. She was Britain&rsquo;s first woman prime minister, but her policies hit women hardest, like Cameron&rsquo;s today.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2012\/jan\/04\/margaret-thatcher-state-funeral-protests\">The Guardian<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Simon Johnson: Die Kinder des Sparens<\/strong><br>\nWer tr&auml;gt den Hauptteil der Lasten, die das Reduzieren des Haushaltsdefizits mit sich bringt? Entweder m&uuml;ssen Menschen mehr Steuern zahlen, oder die Ausgaben m&uuml;ssen zur&uuml;ckgehen &ndash; oder beides. Das Wort &ldquo;Haushaltsanpassungen&rdquo; ist Jargon &ndash; worum es bei Sparma&szlig;nahmen immer geht, ist die Verteilung des Einkommens. Gro&szlig;e Teile Europas sind sich dessen nat&uuml;rlich schon bewusst. Nun ist Amerika an der Reihe. Und es gibt Anzeichen daf&uuml;r, dass diejenigen, die am meisten von schrumpfenden &ouml;ffentlichen Haushalten betroffen sind, die sind, die sich am wenigsten wehren k&ouml;nnen &ndash; relativ arme Kinder. Beispielsweise leiden unter den aktuellen Zwangssparma&szlig;nahmen (d.h. umfassenden Ausgabenk&uuml;rzungen) bereits jetzt Programme wie Head Start zur Unterst&uuml;tzung von Vorschulerziehung.  Am schockierendsten sind vielleicht die dramatischen Einschnitte beim Gesundheitsversicherungsprogramm Medicaid, die die republikanische Mehrheit im Repr&auml;sentantenhaus in ihrem aktuellen Haushaltsvorschlag planen. Paul Ryan, der Vorsitzende der dortigen Budgetkommission, schl&auml;gt vor, den Haushalt in den n&auml;chsten zehn Jahren haupts&auml;chlich durch das Streichen dieses Programms zu sanieren. Etwa die H&auml;lfte derjenigen, die unter dem Schutz von Medicaid stehen, sind Kinder.<br>\nIst es fair, Kindern mit geringem Einkommen die Last der Haushaltsanpassungen aufzub&uuml;rden? Dazu gibt es Daten auf der unsch&auml;tzbar wertvollen Webseite des &Ouml;konomen Emmanuel Saez: Von 1993 bis 2011 stieg das durchschnittliche Realeinkommen der unteren 99% der Bev&ouml;lkerung um 5,8%, w&auml;hrend das eine Prozent der Topverdiener einen realen Einkommenszuwachs von 57,5% erzielte. Das obere 1% beanspruchte in diesem Zeitraum 62% des gesamten Einkommenszuwachses f&uuml;r sich. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte Amerika es sich leicht leisten, es besser zu machen. Die riesigen Haushaltsdefizite sind Folge der Steuererleichterungen f&uuml;r die Reichen und die obere Mittelklasse, einer finanziell nicht gedeckten Erweiterung der Medicare-Hilfe auf verschriebene Medikamente, zweier Kriege im Ausland und, am wichtigsten, eines Bankensystems, das au&szlig;er Kontrolle geriet und die Realwirtschaft massiv in Mitleidenschaft zog (und damit auch die Steuereinnahmen). &ndash; Wie ich in einer k&uuml;rzlichen Aussage vor dem Kongress aufzeigte, f&uuml;hrt schlechte Ausbildung zu schlechten Berufsaussichten, armen Familien und wiederum zu schlechter Ausbildung &ndash; oder gar zu einem Umweg &uuml;ber eine Inhaftierung, was es noch schwerer macht, den Teufelskreis zu durchbrechen. Leider befolgen die M&auml;chtigen solche Ratschl&auml;ge kaum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/the-unfair-burden-of-fiscal-adjustment-by-simon-johnson\/german\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie h&uuml;ben, so auch dr&uuml;ben. Und wer meint, in Deutschland sei noch lange nicht soweit, sollte sich anschauen, was u.a. Deutschland in Griechenland oder Portugal durchsetzt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bundesregierung: &ldquo;Hohe und anhaltende Leistungsbilanzdefizite sind kritischer zu werten als hohe und anhaltende Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse&rdquo;<\/strong><br>\nAm 20.3.2013 hat die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion B&Uuml;NDNIS 90\/DIE GR&Uuml;NEN zum Thema &ldquo;Lohnpolitische Koordinierung und Abbau von Leistungsbilanzungleichgewichten&rdquo; geantwortet, worauf uns einer unserer Leser aufmerksam machte (vielen Dank an dieser Stelle daf&uuml;r). Die Antwort (Bundestagsdrucksache 17\/12809) ist dank der pr&auml;zisen Fragestellungen sowohl eine interessante Dokumentation der Argumentations&ndash; und Denkweisen der Bundesregierung als auch ein Beleg f&uuml;r die vorhandenen intellektuellen Barrieren, die eine friedliche L&ouml;sung der Eurokrise verhindern. Die Bundesregierung, so kann man die Dinge zusammenfassen, ist nicht bereit, die Logik gesamtwirtschaftlicher Zusammenh&auml;nge anzuerkennen. Ob diese Weigerung auf wahltaktischen und europa-strategischen &Uuml;berlegungen beruht oder auf der tiefen &Uuml;berzeugung, mit rein einzelwirtschaftlichem Denken die wesentlichen Mechanismen einer Marktwirtschaft erfassen zu k&ouml;nnen, bleibt dahingestellt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/bundesregierung-hohe-und-anhaltende-leistungsbilanzdefizite-sind-kritischer-zu-werten-als-hohe-und-anhaltende-leistungsbilanzuberschusse\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Portugal zeigt, wie die Europ&auml;ische Union scheitert<\/strong><br>\nGestern noch Mustersch&uuml;ler &ndash; heute durchgefallen. Portugal ist am Ende. Nicht nur, dass das Verfassungsgericht einen Gro&szlig;teil der von der Troika aufdiktierten Sparma&szlig;nahmen als verfassungswidrig einstuft, und neue Sparpakete kaum mehr zu schn&uuml;ren sind, auch die Eckdaten der Wirtschaft sind au&szlig;er Kontrolle.<br>\nPortugal rutscht immer tiefer in die Rezession. Eine R&uuml;ckkehr auf die Finanzm&auml;rkte, wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble und mit ihm die Troika noch vor wenigen Monaten prophezeite wird es nicht geben. Portugal wird so zum Symbol f&uuml;r das Scheitern der Austerit&auml;tspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Portugal\/!114100\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe zur Entscheidung des Portugiesischen Verfassungsgerichts, wonach u.a. die Einschnitte bei der Arbeitslosenhilfe und die Schlechterstellung von Staatsbediensteten gegen&uuml;ber anderen Besch&auml;ftigten  verfassungswidrig seien.<\/em><br>\n<em>Thorsten Hild schreibt auf seinem Blog, dass sich die EU-Kommission und Finanzminister Sch&auml;uble <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/04\/08\/eurokriseportugal-die-sakulare-inquisition-und-ihr-inquisitor\/\">nach diesem Urteil wie mittelalterliche Inquisitoren verhielten<\/a>, die bedingungslos  die Reinerhaltung des Glaubens ans Sparen und an das Vertrauen der M&auml;rkte einfordern.<\/em><br>\n<em>Siehe etwa das Statement der Europ&auml;ischen Kommission:<\/em><br>\n<em>The European Commission welcomes that, following the decision of the Portuguese Constitutional Court on the 2013 state budget, the Portuguese Government has confirmed its commitment to the adjustment programme, including its fiscal targets and timeline. Any departure from the programme&rsquo;s objectives, or their re-negotiation, would in fact neutralise the efforts already made and achieved by the Portuguese citizens, namely the growing investor confidence in Portugal, and prolong the difficulties from the adjustment.<\/em><br>\n<em>The Commission therefore trusts that the Portuguese Government will swiftly identify the measures necessary to adapt the 2013 budget in a way that respects the revised fiscal target as requested by the Portuguese Government and supported by the <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_MEMO-13-307_en.htm\">Troika in the 7th review of the programme<\/a>. <\/em><br>\n<em>Und Sch&auml;uble diktierte:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Portugal hat gro&szlig;e Fortschritte in den letzten Jahren gemacht, Portugal ist dabei, den Zugang zu den Finanzm&auml;rkten zu gewinnen. Aber Portugal muss nach der Entscheidung (des Verfassungsgerichts) jetzt neue Ma&szlig;nahmen treffen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sebastian Dullien: Finanzmarktreformen seit 2009: Ist mehr Haftung alleine die L&ouml;sung?<\/strong><br>\nFazit des Powerpointvortrags:\n<ul>\n<li>Tausende Seiten Reformen seit 2009 waren sicher nicht falsch<\/li>\n<li>Reformen und Diskussionen setzen aber zu stark auf Anreizprobleme<\/li>\n<li>Makro&ouml;konomische Stabilit&auml;t und Komplexit&auml;tsreduktion sind m&ouml;glicherweise wichtiger, sind aber vernachl&auml;ssigt worden<\/li>\n<li>Finanzkrisen bleiben weiter m&ouml;glich<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/v_2013_21_03_dullien.pdf\">Vortrag auf dem IMK Konjunkturforum &bdquo;Finanzm&auml;rkte Revisited&ldquo;, 21.3.2013, Berlin [PDF &ndash; 745 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Europe&rsquo;s crisis without end: The consequences of neoliberalism run amok<\/strong><br>\nThere is a way out of the crisis. It requires replacing the neoliberal economic model with a structural Keynesian model; remaking the European Central Bank so that it acts as government banker; having Germany replace its export-led growth wage suppression model with a domestic demandled growth model; and creating a pan-European model of wage and fiscal policy coordination that blocks race to the bottom tendencies within Europe.<br>\nCountries, particularly Germany, can implement some of this agenda on their own. However,<br>\nmuch of the agenda must be implemented collectively, which makes change enormously difficult. Moreover, the war of ideas in favor of such reforms has yet to be won. Consequently, both politics and the ruling intellectual climate make success unlikely and augur a troubled future.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_wp_111_2013.pdf\">IMK Working Papier March 2013 [PDF &ndash; 355 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Neue Wirtschaftsregierung und Tarifautonomie in der Europ&auml;ischen Union<\/strong><br>\nMakro&ouml;konomische Koordinierung im Dialog<br>\nDie aktuelle Krise in der Eurozone wurde durch ein permanentes Auseinanderdriften von L&ouml;hnen, Lohnst&uuml;ckkosten und Preisen und entsprechend starke Divergenzen zwischen den Leistungsbilanzen der Mitgliedstaaten verursacht. Der Europ&auml;ische Rat hat diese offene Flanke der europ&auml;ischen Wirtschaftsregierung durch eine allerdings asymmetrisch angelegte Verordnung zur Vermeidung und Korrektur makro&ouml;konomischer Ungleichgewichte zu schlie&szlig;en versucht. Diese beinhaltet eine Kontrolle der Lohnst&uuml;ckkosten und damit der L&ouml;hne; sie steht so in einem bisher nicht aufgel&ouml;sten Spanungsverh&auml;ltnis zur Tarifautonomie. Zur Aufl&ouml;sung dieses Konfliktpotenzials werden verschiedene Optionen beschrieben und bewertet. Die hier pr&auml;ferierte Option zielt auf eine st&auml;rkere Zentralisierung und Koordinierung der Lohnfindung, erg&auml;nzt um eine Flankierung durch antizyklische Fiskalpolitik und durch effektive Wettbewerbspolitik. Als institutioneller Rahmen f&uuml;r eine verst&auml;rkte Koordinierung wird zus&auml;tzlich zum bereits bestehenden Makro&ouml;konomischen Dialog auf EU-Ebene ein Makro&ouml;konomischer Dialog sowohl f&uuml;r jeden Mitgliedstaat als auch f&uuml;r die Eurozone vorgeschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_study_30_2013.pdf\">IMK Study March 2013 [PDF &ndash; 762 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Konjunktur: Deutsche Wirtschaft setzt auf Wachstum<\/strong><br>\nDie Industriebetriebe in Deutschland rechnen in diesem Jahr mit deutlichem Wachstum &ndash; vor allem durch mehr Investitionen. Auch die Maschinenbauer zeigen sich optimistischer als die Bundesregierung &ndash; und die Zahlen scheinen ihnen recht zu geben: Im Februar stieg die Produktion st&auml;rker als erwartet. (&hellip;) Insgesamt hat die Produktion deutscher Unternehmen im Februar st&auml;rker als erwartet an Fahrt aufgenommen. Im Vergleich zum Vormonat sei die Gesamtproduktion des verarbeitenden Gewerbes preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent gestiegen, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Das Ergebnis lag &uuml;ber den Erwartungen von Bankvolkswirten, die im Schnitt mit einer Ausweitung um 0,3 Prozent gerechnet hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/konjunkturaussichten-deutsche-wirtschaft-setzt-auf-wachstum-a-893118.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Auch Spiegel Online l&auml;&szlig;t in seiner Berichterstattung kaum eine Gelegenheit aus, die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland in bunten Farben zu malen, so auch anl&auml;&szlig;lich der aktuellen Berichterstattung des Bundeswirtschaftsministeriums zur Entwicklung der Februar-Produktion im verarbeitenden Gewerbe. Was Spiegel Online jedoch unterschl&auml;gt: Die im vergangenen Monat vom Bundeswirtschaftsministerium gemeldete Stagnation der Produktion im Januar 2013 gegen&uuml;ber dem Dezember 2012 wurde nun im Rahmen der Ver&ouml;ffentlichung der Februar-Daten auf -0,6 Prozent deutlich nach unten korrigiert. Vor diesem Hintergrund verliert der Februar-Produktionsanstieg um 0,5 Prozent gegen&uuml;ber dem Januar den von Spiegel Online behaupteten Glanz. Denn die Produktion des verarbeitenden Gewerbes verminderte  sich in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres gegen&uuml;ber dem Dezember 2012 um -0,1 Prozent (=-0,6%+0,5%). Zudem basierte die von Spiegel-Online zitierte Einsch&auml;tzung der Bankvolkswirte auf den urspr&uuml;nglich ver&ouml;ffentlichten, g&uuml;nstigeren Produktionsdaten f&uuml;r den Monat Januar 2013 (d.h. Stagnation statt des nun vermeldeten R&uuml;ckgangs um 0,6 Prozent), so da&szlig; der Spiegel bei der Gegen&uuml;berstellung der Bankvolkswirte-Einsch&auml;tzung f&uuml;r den Monat Februar mit dem entsprechenden Istwert &Auml;pfel mit Birnen. Wenn es darum geht, die neoliberale deutsche &ldquo;Reformpolitik&rdquo; gegen&uuml;ber der hiesigen Bev&ouml;lkerung als &ldquo;alternativlos&rdquo; erscheinen zu lassen, scheint auch dem Spiegel jedes Mittel recht zu sein. Da&szlig; der &ldquo;Erfolg&rdquo; der deutschen Wirtschaft mit Methoden erzielt wird, die innerhalb der Eurozone erhebliche &ouml;konomische und sozialpolitische Sch&auml;den verursachen, ist Spiegel Online selbstredend ebenfalls kein Hinweis wert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Deutschland: PKW-Produktion mit -13,0% im M&auml;rz 2013<\/strong><br>\nLaut dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) ist im M&auml;rz 2013 die PKW-Produktion in Deutschland um -13,0% zum Vorjahresmonat gesunken, auf 474&rsquo;900 Einheiten. Dies ist im Vergleich zum Vorjahresmonat der neunte Produktionsr&uuml;ckgang in Folge, was wiederum zeigt, dass ein Nachfrager&uuml;ckgang, wie er sich auch bei den PKW-Neuzulassungen in Deutschland dokumentiert immer in einem R&uuml;ckgang auch der Produktion m&uuml;ndet, was fr&uuml;her oder sp&auml;ter immer auch ein R&uuml;ckgang bei den Jobs in der Automobilindustrie und den Einkommen daraus impliziert. Im Zuge der schwachen Nachfrage aus Europa, sank auch der Export von in Deutschland produzierten PKWs um -9,0% zum Vorjahresmonat auf 367&rsquo;200 Einheiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/deutschland-pkw-produktion-mit-130\/\">Querschuesse<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Britischer Sparhaushalt: Weniger f&uuml;r Arme, mehr f&uuml;r Reiche<\/strong><br>\nAm Montagvormittag haben 450.000 Briten den Arbeitsminister Ian Duncan Smith in einer Petition aufgefordert, ein Jahr lang von 53 Pfund in der Woche zu leben. Das ist der Betrag, den Sozialhilfeempf&auml;nger nach den Haushaltsk&uuml;rzungen von voriger Woche zur Verf&uuml;gung haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Britischer-Sparhaushalt-\/!114183\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers C.G.:<\/strong> Great Britain goes Hartz IV. Was hier an Austerit&auml;tsdiktat durchgeboxt wurde, treibt der Sparkanzlerin Merkel Freudentr&auml;nen in die Augen. Wie so oft ist die restriktive Sparpolitik mit einschneidenden Sozialk&uuml;rzungen &ldquo;alternativlos&rdquo;, warum dies allerdings mit einer Senkung der Unternehmenssteuer verbunden werden muss, bleibt mal wieder ein Geheimnis. Gro&szlig;britannien praktiziert eine nahezu perfekte Umverteilung von unten nach oben &ndash; so r&uuml;cksichts- und schonungslos, dass man sicherlich in K&uuml;rze von einem f&uuml;r S&uuml;deuropa vorbildlichem Sparkonzept in den deutschen Mainstream-Gazetten lesen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Einzelhandel: Die Angst vor dem Abstieg<\/strong><br>\nArbeitgebern und Gewerkschaft steht im deutschen Einzelhandel eine der h&auml;rtesten Tarifauseinandersetzung aller Zeiten ins Haus. Eigentlich sollte es in den anstehenden Verhandlungen nur um mehr Geld gehen, doch v&ouml;llig &uuml;berraschend haben die Arbeitgeber alle Tarifvertr&auml;ge gek&uuml;ndigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/geld-markt-meinung\/archiv\/-\/id=658952\/nid=658952\/did=10919236\/134ypwa\/index.html\">SWR2<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Hartz IV verst&ouml;&szlig;t gegen internationales und nationales Recht<\/strong><br>\nIn der anhaltenden und an Sch&auml;rfe zunehmenden Diskussion um die rechtliche Bewertung des SGB II (Hartz IV) wird ein unabdingbarer juristischer Grundsatz nicht ausreichend ber&uuml;cksichtigt. Dieser lautet: H&ouml;heres Recht bricht niedrigeres Recht (lex superior derogat legi inferiori)! Im Rechtskreis des SGB II findet dieser Grundsatz keine Anwendung, eine Entwicklung, die eindeutig die Prinzipien jeder Rechtsstaatlichkeit au&szlig;er Kraft setzt &ndash; rechtswidrig, wie sich zeigen wird, nationales wie internationales Recht eindeutig verletzend. In dem vorliegenden Exkurs wird der Nachweis gef&uuml;hrt, dass niedriges Recht (das SGB II) schon in seinen Grundz&uuml;gen sich unerlaubt und ohne Rechtfertigung gegen h&ouml;heres Recht stellt und das in einem derart erschreckenden Ausma&szlig;, dass die Zeit gekommen ist, sich auch auf gerichtlichem Wege dagegen zur Wehr zu setzen. Dort wo der Rechtsstaat disponibel wird, systematisch und politisch gewollt, dort ist die Preisgabe der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bereits auf den Weg gebracht<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norbertwiersbin.de\/serie-hartz-iv-verstost-gegen-internationales-und-nationales-recht\/\">Norbert Wiersbin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Hatz auf Kranke<\/strong><br>\nBundesagentur f&uuml;r Arbeit will mit interner Weisung gegen &raquo;Blaumacher&laquo; vorgehen. Hartz-IV-Bezieher werden zu Patienten zweiter Klasse<br>\nKrankheit sch&uuml;tzt nicht vor Verfolgungsbetreuung. Im Gegenteil: Wer auf Arbeitslosengeld II angewiesen ist und h&auml;ufiger das Bett h&uuml;ten mu&szlig;, dem k&ouml;nnten demn&auml;chst Kontrolleure des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) auf den Leib r&uuml;cken. Wer dabei als &raquo;Blaumacher&laquo; &uuml;berf&uuml;hrt wird, mu&szlig; mit K&uuml;rzung seiner Lohnersatzleistungen rechnen. So steht es in einer neuen, internen Weisung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) an die Jobcenter, &uuml;ber die am Montag die Bild-Zeitung berichtete. Sachbearbeiter sollen demnach ab sofort besonders darauf achten, ob &raquo;begr&uuml;ndbare Zweifel an der angezeigten Arbeitsunf&auml;higkeit bestehen&laquo;. Selbst &auml;rztliche Atteste sollen bei Bedarf auf ihre Plausibilit&auml;t gepr&uuml;ft werden. Das Erwerbslosen Forum Deutschland (Elo-Forum) bezeichnete die Anordnung aus N&uuml;rnberg am Montag als &raquo;krank&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/04-09\/056.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Ein Leser schickte uns als Erg&auml;nzung zu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16795\">unserem gestrigen Artikel<\/a> zum gleichen Thema eine Mail der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, die gestern als Reaktion auf die Berichterstattung an die Mitarbeiter verschickt wurde:<\/em><\/p>\n<p><em>&bdquo;Liebe Kollegen, die BILD titelt heute mit &bdquo;Geheimplan: Jagd auf kranke Hartz IV-Empf&auml;nger&ldquo;.<\/em><br>\n<em>F&uuml;r Nachfragen dazu eine Hintergrundinfo:<\/em><br>\n<em>Das SGB II hat einen gesetzlichen Auftrag (&sect; 56 Abs.2) formuliert, dass die Agenturen\/Jobcenter bei Zweifeln an der Arbeitsunf&auml;higkeit (in der Regel Krankheit) eines Kunden diesen Dingen nachgehen. Es handelt sich also nicht um eine Geheimsache, sondern um einen gesetzlich normierten Auftrag.<\/em><br>\n<em>Wenn es Anhaltspunkte daf&uuml;r gibt, dass die Arbeitsunf&auml;higkeit eines Kunden angezweifelt werden muss, &uuml;bernimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (also nicht die Agentur, nicht die Jobcenter selbst) diese &Uuml;berpr&uuml;fung.<\/em><br>\n<em>Es hat &uuml;ber zwei Jahre gedauert, um mit den Krankenkassen die Modalit&auml;ten dieses Vorgehens abzustimmen und eine Vereinbarung zu unterzeichnen. Das ist jetzt erfolgt und entsprechend haben wir die Ausf&uuml;hrung jetzt geregelt.<\/em><br>\n<em>Die Regelungen haben &uuml;berwiegend einen pr&auml;ventiven Charakter, der aber auch wichtig ist. Allein die M&ouml;glichkeit, solchen Dingen nachgehen zu k&ouml;nnen, ist wichtig. Insofern entfaltet der aktuelle Bericht durch die erw&uuml;nschte Wirkung, wenngleich die Themen Geheimplan \/ Misstrauen \/ Nachschn&uuml;ffeln haltlos sind, aber dem Boulevardjargon zuzuordnen sind.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Was die Autorin dieser Mail als &bdquo;Pr&auml;vention&ldquo; beschreibt, ist nichts anderes als die Androhung einer Zwangsaus&uuml;bung mit dem Ziel der Disziplinierung und der abermaligen Steigerung des Drucks auf gesunde und vor allem kranke Erwerbslose.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>SWR2-Interview der Woche: Claudia Kemfert Energieexpertin DIW<\/strong><br>\nDie Energieexpertin des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, wirft der Bundesregierung vor die erneuerbaren Energien als S&uuml;ndenbock f&uuml;r Preissteigerungen zu stigmatisieren: &ldquo;Es gibt eine lange Liste von preissenkenden Faktoren &uuml;ber die niemand spricht&rdquo;, sagte Kemfert im SWR Interview der Woche. Wenn man diese Faktoren ber&uuml;cksichtige m&uuml;sse der Strompreis nicht so stark steigen oder k&ouml;nne sogar sinken. Das Erneuerbare Energien Gesetz sei anders als von der Regierung behauptet nicht f&uuml;r die Preissteigerungen verantwortlich, so Kemfert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3-download.swr.de\/swr2\/interview_der_woche\/2013\/04\/swr2-interview-der-woche-20130406-1830-claudia-kemfert-energieexpertin-beim-deutschen-institut-fuer-wirtschaftsforschung-diw.6444m.mp3\">SWR2 [mp3 &ndash; 4.3 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>&ldquo;Das Rechtsstaatsprinzip br&ouml;ckelt gewaltig&rdquo; &ndash; J&uuml;rgen Roth &uuml;ber dubiose Justiz- und Staatspraktiken in Deutschland<\/strong><br>\nIn seinem Buch Spinnennetz der Macht beschreibt J&uuml;rgen Roth Deutschland als ein Land, das immer mehr in die F&auml;nge einer skrupellosen Machtelite ger&auml;t, welche die staatlichen Apparate f&uuml;r ihre eigenen Zwecke einspannt. Ein Gespr&auml;ch mit einem der letzten Recken des investigativen Journalismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/38\/38830\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Meine Revolution, deine Revolution: Der Streit zwischen Religi&ouml;sen und S&auml;kularen auf dem WSF [Weltsozialforum]<\/strong><br>\nEinst angetreten, um einen Kapitalismus zu bek&auml;mpfen, der auch noch die letzten Winkel der Welt zu seinen M&auml;rkten macht, begreift sich das WSF heute offiziell als neutraler Spiegel der sogenannten Zivilgesellschaft &ndash; doch die hat in Tunis keinen gemeinsamen Nenner. Au&szlig;er vielleicht einen: &raquo;Wir haben nichts gegen die Juden und auch nichts gegen die Israelis&laquo;, sagt Monica. Man sei lediglich &raquo;f&uuml;r die Pal&auml;stinenser&laquo;. Und deswegen auch f&uuml;r Assad, Ch&aacute;vez, Gandhi, Ahmedinejad und die Hizbollah. Pal&auml;stina-Solidarit&auml;t, das ist hier der Minimalkonsens. Das Thema dominiert das Forum zumindest optisch derart, dass all die dr&auml;ngenden S&uuml;d-Nord-Fragen fast wie thematisches Beiwerk erscheinen. Im Publikum sitzt Rodrigo, ein junger Aktivist aus Brasilien. Er tr&auml;gt trotz der Hitze einen braunen Wollpulli und um den Hals das gr&uuml;ne Tuch der Kleinbauernorganisation Via Campesina, er selbst allerdings studiert nahe Porto Alegre Politikwissenschaft. &raquo;Ich war sehr gespannt auf das Forum in Tunesien&laquo;, sagt er. &raquo;Die Leute hier haben gezeigt, was der Druck der Stra&szlig;e erreichen kann, das ist genau das, was wir wollen: Ohne Parteien, ohne gro&szlig;e Organisationen eine Macht von unten aufbauen.&laquo; In den vergangenen Jahren sei das WSF zu einer verschnarchten Veranstaltung geworden, er m&uuml;sse es wissen, er habe alle mitgemacht, sagt Rodrigo. &raquo;Die K&auml;mpfe der Welt zusammenbringen&laquo;, diesen Anspruch h&auml;tte das Forum immer weniger erf&uuml;llen k&ouml;nnen. Doch hier, im Mutterland der arabischen Revolte, seien die Menschen &raquo;voller Begeisterung, &uuml;berzeugt von sich selbst, von der Macht des Volkes&laquo;, sagt Rodrigo. Dass es vollkommen unklar ist, welche Macht sich hier auf der Stra&szlig;e konstituiert und durchsetzt, dass es nicht &raquo;das Volk&laquo; gibt, sondern eine tiefe, vertikale Spaltung der Gesellschaft, &raquo;die Stra&szlig;e&laquo; der S&auml;kularen und jene der Islamisten, das habe er erst nach und nach gemerkt, sagt Rodrigo. &raquo;Bei uns in Lateinamerika gibt es auch Religi&ouml;se und es gibt ein sehr konservatives Establishment.&laquo; Doch hier liegen die Dinge anders: &raquo;Ich bin immer auf der Seite des Volkes, das Volk selbst muss seinen Kampf entwickeln.&laquo; Doch wenn &raquo;das Volk&laquo; sich nicht einig ist, wenn innerhalb der &raquo;Macht von unten&laquo; fundamental unterschiedliche Vorstellungen existieren? &raquo;Dann ist es kompliziert&laquo;, sagt Rodrigo.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2013\/14\/47446.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-16801","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16801"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16810,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16801\/revisions\/16810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}