{"id":171,"date":"2005-03-20T16:30:34","date_gmt":"2005-03-20T15:30:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=171"},"modified":"2016-03-17T08:31:46","modified_gmt":"2016-03-17T07:31:46","slug":"die-wachstumsschwache-hat-eher-etwas-mit-der-steuerlichen-abschopfung-von-massenkaufkraft-als-mit-den-unternehmenssteuern-zu-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=171","title":{"rendered":"Die Wachstumsschw\u00e4che hat eher etwas mit der steuerlichen Absch\u00f6pfung von Massenkaufkraft als mit den Unternehmenssteuern zu tun"},"content":{"rendered":"<p>Die 30 Dax-Unternehmen verbuchten im Jahr 2004 einen Gewinn von insgesamt 60 Mrd. &euro;. Nach Rechnung des Statistischen Bundesamtes wuchsen die Eink&uuml;nfte aus Unternehmert&auml;tigkeit und Verm&ouml;gen in 2004 so stark wie noch nie nach der Wiedervereinigung. Auch f&uuml;r das Jahr 2005 erwartet die Bundesregierung ein weiteres starkes Wachstum der Gewinne.<br>\n<!--more--><br>\nDennoch fordern der Sachverst&auml;ndigenrat, die Union, selbstverst&auml;ndlich auch Superminister Clement und nun auch der Kanzler einm&uuml;tig eine Senkung der Steuerlast der Unternehmen. Nur unter dieser Bedingung k&ouml;nne in Deutschland wieder investiert werden, nur so blieben den Unternehmen ausreichende Gewinne. <\/p><p>Die deutschen Kapitalgesellschaften haben in den zehn Jahren von 1991 bis 2000 im Jahresdurchschnitt umgerechnet 16,22 Mrd. &euro; an K&ouml;rperschaftsteuer gezahlt, in den Jahren 2001 bis 2003, bedingt durch eine gro&szlig;e Reform dieser Steuer, nur noch 3,57 Mrd. &euro;; ihre Steuerlast ist also um rd. 80 Prozent gemindert worden. Die veranlagte Einkommensteuer sank im Zeitraum 1991 bis 2003 von 21,23 Mrd. &euro; auf 4,57 Mrd. &euro;, also ebenfalls um fast 80 Prozent. <\/p><p>Der steuerpolitische Boden f&uuml;r ein starkes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes war also bereitet, jedenfalls nach der Logik derer, die so vehement f&uuml;r eine Senkung der Unternehmenssteuern pl&auml;dieren. <\/p><p>Das Inlandsprodukt wuchs aber in den vier Jahren 2001 bis 2004 im Jahresdurchschnitt nur um 0,62 Prozent.<br>\nEine Kausalit&auml;t zwischen der Steuerentlastung f&uuml;r Unternehmen und Verm&ouml;gen und dem Wachstum in Deutschland ist also statistisch nicht nachweisbar. Denn die Unternehmen investieren ihre hinzugewonnene Liquidit&auml;t nicht in Deutschland, sondern in dem neu er&ouml;ffneten osteurop&auml;ischen Wirtschaftsraum oder in China. Oder sie kaufen Beteiligungen an anderen Unternehmen, die nichts zum Wachstum in Deutschland beitragen. Oder sie zahlen Schulden zur&uuml;ck, oder sie sch&uuml;tten ihre eingesparten Steuern an die Aktion&auml;re aus. <\/p><p>Dagegen ist die Lohnsteuer von 109,50 Mrd. &euro; im Jahr 1991 um 21,5 Prozent gestiegen auf 133,09 Mrd. &euro; im Jahr 2003, die Mehrwertsteuer hat sich in diesem Zeitraum von 50,51 Mrd. &euro; auf 103,16 Mrd. &euro; mehr als verdoppelt. Die deutsche Wachstumsschw&auml;che ist sicherlich auch ein Problem der kontinuierlich steigenden Absch&ouml;pfung von Massenkaufkraft durch Steuern und Abgaben.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 30 Dax-Unternehmen verbuchten im Jahr 2004 einen Gewinn von insgesamt 60 Mrd. &euro;. Nach Rechnung des Statistischen Bundesamtes wuchsen die Eink&uuml;nfte aus Unternehmert&auml;tigkeit und Verm&ouml;gen in 2004 so stark wie noch nie nach der Wiedervereinigung. 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