{"id":17388,"date":"2013-05-27T14:49:34","date_gmt":"2013-05-27T12:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17388"},"modified":"2015-08-08T11:01:24","modified_gmt":"2015-08-08T09:01:24","slug":"exportforderung-durch-die-mehrwertsteuerentlastung-die-korrektur-ist-zwingend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17388","title":{"rendered":"Exportf\u00f6rderung durch die Mehrwertsteuerentlastung. Die Korrektur ist zwingend."},"content":{"rendered":"<p>Export wird als etwas Besonderes betrachtet. Deshalb werden Exporte bei der Ausfuhr von der bis dahin gezahlten Umsatzsteuer (gleich Mehrwertsteuer), der so genannten Vorsteuer, entlastet. (Siehe Auszug aus Wikipedia im Anhang.) Das ist in mehrerer Hinsicht absurd: Erstens wird im konkreten Fall unseres Landes das Problem andauernder Export&uuml;bersch&uuml;sse noch versch&auml;rft. Zweitens tr&auml;gt die Exportwirtschaft nicht zu den Kosten bei, die sie wie andere Wirtschaftszweige auch verursacht. Drittens werden auf diese Weise reale Werte nach drau&szlig;en verschenkt. Die Korrektur der jetzigen Regelung w&auml;re aus allen drei Gr&uuml;nden sinnvoll. Weil die Exportlastigkeit unserer Volkswirtschaft inzwischen zu einer wirklichen Bedrohung der Eurozone geworden ist, w&auml;re die Korrektur der jetzt gegebenen Praxis dringlich. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer Maschinenbau hat einen Exportanteil von rund 75 %. Die Chemie hatte 2011 einen Exportanteil von 52 &ndash; mit wachsender Tendenz. Das bedeutet konkret zum Beispiel, dass ein Unternehmen wie die Bayer AG f&uuml;r &uuml;ber 50 % ihrer Produktion von der bis zum Export angefallenen Mehrwertsteuer entlastet wird und damit in diesem Umfang nicht zu den Kosten f&uuml;r die Stra&szlig;en, f&uuml;r die Schulen, f&uuml;r die Verwaltung und andere &ouml;ffentliche Dienste in Leverkusen, in NRW und im Bund beitr&auml;gt. Andere Wirtschaftszweige, die f&uuml;r den Binnenmarkt arbeiten, das Handwerk zum Beispiel und der Einzelhandel, m&uuml;ssen die durch die Entlastung beim Export anfallende Steuerentlastung mittragen.<\/p><p>Tendenziell f&uuml;hrt diese Regelung dazu, dass der Export gef&ouml;rdert wird und der Anteil der Exportwirtschaft h&ouml;her liegt, als er l&auml;ge, wenn er die wirklichen volkswirtschaftlichen Kosten mittragen w&uuml;rde. Aus welfare&ouml;konomischer Sicht liegt eine Verschwendung von Ressourcen vor. Die Ressourcen werden in einer so strukturierten Volkswirtschaft nicht optimal eingesetzt. Die Behauptung, marktwirtschaftliche Prozesse f&uuml;hrten zu einer optimalen Allokation der Ressourcen, stimmt also in diesem Fall schon wegen der Gestaltung der Umsatzsteuer nicht.<\/p><p>Es w&auml;re nahe liegend, dies zu &auml;ndern. Aber das geschieht bisher nicht, weil vermutlich &uuml;ber 90 % der Entscheider in der Politik und der Berater in der Wissenschaft und der begleitenden Medien in monet&auml;ren Gr&ouml;&szlig;en und nicht in g&uuml;terwirtschaftlichen Gr&ouml;&szlig;en, also in real terms, denken. Sie bewundern den Export und auch den Export&uuml;berschuss, weil damit Geld eingenommen wird, so denken sie jedenfalls. Konkret werden mit Export&uuml;bersch&uuml;ssen Forderungen an ausl&auml;ndische Gl&auml;ubiger erworben.<\/p><p>Das Denken in monet&auml;ren Gr&ouml;&szlig;en ist anerzogen und tief verwurzelt und auch durch die Wissenschaft so vermittelt worden. Im Laufe meines Studiums, meiner wissenschaftlichen T&auml;tigkeit und meiner T&auml;tigkeit in der Wirtschaftspolitik habe ich immer wieder feststellen m&uuml;ssen, dass es in Deutschland nur wenige geeignete Ausbildungsst&auml;tten f&uuml;r das Denken in real terms und damit auch wenige wissenschaftlich umfassend Ausgebildete gab, die irgendwann mit der Welfare&ouml;konomie in Kontakt kamen. Sie reden st&auml;ndig von Marktwirtschaft, haben aber in ihrer Ausbildung in der Regel nie die Theorie der Marktwirtschaft studiert. <\/p><p>Wenn es unter den Lesern dieses Textes Steuerexperten geben sollte, die die hier skizzierte Erw&auml;gung zur Umstellung der Mehrwertsteuer aus steuerfachlicher und praktischer Sicht erg&auml;nzen k&ouml;nnen, dann w&auml;re dies hilfreich.<\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><\/p><p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Umsatzsteuer%20\">Wikipedia zur Umsatzsteuer<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n<em><strong>Auswirkung auf den Im- und Export<\/strong><\/em><br>\n<em>Die USt wird bei Geltung des Herkunftslandprinzipes nicht auf Exportprodukte erhoben. Das gesamte Exportvolumen tr&auml;gt somit nicht &uuml;ber die USt zur Staatsfinanzierung bei. Importprodukte dagegen unterliegen der (Einfuhr-)Umsatzsteuer. Der Export tr&auml;gt damit nicht zu dem Steuerertrag des exportierenden Landes bei.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Export wird als etwas Besonderes betrachtet. Deshalb werden Exporte bei der Ausfuhr von der bis dahin gezahlten Umsatzsteuer (gleich Mehrwertsteuer), der so genannten Vorsteuer, entlastet. (Siehe Auszug aus Wikipedia im Anhang.) Das ist in mehrerer Hinsicht absurd: Erstens wird im konkreten Fall unseres Landes das Problem andauernder Export&uuml;bersch&uuml;sse noch versch&auml;rft. 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