{"id":17349,"date":"2013-05-24T09:56:42","date_gmt":"2013-05-24T07:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17349"},"modified":"2015-08-08T10:47:14","modified_gmt":"2015-08-08T08:47:14","slug":"die-vorfeldtruppen-der-schwarz-gelben-koalition-machen-fur-den-wahlkampf-mobil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17349","title":{"rendered":"Die Vorfeldtruppen der schwarz-gelben Koalition machen f\u00fcr den Wahlkampf mobil"},"content":{"rendered":"<p>Kaum eine Woche vergeht, in der auf dem Feld der Meinungsmache von den Vorfeldtruppen der derzeitigen Regierungskonstellation nicht irgendein Scharm&uuml;tzel angezettelt wird. Es gibt kaum eine andere neoliberale Kommandozentrale als die &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo;, die so h&auml;ufig ihre &bdquo;wissenschaftlichen S&ouml;ldner&ldquo; in die Propagandaschlacht f&uuml;hren kann. Letzte Woche versuchte der &bdquo;wissenschaftliche&ldquo; Schreibtisch der INSM, das &bdquo;Institut der deutschen Wirtschaft&ldquo; (IW), einen Durchbruch beim Thema &bdquo;soziale Gerechtigkeit&ldquo; und behauptete, dass die vielfach best&auml;tigten Befunde, dass Einkommen und Verm&ouml;gen zunehmend ungleich verteilt sind, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17287\">&bdquo;nicht haltbar&ldquo; seien<\/a>. Diese Woche legte die <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/\">INSM<\/a> nach und stellte unter dem Titel &bdquo;Mehr Gerechtigkeit: Was steht zur Wahl?&ldquo; eine Auftragsarbeit des  &bdquo;Rheinisch Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung&ldquo; (RWI) vor.<br>\nSp&auml;testens mit diesem Zusammenspiel mit der INSM sollte jegliche staatliche F&ouml;rderung des RWI aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Seriosit&auml;t eingestellt werden. Sein Pr&auml;sident, Christoph M. Schmidt, hat sich mit dieser Analyse als &bdquo;Mietmaul&ldquo; der Arbeitgeberverb&auml;nde offenbart und damit seine Reputation als &bdquo;Wirtschaftsweiser&ldquo; endg&uuml;ltig verloren. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer &bdquo;Focus&ldquo; (!) dieser &bdquo;Studie&ldquo; liege auf der &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo;,  sie sei Garant f&uuml;r soziale Teilhabe und gesellschaftlichen Aufstieg, <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/Presse\/Pressemeldungen\/RWI-Analyse-der-Parteiaussagen.html\">verlautbart die INSM bei der Vorstellung der RWI-Analyse<\/a>.<\/p><p>&bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; das ist eines der Lieblingst&auml;uschungsw&ouml;rter der Neoliberalen geworden. Dieser Begriff hat eine sympathische Anmutung f&uuml;r jedermann, aber schaut man genauer hin, dann verbirgt er mehr, als dass er aufkl&auml;rt. Mit diesem T&auml;uschungswort kann man n&auml;mlich vordergr&uuml;ndig Fortschrittlichkeit vort&auml;uschen und dabei gleichzeitig &uuml;ber die bestehenden Verh&auml;ltnisse hinwegt&auml;uschen, indem man auf eine gerechtere Zukunft verweist. Die Konservativen haben erkannt, dass Bildung einen Fluchtweg aus allen gegenw&auml;rtigen Problemen bietet. Bildung wird als &bdquo;K&ouml;nigsweg&ldquo; aus der Spaltung der Gesellschaft in oben und unten, aus der Arbeitslosigkeit, aus prek&auml;rer Besch&auml;ftigung, aus Armut und schon gar aus der bestehenden Gerechtigkeitsl&uuml;cke angepriesen.<\/p><p>&bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; durch Bildung hat den Vorteil, dass man Hoffnungen der Menschen f&uuml;r eine fernere Zukunft wecken kann, f&uuml;r deren Einl&ouml;sung man nicht verantwortlich ist. Denn Bildung ist ein langandauernder Prozess von der Kindertagesst&auml;tte, &uuml;ber die Schule, bis zur Berufsausbildung oder bis zu einem Hochschulabschluss, ja bis hin zur beruflichen Weiterbildung. Und weil die Fr&uuml;chte von Bildung vom Einzelnen, wie von der Gesellschaft erst nach vielen Jahren geerntet werden k&ouml;nnen, sind bildungspolitische Appelle zumal aus dem konservativen Lager vor allem politische Ablenkungsman&ouml;ver vom wirtschafts- und sozialpolitischem Versagen gegen&uuml;ber den Problemen der Gegenwart und von einer gescheiterten &bdquo;Reform&ldquo;-Politik.<\/p><p>Der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16201\">&bdquo;Fluchtpunkt&ldquo; &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo;<\/a> ist zum anderen deshalb ein T&auml;uschungsversuch, weil er etwas v&ouml;llig anderes bedeutet als &bdquo;Chancengleichheit&ldquo;. Wenn Konservative Begriffe wie &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; oder &bdquo;gleiche Zugangschancen&ldquo; im Munde f&uuml;hren, dann handelt es sich um nichts anderes als die bildungspolitische unterf&uuml;tterte Variante der neoliberalen Parole &bdquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied&ldquo;. Denn wenn jeder (formal) gleiche Chancen auf Bildung und Qualifikation hat, dann ist eben ein ausbleibender beruflicher oder sozialer Aufstieg oder auch Arbeitslosigkeit und Armut den &bdquo;eigenen F&auml;higkeiten und Leistungen&ldquo; zuzurechnen. Dann reichen eben seine &bdquo;Talente und F&auml;higkeiten nicht dazu aus&hellip;, um am Arbeitsmarkt ein ausreichend hohes Einkommen zu erzielen&ldquo; (So Hubertus Pellengahr, der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der INSM). &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; hei&szlig;t also nicht mehr und nicht weniger als die Verteidigung bestehender gesellschaftlicher Rollen und Verteilungsverh&auml;ltnisse.<\/p><p>Aber gerade umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn nichts dagegen unternommen wird, dass der Fahrstuhl f&uuml;r eine immer gr&ouml;&szlig;ere Zahl von Menschen nach unten geht, f&uuml;hrt das nur dazu, dass auch die Gleichheit der Bildungschancen weiter abnimmt, weil je gr&ouml;&szlig;er die soziale Ungleichheit ist, desto gr&ouml;&szlig;er wird der Aufwand f&uuml;r die Herstellung gleicher Bildungschancen (Friedhelm Hengsbach) und damit von &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo;.<\/p><p><strong>Wahlkriterium: &bdquo;fr&uuml;hkindliche Bildung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Es ist also nicht weiter erstaunlich, dass die Auftragsarbeit des RWI die fr&uuml;hkindliche Bildung und das BAf&ouml;G an erster Stelle bei der &bdquo;Analyse der Parteiaussagen&ldquo; nennt. Bei der Forderung nach einem Ausbau der Kinderbetreuungsm&ouml;glichkeiten und nach mehr Qualit&auml;t der Betreuung, folgen die Lohnschreiber des RWI getreu ihrem ideologischen Weltbild des &bdquo;homo oeconomicus&ldquo; dem Leitbild der Akkumulation von &bdquo;Humankapital&ldquo;. Fr&uuml;hkindliche Bildung beeinflusse Lohn, Besch&auml;ftigungschancen, Gesundheit oder Lebenserwartung und &ndash; man beachte &ndash; sie verbessere die Erwerbsm&ouml;glichkeiten der Eltern. Das RWI spricht sich deshalb gegen das von der Regierung eingef&uuml;hrte Betreuungsgeld aus, weil dadurch nach der &bdquo;Arbeitsmarkttheorie&ldquo; die &bdquo;Erwerbsquote der M&uuml;tter, besonders in bildungsfernen Haushalten&ldquo; sinke. Da gerade solche M&uuml;tter &bdquo;tendenziell niedrigere Stundenl&ouml;hne erzielen&ldquo;, sei der Anreiz hoch,  zu Hause zu bleiben  und das Kind selbst zu betreuen.<br>\nEs geht also vor allem darum M&uuml;tter (eben mit tendenziell niedrigen L&ouml;hnen) dem Arbeitsmarkt zuzuf&uuml;hren und den Kindern bessere Chancen im Wettbewerb um Arbeitspl&auml;tze zu er&ouml;ffnen.  <\/p><p>Dazu machten SPD und Gr&uuml;ne die zielf&uuml;hrendsten Aussagen in ihren Wahlprogrammen, urteilt das RWI.<\/p><p><strong>Wahlkriterium: &bdquo;BAf&ouml;G&ldquo;:<\/strong><\/p><p>Gleichfalls &bdquo;effizienztheoretisch&ldquo; wird die Ausbildungsf&ouml;rderung f&uuml;r Studierende, &bdquo;die ihr Studium nicht &uuml;ber den Kreditmarkt oder Dritte finanzieren k&ouml;nnen&ldquo; vom RWI eher hingenommen als begr&uuml;ndet: &bdquo;Die F&ouml;rderung durch Steuermittel lohnt sich, da sie Unterinvestitionen in Bildung ausgleicht und besser Ausgebildete ein Steuerplus und weniger staatliche Transfers bedeuten. Schlie&szlig;lich treiben Akademiker Innovationen und Wachstum an.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Nach Untersuchungen&ldquo; &ndash; so behauptet das RWI &ndash;  f&ouml;rdere die finanzielle Unterst&uuml;tzung<br>\nf&uuml;r Studenten die Studienaufnahme allerdings nur leicht. <\/p><p>Einmal davon abgesehen, dass mir solche &bdquo;Untersuchungen&ldquo; bisher nicht bekannt sind, so zeigen s&auml;mtliche Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks, dass f&uuml;r rund 40% aller Studierenden die Finanzierung ihres Studiums ein gro&szlig;er Unsicherheitsfaktor ist. Die Kosten f&uuml;r ein Studium sind nach wie vor f&uuml;r viele Studierwillige die gr&ouml;&szlig;te Barriere f&uuml;r die Aufnahme eines Studiums. F&uuml;r viele Studierenden aus benachteiligten Schichten, w&auml;re ein Studium ohne BAf&ouml;G schlicht nicht m&ouml;glich. Aber: Ohne dass man sich auf &bdquo;Untersuchungen&ldquo; st&uuml;tzen m&uuml;sste, zeigt eine ganz konkrete und eindeutige historische Erfahrung wie entscheidend das BAf&ouml;G gerade f&uuml;r Studierende aus nicht so wohlhabenden Schichten ist. Als in der Regierungszeit von Helmut Kohl das BAf&ouml;G auf Darlehen umgestellt worden ist, f&uuml;hrte das von 1982 bis 2000 zu einem R&uuml;ckgang des Anteils der Studierenden aus sog. &bdquo;bildungsfernen Schichten&ldquo; von 23 auf 13%, der Anteil der einkommensstarken Herkunftsgruppen stieg entsprechend von 17% auf 33%. Erst seit der Verbesserung des BAf&ouml;G im Jahre 1999 stieg der Anteil der Studierenden pro Jahrgang wieder an. <\/p><p>Dieser Beleg aus der Wirklichkeit zeigt, dass das Fazit des RWI, die Erh&ouml;hung habe nur einen geringen Einfluss auf die Quote der der Studienanf&auml;nger, eine v&ouml;llig unbelegte Behauptung ist. Selbst wenn das BAf&ouml;G die Quote der Studienanf&auml;nger insgesamt nur gering beeinflussen w&uuml;rde, so m&uuml;sste man immer noch fragen, wie mit der Studienf&ouml;rderung die Quoten der Studienanf&auml;nger aus den unterschiedlichen sozialen Schichten beeinflusst werden.<\/p><p>Wollte man eben nicht nur &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; sondern &bdquo;Chancengleichheit&ldquo; m&uuml;sste bei der Studienf&ouml;rderung noch viel getan werden. Denn nach wie vor ist der Anteil der Studierenden mit &bdquo;niedriger sozialer Herkunft&ldquo; gemessen am Anteil der jungen Menschen aus dieser Schicht an der jeweiligen Alterskohorte skandal&ouml;s gering. <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130523_rwi_01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130523_rwi_01_small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pub\/wsldsl_2009.pdf\">19. Sozialerhebung des DSW [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a><\/p><p>Warum bei einer bedarfsabh&auml;ngigen (also am Einkommen der Eltern ausgerichteten) Studienf&ouml;rderung die Besserverdienenden profitieren w&uuml;rden, bleibt das Geheimnis des RWI.<\/p><p><strong>Wahlkriterium &bdquo;Flexible Instrumente des Arbeitsmarkts&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nachdem der vermeintlich fortschrittliche und soziale Tarnmantel der &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; abgelegt wurde, kommt das RWI auf die &uuml;blichen Themen der neoliberalen Propaganda zu sprechen: auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, den Kampf gegen Mindestl&ouml;hne, auf die Verteidigung der Rente mit 67 und nat&uuml;rlich auf die Abwehr von Steuererh&ouml;hungen. <\/p><ol>\n<li><strong>Zeitarbeit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li>Das RWI behauptet, f&uuml;r Zeitarbeitnehmer gelte das &bdquo;Equal-Pay-Prinzip&ldquo; und schlie&szlig;lich seien ja f&uuml;r Zeitarbeitnehmer Tarifvertr&auml;ge eingef&uuml;hrt worden und es gebe seit 2012 eine allgemein verbindliche Lohnuntergrenze von mindestens 7,50 Euro Stundenlohn im Osten  und von 8,19 Euro im Westen Deutschlands.\n<p>Komisch nur, das ein und dasselbe RWI in einer ausf&uuml;hrlicheren Studie f&uuml;r die Bertelsmann Stiftung zu ganz anderen Ergebnissen kam. Dort hei&szlig;t es, dass die Zeitarbeitnehmer &bdquo;die Last der Flexibilit&auml;t&ldquo; tr&uuml;gen und bis zu 50 Prozent weniger Einkommen f&uuml;r vergleichbare T&auml;tigkeiten erzielten. Gro&szlig;e Verdienstunterschiede best&uuml;nden selbst dann, wenn man Besch&auml;ftigte auf gleichen Qualifikationsniveaus miteinander vergleiche. So verdiene in Westdeutschland ein Zeitarbeitnehmer mit Berufsausbildung knapp die H&auml;lfte (minus 47 Prozent) und in Ostdeutschland ein Drittel weniger (minus 36 Prozent) als ein Arbeitnehmer mit gleichem <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-827F7A0E-879D30BF\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_111955.htm\">Bildungsniveau in der Gesamtwirtschaft<\/a>. <\/p>\n<p>Es kommt also offenbar auf den Auftraggeber an zu welchem Ergebnis das &bdquo;Forschungsinstitut&ldquo; RWI kommt.<\/p><\/li>\n<li>Dann wird behauptet, Zeitarbeit verbessere die Besch&auml;ftigungschancen. Zwar muss das RWI zugeben, dass nach Betriebsumfragen nur zwischen 7 und 14 Prozent der Zeitarbeiter von ihrem Einsatzbetrieb in Festanstellung &uuml;bernommen werden. Der sog. &bdquo;Klebeeffekt&ldquo; ist also &auml;u&szlig;erst gering.\n<p>Das RWI behauptet dann weiter, dass &bdquo;Studien zufolge&hellip;nur ein geringer Anteil der Unternehmen, die Zeitarbeit nutzte, diese Form der Besch&auml;ftigung&ldquo; aufzubauen und gleichzeitig die Stammbelegschaft reduziere. <\/p>\n<p>In der <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/bst\/de\/media\/xcms_bst_dms_35839__2.pdf\">Studie f&uuml;r Bertelsmann [PDF &ndash; 2.8 MB]<\/a> hie&szlig; es noch viel vorsichtiger:<\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Eine Analyse der Entwicklung von Zeitarbeits- und Stammbesch&auml;ftigung innerhalb eines Betriebs zeigt, dass nur ein geringer Anteil der Kundenbetriebe Zeitarbeit aufbaut und gleichzeitig Stammbesch&auml;ftigung abbaut. Das Gegenteil ist h&auml;ufiger zu beobachten. Dies spricht gegen die These, dass Zeitarbeit vor allem genutzt wird, um die Stammbesch&auml;ftigten zu ersetzen. Allerdings l&auml;sst sich diese M&ouml;glichkeit aufgrund der rein deskriptiven Untersuchungen auch nicht v&ouml;llig ausschlie&szlig;en.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p> (S. 49)<\/p>\n<p>Die letztgenannte deutliche Einschr&auml;nkung der Aussagekraft wird nat&uuml;rlich in der neuen Analyse unterschlagen. Zurecht titelte die Financial Times Deutschland damals: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere\/karriere\/:arbeitsmarkt-zeitarbeit-enttaeuscht-hoffnung-auf-feste-jobs\/70113856.html\">&bdquo;Leiharbeit ist nicht zwangsl&auml;ufig eine Br&uuml;cke in den Arbeitsmarkt&ldquo;<\/a>.<\/p>\n<p>Aber auch die damalige Studie hatte schon deshalb einen geringen Aussagewert, weil sich die Datenbasis auf die Jahre 2008\/2009 also auf diejenigen Jahre bezieht, in denen die Finanzkrise am st&auml;rksten auf die Realwirtschaft durchschlug, und deshalb die Zahl der Leiharbeiter &ndash; entsprechend ihrer Pufferfunktion &ndash; erheblich zur&uuml;ckging, w&auml;hrend die Stammbelegschaften geschont wurden. Die Leiharbeitnehmer waren eben die ersten Krisenopfer. Im &Uuml;brigen kommen Betriebsr&auml;te hinsichtlich des Verdr&auml;ngungseffekts der Stammbelegschaften durch Zeitarbeit <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xchg\/internet\/style.xsl\/rwi-studie-zur-leiharbeit-9738.htm\">zu ganz anderen Ergebnissen<\/a>. <\/p>\n<p>Um die Tatsache, dass sich die Zahl der Zeitarbeiter von 330.000 im Jahre 2003 bis 2012 mit 908.000 fast verdreifacht hat, w&auml;hrend sich w&auml;hrend sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten im gleichen Zeitraum von 26,2 auf 28,9 Millionen, also nur um gut 10 Prozent erh&ouml;ht hat, dr&uuml;ckt sich das RWI herum. Die Leiharbeit nahm relativ deutlich st&auml;rker zu als die Besch&auml;ftigten insgesamt. Doch selbst die Zahlen &uuml;ber die Steigerung der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten sagen nur die halbe Wahrheit, denn der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt basiert vor allem auf einem Zuwachs an Teilzeit- und Minijobs.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130523_rwi_02.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.387390.de\/11-42-1.pdf\">DIW [PDF &ndash; 343 KB]<\/a><\/p>\n<p>In Zahlen dr&uuml;ckt sich das so aus:<br>\n1991 arbeiteten 29,2 Millionen Arbeitnehmer in Vollzeitbesch&auml;ftigung, 2012 waren es nur noch 24,3 Millionen, das ist ein R&uuml;ckgang um 16,6 Prozent. Umgekehrt verlief die Entwicklung bei der Teilzeitbesch&auml;ftigung (inklusive Minijobs). 1991 waren 4,7 Millionen Arbeitnehmer teilzeitbesch&auml;ftigt und 2012 waren es 12,7 Millionen, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15631\">eine Zunahme um 167,7 Prozent<\/a>. <\/p>\n<p>Das Unwesen, Leiharbeiter durch Werksvertr&auml;gler zu ersetzen oder die Zunahme der befristeten Arbeitsvertr&auml;ge, die Zeitarbeit gar nicht mehr n&ouml;tig machen, wird gar nicht erst angesprochen. <\/p>\n<p>Die Behauptung, eine Einf&uuml;hrung einer Flexibilit&auml;tszulage oder einer &Uuml;berlassungsh&ouml;chstdauer, wie sie SPD, Gr&uuml;ne und die Linke vorschlagen, erschwerten den Zugang zum Arbeitsmarkt, kann man auch umkehren. In ihrer damaligen Studie f&uuml;r Bertelsmann haben die RWI-Autoren sogar angeregt die Zeitarbeitsl&ouml;hne anzuheben, weil dies zu einer schnelleren &Uuml;bernahme f&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Minijobs<\/strong>\n<p>Das RWI behauptet, der Anstieg von geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigen zwischen 2003 und 2012 von 5,5 auf 7,4 Millionen habe vor allem Frauen mit Kindern und Arbeitslosen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert. Dass Minijobs seltener in den regul&auml;ren Arbeitsmarkt &uuml;berleiten, wird selbst von den Autoren dieser Auftragsarbeit zugestanden. Das l&auml;ge daran, dass gar kein &Uuml;bergang erw&uuml;nscht sei. <\/p>\n<p>Eine Erhebung des NRW-Arbeitsministeriums kommt zu einem gegenteiligen Ergebnis. Danach erkl&auml;rten nur 14 Prozent der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten, dass sie den Minijob machten, weil sie sonst nichts anderes f&auml;nden und nur die H&auml;lfte der Befragten w&uuml;nscht sich keine Ver&auml;nderung hinsichtlich ihres Erwerbsstatus <a href=\"http:\/\/www.mags.nrw.de\/08_PDF\/001\/Studie-Minijobs.pdf\">(S. 107) [PDF &ndash; 3.0 MB]<\/a>.<\/p>\n<p>Das RWI will an den jetzigen Regelungen festhalten, weil sie die Teilhabe am Arbeitsmarkt erm&ouml;glichten und so die &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; erh&ouml;hten. Wie es mit dieser Erh&ouml;hung der &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; tats&auml;chlich aussieht hat eine Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums aufgezeigt:<br>\nMinijobs, die ja &uuml;berwiegend von Frauen (4,7 Millionen) ausge&uuml;bt werden, sind f&uuml;r die Minijobberinnen in aller Regel eine Sackgasse und sie sind ein Hauptrisiko f&uuml;r Altersarmut, weil sie eine existenzsichernde Alterssicherung nahezu unm&ouml;glich machten (<a href=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/RedaktionBMFSFJ\/Broschuerenstelle\/Pdf-Anlagen\/Frauen-im-Minijob,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf\">Siehe dort unter Zentrale Ergebnisse II. Ziffer 3 [PDF &ndash; 2.3 MB]<\/a>).<\/p>\n<p>So sieht also die Erh&ouml;hung der &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; in der Zukunft aus.<\/p>\n<p><strong>Wahlkriterium Mindestl&ouml;hne<\/strong><\/p>\n<p>Dass das RWI und mit ihm nat&uuml;rlich die INSM gegen allgemeinverbindliche gesetzliche Mindestl&ouml;hne sind, ist bekannt. So hat der Pr&auml;sident des RWI &ndash; der j&uuml;ngst auch noch zum Vorsitzenden des Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen worden ist &ndash; dieser Tage noch vor einem gesetzlichen Mindestlohn gewarnt. F&uuml;r ihn ist der Arbeitsmarkt zu behandeln wie ein Kartoffelmarkt, will sagen: steigt der Preis (= Lohn), sinkt die Nachfrage (= weniger Arbeitsangebote); also, Lohn runter, Arbeitsmarkt ger&auml;umt, so lautet die Fata Morgana. Dass in einem sinnvollen Ma&szlig;e h&ouml;here L&ouml;hne durch die R&uuml;ckwirkung auf die Nachfrage mehr Jobs entstehen lassen k&ouml;nnen, die Angebots- und die Nachfragekurve also nicht unabh&auml;ngig voneinander sind, liegt au&szlig;erhalb des (&ouml;konomischen) Horizonts des &bdquo;Wirtschaftsweisen&ldquo;. L&ouml;hne sind eben nicht allein der Preis f&uuml;r die Arbeit, sondern in der Summe das Einkommen der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, die immerhin die H&auml;lfte der Nachfrage des gesamten Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Wenn die Angebotstheorie empirisch richtig w&auml;re, h&auml;tten wir schon l&auml;ngst Vollbesch&auml;ftigung haben m&uuml;ssen, denn bis vor einigen Jahren gab es kaum irgendwo einen Mindestlohn und dazuhin sind bis vor kurzem die (Real-)L&ouml;hne seit den 90er Jahren kaum gestiegen. <\/p>\n<p>Der Pr&auml;sident des RWI meint, jeder Arbeitsplatz m&uuml;sse sich &bdquo;wirtschaftlich tragen&ldquo;. Das h&ouml;rt sich plausibel an. Leider hat weder sein Institut noch irgendein anderer &Ouml;konom in der Welt aber bisher ausrechnen k&ouml;nnen, wie viel mehr der millionenschwere Manager gegen&uuml;ber dem Portier eines Unternehmens im Wettbewerb &bdquo;erwirtschaftet&ldquo;. Wenn das Grenzprodukt (also die letzte im Produktionsprozess eingesetzte &bdquo;Arbeitseinheit&ldquo;) errechnet werden k&ouml;nnte, dann k&ouml;nnte man sich k&uuml;nftig Lohnverhandlungen ersparen. Die vom RWI behaupteten negativen Auswirkungen von Mindestl&ouml;hnen sind also ein theoretisches Konstrukt, das vor allem das unternehmenspolitische Ziel unterst&uuml;tzen soll, die L&ouml;hne zu senken oder m&ouml;glichst niedrig zu halten. Wer sich gegen Mindestl&ouml;hne ausspricht und damit f&uuml;r ein weiteres Sinken der L&ouml;hne in den untersten Lohngruppen sorgt, um damit Besch&auml;ftigung im Niedriglohnsektor zu schaffen, der &bdquo;fordert implizit auch eine Senkung des durchschnittlichen Lohnniveaus, wenn er nicht gleichzeitig eine entsprechende Anhebung der L&ouml;hne in h&ouml;heren Verdienstgruppen ausdr&uuml;cklich anmahnt&ldquo; (Flassbeck\/Spiecker).<\/p>\n<p>Dass die Menschen arbeiten m&uuml;ssen, um zu &uuml;berleben, steht bei der Betrachtung des RWI au&szlig;en vor. Eigentlich m&uuml;sste das RWI nur einen Taschenrechner bem&uuml;hen, um auszurechnen, dass ein Mindestlohn von 8,50 &euro; bei einem normalen Arbeitsverh&auml;ltnis einen Monatslohn von gerade mal  1350 &euro; ergibt.<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen ist nirgendwo, wo es Mindestl&ouml;hne gibt &ndash; und das sind immerhin 20 L&auml;nder in der EU -, empirische nachgewiesen worden, dass sie Arbeitspl&auml;tze vernichteten. (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16360#h07\">Siehe dazu nochmals aktuelle Forschungsergebnisse zum Mindestlohn<\/a>) <\/p>\n<p>Dort wo das RWI die Besch&auml;ftigungswirkung des Mindestlohns, n&auml;mlich im Bauhauptgewerbe einmal empirisch untersucht hat, kam es zu einem ganz anderen Ergebnis, als mit der jetzt unterstellten dogmatischen Substitutionsthese, <a href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.com\/handelsblog\/2012\/04\/02\/das-rwi-und-der-mindestlohn-am-bau-funf-jahre-spater-sieht-die-welt-ganz-anders-aus\/\">n&auml;mlich der Mindestlohn habe dort keine Arbeitspl&auml;tze gekostet<\/a>.<\/p>\n<p>Aber wenn es um die Wahlkampf geht, schert sich das RWI selbst um seine eigenen Befunde einen feuchten Kehricht.  <\/p>\n<p><strong>Wahlkriterium &bdquo;Die Rente&ldquo;<\/strong><\/p>\n<p>Das RWI behauptet, &bdquo;durch Heraufsetzung des Renteneintrittsalters kann die Erwerbsbeteiligung &auml;lterer Arbeitnehmer erh&ouml;ht werden&ldquo;. Eine arbeitsmarktpolitische Erkl&auml;rung daf&uuml;r, wie allein dadurch, dass Arbeitnehmer l&auml;nger arbeiten, sich deren Erwerbsbeteiligung erh&ouml;hen soll, wird allerdings nicht geliefert. Werden dadurch etwa Stellen geschaffen?<\/p>\n<p>Durch die Rente mit 67, wird bestenfalls ein &ouml;konomischer Druck auf die Arbeitnehmer ausge&uuml;bt, l&auml;nger arbeiten zu m&uuml;ssen, weil die Abschl&auml;ge bei der Rente bei einem fr&uuml;heren Ausscheiden pro Jahr um 3,6 Prozent steigen. Und das, angesichts der Tatsache, dass derzeit M&auml;nner in Westdeutschland nur auf eine durchschnittliche Rente von 857 Euro kommen, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/diskussion-ueber-rentenbeitraege-dgb-will-menschen-mehr-fuer-rente-zahlen-lassen-1.1387496\">bei Frauen sind es sogar nur 479 Euro<\/a>. <\/p>\n<p>Zwar kommt auch das RWI nicht um die Tatsache herum, dass &bdquo;die Erwerbst&auml;tigkeit &auml;lterer Arbeitnehmer immer noch niedrig&ldquo; ist und bereits ab etwa 59 Jahren stark abfalle, aber wie die tats&auml;chliche Besch&auml;ftigungssituation &auml;lterer Arbeitnehmer aussieht, interessiert offenbar nicht:<br>\nFast die H&auml;lfte der Rentenversicherten h&ouml;rt derzeit vor 65 Jahren auf und muss Abschl&auml;ge bei der Rente hinnehmen. Nach Angaben der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit hatten von den 64-J&auml;hrigen im Juni 2012 nur 14,2 Prozent einen Job. Wo sollen denn die Stellen herkommen, damit &bdquo;Chancengerechtigkeit durch ein h&ouml;heres Renteneintrittsalter m&ouml;glich ist&ldquo;? <\/p>\n<p>Auf diese entscheidende Gerechtigkeits-Frage kann das RWI nat&uuml;rlich keine Antwort geben, stattdessen weicht man auf ein anderes Feld angeblicher Gerechtigkeit aus, n&auml;mlich auf die &bdquo;Generationengerechtigkeit&ldquo;. Damit landet man bei der g&auml;ngigen politischen Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Verl&auml;ngerung der Lebensarbeitszeit, n&auml;mlich bei der k&uuml;nftigen Finanzierung des Rentensystems. Und die Rentenfinanzierung ist aus Sicht der neoliberalen &Ouml;konomen des Pudels Kern. Eine steigende Lebenserwartung k&ouml;nnte n&auml;mlich zu einem Ansteigen der Versicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;hren und damit auch f&uuml;r die Arbeitgeberseite zu h&ouml;heren sog. &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo;. Und im Sinne der Standort- und Wettbewerbsideologie muss eine solche Belastung der Unternehmen, egal wie die Produktivit&auml;t und die Profite auch steigen m&ouml;gen, unter allen Umst&auml;nden vermieden werden. Da sollen in Zukunft lieber schon mal die Rentner bluten. <\/p>\n<p>Mit der Einf&uuml;hrung einer neuen Gerechtigkeitsvariante, n&auml;mlich der &bdquo;Generationengerechtigkeit&ldquo; hat man eine weitere Ausflucht aus der bestehenden Verteilungs-Ungerechtigkeit gefunden. Denn die Verteilung des &bdquo;Kuchens&ldquo; ist heute wie in aller Zukunft kein Problem zwischen Alt und Jung, sondern eine Frage der Verteilung zwischen Arm und Reich. Aber diese Verteilungsfrage, ist nat&uuml;rlich f&uuml;r das RWI ein Tabu. <\/p>\n<p><strong>Wahlkriterium &bdquo;Einkommensteuer&ldquo;<\/strong><\/p>\n<p>Immerhin r&auml;umt das RWI ein, dass die Steuerpl&auml;ne der Regierungsparteien unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Abbau der kalten Progression&ldquo;  &bdquo;in absoluten Zahlen die Steuerpflichtigen mit h&ouml;herem Einkommen st&auml;rker entlastet&ldquo; und dass die schrittweise Abschaffung des Solidarit&auml;tszuschlags, wie ihn die FDP fordert, vor allem den Steuerpflichtigen mit h&ouml;herem Einkommen zugutek&auml;me. <\/p>\n<p>Aber &ndash; wie nicht anders zu erwarten &ndash; werden die Steuererh&ouml;hungspl&auml;ne s&auml;mtlicher Oppositionsparteien in Bausch und Bogen abgelehnt. <\/p>\n<p>Deutschland verbuche derzeit einen Rekord an Steuereinnahmen und &bdquo;um Teilhabem&ouml;glichkeiten zu verbessern, muss der Staat vielmehr die richtigen Priorit&auml;ten setzen als Steuern zu erh&ouml;hen&ldquo;, so lautet die Behauptung.<\/p>\n<p>Diese Aussage hat nun mit Wissenschaftlichkeit rein gar nichts zu tun, damit werden schlicht die Parolen der Regierung nachgebetet. Auch die Behauptung, dass eine h&ouml;here steuerliche Belastung von h&ouml;heren Einkommen die Bereitschaft zur &Uuml;bernahme von Risiken und Anstrengungen verringern und die wirtschaftliche Dynamik sich sp&uuml;rbar abschw&auml;chen und das Arbeitsangebot und die Nachfrage nach Arbeit &bdquo;negativ beeintr&auml;chtigt&ldquo; w&uuml;rde, ist reine Ideologie. <\/p>\n<p>Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich auf meinen nur kurz zur&uuml;ckliegenden Beitrag &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-print.php?p=17128\">Der Manipulationsapparat gegen Steuererh&ouml;hungen l&auml;uft mal wieder auf Hochtouren<\/a>&ldquo;. <\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Fazit: <\/strong><br>\nScheinheilig erkl&auml;rt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der INSM, Hubertus Pellengahr, &bdquo;die Ergebnisse stellen keine Wahlempfehlung f&uuml;r eine bestimmte Partei dar&ldquo;. Tats&auml;chlich ist die unter dem Deckmantel der &bdquo;Wissenschaftlichkeit&ldquo; f&uuml;r die INSM erstellte &bdquo;Analyse&ldquo; der Programmaussagen der Parteien des &bdquo;Rheinisch Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung&ldquo; (RWI)  nichts als reine Propaganda f&uuml;r Schwarz-Gelb und f&uuml;r die Fortsetzung eines neoliberalen Kurses. Die bestehende soziale Ungerechtigkeit wird nicht angetastet bzw. sie wird mit Ausfl&uuml;chten in eine Vort&auml;uschung von einem Mehr an &bdquo;Chancengerechtigkeit&ldquo; mit geradezu manipulativen Mitteln unter den Teppich gekehrt.<\/p><p>Der Pr&auml;sident des RWI, das diese &bdquo;Analyse&ldquo; erstellt hat und diese somit auch zu verantworten hat, ist Vorsitzender des Sachverst&auml;ndigenrates. Dieser sog. &bdquo;Wirtschaftsweise&ldquo; ist sich nicht einmal zu schade, sich von der Arbeitgeberlobby INSM auch noch zitieren zu lassen. Sp&auml;testens mit diesem sch&auml;ndlichen Zusammenspiel mit der INSM sollte jegliche staatliche F&ouml;rderung des RWI aufgrund nachweislich mangelnder wissenschaftlicher Seriosit&auml;t eingestellt werden. Der Pr&auml;sident des RWI, Christoph M. Schmidt, hat sich mit dieser Analyse als &bdquo;Mietmaul&ldquo; der Arbeitgeberverb&auml;nde offenbart und seine Reputation als Vorsitzender des wichtigsten wirtschaftspolitischen Beratungsgremiums der Regierung endg&uuml;ltig verloren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum eine Woche vergeht, in der auf dem Feld der Meinungsmache von den Vorfeldtruppen der derzeitigen Regierungskonstellation nicht irgendein Scharm&uuml;tzel angezettelt wird. Es gibt kaum eine andere neoliberale Kommandozentrale als die &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo;, die so h&auml;ufig ihre &bdquo;wissenschaftlichen S&ouml;ldner&ldquo; in die Propagandaschlacht f&uuml;hren kann. Letzte Woche versuchte der &bdquo;wissenschaftliche&ldquo; Schreibtisch der INSM, das<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17349\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[206,128,11],"tags":[1496,291,1347],"class_list":["post-17349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-chancengerechtigkeit","category-insm","category-strategien-der-meinungsmache","tag-rwi","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-wahlkampf"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17349"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17352,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17349\/revisions\/17352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}