{"id":17139,"date":"2013-05-06T08:58:04","date_gmt":"2013-05-06T06:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139"},"modified":"2013-05-06T13:58:19","modified_gmt":"2013-05-06T11:58:19","slug":"hinweise-des-tages-1873","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h01\">Deutschland mogelt sich an EU-R&uuml;ffel vorbei &ndash; wieder einmal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h02\">SPD sagt Sozialistischer Internationale Ad&eacute;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h03\">Einer von sechs Arbeitnehmern in der EU27 im Jahr 2010 war ein Niedriglohnempf&auml;nger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h04\">Die Krise als Erfolgsmodell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h05\">Griechenland: Sparen auf Kosten der Bev&ouml;lkerung: Wir stehen vor einer humanit&auml;ren Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h06\">&raquo;Offshore-Leaks&laquo; und das Versagen der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h07\">&lsquo;Talk about Softened Austerity at the Eurozone Level is Pure Nonsense&rsquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h08\">Abwicklung von Gro&szlig;banken muss m&ouml;glich sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h09\">Dax mit h&ouml;chstem Schlusskurs aller Zeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h10\">Bis 2025 k&ouml;nnten sechs Millionen Arbeitskr&auml;fte fehlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h11\">Geldverm&ouml;gen wachsen: Deutsche reich wie nie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h12\">20 Milliarden Euro mehr Steuern bei Aufgabe des Ehegattensplittings<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h13\">Rede Dr. Dierk Hirschel auf DGB-Veranstaltung 1. Mai 2013 in Saarbr&uuml;cken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h14\">Geh doch nach dr&uuml;ben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h15\">Malochen war fr&uuml;her<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h16\">Modernisierung verschlafen: Stra&szlig; n k putt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h17\">Viermal gegen die Lobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h18\">Chinas wirtschaftliche Umstrukturierung l&auml;uft planm&auml;&szlig;ig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h19\">R&uuml;ckkehr des kalten Kriegers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139#h20\">Zeit f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17139&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Deutschland mogelt sich an EU-R&uuml;ffel vorbei &ndash; wieder einmal<\/strong><br>\nEigentlich waren sich die Regierungschefs in Europa einig: Der Stabilit&auml;tspakt konnte die Krise in der Euro-Zone nicht verhindern, der Blick auf staatliche Haushalts- und Defizitziele greift viel zu kurz. Deshalb wurde im Dezember 2011 ein j&auml;hrliches Fr&uuml;hwarnsystem eingef&uuml;hrt, um Makro-Ungleichgewichte in einem Land aufzuzeigen und gegebenenfalls zu sanktionieren &ndash; Stabipakt 2.0 quasi. Tats&auml;chlich droht dieses Verfahren jedoch zu einem &bdquo;nutzlosen Papiertiger&ldquo; zu verkommen, noch bevor es so richtig losgelegt hat. Denn Deutschland, in den Augen vieler Beobachter der rosa Elefant im Raum, wird f&uuml;r seine umstrittenen Handels&uuml;bersch&uuml;sse nicht zur Rechenschaft gezogen. Wieder einmal. Obwohl der entsprechende Wert deutlich &uuml;ber die von Br&uuml;ssel tolerierte Schwelle geklettert ist &ndash; und laut der heute ver&ouml;ffentlichten Prognose der EU-Kommission weiter steigt.<br>\nDas EU-Fr&uuml;hwarnsystem sieht vor, dass Leistungsbilanzdefizite nicht &uuml;ber vier Prozent des BIP steigen d&uuml;rfen, &Uuml;bersch&uuml;sse sind bis sechs Prozent erlaubt. Hohen Ausfuhren eines Landes stehen hohe Einfuhren eines anderen Landes gegen&uuml;ber &ndash; das sich daf&uuml;r verschulden muss. Deshalb galt eine ausgeglichene Handelsbilanz auch in Deutschland in den letzten Jahrzehnten als erstrebenswertes Ziel. Tats&auml;chlich ist der deutsche &Uuml;berschuss inzwischen aber auf 6,1 Prozent gestiegen &ndash; Berlin braucht dennoch nichts zu bef&uuml;rchten (f&uuml;r das diesj&auml;hrige Verfahren wird der Dreijahresschnitt von 2009 bis 2011 zu Rate gezogen, siehe hier). (&hellip;)<br>\nEs ist bekannt, dass Berlin sich hinter den Kulissen mit H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en gegen ein Mahnverfahren wehrt. Dort ist man stolz auf die hohen Export&uuml;bersch&uuml;sse. Und entsprechend vorsichtig geht Br&uuml;ssel mit Berlin um&hellip;<br>\nLetztlich grenzt die ganze Angelegenheit an Realsatire, wenn bislang nur Luxemburg und Schweden f&uuml;r ihre hohen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse beobachtet werden, weil die Zahlen gemessen am BIP &uuml;ber der Marke von sechs Prozent liegen. In realer Rechnung erwirtschaftete Luxemburg 2011 einen &Uuml;berschuss von umgerechnet rund vier Mrd. Dollar, Deutschland hingegen von &uuml;ber 200 Mrd. Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/neuewirtschaftswunder.de\/2013\/05\/03\/deutschland-mogelt-sich-an-eu-ruffel-vorbei-wieder-einmal\/\">Wirtschaftswunder<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>SPD sagt Sozialistischer Internationale Ad&eacute;<\/strong><br>\n1889 gegr&uuml;ndet, 16 Jahre von Willy Brandt gef&uuml;hrt. Und nun? Aus und vorbei: Die SPD l&auml;sst ihre Mitgliedschaft im sozialdemokratischen Traditionsb&uuml;ndnis Sozialistische Internationale faktisch ruhen. Die Organisation habe ihre Bedeutung verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/sozialdemokratie-spd-sagt-sozialistischer-internationale-ade-1.1665809\">SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die SPD m&uuml;sste sich die Frage stellen, was hat sie selbst seit Willy Brandts Tod im Jahr 1992 in die SI eingebracht. Sie hat sich danach vom sozialdemokratischen Traditionsb&uuml;ndnis verabschiedet und nicht umgekehrt. Und seit Schr&ouml;der und Blair musste man sich ohnehin fragen, was die SPD und die Labour Party noch mit den Traditionen der Sozialdemokratie zu tun haben.<\/em><br>\n<em>Was hat die SPD f&uuml;r eigentlich f&uuml;r einen substanziellen Beitrag zu den Exzessen der Finanzm&auml;rkte beigetragen, als dass sie diesen T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet hat. Die geplante Gr&uuml;ndung einer Konkurrenzorganisation zeigt am deutlichsten, dass die SPD nicht mehr die Sozialdemokratie Willy Brandts ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Einer von sechs Arbeitnehmern in der EU27 im Jahr 2010 war ein Niedriglohnempf&auml;nger<\/strong><br>\nDer Anteil der Niedriglohnempf&auml;nger an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer belief sich in der EU27 im Jahr 2010 auf 17,0%. Dieser Anteil variierte deutlich zwischen den Mitgliedstaaten: Die gr&ouml;&szlig;ten Anteile verzeichneten Lettland (27,8%), Litauen (27,2%), Rum&auml;nien (25,6%), Polen (24,2%) und Estland (23,8%) und die niedrigsten Schweden (2,5%), Finnland (5,9%), Frankreich (6,1%), Belgien (6,4%) und D&auml;nemark (7,7%). Die gr&ouml;&szlig;ten Anteile bei weiblichen Arbeitnehmern verzeichneten Zypern (31,4%), Estland (30,1%), Litauen (29,4%), Deutschland und Lettland (je 28,7%) sowie das Vereinigte K&ouml;nigreich (27,6%) und die niedrigsten Schweden (3,1%), Frankreich (7,9%), Finnland (8,0%) und D&auml;nemark (9,8%). &#8232;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/3-20122012-AP\/DE\/3-20122012-AP-DE.PDF\">eurostat&#8232; [PDF &ndash; 233 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Datenlage ist wie meist bei umfassenden L&auml;ndervergleichen nicht ganz aktuell, daf&uuml;r werden aber relativ viele zus&auml;tzliche Informationen geboten, wie die gesonderte Erfassung von M&auml;nnern und Frauen, des Bildungsstandes und der Art des Arbeitsvertrages. Deutschland liegt mit einem Anteil von 22,2% deutlich &uuml;ber dem Durchschnitt der Eurozone (14,8%) und geh&ouml;rt mit England (22,1) zur Gruppe mit einem hohen Anteil an Niedriglohnempf&auml;ngern in der EU (17,0%). Die deutsche Pressemitteilung st&uuml;tzt sich auf eine l&auml;ngere englischsprachige Fassung, welche auch noch den Ausbildungsgrad und die Altersgruppe der Niedriglohnempf&auml;nger erfasst. In Deutschland liegt der <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_OFFPUB\/KS-SF-12-048\/EN\/KS-SF-12-048-EN.PDF\">Anteil der unter 30j&auml;hrigen mit ca. 38% &uuml;ber dem EU-Durchschnitt von 30,4%. [PDF &ndash; 243 KB]<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Krise als Erfolgsmodell<\/strong><br>\nDeutschland setzt auf Export, soziale Konflikte werden outgesourct, festgezurrt erscheinen die Verh&auml;ltnisse. Krise war gestern, in der Bundesrepublik kehrt Systemvertrauen zur&uuml;ck. Meinungsforscher liefern die Beweise. &ndash; Immer mehr verschwimmen die Grenzen von Krise und Prosperit&auml;t: Die Finanzkrise von 2007\/2008 wurde erfolgreich in eine Staatsschuldenkrise transformiert. Die &raquo;M&auml;rkte&laquo; sind aus dem Schneider und die &ouml;ffentlichen Kassen leer. Die kommunalen Sachinvestitionen gingen 2012 um elf Prozent zur&uuml;ck, sie lagen bei nur noch 21,0 Milliarden Euro. Das sind ungef&auml;hr zwei Drittel der Summe, die der deutsche Staat f&uuml;rs Milit&auml;r ausgibt. &raquo;Bei Schulen, Stra&szlig;en und &ouml;ffentlichen Geb&auml;uden wird seit Jahren eher geflickt als grundlegend renoviert&laquo;, hei&szlig;t es beim Deutschen St&auml;dte- und Gemeindebund. Der Investitionsr&uuml;ckstand liegt bei rund 100 Milliarden Euro. Das ist eine Summe, die man sich kaum vorstellen kann, aber sie wird noch &uuml;bertroffen vom Schuldenberg der 133 Milliarden Euro, den die Kommunen vor sich herschieben.&#8232;Man kann es aber auch anders sehen: &raquo;Noch nie hatten die staatlichen Haushalte soviel Geld zur Verf&uuml;gung wie heute&laquo;, hei&szlig;t es in einem aktuellen Thesenpapier des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), das, wir ahnen es, im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt wurde. &raquo;Die Steuerquellen sprudeln, die Sozialkassen sind reichlich gef&uuml;llt. Eine Notwendigkeit f&uuml;r h&ouml;here Steuern besteht nicht.&laquo; Das ist die Sprache von Kreisen, die keine &ouml;ffentliche Infrastruktur brauchen, weil sie in einer privat finanzierten Parallelwelt angekommen sind oder das zumindest glauben. F&uuml;r ihre Gesch&auml;fte haftet im Zweifelsfall die Allgemeinheit, schlie&szlig;lich sind sie &raquo;systemrelevant&laquo;. &ndash; Und so ist die Prosperit&auml;t der einen die Krise der anderen. Bankenrettung und Staatsschulden, deutscher Exportboom und Massenarbeitslosigkeit in S&uuml;deuropa, Jobwunder der Kanzlerin und sozialer Abstieg Hunderttausender in schlecht bezahlte Hire&amp;fire-Jobs.&#8232;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/beilage\/art\/3081\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nicht oft genug kann wiederholt werden, dass diese Entwicklung nicht gleichsam einem Naturgesetz folgte oder in der Sprache der Kanzlerin alternativlos war und ist, sondern menschengemacht. Pr&auml;ziser, leider hat die Politik der SPD Ende der 90er diese Entwicklung erst m&ouml;glich gemacht. Dabei beginnt diese Politik eigentlich nicht erst mit dem Regierungsantritt Schr&ouml;ders oder dem Schr&ouml;der-Blair-Papier, sondern mit der &Uuml;bernahme der von Fritz W. Scharpf entwickelten Thesen in dessen Studie &uuml;ber &ldquo;Sozialdemokratische Krisenpolitik in Europa&rdquo;. Scharpf verglich die Erfahrungen von keynesianischer Steuerungspolitik in Gro&szlig;britannien, &Ouml;sterreich, Schweden und Deutschland und kam zu dem Schluss: &ldquo;Anders als in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten gibt es derzeit keine &ouml;konomisch plausible keynesianische Strategie, mit der im nationalen Rahmen die sozialdemokratischen Ziele voll verwirklicht werden k&ouml;nnten, ohne dass dadurch Funktionsbedingungen der kapitalistische &Ouml;konomie verletzt werden.&rdquo; Der Sozialdemokratie m&uuml;sse die &bdquo;historische Niederlage erst einmal zu akzeptieren&ldquo; und &bdquo;die Grenzen ihrer binnenwirtschaftlichen Handlungsm&ouml;glichkeiten&ldquo; erkennen. Gemeint ist die &ldquo;vorl&auml;ufig irreversible Niederlage im Verteilungskampf.&rdquo; Ein Demokratischer Sozialismus sei nur noch als &ldquo;Sozialismus in einer Klasse&ldquo; zu realisieren. Gefordert sei eine &bdquo;auf den Privatsektor bezogene sozialdemokratische Angebotspolitik&ldquo;, welche auf die Steigerung der Unternehmensertr&auml;ge gerichtet sein m&uuml;sse. Weil: &ldquo;Zus&auml;tzliche, arbeitsplatzschaffende Investitionen werden nur unternommen, wenn die nachhaltig zu erwartenden Gewinne mit den international gebotenen Kapitalzinsen konkurrieren k&ouml;nnen.&rdquo; (Gemeint sind Zinsen auf den internationalen Kapitalm&auml;rkten). Redlicherweise muss erw&auml;hnt werden, dass Scharpf  durchaus einr&auml;umt, dass dies nicht so h&auml;tte sein m&uuml;ssen: &ldquo;Wenn Sozialdemokraten und Gewerkschaften um die Ver&auml;nderung der Verm&ouml;gensverteilung ebenso hartn&auml;ckig gek&auml;mpft h&auml;tten, wie um die Erh&ouml;hung der Arbeitnehmer-Einkommen und der Staatsquote.&rdquo; Doch das war &lsquo;Schnee von gestern&rsquo;, immer mehr Sozialdemokraten folgten als sog. &lsquo;Modernisierer&rsquo; der Linie Scharpfs.  War Lafontaines erster Haushalt noch von einer St&auml;rkung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage gepr&auml;gt, so siegten letztendlich die &ldquo;Modernisierer&rdquo; und es begann die &ldquo;&ouml;konomische Angebotspolitik von links&rdquo; (Hombach). Ihr neuer Vordenker, Wolfgang Streeck, brachte es auf den Punkt:  &ldquo;Der Preis f&uuml;r das &Uuml;berleben des Nationalstaats in einer internationalen Marktwirtschaft ist die Unterordnung seiner Sozialstaatlichkeit unter das Ziel internationaler Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; und modellierte den alsbald umgesetzten Niedriglohnsektor. Das Tragische ist nicht das Einknicken der SPD, wie beispielsweise der SPD-Reichstagsfraktion 1929-33 gegen&uuml;ber dem Deflationskurs der Regierung Br&uuml;ning, sondern dass die SPD weit &uuml;ber die M&ouml;glichkeiten der CDU oder FDP den Neoliberalismus endg&uuml;ltig zum Durchbruch verhalf. &ndash; Die oben geschilderte Situation verweist letztlich auf die noch immer nicht gel&ouml;ste Verteilungsfrage. Ein &ldquo;Sozialismus in einer Klasse&rdquo; ist, abgesehen von der Anmutung an sich, angesichts der Situation der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten (Lohnquote) immer weniger m&ouml;glich. Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter k&ouml;nnen immer weniger durch die Sicherungssysteme der  abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten geregelt werden. &ndash; Wie w&auml;re es als ersten Schritt damit: Auf alle Einkommen (Arbeitnehmer, Selbstst&auml;ndige, Beamte, und jene B&uuml;rger, die allein von Verm&ouml;gen leben, usw.) sollte ein bestimmter Beitragssatz erhoben werden und in das soziale Sicherungssystem flie&szlig;en &ndash; ohne Beitragsbemessungsgrenze. -(Die Thesen Scharpf kann als &uuml;berarbeitetes Schlusskapitel seiner Studie als Aufsatz, <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/gmh\/main\/pdf-files\/gmh\/1988\/1988-01-a-014.pdf\">&ldquo;Weltweite, europ&auml;ische oder nationale. Optionen der Vollbesch&auml;ftigungspolitik?&rdquo; [PDF &ndash; 218 KB]<\/a>, nachgelesen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Griechenland: Sparen auf Kosten der Bev&ouml;lkerung: Wir stehen vor einer humanit&auml;ren Krise<\/strong><br>\nGriechenland spart und spart. Jetzt verlieren erneut Tausende ihre Arbeitspl&auml;tze. Bis Ende 2014 sollen insgesamt 15 000 Jobs im &ouml;ffentlichen Dienst gestrichen werden, beschloss das Parlament am sp&auml;ten Sonntag in Athen. Damit trifft die Krise nun auch den Staatsapparat. Erstmals seit mehr als 100 Jahren wird es im Pleiteland zu Massenentlassungen von Beamten und Staatsangestellten kommen, die ersten 2000 K&uuml;ndigungen soll es Ende Mai geben. Die von einer st&uuml;rmischen Debatte im Parlament und Demonstrationen vor den Toren begleiteten Sparbeschl&uuml;sse sind die Voraussetzung daf&uuml;r, dass Griechenland die n&auml;chsten Tranchen der vorgesehenen Finanzhilfen von insgesamt 8,8 Milliarden Euro ausgezahlt bekommt. &bdquo;31 Prozent der Griechen leben unter der Armutsgrenze&ldquo;, sagt Christos Giovanopoulos. Die Arbeitslosenquote liegt bei 27,5 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei 54 Prozent. &bdquo;Wir stehen am Rand einer humanit&auml;ren Krise&ldquo;, mahnt Giovanopoulos. Die Krise hat er t&auml;glich vor Augen. Giovanopoulos engagiert sich in Athen bei &bdquo;Solidarity for all&ldquo;, der landesweiten Vernetzung von Selbsthilfe-Initiativen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/griechenland-sparen-auf-kosten-der-bevoelkerung-wir-stehen-vor-einer-humanitaeren-krise\/8140820.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> M&ouml;glicherweise m&ouml;chten manche diese Meldungen nicht mehr lesen, aber die Politik wiederholt auch immer wieder, wir seien auf einem guten Weg &ndash; zumindest in Deutschland. Es geht heute nicht um die alte Diskussion um den Verbleib des Sozialen z.B. im Sinne einer Sozialcharta im Binnenmarktprogramm, sondern darum, dass die EU samt Binnenmarkt und W&auml;hrungsunion heute f&uuml;r eine kaum zu beschreibende Inhumanit&auml;t steht. Diese Europ&auml;ische Union ist nichts wert, wenn es ihr nicht gelingt, ihren Mitgliedsstaaten ein Mindestma&szlig; an sozialer Sicherheit zu gew&auml;hrleisten &ndash; und zwar schleunigst. Die Frage, wer was zu verantworten hat, kann sp&auml;ter diskutiert werden. &ndash; Wir Deutschen bzw. unsere gew&auml;hlte Regierung spielt dabei ganz gewiss nicht die Rolle des Unschuldslamms.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&raquo;Offshore-Leaks&laquo; und das Versagen der Politik<\/strong><br>\nJa, &bdquo;Offshore-Leaks&ldquo; war ein Paukenschlag: Durch die Enth&uuml;llung des &bdquo;Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten&ldquo; (ICIJ) wurde einer breiten &Ouml;ffentlichkeit f&ouml;rmlich &uuml;ber Nacht die Dimension der in Steuerparadiesen geparkten Gelder bekannt. Die untersuchten Daten, 260 Gigabyte mit 2,5 Mio. Dokumenten, sollen Auskunft &uuml;ber 130&thinsp;000 Personen geben, die ihr Geld mit Hilfe von 120&thinsp;000 Briefkastenfirmen auch und nicht zuletzt vor dem Fiskus verbergen. Laut einer Studie der britischen Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network waren 2012 bis zu 32 Billionen US-Dollar in Steueroasen gelagert&hellip;<br>\nBis heute hat die Politik &hellip;nie durch die deutsche Bankenaufsicht pr&uuml;fen lassen, ob deutsche Finanzinstitute Offshore-Gesellschaften und Trusts tats&auml;chlich in angemessener Form identifizieren und damit entsprechend ihren gesetzlichen Pflichten transparent machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2013\/mai\/%C2%BBoffshore-leaks%C2%AB-und-das-versagen-der-politik\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&lsquo;Talk about Softened Austerity at the Eurozone Level is Pure Nonsense&rsquo;<\/strong><br>\nA self-described &ldquo;Gloomy European Economist&rdquo; argues that the key to recovery in Europe is boosting aggregate demand, but &ldquo;No expansion of eurozone aggregate demand can happen without a reversal of policies in Germany.&rdquo; Unfortunately, &ldquo;there is no sign that core countries like Germany will finally let their domestic demand expand&rdquo;:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/economistsview.typepad.com\/economistsview\/2013\/05\/talk-about-softened-austerity-at-the-eurozone-level-is-pure-nonsense.html\">Economist&acute;s View<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Abwicklung von Gro&szlig;banken muss m&ouml;glich sein<\/strong><br>\nEuropa muss die geregelte Abwicklung von Gro&szlig;banken erm&ouml;glichen und die Fehlanreize der impliziten Staatsgarantien f&uuml;r die Finanzinstitute z&uuml;gig abschaffen. Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzesentwurf zur Einf&uuml;hrung eines Trennbankensystems ist daf&uuml;r nicht ausreichend, lautet das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). &bdquo;Auch f&uuml;nf Jahre nach Beginn der Finanzkrise gelten viele europ&auml;ische Banken als too big to fail. Die Sicherheit, dass in einer Notlage der Staat eingreifen muss, verleitet jedoch zu riskanten Anlage- und Wachstumsstrategien und sch&uuml;rt so die Gefahr neuer Finanzkrisen&ldquo;, warnen die Banken- und Finanzmarktexperten Dorothea Sch&auml;fer und Benjamin Klaus. Einen Ausweg sucht nicht nur die Bundesregierung derzeit in der Einf&uuml;hrung eines Trennbankensystems. F&uuml;r den DIW-Wochenbericht haben die Wissenschaftler Klaus und Sch&auml;fer die vorliegenden Vorschl&auml;ge f&uuml;r Trennbankensysteme untersucht. Keiner der aktuellen Vorschl&auml;ge geht nach Einsch&auml;tzung der Wissenschaftler weit genug. &bdquo;Die duale Aufspaltung ist nicht ausreichend. Viele der neu entstehenden Banken w&auml;ren schon f&uuml;r sich genommen gr&ouml;&szlig;er als jede Bank, die in den letzten Jahren ordentlich, das hei&szlig;t ohne gro&szlig;en volkswirtschaftlichen Schaden, abgewickelt wurde. Erst recht gilt das, wenn sie in einer gemeinsamen Holding verbleiben&ldquo;, so ihr Urteil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.420749.de&amp;template=pinuts_newsletter_email_presse&amp;c=50OE.C2LX.1A1BDB2D3BB8753B6DE8391CB6FDCFE6\">DIW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Dax mit h&ouml;chstem Schlusskurs aller Zeiten<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarktbericht der USA hat dem Dax den Tag gerettet. Nach einem m&uuml;den Start zog der Handel erst nach Ver&ouml;ffentlichung der US-Jobdaten kr&auml;ftig an. Der Leitindex schloss 2,02 Prozent h&ouml;her bei 8.122 Punkten, nur 30 Punkte von seinem Allzeithoch von 8.152 Punkten entfernt. Auf Schlusskursbasis waren die 8.122 Punkte bereits ein neuer Rekord. Der vormalige H&ouml;chsstand beim B&ouml;rsenschluss wurde am 16. Juli 2007 mit 8105,69 Punkten erreicht. Auf Wochensicht hat der Dax damit vier Prozent zugelegt. Diese Woche gab es bereits reichlich Vorschusslorbeeren im Hinblick auf die Zinssenkung der EZB. Am Nachmittag kletterten der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&amp;P 500 auf neue Rekordhochs, der Dow &uuml;berwand erstmals die Marke von 15.000 Punkten. Die d&uuml;stere Prognose der EU-Kommission verpuffte an der B&ouml;rse. In diesem Jahr erwartet die Kommission am Freitag in Br&uuml;ssel ver&ouml;ffentlichten Zahlen zufolge ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft im Euro-Raum von 0,4 Prozent, bevor es 2014 wieder ein Wachstum von 1,2 Prozent geben soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/boerse-maerkte\/marktberichte\/boerse-frankfurt-dax-mit-hoechstem-schlusskurs-aller-zeiten\/8156942.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Es ist schon verr&uuml;ckt: Laut Handelsblatt treiben die im Vergleich zu den europ&auml;ischen Arbeitsmarktdaten in ihrer Aussagekraft mit eher noch gr&ouml;&szlig;erer Vorsicht zu wertenden US-Arbeitsmarktdaten die Aktienm&auml;rkte zu neuen H&ouml;chstst&auml;nden und lassen die &ldquo;B&ouml;rsianer&rdquo; jubeln. Was k&uuml;mmert es schon, dass der am gleichen Tag ver&ouml;ffentlichte Einkaufsmanagerindex f&uuml;r den US-Dienstleistungssektor deutlich gesunken ist? Im Beitrag &ldquo;USA: ISM-Einkaufsmanagerindex sinkt&rdquo; hei&szlig;t es diesbez&uuml;glich: &ldquo;In den USA ist der ISM-Einkaufsmanagerindex f&uuml;r den Dienstleistungssektor im April &uuml;berraschend deutlich zur&uuml;ckgegangen. Der Index wurde mit 53,1 Einheiten ausgewiesen, wie das Institute for Supply Management (ISM) am heutigen Freitag in Washington mitteilte. Es ist der tiefste Stand seit neun Monaten. Im Vormonat M&auml;rz wurde noch ein Stand von 54,4 Einheiten notiert. Volkswirte hatten im Vorfeld der Daten mit einem nur <a href=\"http:\/\/www.godmode-trader.de\/nachricht\/USA-ISM-Einkaufsmanagerindex-sinkt,a3082429.html\">leichten R&uuml;ckgang auf 54,0 Einheiten gerechnet<\/a>.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Und was k&uuml;mmert es, dass auch die chinesischen Einkaufsmanagerindizes sowohl f&uuml;r die Industrie als auch f&uuml;r das Dienstleistungsgewerbe gesunken sind &ndash; siehe die aktuellen Beitrage &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/hsbc-einkaufsmanagerindex-faellt-ueberraschend-stark-2005387.html\">China: HSBC-Einkaufsmanagerindex f&auml;llt &uuml;berraschend stark<\/a>&rdquo; (Industrie) sowie &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.godmode-trader.de\/nachricht\/China-CFLP-Einkaufsmanagerindex-fuer-Dienstleistungssektor-sinkt,a3081988.html\">China: CFLP-Einkaufsmanagerindex f&uuml;r Dienstleistungssektor sinkt<\/a>&ldquo;.<\/em><br>\n<em>Auch die d&uuml;stere Prognose der EU-Kommission zum diesj&auml;hrigen Wirtschaftswachstum in der Eurozone (erwartet wird ein Schrumpfen um -0,4 Prozent) konnte die Hochstimmung an den Aktienb&ouml;rsen nicht d&auml;mpfen (f&uuml;r das Wirtschaftswachstum des Jahres 2014 nennt die EU-Kommission eine Kaffeesatz-Prognose von +1,2 Prozent und bleibt damit ihrer schlechten Angewohnheit treu, eine durch belastbare Fakten untermauerte Sch&ouml;nwetterprognose f&uuml;r das aus heutiger Sicht nicht einmal ansatzweise seri&ouml;s zu prognostizierende Folgejahr abzugeben).<\/em><br>\n<em>Es darf vermutet werden, dass die &ldquo;B&ouml;rsianer&rdquo; die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten als willkommenen Anlass daf&uuml;r heranzogen, die EZB-Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte und damit die Verschlechterung der Attraktivit&auml;t verzinslicher Anlagen (zumal die von vielen Staaten betriebene Austerit&auml;tspolitik Unternehmensinvestitionen und damit steigender Kreditnachfrage seitens der Unternehmen im Wege steht) nochmals zu einem verst&auml;rkten &ldquo;Engagement&rdquo; in Aktien zu nutzen. Dies hie&szlig;e allerdings auch: An den Aktienm&auml;rkten drohen neue Spekulationsblasen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bis 2025 k&ouml;nnten sechs Millionen Arbeitskr&auml;fte fehlen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung sieht auf Deutschland einen alarmierenden Mangel an Fachkr&auml;ften zukommen und will die Zuwanderung in Arbeit forcieren. Das geht aus der Demographie-Strategie der Bundesregierung hervor, wie die Zeitschrift &bdquo;Focus&ldquo; in ihrer neuen Ausgabe berichtet. &bdquo;Demographiebedingt k&ouml;nnte zwischen 2010 und 2025 ein R&uuml;ckgang des Erwerbspersonenpotentials von etwa sechs Millionen eintreten, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird&ldquo;, hei&szlig;t es demnach in dem Papier. Deshalb werde &bdquo;die verst&auml;rkte Aktivierung der inl&auml;ndischen Fachkr&auml;ftepotentiale allein nicht ausreichen, um den Fachkr&auml;ftebedarf in Deutschland zu decken&ldquo;.<br>\nDie Demographie-Strategie der Bundesregierung soll am 14. Mai im Mittelpunkt des zweiten Demographiegipfels der Bundesregierung stehen. Weil in den n&auml;chsten Jahren in Deutschland die Generation der &bdquo;Babyboomer&ldquo; in Rente gehen wird, werden viele Arbeitspl&auml;tze frei und gleichzeitig r&uuml;cken nur wenige junge Leute nach. Deutschland m&uuml;sse sich &bdquo;noch st&auml;rker als attraktiver Arbeits- und Lebensstandort profilieren und seine Bem&uuml;hungen um eine Willkommenskultur verst&auml;rken&ldquo;, hei&szlig;t es weiter in dem Regierungspapier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/demographie-papier-der-regierung-bis-2025-koennten-sechs-millionen-arbeitskraefte-fehlen-12173074.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Kurz: Aufgrund einer vagen Beispielrechnung, die Vollbesch&auml;ftigung in 10 Jahren prognostiziert, soll der Wettbewerb zwischen den Arbeitskr&auml;ften versch&auml;rft werden&hellip;<\/em><br>\n<em>Diskutiert man nicht die offensichtlichen Defizite dieser oberfl&auml;chlichen &ldquo;Analyse&rdquo;, z. B. ob man nicht durch (deutlich) bessere Bezahlung mehr Arbeitskr&auml;fte von der Auswanderung aus Deutschland (!!) abhalten und in der Pflege, in der Medizin und in anderen Branchen halten k&ouml;nnte; fragt man nicht nach den katastrophalen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgen der schon mindestens 20 Jahre laufenden Billiglohnstrategie; und l&auml;sst man die ketzerische Frage weg, ob das (prognostizierte) Sinken der Arbeitslosigkeit nicht auch ein bestimmtes Wirtschaftswachstum voraussetzt, das angesichts der absehbar jahrelangen Rezession in der EU sehr unwahrscheinlich ist: Stellt man alle diese Fragen und Zweifel hintenan und akzeptiert die &ldquo;Logik&rdquo; dieses Artikels (der inhaltsgleich schon mindestens f&uuml;nfmal erschienen ist), dann bleiben immer noch die folgenden Feststellungen:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>dass das (behauptete) Absinken des Arbeitskr&auml;ftepotentials um 6 Millionen bei zurzeit 4 Millionen Arbeitslosen rein rechnerisch maximal in einem Arbeitskr&auml;ftebedarf von 2 Millionen resultieren w&uuml;rde, unter Ber&uuml;cksichtigung der Unterbesch&auml;ftigung in der Realit&auml;t immer noch 2 Millionen Vollzeitstellen fehlen w&uuml;rden, und dass<\/em><\/li>\n<li><em>laut Artikel zwar das &ldquo;Fachkr&auml;ftepotential&rdquo; aller m&ouml;glicher Gruppen (von Frauen und arbeitslosen Jugendlichen) gehoben werden soll, aber f&uuml;r &auml;ltere Arbeitslose exakt gar keine Strategie vorgesehen ist. Ist so die Zukunft des deutschen Arbeitsmarkts gedacht &ndash; wer im h&ouml;heren Alter rausfliegt, soll auch drau&szlig;en bleiben?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Nat&uuml;rlich fehlt bei der &ldquo;Analyse&rdquo; auch eine Stellungnahme zu dem Fakt, dass die L&ouml;hne trotz des (&ldquo;drohenden&rdquo;, &ldquo;sich abzeichnenden&rdquo;, &ldquo;andauernden&rdquo;&hellip;) Fachkr&auml;ftemangels seit langer Zeit und immer noch Jahr f&uuml;r Jahr sinken oder bestenfalls unterhalb des Produktivit&auml;tszuwachses steigen &ndash; was ja auch die offen erkl&auml;rte Strategie der Bundesregierung ist. Ernst nehmen muss man diesen intellektuellen Mist trotzdem: als Drohung an alle &auml;lteren Arbeitslosen, die zu unbrauchbarem menschlichen M&uuml;ll erkl&auml;rt werden, und an alle Noch-Arbeitnehmer, dass die Lohndr&uuml;ckerstrategie weiter forciert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Geldverm&ouml;gen wachsen: Deutsche reich wie nie<\/strong><br>\nDie Schuldenkrise h&auml;lt Europa weiter in Atem. Dennoch w&auml;chst das Geldverm&ouml;gen der Menschen in Deutschland so schnell wie lange nicht &ndash; auf immer neue H&ouml;chstst&auml;nde. Dem Feuerwerk an den Kapitalm&auml;rkten sei dank.  Die Deutschen haben 2012 so viel neues Geldverm&ouml;gen angeh&auml;uft wie seit 1993 nicht mehr: Binnen eines Jahres vermehrte sich das Verm&ouml;gen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapieren oder Anspr&uuml;chen gegen&uuml;ber Versicherungen um knapp 157 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Allein das Kursfeuerwerk an den Kapitalm&auml;rkten machte nahezu ein Drittel des Anstiegs aus. Damit sind die Deutschen so reich wie nie: Zum Jahresende kletterte das Verm&ouml;gen auf die Rekordh&ouml;he von 4 939 Milliarden Euro &ndash; ein Plus von 4,9 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr. Immobilien oder Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde wie Autos oder Kunst sind in der Statistik nicht enthalten. (&hellip;) In der Regel w&auml;chst das Geldverm&ouml;gen der Deutschen stetig. (&hellip;) Die Finanzkrise 2008\/2009 lie&szlig; das Verm&ouml;gen &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum schrumpfen. Diese Verluste wurden l&auml;ngst wieder aufgeholt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/geldvermoegen-wachsen-deutsche-reich-wie-nie,1472780,22671038.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><strong><em>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/em><\/strong> Die NachDenkSeiten hatten bereits des &Ouml;fteren darauf hingewiesen, wie unsinnig angesichts der enormen Verm&ouml;gens-Ungleichverteilung das Gerede vom Verm&ouml;gen &ldquo;der Deutschen&rdquo; ist. Bei 40,3 Millionen Privathaushalten betrug das durchschnittliche Geldverm&ouml;gen (d.h. ohne Immobilien, Autos, Hausrat, Kunstgegenst&auml;nde, Schmuck) per 31.12.2012 ca. 123.000 Euro pro Haushalt.<br>\n<em>Sie sind der Meinung, nicht &uuml;ber ein Geldverm&ouml;gen in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung zu verf&uuml;gen? Haben Sie denn schon mal z.B. unter Ihrem Sofa nachgeschaut? &Uuml;brigens: Per 31.12.2012 entsprach das Geldverm&ouml;gen &ldquo;der Deutschen&rdquo; (4.939 Mrd. Euro) dem 2,4-fachen der deutschen Staatsverschuldung (2.065 Mrd. Euro).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>20 Milliarden Euro mehr Steuern bei Aufgabe des Ehegattensplittings<\/strong><br>\nEine v&ouml;llige Aufgabe des steuerlichen Ehegattensplittings und dessen Ersatz durch eine reine Individualbesteuerung w&uuml;rde zu Mehrbelastungen bei der Einkommensteuer in H&ouml;he von 19 Milliarden und beim Solidarit&auml;tszuschlag von einer Milliarde Euro f&uuml;hren. Sollte es eine Individualbesteuerung von Ehepaaren mit Unterhaltsabzug bis 13.085 Euro beim h&ouml;her verdienenden Partner analog zum heutigen Realsplitting f&uuml;r Geschiedene geben, w&uuml;rde dies mit steuerlichen Mehrbelastungen f&uuml;r die B&uuml;rger von rund 3,3 Milliarden Euro einhergehen, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/13044) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (1712937).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2013_05\/2013_243\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Rede Dr. Dierk Hirschel auf DGB-Veranstaltung 1. Mai 2013 in Saarbr&uuml;cken<\/strong><br>\nDie gelben Schutzengel der Hochfinanz und der Reichen &ndash; die FDP &ndash; wollen uns weismachen, dass wer reich ist, auch viel geleistet hat. Wenn aber Theorie auf Praxis trifft, haben<br>\nwirtschaftlicher Erfolg und eigene Leistung wenig miteinander zu tun. Wer sich in diesem Land anstrengt, bleibt immer h&auml;ufiger arm.<br>\nAltenpfleger, Busfahrer und Fachverk&auml;uferinnen malochen &uuml;ber 50 Stunden die Woche und haben am Monatsende weniger als 1 500 Euro auf dem Konto. Ihre Leistung wird nicht angemessen entlohnt.<br>\nArmutsl&ouml;hne sind auch keine Br&uuml;cke in eine bessere Arbeitswelt. Nur jeder achte arbeitende Arme bekommt sp&auml;ter einen existenzsichernden Job. Einmal Hungerlohn, immer Hungerlohn.<br>\nSelbst Bildung sch&uuml;tzt nicht vor Hungerl&ouml;hnen. Vier von f&uuml;nf Billigjobbern haben Ausbildung oder Abitur. Was nicht hei&szlig;t, dass wir kein Bildungsproblem haben. Der Bildungserfolg h&auml;ngt bei uns vom Geldbeutel der Eltern ab&hellip;<br>\nEinen handlungsf&auml;higen Staat gibt es nur durch mehr Steuergerechtigkeit. Umverteilen ist somit nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der &ouml;konomischen Vernunft.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KPn56jYucuQ\">youtube<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/hirschel_mai_saarbruecken_2013.pdf\">Hirschel Mai Saarbr&uuml;cken 2013 [PDF &ndash; 73.4 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Behauptung, dass Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne fast die gesamte Agenda 2010 entsorgt h&auml;tten, ist allerdings eine Selbstt&auml;uschung. Richtig sind allerdings die Zweifel an der Glaubw&uuml;rdigkeit, dass das in den Wahlprogrammen beschlossene auch umgesetzt w&uuml;rde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Geh doch nach dr&uuml;ben<\/strong><br>\nDas Motto des Kirchentages lautete &ldquo;Soviel du brauchst&rdquo;. Es stand f&uuml;r Grunds&auml;tze wie, das richtige Ma&szlig; finden, nicht &uuml;ber die Str&auml;nge schlagen und verantwortlich mit den Ressourcen umgehen. In Sachen Lohngerechtigkeit und Arbeitnehmerrechte wei&szlig; die Kirche, wie viel ihre Arbeitnehmer brauchen und was sie auf keinen Fall d&uuml;rfen, denn, so Kirchentagspr&auml;sident Robbers, Mitarbeiter, die das Prinzip der Dienstgemeinschaft nicht mittragen k&ouml;nnten, sollten halt woanders arbeiten. So einfach ist das aber nicht. (&hellip;)<br>\nDoch was ist, wenn sich Mitarbeiter nur pro forma zum Glauben bekennen, weil sie es m&uuml;ssen, um den Job zu bekommen? Kann sich die Kirche dann &uuml;berhaupt auf die im Grundgesetz verbrieften Sonderrechte berufen? W&auml;hrend sich Gewerkschaften und Kirchenvertreter &uuml;ber diese Frage streiten, h&auml;lt sich die Politik freilich heraus und erkl&auml;rt sich f&uuml;r nicht zust&auml;ndig.<br>\nDie Schlagzeilen zum Thema Lohn liefern beide (Merkel und Steinbr&uuml;ck (WL)) aber nicht, sondern ausgerechnet die FDP auf ihrem Parteitag im fernen N&uuml;rnberg. Dabei hat diese marktradikale Splitterpartei &uuml;berhaupt nichts beschlossen, was es nicht schon gibt. Dennoch plappern die Medien eine Agenturmeldung nach, wonach sich die Liberalen einer moderaten &Ouml;ffnung bei Mindestl&ouml;hnen hingegeben h&auml;tten. So ein Bl&ouml;dsinn. R&ouml;sler versucht nur auf der Basis des Bestehenden alles, um sich und seine verkommene Partei &uuml;ber die 5-Prozent-H&uuml;rde zu hieven. (&hellip;)<br>\nDenn auch die Liberalen finden, dass in Sachen Lohnpolitik niemand &uuml;ber die Str&auml;nge schlagen sollte, weil es die Ressource Arbeit angeblich gef&auml;hrde. Und wer findet, zu wenig zu verdienen, soll doch einfach woanders hingehen, in eine andere Stadt vielleicht und zu einem anderen Betrieb. So einfach ist das aber nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2013\/05\/05\/geh-drueben-15835586\/\">Andr&eacute; Tautenhahn<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Malochen war fr&uuml;her<\/strong><br>\nUnser Wohlstand steigt kontinuierlich, und wir m&uuml;ssen f&uuml;r unser Geld immer weniger arbeiten. (&hellip;)<br>\nAls ihr Sohn das erste Mal allein in den Urlaub fuhr, war er 19. Zusammen mit seiner Freundin sauste er im Audi 80 Coup&eacute;, einer Rennmaschine mit mehr als 100 PS, gen Jugoslawien. Sein Sohn wiederum verreiste das erste Mal eigenst&auml;ndig, als er 16 war. Nicht mit dem Auto, sondern gleich mit dem Flugzeug. Als Lehrling jettete er zum Ballermann nach Mallorca. Er f&auml;hrt heute eine A6-Limousine. (&hellip;)<br>\nIn den Siebzigern lag der durchschnittliche Urlaubsanspruch in der Bundesrepublik bei 23 Tagen im Jahr, heute sind es 31. Damals war die 40-Stunden-Woche Tarifnorm, heute sind es im Schnitt 37 Stunden. Und heute gibt es mehr Teilzeit, auch deshalb ist die Arbeitszeit pro Besch&auml;ftigtem gesunken (siehe Grafik). Hinzu kommt, dass die Menschen heute einen geringeren Teil ihrer Lebensjahre mit Arbeit verbringen. Sie treten sp&auml;ter in den Beruf ein, weil mehr Sch&uuml;ler Abitur machen und studieren, und genie&szlig;en l&auml;nger ihren Ruhestand, weil die Lebenserwartung st&auml;rker steigt als die Rentenaltersgrenze. Das ganze Ausma&szlig; der Arbeitszeitverringerung wird erst deutlich, wenn man alle Arbeitsstunden ins Verh&auml;ltnis zur Bev&ouml;lkerung setzt. Dann zeigt sich: Im Jahr 1970 waren 860 Stunden Arbeit pro Kopf n&ouml;tig, um den Wohlstand jener Zeit zu erwirtschaften. 1991 waren es 750 Stunden, und mittlerweile sind wir bei 710 Stunden angelangt. Wir haben also nicht nur gr&ouml;&szlig;ere H&auml;user und schickere Autos als fr&uuml;her &ndash; wir arbeiten auch noch weniger daf&uuml;r.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/15\/wohlstand-arbeitswelt\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Einen &bdquo;so&ldquo; d&auml;mlichen Propaganda-Artikel habe ich noch selten gelesen, auch nicht in FAZ oder WELT. Wer in Deutschland kann sich einen &ndash; hier wohl als &ldquo;normal&rdquo; hingestellten &ndash; Audi A6 leisten? M&ouml;glicherweise wei&szlig; der Autor vom H&ouml;rensagen, wo Deutschland liegt &ndash; aber nur vielleicht. Selbst dann hat er wohl die letzten 15 Jahre verschlafen. Anscheinend ist dem Autor auch unbekannt, dass mehr als 20% zu Niedrigl&ouml;hnen arbeiten &ndash; 40 und mehr Stunden pro Woche &ndash; und damit nicht einmal von ihrem Lohn leben, geschweige denn, sich &uuml;berhaupt irgendein ein Auto oder eine Immobilie anschaffen k&ouml;nnen.<\/em><br>\n<em>Vor 20, 25 Jahren wurde immer vor dem schrecklichen Konsumismus gewarnt, und dass die Menschen jedes Jahr zu Weihnachten mehr Geld ausgaben. Wenn jetzt stattdessen immer mehr von diesen aus der Zeit gefallenen Durchhalteparolen erscheinen, kann man umgekehrt messerscharf schlie&szlig;en, dass es mit dem Lebensstandard der Deutschen immer weiter bergab geht.<\/em><\/p>\n<p><em><em>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/em> Wieder einmal gilt: Im Durchschnitt ist der See 1 Meter tief und dennoch ist die Kuh ersoffen.<\/em><br>\n<em>Die Vollzeitbesch&auml;ftigten arbeiteten im Schnitt rund 38 Stunden pro Woche, die Teilzeitbesch&auml;ftigten 14,8 Stunden. Im Durchschnitt leistete <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/az12.aspx\">jeder Besch&auml;ftigte im Jahr 2012 knapp 48 &Uuml;berstunden<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Anteil der abh&auml;ngig besch&auml;ftigten M&auml;nner, die normalerweise eine 40-Stunden-Woche leisten, hat deutlich zugenommen. Lange Arbeitszeiten &uuml;ber 40 Stunden nehmen zu. 1991 hat jeder siebte abh&auml;ngig besch&auml;ftigte Mann normalerweise mindestens 41 Stunden oder mehr pro Woche gearbeitet, im Jahr 2010 trifft dies auf jeden f&uuml;nften zu. Zwei Drittel der abh&auml;ngig besch&auml;ftigten M&auml;nner in Deutschland leisten normalerweise mindestens eine 40-Stunden-Woche oder arbeiten in langer Vollzeit. Gleichzeitig gibt es aber auch mehr abh&auml;ngig besch&auml;ftigte M&auml;nner in marginaler oder substanzieller Teilzeit. Die Zeit h&auml;tte wenigstens danach fragen k&ouml;nnen, ob die Teilzeit freiwillig oder erzwungen ist. <\/em><br>\n<em>Hier Grafiken der der Arbeitszeiten:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130506_01_wsi-gdp_arbeitszeiten_grafik_03-1_rdax_823x419.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130506_01_wsi-gdp_arbeitszeiten_grafik_03-1_rdax.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em>Verliererin vor allem bei abh&auml;ngig besch&auml;ftigten Frauen ist die Vollzeitarbeit. Hier hat die h&auml;ufig schlecht entlohnte Teilzeitarbeit erheblich zugenommen. <\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130506_02_wsi-gdp_arbeitszeiten_grafik_02-3_rdax_823x419.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130506_02_wsi-gdp_arbeitszeiten_grafik_02-3_rdax.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/40232.htm\">WSI<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Wie eine OECD-Studie von 2011 festgestellt hat, w&auml;chst in Deutschland die Ungleichheit vor allem wegen der Teilzeitarbeit und der Mini-Jobs an, denn seit 1984 ist es in diesem Bereich zu einem Anstieg von drei auf <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16964#h16\">mehr als acht Millionen Besch&auml;ftigte gekommen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Nur noch f&uuml;r jeden achten Besch&auml;ftigten gilt eine Arbeitszeit zwischen 35 und 42 Stunden, von montags bis freitags ohne Schichtdienst, &Uuml;berstunden oder Gleitzeit. Knapp 30 Prozent der Besch&auml;ftigten haben dagegen &uuml;berlange Arbeitszeiten von mehr als 42 Stunden pro Woche. Bei 15 Prozent schwanken die w&ouml;chentlichen Arbeitszeiten um mehr als 20 Stunden. Jeder siebte Besch&auml;ftigte arbeitet nachts und jeder Sechste in Schichten.<\/em><br>\n<em>77 Prozent der Berufst&auml;tigen in Deutschland sind au&szlig;erhalb ihrer regul&auml;ren Arbeitszeiten f&uuml;r Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden per Handy oder E-Mail erreichbar.<\/em><br>\n<em>Soviel zu &bdquo;Maloche war fr&uuml;her&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Modernisierung verschlafen: Stra&szlig; n k putt<\/strong><br>\nViele Stra&szlig;en und Br&uuml;cken in Deutschland sind in einem schlechten, teils katastrophalen Zustand. Fachleute sehen deshalb die Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft in Gefahr.<br>\nViele Stra&szlig;en und Br&uuml;cken in Deutschland sind in einem schlechten, teils katastrophalen Zustand. Der Grund: Jahrelang wurde zu wenig Geld f&uuml;r ihren Erhalt ausgegeben. Verkehrsminister von Bund und L&auml;ndern sowie Fachleute, die die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung befragte, sehen deshalb die Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft in Gefahr.<br>\n&bdquo;Der Zustand der Verkehrswege in ganz Westdeutschland ist dramatisch schlecht&ldquo;, sagte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek (SPD). Die Unterfinanzierung sei gewaltig. So fehlten in Deutschland j&auml;hrlich 7,2 Milliarden Euro, &bdquo;um unsere Infrastruktur in Schuss zu bringen&ldquo;. Diese Zahl wurde von einer Kommission unter Leitung des ehemaligen Verkehrsministers von Sachsen-Anhalt, Karl-Heinz Daehre, erarbeitet. &bdquo;Das ist eine zur&uuml;ckhaltende Einsch&auml;tzung&ldquo;, sagte Groschek. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) kommt zu einem &auml;hnlichen Urteil: &bdquo;Wir haben in Deutschland die Modernisierung unsrer Verkehrsinfrastruktur verschlafen.&ldquo; Das sei so, als ob man sein Anlageverm&ouml;gen verkommen lie&szlig;e.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/zustand-der-verkehrsinfrastruktur-modernisierung-verschlafen-strass-n-k-putt-12172933.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Artikel wird dann flankiert von Warnungen vor den Steuererh&ouml;hungspl&auml;nen von SPD und Gr&uuml;nen. Im &Uuml;brigen habe ich zu Ramsauers Pl&auml;nen f&uuml;r eine Pkw-Maut noch nicht das &uuml;bliche FAZ-Gejammere gelesen, dass dadurch &ldquo;die hart arbeitende Mittelschicht belastet&rdquo; w&uuml;rde &ndash; warum eigentlich nicht? Weil dann wirklich Unter- und Mittelschicht betroffen sind und nicht, wie beim Spitzensteuersatz, ausschlie&szlig;lich Gut- und Bestverdiener?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Viermal gegen die Lobby<\/strong><br>\nDeutschland befindet sich, was Korruption und Lobbyismus angeht, im Stadium der Selbstt&auml;uschung. Dass wir in internationalen Vergleichen betreffs Korruptionsbek&auml;mpfung und Transparenz bei Lobbyismus regelm&auml;&szlig;ig eher bei Rum&auml;nien als bei Finnland eingeordnet werden, wird mit Achselzucken zur Kenntnis genommen. Bei der Bildungspolitik &ndash; siehe Pisa-Studie &ndash; sorgen solche Nachrichten f&uuml;r nationales Hyperventilieren &ndash; bei alarmierenden Befunden zum Lobbyismus sind politische Klasse und &Ouml;ffentlichkeit erstaunlich schwerh&ouml;rig. Fakt ist, dass der Lobbyismus m&auml;chtiger geworden ist. In den 70er Jahren gab es in Bonn etwa 600 Lobbyisten, derzeit sind es in Berlin rund 5.000. Es gibt aber ein paar einfache Schritte, mit denen die Politik sich gegen allzu gro&szlig;e N&auml;he zu Interessenvertretern wappnen kann.\n<ol>\n<li>Auszeit f&uuml;r Expolitiker. Man muss die Dreht&uuml;r zwischen Politik und Wirtschaft verriegeln. Gerade aus der rot-gr&uuml;nen Regierung kamen spektakul&auml;re Anschlussverwendungen. Gewiss haben Politiker, die in Demokratien stets mit unsicheren Jobperspektiven rechnen m&uuml;ssen, ein legitimes Interesse, nach Wahldesastern nicht im sozialen Aus zu landen. Eine faire L&ouml;sung w&auml;re eine unabh&auml;ngige Kommission, die Jobangebote pr&uuml;ft, wenn Politiker innerhalb von drei Jahren in Branchen anheuern, mit denen sie zuvor als Volksvertreter zu tun hatten.<\/li>\n<li>Keine Lobbyisten in Ministerien. Ein besonders tr&uuml;bes Erbe von Rot-Gr&uuml;n, bei dem demokratische Selbstverst&auml;ndlichkeiten als Ballast entsorgt wurden, ist das Programm Seitenwechsel. Angeblich um Beamte mit dem wirklichen Leben zu konfrontieren, wurden Konzernvertreter in Ministerien eingeschleust. Dort schrieben sie teilweise an Gesetzen mit, die ihre Arbeitgeber betrafen &ndash; und standen w&auml;hrend dieser Zeit noch auf deren Gehaltszettel.<\/li>\n<li>Transparenz bei Lobbygruppen. Interessen zu vertreten ist in einer Demokratie nichts Ehrenr&uuml;hriges. Zum Fairplay geh&ouml;rt, dass f&uuml;r alle sichtbar ist, wer welche Interessen vertritt, und Camouflage von Einzelinteressen als Gemeinwohl m&ouml;glichst ausgeschlossen ist. Deshalb ist ein verbindliches und strafbewehrtes Lobbyregister &uuml;berf&auml;llig.<\/li>\n<li>Parteispenden von Unternehmen. Die Zeiten, als Hunderttausende in die Parteien str&ouml;mten, sind lange vorbei. Parteien brauchen viel Geld, wenn sie die digitalen neuen &Ouml;ffentlichkeiten bespielen wollen, ohne die Ortsvereine ver&ouml;den zu lassen. Zum Gl&uuml;ck gibt es, neben dem Staat, Gro&szlig;spender. Die CSU erh&auml;lt regelm&auml;&szlig;ig mehrere hunderttausend Euro im Jahr vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. &hellip; Die Frage ist, ob diese Spenden stets uneigenn&uuml;tzig flie&szlig;en oder ob nicht doch mitunter freundliche Gegenleistungen erbracht werden. Diesen Verdacht legte die M&ouml;venpick-Aff&auml;re nahe. Klug w&auml;re es, Spenden von Unternehmen, deren Gewinne von Steuergesetzen abh&auml;ngen, schlicht zu verbieten. <\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F05%2F06%2Fa0065&amp;cHash=e1b9657b472f782c679b4c33d4ad05f8\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In Punkt vier kommt etwas zu kurz, dass Gegenleistungen mannigfach sein k&ouml;nnen und sich nicht nur auf fatale Steuergeschenke erstrecken. Erinnert sei an die unr&uuml;hmliche Blockade der Auslieferung des in Afghanistan dringend ben&ouml;tigten Panzerfahrzeugs von General Dynamics (Eagle IV) durch Johannes Kahrs (SPD) <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-68073957.html\">zugunsten seines Wahlkampfspenders Krauss-Maffei Wegmann<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Chinas wirtschaftliche Umstrukturierung l&auml;uft planm&auml;&szlig;ig<\/strong><br>\nChinas neue Regierung hat aus &ouml;konomischer Sicht einen soliden Start hingelegt. Ein BIP-Wachstum von 7,7 Prozent entspricht den gegenw&auml;rtigen Wirtschaftsbedingungen. Noch erfreulicher sind die positiven Signale, die von Chinas Bem&uuml;hungen, seine Wirtschaft wieder ausbalancierend zu entwickeln, ausgehen.<br>\nDas Wachstum des Landes hat sich entscheidend gewandelt. War es zun&auml;chst prim&auml;r von Investitionen und Exporten abh&auml;ngig, wird es nun durch den Verbrauch bestimmt. Nach Angaben des Staatlichen Statistikb&uuml;ros ist mehr als die H&auml;lfte des BIP-Wachstums von 7,7 Prozent &ndash; n&auml;mlich 55,5 Prozent &ndash; auf den Verbrauch zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, Investitionen machten 30,3 Prozent aus. Der Netto-Export von Waren und Dienstleistungen betrug nur 14,2 Prozent.<br>\nDer Dienstleistungssektor wuchs im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 8,3 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als die verarbeitende oder die Leicht- und Schwerindustrie. Der Mehrwert aus dem Dienstleistungssektor machte 47,8 Prozent des BIP aus, ein Zuwachs von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zu den Vorjahreszahlen. All das zeigt, dass der Verbrauch zu einem wichtigen Motor f&uuml;r Chinas Wirtschaftswachstum geworden ist. (&hellip;)<br>\nDie Ver&auml;nderung von Chinas Wachstumsmodus und die positiven Anzeichen f&uuml;r eine wirtschaftliche Umstrukturierung konsolidieren ein gesundes und nachhaltiges Wachstum&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/german.beijingreview.com.cn\/german2010\/Focus\/2013-05\/03\/content_539148.htm\">Beijing Rundschau<\/a>\n<p><strong><em>Anmerkung C.R.:<\/em><\/strong> Auch in China wird verstanden, dass der Ausgleich von sozialen Ungleichheiten durch Ankurbelung der Binnenkonjunktur gelingen kann. Seit einiger Zeit wird daher der Versuch unternommen, die &Ouml;konomie nicht so stark wie bisher vom Export abh&auml;ngig zu machen.<br>\n<em>In der chinesischen F&uuml;hrung herrscht offenbar mehr &ouml;konomischer Verstand als unter einer Merkel-Regierung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>R&uuml;ckkehr des kalten Kriegers<\/strong><br>\nNur noch Steuererh&ouml;hungsverhinderungspartei: Der FDP fehlt eine gute Begr&uuml;ndung, warum sie eigentlich noch einmal in die Regierung gew&auml;hlt werden soll. Keines ihrer Kernversprechen von 2009 hat sie halten k&ouml;nnen. Jetzt begn&uuml;gt sich ihr Spitzenmann Br&uuml;derle mit Angriffen auf die Opposition auf Fips-Asmussen-Niveau&hellip;<br>\nHier mal eine kleine Kostprobe, wie er gedenkt, die W&auml;hler zu &uuml;berzeugen: Er spricht vom rot-gr&uuml;nen &ldquo;Schuldensozialismus&rdquo;, vom &ldquo;Zinssozialismus&rdquo; in Europa, vom  &ldquo;Staatssozialismus&rdquo; in Frankreich. Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbr&uuml;ck, sei ein &ldquo;sozialistischer Zauberlehrling&rdquo;. Weil die saarl&auml;ndische CDU-Ministerpr&auml;sidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sich auch einen Spitzensteuersatz von 53 Prozent vorstellen kann, regiere in dem kleinen Bundesland ein &ldquo;schwarz lackierter Sozialismus&rdquo;. Die Gr&uuml;nen sind nat&uuml;rlich dem &ldquo;&Ouml;kosozialismus&rdquo; verfallen.<br>\nEs ist die Rhetorik eines kalten Kriegers, der, v&ouml;llig aus der Zeit gefallen, pl&ouml;tzlich auf einer Parteitagsb&uuml;hne im Jahr 2013 steht&hellip;<br>\nDas Verr&uuml;ckte ist: Die Delegierten schunkeln bierselig mit, v&ouml;llig trunken vom klebrig-s&uuml;&szlig;en Wein der Hoffnung, den Br&uuml;derle ihnen versucht einzutr&auml;ufeln. Da kann das, was er da oben macht, noch so absurd erscheinen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bruederles-rede-auf-dem-fdp-parteitag-rueckkehr-des-kalten-kriegers-1.1665621\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> In der Tat, der Auftritt Br&uuml;derles kann nur noch als bizarr bezeichnet werden. Im ZDF heute journal zusehen, einen unzusammenh&auml;ngende Wortfetzen br&uuml;llenden und geifernden, alten Mann. Und die Delegierten jubeln. Wer sollte so eine Partei noch ernst nehmen, geschweige denn w&auml;hlen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Zeit f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nDie bundesdeutsche Gesellschaft war nie egalit&auml;r. Und auch nicht empf&auml;nglich f&uuml;r Neiddebatten oder Klassenkampfparolen. Gerechtigkeit war nie ein wahlentscheidendes Thema.<br>\nDoch seit Steuerzahler Milliarden f&uuml;r Banken lockermachen m&uuml;ssen und Manager so viel verdienen wie Fu&szlig;ballstars, ist Gerechtigkeit vom weichen zum harten Sujet geworden. Dass eine ausgebildete Altenpflegerin 138 Jahre arbeiten muss, um zu bekommen, was der Chef eines DAX-Konzerns in einem Jahr verdient, verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Mehrheit.<br>\nDie Gr&uuml;nen haben das begriffen. Die wachsende Ungleichheit ist das einzige Feld, auf dem Merkel angreifbar ist. Deshalb haben sie ein k&uuml;hnes Umverteilungsprogramm beschlossen, das die Wohlhabenden und die obere Mittelschicht hierzulande j&auml;hrlich Milliarden kosten w&uuml;rde.<br>\nIst das ernst gemeint? Ein Trick? Die Gr&uuml;nen sind ja in gewisser Weise das Pendant zu Angela Merkel. Hartz IV, Kosovokrieg, Fischer als Konzernlobbyist &ndash; nichts bleibt haften, alles perlt ab. Doch die forschen gr&uuml;nen Steuerpl&auml;ne sind mehr als Wahltaktik.<br>\nEs bleiben zwei M&ouml;glichkeiten<br>\nDie Gr&uuml;nen haben mit diesem Programm Schwarz-Gr&uuml;n so gut wie beerdigt. Sie werden weder mit der Union noch mit der FDP in einer Ampel ihre Kernforderungen durchsetzen k&ouml;nnen. Lassen sie sich doch darauf ein, werden sie an Glaubw&uuml;rdigkeit verlieren &ndash; ihre Teflonbeschichtung bek&auml;me einen Sprung. Die SPD will nur eine milde Umverteilung. Nach Absingen der &uuml;blichen Schmerzensarien w&auml;re sie kompatibel f&uuml;r eine Gro&szlig;e Koalition.<br>\nDen Gr&uuml;nen bleiben zwei M&ouml;glichkeiten. Sie k&ouml;nnen, ger&uuml;stet mit einem linken Programm, im Herbst in die Opposition gegen die Gro&szlig;e Koalition ziehen. Oder sie versuchen, eine Regierung zu organisieren, die zum Programm passt. Bleibt nur Rot-Rot-Gr&uuml;n. (&hellip;)<br>\nDas ist unrealistisch? Vielleicht. Ein Wagnis? Bestimmt. Aber besser, als vergeblich auf eine rot-gr&uuml;ne Mehrheit zu warten, allemal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Steuerplaene-der-Gruenen\/!115668\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Wenn die gr&uuml;ne &bdquo;taz&ldquo; nun f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n pl&auml;diert, ist das zu begr&uuml;&szlig;en. Doch die SPD-F&uuml;hrung hat sich dieser Option verschlossen. Vielleicht sollte sich das Personal an der Spitze dieser Partei an die Abschiedsrede Willy Brandts als Parteivorsitzender <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=879\">erinnern<\/a>: &bdquo;Mit Erstaunen habe ich zur Kenntnis genommen, was alles noch vor kurzem an erstaunlichen Thesen verk&uuml;ndet wurde: Als ob man nur bei eigener Mehrheit des Regieren anstreben d&uuml;rfe. Als ob die SPD mit einer neuen Partei nie zu tun haben d&uuml;rfe. Als gebe es eine sozialdemokratische Doktrin f&uuml;r ein zeitweiliges Zusammengehen oder Nichtzusammengehen mit einer anderen Partei. (&hellip;) Die bleibende Lehre ergibt sich aus der Frage: Darf die SPD es zulassen, dass ein B&uuml;rgerblock mit seinen publizistischen Hilfstruppen dar&uuml;ber entscheidet, ob dann, wenn die parlamentarische Konstellation dies m&ouml;glich macht, die SPD teilhat an der Regierungsverantwortung oder nicht? Wollten und wollen wir zulassen, dass die Rechte uns unserer Bewegungsfreiheit beraubt und uns von ihren Gnadenerweisen abh&auml;ngig macht? Ich meine: Darauf d&uuml;rfen Sozialdemokraten sich auch in Zukunft nicht einlassen.&ldquo; (aus seiner Abschiedsrede 1987) <\/em><br>\n<em>Auf die linken Mehrheiten in den Parlamenten, auch im Deutschen Bundestag weisen die NachDenkSeiten bereits seit vielen Jahren hin. Siehe u.a. hier: &bdquo;Schr&ouml;der pokert weiter. Trotz einer Wahlniederlage erkl&auml;rt er sich zum Kanzler. Mit einer gro&szlig;en Koalition wird eine Mehrheit links vom b&uuml;rgerlichen Lager umgedreht&ldquo;;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-17139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17139"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17161,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17139\/revisions\/17161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}