{"id":17448,"date":"2013-05-31T16:20:58","date_gmt":"2013-05-31T14:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448"},"modified":"2013-05-31T16:20:58","modified_gmt":"2013-05-31T14:20:58","slug":"hinweise-des-tages-ii-109","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h01\">Zensus 2011: 80,2 Millionen Einwohner lebten am 9. Mai 2011 in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h02\">Peter Bofinger: Folgen der Niedrigzinsen: Blase &ndash; na und?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h03\">Merkel + Hollande = Schr&ouml;der<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h04\">Statistisches Bundesamt: Deutscher Einzelhandel kommt nicht in Schwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h05\">Adi&oacute;s, Dicke Bertha!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h06\">Das Konzept der staatlichen  Souver&auml;nit&auml;t unter Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h07\">Deutsche Politiker und Medien &ndash; ungebildet, ungehobelt, unheimlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h08\">Justice for All or Justice for Sale?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h09\">Zweifel am deutschen Jobwunder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h10\">Tarifabschl&uuml;sse zwischen 2 und 4 Prozent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h11\">Menschen mit Behinderung: Sparen verboten!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h12\">Justizversagen im Fall Mollath &ndash; Wenn die Fehler zum Himmel schreien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h13\">Gesch&auml;ft mit dem Tod<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h14\">Pipelineistan and the New Silk Road(s)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h15\">Hungerlohn unterm Stern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h16\">Der SPIEGEL und die hohe Kunst des Tendenzjournalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448#h17\">Zu wenig Profil &ndash; Pr&auml;miertes Wirtschafts-Schulbuch zeigt schwere M&auml;ngel<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17448&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zensus 2011: 80,2 Millionen Einwohner lebten am 9. Mai 2011 in Deutschland<\/strong><br>\nAm 9. Mai 2011 lebten nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen des Zensus 2011 in Deutschland 80,2 Millionen Einwohner. &bdquo;Gegen&uuml;ber der bisher g&uuml;ltigen Bev&ouml;lkerungszahl aus der amtlichen Bev&ouml;lkerungsfortschreibung gab es am Zensusstichtag damit in Deutschland rund 1,5 Millionen Einwohner weniger als bislang angenommen&ldquo;, sagte Roderich Egeler, Pr&auml;sident des Statistischen Bundesamtes, heute auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Ergebnisse des Zensus 2011 in Berlin.<br>\nAm 9. Mai 2011 hatten von den rund 80,2 Millionen Einwohnern etwa 74 Millionen Personen (92,3 %) die deutsche Staatsangeh&ouml;rigkeit. Knapp 6,2 Millionen Einwohner (7,7 %) besa&szlig;en eine ausl&auml;ndische Staatsangeh&ouml;rigkeit.<br>\nDer Vergleich der Zensusergebnisse mit den bisherigen Bev&ouml;lkerungszahlen aus der amtlichen Bev&ouml;lkerungsfortschreibung zeigt bei den Deutschen mit &ndash; 0,6 % eine relativ geringe Abweichung (&ndash; 428 000 Personen). Bei den Ausl&auml;nder\/-innen hingegen lag die Differenz der Bev&ouml;lkerungszahlen bei &ndash; 14,9 %, das sind nahezu 1,1 Millionen Personen weniger als bislang angenommen&hellip;<br>\nIn Deutschland waren zum Zeitpunkt des Zensus rund 40 Millionen Menschen erwerbst&auml;tig, 53,2 % M&auml;nner und 46,8 % Frauen. Die ermittelten Erwerbst&auml;tigenzahlen best&auml;tigen damit im Wesentlichen die Ergebnisse des Mikrozensus 2011. Die Erwerbst&auml;tigenquote, das ist der Anteil der Erwerbst&auml;tigen im Alter von 15 bis 74 Jahren an der Bev&ouml;lkerung im gleichen Alter, betrug 64,5 %. 2,1 Millionen Personen waren erwerbslos.<br>\nZum Zensusstichtag hatten 35,6 % der Personen &uuml;ber 15 Jahren einen Haupt- beziehungsweise Volksschulabschluss, 26,9 % besa&szlig;en die mittlere Reife oder einen gleichwertigen Abschluss und 28,3 % die Fachhochschul- oder Hochschulreife. 4,4 % befanden sich am Zensusstichtag noch in schulischer Ausbildung. Ohne Schulabschluss sind nach den Zensusergebnissen 4,7 % der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber 15 Jahren, das sind 3,2 Millionen Menschen.<br>\nIn Deutschland lebten Anfang Mai 2011 insgesamt 15 Millionen Personen mit Migrationshintergrund; dies entspricht knapp 19 % der Bev&ouml;lkerung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2013\/05\/PD13_188_121.html\">Statistisches Bundesamt<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Gerd Bosbach:<\/strong> Heute hat das Statistische Bundesamt die Ergebnisse des Zensus 2011 (Bev&ouml;lkerungsz&auml;hlung auf Basis einer knapp 10%-Stichprobe) bekannt gegeben.<\/em><br>\n<em>Dazu erschien heute Morgen vorbereitend ein l&auml;ngerer Artikel in den VDI-Nachrichten (S. 5, steht leider nicht im Netz).<\/em><br>\n<em>Kurz zusammen gefasst (vor Kenntnis der vorgetragenen Zahlen):<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Die Bev&ouml;lkerungszahlen sind wichtig f&uuml;r Finanzausgleiche (u.a. auch europaweit), Sitze im Bundestag, Landtag, Bundesrat, &hellip;, Planung von Vorsorgeeinrichtungen, Geh&auml;lter hoher Beamter und vieles mehr.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Erfassung mit einer Stichprobe in 2011 war &uuml;berf&auml;llig und eine riesige Arbeit in Konzeption + Durchf&uuml;hrung. Deshalb Dank an das Amt.<\/em><\/li>\n<li><em>Aus den unter 1 genannten Fakten ist klar, dass es gro&szlig;e Interessen gibt, die regionale Bev&ouml;lkerungszahl &ldquo;positiv zu runden&rdquo;. Z.B. in den nicht allen Verd&auml;chten auf eine &bdquo;Melderegisterleiche&ldquo; sofort nachgegangen wird. Dieser Effekt war schon bei der letzten totalen Volksz&auml;hlung 1987 in Westdeutschland zu beobachten und f&uuml;hrt prinzipiell auch jetzt noch zu einer zu hohen Zahl.<\/em><\/li>\n<li><em>Verwunderlich ist, dass ab 2003 mit Modellrechnungen zur Entwicklung bis 2050 und 2060 sehr viel Wirbel veranstaltet wurde. Immerhin musste man aufgrund des Zensustestes 2001 erwarten, dass die existierende Bev&ouml;lkerung um 1 bis 2 Millionen &uuml;bersch&auml;tzt wurde. Und diese falschen Daten wurden wissentlich als Rechengrundlage genommen! Hier bin ich auf eine Erkl&auml;rung des Statistischen Bundesamtes gespannt.<\/em><\/li>\n<li><em>Wenn die Bev&ouml;lkerung kleiner als angenommen ist, gilt das auch f&uuml;r die errechnete Lebenserwartung (h&ouml;here Sterbewahrscheinlichkeiten, da Nenner kleiner). Hier muss das Bundesamt schnell liefern.<\/em><\/li>\n<li><em>Es handelt sich hier nicht um eine &ldquo;Schrumpfung Deutschlands&rdquo;, sondern eine Korrektur schon lange existierender Fehler. Wir waren schon lange weniger in Deutschland und das war nicht das Problem. In der meisten Zeit haben nicht Menschen sondern Arbeits- und Ausbildungspl&auml;tze f&uuml;r die weniger Menschen gefehlt. (Beleg: Rund ein Viertel aller &bdquo;Melderegisterleichen&ldquo; waren beim Zensustest in NRW schon aus der Zeit vor 1987!!!)<\/em><\/li>\n<li><em>Die Gruppe der 75-J&auml;hrigen und &auml;lter ist nach dem neuen Stand knapp 4,6% kleiner als bisher f&uuml;r den 31.12.2011 angenommen. Das ist die mit Abstand gr&ouml;&szlig;te Abweichung in einer Altersgruppe! Auch die Gruppe der 50 bis unter 65-J&auml;hrigen wurde mit 3,2% massiv &uuml;bersch&auml;tzt!<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Daf&uuml;r war die Gruppe der 6 bis unter 18-J&auml;hrigen um 0,1% untersch&auml;tzt worden. (Im Schnitt war die &Uuml;bersch&auml;tzung im Vergleich zu 31.12.2011 knapp 2%).<\/em><br>\n<em>Wie der Pr&auml;sident diese Verj&uuml;ngung mit der Bemerkung &ldquo;Mit den neuen Einwohnerzahlen hat sich die Altersstruktur nicht gravierend ver&auml;ndert.&rdquo; kommentieren kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Spannend wird auch der Detailblick auf die Gruppe 90+, die wahrscheinlich ganz massiv &uuml;bersch&auml;tzt wurde.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung WL:<\/strong> In dem von Gerd Bosbach erw&auml;hnten VDI-Artikel ist dar&uuml;ber hinaus bemerkenswert: Die Anh&auml;ufung von &bdquo;Karteileichen&ldquo; habe den Anteil der Hochbetagten in den Statistiken &uuml;berzeichnet. Auch die lange Zeit r&auml;tselhafte Langlebigkeit von Ausl&auml;ndern sei Folge einer statistischen Verzerrung, da nicht jeder Fortzug eines Ausl&auml;nders gemeldet worden sei. Die Lebenserwartung von Ausl&auml;ndern ab dem 65. Lebensjahr l&auml;ge unter der von Deutschen.<\/em><br>\n<em>Die &uuml;ber lange Zeit zu hoch ausgewiesene Einwohnerzahl sollte Anlass f&uuml;r die Versicherungen sein, ihre Rechengrundlagen zu &uuml;berpr&uuml;fen. Sinke die Bev&ouml;lkerungszahl steige n&auml;mlich automatisch die Sterblichkeitsrate, was wiederum die berechnete Lebenserwartung reduziere. Das m&uuml;sste eigentlich zu geringeren Tarifen bei Lebens- und Riester-Versicherungen f&uuml;hren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Die Ergebnisse des Zensus ziehen noch einen ganzen Rattenschwanz von offenen Punkten nach sich:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Wenn die Bev&ouml;lkerungszahl und v.a. die Altersgruppen bislang falsch angegeben wurden, stimmt auch die offizielle Lebenserwartung nicht, da dann die Sterbetafeln ebenfalls nicht korrekt sind.<\/em><\/li>\n<li><em>Wenn die Lebenserwartung niedriger ist, als bislang angenommen, stimmen auch diverse Prognosen nicht mehr. Dazu z&auml;hlen auch die Prognosen zum Rentensystem und eigentlich alle Prognosen, die mit dem Schlagwort &bdquo;demographischer Wandel&ldquo; versehen wurden.<\/em><\/li>\n<li><em>In einem geringeren Ma&szlig;stab hat dies auch Auswirkungen auf die Rechenmodelle der Lebensversicherungen und Privatrenten. Denn wenn die Lebenserwartung geringer ist, als angenommen, sind auch die ausgezahlten verrenteten Pr&auml;mien zu gering und die Margen der Anbieter zu hoch.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Peter Bofinger: Folgen der Niedrigzinsen: Blase &ndash; na und?<\/strong><br>\nDie Angst vor der Spekulationsblase geht um. Ob Aktien, Anleihen oder Immobilien &ndash; &uuml;berall f&uuml;rchten Experten spekulative &Uuml;bertreibungen, die in einem f&uuml;rchterlichen Crash enden k&ouml;nnten. Diese Sorge ist &uuml;berzogen. Die gr&ouml;&szlig;ere Gefahr lauert woanders. [&hellip;]<br>\nSo gesehen sind die aktuellen Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt nur schwer als eine Blase einzustufen &ndash; und auf keinen Fall als eine b&ouml;sartige Blase, die zu schwerwiegenden volkswirtschaftlichen Ersch&uuml;tterungen f&uuml;hren k&ouml;nnte.<br>\nAuch Blasen am Aktienmarkt sind in der Regel gutartig. Sie f&uuml;hren dazu, dass sich Menschen eine Zeitlang reicher f&uuml;hlen, um dann nach dem Platzen zu erkennen, dass das leider nur Gewinne auf dem Papier waren. Wie schwach sich selbst ein drastischer Kurseinbruch auswirken kann, verdeutlicht der Dax-Crash von rund 8000 Punkten im Fr&uuml;hjahr 2000 auf nur noch rund 2500 im Fr&uuml;hjahr 2003. Der private Verbrauch wurde dadurch kaum gebremst.<br>\nZu den besonders gutartigen Blasen z&auml;hlen Blasen auf den Anleihem&auml;rkten. Hier ist zun&auml;chst zu ber&uuml;cksichtigen, dass Anleihen in der Regel von langfristigen und auf Sicherheit bedachten Investoren, wie beispielsweise Versicherungen und Pensionsfonds, erworben werden, die diese bis zum Ende der Laufzeit halten. Wenn die Zinsen sinken und die Kurse steigen ist das f&uuml;r solche Anleger ebenso wenig von Bedeutung wie ein eintretender Kursverlust, wenn die Zinsen w&auml;hrend der Laufzeit wieder steigen. [&hellip;]<br>\nBei den derzeit eher vernachl&auml;ssigbaren Risiken steigender Verm&ouml;genspreise ist die EZB gut beraten, bis auf weiteres an ihrer sehr expansiven Geldpolitik festzuhalten. Denn sehr viel bedrohlicher als alle Blasen-Szenarien ist die sich immer mehr verfestigende und immer mehr L&auml;nder erfassende Rezession des Euro-Raums. Es besteht durchaus die Gefahr, dass diese Rezession eine Deflation mit sich bringt, also einen allgemeinen Preisverfall, der mit Geldpolitik kaum mehr zu kurieren ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/peter-bofinger-keine-angst-vor-spekulationsblasen-a-902978.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Merkel + Hollande = Schr&ouml;der<\/strong><br>\nFrankreichs Pr&auml;sident Hollande und Kanzlerin Merkel haben erstmals gemeinsame EU-Initiativen vorbereitet. Sie fordern einen hauptamtlichen Eurogruppenchef, ein eigenes Euro-Budget und sogar eine gemeinsame Banken-Abwicklung. Ist dies der Auftakt zu &ldquo;Merkollande&rdquo; &ndash; oder nur ein Wahlkampfman&ouml;ver?<br>\nEs hatte sich schon seit einigen Tagen angedeutet: Die Eiszeit zwischen Merkel und Hollande geht zu Ende. Erst lobte Hollande die Agenda 2010, dann k&uuml;ndigte Merkel eine gemeinsame Jobinitiative an, die gro&szlig;spurig &ldquo;New Deal&rdquo; genannt wurde.<br>\nNun, nach dem Besuch der Kanzlerin in Paris, ist es offiziell. Das ungleiche Paar will &ldquo;gemeinsam f&uuml;r ein gest&auml;rktes Europa der Stabilit&auml;t und des Wachstums&rdquo; eintreten, hei&szlig;t es auf der Website der Kanzlerin.<br>\nDie vereinbarte Aktionsprogramm hat es in sich. Hollande hat einige Punkte machen k&ouml;nnen: Er bekommt seinen hauptamtlichen Eurogruppen-Chef, sein Euro-Budget, seine Banken-Abwicklung.<br>\nMerkel hat aber auch abger&auml;umt. Sie hat es geschafft, Frankreich auf &ldquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; und &ldquo;Stabilit&auml;t&rdquo; zu verpflichten. Auch ihr schon gescheitert geglaubter Wettbewerbs-Pakt scheint nun wieder m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/merkel-hollande-schroder\/\">Lost in EUrope<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Statistisches Bundesamt: Deutscher Einzelhandel kommt nicht in Schwung<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarkt ist robust, die Tarifl&ouml;hne steigen und die Menschen sind konsumfreudig. Dennoch schw&auml;chelt der Einzelhandel. Besonders die Textilbranche trifft der lange Winter hart.<br>\nDer deutsche Einzelhandel ist schwach ins Fr&uuml;hjahr gestartet. Die Unternehmen machten im April &uuml;berraschend weniger Gesch&auml;ft als im M&auml;rz, der Branchenumsatz sank nominal und preisbereinigt um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das ist das dritte Minus im Monatsvergleich in Folge. Volkswirte hatten mit einem realen Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich zogen die Ums&auml;tze jedoch erstmals seit Januar wieder an. Sie stiegen nominal um 3,2 Prozent, real um 1,8 Prozent.<br>\nDer April 2013 hatte allerdings auch zwei Verkaufstage mehr als der entsprechende Vorjahresmonat. Aus Sicht des Verbands HDE laufen die Gesch&auml;fte im Einzelhandel stabil. &bdquo;Die Entwicklung in den ersten vier Monaten liegt exakt auf unserer Prognose. Wir erwarten im Gesamtjahr ein nominales Plus von 1,0 Prozent&ldquo;, sagte HDE-Sprecher Kai Falk. Von Januar bis April wurden im deutschen Einzelhandel nominal 1,1 Prozent mehr und real 0,2 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/statistisches-bundesamt-deutscher-einzelhandel-kommt-nicht-in-schwung-12202469.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Eigentlich ist diese &ldquo;&Uuml;berraschung&rdquo; keinen Kommentar wert. H&ouml;chstens noch, da&szlig; f&uuml;r den HDE laut Sprecher f&uuml;r 2013 ein nominales Plus von 1,0 Prozent (also ein reales Minus von 0,2 Prozent, ein weiteres Schrumpfen) prognostiziert, also das Gegenteil des von der GfK herbeigeredeten&rdquo;Kaufrauschs&rdquo;. Wie pa&szlig;t denn diese Prognose zu den Jubelmeldungen &uuml;ber sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Tarifl&ouml;hne und ausgabefreudige Verbraucher?<\/em><br>\n<em>Der Teaser ist Realsatire: &ldquo;Der Arbeitsmarkt ist robust, die Tarifl&ouml;hne steigen und die Menschen sind konsumfreudig. Dennoch schw&auml;chelt der Einzelhandel.&rdquo; Wenn die Widerspr&uuml;che zwischen Voraussetzung und Ergebnis so gro&szlig; sind und in der Realit&auml;t die Konsumausgaben sinken, mu&szlig; man dann nicht die logische Schlu&szlig;folgerung ziehen, da&szlig; die Menschen eben doch nicht so konsumfreudig sind? Vielleicht weil der Arbeitsmarkt doch nicht so robust ist und die Steigerungen der Tarifl&ouml;hne doch nicht so berauschend und sowieso nur die H&auml;lfte der Arbeitnehmer betreffen? Und weil selbst bei leicht steigenden Tarifl&ouml;hnen ein immer gr&ouml;&szlig;erer Anteil des &ldquo;Nettolohns&rdquo; f&uuml;r die private Absicherung von Alter und Krankheitskosten draufgeht?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Adi&oacute;s, Dicke Bertha!<\/strong><br>\nWolfgang Sch&auml;uble sorgt sich um die hohe Liquidit&auml;t im globalen Finanzsystem. Denn die Notenbanker in Amerika und Japan pumpen Woche f&uuml;r Woche ihre Gesch&auml;ftsbanken mit Geld voll. Komisch nur, dass unser Finanzminister es noch nicht gemerkt hat, wie im Euroland die Milliarden an Liquidit&auml;t verschwinden &ndash; einfach so. Hier vernichtet die EZB fast schon t&auml;glich Milliarden an Zentralbankgeld.<br>\nUnd ich glaube, wir m&uuml;ssen dringend einmal &uuml;ber Geld reden. Doch zun&auml;chst erkl&auml;ren wir erst einmal folgende Grafik hier:\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130529-dicke-bertha.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Es war das Schreckgespenst aller Hyperinflations-Fanatiker in Deutschland: Die Banken im Euro-Raum liehen sich im Dez&rsquo;11 und im Feb&rsquo;12 rund 1000 Mrd. Euro von der EZB &ndash; f&uuml;r maximal drei Jahre. Erst seit Januar 2013 k&ouml;nnen sie dieses Geld wieder zur&uuml;ckzahlen. Doch schon davor &ndash; seit Sommer 2012 &ndash; reduzieren die Institute ihre &uuml;brigen Leihgesch&auml;fte bei der Notenbank.<br>\nUnterm Strich ist die Dicke Bertha, wie Mario Draghi die 1000 Mrd. &euro; getauft hatte, seit vergangener Woche wieder zur&uuml;ckgezahlt  worden&hellip; Das liegt daran, dass von den 1000 Mrd. &euro; die H&auml;lfte gar keine neuen EZB-Kredite waren sondern nur alte Darlehen ersetzte. Netto borgten sich die Kreditinstitute im Dez&rsquo;11 und Feb&rsquo;12 also nur eine Summe von 500 Mrd. &euro;. Und diese Summe ist seit vergangener Woche einfach wieder verschwunden&hellip; Ohne einen Hauch von Hyperinflation&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weitwinkelsubjektiv.com\/2013\/05\/30\/adios-dicke-bertha\/\">WeitwinkelSubjektiv<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das Konzept der staatlichen  Souver&auml;nit&auml;t unter Druck<\/strong><br>\nSeit Beginn der Wirtschaftskrise,  verzichtete paradoxerweise die Europ&auml;ische Kommission auf eigenst&auml;ndige Gedankeng&auml;nge, und formte  stattdessen einen besonders missklingenden  Chor  unter der Leitung der deutschen Dirigentin. Der Kanon der Irrt&uuml;mer war  in diesem Falle missklingender als sonst.<br>\nDemzufolge  verwunderte es kaum,  sich da&beta; als Resultat, nur  drakonische Sparmassnahmen ergaben, die fast wie ein Strafakt den verschuldeten L&auml;ndern der Eurozone in Form einer  einheitlich verabreichten Therapie auferlegt wurden.<br>\nIn einer f&uuml;r europ&auml;ischen Veh&auml;ltnisse einzigartigen Weise, kollidierten nunmehr was die Verwaltung der Krise angeht, die  Notwendigkeiten und Erfordernisse der Wirtschaft mit den  Vorstellungen und Ideen der Demokratie ,  ungew&ouml;hnlich hart aufeinander. Tats&auml;chlich diktierte die Wirtschaftskrise,  Navigationsregeln die auf die Wiederherstellung der Geldwertstabilit&auml;t ausgerichtet waren, zu Lasten allerdings jeglicher demokratischen Werte. Im Anschlu&beta;  daran  zog eine neue Welt, eine andere &Auml;ra nach Europa ein.  Gleichwohl sehen und sp&uuml;ren die politischen F&uuml;hrer Europas diese Entwicklungen, k&ouml;nnen allerdings deren Folgen nicht exakt einkalkulieren. Dementsprechend, verwenden sie nach wie vor, die  EU-Institutionen zur Befriedigung enger nationaler Interessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130529_souveranitaet.pdf\">Dimitris Kotroyannos [PDF &ndash; 95.7 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche Politiker und Medien &ndash; ungebildet, ungehobelt, unheimlich<\/strong><br>\nSeit Monaten &uuml;bt die deutsche Politik nun schon Druck auf Frankreich aus, der deutschen Agenda 2010 zu folgen: den Arbeitsmarkt zu deregulieren, sprich, Arbeitnehmerrechte abzubauen und die Gewerkschaften zu schw&auml;chen, die Staatsquote, der Anteil der Staatsausgaben an der Wirtschaftsleistung, zur&uuml;ckzufahren und die Lebensarbeitszeit zu verl&auml;ngern bzw. die Renten zu k&uuml;rzen. Bundesfinanzminister Sch&auml;uble wollte im vergangenen Jahr gar schon unsere &ldquo;Wirtschaftsweisen&rdquo;, die mit ihren Rezepten und Konjunkturprognosen regelm&auml;&szlig;ig schon f&uuml;r Deutschland daneben liegen, ein Gutachten f&uuml;r frankreich erstellen zu lassen. Gestern hat diese &ndash; gemessen an der &ouml;konomischen und politischen Wirklichkeit &ndash; deutsche &Uuml;berheblichkeit einen neuen H&ouml;hepunkt erreicht. Begleitet werden die Angriffsfanfaren gegen den franz&ouml;sischen Nachbarn dabei von einer unkritischen und der deutschen Politik in nichts nachstehenden Selbstgerechtigkeit der meisten deutschen Medien. Auch das erinnert sehr stark an die Rolle der Medien bei der Entstehung der Agenda 2010.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/05\/deutsch-franzosische-beziehungeneurokrise-deutsche-politiker-und-medien-ungebildet-ungehobelt-unheimlich\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Justice for All or Justice for Sale?<\/strong><br>\nWe might have thought that it would be hard to top the Obama Administration&rsquo;s recent fiascos with respect to the administration of justice. So far the hit parade includes the IRS&rsquo;s &ldquo;unintentional&rdquo; persecution of small-fry Tea Party groups, the US Department of Justice&rsquo;s (DOJ&rsquo;s)  warrantless spying on a score of AP journalists, and overzealous prosecutions of a record number of whistleblowers, the 27-year old computer genius* Aaron Swartz, and an 83-year old Catholic nun.   Of course all this prosecutorial zeal is a marked contrast to the failure to convict or criminally prosecute even a single senior banker for helping to produce and direct the post-2007 global financial crisis.<br>\nBut now,  according to several credible reports, Eric Holder, the Attorney General, and Jacob Lew, the ex-Citi banker who now heads the US Treasury, may be on the brink of surpassing even this dubious track record. If these reports are to be believed, they may be on the brink of signing a &ldquo;sweetheart&rdquo; deal with Switzerland and its pirate bankers&mdash;with the indulgence of the White House and the enthusiastic support of some of Obama&rsquo;s biggest guns on Wall Street.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.the-american-interest.com\/article-bd.cfm?piece=1429\">The American Interest<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zweifel am deutschen Jobwunder<\/strong><br>\n68 Prozent aller Erwerbslosen sind in Deutschland von Armut bedroht &ndash; das ist ein europ&auml;ischer Spitzenwert. Im EU-Durchschnitt betr&auml;gt der Anteil nur 46 Prozent. Die Hartz-Reformen wirken: Arbeitslosengeld bekommen nur noch relativ wenige Menschen, zwei Millionen Arbeitslose m&uuml;ssen sich mit Hartz IV begn&uuml;gen.<br>\nDer Niedriglohnsektor hat enorme Ausma&szlig;e erreicht und ist um ein Vielfaches gr&ouml;&szlig;er als etwa in Frankreich. 4,8 Millionen Menschen &ndash; das sind elf Prozent aller Erwerbst&auml;tigen &ndash; haben ausschlie&szlig;lich einen Minijob, manche freiwillig, viele w&uuml;rden gern mehr arbeiten. Wer behauptet, solche Opfer seien auch in anderen L&auml;ndern alternativlos, erz&auml;hlt M&auml;rchen. Richtig ist, dass die L&ouml;hne in s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern zu stark gestiegen sind. Doch diese Fehlentwicklung ist vielerorts korrigiert. Und die aktuell hohe Arbeitslosigkeit in S&uuml;deuropa ist vor allem der Rezession und Sparpolitik geschuldet und l&auml;sst sich nicht allein mit Arbeitsmarktreformen bek&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/kommentar-zweifel-am-deutschen-jobwunder,1472602,23075778.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Tarifabschl&uuml;sse zwischen 2 und 4 Prozent<\/strong><br>\nDie Tarifrunde 2013 ist inzwischen weit fortgeschritten. In rund 20 gr&ouml;&szlig;eren Branchen<br>\nund Tarifbereichen liegen Tarifabschl&uuml;sse vor (siehe &Uuml;bersicht am Ende der Pressemitteilung)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2013_05_31.pdf\">WSI Tarifarchiv [PDF &ndash; 45.2 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In der Tabelle sind besonders die Differenzen zwischen den Forderungen und den Verhandlungsergebnissen bemerkenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Menschen mit Behinderung: Sparen verboten!<\/strong><br>\nF&uuml;r behinderte Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, wird der Kontostand nie die Grenze von 2.600 Euro &uuml;berschreiten. Weil sie oberhalb dieser Summe nichts besitzen d&uuml;rfen. Vor dem Gesetz ist also offiziell jeder Mensch gleich, es sei denn, er ist schwerstbehindert.<br>\nDie durch schwere Spastiken schwerstbehinderte Ursula T. hat alles richtig gemacht. Einerseits. Sie hat ein ausgezeichnetes Abitur hingelegt, Jura studiert und einen gut bezahlten Job bei der Bremer Baubeh&ouml;rde erhalten. Auf ihren Verdienst zahlt sie entsprechend hohe Steuern und Sozialabgaben. Und hier kommt das Andererseits: F&uuml;r die Pflege, die sie auf Grund ihrer Behinderung braucht, muss sie einen Teil selbst zahlen. Doch damit nicht genug. Ursula T. darf kein Geld ansparen. Das ist von vornherein nur bedingt m&ouml;glich, denn ab einem Nettoverdienst von 1.400 Euro werden vom Staat bis zu 40 Prozent abgezogen. Je h&ouml;her ihr Einkommen, desto gr&ouml;&szlig;er die Abz&uuml;ge vom ausgezahlten Gehalt. Bei 2.000 Euro netto sind das 240 Euro, bei bei 3.000 Euro 640 Euro, bei 4.000 Euro 1.030 Euro und so weiter. Im konkreten Fall von Ursula T. betr&auml;gt ihr Nettoeinkommen 2.300 Euro, ihr Freibetrag jedoch wurde auf lediglich 1.100 Euro festgelegt. Nach Abzug der staatlichen Abgabe, der Miete, Ausgaben f&uuml;r Hilfen und weiteren Kosten bleiben ihr faktisch jeden Monat 700 Euro.<br>\nW&uuml;rde Ursula T. sparsam haushalten, k&ouml;nnte sie wohl trotzdem etwas beiseite legen. Beispielsweise um sich irgendwann einen Urlaub zu g&ouml;nnen, ein neues (behindertengerechtes) Auto zu kaufen oder auch, um f&uuml;rs Alter vorzusorgen (wie lange das bei diesem Budget auch dauern m&ouml;ge). Doch ihr Verm&ouml;gen darf 2.600 Euro nicht &uuml;bersteigen. Alls, was dar&uuml;ber liegt, kassiert der Staat ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/10092\/menschen-mit-behinderung-sparen-verboten\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Justizversagen im Fall Mollath &ndash; Wenn die Fehler zum Himmel schreien<\/strong><br>\nGeht ein Notruf ein, m&uuml;ssen Feuerwehr und Krankenwagen innerhalb weniger Minuten zu Hilfe kommen. Der Antrag auf Wiederaufnahme im Prozess von Gustl Mollath ist ebenfalls eine Art Notruf, vor 15 Wochen ist er bei Gericht eingegangen. Dass bisher nichts geschehen ist, ist schwer begreiflich. [&hellip;]<br>\nSp&auml;testens seit dem 18. M&auml;rz l&auml;uft die Hilfsfrist. Aber die Justiz in Gestalt der 7. Strafkammer am Landgericht Regensburg, ist (um im Sprachgebrauch der Rettungsdienste zu blieben) noch nicht einmal ausger&uuml;ckt. Soeben hat sie es abgelehnt, die Strafvollstreckung gegen Mollath zu unterbrechen, ihn also wenigstens vor&uuml;bergehend aus der Psychiatrie zu entlassen. Begr&uuml;ndung: Wegen der &ldquo;Komplexit&auml;t&rdquo; der Angelegenheit sehe man sich zu einer &ldquo;hinreichend konkreten Einsch&auml;tzung&rdquo; noch nicht in der Lage. Komplex? Da ist man als Beobachter erst einmal perplex. Und dann fragt man sich, wie es diese Richter mit dem &ldquo;Lex&rdquo;, also dem Gesetz halten. Recht, Gesetz und Verfassungsgericht verbieten jede Saumseligkeit, wenn es um Freiheitsentzug geht. Im Fall Mollath geht es nicht darum, ob ein Goldbarren zu Unrecht beschlagnahmt bei den Asservaten liegt. Es geht darum, dass ein Mensch seit sieben Jahren wom&ouml;glich zu Unrecht in der Psychiatrie sitzt.<br>\nIn Regensburg ruhen sich Richter auf den bisherigen Verfahrensfehlern aus. Das ist schwer ertr&auml;glich. Die Justiz, die im Fall Mollath so viel geschlampt hat, hat Pflichten aus vorangegangenem &uuml;blen Tun: Die erste Pflicht besteht darin, rasch &uuml;ber die Wiederaufnahme zu entscheiden. Und die einstweilige Unterbrechung der Psychiatrie-Haft w&auml;hrend der einschl&auml;gigen Pr&uuml;fung w&auml;re eine kleine Entschuldigung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/justizversagen-im-fall-mollath-wenn-die-fehler-zum-himmel-schreien-1.1684317\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><strong>dazu: Der Fall Mollath und die n&auml;her r&uuml;ckende Landtagswahl<\/strong><br>\nN&auml;chste Woche ist Mollath-Woche. Da gibt es eine Doku in der ARD, ein Buch und vielleicht sogar eine Gerichts-Entscheidung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/59106\/der-fall-mollath-und-die-naher-ruckende-landtagswahl\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+carta-standard-rss+%28Carta%29\">Carta<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gesch&auml;ft mit dem Tod<\/strong><br>\nJ&uuml;rgen Gr&auml;sslin gilt als der profilierteste deutsche R&uuml;stungsgegner. In seinem neuen &bdquo;Schwarzbuch Waffenhandel&ldquo; benennt der Friedensaktivist aus Freiburg Verantwortliche aus Politik und R&uuml;stung. Baden-W&uuml;rttemberg spielt ganz vorne mit im Gesch&auml;ft mit dem Tod.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/pulsschlag\/113\/geschaeft-mit-dem-tod-465.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Pipelineistan and the New Silk Road(s)<\/strong><br>\nAsk Western elites &ndash; oh, those were the days, in the 17th century, when the rise of European sea powers led to the collapse of the caravan trade and the end of the Silk Road as Europe found a cheaper &ndash; and safer &ndash; way of trading between East and West.<br>\nNow, centuries after Tang armies establishing nodes all over Central Asia as far as Khorasan in northeast Iran, the 21st century Silk Road(s) are back. The camels now wear iPads, with the Persian Gulf as a high-tech caravanserai.<br>\nSi chou zhi lu (&ldquo;Silk Road&rdquo; in Mandarin). What&rsquo;s in a name? Trouble. A lot of trouble. At least if you ask the Pentagon, which places most of these roads &ndash; from the Persian Gulf to Central Asia and even the South China Sea &ndash; smack in the middle of its famous &ldquo;arc of instability&rdquo;. In parallel, in rising Eastern latitudes, it&rsquo;s Dream Team time: and the name of the game is Eurasian integration.<br>\nWho&rsquo;s the real Iron Man in this picture? It has to be Beijing Man, expanding his economy at a dizzying pace, securing all the resources he needs &ndash; not only oil and gas but by being the world&rsquo;s largest consumer of aluminum, copper, lead, nickel, zinc, tin, iron ore &ndash; and breathlessly moving global power tectonic plates.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.atimes.com\/atimes\/Central_Asia\/CEN-01-310513.html\">Asia Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Hungerlohn unterm Stern<\/strong><br>\nDaimler l&auml;sst sich den Bau seiner Autos vom Steuerzahler subventionieren. Ein Teil der Arbeiter am Flie&szlig;band verdient so wenig, dass er Anspruch auf Hartz IV hat. Jetzt ist Christine Hohmann-Dennhardt gefragt, im Vorstand zust&auml;ndig f&uuml;r &bdquo;Integrit&auml;t und Recht&ldquo;. Es war ein schwarzer Tag f&uuml;r Daimler-Boss Dieter Zetsche (60).<br>\nDie ARD hatte zur besten Sendezeit enth&uuml;llt, dass bei Daimler in Stuttgart-Untert&uuml;rkheim Hungerl&ouml;hne bezahlt werden.<br>\nDer Trick: Scheinwerkvertr&auml;ge. F&uuml;r die Programmiererin Christa Hourani (56) und den Techniker Georg Rapp (57) dagegen war dies ein guter Tag, weil das Thema damit endlich einer gro&szlig;en &Ouml;ffentlichkeit bekannt wurde. Auch sie hatten als Werkvertragler ihre &ldquo;Karriere&rdquo; bei Daimler begonnen.<br>\nSeither k&auml;mpfen sie dagegen an. Meist vergeblich&hellip;&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/macht-markt\/113\/hungerlohn-unterm-stern-464.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der SPIEGEL und die hohe Kunst des Tendenzjournalismus<\/strong><br>\nDer Spiegel macht in seiner aktuellen Ausgabe (22\/2013) mit dem rei&szlig;erischen Titel &ldquo;Bordell Deutschland &ndash; Wie der Staat Frauenhandel und Prostitution f&ouml;rdert&rdquo; auf. Tenor des Artikels: Prostituierte werden in noch st&auml;rkerem Ma&szlig;e als fr&uuml;her von Zuh&auml;ltern und Menschenh&auml;ndlern ausgebeutet, wof&uuml;r ma&szlig;geblich das Prostitutionsgesetz aus dem Jahre 2001 verantwortlich sei&hellip;<br>\nDer zentrale Kritikpunkt am Artikel des SPIEGEL ist aber ein anderer. Denn der Text befasst sich im Wesentlichen gar nicht mit Zuh&auml;lterei, sondern mit dem, was man juristisch als Zwangsprostitution bezeichnet. Und an diesem Punkt ist die Darstellung des SPIEGEL geradezu grotesk falsch.<br>\nWas den Menschenhandel betrifft, so ist dieser nat&uuml;rlich strafbar. Das Strafgesetzbuch enth&auml;lt in &sect; 232 StGB sogar eine eigene Strafvorschrift zum sog. Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Der Strafrahmen dieser Vorschrift betr&auml;gt sechs Monate bis 10 Jahre. Diese Vorschrift wurde erst 2005 eingef&uuml;hrt und beinhaltet im Vergleich zu ihrer Vorg&auml;ngerregelung des &sect; 180b StGB (a.F.) eine deutliche Versch&auml;rfung, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich des Strafrahmens.<br>\nDa mit dieser Vorschrift gerade die sog. Zwangsprostitution &ndash; um die es im Artikel des SPIEGEL eigentlich geht &ndash; strafrechtlich erfasst wird, ist der gesamte Grundtenor des Spiegeltitels unrichtig&hellip;<br>\nEs stellt sich deshalb die Frage, weshalb der SPIEGEL eine bekannte konservative, um nicht zu sagen reaktion&auml;re, Position &uuml;bernimmt und sodann mit einer falschen Darstellung der Fakten untermauert. Geht es hier nur um den rei&szlig;erischen Aufmacher? Mit seri&ouml;sem Journalismus hat das jedenfalls nichts zu tun. Das was der SPIEGEL hier anbietet, ist nichts anderes als Tendenzjournalismus in Reinkultur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.internet-law.de\/2013\/05\/der-spiegel-und-die-hohe-kunst-des-tendenzjournalismus.html\">Internet Law<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu wenig Profil &ndash; Pr&auml;miertes Wirtschafts-Schulbuch zeigt schwere M&auml;ngel<\/strong><br>\nVertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsverb&auml;nden und Wirtschaftswissenschaften versehen ihre Schulmaterialien gern mit einem eigenen &bdquo;G&uuml;tesiegel&ldquo;. Damit soll Lehrkr&auml;ften glauben gemacht werden, die Materialien seien von fachlicher und didaktischer Qualit&auml;t und k&ouml;nnten bedenkenlos im Unterricht eingesetzt werden. Dass dem oft nicht so ist, zeigt eine Analyse des &ndash; von Wirtschaftsseite &ndash; preisgekr&ouml;nten Buchs &bdquo;Praxis Wirtschaft Profil&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/schule.dgb.de\/++co++1a29719c-b286-11e2-b9f5-00188b4dc422\">DGB<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-17448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17448"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17454,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17448\/revisions\/17454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}