{"id":16967,"date":"2013-04-22T10:41:35","date_gmt":"2013-04-22T08:41:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16967"},"modified":"2019-07-23T11:25:02","modified_gmt":"2019-07-23T09:25:02","slug":"die-exzellenzinitiative-und-die-hierarchisierung-des-deutschen-hochschulsystems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16967","title":{"rendered":"Die Exzellenzinitiative und die Hierarchisierung des deutschen Hochschulsystems"},"content":{"rendered":"<p>Das gro&szlig;e Versprechen der Exzellenzinitiative lautet: Dieser Wettbewerb wird die Leistungsf&auml;higkeit der deutschen Wissenschaft deutlich steigern. Vor allem aus zwei Gr&uuml;nden ist Skepsis gegen&uuml;ber dieser Aussage angebracht. Einmal ist mehr als fraglich, ob die hohe Qualit&auml;t in der Breite an Deutschlands Universit&auml;ten tats&auml;chlich bewahrt werden kann. Wenn in Universit&auml;ten aufgrund des schlechten Abschneidens im Exzellenzwettbewerb und des daraus resultierenden R&uuml;ckgangs bei den Forschungsgeldern die Lehrkapazit&auml;ten hochgefahren werden, um auf diesem Wege zus&auml;tzliche Mittel zu akquirieren, muss das fast zwangsl&auml;ufig zu einem Verlust an Forschungsleistung f&uuml;hren. Dasselbe trifft auf Universit&auml;ten zu, die wichtige Wissenschaftler an die erfolgreichere Konkurrenz abgeben m&uuml;ssen. Ob man solche Verluste, die f&uuml;r die Masse der Verlierer typisch sind, durch die Konzentration an den Siegeruniversit&auml;ten nicht nur ausgleichen, sondern sogar noch &uuml;berkompensieren kann, ist doch eher unwahrscheinlich. Von <strong>Michael Hartmann [<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16967#foot_*\" name=\"note_*\">*<\/a>]<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Exzellenzinitiative und die Hierarchisierung des deutschen Hochschulsystems<\/strong> [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p><p>Am 15. Juni 2012 sind die letzten Entscheidungen im Rahmen der Exzellenzinitiative verk&uuml;ndet worden. F&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre bis 2017 wurde noch einmal eine Gesamtsumme von 2,7 Mrd. Euro verteilt. Von den bisher bewilligten 85 Projekten (39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Zukunftskonzepte) sind 15 (sechs Graduiertenschulen, sechs Exzellenzcluster und drei Zukunftskonzepte) auf der Strecke geblieben. Dazu gekommen sind 29 von den 59 Neuantr&auml;gen, die in der dritten Runde die Vorauswahl &uuml;berstanden haben (12 bei den Graduiertenschulen, 12 bei den Exzellenzclustern und f&uuml;nf bei den Zukunftskonzepten). Von den bisher gef&ouml;rderten Universit&auml;ten, Exzellenzclustern und Graduiertenschulen sind &uuml;ber 80 Prozent best&auml;tigt worden, von den Neuantr&auml;gen ist dagegen nicht einmal die H&auml;lfte durchgekommen. Letztere wurden zudem fast durchweg von schon in den ersten beiden Runden erfolgreichen Universit&auml;ten eingereicht. Wirklich neu dabei sind nur vier Hochschulen, zwei mit einem Exzellenzcluster und zwei mit einer Graduiertenschule.<\/p><p>Die beiden f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Exzellenzinitiative verantwortlichen Organisationen, die DFG und der Wissenschaftsrat, haben ebenso wie die beteiligten Politiker f&uuml;r die ersten sieben Jahre eine eindeutig positive Bilanz gezogen. Die Initiative sei ein gro&szlig;er Erfolg, so die einhellige Meinung der Verantwortlichen, auch wieder auf der Pressekonferenz zur Verk&uuml;ndung der Ergebnisse in der letzten Runde zu h&ouml;ren. Der Pr&auml;sident der DFG, Matthias Kleiner, spricht in seinem Vorwort zur von der DFG 2011 ver&ouml;ffentlichten Brosch&uuml;re &bdquo;Exzellenzinitiative auf einen Blick&ldquo; davon, dass &bdquo;kein anderes Programm in den vergangenen Jahrzehnten&ldquo; das deutsche Hochschulsystem &bdquo;so erfolgreich ver&auml;ndert&ldquo; habe. Selbst &bdquo;die k&uuml;hnsten Erwartungen&ldquo; seien &uuml;bertroffen worden (DFG 2011: 10)<\/p><p>Die Interdisziplin&auml;re Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die Anfang 2010 eine erste umfassendere wissenschaftliche Untersuchung der Resultate und Folgen der Initiative vorlegte, kommt zwar ebenfalls zu einer positiven Gesamtbewertung und begr&uuml;&szlig;t auch ausdr&uuml;cklich die Entscheidung, die Exzellenzinitiative fortzuf&uuml;hren, weist aber im Unterschied zu DFG und Wissenschaftsrat auch auf eine ganze Reihen von Problemen hin. Verfahrensm&auml;ngel bei der Auswahlprozedur (vor allem die Undurchsichtigkeit der Kriterien) werden ebenso angesprochen wie Steuerungsprobleme an den Hochschulen (speziell die Entstehung von Parallelstrukturen durch die Exzellenzcluster), drohende Konsequenzen einer &Uuml;berspezialisierung f&uuml;r die Berufsaussichten (besonders bei den Nachwuchswissenschaftlern in den Exzellenzclustern und Graduiertenschulen) ebenso wie ein eventuelles Ungleichgewicht bei den gef&ouml;rderten Fachdisziplinen (Dominanz der Lebens- und Naturwissenschaften) (Interdisziplin&auml;re Arbeitsgruppe 2010). Neidhardt benennt noch einen weiteren wesentlichen Punkt. Es werde sp&auml;testens nach Auslaufen der Initiative bei den siegreichen Hochschulen zu erheblichen internen Verteilungskonflikten kommen, weil die erfolgreichen Forschungscluster nicht einfach eingestellt werden k&ouml;nnten und zumindest die f&uuml;r sie neu geschaffenen Professuren dann dauerhaft aus dem Hochschuletat finanziert werden m&uuml;ssten (Neidhardt 2010: 67ff.). <\/p><p>Erstaunlich ist, dass die Arbeitsgruppe zum zentralen Punkt, der strukturellen Ver&auml;nderung der deutschen Hochschullandschaft, kaum Stellung bezieht. Das prinzipiell auf interner Gleichheit beruhende traditionelle Universit&auml;tssystem in Richtung einer deutlichen Differenzierung aufzubrechen, das &bdquo;Gleichheitsparadigma&ldquo; durch das &bdquo;Differenzierungsparadigma&ldquo; zu ersetzen, war und ist immerhin das entscheidende Ziel des Wettbewerbs. So spricht die gemeinsame Kommission von DFG und Wissenschaftsrat in ihrem gemeinsamen Bericht Ende 2008 ausdr&uuml;cklich davon, die Unterschiede zwischen den Universit&auml;ten w&uuml;rden durch den Wettbewerb nicht nur &bdquo;sichtbar gemacht&ldquo;, sondern dar&uuml;ber hinausgehend durch die zus&auml;tzliche F&ouml;rderung auch &bdquo;ausdr&uuml;cklich angestrebt&ldquo; (Gemeinsame Kommission 2008: 60). Differenzierung lautet das neue Leitmotiv. Von den Bef&uuml;rwortern wird diesbez&uuml;glich allerdings immer wieder hingewiesen, dass es &bdquo;dem &uuml;bergeordneten Ziel einer Diversifizierung der Hochschullandschaft widersprechen [w&uuml;rde], wenn sich lediglich eine hierarchische Differenzierung ausbildete&ldquo;, es vielmehr vorrangig um eine &bdquo;funktionale Differenzierung&ldquo; gehe, die &bdquo;angesichts der immer vielf&auml;ltiger werdenden Anforderungen an Hochschulen in hoch technisierten und wissensbasierten Gesellschaften&ldquo; den &bdquo;Dreh- und Angelpunkt der Zukunftsf&auml;higkeit des Hochschulsystems&ldquo; darstelle (ebd.). Es gehe um &bdquo;Profilbildung und Schwerpunktsetzung&ldquo; zwischen und innerhalb der Hochschulen. N&auml;her ausgef&uuml;hrt wird das dann aber nicht. Was unter funktionaler Differenzierung genau zu verstehen ist, bleibt unklar. Generelles Ziel sei es, so das st&auml;ndig wiederkehrende Mantra der Bef&uuml;rworter, die traditionell hohe Qualit&auml;t in der Breite zu sichern und gleichzeitig Exzellenz an der Spitze zu schaffen. Beides bedinge sich gegenseitig. Soweit die offizielle Wettbewerbsrhetorik. <\/p><p><strong>2. Funktionale oder vertikale Differenzierung?<\/strong><\/p><p>So viel in den offiziellen Stellungnahmen auch von funktionaler Differenzierung die Rede ist, so wenig trifft diese Darstellung den Kern der realen Ver&auml;nderungen. Die Exzellenzinitiative hat in erster Linie eine un&uuml;bersehbare vertikale Ausdifferenzierung der deutschen Hochschullandschaft zur Folge. Dass sie nicht nur, wie immer wieder betont, die schon lange bestehenden Unterschiede zwischen den deutschen Universit&auml;ten endlich sichtbar macht, sondern sie entscheidend versch&auml;rft, ja (zumindest teilweise) &uuml;berhaupt erst produziert, zeigt sich besonders auf der symbolischen Ebene. Hier gibt es jetzt eine im deutschen Hochschulsystem zuvor unbekannte Differenz zwischen Elite und Masse. Was in der allgemeinen wie auch der wissenschaftlichen &Ouml;ffentlichkeit auf jeden Fall von der Initiative h&auml;ngen geblieben ist, das ist der inoffizielle Titel einer Eliteuniversit&auml;t. So wurden die neun f&uuml;r ihre Zukunftskonzepte in den ersten beiden Runden ausgezeichneten Hochschulen in den Medien und auch im allgemeinen Sprachgebrauch sofort bezeichnet, und nach der Entscheidung im Juni 2012 war es auch nicht anders. Wer sich mit diesem Titel schm&uuml;cken kann, der profitiert davon auf den verschiedensten Ebenen, von der Rekrutierung der Studierenden bis hin zum Zugang zu &ouml;ffentlichen Mitteln. Auch Erfolge bei den beiden anderen Linien der Exzellenzinitiative wurden zumindest in der regionalen &Ouml;ffentlichkeit, im Falle der prestigereicheren Exzellenzcluster in der Regel aber auch bundesweit deutlich hervorgehoben. Wer nichts zu feiern hat, ist allein dadurch schon in eine schwierige Lage geraten. Ihm haftet (mehr oder weniger stark) das Image des Verlierers an. Wissenschafts- und hochschulintern hat sich eine neue Reputationshierarchie herausgebildet. Simon, Schulz und Sondermann als Mitglieder der Arbeitsgruppe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften merken zu diesem Punkt vorsichtig an, hier seien durch die Umverteilung symbolischer Macht neue Hierarchien entstanden, die &bdquo;insgesamt das Gef&uuml;ge im deutschen Wissenschaftssystem ver&auml;ndern&ldquo; k&ouml;nnten (Simon\/Schulz\/Sondermann 2010: 195). Wie schnell sich die neue symbolische Hierarchie etabliert hat, zeigen erste Daten &uuml;ber die Hochschulwahl unter Studierenden. Bei denjenigen, die einen Abiturdurchschnitt von 1,2 und besser aufweisen, hat sich binnen nur drei Jahren eine gravierende Ver&auml;nderung ergeben. Innerhalb dieser besonders leistungsstarken Gruppe haben die, die aus akademischen Elternh&auml;usern kommen, bereits 2006 zu 42 Prozent an einer der neun damaligen Eliteuniversit&auml;ten studiert. Bis 2009 ist der Anteil auf 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist er bei denjenigen, die nicht aus Akademikerfamilien stammen, von 33 auf 30 Prozent zur&uuml;ck gegangen (Stiftung Neue Verantwortung 2011). Die soziale Differenz innerhalb dieser kleinen Gruppe besonders &bdquo;guter&ldquo; Abiturienten hat sich mehr als verdoppelt. Das zeigt, welche Konsequenzen bei der sozialen Rekrutierung der Studierenden zu erwarten sind. &Uuml;ber die n&auml;chsten Jahre und Jahrzehnte wird sich das aus anderen L&auml;ndern mit Eliteuniversit&auml;ten bekannte Muster sozialer Exklusivit&auml;t (Hartmann 2005; Hartmann 2007: 60 ff.) zumindest in Teilen durchsetzen, auch wenn die Gr&ouml;&szlig;e der deutschen Eliteuniversit&auml;ten und das Ende der Studiengeb&uuml;hren der sozialen Selektion hierzulande einen gewissen Riegel vorschieben.<\/p><p>Die symbolische Wirkung des Wettbewerbs ist aber nur das eine. Es gibt auch ganz unmittelbar finanzielle Konsequenzen. Betrachtet man die Verteilung der Exzellenzmittel in den ersten beiden Runden, so wird die vertikale Differenzierung der Hochschullandschaft durch die Exzellenzinitiative sofort deutlich. Die Konzentration der Mittelvergabe f&auml;llt in ihr mehr als doppelt so stark aus wie in der DFG-F&ouml;rderung zuvor (s. Tab. 1). <\/p><p>Tabelle 1: Die Verteilung der DFG-Forschungsf&ouml;rdermittel (2002-2004) und der Mittel der Exzellenzinitiative 2005 bis 2007<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/Exzellenzinitiative-Tabelle1.gif\" alt=\"Tabelle 1: Die Verteilung der DFG-Forschungsf&ouml;rdermittel (2002-2004) und der Mittel der Exzellenzinitiative 2005 bis 2007\" title=\"Tabelle 1: Die Verteilung der DFG-Forschungsf&ouml;rdermittel (2002-2004) und der Mittel der Exzellenzinitiative 2005 bis 2007\"><\/p><p>Quelle: DFG 2006, Anhang zur Pressemappe: 19; eigene Berechnungen nach Gemeinsame Kommission 2008: 28<\/p><p>Die DFG-Mittel entfielen im Zeitraum 2002-2004 zu fast einem Drittel auf die im DFG-F&ouml;rderranking f&uuml;hrenden zehn Universit&auml;ten, zu gut 56 Prozent auf die Top 20 und zu gut 86 Prozent auf 40 Hochschulen. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Bei den Drittmitteln insgesamt sah es im &Uuml;brigen &auml;hnlich aus, allerdings mit einer etwas breiteren Verteilung. Die ersten zehn Universit&auml;ten kamen dort auf 29,3 Prozent, die ersten 20 auf 50,6 Prozent und die ersten 40 auf 78,5 Prozent.<\/p><p>In der Exzellenzinitiative fiel die Konzentration auf die f&uuml;hrenden Universit&auml;ten weit st&auml;rker aus. Mit knapp 650 Mio. Euro ging fast ein Drittel der gesamten F&ouml;rdersumme an die vier erfolgreichsten Universit&auml;ten, die RWTH Aachen und die Universit&auml;t Heidelberg sowie die beiden Universit&auml;ten aus M&uuml;nchen. Sie konnten damit sogar einen leicht h&ouml;heren Anteil der Gesamtsumme f&uuml;r sich beanspruchen als die zehn im DFG-Ranking f&uuml;hrenden Hochschulen. Die neun Eliteuniversit&auml;ten brachten es zusammen auf &uuml;ber 58 Prozent der Gelder, mehr als die 20 erfolgreichsten Universit&auml;ten bei den DFG-Mitteln. Rechnet man noch die Universit&auml;t Frankfurt hinzu, die zwar in der dritten F&ouml;rderlinie erfolglos war, daf&uuml;r aber bei den Exzellenzclustern sehr erfolgreich, dann kamen in der Exzellenzinitiative nur zehn Universit&auml;ten mit fast 63 Prozent auf einen Prozentsatz, der im DFG-Ranking erst von 23 Universit&auml;ten erreicht wurde. Das setzt sich auch weiter unten fort. Die Top 20 brachten es auf nahezu den gleichen Anteil wie die 40 erfolgreichsten bei den DFG-Mitteln. Die Differenzen fallen noch deutlich gr&ouml;&szlig;er aus, wenn man die Verteilung der Mittel im Exzellenzwettbewerb mit der aller Drittmittel (nicht nur denen der DFG) vergleicht. <\/p><p>Mit den Entscheidungen in der dritten Runde wird sich daran nichts Wesentliches &auml;ndern. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Der Anteil der ersten vier wird etwas abnehmen, der Anteil der ersten zehn wird daf&uuml;r aber noch weiter steigen; denn die bisher vorn liegenden Universit&auml;ten aus Aachen, Heidelberg und M&uuml;nchen z&auml;hlen zwar auch weiterhin zu den gro&szlig;en Gewinnern, die LMU M&uuml;nchen zu ihren bisherigen Erfolgen sogar noch drei Graduiertenschulen und ein Exzellenzcluster zus&auml;tzlich bekommen hat, die RWTH Aachen und die TU M&uuml;nchen haben aber jeweils ein Exzellenzcluster verloren. Die bisher nicht ganz vorn vertretene HU Berlin war gleichzeitig nicht nur in der dritten F&ouml;rderlinie erfolgreich, sondern hat auch noch ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule dazu gewonnen. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Dresden war &auml;hnlich erfolgreich. Das wird das Vorderfeld sp&uuml;rbar ver&auml;ndern. Statt einer Vierergruppe wird es in Zukunft an der Spitze eine Siebenergruppe geben, die sich vom Rest absetzen kann, die beiden Berliner und die beiden M&uuml;nchener Universit&auml;ten zusammen mit Aachen, Heidelberg und Dresden. Allein diese sieben Hochschulen werden bis 2017 neben dem Erfolg in der dritten F&ouml;rderlinie auch noch ein Drittel der Exzellenzcluster und sogar fast die H&auml;lfte der Graduiertenschulen auf sich vereinigen. Auf den weiteren Pl&auml;tzen bis Rang zehn wird es ebenfalls zu deutlichen Umgruppierungen kommen. Freiburg, G&ouml;ttingen und vor allem Karlsruhe werden abrutschen und aus den Top 10 verschwinden, Karlsruhe vermutlich sogar aus den Top 20. Auch Frankfurt wird den Platz unter den ersten zehn nicht halten k&ouml;nnen, obwohl alle Erfolge der Jahre 2005\/06 verteidigt werden konnten. K&ouml;ln und T&uuml;bingen werden dagegen in Zukunft unter den ersten zehn zu finden sein. Im &uuml;brigen Feld wird es &auml;hnliche Verschiebungen geben. Darmstadt und Hannover stehen dabei eindeutig auf der Verliererseite und Bochum, Bonn, Hamburg, Mainz und M&uuml;nster auf der Gewinnerseite. Universit&auml;ten wie die TU Berlin, Kiel oder Stuttgart werden letzteren gegen&uuml;ber ebenfalls verlieren, wenn auch nur relativ, weil sie ihre Cluster zwar behalten haben, die anderen aber welche dazu bekommen haben. Die Universit&auml;t Leipzig wird sogar ganz aus dem Ranking verschwinden und die Universit&auml;ten Bamberg, Chemnitz, D&uuml;sseldorf, Oldenburg und Regensburg daf&uuml;r neu hinein kommen, D&uuml;sseldorf und Regensburg allerdings nur als untergeordneter Partner von Clustern aus K&ouml;ln und M&uuml;nchen. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Die Erfolge in der Exzellenzinitiative schlagen sich auch im DFG-Ranking nieder. Die Abst&auml;nde zwischen den einzelnen Gruppen, den f&uuml;hrenden vier, den f&uuml;hrenden zehn, den f&uuml;hrenden 20 etc. haben sich deutlich vergr&ouml;&szlig;ert (s. Tab. 2). Der Anteil der f&uuml;hrenden vier Universit&auml;ten ist von 14,4 auf ungef&auml;hr 18 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2005-2010 gestiegen, der der ersten 10 Universit&auml;ten von 32,8 auf gut 37 Prozent. Bei allen anderen kommt es zu einem Verlust. Die auf den Pl&auml;tzen 11-20 liegenden Universit&auml;ten schaffen nur noch 23 statt zuvor 23,6 Prozent, die auf den Pl&auml;tzen von 21-40 nur ca. 28 statt 30 Prozent und die restlichen Hochschulen nur noch gut 12 statt 13,6 Prozent der Forschungsmittel.<\/p><p>Tabelle 2: Die Verteilung der DFG-Forschungsf&ouml;rdermittel auf die deutschen Hochschulen in den Jahren 2002-2010<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/Exzellenzinitiative-Tabelle2.gif\" alt=\"Tabelle 2: Die Verteilung der DFG-Forschungsf&ouml;rdermittel auf die deutschen Hochschulen in den Jahren 2002-2010\" title=\"Tabelle 2: Die Verteilung der DFG-Forschungsf&ouml;rdermittel auf die deutschen Hochschulen in den Jahren 2002-2010\"><\/p><p>Quelle: DFG 2006: 19; eigene Berechnungen nach DFG 2009: 168f.; DFG 2012: 76<\/p><p>Beim DFG-Ranking d&uuml;rfte es nach der letzten Runde &auml;hnliche, aber geringer ausfallende Ver&auml;nderungen geben wie beim Ranking der Exzellenzinitiative. Auch hier wird der Anteil der ersten vier sinken, der der ersten zehn daf&uuml;r wachsen, ebenfalls mit einer aus den schon genanten Universit&auml;ten bestehenden Siebenergruppe an der Spitze. Auch sonst wird es vergleichbare Umgruppierungen mit einigen Auf- und Absteigern geben. Da bis auf Darmstadt wohl alle Verlierer in den ersten 20 bleiben werden und bis auf Bremen (bislang Platz 21) wohl kein Gewinner in diese Gruppe aufsteigen wird, erinnert das Ganze an die seit fast 30 Jahren existierenden Hochschul-Rankings in den USA. Dort gibt es mit Harvard, dem MIT, Princeton, Stanford und Yale f&uuml;nf Universit&auml;ten, die fast von Anfang an durchweg auf den ersten f&uuml;nf Pl&auml;tzen zu finden sind. Hin und wieder schafft es eine einzelne Universit&auml;t (wie CalTech oder Pennsylvania) f&uuml;r ein Jahr zu ihnen aufzuschlie&szlig;en, dann bietet sich wieder das gewohnte Bild. Auf den Pl&auml;tzen bis Rang 20 kommt es zwar regelm&auml;&szlig;ig zu gewissen Verschiebungen, wenn Universit&auml;ten wie Johns Hopkins oder Columbia einige Pl&auml;tze gewinnen oder verlieren, mehr passiert aber auch dort nicht. <\/p><p>Wo es auf L&auml;nderebene vergleichbare Programme gibt, wiederholt sich das Grundprinzip der Exzellenzinitiative. In Hessen, dem einzigen der finanzstarken s&uuml;dlichen Bundesl&auml;nder, das keine Eliteuniversit&auml;t bekommen hat, kann man das besonders gut erkennen. Hessen wollte mit seinem Programm LOEWE (LandesOffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-&ouml;konomischer Exzellenz) die Chancen f&uuml;r die letzte Runde wahren, wenn auch vergeblich, wie man inzwischen wei&szlig;. Das Programm ist entsprechend gut ausgestattet. In den beiden ersten und finanziell am besten ausgestatteten F&ouml;rderlinien ( LOEWE-Zentren und LOEWE-Schwerpunkte) [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] sind es insgesamt knapp 316 Mio. Euro f&uuml;r die Jahre 2008 bis 2014. Diese Summe verteilt sich aber ebenfalls h&ouml;chst ungleich, zwar nicht auf einzelne Universit&auml;ten, da auch au&szlig;eruniversit&auml;re Forschungseinrichtungen gef&ouml;rdert werden, aber auf die verschiedenen Hochschulstandorte. Von den Geldern f&uuml;r die Zentren entfallen fast 84 Prozent auf Darmstadt und Frankfurt, von denen f&uuml;r die Schwerpunkte immerhin noch &uuml;ber 54 Prozent. Insgesamt vereinen die Standorte Darmstadt und Frankfurt damit drei Viertel der Gesamtsumme auf sich. Das restliche Viertel entf&auml;llt so gut wie fast vollst&auml;ndig auf Gie&szlig;en und Marburg. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Kassel ist v&ouml;llig abgeh&auml;ngt. Es bekommt ganze 4,2 Mio. Euro, d.h. nur gut ein Prozent der Exzellenzmittel. Die Konzentration der Mittel und die vertikale Differenzierung der Hochschullandschaft setzen sich damit auf Landesebene fort. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass mit Max Einh&auml;upl jemand zum Vorsitzenden des Beirats ernannt worden ist, der in der ersten H&auml;lfte des letzten Jahrzehnts als Vorsitzender des Wissenschaftsrats schon entscheidend an der politischen Durchsetzung der Exzellenzinitiative beteiligt war.<\/p><p>Auch das Argument der Bef&uuml;rworter, es gebe aufgrund der zus&auml;tzlichen Mittel der Exzellenzinitiative in absoluten Zahlen gar keine Verlierer &ndash; man spricht stets nur von Gewinnern und Nichtgewinnern &ndash; erweist sich bei n&auml;herem Hinsehen als nicht stichhaltig. Drei entscheidende Punkte werdend dabei &uuml;bersehen. Der R&uuml;ckzug des Bundes aus der Hochschulbaufinanzierung wird sp&auml;testens nach Auslaufen der &Uuml;bergangsl&ouml;sung 2013 zu erheblichen Belastungen der L&auml;nderhaushalte f&uuml;hren. Die im Wettbewerb siegreichen Universit&auml;ten und Fachbereiche ben&ouml;tigen nach dem Auslaufen der Initiative, soll das Ganze einen Sinn machen, eine Fortf&uuml;hrung der Finanzierung, vermutlich zum gr&ouml;&szlig;ten Teil aus Landesmitteln, die dann andernorts gestrichen werden m&uuml;ssen. Wie so etwas funktioniert, zeigt sich jetzt schon in Niedersachsen. Die Uni G&ouml;ttingen erh&auml;lt vom Land f&uuml;r ihr Zukunftskonzept bis 2017 zus&auml;tzliche 30 Mio. Euro, um sie auch nach der Niederlage im Exzellenz-Wettbewerb weiter in der &bdquo;Liga der Exzellenzuniversit&auml;ten&ldquo; halten zu k&ouml;nnen, so die offizielle Begr&uuml;ndung des nieders&auml;chsischen Ministeriums f&uuml;r Kultur und Wissenschaft Anfang 2013. Dass das ohne K&uuml;rzungen bei den anderen Hochschulen von statten gehen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Schlie&szlig;lich forciert die Exzellenzinitiative eine schon seit gut einem Jahrzehnt zu beobachtende Ver&auml;nderung bei der Vergabe der Landesmittel f&uuml;r die Hochschulen. Ein immer gr&ouml;&szlig;er werdender Teil dieser Gelder wird &bdquo;leistungsorientiert&ldquo; vergeben, d.h. nach Ma&szlig;gabe weniger Kriterien, unter denen die eingeworbenen Drittmittel stets eine zentrale Rolle spielen.<\/p><p>Begonnen hat dieser Prozess unter den Ministerpr&auml;sidenten Clement und Steinbr&uuml;ck in Nordrhein-Westfalen. Die 2005 ins Amt gelangte und mittlerweile wieder abgew&auml;hlte schwarz-gelbe Landesregierung hat ihn dann energisch weiter vorangetrieben. Seit der 2007 eingef&uuml;hrten &bdquo;Leistungsorientierten Mittelverteilung&ldquo; (LOM) wurden 20 Prozent der Mittel im Rahmen eines sog. &bdquo;Leistungsbudget&ldquo; vergeben, das nur drei Indikatoren kennt: Absolventenzahl, Promotionen und Drittmittel, bei den Universit&auml;ten im Verh&auml;ltnis 50:10:40. Im Unterschied zur vorherigen Regelung gab es auch keine f&auml;cherspezifische Gewichtung der Drittmittel mehr. Das beg&uuml;nstigte eine weitere Konzentration der Gelder; denn das Drittmittelaufkommen f&auml;llt in den verschiedenen F&auml;chern h&ouml;chst unterschiedlich aus. Allein auf die RWTH Aachen (als einziger klassischer Technischer Hochschule in NRW) entfiel bereits vor ihren Erfolgen in der Exzellenzinitiative ein Viertel aller Drittmittel in diesem Bundesland. Durch die Exzellenzinitiative d&uuml;rfte ihr Anteil noch weiter gestiegen sein. Allein von 2009 auf 2010 konnten die Drittmitteleinnahmen der RWTH noch einmal um 13,6 Prozent auf nun 258 Mio. Euro gesteigert werden.<\/p><p>Hier gibt es un&uuml;bersehbar auch klare Verlierer, nicht nur &bdquo;Gewinner&ldquo; und &bdquo;Nicht-Gewinner&ldquo;, wie immer behauptet. Zwar waren die K&uuml;rzungen bei den Hochschulen, die im landesinternen Vergleich schlecht abschneiden, auf max. 1,5 Prozent des Gesamtbudgets begrenzt, aber auch das bedeutete &uuml;ber die Jahre hinweg sehr viel Geld. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Die neue rot-gr&uuml;ne Landesregierung hat die K&uuml;rzung mittlerweile zwar auf max. ein Prozent gedeckelt, [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] aber wenn ab 2017 die v&ouml;llige oder teilweise Weiterfinanzierung der Initiative aus Landesmitteln [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] gesichert werden muss, k&ouml;nnte diese Begrenzung zur Disposition stehen. Was das f&uuml;r die Universit&auml;ten hei&szlig;t, die nicht zu den &bdquo;forschungsstarken&ldquo; Hochschulen z&auml;hlen, ist zu erahnen. Sie kommen in einen Teufelskreis. Wegen der immer weiter sinkenden staatlichen Grundfinanzierung haben sie auch dort, wo sie in der Forschung bislang noch mithalten konnten, zunehmend schlechtere Karten. Das f&uuml;hrt zu einer weiteren Reduzierung der Grundmittel, dies wiederum zu noch geringeren Chancen in der Forschung in einer nach unten gerichteten Spiralbewegung. <\/p><p>Zwar hei&szlig;t das nicht, dass es nicht auch an solchen Hochschulen weiterhin gute Forschung geben kann, diese Forschung wird aufgrund der immer schwierigeren Rahmenbedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit aber in immer geringerem Umfang stattfinden. Selbst eine Steigerung bei den Drittmitteln (und den anderen Leistungsindikatoren) kann mit einer Senkung der Grundmittel Hand in Hand gehen. Das haben manche Hochschulen [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] in den letzten Jahren schmerzlich erfahren m&uuml;ssen. Letztlich bedeutet das: die Einwerbung von Drittmitteln wird immer mehr zur zwingenden Notwendigkeit, will man &uuml;berhaupt noch Forschung betreiben. Die Verschiebung der Hochschulfinanzierung weg von den staatlich erbrachten Grundmitteln zu den Drittmitteln beg&uuml;nstigt die Gewinner der Exzellenzinitiative zus&auml;tzlich und schw&auml;cht die Verlierer weiter. Zwischen 1998 und 2009 sind die Grundmittel nominal zwar von 12,6 auf 15,5 Mrd. Euro, d.h. um 23 Prozent gestiegen, die Drittmittel haben sich aber von ca. 2,5 auf &uuml;ber 5,3 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Dadurch ist der Anteil der Drittmittel zwischen 1995 und 2009 von 11 auf 26 Prozent des gesamten Budgets der Hochschulen angewachsen (DFG 2012: 29). Bei den universit&auml;ren Forschungsausgaben d&uuml;rfte sich das Verh&auml;ltnis sogar umgekehrt haben, der Anteil der Drittmittel seit 1995 von einem auf zwei Drittel gestiegen sein. Von diesen Drittmitteln kommen ungef&auml;hr 56 Prozent von bundesdeutschen &ouml;ffentlichen Institutionen (ein gutes Drittel allein von der DFG), knapp zehn Prozent von der EU und ein knappes Viertel von der Industrie (inklusive der Stiftungen sogar knapp 30 Prozent aus privaten Quellen) (DFG 2012: 210f.). Drittmittel sorgen nicht mehr daf&uuml;r, dass man zus&auml;tzliches Geld f&uuml;r die Forschung ausgeben kann, wie das fr&uuml;her einmal der Fall war, sie werden mehr und mehr zur Grundbedingung f&uuml;r Forschung &uuml;berhaupt. <\/p><p>In Hessen l&auml;sst sich das aktuell gut beobachten. Beim neuen Hochschulpakt f&uuml;r die Jahre 2011-2015 hat die Landesregierung den Gesamtetat von 1,4 Mrd. Euro im Jahr 2011 nicht nur um 30 Mio. Euro gek&uuml;rzt, sondern au&szlig;erdem noch weitere 20 Mio. Euro vom Grundbudget, das nach der Anzahl der Studierenden berechnet wird, in das Erfolgsbudget verlagert, das die Mittel nach den &uuml;blichen Kriterien Drittmittel, Absolventen und Promotionen verteilt. Das ist ein weiterer Schritt bei der geplanten Anhebung des Anteils des Erfolgsbudgets am Gesamthaushalt f&uuml;r die Hochschulen von anf&auml;nglich 16 Prozent (2007) auf schlie&szlig;lich 25 Prozent. Da die Forschungsprogramme wie vor allem LOEWE von K&uuml;rzungen verschont worden sind, hei&szlig;t das in der Summe: die Universit&auml;ten Darmstadt und Frankfurt sind auf Kosten aller &uuml;brigen hessischen Hochschulen noch einmal zus&auml;tzlich gest&auml;rkt worden. <\/p><p><strong>3. Die Lehre verliert an Bedeutung<\/strong><\/p><p>Die offizielle Rhetorik verkl&auml;rt die realen Folgen der Exzellenzinitiative auch im zweiten zentralen Punkt, dem Verh&auml;ltnis von Forschung und Lehre zueinander. So wird die &bdquo;Neubestimmung des Verh&auml;ltnisses von Forschung und Lehre&ldquo; von der Gemeinsamen Kommmission der DFG und des Wissenschaftsrats als eine der zentralen Auswirkungen der Exzellenzinitiative bezeichnet, und zwar im positiven Sinne. Zwar diene der Wettbewerb allein der F&ouml;rderung der Spitzenforschung, es zeichne sich jedoch ab, dass die Initiative auch die Rahmenbedingungen f&uuml;r die Lehre verbessern k&ouml;nnte, weil die Universit&auml;ten &bdquo;die Ausbildung der Studierenden als ein Alleinstellungsmerkmal gegen&uuml;ber den au&szlig;eruniversit&auml;ren Forschungseinrichtungen [begriffen], das sie als Kooperationspartner h&ouml;chst attraktiv&ldquo; mache. Au&szlig;erdem zeichneten sich internationale Spitzenuniversit&auml;ten &bdquo;gleicherma&szlig;en durch exzellente Forschung wie hervorragende Lehre&ldquo; aus (Gemeinsame Kommission 2008: 61). Die fr&uuml;here Bundesbildungsministerin Schavan betonte denselben Zusammenhang bereits am 19. Oktober 2007 in einem Gespr&auml;ch mit dem Deutschlandfunk ganz ausdr&uuml;cklich: &bdquo;Deshalb gilt auch der Satz Exzellente Forschung wirkt sich positiv auf die Lehre aus&rsquo;&ldquo;. Das Netzwerk Exzellenz schlie&szlig;lich spricht sogar davon, dass Spitzenuniversit&auml;ten auch in Bezug auf die Lehre &bdquo;eine Vorbildfunktion entfalten&ldquo; m&uuml;ssten. <\/p><p>Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. Das deuten schon die Aussagen im Bericht an, die zwischen diesen sch&ouml;nen Formulierungen stehen. &bdquo;Konstant gleiche Lehrverpflichtungen f&uuml;r alle Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer&ldquo;, hei&szlig;t es gleich zu Beginn des Abschnitts, w&uuml;rden &bdquo;den unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen nicht gerecht&ldquo;. Deshalb sei es erforderlich, dass die &bdquo;Hochschulleitungen und die Fakult&auml;ten &uuml;ber neue Instrumente und M&ouml;glichkeiten der flexiblen Zuteilung von Lehrdeputaten&ldquo; verf&uuml;gen k&ouml;nnten, um einzelne Wissenschaftler zeitweise von Lehrverpflichtungen befreien oder ihr Lehrdeputat reduzieren zu k&ouml;nnen. Als Kompensation k&ouml;nnten Lehrvertretungen eingerichtet werden, die f&uuml;r Nachwuchskr&auml;fte &bdquo;neue Karriereoptionen&ldquo; er&ouml;ffneten (Gemeinsame Kommission 2008: 61). <\/p><p>Ein Blick auf die Realit&auml;t an deutschen Universit&auml;ten zeigt, dass jene Flexibilit&auml;t, die von der Kommission angesprochen wird, dort schon l&auml;ngst Einzug gehalten hat. Die Reduzierung des Lehrdeputats stellt bei Berufungs- oder Bleibeverhandlungen an vielen Universit&auml;ten mittlerweile eine der wichtigsten Forderungen dar. Bisweilen wird sogar verlangt, &uuml;berhaupt keine Lehrverpflichtungen mehr &uuml;bernehmen zu m&uuml;ssen. Derartige W&uuml;nsche werden, nicht verwunderlich, vielfach von jenen Professoren vorgetragen, die in den siegreichen Exzellenzclustern t&auml;tig sind, ob als Antragsteller oder erst neu berufen. Gerade jene Wissenschaftler, die sich durch besondere Leistungen in der Forschung ausgewiesen haben, versuchen auf diesem Wege, die im internationalen Vergleich relativ hohen Lehrverpflichtungen deutscher Professoren f&uuml;r sich sp&uuml;rbar zu verringern. Gerhards stellt in seiner Analyse der Exzellenz-Cluster ausdr&uuml;cklich fest, dass fast alle Cluster das Lehrdeputat f&uuml;r die neu berufenen Professoren\/innen auf die H&auml;lfte, h&auml;ufig sogar noch st&auml;rker reduziert h&auml;tten, weil man sonst &bdquo;im Wettbewerb um gute Leute nicht konkurrenzf&auml;hig&ldquo; gewesen w&auml;re (Gerhards 2010: 184). Eine gro&szlig; angelegte Studie zur Situation der Forschung an Deutschlands Hochschulen kommt allgemein zu einer &auml;hnlichen, wenn auch vorsichtiger formulierten Schlussfolgerung. Dort hei&szlig;t es: &bdquo;Je st&auml;rker die Wissenschaftler\/innen auf die Ausweitung der Forschung orientiert sind (so kann die Beteiligung an den verschiedenen S&auml;ulen der Exzellenzinitiative interpretiert werden), desto mehr sehen sie in einer Reduktion der Lehrbelastung ein wichtiges Instrument zur Verbesserung ihrer Forschungsm&ouml;glichkeiten.&ldquo; (Brandt et. al. 2012: 114f.). Umworbene Professoren\/innen haben aber nicht nur in den Verhandlungen im Rahmen der Exzellenz-Cluster gute Karten, sondern auch dar&uuml;ber hinaus, weil f&uuml;r die Universit&auml;ten die Forschungsergebnisse generell immer entscheidender werden, um im stetig h&auml;rter werdenden Wettlauf um die &ouml;ffentlichen Mittel punkten zu k&ouml;nnen. Die Lehre wird gegen&uuml;ber der Forschung daher noch mehr an Boden verlieren, was ihre Bedeutung angeht.<\/p><p>Wie gering die Lehre von offizieller Seite entgegen allen Sonntagsreden von ihrer Gleichrangigkeit wirklich bewertet wird, zeigt auch der vom Stifterverband f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz ausgelobte Wettbewerb &bdquo;Exzellente Lehre&ldquo;. Dieser Wettbewerb, der urspr&uuml;nglich ein Pendant zur Exzellenzinitiative sein sollte und dementsprechend auch mit einer relativ hohen Geldsumme ausgestattet werden sollte, endete als weitgehend symbolische Aktion. Gerade einmal zehn Mio. Euro, sechs f&uuml;r Universit&auml;ten und vier f&uuml;r Fachhochschulen, sind f&uuml;r die Pr&auml;mierung der insgesamt zehn siegreichen Konzepte vorgesehen. Dasselbe Bild zeigt sich auch in Hessen. W&auml;hrend im LOEWE-Programm pro Jahr insgesamt &uuml;ber 80 Mio. Euro zu vergeben sind, stehen f&uuml;r den hessischen Hochschulpreis f&uuml;r exzellente Lehre ganze 375.000 Euro pro Jahr zur Verf&uuml;gung. F&uuml;r die Universit&auml;ten liegt die Schlussfolgerung auf der Hand: Wollen sie ihre finanzielle Position verbessern, m&uuml;ssen mehr denn je auf die Forschung zu setzen. <\/p><p>Ob der Ende 2010 gestartete und ab Wintersemester 2011\/12 wirksam werdende &bdquo;Qualit&auml;tspakt Lehre&ldquo; daran etwas &auml;ndern wird, ist noch v&ouml;llig offen. Zwar liegt der angek&uuml;ndigte Betrag von zwei Mrd. Euro, d.h. 200 Mio. Euro f&uuml;r jedes der folgenden Jahre bis 2020, deutlich oberhalb der bisherigen Summen, ob mit dem Geld aber nicht einfach nur jene L&uuml;cken gestopft werden, die aus der stark gestiegenen Studierendenzahl resultieren, bleibt abzuwarten. Der Ende Juni 2012 bekannt gewordene Plan des Bundesbildungsministeriums, den Baf&ouml;g-Etat um mehr als 250 Mio. Euro, d.h. gut ein Siebtel, zu k&uuml;rzen und dieses Geld dann f&uuml;r die Schaffung neuer Studienpl&auml;tze und die Verbesserung der Studienbedingungen zu verwenden, macht da eher misstrauisch.<\/p><p><strong>4. Gro&szlig;britannien &ndash; ein warnendes Beispiel<\/strong><\/p><p>Die langfristigen Konsequenzen all dieser Entwicklungen f&uuml;r die Universit&auml;ten lassen sich erahnen, wenn man einen Blick auf die Verh&auml;ltnisse in Gro&szlig;britannien wirft. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Dort existiert eine landesweiter Exzellenzwettbewerb um die &ouml;ffentlichen Forschungsmittel bereits seit 1985. In diesem Jahr wurde ein neues Finanzierungsmodell f&uuml;r die Hochschulen eingef&uuml;hrt, mit einem Budget nur f&uuml;r die Forschung, das aber gleich alle &ouml;ffentlichen Forschungsmittel verteilt, und einem nur f&uuml;r die Lehre. F&uuml;r die Lehre gibt es Geld nach Anzahl der eingeschriebenen Studierenden, f&uuml;r die Forschung entsprechend dem Abschneiden bei der  in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden durchgef&uuml;hrten &bdquo;Research Assessment Exercise&ldquo; (RAE) [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>], einer Bewertung der Forschungsleistungen jedes Hochschuldepartments (und seit der letzten Runde auch jeder einzelnen Forschungseinheit) anhand einer f&uuml;nfstufigen Skala. Beim RAE 2001 erhielten die in den beiden unteren Kategorien eingestuften Departments &uuml;berhaupt  nichts und die auf der obersten Stufe gleich f&uuml;nfmal so viel wie die auf der zweitobersten (Meier\/Schimank 2009: 51). Das Ergebnis war eine enorme Konzentration. 82 Prozent der Forschungsmittel flossen an nur 29 von insgesamt 159 britischen Hochschulen, &uuml;ber ein Viertel allein an Oxford, Cambridge und die zwei renommierten Londoner Universit&auml;ten Imperial College und University College (UCL). Obwohl das (nach heftigen Protesten vieler Hochschulen) modifizierte Verfahren in der letzten Runde f&uuml;r etwas mehr Ausgeglichenheit gesorgt hat, blieben die Verteilungsrelationen und die Sieger dieselben. Cambridge, Oxford, Imperial und University College vereinigen immer noch 27 Prozent der Mittel auf sich. <\/p><p>Die Folgen sind klar. Die Hochschulen, die in der Forschung nicht deutlich &uuml;ber dem nationalen Durchschnitt liegen, m&uuml;ssen ihr Geld in erster Linie durch eine entsprechend hohe Studierendenzahl hereinholen. Das f&uuml;hrt auf Dauer zu einem Teufelskreis. Wer beim RAE schlecht abschneidet, erh&auml;lt wenig Forschungsgelder, muss dementsprechend mehr Studierende ausbilden, kann aufgrund der daraus resultierenden Lehrverpflichtungen die Forschung nicht st&auml;rken, sondern wird eher weiter an Boden verlieren etc. etc.. Meier und Schimank sprechen diesbez&uuml;glich zu Recht von einer &bdquo;Abw&auml;rtsspirale&ldquo; (Meier\/Schimank 2009: 53). Diese Spirale wird durch die aktuellen Sparma&szlig;nahmen der Regierung Cameron noch an Dynamik gewinnen; denn die im Herbst 2010 beschlossene radikale K&uuml;rzung des Hochschulbudgets um 40 Prozent bis 2014 (von 7,1 auf nur noch 4,2 Mrd. &pound;), trifft vor allem die Lehre, die &uuml;ber vier F&uuml;nftel der Einsparungen tragen und sich auf Einsparungen von insgesamt ungef&auml;hr 60, in der Spitze von bis zu 80 Prozent einstellen muss (Hoeschen 2011). Da die Forschung in weit geringerem Ma&szlig;e betroffen ist, wird sich die Spaltung zwischen Forschungsuniversit&auml;ten und Ausbildungshochschulen weiter vertiefen. Die Beschl&uuml;sse f&uuml;r das akademische Jahr 2011\/12 zeigen das deutlich. So werden nicht nur die Mittel f&uuml;r die Lehre viermal so stark reduziert wie die f&uuml;r die Forschung, die Forschungsgelder sollen auch noch st&auml;rker als zuvor bereits geplant auf die in der RAE erfolgreicheren, renommierten Hochschulen konzentriert werden. Die Hochschulen, die sich im Wesentlichen auf die Lehre konzentrieren (m&uuml;ssen), sind angesichts der K&uuml;rzungen dazu gezwungen, die erforderlichen Mittel zu einem gro&szlig;en Teil &uuml;ber die auf bis zu 9.000 Pfund (bei einem Durchschnittswert von gut 8.500 Pfund) angehobenen Studiengeb&uuml;hren herein zu holen.<\/p><p><strong>5. Die weitere Entwicklung in Deutschland<\/strong><\/p><p>Eine (bis auf die Studiengeb&uuml;hren) in der Grundtendenz vergleichbare, allerdings weniger dramatische Entwicklung k&ouml;nnte in Zukunft auch in Deutschland eintreten; denn die Exzellenzinitiative wirkt grunds&auml;tzlich in dieselbe Richtung wie die RAE, auch wenn es nicht gleich um alle &ouml;ffentlichen Forschungsgelder geht. Die Spaltung zwischen wenigen Forschungs- und vielen Ausbildungshochschulen d&uuml;rfte auch hierzulande die Hochschullandschaft immer st&auml;rker bestimmen. Von einer funktionalen Differenzierung im Sinne der immer wieder beschworenen aktiven Profilbildung ist bei der Mehrzahl der Universit&auml;ten dagegen nicht viel zu sehen. W&auml;hrend die Gewinner der Exzellenzinitiative ihr Forschungsprofil aufgrund der zus&auml;tzlichen Mittel tats&auml;chlich aktiv sch&auml;rfen k&ouml;nnen, finden sich die Verlierer in einer weitgehend passiven Rolle wieder. Sie m&uuml;ssen sich damit arrangieren, dass sie in der Forschung mehr und mehr den Anschluss verlieren, und sich gezwungenerma&szlig;en zunehmend auf die Ausbildung konzentrieren. <\/p><p>Sollte die von der ehemaligen Bundesbildungsministerin Annette Schavan in einem Entwurf zur &Auml;nderung des Grundgesetzes bez&uuml;glich der Bundesfinanzierung von Hochschulaufgaben angek&uuml;ndigte &bdquo;langfristige F&ouml;rderung von exzellenten Einrichtungen&ldquo; umgesetzt werden, wird sich diese Spaltung &uuml;ber 2017 hinaus vertiefen. Gef&ouml;rdert werden d&uuml;rften dabei an den Hochschulen n&auml;mlich wohl so gut wie ausschlie&szlig;lich Einrichtungen, die schon im Rahmen der Exzellenzinitiative positiv begutachtet worden sind. Hoffnungen auf eine &Auml;nderung dieses eindeutig auf eine vertikale Differenzierung der Hochschullandschaft ausgerichteten Kurses d&uuml;rften entt&auml;uscht werden. Nicht nur die regierende Koalition, auch die fr&uuml;here SPD-Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn oder die gr&uuml;ne Wissenschaftsministerin Baden-W&uuml;rttembergs, Theresia Bauer, demonstrieren in ihren Stellungnahmen immer wieder eine ungebrochene Unterst&uuml;tzung des bisherigen Exzellenzgedankens. Au&szlig;erdem zeigt die Wahl von Horst Hippler, dem ehemaligen Rektor des KIT, zum neuen Vorsitzenden der Hochschulrektorenkonferenz, das auch unter den Hochschulrektoren die Mehrheit f&uuml;r eine Fortsetzung des bisherigen Kurses ist. Hippler ist ein erkl&auml;rter Anh&auml;nger der Exzellenzinitiative in ihrer jetzigen Form und unter den Hochschulrektoren einer ihre wichtigsten Protagonisten. <\/p><p>Seine Wahl und die Niederlage des fr&uuml;heren Rektors der Universit&auml;t Duisburg-Essen, Lothar Zechlin, sind ein klares Zeichen; denn Zechlin war angetreten, um die Idee der funktionalen Differenzierung gegen&uuml;ber der vertikalen stark zu machen. Das war der Tenor seiner Bewerbungsrede, in der er einen differenzierten und pluralen Begriff von Exzellenz anmahnte. Er versteht darunter verschiedenartige, aber &bdquo;horizontal &sbquo;gleichrangige&rsquo; Leistungsbereiche wie angewandte Forschung, Lehre, Weiterbildung, Wissenstransfer in die Region, die Inklusion bisher bildungsferner Schichten u.a.&ldquo;. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Auch wenn es eine Illusion sein d&uuml;rfte, all diese Aspekte zu (der Forschungsleistung) gleichrangigen Kriterien f&uuml;r Exzellenz machen zu k&ouml;nnen, bleibt an dem Vorschlag eines richtig. Die mit der Exzellenzinitiative verbundene symbolische und finanzielle St&auml;rkung und Honorierung von Forschung allein ist nicht zwangsl&auml;ufig, sondern allen (zumindest zu Beginn) anders lautenden &ouml;ffentlichen Bekundungen zum Trotz eindeutig gewollt. Staatlicherseits k&ouml;nnte man vor allem in finanzieller Hinsicht auch andere Schwerpunkte setzen oder die Dominanz der Forschung zumindest einschr&auml;nken. Zechlin warb in diesem Sinne daher zu Recht f&uuml;r eine gerade auch finanzielle F&ouml;rderung der Vielfalt im Hochschulsystem. <\/p><p>Wohin die Reise wohl gehen wird, zeigt am deutlichsten das j&uuml;ngste Positionspapier des Wissenschaftsrats aus dem April 2013, der sogenannte &bdquo;Zukunftspakt 2022&ldquo;. Dort wird eine Fortsetzung der Exzellenzinitiative in modifizierter Form gefordert, d.h. vor allem ohne den bisherigen Wettbewerbscharakter, ohne allerdings klar zu formulieren, wie das dann konkret aussehen soll. Insgesamt solle es in Deutschland zuk&uuml;nftig 20 bis 25 forschungsstarke Universit&auml;ten geben, davon zwei bis f&uuml;nf, die es mittelfristig auch auf vordere Pl&auml;tze in den internationalen Rankings bringen. Bei den Clustern soll es zwei Typen geben, solche, die eine auf sechs Jahre begrenzten F&ouml;rderung erhalten, und solche, die als &bdquo;Liebig-Institute&ldquo; dauerhaft vom Bund finanziert werden sollen. Letztere sollen eine Gesamtzahl von ungef&auml;hr 50 aufweisen. Die Graduiertenschulen sollen dagegen nicht weiter laufen und die entsprechenden Mittel in die Nachwuchsf&ouml;rderung der DFG flie&szlig;en (K&uuml;hne 2013). [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] Die endg&uuml;ltige und unwiderrufliche Aufspaltung der Hochschullandschaft in eine kleine Zahl an Forschungsuniversit&auml;ten und eine Masse an Ausbildungshochschulen ist ganz un&uuml;bersehbar das Ziel dieser Initiative des Wissenschaftsrats.<\/p><p><strong>6. Leistungsf&auml;higere Wissenschaft durch die Exzellenzinitiative?<\/strong><\/p><p>Das gro&szlig;e Versprechen der Exzellenzinitiative lautet: Dieser Wettbewerb wird die Leistungsf&auml;higkeit der deutschen Wissenschaft deutlich steigern. Vor allem aus zwei Gr&uuml;nden ist Skepsis gegen&uuml;ber dieser Aussage angebracht. Einmal ist mehr als fraglich, ob die hohe Qualit&auml;t in der Breite an Deutschlands Universit&auml;ten tats&auml;chlich bewahrt werden kann. Wenn in Universit&auml;ten aufgrund des schlechten Abschneidens im Exzellenzwettbewerb und des daraus resultieren99den R&uuml;ckgangs bei den Forschungsgeldern die Lehrkapazit&auml;ten hochgefahren werden, um auf diesem Wege zus&auml;tzliche Mittel zu akquirieren, muss das fast zwangsl&auml;ufig zu einem Verlust an Forschungsleistung f&uuml;hren. Dasselbe trifft auf Universit&auml;ten zu, die wichtige Wissenschaftler an die erfolgreichere Konkurrenz abgeben m&uuml;ssen. Ob man solche Verluste, die f&uuml;r die Masse der Verlierer typisch sind, durch die Konzentration an den Siegeruniversit&auml;ten nicht nur ausgleichen, sondern sogar noch &uuml;berkompensieren kann, ist doch eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die vertikale Differenzierung der deutschen Hochschullandschaft Folgen hat, die in den USA schon seit langem zu beobachten sind. Die Qualit&auml;t der Mehrzahl der Hochschulen ist dort so gering, dass das Hochschulsystem als Ganzes nicht mehr in der Lage ist, den f&uuml;r die Spitzenuniversit&auml;ten erforderlichen Nachwuchs in ausreichender Zahl auszubilden. Die so bewunderten US-Eliteuniversit&auml;ten greifen daher seit vielen Jahren auf ausl&auml;ndische Wissenschaftler zur&uuml;ck. Mittlerweile stammt jeder zweite Wissenschaftler an den &bdquo;Leuchtt&uuml;rmen&ldquo; der Wissenschaft wie Harvard, Princeton, Stanford oder Yale aus dem Ausland (Hartmann 2005). Da den deutschen Spitzenuniversit&auml;ten dieser Weg aber nur sehr begrenzt offen steht, weil sie trotz Exzellenzinitiative in finanzieller Hinsicht mit den genannten Eliteuniversit&auml;ten nicht mithalten k&ouml;nnen und dazu auch noch die sprachliche H&uuml;rde kommt, d&uuml;rfte der drohende Verlust an Qualit&auml;t in der Breite auf Dauer die Leistungsf&auml;higkeit des gesamten Wissenschaftssystems beeintr&auml;chtigen. [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p>Diese Gefahr, und das ist das zweite Argument, muss umso ernster genommen werden, als empirische Studien zeigen, dass die Konzentration von Forschungsmitteln an einem Standort ab einer gewissen Gr&ouml;&szlig;enordnung, die je nach Fach variiert, also etwa f&uuml;r die Geisteswissenschaften erheblich niedriger zu veranschlagen ist als f&uuml;r die Medizin, die Forschungsleistungen eher reduziert als steigert (Jansen u.a. 2007; M&uuml;nch 2008). Deswegen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass innerhalb der deutschen Professorenschaft die Skepsis deutlich &uuml;berwiegt. Bei einer Umfrage, die 2010 vom der Exzellenzinitiative positiv gegen&uuml;berstehenden Institut f&uuml;r Forschungsinformation und Qualit&auml;tssicherung durchgef&uuml;hrt wurde und in deren Rahmen mehrere tausend Professoren befragt wurden, antworteten knapp 30 Prozent auf die Frage, ob sie die Exzellenzinitiative als geeignet f&uuml;r die St&auml;rkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland ans&auml;hen, mit &bdquo;&uuml;berhaupt nicht geeignet&ldquo;, weitere fast 27 Prozent mit &bdquo;eher ungeeignet&ldquo;. Nur knapp 16 Prozent hielten sie f&uuml;r &bdquo;eher geeignet&ldquo; und ganze gut sieben Prozent f&uuml;r &bdquo;sehr geeignet&ldquo;. Fast drei F&uuml;nftel &auml;u&szlig;erten sich negativ und nicht einmal ein Viertel positiv. Selbst bei jenen Professoren, die an bewilligten Antr&auml;gen in der Exzellenzinitiative beteiligt waren oder die bei der Drittmitteleinwerbung insgesamt ganz besonders erfolgreich waren, &uuml;berwog die skeptische Haltung, wenn auch nur leicht. Einzig bei jenen, die ihre Professur der Initiative zu verdanken hatten, gab es eine positive Mehrheit (B&ouml;hmer u.a. 2011: 125 ff.).  <\/p><p>Es bleibt au&szlig;erdem die generelle Frage, ob die Exzellenzinitiative mit ihrem Grundprinzip, ein &bdquo;Wettbewerb nicht der einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern der Universit&auml;ten&ldquo; zu sein, nicht grunds&auml;tzlich die Mechanismen erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit verkennt. Wissenschaftlicher Fortschritt basiert in der Regel auf der Kooperation wie auch Konkurrenz von Wissenschaftlern, und zwar &uuml;ber die Grenzen einzelner Hochschulen und einzelner L&auml;nder hinweg. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Literatur<\/strong><\/p><p>B&ouml;hmer, Susan\/Neufeld, J&ouml;rg\/Hinze, Sybille\/Klode, Christian\/Hornbostel, Stefan (2011): Forschungsbedingungen von Professorinnen und Professoren an deutschen Universit&auml;ten. iFQ-Working Paper No.8\/M&auml;rz 2011<\/p><p>Borgwardt, Angela\/John-Ohnesorg, Marei (2010): Vielfalt oder Fokussierung? Wohin steuert das Hochschulsystem nach drei Runden Exzellenz? Berlin<\/p><p>Brandt, Tasso\/Breitfuss, Marija\/Daimer, Stephanie\/Donges, Michael\/Ecker, Brigitte\/Egeln, J&uuml;rgen\/Flink, Tim\/Niederl, Andreas\/Rammer, Christian\/Reidl, Sybille\/Rogge, Jan-Christoph\/Ro&szlig;man, Simon\/Schiessler, Paula\/Schubert, Torben\/Simon, Dagmar (2012): Forschung an deutschen Hochschulen &ndash; Ver&auml;nderungen durch neue Governance-Modelle und den Exzellenzdiskurs, in: Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) (Hrsg.): Zur Situation der Forschung an Deutschlands Hochschulen &ndash; Aktuelle empirische Befunde. Studien zum deutschen Innovatiosnsystem Nr. 16-2012. Berlin, 3-205<\/p><p>DFG (2006): F&ouml;rder-Ranking 2006. Institutionen &ndash; Regionen &ndash; Netzwerke. DFG-Bewilligungen und weitere Basisdaten &ouml;ffentlich gef&ouml;rderter Forschung. Anhang zur Pressemappe <\/p><p>DFG (2009): F&ouml;rder-Ranking 2009. Institutionen &ndash; Regionen &ndash; Netzwerke. Fachliche Profile von Hochschulen und au&szlig;eruniversit&auml;ren Forschungseinrichtungen im Licht &ouml;ffentlich gef&ouml;rderter Forschung. Weinheim<\/p><p>DFG (2011): Exzellenzinitiative auf einen Blick. Der Wettbewerb des Bundes und der L&auml;nder zur St&auml;rkung der universit&auml;ren Spitzenforschung. Bonn<\/p><p>DFG (2012): F&ouml;rderatlas 2012. Kennzahlen zur &ouml;ffentlich finanzierten Forschung in Deutschland. Bonn<\/p><p>Gemeinsame Kommission von DFG und Wissenschaftsrat (2008): Bericht der Gemeinsamen Kommission zur Exzellenzinitiative an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz. Bonn<\/p><p>Gerhards, J&uuml;rgen (2010): Clusterf&ouml;rderung im Rahmen der Exzellenzinitiative &ndash; Erfolge, Dysfunktionen und m&ouml;gliche L&ouml;sungswege, in: Leibfried, Stefan (Hrsg.), Die Exzellenzinitiative. Zwischenbilanz und Perspektiven. Frankfurt a. M., 115-137<\/p><p>Hartmann, Michael (2005): Studiengeb&uuml;hren und Hochschulzugang: Vorbild USA? in: Leviathan, 33, 439-463<\/p><p>Hartmann, Michael (2006): Die Exzellenzinitiative &ndash; ein Paradigmenwechsel in der deutschen Hochschulpolitik, in: Leviathan, 34, 447-465<\/p><p>Hartmann, Michael (2007): Eliten und Macht in Europa. Frankfurt a. M.<\/p><p>Hartmann, Michael (2010): Die Exzellenzinitiative und ihre Folgen, in: Leviathan, 38, 369-387<\/p><p>Hoeschen, Andreas (2011): Welche Fachrichtung lohnt sich noch? In: Forschung &amp; Lehre, 18, 362f.<\/p><p>Interdisziplin&auml;re Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2010): Bedingungen und Folgen der Exzellenzinitiative, in: Leibfried, Stefan (Hrsg.), Die Exzellenzinitiative. Zwischenbilanz und Perspektiven. Frankfurt a. M., 35-50<\/p><p>K&uuml;hne, Anja (2013): Elitewettbewerb f&uuml;r immer und f&uuml;r alle, in: Tagesspiegel vom 19.04.2013<\/p><p>Jansen, Dorothea\/Wald, Andreas\/Franke, Karola\/Schmoch, Ulrich\/Schubert, Torben (2007): Drittmittel als Performanzindikator der wissenschaftlichen Forschung. Zum Einfluss von Rahmenbedingungen auf Forschungsleistung, in: K&ouml;lner Zeitschrift f&uuml;r Soziologie und Sozialpsychologie, 59, 125-149<\/p><p>Meier, Frank\/Schimank, Uwe (2009): Matth&auml;us schl&auml;gt Humboldt? New Public Management und die Einheit von Forschung und Lehre, in: Beitr&auml;ge zur Hochschulforschung, 31, 42-61, <\/p><p>M&uuml;nch, Richard (2008): Stratifikation durch Evaluation: Mechanismen der Konstruktion von Staushierarchien in der Forschung, in: Zeitschrift f&uuml;r Soziologie, 37, 60-80<\/p><p>Neidhardt, Friedhelm (2010): Exzellenzinitiative &ndash; Einsch&auml;tzungen und Nachfragen, in: Leibfried, Stefan (Hrsg.), Die Exzellenzinitiative. Zwischenbilanz und Perspektiven. Frankfurt a. M., 53-80<\/p><p>Simon, Dagmar\/Schulz, Patricia\/Sondermann, Michael (2010). Abgelehnte Exzellenz &ndash; Die Folgen und die Strategien der Akteure, in: Leibfried, Stefan (Hrsg.), Die Exzellenzinitiative. Zwischenbilanz und Perspektiven. Frankfurt a. M., 161-197<\/p><p>Stiftung Neue Verantwortung (2011): Wege aus der Exzellenzfalle. Policy Brief 4\/2011<\/p><p>Zechlin, Lothar (2012): &bdquo;Multiversity&ldquo; statt Einheitshochschule, in: Forschung &amp; Lehre, 19. 472 ff.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_*\" name=\"foot_*\">&laquo;*<\/a>] Michael Hartmann ist  Professur f&uuml;r Elite- und Organisationssoziologie an der TU Darmstadt<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine grundlegend aktualisierte, stark gek&uuml;rzte und deutlich &uuml;berarbeitete Fassung eines Aufsatzes aus dem &bdquo;Leviathan&ldquo;, Heft 3\/2010 (Hartmann 2010).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Zu den Gr&uuml;nden, warum die gro&szlig;en Universit&auml;ten das Ranking dominieren, s. Hartmann 2006: 452f.. Entscheidend ist dabei, dass das auf absoluten Mittelangaben beruhende Ranking nicht, wie behauptet, einfach nur die bestehenden Leistungsunterschiede deutlich macht, sondern in erste Linie von der Gr&ouml;&szlig;e, d.h die Personalst&auml;rke, und dem F&auml;cherspektrum einer Universit&auml;t sowie der &ouml;rtlichen Existenz oder Nichtexistenz von au&szlig;eruniversit&auml;ren Forschungseinrichtungen wie vor allem Max-Planck-Instituten bestimmt wird.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Genaue Angaben sind leider nicht m&ouml;glich, wie die DFG trotz mehrfacher Anfragen keine Angaben zu den konkreten F&ouml;rdersummen f&uuml;r die einzelnen Universit&auml;ten machen konnte oder wollte.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Dazu kommt noch eine weitere neu Graduiertenschule, allerdings gemeinsam mit der FU.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Wenn man sich nicht die Universit&auml;ten, sondern die Fachdisziplinen anschaut, gibt es ein ganz eindeutiges Resultat. Die Lebens- und Naturwissenschaften haben ihren Erfolg aus den ersten beiden Runden noch einmal deutlich ausgebaut. Stellten sie dort schon 22 der 37 gef&ouml;rderten Exzellenzcluster, so sind es jetzt sogar 29 von 43. Die Geistes- und Sozialwissenschaften bilden mit nur sechs Clustern weiterhin das Schlusslicht. Sie haben von 27 neuen Antr&auml;gen gerade einmal einen einzigen durchgebracht und daf&uuml;r dann auch noch ein fr&uuml;her gewonnenes Cluster verloren.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Sie sind im Unterschied zur dritten Linie der KMU-Verbundprojekte die wissenschaftlich relevanten F&ouml;rderlinien und werden dementsprechend auch direkt vom hessischen Ministerium f&uuml;r Wissenschaft und Kunst betreut und nicht, wie die dritte F&ouml;rderlinie, von der Hessen Agentur GmbH.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Die von zwei oder mehreren Einrichtungen an verschiedenen Standorten eingeworbenen Summen sind dabei auf die einzelnen Standorte aufgeteilt worden.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Das zeigt ein Beispiel aus dem Bereich der Fachhochschulen, bei denen die Absolventenzahl allerdings 75 Prozent der Bewertung ausmacht. So hat die Westf&auml;lische Hochschule in Gelsenkirchen seit 2005 trotz um 90 Prozent gestiegener Absolventenzahl zw&ouml;lf Mio. Euro eingeb&uuml;&szlig;t, eine f&uuml;r eine Fachhochschule hohe Summe, weil die Steigerungen bei anderen Fachhochschulen noch gr&ouml;&szlig;er ausgefallen sind.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Au&szlig;erdem hat sie bei den drei Leistungsindikatoren die Promotionen durch den Parameter Gleichstellung (Anteil &bdquo;weiblich besetzter Professuren&ldquo;) ersetzt und das Leistungsbudget insgesamt auf 23 Prozent des Gesamtbudgets erh&ouml;ht.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Trotz aller Diskussionen &uuml;ber eine Finanzierung von einzelnen Projekten durch Bundesmittel ist nicht damit zu rechnen, dass alle von der Exzellenzinitiative gef&ouml;rderten Einrichtungen nach 2017 vom Bund weiterfinanziert werden. Das d&uuml;rfte, selbst wenn man beschlie&szlig;t, das Kooperationsverbot zu lockern, nur auf einen Teil zutreffen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] In Nordrhein-Westfalen trifft das z.B. auf Wuppertal zu, in Berlin sogar auf die bundesweit relativ erfolgreich TU. Sie ist einfach nicht so erfolgreich wie die FU und die HU und musste daher trotz gestiegener Drittmittel eine Etatk&uuml;rzung von 1,6 Mio. Euro hinnehmen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Dabei ist allerdings immer zu ber&uuml;cksichtigen, dass das englische Hochschulsystem auch vorher schon durch weit gr&ouml;&szlig;ere Unterschiede gepr&auml;gt war als das deutsche.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] In der n&auml;chsten Runde 2014 hei&szlig;t der Wettbewerb &bdquo;Research Excellence Framework&ldquo; (REF), der sich vom bisherigen RAE vor allem nun dadurch unterscheidet, dass ein sogenannter gesellschaftlicher Impact mit 20 Prozent sehr stark gewichtet wird. Das wird eine weitere massive Schw&auml;chung der Geistes- und Sozialwissenschaften (mit Ausnahme der Wirtgschaftswissenschaften) zu Gunsten von Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften zur Folge haben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] So der Wortlaut in dem im Tenor vergleichbaren Aufsatz von Zechlin in Forschung &amp; Lehre (Zechlin 2012).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Zus&auml;tzlich wird auch wieder die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren gefordert.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Das wiegt umso schwerer, als das offizielle Ziel der Exzellenzinitiative, ein paar deutsche Universit&auml;ten zu im Weltma&szlig;stab sichtbaren &bdquo;Leuchtt&uuml;rmen&ldquo; zu machen, bislang ganz offensichtlich nicht erreicht worden ist und es auch fraglich ist, ob das Ziel &uuml;berhaupt erreicht werden wird. Im als Referenz von den Bef&uuml;rwortern der Initiative immer wieder genannten Shanghai-Ranking hat sich f&uuml;r die deutschen Universit&auml;ten zwischen 2003 und 2012 jedenfalls nichts Positives getan, eher im Gegenteil. Unter den Top 100 befinden sich nun vier deutsche Universit&auml;ten gegen&uuml;ber noch sechs vor zehn Jahren und unter den insgesamt im Ranking angef&uuml;hrten 500 Universit&auml;ten ist die Zahl mit 37 zwar gleich geblieben, alle jedoch mit sinkender statt mit steigender Tendenz.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gro&szlig;e Versprechen der Exzellenzinitiative lautet: Dieser Wettbewerb wird die Leistungsf&auml;higkeit der deutschen Wissenschaft deutlich steigern. Vor allem aus zwei Gr&uuml;nden ist Skepsis gegen&uuml;ber dieser Aussage angebracht. Einmal ist mehr als fraglich, ob die hohe Qualit&auml;t in der Breite an Deutschlands Universit&auml;ten tats&auml;chlich bewahrt werden kann. Wenn in Universit&auml;ten aufgrund des schlechten Abschneidens im Exzellenzwettbewerb<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16967\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[206,17],"tags":[429,1324],"class_list":["post-16967","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-chancengerechtigkeit","category-hochschulen-und-wissenschaft","tag-exzellenzinitiative","tag-foerdermittel"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16967","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16967"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16967\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53591,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16967\/revisions\/53591"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}