{"id":16891,"date":"2013-04-16T09:36:34","date_gmt":"2013-04-16T07:36:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16891"},"modified":"2020-02-20T10:25:42","modified_gmt":"2020-02-20T09:25:42","slug":"wichtige-leitplanken-fur-linke-politik-im-euro-memo-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16891","title":{"rendered":"Wichtige \u201eLeitplanken\u201c f\u00fcr linke Politik im Euro-Memo 2013"},"content":{"rendered":"<p>Ausgew&auml;hlte Hinweise aus europ&auml;ischer Sichtweise von &bdquo;links&ldquo;.<br>\nDie Arbeitsgruppe europ&auml;ischer Wirtschaftswissenschaftler\/innen f&uuml;r eine andere Wirtschaftspolitik hat im Herbst 2012 in Posen (Polen) das <a href=\"http:\/\/www2.euromemorandum.eu\/uploads\/euromemorandum_2013_german.pdf\">&bdquo;EuroMemorandum 2013&ldquo; erarbeitet [PDF &ndash; 526 KB]<\/a>.<br>\nDie aktuellen Aussagen und Positionen der &uuml;bernationalen Euro-Memorandum-Gruppe bieten auch dem deutschen Leser wichtige &bdquo;Leitplanken&ldquo; f&uuml;r eine neue gesamteurop&auml;ische Politik&auml;nderung aus &bdquo;linker&ldquo; Sicht.  Sie kann damit die deutsche Debatte &uuml;ber die Euro-Finanzkrise (und ihre staatshaushaltsseitigen Aspekte) bereichern bzw. hierf&uuml;r wichtige Hinweise er&ouml;ffnen. Daher sollen nun in stark verk&uuml;rzter bzw. ausgew&auml;hlter Sicht einige Grundaussagen f&uuml;rs &bdquo;Nachdenken&ldquo; zitiert  bzw.  kommentiert werden. Von <strong>Karl Mai<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWichtige Aussagen des <em>Euro-Memo<\/em> befinden sich verdichtet in der dort voran gestellten <em>Zusammenfassung<\/em>. Sie ist nach sachlich-thematischen Gesichtspunkten untergliedert, von denen ich hier f&uuml;r <em>Deutschland<\/em> einige skizzieren  m&ouml;chte. Ich setze dabei  voraus, dass der Leser eine Vorstellung davon hat, dass es bei unserem Thema vor allem um solche Aspekte geht, die in der &ouml;ffentlichen Sichtweise von Medien und Talkshows nicht immer klar zu Tage treten oder sogar &bdquo;vernebelt&ldquo; werden. Dem soll m. E. haupts&auml;chlich durch einige markante Angaben oder Original-Zitate entgegen getreten werden.<\/p><p><strong>Grunds&auml;tzlich: Entdemokratisierung in der EWU<\/strong><\/p><p>Die <em>Euro-Memorandum-Gruppe<\/em> geht davon aus, dass viele B&uuml;rger der EWU noch gar nicht erkannt haben,  von welchen demokratiefeindlichen Eliten der Finanzoligarchie sie inzwischen &bdquo;regiert&ldquo; werden: <\/p><p>Die Leichtsinnigkeit, mit der viele &bdquo;einfache&ldquo; Mitteleurop&auml;er hinnehmen, wie die Rechte ihrer gew&auml;hlten Parlamente immer st&auml;rker durch die  Anma&szlig;ungen der b&uuml;rokratischen  EWU-Institutionen eingeengt werden, trifft auf heftige, prinzipielle Kritik.  &bdquo;Durch die Krise tritt der zutiefst undemokratische Aufbau der Europ&auml;ischen Union deutlich zutage. Die Europ&auml;ische Kommission &uuml;bernimmt immer gr&ouml;&szlig;ere Befugnis bei der &Uuml;berwachung der nationalen Haushalte und setzt die doktrin&auml;ren Regeln des Stabilit&auml;ts- und Wachstumspaktes durch, die durch die Verabschiedung des sogenannten Fiskalpakts jetzt noch weiter verst&auml;rkt werden.&ldquo; (S. 8) Wer steckt hinter den euro-b&uuml;rokratischen Institutionen?<\/p><p>&bdquo;Hierbei handelt es sich um ein Europa der Eliten, in dem m&auml;chtige Interessenvertretungen hinter den verschlossenen T&uuml;ren der Br&uuml;sseler Verwaltung und gut verborgen vor den neugierigen Blicken der EU-B&uuml;rgerInnen  in der Lage sind, ihren weitreichenden Einfluss geltend zu machen.&ldquo; (S. 8) Dabei hilft diesen Eliten die dominierende Macht der gleichgeschalteten  Medien und der Mainstream der neoliberal orientierten &Ouml;konomen.<\/p><p><strong>Zur europ&auml;ischen Wirtschafts- und Finanzpolitik<\/strong><\/p><p>&bdquo;Das Wirtschaftswachstum in der EU kam 2012 zum Stillstand, wobei das Produktionsniveau unter dem von 2008 blieb. In den Peripheriel&auml;ndern der Eurozone kam es vielerorts zu Rezessionen und das Produktionsniveau sank im Verlauf des Jahres in Portugal um weitere 3 % und in Griechenland um 6 %.&ldquo; (S. 2) Inzwischen wird dies bereits durch die gegenw&auml;rtige Lage deutlich &uuml;bertroffen, denn die Rezession greift auf andere EWU-Staaten &uuml;ber.<\/p><p>Im Euro-Memo wird erkl&auml;rt: &bdquo;In erster Linie auf Beharren Deutschlands hin ergriffen 25 Mitgliedsstaaten Anfang 2012 Ma&szlig;nahmen, um den so genannten Fiskalpakt einzuf&uuml;hren, eine Ma&szlig;nahme, die das strukturelle Haushaltsdefizit eines jeden Landes gesetzlich auf 0,5 % des BIP begrenzt und die L&auml;nder wirksam daran hindern wird, in Zukunft eine aktive Fiskalpolitik zu betreiben.&ldquo; (S. 2) Diese Ma&szlig;nahme wird unbedingt als kontraproduktiv angesehen, weil sie die Impulsgebung  der Wirtschaftspolitik f&uuml;r die Realsph&auml;re der &Ouml;konomie, insbesondere f&uuml;r die staatlich- nationale F&ouml;rder- und Investitionspolitik, zu radikal einschr&auml;nkt. <\/p><p>Sie ist nach Auffassung des Euro-Memo selbst schon in Deutschland gescheitert, ohne dass dies zur Kenntnis genommen wurde. &bdquo;Die Vorstellung, dass die deutsche Wirtschaft in irgendeiner Weise als Modell f&uuml;r die EU herangezogen werden kann, ist falsch. Seit der Einf&uuml;hrung des Euro ist die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands Ergebnis einer aggressiven exportgetragenen Strategie gewesen, in der eine stagnierende Lohnentwicklung sowie die schwache Binnennachfrage durch wachsende Handels&uuml;bersch&uuml;sse ausgeglichen werden.&ldquo; (S. 9) <\/p><p>Neben diesen von der EU-Kommisssion initiierten oder gebilligten &bdquo;Rettungsma&szlig;nahmen&ldquo; der fiskalischen Haushaltsbegrenzung  traf auch die EZB eigene Entscheidungen: Sie f&uuml;hrte &bdquo;unterdessen l&auml;ngerfristige Refinanzierungsgesch&auml;fte mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren ein. Sie stellte den Gesch&auml;ftsbanken in der Zeit von Dezember 2011 bis Februar 2012 etwa 1 Billion &euro; f&uuml;r drei Jahre zu einem Zinssatz von 1 % zur Verf&uuml;gung.&ldquo; (S. 2) <\/p><p>Diese EZB-Ma&szlig;nahme erwies sich gleichfalls noch als unzureichend. &bdquo;Nachdem Spekulationen gegen spanische und italienische Anleihen Mitte 2012 zunahmen, hat die EZB au&szlig;erdem das so genannte <em>Outright Monetary Transactions-Programm<\/em> beschlossen. Dieses verspricht ein uneingeschr&auml;nktes Einschreiten der Zentralbank zur St&uuml;tzung von Staatsanleihen auf dem Sekund&auml;rmarkt &ndash; jedoch nur, wenn die L&auml;nder zuvor einem von den Euro-Staaten verabschiedeten Politikprogramm mit dem EU-Rettungsschirm, dem Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus, zustimmen.&ldquo; <\/p><p>Damit hatten die EWU-Institutionen ihr stimulierendes &bdquo;Pulver verschossen&ldquo;, und die Euro-Zone taumelt weiter unter der monet&auml;ren Dominanz der Finanzoligarchie dahin.<\/p><p>&bdquo;Sch&auml;tzungen &uuml;ber die geb&uuml;ndelten Auswirkungen der in der Eurozone eingef&uuml;hrten verschiedenen Haushaltsregeln zufolge, k&ouml;nnte das BIP in der Zeit von 2013 bis 2016 in der gesamten Eurozone um 3,5 % zur&uuml;ckgehen, in Italien, Portugal und Spanien um jeweils 5-8 % und in Griechenland und Irland um 10 %.&ldquo; (S. 2), f&auml;hrt  das Euro-Memo fort und fordert  von der Politik: &bdquo;Um die starken Leistungsbilanzungleichgewichte abzuschaffen, sollte von den &Uuml;berschussl&auml;ndern eine Ausweitung der Nachfrage gefordert werden.&ldquo; (S. 3) Und ferner:  &bdquo;Die &Uuml;berexpansion des Finanzsektors sollte grundlegend umgekehrt werden. Es sollte eine strikte Trennung zwischen Gesch&auml;fts- und Investmentbanken eingef&uuml;hrt werden und &ouml;ffentliche sowie genossenschaftliche Gesch&auml;ftsbanken sollten unterst&uuml;tzt werden, um die Finanzierung nachhaltiger Investitionsprojekte zu erm&ouml;glichen.&ldquo; (S. 3)<\/p><p><strong>Steuerung innerhalb der EU<\/strong><\/p><p>Scharfe Kritik erfuhr die Behandlung der L&auml;nder in der Hauptkrisenzone seitens der dort dienstaufsichtsf&uuml;hrenden &bdquo;Troika des Finanzkapitals&ldquo; (bestehend aus IWF, EZB und EWU-Zentrale). Das Gebaren, &bdquo; die wirtschaftlich schw&auml;cheren L&auml;nder unter  ein umfangreiches System der Bevormundung zu stellen und unabl&auml;ssig auf K&uuml;rzung ihrer Ausgaben, Aush&ouml;hlung der Besch&auml;ftigungsstandards und Privatisierung von Staatsverm&ouml;gen zu dr&auml;ngen&ldquo;,  wurde im Euro-Memo angeprangert.<\/p><p>Dabei konstatierte man eine drakonische Versch&auml;rfung in der kreditzinsbedingten Auspl&uuml;nderung der Hauptkrisenl&auml;nder unter dem neoliberalen  Zwangsregime. &bdquo; F&uuml;r diejenigen Mitgliedsstaaten, die Finanzhilfen erhalten haben, fallen die Kontrollen und Beschr&auml;nkungen noch drastischer aus und nehmen im Fall von Griechenland geradezu koloniale Ausma&szlig;e an.&ldquo; (S. 3) Die Zwangsdem&uuml;tigung der von weiteren Krediten abh&auml;ngig gemachten L&auml;nder in der EWU, in denen die verarmenden Massen wiederholt auf die Stra&szlig;en gingen,  findet  ihre traurige und emp&ouml;rende Widerspiegelung im deutschen unkritischen Medienecho und bei dessen &bdquo;scheinheiligen&ldquo; neoliberalen Redakteuren.<\/p><p>Die Umsteuerung in den Krisenhauptl&auml;ndern m&uuml;sste mit Hilfe einer Welle zweckm&auml;&szlig;iger Haushaltsinvestitionen seitens der EU angesto&szlig;en werden:<\/p><p>&bdquo;Der EU-Haushalt sollte von derzeit 1 % des BIP der EU auf 10 % erh&ouml;ht werden, um eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung zu erm&ouml;glichen und um umfangreiche Investitions- und Entwicklungsprogramme in der s&uuml;dlichen und &ouml;stlichen Peripherie der EU durchzuf&uuml;hren. Aktive Industrie- und Regionalpolitiken sind notwendig, um den Entwicklungsprozess in den Peripheriel&auml;ndern zu unterst&uuml;tzen, da Entwicklungen nicht nur infolge von Marktprozessen eintreten.&ldquo; (S. 5)<\/p><p><strong>Neustrukturierung der sozialen Agenda<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die Sparprogramme zerst&ouml;ren die Leben von Millionen Europ&auml;erInnen, insbesondere in den s&uuml;dlichen und &ouml;stlichen Peripheriel&auml;ndern. Die offizielle Arbeitslosenquote in der EU lag 2012 bei 10,6 %, in Spanien und Griechenland betrug sie jedoch 25 %, und w&auml;hrend die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen in der EU bei 22,7 % lag, betrug diese in Spanien und Griechenland &uuml;ber 50 %.&ldquo; (S. 4) Die Lage dort hatte sich bis 2013 noch deutlich  verschlimmert.<\/p><p>Die Verw&uuml;stungen der neoliberalen  Finanzoligarchie im sozialen Bereich, insbesondere in den s&uuml;deurop&auml;ischen Krisenl&auml;ndern der EWU, sollten schrittweise durch nachhaltige und konstruktive Entwicklungspolitik behoben werden. &bdquo;Eingefrorene Geh&auml;lter, Rentenk&uuml;rzungen, eine Heraufsetzung des Renteneintrittsalters sowie Lockerungen  im K&uuml;ndigungsschutz und Einschr&auml;nkungen im Bereich des Arbeitslosengeldes bedeuten  jedoch eine weitere Schw&auml;chung des vielbeschworenen Sozialmodells der EU.&ldquo; (S. 4)<\/p><p> Die seitens der EWU-L&auml;nder ergriffenen Ma&szlig;nahmen versch&auml;rften  erheblich die Krisenlage: &bdquo;Anstatt Steuerschlupfl&ouml;cher zu schlie&szlig;en, konzentrierten sich die Sparprogramme auf Ausgabenk&uuml;rzungen und f&uuml;hrten somit zu einem Aufschub oder einer Streichung von Infrastrukturma&szlig;nahmen sowie zu Senkungen der laufenden Ausgaben f&uuml;r Gesundheit, Bildung, Bereitstellung von Sozialleistungen und Sozialhilfe. Die Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen Bereich wurde in vielen L&auml;ndern aufgrund der Rezession und der Auswirkungen der Sparprogramme erheblich abgebaut und es kam zu einem deutlichen Anstieg des Anteils der von Armut bedrohten Bev&ouml;lkerung.&ldquo; (S. 4)<\/p><p>Die vorgeschlagenen Ma&szlig;nahmen im Euro-Memo sind u.a.: &bdquo;S&auml;mtliche Mitgliedsstaaten sollten sich dem Prinzip einer progressiven Besteuerung sowie einer Angleichung der Steuertabellen  verschreiben. [&hellip;]  Au&szlig;erdem sollten sich s&auml;mtliche Mitgliedsstaaten zu Transparenz und einem vollst&auml;ndigen Informationsaustausch in Bezug auf Eink&uuml;nfte verpflichten. Einrichtungen zur Steuervermeidung in Europa sollten abgeschafft und die Nutzung von Steueroasen unm&ouml;glich gemacht werden. Au&szlig;erdem sollte Reichtum h&ouml;her besteuert werden. Die Verlagerung von direkter hin zu regressiver indirekter Besteuerung sollte r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht und die zerst&ouml;rerische Dynamik des Steuerwettbewerbs muss ausgeschaltet werden.&ldquo; (S.  4)<\/p><p><strong>Krise der globalen Steuerung infolge globaler Ungleichgewichte<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber die Ursachen der globalen Ungleichgewichte l&auml;sst das Euro-Memo keinen Zweifel:<\/p><p>&bdquo;Trotz zahlreicher Erkl&auml;rungen &uuml;ber das Erfordernis, globale Herausforderungen anzugehen, bleiben die Hauptursachen der weltweiten Finanzkrise &ndash;  erhebliche Leistungsbilanzungleichgewichte, ungleiche Verteilung von Einkommen und Reichtum sowie unkontrollierte und instabile Finanzm&auml;rkte &ndash; weiterhin bestehen&ldquo; (S. 6) Und: &bdquo;Die Senkung der Leistungsbilanzdefizite der peripheren EU-L&auml;nder ist nicht auf Importsubstitutionen oder anhaltendes Exportwachstum, sondern auf die Drosselung der einheimischen Nachfrage durch die Durchf&uuml;hrung extremer Sparprogramme zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.&ldquo; (S. 40)  Daher folgt logisch: &bdquo;W&auml;hrend neu geschaffene Verfahren in der EU auf L&auml;nder mit Zahlungsbilanzdefiziten Anwendung finden, sollte auch von L&auml;ndern mit  Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;ssen gefordert werden, expansivere Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, um die Zahl ihrer Importe zu erh&ouml;hen.&ldquo; (S. 6)<\/p><p>Das Euro-Memo verweist auf die inneren Potenziale der EWU-Staaten:<br>\n&bdquo;Die EU k&ouml;nnte ihre eigene F&auml;higkeit zur Entwicklung langfristiger Nachhaltigkeit f&ouml;rdern, indem sie sich zu einer neuen Form des Multilateralismus verpflichtet. Anstatt zu versuchen, zu jedem Zeitpunkt die f&uuml;hrende Rolle f&uuml;r sich &ndash; oder ihre f&uuml;hrenden Mitgliedsstaaten &ndash; zu beanspruchen, und anstatt die &uuml;brigen Mitglieder als Untergebene zu betrachten, die angeleitet werden m&uuml;ssen, sollten die EU und ihre Mitgliedsstaaten eine Art offener Diplomatie praktizieren, in der diejenigen die F&uuml;hrung &uuml;bernehmen, die in einem bestimmten Bereich am weitesten fortgeschritten sind.&ldquo; (S. 7)<br>\nAllerdings ist das Euro-Memo auch skeptisch hinsichtlich der noch dominierenden Ausgestaltung der institutionellen Instrumentarien: <\/p><p>&bdquo;Gegenw&auml;rtig gibt es keine globalen Institutionen, die globale und systemische Risiken, wie beispielsweise globale Leistungsbilanzungleichgewichte, Verm&ouml;gensblasen, unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Wechselkursschwankungen, Richtungs&auml;nderungen der Kapitalstr&ouml;me, die H&ouml;he internationaler Reserven odersch&auml;dlichen Steuerwettbewerb und Steuerhinterziehung wirksam &uuml;berwachen und kontrollieren. (S. 6)<\/p><p>Es bestehe sogar die Gefahr, dass gegenw&auml;rtig diese europ&auml;ischen Einrichtungen, die nicht demokratisch kontrolliert werden, laufend &bdquo;Fehlleistungen&ldquo; erzeugen oder schlechterdings solche erzeugen sollen:<\/p><p>&bdquo;Die Institutionen, die diese Aufgaben zum gegenw&auml;rtigen Zeitpunkt (teilweise) &uuml;bernehmen sollten &ndash; der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF), die Gruppe der Zwanzig (G20), das Finanzstabilit&auml;ts-Forum, die Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich, die Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) &ndash;, erf&uuml;llen diese Aufgaben in der Praxis derzeit nicht. Im Bereich der globalen Umweltpolitik scheint die offizielle Politik der EU seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise auf dem R&uuml;ckzug zu sein und erweist sich &ndash; sofern sie existiert &ndash; <em>als absolut unzul&auml;nglich<\/em>.&ldquo; (Hervorgehoben von mir.-  K.M.) (S. 6)<\/p><p>Dieser vernichtenden Kritik ist nichts hinzuzuf&uuml;gen; sie gilt im Prinzip bis heute.  Die irritierten Mainstream-&Ouml;konomen beginnen teils &ouml;ffentlich, teils in Diskussionskreisen und elit&auml;ren Zirkeln, an ihren Dogmen zu (ver-) zweifeln &ndash; allen voran einige der &bdquo;flexibleren&ldquo; USA-&Ouml;konomen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgew&auml;hlte Hinweise aus europ&auml;ischer Sichtweise von &bdquo;links&ldquo;.<br \/> Die Arbeitsgruppe europ&auml;ischer Wirtschaftswissenschaftler\/innen f&uuml;r eine andere Wirtschaftspolitik hat im Herbst 2012 in Posen (Polen) das <a href=\"http:\/\/www2.euromemorandum.eu\/uploads\/euromemorandum_2013_german.pdf\">&bdquo;EuroMemorandum 2013&ldquo; erarbeitet [PDF &ndash; 526 KB]<\/a>.<br \/> Die aktuellen Aussagen und Positionen der &uuml;bernationalen Euro-Memorandum-Gruppe bieten auch dem deutschen Leser wichtige &bdquo;Leitplanken&ldquo; f&uuml;r eine neue gesamteurop&auml;ische Politik&auml;nderung aus &bdquo;linker&ldquo; Sicht. 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