{"id":17269,"date":"2013-05-15T08:38:20","date_gmt":"2013-05-15T06:38:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269"},"modified":"2013-05-15T08:38:20","modified_gmt":"2013-05-15T06:38:20","slug":"hinweise-des-tages-1879","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h01\">Zum Demografiegipfel in Berlin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h02\">Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h03\">Neues Buch &uuml;ber die Kanzlerin: Aktenzeichen Angela M. ungel&ouml;st<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h04\">Halbgare Beschl&uuml;sse der EU-Finanzminister gegen Steuerflucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h05\">Das deutsche Diktat &ndash; Deutschland ist nicht der Weltpolizist, aber der Geldpolizist Europas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h06\">Land &ldquo;gerettet&rdquo;, Volk verraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h07\">Inflationsrate hat sich weiter abgeschw&auml;cht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h08\">Nietzsche&rsquo;s Marginal Children: On Friedrich Hayek<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h09\">Hungerlohn am Flie&szlig;band &ndash; Wie Tarife ausgehebelt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h10\">US-Gericht gibt Agrarkonzern recht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h11\">EU-Verhandlungsmandat f&uuml;r die &bdquo;Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h12\">Das Wunder von Mondrag&oacute;n?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h13\">Kompetenzsteamsmitglied Gesche Joost<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h14\">Finnland: Gute Schule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h15\">Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet &uuml;ber Auslandsaufenthalte von Sch&uuml;lern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h16\">CHE-Hochschulranking 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h17\">Steffen Roski: Wie Bertelsmann funktioniert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h18\">Bespitzelung AP &ndash; Gezielte Einsch&uuml;chterungsma&szlig;nahme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269#h19\">Leserbriefe zu unserem Artikel &bdquo;Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&uuml;r ihre Klientel&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17269&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zum Demografiegipfel in Berlin<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Da wird massiv Angst gesch&uuml;rt&rdquo;<\/strong><br>\nBeim heutigen Demografie-Gipfel ist die &ldquo;&Uuml;beralterung&rdquo; ein Thema. Aber ist sie wirklich ein Problem? Nein, sagt Statistiker Bosbach im tagesschau.de-Interview. Viele Gruppen h&auml;tten Interesse, hier gezielt Angst zu sch&uuml;ren &ndash; und Langfrist-Prognosen seien ohnehin abstrus.<br>\ntagesschau.de: Wer hat Interesse daran, dass wir vor dem demografischen Wandel vor allem Angst haben?<br>\nBosbach: Da gibt es diverse Gruppen, und das macht die Sache auch so gef&auml;hrlich. Die Arbeitgeber haben zum Beispiel ein gro&szlig;es Interesse daran, die Lohnnebenkosten zu senken. Die Beitr&auml;ge f&uuml;r die Rente sind der gr&ouml;&szlig;te Posten der Lohnnebenkosten. Ohne die Angst vor dem demografischen Wandel w&auml;ren die Arbeitgeber nie aus der parit&auml;tischen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung herausgekommen. Deswegen ist diese Angst schon bereits Ende der 1990er-Jahre massiv gesch&uuml;rt worden. Die arbeitgebernahe &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; geh&ouml;rte zu den ersten treibenden Kr&auml;ften, die die Demografie hof- und panikf&auml;hig gemacht haben.<br>\nDas Versicherungsgewerbe profitiert nat&uuml;rlich auch. Die gesetzliche Rentenversicherung mit ihren Staatszusch&uuml;ssen macht ein Gesch&auml;ft von &uuml;ber 250 Milliarden Euro aus, das lange am privaten Versicherungsmarkt vorbei lief. Seit 1999 wurde also massiv Einfluss genommen: auf den Finanzminister, den Wirtschaftsminister und die Bundestagsaussch&uuml;sse. Nachdem die Riester-Rente beschlossene Sache war, gingen die Parteispenden der Versicherungen wieder zur&uuml;ck.  Und f&uuml;r die Politiker ist der demografische Wandel die willkommene Universalentschuldigung f&uuml;r alles, was schief l&auml;uft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/demografiegipfel102.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Die Kinder, die wir haben, m&uuml;ssen wir vern&uuml;nftig ausbilden&rdquo;<\/strong><br>\nLeere Rentenkassen, verarmte Greise, verlassene Spielpl&auml;tze: &ldquo;Demografischer Wandel&rdquo; ist ein Begriff, der sich in den letzten Jahren zumindest in Deutschland zu einem Synonym f&uuml;r &ldquo;d&uuml;stere Zukunft&rdquo; entwickelt hat. Die Wandlung unserer Gesellschaftsstruktur und wie man dieser Entwicklung begegnen kann &ndash; das ist das gro&szlig;e Thema auf dem zweiten Demografiegipfel in Berlin. Professor Gerd Bosbach ist Mathematiker und Sozialwissenschaftler an der FH Koblenz und hat sich darauf spezialisiert, missverst&auml;ndliche Statistiken zu entlarven. Dass unsere Gesellschaft altert, stellt er nicht in Abrede &ndash; doch im Interview mit MDR INFO erkl&auml;rt er, warum man das Thema in seinen Augen falsch anpackt&hellip;<br>\nDa gehen die Leute gern hin und sagen: Die Demografie ist an allem Schuld. Dass die Demografie kein Grund zur Panik ist, das hat das letzte Jahrhundert gezeigt. In dem sind wir massiv &auml;lter geworden, um &uuml;ber 30 Lebensjahre. Der Anteil der Jugend hat sich halbiert, der Anteil der Rentner vervierfacht.  Und all das hat nicht dazu gef&uuml;hrt, dass die Welt zu Grunde geht &ndash; sondern dass wir den Sozialstaat ausbauen konnten, den Wohlstand steigern und dabei sogar noch die Arbeitszeit verk&uuml;rzen&hellip;<br>\nIch habe da auch zwei ganz direkte L&ouml;sungsvorschl&auml;ge. Der erste ist, nicht st&auml;ndig &uuml;ber zu wenige Kinder zu jammern, sondern die, die wir haben, wirklich vern&uuml;nftig auszubilden. Das geschieht fast nirgendwo. Und der zweite Vorschlag w&auml;re direkt an die Arbeitgeber: Jungen Leuten nur Zeitvertr&auml;ge anzubieten, das hei&szlig;t auf gut deutsch sie aufzufordern, keine feste Beziehung einzugehen und keine Kinder zu zeugen&hellip;<br>\nWir werden aller Wahrscheinlichkeit nach weniger Menschen in Deutschland haben. Und wenn der Reichtum gr&ouml;&szlig;er wird und die Anzahl der Esser weniger &ndash; dann kann eigentlich jeder ein St&uuml;ck mehr bekommen. Da ist eine der Ursachen. Und eine ganz wichtige Ursache zur Verteilung dieses Reichtums, bez&uuml;glich der Rente, ist, dass die Sozialsysteme aktualisiert werden m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/mdr-info\/demografiegipfel104.html\">mdr info<\/a><\/li>\n<li><strong>Demografiegipfel als Wahlkampfveranstaltung<\/strong><br>\nEs ist schon schlau, einer Wahlkampfveranstaltung ein gewichtiges Label zu geben &ndash; so verkauft sie sich besser und ist auch nicht sofort als solche erkennbar. Und die Bundesregierung hat sich auch dieses Mal, beim Thema Demografie f&uuml;r &ldquo;Gipfel&rdquo; entschieden. Das kennt der B&uuml;rger schon von der Euro-Rettung &ndash; und es klingt irgendwie nach hehren Zielen, nach L&ouml;sung. Dass es auch schon der zweite ist &ndash; bereits im Oktober vergangenen Jahres traf man sich zum ersten Demografie-Gipfel &ndash; l&auml;sst das Ganze auch noch nach Fortschritt klingen.<br>\nAber leider ist es bei genauerer Betrachtung eben nur: eine Wahlkampfveranstaltung, ein Forum, bei dem die Minister und Ministerinnen noch mal pr&auml;sentieren k&ouml;nnen, was sie in den vergangenen vier Jahren aus ihrer Sicht Tolles auf den Weg gebracht haben. Und dabei ist das Thema daf&uuml;r wirklich zu wichtig und zu dr&auml;ngend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kommentar\/2107931\/\">DLF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut<\/strong><br>\nUm die Jahrtausendwende setzte sich mit dem Neoliberalismus auch hierzulande eine Wirtschaftstheorie, Sozialphilosophie und politische Zivilreligion durch, die in allen Lebensbereichen marktradikale L&ouml;sungen pr&auml;ferierte, den Wohlfahrtsstaat als b&uuml;rokratischen Moloch d&auml;monisierte sowie mit Begriffen wie &raquo;Privatinitiative&laquo;, &raquo;Eigenverantwortung&laquo; und &raquo;Selbstvorsorge&laquo; das Modell einer kapitalgedeckten Altersvorsorge propagierte. Der fr&uuml;here IG-Metall-Funktion&auml;r Walter Riester, Arbeits- und Sozialminister im ersten Kabinett von Gerhard Schr&ouml;der, begr&uuml;ndete die Notwendigkeit einer radikalen Strukturreform damit, da&szlig; man den drohenden Anstieg des Rentenversicherungsbeitrags als Schl&uuml;sselelement der &raquo;Lohnnebenkosten&laquo; in Deutschland verhindern m&uuml;sse, sowie mit im Gefolge des demografischen Wandels absehbaren Kostensteigerungen. (&hellip;) Durch den 11. September 2001 und seine Folgen f&uuml;r die Aktienm&auml;rkte, noch mehr jedoch durch die Finanz-, Wirtschafts- und W&auml;hrungskrise, deren Verwerfungen fast alle L&auml;nder der Welt erfa&szlig;ten, wandelten sich die Rahmenbedingungen f&uuml;r solche Reformen tiefgreifend. Ausgerechnet zu ihrem zehnj&auml;hrigen Jubil&auml;um geriet die Riester-Rente wegen entt&auml;uschender Renditen in Verruf. (&hellip;) Seither befindet sich das Kapitaldeckungsprinzip in einer Akzeptanz- beziehungsweise Legitimationskrise, die alle weiteren Debatten &uuml;ber Reformen der Alterssicherung ma&szlig;geblich beeinflussen d&uuml;rfte. Kapitalmarktrisiken &uuml;berlagern und verst&auml;rken demografische Probleme, l&ouml;sen oder lindern diese aber nicht. &Auml;hnliches gilt auch f&uuml;r eine staatlich gef&ouml;rderte private Pflegezusatzversicherung (auch &raquo;Pflege-Bahr&laquo; genannt), mit der die CDU\/CSU\/FDP-Regierung k&uuml;nftige Beitragssatzsteigerungen in der Sozialen Pflegeversicherung auffangen will. Wenn sich die Turbulenzen im Euro-Raum zuspitzen, k&ouml;nnte das Umlageverfahren der Gesetzlichen Rentenversicherung einen weiteren Vorteil gegen&uuml;ber der Kapitaldeckung offenbaren, ist diese doch im Unterschied dazu nicht inflationsgesch&uuml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/10-2013&amp;textfile=2266\">Ossietzky<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Neues Buch &uuml;ber die Kanzlerin: Aktenzeichen Angela M. ungel&ouml;st<\/strong><br>\nWarum spricht sie so gut Russisch? Und was hat sie als FDJ-Funktion&auml;rin getrieben? Ein neues Buch &uuml;ber Angela Merkel sucht nach Antworten. Doch bei der Spurensuche im DDR-Leben der Kanzlerin sind die Fakten eher d&uuml;nn. [&hellip;]<br>\nIn Sachen Merkel f&ouml;rderten die beiden Autoren kaum Neues ans Tageslicht, weshalb das Wenige mit Deutungen versehen wird, die aus M&uuml;cken Elefanten machen. Merkels fr&uuml;he Liebe zur russischen Sprache wird derart aufgep&auml;ppelt. Die Logik geht ungef&auml;hr so: Merkel hat nicht nur gut Russisch gesprochen. &ldquo;Sie lernte mit Begeisterung Russisch.&rdquo; Sie sei durch die Sowjetunion gereist und habe in Georgien auch nach Gori gewollt. Gori? Die Autoren kl&auml;ren auf: &ldquo;in die Geburtsstadt Stalins&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/neues-buch-ueber-die-ddr-vergangenheit-von-angela-merkel-a-899492.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Bemerkenswert! SPIEGEL Online hat entdeckt, dass es beim Thema DDR-Vergangenheit auch Fairness geben kann. Das ist l&ouml;blich. Hoffen wir, dass SPON diese Lektionen auch beherzigt, wenn es um die DDR-Vergangenheit von Politikern aus dem linken Lager geht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Halbgare Beschl&uuml;sse der EU-Finanzminister gegen Steuerflucht<\/strong><br>\nHeute haben es die EU Finanzminister wegen des Widerstands aus &Ouml;sterreich und Luxemburg wieder nicht geschafft, eine Einigung &uuml;ber den seit 2008 vorliegenden Revisionsvorschlag zur Zinsrichtlinie erzielen. Der Richtlinienvorschlag soll Schlupfl&ouml;cher schlie&szlig;en, die es Steuerhinterziehern erm&ouml;glicht haben, sich mittels Kapitalgesellschaften und Stiftungen vor ihrer Steuerpflicht zu dr&uuml;cken. Die Entscheidung ist jetzt bis mindestens zum Treffen der Regierungschefs kommende Woche vertagt worden.<br>\nDer Europ&auml;ischen Kommission haben die Finanzminister jedoch ein Mandat gegeben, die mit der Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Andorra und San Marino 2004 geschlossenen Abkommen zur Besteuerung von Zinseink&uuml;nften neu zu verhandeln. Die bilateralen Abkommen sollen aktualisiert werden, um die genannten Schlupfl&ouml;cher zu schlie&szlig;en. &Ouml;sterreich und Luxemburg haben die Aktualisierung der Abkommen zur Voraussetzung gemacht, bevor sie von ihrem eigenen Bankgeheimnis abr&uuml;cken. Bisher hatten sie auch die Neuverhandlung der Abkommen abgelehnt.<br>\nSven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Gr&uuml;nen im Europaparlament kommentiert die Entwicklung:<br>\n&ldquo;Die EU Finanzminister sind wieder gescheitert einen entscheidenden Schritt gegen die Steuerflucht nach vorne zu machen. Nachdem jetzt zu lange schon auf die Steueroasen Luxemburg und &Ouml;sterreich gewartet wurde, muss die Bundesregierung jetzt voran gehen. Wir k&ouml;nnen uns diese Aufschieberei nicht l&auml;nger leisten, Bundeskanzlerin Merkel muss den Kampf gegen Steueroasen zur Chefsache machen. Die Bundesregierung muss nun zeigen, dass sie den Kampf gegen Steuerflucht mindestens genauso ernst nimmt, wie ihre Sparpolitik. Beim Treffen der Regierungschefs kommende Woche muss sie sich durchsetzen und den automatischen Informationsaustausch zum neuen globalen Standard machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2013\/halbgare-beschlusse-der-eu-finanzminister-gegen-steuerfluchtmerkel-muss-kampf-gegen-steueroasen-zur-chefsache-machen\/\">Sven Giegold<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sven Giegolds unersch&uuml;tterlichen Optimismus in Ehren, aber wie sollte gerade die Bundesregierung, die sich (siehe Steuerabkommen mit der Schweiz) immer als Bremser im Kampf gegen die Steuerflucht erwiesen hat, nun pl&ouml;tzlich vorangehen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Das deutsche Diktat &ndash; Deutschland ist nicht der Weltpolizist, aber der Geldpolizist Europas<\/strong><br>\nGek&uuml;rzte Renten, schrumpfende Einkommen und steigende Arbeitslosenzahlen: Die Portugiesen leiden unter der europ&auml;ischen Sparpolitik. Immer h&auml;ufiger ist vom deutschen Diktat, fehlender Solidarit&auml;t und historischen Vorhaltungen zu h&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/europa.deutschlandfunk.de\/2013\/05\/14\/fremdeln-in-der-krise\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Land &ldquo;gerettet&rdquo;, Volk verraten<\/strong><br>\nDie Eurogruppe hat neue Hilfskredite f&uuml;r Portugal durchgewunken. 2,1 Mrd. Euro soll das Land aus dem Rettungsfonds ESM erhalten. Im Gegenzug wurden brutale Sparma&szlig;nahmen beschlossen, gegen die Griechenland wie ein Paradies aussieht.<br>\nDoch die konservative Regierung h&ouml;rte weder auf Volk noch auf die Richter &ndash; und tat, wie ihr von der Troika befohlen: sie ersetzte die kassierten einfach durch neue Ma&szlig;nahmen. Bis 2015 sollen sie 4,8 Mrd. Euro einsparen.<br>\nHier der neue Katalog der Grausamkeiten:\n<ul>\n<li>30.000 Stellen im Staatsdienst fallen weg (also mehr als im viel gr&ouml;&szlig;eren Griechenland)<\/li>\n<li>Die Wochenarbeitszeit wird auf 40 Stunden verl&auml;ngert (was nat&uuml;rlich die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verringert und die Arbeitslosigkeit erh&ouml;ht)<\/li>\n<li>Das Renteneintrittsalter wird auf 66 Jahre angehoben (ein toller &ldquo;Beitrag&rdquo; zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit)<\/li>\n<li>Die Rentner werden &uuml;ber eine Sonderabgabe belastet (auf Zypern hatte die Eurogruppe einen Griff in die Pensionskassen noch abgelehnt)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/land-gerettet-volk-verloren\/\">Lost in EUrope<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Inflationsrate hat sich weiter abgeschw&auml;cht<\/strong><br>\nDie Verbraucherpreise in Deutschland erh&ouml;hten sich im April 2013 gegen&uuml;ber April 2012 um 1,2 %. Die Inflationsrate &ndash; gemessen am Verbraucherpreisindex &ndash; hat sich damit weiter abgeschw&auml;cht (M&auml;rz 2013: + 1,4 %). Eine niedrigere Teuerungsrate wurde zuletzt im August 2010 mit + 1,0 % ermittelt. Im Vergleich zum Vormonat M&auml;rz 2013 sank der Verbraucherpreisindex im April 2013 um 0,5 %.<br>\nOhne Ber&uuml;cksichtigung der Preisentwicklung bei Kraftstoffen und leichtem Heiz&ouml;l h&auml;tte die Inflationsrate im April 2013 bei + 1,7 % gelegen. Energie verteuerte sich insgesamt im April 2013 gegen&uuml;ber April 2012 um 0,4 %. W&auml;hrend die Preise f&uuml;r Mineral&ouml;lprodukte sanken, stiegen hingegen die Preise f&uuml;r andere Haushaltsenergieprodukte teilweise erheblich (zum Beispiel Strom: + 12,4 %)&hellip;<br>\nDie Preise f&uuml;r Nahrungsmittel erh&ouml;hten sich im April 2013 gegen&uuml;ber April 2012 f&uuml;r die Verbraucher sp&uuml;rbar, und zwar um 4,1 %. Teurer binnen Jahresfrist wurden vor allem Obst (+ 7,6 %) und Gem&uuml;se (+ 7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+ 5,4 %). Auch bei allen anderen Nahrungsmittelklassen lagen die Preissteigerungen &uuml;ber der Gesamtteuerung (zum Beispiel Brot und Getreideerzeugnisse: + 2,4 %).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2013\/05\/PD13_161_611.html\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p>Siehe auch: <strong>Das Preis-Kaleidoskop<\/strong><br>\nDie Ver&auml;nderung der Preise f&uuml;r G&uuml;tergruppen<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/Voronoi\/PreisKaleidoskop.svg\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Nietzsche&rsquo;s Marginal Children: On Friedrich Hayek<\/strong><br>\nIt would be a mistake to draw too sharp a line between the marginal children of Nietzsche &mdash;with political man on one branch of the family tree, economic man on the other. Hayek, at times, could sound the most Schmittian notes. At the height of Augusto Pinochet&rsquo;s power in Chile, Hayek told a Chilean interviewer that when any &ldquo;government is in a situation of rupture, and there are no recognized rules, rules have to be created.&rdquo; The sort of situation he had in mind was not anarchy or civil war but Allende-style social democracy, where the government pursues &ldquo;the mirage of social justice&rdquo; through administrative and increasingly discretionary means. Even in The Constitution of Liberty, an extended paean to the notion of a &ldquo;spontaneous order&rdquo; that slowly evolves over time, we get a brief glimpse of &ldquo;the lawgiver&rdquo; whose &ldquo;task&rdquo; it is &ldquo;to create conditions in which an orderly arrangement can establish and ever renew itself.&rdquo; (&ldquo;Of the modern German writings&rdquo; on the rule of law, Hayek also says, Schmitt&rsquo;s &ldquo;are still among the most learned and perceptive.&rdquo;) Current events seemed to supply Hayek with an endless parade of candidates. Two years after its publication in 1960, he sent The Constitution of Liberty to Portuguese strongman Ant&oacute;nio Salazar, with a cover note professing his hope that it might assist the dictator &ldquo;in his endeavour to design a constitution which is proof against the abuses of democracy.&rdquo; Pinochet&rsquo;s Constitution of 1980 is named after the 1960 text.<br>\nStill, it&rsquo;s difficult to escape the conclusion that though Nietzschean politics may have fought the battles, Nietzschean economics won the war. Is there any better reminder of that victory than the Detlev-Rohwedder-Haus in Berlin? Built to house the Luftwaffe during World War II, it is now the headquarters of the German Ministry of Finance.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thenation.com\/article\/174219\/nietzsches-marginal-children-friedrich-hayek?page=0,7#\">thenation<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.L.:<\/strong> Das Verdienst dieses &ndash; zugegebenerma&szlig;en etwas akademischen &ndash; Artikels liegt darin, dass er die anti-demokratische Infrastruktur grundlegender neo-liberaler Denkfiguren freilegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hungerlohn am Flie&szlig;band &ndash; Wie Tarife ausgehebelt werden<\/strong><br>\nGleiche Arbeit &ndash; weniger Geld. Die gute Besch&auml;ftigungslage in Deutschland hat eine Schattenseite, denn der sogenannte Niedriglohnsektor breitet sich zunehmend aus, d. h. immer mehr Menschen k&ouml;nnen von ihrem Lohn nicht leben, auch wenn sie Vollzeit arbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/das-erste\/reportage-dokumentation\/hungerlohn-am-fliessband-wie-tarife-ausgehebelt-werden?documentId=14580414\">ARD Mediathek<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>US-Gericht gibt Agrarkonzern recht<\/strong><br>\nDer Oberste Gerichtshof der USA hat einem Farmer untersagt, gentechnisch ver&auml;ndertes Saatgut des Konzerns Monsanto nachzuz&uuml;chten, statt es f&uuml;r jede Aussaat neu zu kaufen. Das Gericht st&auml;rkt damit den Patentschutz auf Saatgut &ndash; und die Marktmacht des Agrarriesen, der bereits Hunderte Prozesse gegen Farmer gewonnen hat&hellip;<br>\nFarmer Vernon Bowman habe jahrelang gegen das Patentrecht des Konzerns versto&szlig;en, weshalb die von niedrigeren Gerichten verh&auml;ngte Strafe in H&ouml;he von 85.000 Dollar an Monsanto rechtens sei.<br>\nDer Farmer hatte zwar f&uuml;r seine erste Aussaat das gentechnisch ver&auml;nderte Soja-Saatgut von Monsanto gekauft. Aber f&uuml;r die riskantere zweite Aussaat im Sommer hatte sich der Farmer g&uuml;nstigere Sojabohnen aus einem Gemeinschafts-Futtersilo besorgt &ndash; wohlwissend, dass diese Sojabohnen auch gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sind.<br>\nDenn mittlerweile stammen 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA aus gentechnisch ver&auml;nderter Monsanto-Saat. &ldquo;W&auml;re Bowman eine Ausnahme bewilligt worden, dann h&auml;tten Patente auf Saatgut nur noch wenig Wert&rdquo;, urteilten Amerikas oberste Richter. Ohne strengen Patentschutz k&ouml;nne Monsanto kaum Geld einnehmen, weil dann andere Firmen das Produkt nachahmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/monsanto100.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>EU-Verhandlungsmandat f&uuml;r die &bdquo;Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130515_EU-Verhandlungsmandat.pdf\">Generalsekret&auml;r der Europ&auml;ischen Union [PDF &ndash; 230 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Verhandlungsmandat bezieht sich ausschlie&szlig;lich auf die Welthandelsorganisations- (WTO)-Regeln und ber&uuml;cksichtigt das UNESCO-Abkommen &uuml;ber den Schutz &bdquo;kultureller Vielfalt&ldquo; nicht. Die Vorbereitungen auf die Verhandlungen vollziehen sich weitgehend hinter den Kulissen. Es ist keineswegs sichergestellt, dass auch in Zukunft &ouml;ffentliche Kulturf&ouml;rderung oder der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk k&uuml;nftig nicht eine unzul&auml;ssige Diskriminierung darstellen. Kulturg&uuml;ter, kulturelle Dienstleistungen, Rundfunk oder Telemedien w&uuml;rden so zur reinen Handelsware.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Das Wunder von Mondrag&oacute;n?<\/strong><br>\nBeteiligung, Teilhabe, soziale Verantwortung und Innovation, das sind die Werte, die sich der Genossenschaftsverband Corporaci&oacute;n Cooperativa Mondrag&oacute;n &ndash; kurz MCC &ndash; in der gleichnamigen baskischen Kleinstadt auf die Fahnen geschrieben hat.<br>\nNicht f&uuml;r einen Unternehmer oder Aktion&auml;re wird hier gearbeitet, sondern seit der Gr&uuml;ndung 1956 bestimmen die Genossen selbst &uuml;ber die Firmenpolitik und dar&uuml;ber, wohin die Gewinne flie&szlig;en sollen: in den Kapitalstock der MCC, in Bildung und f&uuml;r soziale Zwecke der Kommune.<br>\nDer Rest wird an die Besch&auml;ftigten ausgesch&uuml;ttet. W&auml;hrend anderswo im Zuge der Globalisierung entlassen wurde, sind hier &ndash; trotz neuer Produktionsst&auml;tten in Fernost, S&uuml;damerika und Europa &ndash; neue Arbeitspl&auml;tze entstanden.<br>\nIn den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl der Arbeitskr&auml;fte vervierfacht. 84.000 Menschen arbeiten f&uuml;r den Genossenschaftsverbund. Davon 64.000 allein in Spanien.<br>\nDass demokratische Wirtschaftsstrukturen und erfolgreiches Agieren auf einem globalisierten Markt kein Widerspruch sein m&uuml;ssen, daf&uuml;r ist Mondrag&oacute;n ein Beispiel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/dasfeature\/2070704\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kompetenzsteamsmitglied Gesche Joost<\/strong><br>\nGesucht &ndash; gefunden: Warum passen Sie zur Telekom?<br>\nGesche Joost: Weil mich neue Formen des miteinander Arbeitens, Denkens und Diskutierens interessieren. In meiner Arbeit f&uuml;r die Telekom geht es darum, Partizipation und Vielfalt umzusetzen. Genau das erproben wir im Rahmen der Public Private Partnerships zwischen den Telekom Innovation Labs (T-Labs) und der Berliner Universit&auml;t der K&uuml;nste.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telekom.com\/karriere\/warum-telekom\/unsere-kultur\/99630\">Telekom<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Gesche Joost soll ja im Kompetenzteam Steinbr&uuml;cks f&uuml;r Innovation und f&uuml;r das digitalisierte Leben stehen, da f&auml;llt ihr nichts Besseres ein als die abgestandene  Private Public Partnership zu loben. Privatisierung soll also der Weg in die vernetzte Gesellschaft sein.<br>\nTypischerweise sitzt sie auf einer <a href=\"http:\/\/www.laboratories.telekom.com\/public\/Deutsch\/Newsroom\/news\/Pages\/Prof-Dr-Gesche-Joost-neue-Professorin-Designforschung-UdK.aspx\">Stiftungsprofessur der Telekom<\/a>: &bdquo;In Kooperation mit den Deutsche Telekom Laboratories hat die UdK Berlin den neuen Fachbereich f&uuml;r Designforschung eingerichtet, der von Prof. Dr. Gesche Joost geleitet wird und an das Institut f&uuml;r Produkt- und Prozessgestaltung der Fakult&auml;t Gestaltung der UdK Berlin angegliedert ist.&ldquo;<br>\nSo sehen also die Netzwerke in der &bdquo;vernetzten Gesellschaft&ldquo; aus: <a href=\"http:\/\/www.pressebox.de\/inaktiv\/universitaet-der-kuenste-berlin\/Neue-Stiftungsprofessur-Designforschung-an-der-Universitaet-der-Kuenste-Berlin\/boxid\/401212\">Hochschulen als verl&auml;ngerte Werkb&auml;nke der Wirtschaft<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Finnland: Gute Schule<\/strong><br>\nFinnlands Erfolge beruhen auf einem Bildungssystem, das allen die gleichen Chancen gibt. Der finnische Erfolg beruht zuallererst auf dem nordischen Wohlfahrtsstaatsmodell. Als Pasi Sahlberg, Autor, Lehrercoach und Direktor des in Helsinki ans&auml;ssigen Centre for international mobility and cooperation (CIMO), bei einem Podiumsgespr&auml;ch des US-Senders PBS aufgefordert wurde, Finnlands p&auml;dagogisches Rezept zu verraten, antwortete er mit strahlendem L&auml;cheln: &ldquo;Zuerst einmal ist bei uns die Schule f&uuml;r alle kostenlos, von der Vorschule bis zur Universit&auml;t!&rdquo; Damit er&uuml;brigte sich jeglicher Vergleich mit dem US-amerikanischen Modell. In Finnland ist nicht nur der Unterricht gratis. Bis zum Alter von 16 Jahren wird auch das Schulmaterial aus den &ouml;ffentlichen Kassen bezahlt, ebenso wie Nachhilfeunterricht, Schulbusse, Schulessen und Gesundheitsausgaben. Die Finanzierung tragen mehrheitlich die 336 Kommunen, der Staatshaushalt sorgt dabei f&uuml;r die Harmonisierung der Unkosten. Die reichste Gemeinde &ndash; Espoo nahe Helsinki &ndash; wird nur mit einem Prozent bezuschusst, w&auml;hrend es sonst im Durchschnitt 33 Prozent der Kosten(5) sind &ndash; bei manchen Kommunen sogar bis zu 60 Prozent. Die Zentralregierung verhindert auch die Gr&uuml;ndung von Privatschulen, die seit den 1970er Jahren fast komplett verschwunden sind.(6) Eine Ausnahme bilden Einrichtungen mit alternativen p&auml;dagogischen Konzepten wie Waldorf- oder Montessori-Schulen, die von Vereinen getragen werden. Diese umfassende staatliche Finanzierung scheint nicht einmal besonders kostspielig zu sein, im Gegenteil. Gemessen an der Kaufkraft gibt Finnland weniger Geld pro Grund- und Mittelsch&uuml;ler aus als der Durchschnitt der OECD-Staaten und viel weniger als die USA oder Gro&szlig;britannien.(7) Der Schwerpunkt lag und liegt auf dem guten Personalschl&uuml;ssel und der Eignung und Ausbildung der angehenden Lehrer, die sich zum Beispiel mindestens ein Jahr lang, unabh&auml;ngig von ihrem Fach, nur mit Methodentraining besch&auml;ftigen. Der Lehrerberuf ist in Finnland hoch angesehen und auch begehrt, obwohl die Ausbildung relativ lange dauert (allein das Studium beansprucht mindestens f&uuml;nf Jahre) und die Geh&auml;lter im Gro&szlig;en und Ganzen dem OECD-Durchschnitt entsprechen. Nur einer von zehn Lehramtsanw&auml;rtern erreicht sein Ziel.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2013\/04\/12.mondeText.artikel,a0057.idx,21\">Le Monde diplomatique<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2013\/04\/12.mondeText.artikel,a0056.idx,23\">Le Monde diplomatique<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2013\/04\/12.mondeText.artikel,a0058.idx,22\">Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In Finnland schlie&szlig;t die Mehrheit (etwa doppelt so viel wie in Deutschland) der Jugendlichen die Schule mit der Hochschulreife ab, w&auml;hrend in Deutschland Stimmen laut werden, welche eine Gymnasialquote von 20 Prozent und eine  Studierquote 20 Prozent eines Altersjahrgangs fordern. Besonders &auml;rgerlich wird es, wenn dann Fachleute wie Elsbeth Stern auf das Beispiel Finnland hinweisen, dass die Kinder dort bis zum Alter von 15 Jahren gemeinsam eine Schule besuchen und <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/elsbeth-stern-nur-ein-fuenftel-der-schueler-soll-aufs-gymnasium-a-898282.html\">dann ausgesiebt werden<\/a>. Sie wei&szlig; offensichtlich nicht, dass die Sch&uuml;ler nach der neunj&auml;hrigen Gemeinschaftsschule entweder an das Gymnasium oder an die Berufsschule wechseln, an der sie allerdings auch das Abitur machen k&ouml;nnen. Ferner wird die Zulassung zum Studium an allen finnischen Universit&auml;ten durch eigene Aufnahmetests und Vorstellungsgespr&auml;che geregelt, was die Bedeutung des Abiturzeugnisses zus&auml;tzlich mindert. Ein Blick auf die Hochschulabschl&uuml;sse zeigt, innerhalb der Gruppe der 30 bis 34-J&auml;hrigen machen in Finnland 45, 8 Prozent der Bev&ouml;lkerung und in Deutschland 31, 9 Prozent der Bev&ouml;lkerung den Abschluss (eurostat f&uuml;r 2012). Und der Grund d&uuml;rfte sehr wohl darin liegen, dass das finnische Schulsystem daf&uuml;r sorgt, &ldquo;dass es kaum kompetenzarme Sch&uuml;ler gibt und der Bildungserfolg der Kinder relativ stark von der Schicht der Eltern entkoppelt ist. Zu einem gro&szlig;en Teil liegt dies an der stark individualisierten schulischen F&ouml;rderung.&rdquo; so <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/schule\/2010-05\/interview-christians-ebner\/seite-3\">Christian Ebner in der Zeit<\/a>.<br>\nNat&uuml;rlich hat Finnland z.B. den Vorteil einer viel geringeren Zuwanderung &ndash; in Helsinki ist allerdings bereits jeder 10 Sch&uuml;ler zugewandert. Aber auch hier schneiden finnische Migrantenkinder bei den PISA-Tests besser ab als in der gesamten OECD, weil auch hier Finnland einen anderen Weg geht: &ldquo;Alle ausl&auml;ndischen Sch&uuml;ler erhalten w&ouml;chentlich zwei Stunden Unterricht in ihrer Muttersprache. Untersuchungen in Finnland haben ergeben, dass die Zielsprache leichter gelernt werden kann, wenn die Kinder ihre Muttersprache beherrschen und pflegen und ihre Herkunftskultur gew&uuml;rdigt sehen. Sie verf&uuml;gen &uuml;ber Vorteile bei der Begriffsbildung, die ihnen beim Erlernen der Zielsprache zugutekommen. In der Zielsprache (Finnisch als Fremdsprache) erhalten sie verst&auml;rkten Unterricht im Vergleich zu ihren Mitsch&uuml;lern. Ebenso findet an der eigenen Schule Religionsunterricht in der jeweiligen Konfession statt. F&uuml;r den muttersprachlichen Unterricht und f&uuml;r den Religionsunterricht werden entsprechende Lehrer &ndash; meist selbst Migranten mit p&auml;dagogischer Ausbildung in ihrem Heimatland &ndash; stundenweise besch&auml;ftigt. Diese sind dann meistens an verschiedenen Schulen t&auml;tig. Auffallend war f&uuml;r uns, Kleinste Gruppen (also Unterricht f&uuml;r 2 oder 4 Sch&uuml;ler) werden in Finnland selbstverst&auml;ndlich in Kauf genommen&rdquo; so Renate Hendricks auf ihrer <a href=\"http:\/\/www.renate-hendricks.de\/index.php?seite=3071&amp;s=1&amp;menu=1\">Website<\/a>.<br>\nNat&uuml;rlich ist Finnland auch nicht v&ouml;llig gegen neoliberalen Zeitgeist gefeit. So wurde &uuml;ber Rankings der Wettbewerb zwischen den Schulen gef&ouml;rdert. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Eltern inzwischen gegensteuern. So spricht sich  der Vorsitzende des Landeselternverbands, Tuomas Kurttila, gegen die freie Schulwahl aus. Sie f&ouml;rdere die Ungleichheit und die gesellschaftliche Spaltung Finnlands.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet &uuml;ber Auslandsaufenthalte von Sch&uuml;lern<\/strong><br>\nSechs Prozent dieser Jugendlichen verbrachten einen Teil ihrer Schulzeit im Ausland. Die Ergebnisse wurden in der j&uuml;ngsten Ausgabe der renommierten &bdquo;Zeitschrift f&uuml;r Soziologie&ldquo; ver&ouml;ffentlicht.<br>\nDie Studie zeigt: Kinder aus h&ouml;heren Schichten haben deutlich bessere Chancen, eine Zeit im Ausland zu verbringen als Jugendliche aus niedrigen Schichten. Vor allem die materiellen Ressourcen des Elternhauses spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung, den Nachwuchs ins Ausland zu schicken und damit dessen Chancen auf dem Arbeitsmakt zu erh&ouml;hen. &bdquo;Die Kosten eines solchen Aufenthalts belaufen sich auf durchschnittlich etwa 9.000 Euro pro Jahr. Das k&ouml;nnen sich nur wohlhabendere Familien leisten, zumal es kaum Stipendien gibt &ldquo;, erkl&auml;rt J&uuml;rgen Gerhards.<br>\nIn Deutschland hat sich die Zahl der von etwa 60 Anbietern organisierten Auslandsaufenthalte f&uuml;r Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler von 2001 bis 2011 von 14.000 auf 19.000 erh&ouml;ht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news532781\">idw<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>CHE-Hochschulranking 2013<\/strong><br>\nIn diesem Jahr sah sich das CHE einer gro&szlig;en Zahl von Rankingverweigerern gegen&uuml;ber &ndash; so verweigerten 53% der deutschen Geschichts-Fachbereiche eine Mitarbeit. Das war allerdings kein Grund, auf die Ver&ouml;ffentlichung online und im ZEIT Studienf&uuml;hrer zu verzichten: Indem &ldquo;einfach&rdquo; vermehrt auf &ouml;ffentlich verf&uuml;gbare Daten zur&uuml;ckgegriffen wurde, werden nun sogar die Verweigerer gerankt. F&uuml;r die Studienwahl d&uuml;rfte das zwanghafte Ranken des CHE immer weniger Sinn machen.<br>\n&hellip; viele Kriterien f&uuml;r sich k&ouml;nnen zwar gerankt werden, die Aussagekraft ist aber begrenzt. Denn bspw. kann ein Fachbereich zwar eine l&auml;ngere Durchschnittsstudiendauer haben, aber eben auch eine andere Struktur von Studierenden (bspw. mehr Studierende mit Kindern, bei denen wohl kaum jemand ein etwas l&auml;ngeres Studium erstaunlich findet), so dass am Ende keineswegs daraus gefolgert werden kann, dass f&uuml;r den einzelnen Studieninteressierten wirklich die Hochschule mit k&uuml;rzerer Studiendauer &ldquo;besser&rdquo; ist&hellip;<br>\nDieses Jahr gab es so viele Boykotteure wie noch nie. Beim bisherigen Vorgehen w&auml;ren einige Ranking-Listen sehr kurz ausgefallen (wenn man alle Boykotteure wegl&auml;sst) bzw. h&auml;tten sehr viele Leerstellen gehabt (Boykotteure ohne Daten auflisten). Also wurde stattdessen st&auml;rker auf allgemein zug&auml;ngliche Daten zur&uuml;ckgegriffen und diese gerankt &ndash; und somit finden sich auch fast alle Verweigerer der 2013 neu bewerteten F&auml;cher im neuen Ranking. Dazu hat das CHE im ZEIT Studienf&uuml;hrer die ausgewiesenen Kriterien ver&auml;ndert. Insbesondere bei den F&auml;chern mit vielen Boykotteuren darf man vermuten, dass die nun gew&auml;hlten Kriterien keineswegs sinnvoller sind, sondern nur so gen&uuml;gend Ergebnisse zustande kommen konnten. Hauptsache Ranking, was offenbar das Motto ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Studieren\/art-1539-zeit-che-uniranking-2013.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Steffen Roski: Wie Bertelsmann funktioniert<\/strong><br>\nBertelsmann ist ein m&auml;chtiger, milliardenschwerer Konzern, der anderen Playern der Kapitalseite seine Medienplattformen offeriert und diesen zugleich zu L&ouml;sungen bei der Abwicklung informationstechnologisch basierter Dienstleistungen und Kundenkontakte verhilft. Haupteigent&uuml;merin der AG ist die &ouml;ffentlich subventionierte Bertelsmann Stiftung. Die Bertelsmann Stiftung ist f&uuml;r die AG das, was einem Chemiekonzern beispielsweise eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist. Dem G&uuml;tersloher Medien- und Dienstleistungskonzern dient sie vor allem dazu, Gegenwartstrends zu ersp&uuml;ren und auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertisen mittel- und langfristig selbst gesellschaftlich-politische Entwicklungen mitzubestimmen&hellip;<br>\nWenn die Stiftung in ihren Expertisen etwa die Privatisierung &ouml;ffentlichen Eigentums (im Bildungswesen etwa) fordert, arbeitet sie dem Konzern unmittelbar zu, denn dieser ist &uuml;ber seine Medien- und Informationsdienstleistungssparten daran interessiert, seine Wertsch&ouml;pfungsketten &uuml;berall dorthin auszudehnen, wo sich Profite erzielen lassen. Viele B&uuml;rger beschleicht das Gef&uuml;hl, demokratisch entm&uuml;ndigt zu sein. Viele B&uuml;rger sind deshalb beunruhigt und w&uuml;tend. Konzerne wie Bertelsmann spinnen, von den Mainstream-Medien weitgehend unbeachtet, in Netzwerken der Macht und des Einflusses an einer &bdquo;Post-Demokratie&ldquo;, in der die B&uuml;rger nichts, die Konsumenten dagegen alles sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wissenschafftgesellschaft.blogspot.de\/2013\/05\/steffen-roski-wie-bertelsmann.html\">Wissen schafft Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Bespitzelung AP &ndash; Gezielte Einsch&uuml;chterungsma&szlig;nahme<\/strong><br>\nBevor die Kommunikationsdaten eingesehen werden d&uuml;rfen, m&uuml;ssen alle anderen ermittlungstechnischen Mittel ausgesch&ouml;pft sein. Dann muss der Justizminister pers&ouml;nlich die Ermittlungen abzeichnen. Und dann muss die betroffene Nachrichtenorganisation von der Ma&szlig;nahme im Voraus in Kenntnis gesetzt werden. Das darf nur umgangen werden, wenn sonst die gesamte Ermittlung gef&auml;hrdet w&auml;re.<br>\nHohe H&uuml;rden also, die ihren Ursprung im Watergate-Skandal haben, als das Wei&szlig;e Haus mit allen Mitteln versuchte, ein Leck in der Administration zu enttarnen.<br>\nAlle diese H&uuml;rden hat die Obama-Administration im Falle der AP-&Uuml;berwachung umgangen, jeden juristischen Spielraum bis an die Grenze des eben noch M&ouml;glichen ausgereizt. Ob sie sie &uuml;berschritten hat, wird wahrscheinlich ein Gericht entscheiden.<br>\nWas Justizminister Holder und die Obama-Administration bereits jetzt &uuml;berschritten haben, das ist die Grenze der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kommentar\/2107857\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Leserbriefe zu unserem Artikel &bdquo;Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&uuml;r ihre Klientel&ldquo;<\/strong><br>\nZu unserem Artikel &bdquo;Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&uuml;r ihre Klientel&ldquo; http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17238 erreichten uns zwei kritische Leserbriefe, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130515_LB1.pdf\">Brief unseres Lesers M.L [PDF &ndash; 30 KB]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130515_LB2.pdf\">Brief unseres Lesers M.La. [PDF &ndash; 65 KB]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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