{"id":17170,"date":"2013-05-07T09:22:46","date_gmt":"2013-05-07T07:22:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170"},"modified":"2013-05-07T09:22:46","modified_gmt":"2013-05-07T07:22:46","slug":"hinweise-des-tages-1874","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h01\">Sahra Wagenknecht &ndash; Euro-Kritik von links<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h02\">Ungleichheit und Krise &ndash; zwei aktuelle Wortmeldungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h03\">Fordern und Fordern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h04\">Liebesdienste unter Bankern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h05\">Gewerkschaften fordern Mindestbesetzung auf Pflegestationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h06\">Fachkr&auml;ftemangel: Deutsche Telekom f&auml;hrt den Vorruhestand herunter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h07\">BER k&ouml;nnte mehr als f&uuml;nf Milliarden Euro kosten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h08\">Vodafone: Rechtsfreier Raum!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h09\">Werner R&uuml;gemer &ndash; Zwangskollektivierung des privatisierten Ich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h10\">Haarstr&auml;ubende Personalpolitik im Innenministerium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h11\">L&uuml;gen mit Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h12\">Angela Merkels asymmetrische Demobilisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h13\">Arno Kl&ouml;nne &ndash; Eine Partei in Privatbesitz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h14\">Zukunftspakt 2022: Wissenschaftsrat denkt schon wieder an Studiengeb&uuml;hren &ndash; und will mehr Elite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h15\">Torsten Bultmann: Zweiter Hochschulranking-Report der europ&auml;ischen Rektorenkonferenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h16\">Studie: Jugend so optimistisch wie noch nie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h17\">Rezension: Cornelia Heintze, Die Stra&szlig;e des Erfolgs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170#h18\">Noch einmal zum aktuellen Print-SPIEGEL<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17170&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht &ndash; Euro-Kritik von links<\/strong><br>\nKnallhartes neoliberales Profil: Die &raquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&laquo; ist keine Alternative f&uuml;r Linke. F&uuml;r ein bedingungsloses Bekenntnis zum Euro gibt es keinen Grund.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/05-07\/043.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Eine gute und richtige Bekr&auml;ftigung der Distanz zur AfD. Auf den Miterfinder der Agenda 2010, Propagandist des Niedriglohnsektors und damit auf den Wendehals Prof. Streeck w&uuml;rde ich mich nicht berufen. Solchen Leuten f&auml;llt morgen schon wieder etwas anderes ein. Mehr zu Streeck kommt heute noch auf den NDS.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Eurokrise &ndash; H&ouml;here L&ouml;hne oder Ausstieg?<\/strong><br>\n[&hellip;] Bereits seit geraumer Zeit wird in fortschrittlichen Wissenschaftskreisen &ndash; zum Beispiel von Heiner Flassbeck oder von Wolfgang Streeck &ndash; &uuml;ber Alternativen jenseits des Euros diskutiert. Auch Oskar Lafontaine hat jetzt in Sorge um das europ&auml;ische Projekt einen Vorschlag gemacht: Die R&uuml;ckkehr zu nationalen W&auml;hrungen, die &bdquo;kontrollierte Abwertung und kontrollierte Aufwertung &uuml;ber ein von der EU getragenes Wechselkursregime&ldquo; m&ouml;glich machen. &bdquo;Dazu sind im ersten Schritt strikte Kapitalverkehrskontrollen unumg&auml;nglich, um die Kapitalstr&ouml;me zu regulieren.&ldquo;<br>\nDie letzten Jahre h&auml;tten gezeigt, dass die Vorschl&auml;ge zur St&auml;rkung der Binnennachfrage keine Realisierungschance haben. Jedoch: die R&uuml;ckkehr zum &bdquo;Europ&auml;ischen W&auml;hrungssystem (EWS)&ldquo; d&uuml;rfte mindestens genauso schwierig sein. Insofern &uuml;berzeugt das Argument nicht. Zudem ist die R&uuml;ckkehr zum EWS viel schwerer zu kommunizieren, schwerer daf&uuml;r zu mobilisieren als Forderungen nach h&ouml;heren L&ouml;hnen, nach dem Mindestlohn, gegen Leiharbeit, gegen Befristungen, Minijobs usw. Dies kn&uuml;pft an vielf&auml;ltigen sozialen Auseinandersetzungen an. Drittens birgt die Wiedereinf&uuml;hrung des EWS die Gefahr in sich, dass es zu einer schnellen Aufwertung einer neuen deutschen W&auml;hrung k&auml;me. Arbeitsplatzverluste in erheblichem Ausma&szlig;e w&uuml;rden drohen.<br>\nDass als Notma&szlig;nahme &uuml;ber den Ausstieg aus dem Euro diskutiert wird, hier in Deutschland, aber auch in den Krisenl&auml;ndern hilft deutlich zu machen, wie verzweifelt die Lage ist. Es bleibt aber als nach vorne gerichtete Politik nur der Kampf um die &Auml;nderung der deutschen Wirtschaftspolitik, vor allem durch knackige Lohnerh&ouml;hungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/eurokrise-knackige-lohnsteigerungen.html\">Michael Schlecht<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ungleichheit und Krise &ndash; zwei aktuelle Wortmeldungen<\/strong><br>\nDie aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise und die zunehmende Ungleichheit, die wir in westlichen Industriestaaten mindestens seit etwa 30 Jahren beobachten m&uuml;ssen, sind nicht voneinander zu trennen. J&uuml;ngst sind zwei Texte erschienen, die in diesem Zusammenhang eine n&auml;here Betrachtung verdienen. Der US-amerikanische Volkswirt Thomas Palley und die US-Notenbankerin Sarah Bloom Raskin machen deutlich, dass die Krise nicht verstehen kann, wer vor der wachsenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit die Augen verschlie&szlig;t. Seit etwa den 1970er Jahren hat sich die funktionale Verteilung des Volkseinkommens (die Verteilung zwischen Kapital und Arbeit) deutlich zu Gunsten des Kapitals verschoben, und auch innerhalb der Arbeitseinkommen ist die Ungleichheit deutlich gewachsen. Zugleich konzentriert sich immer mehr Verm&ouml;gen in immer weniger H&auml;nden. In j&uuml;ngster Zeit wurden diese Entwicklungen immer wieder als (Mit- oder Haupt-) Ursachen der aktuellen Krise benannt, etwa von Peter Bofinger, Photis Lysandrou, Till van Treeck oder Engelhard Stockhammer. Im Folgenden stelle ich zur Frage des Zusammenhangs von Ungleichheit und Krise zwei aktuelle Wortmeldungen vor, deren Lekt&uuml;re aus sehr verschiedenen Gr&uuml;nden lohnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1169\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fordern und Fordern<\/strong><br>\nDie Hartz-IV-Kritikerin Inge Hannemann &uuml;ber ihre T&auml;tigkeit als Arbeitsvermittlerin im Jobcenter Hamburg<br>\nInge Hannemann kritisiert in ihrem Blog massiv die Zust&auml;nde in den deutschen Job-Centern. Was diese Kritik so brisant macht, ist der Umstand, dass sie selbst dort als Arbeitsvermittlerin t&auml;tig ist. Deswegen droht ihr nun die K&uuml;ndigung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39072\/1.html?zanpid=1766580260063110144\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Liebesdienste unter Bankern<\/strong><br>\nNeil Danziger war gut f&uuml;rs Gesch&auml;ft. Die Deals, die der H&auml;ndler f&uuml;r die Royal Bank of Scotland Group abschloss, brachten den Maklern, die sie abwickelten, &uuml;ppige Provisionen ein. Im Gegenzug luden ihn die Broker der Londoner Firma Tullett Prebon in die Striplokale der Stadt ein und verbrachten verl&auml;ngerte Wochenenden in Las Vegas mit ihm, berichten Personen, die wissen, wie die Gesch&auml;ftsbeziehungen aussahen. Makler von R.P. Martin Holdings, einem weiteren Londoner Handelshaus, gew&auml;hrten ihm wiederum fr&uuml;hzeitigen Zugang zu lukrativen Abschl&uuml;ssen, erz&auml;hlen die Insider.<br>\nBranchenw&auml;chter gehen mittlerweile davon aus, dass dieser Austausch von Gef&auml;lligkeiten sehr viel weiter ging. Die US-Aufsichtsbeh&ouml;rden sind davon &uuml;berzeugt, dass Danziger und verschiedene Makler auch bei der mutma&szlig;lichen Manipulation des Libor ihre Finger im Spiel hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wallstreetjournal.de\/article\/SB10001424127887324266904578460473158356106.html\">The Wall Street Journal<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gewerkschaften fordern Mindestbesetzung auf Pflegestationen<\/strong><br>\nIn Deutschland fehlen zehntausende Pflegekr&auml;fte. Opposition und Gewerkschaften fordern jetzt ein Gesetz, das eine Mindestbesetzung auf den Stationen vorschreibt.<br>\nIn der Bundespolitik droht ein Streit um das Pflegepersonal in den Kliniken. Betriebsr&auml;te aber auch Krankenhausmanager beklagen einen massiven Personalmangel. Die Gewerkschaft Verdi fordert deshalb eine Mindestbesetzung &ndash; und zwar per Gesetz. Noch ist die Besetzung der Schichten und Stationen kaum geregelt. Die Krankenh&auml;user bestimmen den Bedarf selbst, was auch von deren Kassenlage abh&auml;ngt. W&auml;hrend die Opposition ebenfalls mehr Schwestern und Pfleger fordert, lehnt die Bundesregierung eine Mindestbesetzung ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-05\/krankenhaus-personal-pflegekraefte\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel: Deutsche Telekom f&auml;hrt den Vorruhestand herunter<\/strong><br>\nDie Telekom bereitet sich auf den Fachkr&auml;ftemangel vor. Personalchefin Schick setzt auf Talentf&ouml;rderung in einer alternden Belegschaft. Die &bdquo;automatische&ldquo; Fr&uuml;hverrentung ist pass&eacute;.<br>\nDie Deutsche Telekom verspricht ihren Mitarbeitern neue Besch&auml;ftigungsperspektiven. &bdquo;Wenn wir den Netzausbau so angehen k&ouml;nnen, wie wir uns das vorstellen, werden Alt und Jung gebraucht. Viele &auml;ltere Kollegen werden l&auml;nger an Bord bleiben, den Vorruhestand k&ouml;nnen wir dann zur&uuml;ckfahren&ldquo;, sagte Marion Schick, Personalvorstand des Konzerns, im Gespr&auml;ch mit der F.A.Z. Nachdem die Telekom viele Jahre lang im gro&szlig;en Stil Personal reduziert hat, bekommt sie allm&auml;hlich zu sp&uuml;ren, dass qualifizierte Fachkr&auml;fte knapp werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/arbeitswelt\/fachkraeftemangel-deutsche-telekom-faehrt-den-vorruhestand-herunter-12170065.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Beim inhaltlichen Lesen des Artikels ergeben sich Feststellungen, die dem Teaser (&ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;, &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;, &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;) diametral widersprechen:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Die Telekom hat in den letzten Jahren &ndash; trotz (?) &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; &ndash; viele Tausend Stellen abgebaut. Dabei wurde das Instrument Vorruhestand auch zulasten der Arbeitslosenversicherung und des Staates extensiv genutzt.<\/em><\/li>\n<li><em>Dieser Stellenabbau wird auch in den n&auml;chsten Jahren fast unvermindert weitergehen, zurzeit besonders forciert.<\/em><\/li>\n<li><em>Als Begr&uuml;ndung f&uuml;r den Stellenabbau wird der (nicht n&auml;her spezifizierte &ndash; Automatisierung?) &ldquo;technologische Wandel&rdquo; angegeben, der nat&uuml;rlich auch in Zukunft anhalten wird. Die dort besch&auml;ftigten Fachkr&auml;fte werden also nicht gebraucht.<\/em><\/li>\n<li><em>Der Stellenabbau durch Vorruhestand soll allm&auml;hlich reduziert werden (wahrscheinlich, weil es gar nicht mehr gen&uuml;gend Mitarbeiter in einem entsprechend hohen Alter gibt). Ausscheidende &auml;ltere Mitarbeiter werden teilweise durch Nachwuchskr&auml;fte ersetzt &ndash; man mag vermuten, weil diese die Kenntnis der jeweils aktuellen Technologien von der Hochschule mitbringen, vor allem aber zu deutlich niedrigeren Geh&auml;ltern eingestellt werden.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Eine passendere &Uuml;berschrift &uuml;ber diesem Artikel w&uuml;rde also in etwa lauten: &ldquo;Unverminderter Stellenabbau bei der Telekom &ndash; Weiter gro&szlig;e Probleme f&uuml;r &auml;ltere Arbeitnehmer, das regul&auml;re Rentenalter zu erreichen &ndash; Weiter sinkende Durchschnittsgeh&auml;lter &ndash; Wenig Bedarf an neuen Fachkr&auml;ften&rdquo;. Nur w&uuml;rde diese &Uuml;berschrift nat&uuml;rlich &uuml;berhaupt nicht der FAZ-Propaganda &ndash; Vollbesch&auml;ftigung, Fachkr&auml;ftemangel, steigende L&ouml;hne, demographische Katastrophe &ndash; entsprechen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>BER k&ouml;nnte mehr als f&uuml;nf Milliarden Euro kosten<\/strong><br>\nDer verpatzte Start des Berliner Hauptstadtflughafens BER kostet die Flughafengesellschaft FBB jeden Monat 35 bis 40 Millionen Euro. Diese Zahl hat der neue Flughafenchef Hartmut Mehdorn in einem Gespr&auml;ch im Bundesverkehrsministerium genannt. Das geht aus einem Sitzungsprotokoll der &bdquo;Soko BER&ldquo; hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Aus dem Grund will Mehdorn den Flughafen z&uuml;gig er&ouml;ffnen&hellip;<br>\nDerzeit sind f&uuml;r den Flughafen Kosten von 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Bei Mehrkosten von 40 Millionen Euro im Monat w&uuml;rden sich die Gesamtkosten bis Ende 2014 auf 5,1 Milliarden Euro belaufen. Sie m&uuml;ssten die Gesellschafter tragen, die L&auml;nder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/handel-dienstleister\/pannenflughafen-ber-koennte-mehr-als-fuenf-milliarden-euro-kosten\/8161608.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was k&ouml;nnte man f&uuml;r 40 Millionen Euro im Monat nicht alles f&uuml;r Kinderg&auml;rten, Schulen oder Hochschulen Sinnvolles tun. Aber daf&uuml;r ist Berlin lieber die <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/gekuerzte-leistungen-berlin-ist-die-hauptstadt-der-hartz-sanktionen\/8047352.html\">Hauptstadt der Hartz-Sanktionen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Vodafone: Rechtsfreier Raum!<\/strong><br>\nNicht erst seit heute wei&szlig; die EVG, dass Vodafone sich verh&auml;lt, als g&auml;be es kein Betriebsverfassungsgesetz und f&uuml;r Vodafone gelte ein rechtsfreier Raum. Jetzt stellen alle Betriebsr&auml;te bundesweit fest, was Betriebsr&auml;ten in Essen und Eschborn schon lange bekannt ist.<br>\nVodafone plant seine Outsorcing-, Verlagerungs- und Personalabbauprojekte generalstabsm&auml;&szlig;ig bis ins letzte Detail und zieht hinter den Kulissen die F&auml;den. Allerdings werden bundesweit die Betriebsr&auml;te bis zum heutigen Tage nicht &uuml;ber die Vorgehensweise und Pl&auml;ne informiert. Und Kolleginnen und Kollegen, die betroffen sind, erst recht nicht! Erst jetzt wurde bekannt, dass Vodafone offensichtlich externe Berater seit geraumer Zeit f&uuml;r die Erarbeitung der Pl&auml;ne besch&auml;ftig, w&auml;hrend die Betriebsr&auml;te belogen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.evg-online.org\/Arbeitswelt\/Telekommunikation\/.ARCOR\/13_05_03_Vodafone\/\">EVG<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.S.:<\/strong> Vodafone plant in Deutschland 5000 Stellen abzubauen sowie zahlreiche Stellen in Personalgesellschaften outzusourcen. Dabei geht es einzig und allein darum das Lohnniveauzusenken. angeblich um das unternehmen &bdquo;konkurrenzf&auml;hig&ldquo; zu machen, und dies obwohl es von Jahr zu Jahr Spitzenums&auml;tze erwirtschaftet.<br>\nMeine Frau arbeitet in Bautzen bei Vodafone, dort herrscht pure Angst vor dem Outsouring. Kollegen haben sich via Facebook unter der Gruppe &lsquo;Wutkollege&rsquo; organisiert um die defizit&auml;re Informationspolitik von Vodafone zu durchbrechen. Nun versucht Vodafone massiv Druck auf die sich bildene innerbetriebliche Opposition aufzubauen, indem sie den Informationsaustausch in solchen Plattformen kriminalisiert. Nur der Gang an die &Ouml;ffentlichkeit kann hier Besserung bringen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer &ndash; Zwangskollektivierung des privatisierten Ich<\/strong><br>\nJeder, auch wenn er unten ist, sei seines Gl&uuml;ckes Schmied, jeder k&ouml;nne vom Tellerw&auml;scher aufsteigen zum Million&auml;r: Solche Klischees werden immer wieder aufgew&auml;rmt, auch wenn ihre Verwirklichung noch so illusion&auml;r ist.<br>\nIn b&uuml;rokratisierter Form hie&szlig; das Klischee in Deutschland vor einiger Zeit &raquo;Ich-AG&laquo;. AG bedeutet Aktiengesellschaft. Das erschien in diesem Zusammenhang kurios, war aber ernst gemeint. Das Konstrukt war Teil der 2002 von der Bundesregierung aus SPD und Gr&uuml;nen unter Kanzler Schr&ouml;der beschlossenen Agenda 2010. Die Ich-AG geh&ouml;rte zu den vier sogenannten Hartz-Gesetzen, genauer zu &raquo;Hartz II&laquo;. Dieses Gesetz legitimiert, reguliert und verfestigt seitdem &raquo;geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungen&laquo; wie Mini- und Midijobs. Mit Ich-AG wurden selbst&auml;ndige Einzelunternehmer bezeichnet, ehemals Erwerbslose, die f&uuml;r die Gr&uuml;ndungsphase von den damals eingerichteten Jobcentern Zusch&uuml;sse bekamen.<br>\nDoch das Konzept ging nicht auf. Den Arbeitslosen wurde auch keine richtige Unternehmerperspektive er&ouml;ffnet; sie sollten &raquo;kosteng&uuml;nstige Dienstleistungen mit alltagspraktischen F&auml;higkeiten&laquo; erbringen, f&uuml;r die es gro&szlig;en Bedarf gebe. Mit solchen Scheinselbst&auml;ndigen konnten die richtigen Unternehmer die Sozialleistungen einsparen. Aus den Arbeitslosen wurden geheimnisvollerweise keine Aktiengesellschaften. Die Ich-AG wurde von ihren Erfindern aus dem Verkehr gezogen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/518777b237d76\/1.phtml\">Ossietzky<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Haarstr&auml;ubende Personalpolitik im Innenministerium<\/strong><br>\nEine erfolgreiche Arbeitsgerichtsklage gegen Behindertenfeindlichkeit offenbart Parteibuchwirtschaft im Innenministerium von Friedrich &ndash; und das w&auml;hrend einer gro&szlig;en Einstellungswelle von Juristen<br>\nAm 24. April kam es vor der 56. Kammer des Berliner Arbeitsgerichts zu einem scheinbar unspektakul&auml;ren Richterspruch. Geklagt hatte die Schwerbehindertenvertreterin des Bundesinnenministeriums (BMI) gegen den Personalrat des eigenen Hauses. Es ging um Rechte der Behindertenvertreterin gegen&uuml;ber dem Personalrat. [&hellip;]<br>\nAls Ergebnis dieser Vorauswahl stellte der Dienstleister eine Liste von 470 gerankten Kandidaten f&uuml;r die insgesamt 24 zu besetzenden Volljuristenstellen zusammen. Daraufhin lud das BMI auch tats&auml;chlich 80 Bewerber f&uuml;r die weitere Auswahl in ein Assessmentcenter ein. Es waren aber pl&ouml;tzlich zum gro&szlig;en Teil andere als die vom BVA mit der h&ouml;chsten Punktzahl &ndash; sprich der besten Qualifikation &ndash; herausgefilterten.<br>\nZwischenzeitlich musste also etwas Merkw&uuml;rdiges geschehen sein. Wie aus von der &ldquo;Welt&rdquo; eingesehenen Bewertungsunterlagen des BVA hervorgeht, wurden, unabh&auml;ngig von den vergebenen Punktzahlen, Kandidaten mit CDU- und CSU-Parteibuch, sowie Bewerber mit Verbindungen zur unionsnahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) vorrangig auf die Einladungsliste f&uuml;r das Assessmentcenter &ndash; f&uuml;r die Endauswahl also &ndash; gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article115912607\/Haarstraeubende-Personalpolitik-im-Innenministerium.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>L&uuml;gen mit Zahlen<\/strong><br>\nWie mit der Manipulation statistischen Materials Politik gemacht wird<br>\nWas tun, wenn die Realit&auml;t partout nicht mit den eigenen ideologischen Dogmen in &Uuml;bereinstimmung gebracht werden kann? Ganz einfach: Man biegt sich die Realit&auml;t solange zurecht, bis sie in das entsprechende ideologische Raster hineingepresst werden kann. Nichts eignet sich zur Umdeutung gesellschaftlicher Gegebenheiten besser als die Manipulation von Zahlen, denen inzwischen eine fast schon mythische Ausstrahlung innewohnt. In einer Gesellschaftsformation, die auf die uferlose numerische Akkumulation von Geldwerten fixiert ist, stellt das auf einen Zahlennenner gebrachte Faktum die h&ouml;chste Autorit&auml;t dar. Nichts ist im Sp&auml;tkapitalismus so irrational wie die rationalen Zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39031\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Angela Merkels asymmetrische Demobilisierung<\/strong><br>\nObwohl Merkel alle kirchentagspflichtigen Stichworte unterbrachte &ndash; von Herkunftskontrollen f&uuml;r Kleidung aus Bangladesch bis zur nachdr&uuml;cklich bekr&auml;ftigten Energiewende &ndash;, stieg der Ger&auml;uschpegel in der Halle recht rasch. Viele Besucher begannen, miteinander zu reden, und als es nach einer Dreiviertelstunde eine Musikpause gab, verlie&szlig;en Hunderte die Halle. Nicht emp&ouml;rt, sondern weil sie offenbar genug geh&ouml;rt oder Hunger hatten.<br>\nDiese Ermattung k&ouml;nnte auch daran gelegen haben, dass die Kanzlerin auf Verkomplizierung setzte. Klar, sagte sie, Energiewende m&uuml;sse sein, aber da gebe es Streit &uuml;ber den Netzausbau, und &ldquo;ich wei&szlig; nicht, wie viele Leute in diesem Saal Mitglieder einer B&uuml;rgerinitiative gegen den Netzausbau sind&rdquo;. Oder die Textilfabriken in der Dritten Welt. Da m&uuml;ssten wir Europ&auml;er aufpassen, dass wir Bangladesch durch strengen Arbeitnehmerschutz nicht &ldquo;den Wettbewerbsvorteil kaputt machen&rdquo;. Vielmehr m&uuml;ssten wir &ldquo;mit diesen L&auml;ndern gemeinsam diskutieren&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article115865239\/Angela-Merkels-asymmetrische-Demobilisierung.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers F.P.:<\/strong> Der eiskalte Ideologie-Engel hat wieder zugeschlagen: Menschen und deren Schutz m&uuml;ssen nat&uuml;rlich hinten anstehen, wenn es um die Umsetzung der Ideologie geht. Und die &ldquo;gemeinsame Diskussion&rdquo; ist nur das Feigenblatt eines Menschen, der rein gar nichts zur L&ouml;sung von Problemen beizutragen hat, was angesichts ihrer ideologischen Ausrichtung auch nicht geht. Volker Pispers hat Recht, wenn er sagt, dass bei Merkel immer nur &ldquo;alles gemeinsam geht&rdquo; und damit am Ende nichts. Das will Merkel damit eigentlich sagen, n&auml;mlich dass sie gar nichts machen will.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Arno Kl&ouml;nne &ndash; Eine Partei in Privatbesitz<\/strong><br>\nDie SPD behauptet von sich, sie werde in diesem Jahr einhundertf&uuml;nzig Jahre alt. Ein solches Jubil&auml;um pa&szlig;t jetzt gerade, denn der Wahlkampf l&auml;uft an und der Partei geht es demoskopisch gar nicht gut, da ist Trost zu finden in der Geschichte. 1863 als Geburtsdatum der deutschen Sozialdemokratie? Das stimmt, wenn diese den legend&auml;ren Ferdinand Lassalle als ihren Gr&uuml;nder ansieht. In Frage k&auml;men auch August Bebel und Wilhelm Liebknecht, aber dann st&uuml;nden die Feierlichkeiten erst sp&auml;ter an, und wer wei&szlig;, ob die Partei diese Zeitspanne noch einigerma&szlig;en r&uuml;stig durchsteht. [&hellip;]<br>\nSeitdem sind nahezu einhundert Jahre vergangen. Heute ist es geschafft, die SPD ist privatisiert, umgewandelt in eine Agentur zur Werbung von Stimmen, die Legitimation und Zugang herstellen f&uuml;r Positionen in Regierung und staatlicher Administration. Zum Teil handelt es sich um zeitweilige Besch&auml;ftigung in der Politik, also ist dabei der lukrative Wechsel in private Unternehmen schon vorzubereiten, welcher prominente Regierungspolitiker will heutzutage denn noch in die schlichte Parteiarbeit zur&uuml;ckkehren. Jetzt gilt: August Bebel, w&uuml;rde er in der &raquo;postmodernen Demokratie&laquo; t&auml;tig sein, m&uuml;&szlig;te zumindest Bundesminister werden und dann schon mal Ausschau halten nach dem Konzern, der ihn nach seiner Amtszeit zum Superberater macht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sopos.org\/aufsaetze\/518777d97d127\/1.phtml\">Ossietzky<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Eine Mitgliederpartei legt eigentlich &ndash; das sagt das Wort ja aus &ndash; Wert auf ihre Mitglieder und fr&uuml;her wurden in der Tat Antr&auml;ge weit h&auml;ufiger von der Basis ausgestellt, die zu Beschl&uuml;ssen auf Bundesparteitagen f&uuml;hrten. Heute werden Beschl&uuml;sse zu oft von der SPD-Parteif&uuml;hrung getroffen, die die Basis gef&auml;lligst &ldquo;abzunicken&rdquo; habe.<br>\nSinn und Zweck der Parteigr&uuml;ndung scheint insbesondere in der Partei-Spitze verloren gegangen zu sein. Zu viele scheinen die Bedeutung der &ldquo;Sozialdemokratie&rdquo; nicht (mehr) zu kennen und sind offenbar lediglich u.a. der Karriere wegen SPD-Mitglied.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zukunftspakt 2022: Wissenschaftsrat denkt schon wieder an Studiengeb&uuml;hren &ndash; und will mehr Elite<\/strong><br>\nBezahlstudium auf Nimmerwiedersehen? Pustekuchen. W&auml;hrend es in Bayern gerade abgewickelt wird und in Niedersachsen auf der Abschussliste von Rot-Gr&uuml;n steht, wird im Hintergrund schon zum gro&szlig;en Rollback ger&uuml;stet. Der Wissenschaftsrat &ndash; ein hochschulpolitisches Schwergewicht &ndash; hat bei seiner Fr&uuml;hjahrstagung ein Comeback von Studiengeb&uuml;hren ins Spiel gebracht. Der in W&uuml;rzburg beratene &ldquo;Zukunftspakt 2022&rdquo; hat es aber auch sonst in sich. So sehr, dass die &Ouml;ffentlichkeit besser nichts davon erfahren sollte. Es kam allerdings anders, und das ist gut so.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1537-hochschule-2022.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Torsten Bultmann: Zweiter Hochschulranking-Report der europ&auml;ischen Rektorenkonferenz<\/strong><br>\nDer EUA-Report II stellt summarisch eine wachsende Bedeutung von Rankings f&uuml;r politische Entscheidungen fest, welche das Bildungssystem betreffen &hellip;<br>\nOffenbar hat sich auch der Trend verst&auml;rkt, dass sich ein Typus &raquo;cosmopolitan postgraduate students&laquo; &ndash; man k&ouml;nnte auch erg&auml;nzen: aus wohlhabenderen bildungsnahen Schichten &ndash; herausbildet, der gezielt versucht, sich in den hoch gerankten &rsaquo;world-class universities&lsaquo; einzuschreiben &hellip;<br>\nRankinglisten scheinen offenbar internationale Bildungs- und Arbeitswanderungsbewegungen zunehmend zu beeinflussen &hellip;<br>\nOffenbar versucht die EUA die &ouml;ffentliche Debatte um den (Un-)Sinn von Hochschulrankings umzulenken auf die Frage nach den bestm&ouml;glichen Rankings &hellip;<br>\nRankings produzieren vor allem Hierarchien zwischen den Hochschulen und vertiefen die damit produzierten Abst&auml;nde im Laufe der Zeit&hellip;Wer einmal oben ist, bleibt dort auch &ndash; selbst wenn einmal zwei &rsaquo;Eliteuniversit&auml;ten&lsaquo; die Pl&auml;tze tauschen &hellip;<br>\nDer falsche Anreiz, den derartige Rankings gegen&uuml;ber der Politik produzieren, besteht etwa darin, zuunterst platzierte Fachbereiche eher zu ignorieren oder abzuwerten, statt etwa deren Ausstattungsdefizite auszugleichen. Zus&auml;tzlich produzieren derartige Rankings das falsche Signal, dass Leistungssteigerung auch in einem unterfinanzierten System m&ouml;glich ist: sonst w&uuml;rden sich ja schlie&szlig;lich vergleichbar (schlecht) ausgestattete Fachbereiche nicht in unterschiedlichen Ranggruppen wieder finden. Schlie&szlig;lich wird die Politik zus&auml;tzlich entlastet, wenn das was eigentlich selbstverst&auml;ndlich sein sollte &ndash; gute Betreuungsrelationen, angemessene Labor- und Bibliotheksaustattung etc. &ndash; zum Gegenstand von Frageb&ouml;gen (&raquo;studentische Zufriedenheitsindikatoren&laquo;) und eines (Pseudo-)Wettbewerbes gemacht wird &ndash; statt politische Verantwortung f&uuml;r ein gleichwertiges gut ausgestattetes Hochschulsystem zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1536-eua-ranking-report-2013.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Studie: Jugend so optimistisch wie noch nie<\/strong><br>\n95 Prozent der jungen Leute in Deutschland sch&auml;tzen ihre Situation als sehr gut ein, zeigt eine Studie. Aber wegen mangelnder Vorsorge droht vielen Altersarmut. Forscher fordern deshalb ein Umsteuern in der Rentenpolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik\/studie-jugend-so-optimistisch-wie-noch-nie,10808018,22654078.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Zum einen platte Propaganda f&uuml;r die Bundesregierung: 95 Prozent der jungen Leute in Deutschland sch&auml;tzen ihre Situation als sehr gut ein. Zum anderen dann lassen sich der im Feld der Jugendforschung t&auml;tige Prof. Hurrelmann und der ehemalige IG-Metall Tarifexperte und jetzige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Metallrente, Heribert Karch, vor den Karren der Finanzwirtschaft spannen und machen sich so zu Zutreibern der privaten Rentenversicherer. Unter dem Vorwand einer Jugendstudie wird die Zwangseinzahlung in eine private Altersvorsorge gefordert.<br>\nHaben die Herren einmal dar&uuml;ber nachgedacht, was der staatlich verh&auml;ngte Zwang zur privaten Altersvorsorge bedeutet? Sowohl bei der Riester-Rente als auch bei der betrieblichen Altersversorgung gehen erstmal die Geb&uuml;hren, Provisionen und Renditen der privaten Versicherer von den eingezahlten Pr&auml;mien weg. Dann wird bei der betrieblichen Altersversorgung auch noch die gesetzliche Rente gek&uuml;rzt &ndash; siehe Entgeltumwandlung.<br>\nWeiter schlagen sie vor, alle Mittel auf den Ausbau der gesetzlichen Rente zu konzentrieren. Die geht sehr wohl auch auf die Erkenntnis zur&uuml;ck, dass junge Menschen nicht zu sehr ans Alter denken und man deshalb sinnvollerweise eine solidarische &ouml;ffentliche Rentenversicherung betreibt. Die Werbung f&uuml;r die Privatvorsorge ist eine schreckliche Perversion dieser urspr&uuml;nglichen Erkenntnis. Dass sie von einem Jugendforscher und einem ehemaligen IG-Metall-Funktion&auml;r betrieben wird, ist schon bemerkenswert. So weit sind wir schon. Die politische Korruption ist hoff&auml;hig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Rezension: Cornelia Heintze, Die Stra&szlig;e des Erfolgs<\/strong><br>\n&hellip; Aufgrund langj&auml;hriger, au&szlig;erordentlich kenntnisreicher und detailorientierter Forschung &uuml;ber soziale Dienste in den nordischen L&auml;ndern hat Cornelia Heintze diese L&auml;ndergruppe als Referenzmodell und Kontrastmittel genommen, um vor diesem Hintergrund die deutsche Entwicklung bei der Bew&auml;ltigung der genannten Herausforderungen auszuleuchten. Dabei zeigen sich schon auf den ersten Blick wesentliche Unterschiede zwischen der deutschen und der skandinavischen Entwicklung: W&auml;hrend in den nordischen L&auml;ndern die meisten Sektoren der Wirtschaft, insbesondere die stark exportorientierte Industrie und die &ouml;ffentlichen Dienste gleicherma&szlig;en auf Prinzipien guter Arbeit, hoher Qualifikation und hohem Lohn beruhen, gilt dies in Deutschland nur f&uuml;r Teile der exportlastigen Industrie, nicht aber f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Dienste, die ganz &uuml;berwiegend auf Kostensenkung, Niedrigl&ouml;hne, geringe Qualifikation und Privatisierung ausgerichtet sind. Diese sehr unterschiedlichen Entwicklungspfade sind in Deutschland, vor allem bei Frauen, mit massiver Prekarisierung, Verarmung und Ungleichheit bei Einkommen und Besch&auml;ftigung verbunden, w&auml;hrend die &ouml;ffentlichen Dienste der nordischen L&auml;nder f&uuml;r hohe Besch&auml;ftigung bei hohen, mit der Industrie mindestens vergleichbaren Einkommen sorgen. Entsprechend deutlich h&ouml;her sind auch die Pro-Kopf- Einkommen und die Besch&auml;ftigungsquoten bei Frauen &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130507_Rezension_Heintze.pdf\">Rezension von Peter Br&ouml;dner [PDF &ndash; 45 KB]<\/a>\n<p>Cornelia Heintze: Die Stra&szlig;e des Erfolgs. Rahmenbedingungen, Umfang und Finanzierung kommunaler Dienste im deutsch-skandinavischen Vergleich, Metropolis-Verlag, Marburg 2013, 594 Seiten, &euro; 36,00.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Noch einmal zum aktuellen Print-SPIEGEL<\/strong><br>\nUnser Leser G.M. hat uns eine Mail an den SPIEGEL in Kopie geschickt:\n<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\nich bin kein Freund der GR&Uuml;NEN, aber wenn man wie Sie in der aktuellen Ausgabe die Steuerpl&auml;ne der GR&Uuml;NEN als &ldquo;Raubzug mit Ansage&rdquo; kritisiert, dann zeigt das, wie weit sich Ihr neoliberales Blatt von der sozialen Wirklichkeit in unserem Land entfernt hat (was ja vielleicht auch ein Grund f&uuml;r die schlechte Auflagenzahl ist): Nicht Erwerbslose, Niedriglohn-Bezieher oder Durchschnittsverdiener sind Opfer eines sozial-&ouml;konomischen Raubzugs der letzten zehn Jahre, sondern nach den Steuerpl&auml;nen der GR&Uuml;NEN die &ldquo;traditionelle Ehen&rdquo;. Kostprobe? &ldquo;Hart getroffen w&auml;re die traditionelle Alleinverdiner-Ehe [!]. &hellip; Die Belastung des Paares steigt. &hellip; Ein Alleinverdiener-Ehepaar mit 6000 Euro Bruttoverdienst h&auml;tte etwa 60 Euro weniger netto im Monat.&rdquo; &ndash; Ja, das ist wirklich hart, mir schie&szlig;en gleich die Tr&auml;nen in die Augen, denn ich kann wie der SPIEGEL nicht verstehen, wie man von deutlich &uuml;ber 3000 Euro netto im Monat leben soll. Gut haben es da doch die, die in prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen 9 Euro in der Stunde verdienen oder Grundsicherung im Alter beziehen d&uuml;rfen &hellip;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nM.G.<\/p><\/blockquote>\n<p>Unser Leser E.J. schreibt uns:<\/p>\n<blockquote><p>Liebe Redaktion,<br>\nder Spiegel sch&uuml;rt &ndash; &uuml;brigens ebenso wie die FAZ &ndash; mit derartigen Artikeln vor allem das antieurop&auml;ische Ressentiment seiner Leserschaft. Ziel ist die Formierung einer deutschen Wagenburg gegen Ver&auml;nderungen, wie sie nur &uuml;ber Europa nach Deutschland hinein getragen werden k&ouml;nnen. Nat&uuml;rlich reiten die Damen und Herren damit den Tiger des Nationalismus als Sprengsatz f&uuml;r Europa. Das aber liegt offenbar ohnehin l&auml;ngst hinter ihnen.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nE.J.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Ein Grund f&uuml;r das au&szlig;ergew&ouml;hnliche Engagement der SPIEGEL-Redaktion f&uuml;r die Besserverdiener im Lande k&ouml;nnte sein, dass die SPIEGEL-Redaktion selbst zu diesem elit&auml;ren Kreis geh&ouml;rt. Dank Augsteins Mitarbeiter-KG-Modell haben die meisten Print-Redakteure nicht nur Vertr&auml;ge, die im Journalismus wohl zu den best dotiertesten geh&ouml;ren, sondern sind auch Nutznie&szlig;er &uuml;ppiger Jahresaussch&uuml;ttungen. Ein Kollege erz&auml;hlte mir einmal, dass der SPIEGEL wohl die einzige Zeitschrift der Welt ist, bei der die Redakteure im Parkhaus einen eigenen Parkplatz f&uuml;r den eigenen Porsche haben. Ob das 100% stimmt, kann ich freilich nicht sagen. Gleichzeitig ist der SPIEGEL jedoch eine Zweiklassen-Gesellschaft: Die Mitarbeiter von SPIEGEL-Online und SPIEGEL-TV kommen in der Regel nicht in die Gunst dieser einmaligen Konditionen. So wird aus einem eigentlich sehr vorbildlichen Modell der Mitarbeiterbeteiligung ein publizitisches Damoklesschwert.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-17170","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17170"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17170\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17172,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17170\/revisions\/17172"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}