{"id":17016,"date":"2013-04-25T08:38:26","date_gmt":"2013-04-25T06:38:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016"},"modified":"2013-04-25T10:58:45","modified_gmt":"2013-04-25T08:58:45","slug":"hinweise-des-tages-1866","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h01\">Uli Hoene&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h02\">Steueroasen bedrohen die Stabilit&auml;t des Finanzmarkts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h03\">Niedrigere Unternehmenssteuern: Portugal will seine lahme Konjunktur ankurbeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h04\">Euro-Krise: S&uuml;dl&auml;nder k&ouml;nnen auf Deutschlands Milde hoffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h05\">&ldquo;Der Staat subventioniert die Niedriglohnstrategie&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h06\">Die Wettbewerbsideologie &ndash; das gr&ouml;&szlig;te &Uuml;bel unserer Zeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h07\">Meinungsfreiheit in Gefahr? Die Autorisierung von Interviews<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h08\">Reiche Esel: Der SPIEGEL hetzt langsam, aber daf&uuml;r irre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h09\">Ifo-Index bricht ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h10\">Rechenfehler von Rogoff und Reinhardt: &bdquo;Es gibt keine Anzeichen f&uuml;r eine historische Schuldengrenze&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h11\">Koalitionsfraktionen gegen eigenen Bundestagsantrag auf NPD-Verbot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h12\">Experten bewerten Lage in Tschernobyl und Fukushima weiter kritisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h13\">Vetternwirtschaft in der CSU: Kein Geld mehr f&uuml;r die Gattin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h14\">Nichtw&auml;hler &ndash; Auf den Marktplatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h15\">Die Piratenpartei &ndash; Havarie eines politischen Projekts?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h16\">Keine Beweise gegen K&ouml;nig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h17\">Bye Bye Campusmaut: Bayern schafft Studiengeb&uuml;hren ab &ndash; aber nicht ganz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h18\">Transatlantisches Freihandelsabkommen &ndash; eine Gefahr f&uuml;r die kulturelle Vielfalt und die Vielfalt der Meinungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h19\">Nach dem Anschlag von Boston: Wachsam sein und ohne Furcht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h20\">&Auml;gyptens Frauen lernen, sich zu wehren: Das alte Spiel mit neuen Regeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h21\">Aufstand gegen die Saatgut-Lobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016#h22\">Zu guter Letzt: Volker Pispert: Steuermoral<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17016&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Uli Hoene&szlig;<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das arme W&uuml;rstchen<\/strong><br>\nNoch bevor die Justiz sich der Sache Uli Hoene&szlig; so richtig annehmen konnte, wurde der Fall des Steuerhinterziehers und Pr&auml;sidenten von Bayern M&uuml;nchen vor dem TV-Schnellgericht des G&uuml;nther Jauch verhandelt. Neben einem z&ouml;gerlichen Finanzminister aus Nordrhein-Westfalen sa&szlig;en auch der Sportschau-Rentner Dieter K&uuml;rten, der Steuerbetrugs-Anwalt Kubicki und der Behelfs-Entertainer Oliver Pocher zu Gericht. Zwar gab es keinen richtigen Freispruch, aber eine geh&ouml;rige Portion Mitleid breitete sich aus: Ein Promi-Malus sei &uuml;ber den W&uuml;rstchenfabrikanten hereingebrochen, er sei an den Pranger gestellt worden und &uuml;berhaupt. Die Linie hatte die Kanzlerin vorgegeben: Traurig sei sie &uuml;ber den Herrn Hoene&szlig;. Nicht sauer, w&uuml;tend oder gar emp&ouml;rt. Der Arme-W&uuml;rstchen-Kurs war abgesteckt. (&hellip;) Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, erz&auml;hlt in sch&ouml;ner Vulg&auml;rphilosophie ein Schlager der 80er Jahre. Und das arme W&uuml;rstchen Hoene&szlig; soll, so erz&auml;hlen Medien, doch bitte kein Ende mit Schrecken finden. Die Gr&uuml;nen-Fraktionschefin Renate K&uuml;nast befand: &ldquo;Hoene&szlig; ist selber genug gestraft, weil er sein Image ad absurdum gef&uuml;hrt hat&rdquo;. Die BILD-Zeitung sorgte sich, dass der Wurstfabrikant spiels&uuml;chtig sei und die &ldquo;S&uuml;ddeutsche&rdquo; tr&ouml;tete in die selbe Vuvuzela: &ldquo;Hier hat einer . . . sein Konto in der Schweiz irgendwann selbst f&uuml;r ein Spielkonto gehalten&rdquo;. So ist es mit dem Kapitalismus: Er will nur spielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rationalgalerie.de\/archiv\/index_3_104.html\">Rationalgalerie<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Wenn Leute wie Hoene&szlig;, die &uuml;ber deutlich mehr Verm&ouml;gen verf&uuml;gen, als sie realistischerweise jemals in ihrem Leben ausgeben k&ouml;nnen, den Rachen nicht vollkriegen, dann schalten unsere Medien bereits nach wenigen Tagen geheuchelter Emp&ouml;rung (der &ldquo;Volkszorn&rdquo; mu&szlig; ja schlie&szlig;lich &ldquo;kanalisiert&rdquo; werden) auf den Verharmlosungs-Modus um: &ldquo;Sind wir nicht alle kleine Steuer-S&uuml;nderlein?&rdquo; Von dieser Verharmlosungsmasche zu Gunsten der in der gesellschaftlichen &ldquo;Elite&rdquo; angesiedelten Steuerhinterzieher k&ouml;nnen Arbeitslose, die den Staat mit vergleichsweisen &ldquo;Peanuts&rdquo;-Betr&auml;gen hintergehen, nur tr&auml;umen: Diese d&uuml;rfen nicht unter den medialen &ldquo;Verharmlosungsschirm&rdquo; schl&uuml;pfen, sondern werden als &ldquo;Sozialbetr&uuml;ger&rdquo; oder &ldquo;Sozialschmarotzer&rdquo; gnadenlosan den Pranger gestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rosst&auml;uscher noch im Niedergang<\/strong><br>\nBis zum Dezember 2012 hat Hoene&szlig; gehofft, sich hinter dem Steuerabkommen mit der Schweiz verstecken und seinen Steuerbetrug vertuschen zu k&ouml;nnen. Als das Abkommen scheiterte, hat er sich angezeigt, weil er damit rechnen musste, nicht mehr anonym zu bleiben und schwer bestraft zu werden. Das eine und das andere Magazin war ihm bereits auf den Fersen. Seine Selbstanzeige war der Versuch, der drohenden Gef&auml;ngnis-Strafe zu entgehen.<br>\nMit seinem Eingest&auml;ndnis, er habe einen Fehler gemacht, versucht der Bayern-Pr&auml;sident, eine Legende zu bilden, die ihm helfen soll, sich in Amt und W&uuml;rden zu halten. (&hellip;) Er geht dazu &uuml;ber, sein Verbrechen zu verharmlosen. Seine Behauptung, mit der Selbstanzeige habe er versucht, Schaden gut zu machen, stellt den Sachverhalt auf den Kopf und zeugt von jener Selbstgerechtigkeit, die ihn in diese j&auml;mmerliche Lage brachte. Schon t&ouml;nt es aus seinem Umfeld: Machen wir nicht alle Fehler? Bald wird es hei&szlig;en: Man muss auch Fehler verzeihen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/post-von-horn.de\/2013\/04\/24\/rosstauscher-noch-im-niedergang\/\">Post von Horn<\/a><\/li>\n<li><strong>CSU und der Fall Hoene&szlig;: Wei&szlig;-blaues Steuerparadies<\/strong><br>\nDass ausgerechnet Hoene&szlig; ein Steuers&uuml;nder sein soll, ist f&uuml;r den Ministerpr&auml;sidenten unangenehm. Der Fall ist f&uuml;r Seehofer vor allem deshalb &auml;rgerlich, weil sich pl&ouml;tzlich eine Menge Leute daf&uuml;r interessieren, wie es um die Steuerverwaltung im Freistaat steht. Zwischen M&uuml;nchen und Berlin werden Zahlen und Berichte herumgereicht, die belegen, dass da einiges im Argen liegt. Ja, man k&ouml;nnte sagen, dass Bayern eine Art Steuerparadies auf deutschem Boden ist.<br>\nDas Land ist reich, doch ausgerechnet bei der Kontrolle von Steuerpflichtigen wurde offenbar jahrelang gespart.<br>\nLange schon beklagt der Oberste Rechnungshof Bayerns die Zust&auml;nde in der landeseigenen Steuerverwaltung. Im aktuellen Jahresbericht 2013 r&uuml;ffeln die Finanzpr&uuml;fer die &ldquo;unzureichende Personalausstattung&rdquo;, durch die Steuerausf&auml;lle &ldquo;im dreistelligen Millionenbereich&rdquo; entst&uuml;nden. Die Warnungen sind auch deshalb bemerkenswert, weil die Beh&ouml;rde von einem CSU-nahen Juristen geleitet wird.<br>\nBesonders gravierend sind die Missst&auml;nde der Analyse zufolge im Bereich der betrieblichen Steuerpr&uuml;fung. Dort haben die Experten des Rechnungshofs eine personelle Unterbesetzung von 20 Prozent ausgemacht. Die Folge: Bei mittelgro&szlig;en Betrieben klopfen die Fahnder nur noch alle 20 Jahre an die T&uuml;ren. Bei Kleinbetrieben gar nur alle 40 Jahre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/lascher-umgang-mit-steuersuendern-wird-zum-problem-fuer-seehofer-a-896000.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie zu erwarten war ist das laxe Vorgehen der Steuerbeh&ouml;rden politisch intendiert. Man darf durchaus fragen ob es sich hier nicht um Rechtsbeugung handelt, wenn in Steuerangelegenheiten mit zweierlei Ma&szlig; gemessen wird? Die hessische Steuerfahnderaffaire hat gezeigt was mit Beamten der Steuerbeh&ouml;rde passiert, die schlicht und einfach nur ihre Pflicht tun. Die politischen Eliten in Deutschland sind offenbar korrupter und verkommener als man sich vorzustellen wagt. Ist das der oft beschworene Wettbewerbsf&ouml;rderalismus? Man macht gewisse Bundesl&auml;nder zu Steuerparadisen f&uuml;r die Verm&ouml;gensbesitzer?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Steueroasen bedrohen die Stabilit&auml;t des Finanzmarkts<\/strong><br>\nDie als &bdquo;Offshore-Leaks&ldquo; bekannt gewordene Auswertung und Ver&ouml;ffentlichung bislang geheimer Dateien aus bekannten Steueroasen durch Journalist\/-innen hat in den Medien weltweit f&uuml;r Aufsehen gesorgt. Ein wichtiger Aspekt wurde jedoch medial nicht thematisiert: Steueroasen erm&ouml;glichen nicht nur Steuerausf&auml;lle, Kapitalflucht und Geldw&auml;sche, sondern waren auch eine wesentliche Ursache f&uuml;r die Finanzkrise 2007\/2008 und gef&auml;hrden weiterhin die Stabilit&auml;t des Finanzmarkts. Sie haben den Boden bereitet f&uuml;r das Aufkommen nicht regulierter Finanzinstitutionen, sogenannter Schattenbanken, sie erm&ouml;glichen Finanzmarktakteuren eine Umgehung von Regulierungs- und Aufsichtsvorschriften und heizen den Wettbewerb um niedrige Regulierungsvorschriften ma&szlig;geblich an. Jeder Schritt zu einer Re-Regulierung von Steueroasen und Schattenbanken ist ein aktiver Schritt zur Krisenvorbeugung und zum Schutz der Arbeitnehmer\/-innen vor den gewaltigen volkswirtschaftlichen Kosten von Finanzkrisen&hellip;.<br>\n&hellip; der Begriff &bdquo;Steueroase&ldquo; (ist) auch deshalb problematisch, weil dadurch einseitig steuerliche Aspekte in den Vordergrund ger&uuml;ckt werden und die M&ouml;glichkeit zur fortlaufenden Umgehung von Regulierungsvorschriften durch Finanzinstitutionen, die in &bdquo;Oasen&ldquo; erm&ouml;glicht und gef&ouml;rdert wird, nicht thematisiert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/20-2013\/++co++e336dbca-ac09-11e2-bbe2-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Niedrigere Unternehmenssteuern: Portugal will seine lahme Konjunktur ankurbeln<\/strong><br>\nDas in einer Rezession steckende kleine Euroland plant geringere Unternehmenssteuern und eine Entwicklungsbank f&uuml;r Mittelst&auml;ndler, um die hohen Arbeitslosigkeit zu verringern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/europas-schuldenkrise\/portugal\/niedrigere-unternehmenssteuern-portugal-will-seine-lahme-konjunktur-ankurbeln-12160230.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Erfolg dieser Ma&szlig;nahme d&uuml;rfte &auml;u&szlig;erst begrenzt sein, denn woher soll die Nachfrage kommen, die *wirklich* die Konjunktur ankurbeln k&ouml;nnte? Reine Geldverschwendung, wahrscheinlich bewu&szlig;t und gewollt.<\/em><br>\n<em>Da&szlig; der neoliberalen portugiesischen Regierung nichts Anderes einf&auml;llt, da&szlig; Sie sich wahrscheinlich sogar freut, die Krise als Ausrede f&uuml;r eine rein angebotsseitige Politik benutzen zu k&ouml;nnen, war zu erwarten. Der Zynismus aber, gleichzeitig Unternehmensteuern zu senken (also die Staatseinnahmen bewu&szlig;t zu reduzieren), w&auml;hrend Sozialleistungen radikal gek&uuml;rzt werden (angeblich, um zu sparen), ist unertr&auml;glich. Auch wenn die deutsche Agenda-2010-Politik identisch angelegt war.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Euro-Krise: S&uuml;dl&auml;nder k&ouml;nnen auf Deutschlands Milde hoffen<\/strong><br>\nIn Europas Spar-Debatte kommt Bewegung. Zwar ist man in der Berliner Koalition nicht bereit, die Politik der Haushaltskonsolidierung aufzugeben. Doch an anderer Stelle w&uuml;rde man den Krisenl&auml;ndern doch entgegenkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/euro-krise-suedlaender-koennen-auf-deutschlands-milde-hoffen-seite-all\/8116884-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Artikel strotzt nur so von unaufgel&ouml;sten Widerspr&uuml;chen &ndash; so dumm k&ouml;nnen die alle nicht sein. Merkel, Flosbach, Hasselfeldt und das Handelsblatt stellen sich also bewu&szlig;t doof. Goutiert das Wahlpublikum diese Volksvera****e?<\/em><br>\n<em>Der Artikel ist &uuml;berschrieben mit &ldquo;S&uuml;dl&auml;nder k&ouml;nnen auf Deutschlands Milde hoffen&rdquo;. Hasselfeldt dagegen behauptet, &ldquo;Der Eindruck eines Diktats Deutschland ist falsch. Die Vorgaben f&uuml;r die Programml&auml;nder wurden von der internationalen Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission gemacht.&rdquo; Was denn nun? Kann Deutschland alleine bestimen, da&szlig; man den S&uuml;dl&auml;ndern &ldquo;Milde&rdquo; angedeihen l&auml;&szlig;t?<\/em><br>\n<em>Merkel schlie&szlig;t aus der Tatsache, da&szlig; die Schulden &ldquo;trotz&rdquo; &ldquo;Sparpolitik&rdquo; immer weiter zunehmen, da&szlig; keine Austerit&auml;tspolitik betrieben wird. Kann man wirklich glauben, da&szlig; eine promovierte Physikerin von so dumpfem, unsachlichen und &ouml;konomisch ignorantem Denken einer schw&auml;bischen Hausfrau durchdrungen ist, das die offensichtliche Realit&auml;t beharrlich leugnet?<\/em><br>\n<em>Noch einmal Hasselfeldt mit &ldquo;Sparen ist etwas Gutes&rdquo;: jederzeit, immer und &uuml;berall, egal wieviel Arbeitslosigkeit es gibt, wie verfallen die Infrastruktur und wie schlecht die Bildungseinrichtungen sind? Und Steuern auf Verm&ouml;gen und auf hohe Einkommen zu erh&ouml;hen &ndash; immerhin eine alternative M&ouml;glichkeit, um den Schuldenstand zu senken &ndash; ist immer schlecht? Dieser Theorie war man nachweislich vor 80 Jahren im New Deal intellektuell und in der Politpraxis um Jahrzehnte voraus. Die CDU\/CSU reproduziert in ihrer primitiven Dummheit bestenfalls das Denken des 19. Jahrhunderts, wenn man in der Beurteilung Milde walten l&auml;&szlig;t.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&ldquo;Der Staat subventioniert die Niedriglohnstrategie&rdquo;<\/strong><br>\nGut 1,3 Millionen Besch&auml;ftigte stocken ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen auf. Ein Interview mit dem Sozialwissenschaftler Gerhard B&auml;cker<br>\nDie Zahl der Hartz-IV-Empf&auml;nger sinkt, doch der prozentuale Anteil der sogenannten Aufstocker steigt weiter an. W&auml;hrend 2007 noch 23,1 Prozent der 5,2 Millionen Hartz-IV-Empf&auml;nger ihr Erwerbseinkommen aufstockten, lag ihr Anteil im Oktober des vergangenen Jahres bei 30,4 Prozent &ndash; von nun 4,3 Millionen Hartz-IV-Empf&auml;ngern. Zu diesem Befund kam eine Analyse der offiziellen Arbeitsmarktstatistik, die vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit&auml;t Duisburg-Essen ver&ouml;ffentlicht wurde. Telepolis sprach mit Gerhard B&auml;cker &uuml;ber die Ergebnisse. Der emeritierte Professor der Universit&auml;t Duisburg-Essen ist Senior Fellow des IAQ.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/38\/38966\/1.html\">Telepolis<\/a> <\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Wettbewerbsideologie &ndash; das gr&ouml;&szlig;te &Uuml;bel unserer Zeit<\/strong><br>\nWarum der EU-Wettbewerbsf&auml;higkeits-Pakt verhindert werden muss. FS Misik Folge 282<br>\nIm Juni sollen die EU-Regierungschefs einen &ldquo;Pakt f&uuml;r Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; beschlie&szlig;en. Im Klartext: Kostenreduktion, Deregulierung von Arbeitsm&auml;rkten, Niedriglohnsektoren &ndash; &ldquo;Strukturreformen&rdquo;, wie das auf Neudeutsch hei&szlig;t, die dann auch aus Br&uuml;ssel &uuml;berwacht werden. Kurzum: Troika f&uuml;r alle. Destroika f&uuml;r alle. Diese Radikalisierung der Merkel-Politik sollte verhindert werden. Das ist ein klarer Fall f&uuml;r ein Kanzler-Veto.<br>\nGrund genug sich &uuml;ber die Wettbewerbsideologie als solche Gedanken zu machen, die ja seit drei&szlig;ig Jahren in unsere K&ouml;pfe geh&auml;mmert wird. Es gibt Bereiche im Leben, wo wir alle bessere Ergebnisse erzielen, wenn Wettbewerb eine Rolle spielt. Aber zu behaupten, dass generell bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn wir alles vom Konkurrenzgeist vergiften lassen &ndash; das ist eben pure Ideologie. Und diese Ideologie ist die Dummheit unseres Zeitalters. Konkurrenz, die die Z&auml;une jener Felder &uuml;berschreitet, auf denen sie n&uuml;tzlich ist, gebiert m&ouml;rderischen Wahnsinn. Die Konkurrenzideologie ist das gro&szlig;e &Uuml;bel unserer Zeit, gerade deshalb, weil sie so allgemein als n&uuml;tzlich akzeptiert ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.misik.at\/fs\/282.php\">Misik.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Meinungsfreiheit in Gefahr? Die Autorisierung von Interviews<\/strong><br>\nWer sich um Kopf und Kragen redet, der sieht schlecht aus. Gedruckte Interviews bekommen daher meistens eine Art Sch&ouml;nheitskur verpasst: Zeitungen vereinbaren mit Interviewpartnern h&auml;ufig eine sogenannte Autorisierung. Im Klartext: Die Interviewten k&ouml;nnen vor Ver&ouml;ffentlichung beliebig umschreiben, was sie zuvor gesagt haben. Im Fernsehen kommt das so nicht vor. Denn was die Kamera aufgenommen hat, l&auml;sst sich nicht mehr &Auml;ndern: Gesagt ist gesagt. Die Zeitungskollegen aber kriegen ohne den Deal kaum mehr A-Promis oder Politiker der obersten Liga zum Interview. Andreas Halbach &uuml;ber die Illusion w&ouml;rtlicher Rede.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDF\/zdfportal\/blob\/27654064\/1\/data.pdf\">Frontal21 [PDF &ndash; 155 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Reiche Esel: Der SPIEGEL hetzt langsam, aber daf&uuml;r irre<\/strong><br>\nDie &ldquo;S&uuml;dl&auml;nder&rdquo; leben in Saus und Braus: Trotz l&auml;ngst widerlegter Berechnungen der EZB hat der SPIEGEL eine haneb&uuml;chene Titelstory gebracht.<br>\n Ich wei&szlig;, ich bin sp&auml;t, aber immer noch schneller als DER SPIEGEL: Einige Wochen, nachdem eine &bdquo;EZB-Studie&ldquo; einige Zahlen so vermischte, dass man daraus unter Umgehung von Konzepten wie &bdquo;Realit&auml;t&ldquo; h&auml;tte schlie&szlig;en k&ouml;nnen, dass s&uuml;deurop&auml;ische Privathaushalte reicher sind als nordeurop&auml;ische, hat das Nachrichtenmagazin in der vergangenen Woche eine Titelgeschichte dazu gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/pantelouris.de\/2013\/04\/23\/reiche-esel-der-spiegel-hetzt-langsam-aber-dafur-irre\/\">Michalis Pantelouris<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ifo-Index bricht ein<\/strong><br>\nDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat im April einen kr&auml;ftigen D&auml;mpfer erhalten. Der Ifo-Gesch&auml;ftsklimaindex fiel auf 104,4 Z&auml;hler von 106,7 Punkten im Vormonat, wie das M&uuml;nchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. Dies ist bereits der zweite R&uuml;ckgang in Folge. Von Reuters befragte &Ouml;konomen hatten erwartet, dass das viel beachtete Barometer nur auf 106,2 Z&auml;hler sinken w&uuml;rde. &bdquo;Die deutsche Konjunktur legt eine Verschnaufpause ein&ldquo;, sagte Ifo-Chef&ouml;konom Kai Carstensen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/ifo-index-ifo-index-bricht-ein,1472780,22570180.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Geschieht dies in anderen Staaten, dann hei&szlig;t es hierzulande, diese bef&auml;nden sich in einer &ldquo;tiefen Krise&rdquo;. Im Falle Deutschlands handelt es sich hingegen nur um eine &ldquo;Verschnaufpause der Konjunktur&rdquo;. So kann am Mythos &ldquo;Vorbild Deutschland&rdquo; weitergesponnen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Rechenfehler von Rogoff und Reinhardt: &bdquo;Es gibt keine Anzeichen f&uuml;r eine historische Schuldengrenze&ldquo;<\/strong><br>\nDie US-&Ouml;konomen Reinhard und Rogoff lieferten die Grundlage f&uuml;r radikale Sparma&szlig;nahmen. Nun haben Michael Ash und zwei Fachkollegen schwere Fehler in ihrer Arbeit gefunden. Die drei US-&Ouml;konomen Thomas Herndon, Michael Ash und Robert Pollin, die den Fehler in einer Studie aufdeckten, stellten fest: erg&auml;nzt man die fehlenden Jahre f&uuml;r Neuseeland und korrigiert einige andere Fehler, so kommt gem&auml;&szlig; einer aktuellen Studie dreier US-&Ouml;konomen ein durchschnittliches Wachstum von 2,2 Prozent heraus. Das ist zwar etwas niedriger als f&uuml;r gering verschuldete L&auml;nder, aber eben nur etwas. Nachdem bereits der bekannte &Ouml;konom Paul Krugman sich in seinem Blog entt&auml;uscht &uuml;ber die Stellungnahme &auml;u&szlig;erte, die Reinhart und Rogoff am Mittwoch verbreiteten, nimmt nun auch Ko-Autor Michael Ash gegen&uuml;ber dem Handelsblatt sehr kritisch zu den Argumenten Stellung, mit denen sich Reinhart und Rogoff verteidigen. Hier die Reaktion von Ash zusammen mit den Passagen aus der Stellungnahme von Reinhart und Rogoff, auf die er sich bezieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/rechenfehler-von-rogoff-und-reinhardt-es-gibt-keine-anzeichen-fuer-eine-historische-schuldengrenze\/8092988.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Albrecht M&uuml;ller hat bereits klargestellt, dass die Fehler bei&nbsp; Reinhart\/Rogoff eigentlich nicht relevant seien. Vielmehr sei es generell &ldquo;abstrus&rdquo;, eine Kausalit&auml;t zwischen <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16916\">Staatsschuldenquote und Wachstum herzustellen<\/a>.<\/em><br>\n<em>Nun haben Reinhart\/Rogoff in einer Gegenrede zur <a href=\"http:\/\/blogs.wsj.com\/economics\/2013\/04\/16\/reinhart-rogoff-response-to-critique\/\">Kritik darauf hingewiesen<\/a>,&nbsp; sie h&auml;tten &bdquo;sehr sorgf&auml;ltig&ldquo; von einem &bdquo;Zusammenhang&ldquo;, aber nicht von einer Kausalit&auml;t von hohen Schulden und schwachem Wachstum gesprochen: &rdquo; &hellip; we are very careful in all our papers to speak of &ldquo;association&rdquo; and not &ldquo;causality&rdquo; &hellip; <\/em><br>\n<em>(Am Rande sei erw&auml;hnt, dass eine Assoziation im Wesentlichen unter Korrelation einzuordnen ist. Man spricht auch von Rangkorrelation) Der Hinweis wird schon stimmen, aber sie haben geduldet, dass die 90-Prozentgrenze als globale Schuldenregel etabliert wurde bzw. die Autoren haben sich geradezu gesonnt im Glanze ihrer Wichtigkeit. Sp&auml;testens seitdem die europ&auml;ische Austerit&auml;tspolitik von Hinz und Kunz im Bl&auml;tterwald mit der Untersuchung von Reinhart\/Rogoff wissenschaftlich untermauert wurde, h&auml;tten die beiden klarstellen k&ouml;nnen, ja m&uuml;ssen, dass &ldquo;Zusammenhang&rdquo; noch lange nicht Kausalit&auml;t bedeutet. Eine Korrelation beschreibt letztlich nur, dass zwei Datens&auml;tze sich &auml;hnlich verhalten. Siehe den immer noch lesenswerten und auch am&uuml;sant <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6450#h11\">geschriebenen Artikel von Sophia Amalie Antoinette<\/a> Infinitesimalia zu Korrelation, die Kausalit&auml;t und Statistik im Allgemeinen.<\/em><br>\n<em>In der Berichterstattung wird oft &uuml;bersehen wird, dass die Kritik von Herndon\/Ash\/Pollin sich nicht im inzwischen ber&uuml;hmten Excel-Fehler ersch&ouml;pft, sondern dass darin auch ein &bdquo;selektives Ausklammern von verf&uuml;gbaren Daten&ldquo; nachgewiesen wird &ndash; etwa von Australien, Neuseeland und Kanada jeweils in den sp&auml;ten 1940er Jahren, als sie hoch verschuldet waren, aber trotzdem stark wuchsen, aber die USA sehr wohl. Kurzum, Daten, welche nicht in die These passten, wurden erst gar nicht aufgenommen. In obigem Beitrag wendet sich Ash am Ende gegen den Vorwurf, er und seine Koautoren h&auml;tten Reinhart\/Rogoff Manipulation vorgeworfen. Das sehe ich zwar nicht so, aber auf einer anderen Ebene ist das Urteil &ldquo;manipulativ&rdquo; weniger schlimm als &ldquo;schlampig&rdquo;. &ndash; Wer sich f&uuml;r die Geschichte hinter der Geschichte interessiert, sei auf <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/konjunktur\/Der-Student-der-ueber-Nacht-weltberuehmt-wurde\/story\/20295272\">einen Artikel im Tages-Anzeiger<\/a> verwiesen, der beschreibt, wie der Student Thomas Herndon dazu kam, die weltweit bekannten Koryph&auml;en Reinhart und Rogoff herauszufordern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Koalitionsfraktionen gegen eigenen Bundestagsantrag auf NPD-Verbot<\/strong><br>\nDer Bundestag soll nach dem Willen der Koalitionsfraktionen keinen eigenen Antrag auf ein Verbot der NPD stellen. In einem Antrag (17\/13225), der am Donnerstag auf der Tagesordnung des Bundestagsplenums steht, verweisen die CDU\/CSU- und die FDP-Fraktion auf den Beschluss des Bundesrates vom 12. Dezember 2012, einen Antrag zur Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung der Verfassungswidrigkeit der NPD zu stellen. Die Bundesregierung habe am 20. M&auml;rz dieses Jahres festgestellt, dass ein eigener Verbotsantrag nicht erforderlich sei, hei&szlig;t es in der Vorlage weiter. Diese Auffassung soll der Bundestag dem Antrag zufolge teilen und zugleich begr&uuml;&szlig;en, dass die Bundesregierung &bdquo;die L&auml;nder auch weiterhin im Rahmen des Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht unterst&uuml;tzen&ldquo; werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2013_04\/2013_229\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Experten bewerten Lage in Tschernobyl und Fukushima weiter kritisch<\/strong><br>\nNach den Atomunf&auml;llen von Tschernobyl im Jahr 1986 und Fukushuma Dai-Ichi im Jahr 2011 werden die Lage vor Ort und die Folgen f&uuml;r Menschen, Flora und Fauna von Experten als kritisch eingesch&auml;tzt. &bdquo;Die Situation ist nach wie vor gef&auml;hrlich&ldquo;, sagte Wladimir Kuznetsov, Direktor des Nuklear- und Strahlungssicherheits-Programms von Green Cross Russland, &uuml;ber den Zustand der Anlage in Tschernobyl am Mittwochvormittag bei einer Anh&ouml;rung des Umweltausschusses des Bundestages. Kuznetsov, der selber als einer der sogenannten Liquidatoren in Tschernobyl gearbeitet hatte, sagte, es gebe Probleme mit der Stabilisierung des bereits vorhandenen Sarkophags und bei der Errichtung eines neuen sicheren Einschlusses, die von den G8-Staaten finanziell unterst&uuml;tzt wird. Kuznetsov machte deutlich, dass die Arbeit vor Ort von au&szlig;en beobachtet werden m&uuml;sse: &bdquo;Wenn es keine unabh&auml;ngige Kontrolle gibt, wird die Ausf&uuml;hrung nicht so verlaufen wie es sein soll und die finanziellen Mittel werden nicht dorthin flie&szlig;en, wie es sein soll&ldquo;, warnte der russische Sachverst&auml;ndige. Nach den Unf&auml;llen von Fukushima seien in Russland alle 32 Atomkraftwerke &uuml;berpr&uuml;ft worden. Die Kontrolle habe zwei Wochen gedauert und ergeben, dass &bdquo;alles in Ordnung sei&ldquo;. Er selber habe aber keine Informationen erhalten, die er als Techniker bewerten k&ouml;nne. Er machte darauf aufmerksam, dass es im Moment elf Reaktorbl&ouml;cke des Typs in Tschernobyl gebe. Viele dieser Reaktoren h&auml;tten bereits ihre technische Lebensdauer &uuml;berschritten, ihre Betriebszeiten seien aber verl&auml;ngert worden. Es gebe eine Initiative, die sich an Pr&auml;sident Wladimir Putin und das russische Verfassungsgericht gewandt habe, den Betrieb dieser Reaktoren einzustellen, allerdings bislang ohne Erfolg. Auch ein Antrag an das Europ&auml;ische Parlament sei bisher noch nicht beantwortet worden.<br>\nZur Lage in Fukushima erl&auml;uterte der Co-Direktor des japanischen Citizens&lsquo; Nuclear Information Centers (CNIC), Hideyuki Ban, der wie sein russischer Kollege per Videokonferenz zugeschaltet wurde, dass es Vorbereitungen gebe, die atomaren Brennst&auml;be aus Reaktor IV herauszunehmen. Es bestehe aber momentan die Sorge, dass radioaktive Substanzen &uuml;ber das Meer verbreitet w&uuml;rden. Daher m&uuml;ssten circa 400.000 Tonnen Grundwasser, das durch die Anlage flie&szlig;t und kontaminiert wurde, gespeichert werden. Zwar habe die Betreiberfirma Tepco Filteranlagen installiert, es gebe aber momentan gro&szlig;e Platzprobleme, das aufgefangene Wasser zu speichern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2013_04\/2013_227\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Vetternwirtschaft in der CSU: Kein Geld mehr f&uuml;r die Gattin<\/strong><br>\nSelten hatte es die CSU mit einem Gesetz so eilig. Gerade ein paar Stunden lag der Entwurf vor, da sollte ihn der Landtag an diesem Mittwochmittag auch schon beschlie&szlig;en. Dann sollte endg&uuml;ltig Schluss sein mit der eher ungl&uuml;cklichen Praxis, dass Abgeordnete Ehepartner oder nahe Verwandte f&uuml;r sich arbeiten lassen &ndash; auf Kosten der Steuerzahler. M&ouml;glichst schnell wollen die Christsozialen so ein Thema abr&auml;umen, das ihnen im Wahljahr mehr als ungelegen kommt. Denn wie in in diesen Tagen herauskam, machten von der staatlichen Familienhilfe allein CSU-Parlamentarier Gebrauch. 17 CSU-Landtagsabgeordnete haben demnach seit Jahren enge Angeh&ouml;rige in ihren B&uuml;ros besch&auml;ftigt. Allen voran Fraktionschef Georg Schmid. Der hat seine Frau besonders &uuml;ppig mit Staatsgeldern entlohnt &ndash; mit monatlich bis zu 5500 Euro. Rechtlich war wohl alles okay. Die Frage der Moral ist eine andere. Denn mit ihrem Verhalten, das wei&szlig; auch CSU-Chef Horst Seehofer, bedienen Schmid und seine Kollegen alle g&auml;ngigen Vorurteile &uuml;ber Politiker. In sozialen Netzwerken ist von &ldquo;Raffkes&rdquo;, &ldquo;Selbstbedienermentalit&auml;t&rdquo; und &ldquo;Spezl-Wirtschaft&rdquo; die Rede, Erinnerungen an die Amigo-Aff&auml;ren der Vergangenheit werden bem&uuml;ht. Der CSU-Fraktionschef wird auf seiner Facebook-Seite als Schmarotzer beschimpft, die &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; verpasste ihm den Beinamen &ldquo;gieriger Georg&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/csu-und-seehofer-in-turbulenzen-wegen-hoeness-und-familienjobs-a-896257.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Nichtw&auml;hler &ndash; Auf den Marktplatz<\/strong><br>\nInsgesamt lassen sich die gemeinhin vermuteten Zusammenh&auml;nge zwischen Bildung, sozialem Status und Wahlinteresse eher best&auml;tigen als widerlegen. Wer sozial abgeh&auml;ngt ist, neigt zum Nichtw&auml;hlen. Wer durch Job, Bildung, Einkommen st&auml;rker in die Gesellschaft eingebunden ist, w&auml;hlt. Den Parteizentralen scheint dies aber weitgehend egal zu sein. Das bisschen M&uuml;he, das sich die etablierten Parteien zu machen bereit sind, gilt der Manchmal- und Wechselw&auml;hler-Gruppe. Die &ldquo;eigenen Leute&rdquo; zu mobilisieren, lautet das vornehmste Strategieziel. &ndash; Es gibt offenbar nur einen Faktor, der Politik denen n&auml;herbringt, die sich ansonsten f&uuml;r abgeh&auml;ngt halten: menschliche N&auml;he. Die G&ouml;ttinger SozialforscherInnen Johanna Klatt und Franz Walter haben im Stadtteil-Multifunktion&auml;r &ndash; sie sprechen von &ldquo;ViertelgestalterInnen&rdquo; &ndash; die letzte Person ausgemacht, die sozial Benachteiligte f&uuml;r demokratische Mitbestimmung zu gewinnen vermag. Denn Bildungsmangel und Arbeitslosigkeit lassen als einziges vertrauensbildendes Kriterium die pers&ouml;nliche Ansprache zu. Und diese lautet, schreiben Klatt und Walter, nicht &ldquo;engagier dich&rdquo; oder &ldquo;partizipiere&rdquo;, sondern schlicht &ldquo;hilf&rdquo;. Wer auch im Viertel lebt und gleichzeitig ein Vorbild ist, kann auf diese Weise andere anstiften. Dazu m&uuml;ssen die PolitikerInnen, so w&auml;ren Klatt\/Walter zu erg&auml;nzen, aber ihre eigene Pr&auml;senz ver&auml;ndern. Dazu geh&ouml;rt, auf die ganz kleinen Marktpl&auml;tze zu gehen. Sich von Menschen volltexten zu lassen, die oft umschweifig reden. Sich von den eigenen Funktion&auml;ren, die sich selbstherrlich zur &ldquo;Basis&rdquo; erkl&auml;ren, fernzuhalten, eher mit Nichtorganisierten zu reden. F&uuml;r die PolitikerInnen, die lokal etwas zu entscheiden haben, hei&szlig;t das auch, solche Stadtteil-Funktion&auml;rInnen zu erkennen und aufzuwerten, sie nicht als l&auml;stig absch&uuml;tteln zu wollen. Stadtteilkulturzentren hinstellen und er&ouml;ffnen reicht nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F04%2F22%2Fa0105&amp;cHash=8f15c43348792f85e07b6d1c0a9516f1\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die Piratenpartei &ndash; Havarie eines politischen Projekts?<\/strong><br>\n&hellip; steckt hinter dem zeitweiligen Erfolg der Piraten nicht mehr als nur eine kurzzeitige Aufwallung der W&auml;hler und die fluide Faszination des Neuen in den Medien? Der durch die Digitalisierung bedingte gesellschaftliche Wandel ver&auml;ndert die Arbeitsbeziehungen, beeinflusst die Mediennutzung, transformiert kulturelle Ausdrucksformen und ver&auml;ndert &ouml;konomische wie soziale Austauschbeziehungen.<br>\nIn Gesellschaft, Medien, Politik und Wirtschaft vollziehen sich tief greifende Umbr&uuml;che &ndash; vor diesem Hintergrund haben die Piraten einen Teil ihres vormaligen Erfolgs erzielen k&ouml;nnen. Das alles aber ist nicht verschwunden, nur weil die ohnehin volatile politische Stimmung jetzt gegen die Piraten ausschl&auml;gt, sie in Meinungsumfragen eingebrochen sind, pers&ouml;nlicher Zwist und parteiinterner Streit die Schlagzeilen bestimmen.<br>\nOffensichtlich gibt es jenseits der tagespolitischen Aufgeregtheiten ein Wurzelgeflecht von Entwicklungen, das es einer neuen Partei prinzipiell erm&ouml;glicht, sich im politischen System festzusetzen. Die Frage, ob es die Piratenpartei ist, die sich im Parteiensystem etablieren kann und zu einem stabilen Faktor der Politik wird, ist im Fr&uuml;hjahr 2013 allerdings nicht eindeutig zu beantworten, sondern weiterhin offen.<br>\nSo lautet zumindest die Einsch&auml;tzung der G&ouml;ttinger Politikwissenschaftler Alexander Hensel und Stephan Klecha, die &ndash; initiiert von der Otto Brenner Stiftung und mitfinanziert von der Hans B&ouml;ckler Stiftung &ndash; ein Jahr lang die Piratenpartei untersucht haben. Die Studie liefert eine komprimierte, aber doch umfassende Darstellung des neuen politischen Akteurs.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/uploads\/tx_mplightshop\/AH74_Piraten_web.pdf\">Otto-Brenner-Stiftung [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.piraten-studie.de\/\">Piraten-Studie<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Keine Beweise gegen K&ouml;nig<\/strong><br>\nZeugenaussagen und Polizeivideo entlasten den angeklagten Jugendpfarrer<br>\nErste Zeugen im Prozess gegen den Jenaer Stadtjugendpfarrer vor dem Dresdner Amtsgericht h&ouml;hlen die Anklage weiter aus. Die Verteidigung w&auml;scht scharf nach und erinnert die s&auml;chsische Justiz an Grundrechts-Selbstverst&auml;ndlichkeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/819768.keine-beweise-gegen-koenig.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Bye Bye Campusmaut: Bayern schafft Studiengeb&uuml;hren ab &ndash; aber nicht ganz<\/strong><br>\nDie Campusmaut in Bayern hat sich bis auf weiteres erledigt. Heute beschloss der Landtag in M&uuml;nchen die Abschaffung der allgemeinen Studiengeb&uuml;hren zum kommenden Wintersemester. F&uuml;r das Aus votierte eine breite Mehrheit aus SPD, Gr&uuml;nen, Freien W&auml;hlern (FW) sowie der regierenden CSU. Lediglich ihr kleiner Koalitionspartner, die FDP, zeigte sich widerborstig. Die Liberalen wollten lieber einen Volksentscheid, der nun endg&uuml;ltig ausf&auml;llt. Studierendenvertreter freut der Beschluss nur mit Abstrichen: Kostenlos ist ein Studium n&auml;mlich auch weiterhin nicht f&uuml;r alle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1530-bayern-studiengebuehren-weg.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Transatlantisches Freihandelsabkommen &ndash; eine Gefahr f&uuml;r die kulturelle Vielfalt und die Vielfalt der Meinungen<\/strong><br>\nDie Ministerpr&auml;sidentin von Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Rundfunkkommission der L&auml;nder, Malu Dreyer, fordert in einem Brief an die Bundeskanzlerin, dass die Bereiche Kultur und Medien vom Verhandlungsmandat der Europ&auml;ischen Kommission aus dem transatlantischen Freihandelsabkommen ausgenommen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130425_schreiben_schreyer.pdf\">Schreiben der Ministerpr&auml;sidentin des Landes Rheinland-Pfalz [PDF &ndash; 1 MB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie immer bei Verhandlungen &uuml;ber Freihandelsabkommen geht es um die Frage, ob auch Kulturg&uuml;ter und audiovisuelle Dienstleistungen als reine Wirtschaftsg&uuml;ter behandelt werden d&uuml;rfen und damit  der Liberalisierung (und das hei&szlig;t der Privatisierung) unterliegen sollen. Derzeit ist nicht gesichert, ob staatliche Ma&szlig;nahmen der Kulturf&ouml;rderung, audiovisuelle Mediendienste (also in Deutschland der &ouml;ffentlich-rechtlich organisierte Rundfunk) vom Verhandlungsmandat ausgenommen sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Nach dem Anschlag von Boston: Wachsam sein und ohne Furcht<\/strong><br>\nDie Kameras, ob in der Hand von Touristen oder versteckt hinter Verkehrsampeln, haben ihre Pflicht erf&uuml;llt. Im Nachhinein. Aber von diesem Detail l&auml;sst sich gerade auch kein Politiker daran hindern, nach noch mehr Kameras, mehr &Uuml;berwachung, mehr Kontrolle des &ouml;ffentlichen Raums zu rufen. Rahm Emanuel, B&uuml;rgermeister von Chicago und zuvor Pr&auml;sident Obamas Stabschef, war einer der Ersten, die ein dichteres Kameranetz forderten. Der Terror von Boston wird den Trend zur total &uuml;berwachten Stadt, der sich seit Jahren abzeichnet, ganz sicher beschleunigen. In f&uuml;nf Jahren, prophezeite der New Yorker B&uuml;rgermeister Michael Bloomberg vor genau einem Monat, w&uuml;rden &bdquo;every place&ldquo;, &uuml;berall, Kameras angebracht sein. &bdquo;Gew&ouml;hnt euch dran!&ldquo;, empfahl er seinen Mitb&uuml;rgern. &bdquo;Wir werden mehr Durchsichtigkeit und weniger Privatsph&auml;re haben. Ich sehe keinen Weg, dem Einhalt zu gebieten.&ldquo; Nach Boston schon gar nicht mehr.<br>\nVon links bis rechts, von der American Civil Liberties Union bis zu &bdquo;The Blaze&ldquo;, dem Internetsprachrohr des erzkonservativen Demagogen Glenn Beck, regt sich Widerstand gegen die rasant wachsende &Uuml;berwachung. Der aber muss mit jedem Terroranschlag an R&uuml;ckhalt verlieren. Fast schon zu bedauern ist Neil M. Richards, Juraprofessor an der Washington University in St. Louis, der jetzt in der &bdquo;Harvard Law Review&ldquo; die &bdquo;Gefahren der &Uuml;berwachung&ldquo; in wissenschaftlicher Breite darlegt. Wer h&ouml;rt ihm zu, wenn er unsere diffusen &Auml;ngste pr&auml;zisiert? Richards st&uuml;tzt sich auf juristische, historische und literarische Dokumente und die ersten Ergebnisse der aufkeimenden &bdquo;surveillance studies&ldquo;, um uns die Bedrohung unserer B&uuml;rgerrechte und die Folgen einer geheimen Machtverschiebung, die vor Diskriminierung und Erpressung nicht haltmacht, vor Augen zu f&uuml;hren. Jonathan Turley,&nbsp; Juraprofessor, redet nicht l&auml;nger um die Fetischisierung des Sicherheitsstaats durch amerikanische Politiker jeder Couleur herum: &bdquo;Wozu sie nicht bereit sind, das ist die Debatte &uuml;ber die Unm&ouml;glichkeit, alle Angriffe aufzudecken und ihnen zuvorzukommen.&ldquo; Sie m&uuml;ssten eingestehen, dass &bdquo;closure&ldquo; nie zu erreichen und mit dem Terror immer und &uuml;berall zu rechnen sei. In Bloombergs Worten: &bdquo;Gew&ouml;hnt euch dran!&ldquo; Die Heldenverehrung von Boston brauchte deswegen ja nicht auszufallen. &ndash; New York k&ouml;nnte helfen, die Vorstellung von &bdquo;closure&ldquo; f&uuml;r unsere Zeit zurechtzur&uuml;cken. In ihrem Oberfl&auml;chenbild bot die Stadt auch nach den Bostoner Anschl&auml;gen keinen Anlass zur Beunruhigung. M&auml;nner mit Maschinengewehren an einigen strategisch wichtigen und gef&auml;hrdeten Ecken und Eing&auml;ngen &ndash; gut, sie widersprachen dem zivilen Wohlgef&uuml;hl, aber es war mit ihnen auszukommen. Sicherheitskontrollen in jedem B&uuml;roturm und manchem Theater sind ohnehin Teil der urbanen Routine geworden. Das Stadtleben hat sich vielmehr in einem Zwischenreich eingerichtet, das seine Energien aus der Mischung von Verdr&auml;ngung und dem akuten Bewusstsein einer existentiellen Gef&auml;hrdung bezieht. Die Stadt spielt unbek&uuml;mmert Stadt, w&auml;hrend hinter den Kulissen ein nur gelegentlich in Erscheinung tretender, nie richtig zu &uuml;berwachender &Uuml;berwachungsapparat nach seinem Gutd&uuml;nken f&uuml;r Ordnung sorgt. Das ist der neue Preis einer Darbietung, die Chancen haben will, ungest&ouml;rt &uuml;ber die B&uuml;hne zu gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/nach-dem-anschlag-von-boston-wachsam-sein-und-ohne-furcht-12157160.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Jordan Mejias bringt einen guten &Uuml;berblick zur Stimmungslage nach Boston. Vor allem l&auml;sst er auch diejenigen zu Worte kommen, die im Ruf nach noch mehr &Uuml;berwachung die B&uuml;rgerrechte gef&auml;hrdet sehen. Leider ist dies ein Aspekt, der in den hiesigen Medien zu wenig thematisiert wird &ndash; in einem grunds&auml;tzlichen Sinne. Nat&uuml;rlich reagiert die Opposition, wenn z.B. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach Boston fordert, im Bundeshaushalt 2014 mehr Mittel zur Ausweitung der Video&uuml;berwachung auf &ouml;ffentlichen Pl&auml;tzen zur Verf&uuml;gung zu stellen. Es versteht sich, dass vor allem die CDU\/CSU Boston instrumentalisiert, um sich als Garant der inneren Sicherheit zu pr&auml;sentieren. Nur gehen &Auml;u&szlig;erungen wie die von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), in Boston h&auml;tten Videoaufnahmen wichtige T&auml;terhinweise und schnell verf&uuml;gbare Ermittlungsans&auml;tze geliefert, eher nach hinten los. Video&uuml;berwachung mag bei der Aufkl&auml;rung von Straftaten bzw. von Anschl&auml;gen hilfreich sein, aber sie verhindern sie nicht. Mit mehr &Uuml;berwachung mehr Sicherheit zu verbinden ist Selbstbetrug bzw. Betrug am B&uuml;rger. Vielleicht sollte man sich mehr der Frage stellen, wie Menschen die mitten unter uns leben, dazukommen ihr Heil in extremistischen Ideologien zu suchen, ob sie nun religi&ouml;ser oder politischer Natur sind. &ndash; Und nat&uuml;rlich kann Video&uuml;berwachung missbraucht werden, Regelungen z.B. zur Speicherung k&ouml;nnen ge&auml;ndert werden. Es braucht nur ein Notstand ausgerufen werden. Und schon kann die Staatsmacht z.B. Bewegungsprofile der B&uuml;rger erstellen. Und nat&uuml;rlich sind Zeiten vorstellbar, in denen im Abgleich mit anderen Datensammlungen der B&uuml;rger zum gl&auml;sernen B&uuml;rger wird, dessen Pers&ouml;nlichkeitsprofil ermittelt werden kann und der sicherheitstechnisch aussortiert werden kann. Wenn Neil M. Richards von Diskriminierung und Erpressung spricht, ist das noch harmlos gegen&uuml;ber dem wirklichen Missbrauchspotenzial. &ndash; Ein relativ neues P&auml;nomen war die Suche nach den Bombenlegern im Netz. Selbst Reddit-Manager (eine Online-Plattfform) Erik Martin sprach von &ldquo;gef&auml;hrlichen Spekulationen und zu Online-Hexenjagden&rdquo;, <a href=\"http:\/\/blogs.faz.net\/deus\/2013\/04\/24\/rasterfahndung-nach-rucksacktragern-1442\/\">die f&uuml;r Unbeteiligte sehr negative Folgen gehabt h&auml;tten<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>&Auml;gyptens Frauen lernen, sich zu wehren: Das alte Spiel mit neuen Regeln<\/strong><br>\nZu den Wundern der &auml;gyptischen Revolution z&auml;hlte die Tatsache, dass Frauen sich damals unbehelligt auf dem dichtbev&ouml;lkerten Tahrir-Platz bewegen konnten. In letzter Zeit aber h&auml;ufen sich krasse, in aller &Ouml;ffentlichkeit begangene sexuelle &Uuml;bergriffe. Die Bloggerin und Autorin Ghada Abdelaal bezieht dazu Stellung. Wenn ich an den 11. Februar 2011 zur&uuml;ckdenke &ndash; den Tag, an dem Hosni Mubarak seinen R&uuml;cktritt verk&uuml;ndete &ndash;, dann kommt mir auch die erstaunliche SMS-Botschaft in den Sinn, die ich damals und in der Folge noch Dutzende Male erhielt: &laquo;Von heute an ist dies dein Land. Schmei&szlig; kein Papier mehr auf die Stra&szlig;e, beachte die Verkehrssignale, bel&auml;stige keine M&auml;dchen.&raquo; Die Botschaft erinnert mich auch daran, wie kurz jene Gnadenfrist bemessen war &ndash; die Zeit, in der die &Auml;gypter mit Stolz darauf hinweisen durften, dass w&auml;hrend der 18 Tage der Revolution auf dem Tahrir-Platz keine Frau bel&auml;stigt worden war, obwohl M&auml;nner und Frauen dicht gedr&auml;ngt dort protestierten. Anders als viele war ich mir aber damals schon sicher, dass es nur eine Frage der Zeit sein w&uuml;rde, bis &Auml;gyptens M&auml;nner wieder auf ihr bevorzugtes Mittel zur Bestrafung von Frauen zur&uuml;ckgreifen w&uuml;rden, die sich in den &ouml;ffentlichen Raum vorwagten. Was soll das Gerede von politischer M&uuml;ndigkeit, von Kampf und Widerstand und Nation in einer Gesellschaft, in der all diese hocht&ouml;nenden Worte verblassen neben Begriffen wie Ehre und Ruf und Jungfr&auml;ulichkeit? Der Kampfplatz der Politik ist auch ein Tummelfeld f&uuml;r M&auml;nner mit aufdringlichen H&auml;nden; hier waltet eine Macht, die &uuml;ber ganz eigene Strafma&szlig;nahmen verf&uuml;gt &ndash; etwa den Raub dessen, was der gesellschaftliche Konsens als die Ehre einer Frau ansieht. Daher auch die Rufe, welche die M&auml;dchen und Frauen auf dem Tahrir-Platz so oft zu h&ouml;ren bekamen: &laquo;Meine G&uuml;te, wie mutig ihr seid, f&uuml;rchtet ihr denn nicht um eure Ehre?&raquo; Ein Satz, der jedem und jeder im Kopf herumging; so war es auch nicht verwunderlich, dass zu Beginn der Revolution die erste Attacke der regimetreuen &ouml;ffentlichen und privaten Medien gegen die Demonstranten dahin ging, dass es M&auml;nnlein und Weiblein in den Zelten auf dem Tahrir-Platz munter miteinander trieben. Eine Behauptung, die nach dem Sturz Mubaraks gleichfalls vom interimsweise herrschenden Milit&auml;rrat ins Feld gef&uuml;hrt wurde: Als damals eine verschleierte Demonstrantin von Soldaten entbl&ouml;&szlig;t, misshandelt und an den Haaren &uuml;ber den Tahrir-Platz geschleift wurde, verk&uuml;ndeten s&auml;mtliche religi&ouml;sen Sender (die zu jener Zeit den Milit&auml;rrat unterst&uuml;tzten), dass die Frau auf dem Tahrir ihren K&ouml;rper f&uuml;r Geld angeboten habe. Als aber die Frauen sich weiterhin weder geneigt zeigten, ihren Platz in den Demonstrationsz&uuml;gen zu r&auml;umen noch ihre fordernden Stimmen zu d&auml;mpfen &ndash; was blieb dem neuen, rigoros konservativen Regime da &uuml;brig, als nach Mitteln zu suchen, um diese Quelle des &Auml;rgers irgendwie zum Schweigen zu bringen (umso mehr, als sich die Fernsehkameras mit so offensichtlicher Vorliebe den Frauen zuwandten)? Und was konnte diesem Zweck besser dienen als die Verk&ouml;rperung des schlimmsten Albtraums jeder &auml;gyptischen Frau: Vergewaltigung und Blo&szlig;stellung? &ndash; Aber es gibt auch die andere Seite: ein zunehmendes Mitgef&uuml;hl mit Opfern wie Yasmin al-Barmawi und ihren Leidensgef&auml;hrtinnen, die vor die &Ouml;ffentlichkeit treten, um von dem zu berichten, was ihnen widerfuhr. Diese Frauen brechen tief verwurzelte, doch l&auml;ngst &uuml;berholte gesellschaftliche Tabus und zertr&uuml;mmern damit auch das m&auml;chtigste Werkzeug, das zur Unterdr&uuml;ckung der Frau herangezogen wurde &ndash; die Drohung mit Skandal und Ehrverlust. All das kann als Zeichen gelesen werden, dass der Kampf zwischen der Staatsmacht und &Auml;gyptens Frauen erst begonnen hat &ndash; und als Beweis daf&uuml;r, dass sich die Regeln des Spiels ge&auml;ndert haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/international\/die-hamas-in-der-sackgasse-1.18067097?extcid=Newsletter_19042013%20MESZ_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a><\/li>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Titel steht in deutlichem Widerspruch zur Schilderung von Ghada Abdelaal. Mag sein, dass das Mitgef&uuml;hl mit misshandelten Frauen ein Anfang ist, aber die ganz allt&auml;gliche Unterdr&uuml;ckung der Frau in muslimischen Gesellschaften &auml;u&szlig;ert sich nicht in &ldquo;Vergewaltigung und Blo&szlig;stellung&rdquo;, sondern in die Unterordnung der Frau in die patriarchalischen Struktur der Familien, die sich im &ouml;ffentliche Raum fortsetzt. Und dies ist der Punkt, an dem letztlich Demokratie beginnt und endet. Auch wir verwirklichen, wenn wir die Lohnstrukturen der Geschlechter anschauen, noch l&auml;ngst nicht die Gleichstellung von Mann und Frau. Und es ist noch gar nicht so lange her, als eine Ehefrau die Erlaubnis ihres Mannes ben&ouml;tigte, um au&szlig;er Haus zu arbeiten. Wie soll es aber zu einem geregelten Miteinander in einer Gesellschaft kommen, wenn nicht etwa einer Minderheit, sondern der H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung die Gleichstellung in ihren Grundz&uuml;gen innerhalb der Familie verwehrt bleibt. Und warum sollte der Muslim von Nordafrika bis in den Fernen Osten (Malaysia) das Refugium hergeben, in der selbst der &auml;rmste Knecht noch Herr seines Handelns ist?<\/em><\/p>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Aufstand gegen die Saatgut-Lobby<\/strong><br>\nDie Hobby-G&auml;rtner sind w&uuml;tend: Sie f&uuml;rchten, dass die EU k&uuml;nftig regelt, ob sie eigenes Saatgut tauschen oder verschenken d&uuml;rfen. Konzerne wie Monsanto, Dupont und Syngenta hingegen k&ouml;nnten ihre Macht vergr&ouml;&szlig;ern. Denn bei dem Streit geht es um viel mehr als nur Saatk&ouml;rner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/empoerung-ueber-eu-verordnung-aufstand-gegen-die-saatgut-lobby-1.1658001\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispert: Steuermoral<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr2.de\/unterhaltung\/kabarett\/volker_pispers102.html\">WDR2<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-17016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17016"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17031,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17016\/revisions\/17031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}