{"id":1752,"date":"2006-10-05T16:14:40","date_gmt":"2006-10-05T14:14:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1752"},"modified":"2006-10-06T16:41:45","modified_gmt":"2006-10-06T14:41:45","slug":"hinweise-des-tages-240","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1752","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>F&uuml;r Interessierte: Viele neue Daten in Sozialpolitik aktuell in Deutschland<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tabellen_uebersichtlink.shtml\">Sozialpolitik aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>Zur Dimension und Bedeutung von Teilzeitarbeit und Teilzeitarbeitslosigkeit<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.memo.uni-bremen.de\/docs\/m2606.pdf\">Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik [PDF &ndash; 295 KB]<\/a><\/li>\n<li>\n<strong>Norbert Reuter: Arbeitslosigkeit ist bei Keynes eine zwangsl&auml;ufige Folge unregulierter wirtschaftlicher Expansion.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.memo.uni-bremen.de\/docs\/m2806.pdf\">Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik [PDF &ndash; 160 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Arbeit in Billiglohn-L&auml;ndern ist einer US-Studie zufolge meist teurer als auf ersten Blick. Die niedrigere Produktivit&auml;t fresse die Lohnvorteile in aufstrebenden Wirtschaftsnationen oft wieder auf.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/nachrichten\/studie\/75961.asp\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Man sollte auch solchen Studien nicht zu viel Glauben schenken, aber immerhin mal ein Kontrapunkt zu den g&auml;ngigen Thesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>F&uuml;hrende Wirtschaftspolitiker warnen den Airbus-Mutterkonzern EADS davor, Arbeitspl&auml;tze von Deutschland nach Frankreich zu verlagern. Unterdessen reagierten gro&szlig;e Airlines ver&auml;rgert auf die erneute Verz&ouml;gerung bei der Auslieferung des Superjumbos A380.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/artikel\/570\/87483\/print.html\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Der ganze Popanz um die Gesundheitsreform dient vor allem dazu, den Versicherten das Geld aus der Tasche zu ziehen<\/strong><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/seiten\/2006\/40\/8561.php?print=1\">Jungle World<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/presse\/deutsch\/pk\/2006\/gesundheit_2004i.pdf\">Statistisches Bundesamt [PDF &ndash; 1.4 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Norbert Reuter &uuml;ber Harald Klimentas Buch &bdquo;Lichtblicke&ldquo;: Lichtblicke im dunklen, neoliberalen Wald<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/_inc\/_globals\/print.php?em_cnt=981917&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell&amp;em_ivw=fr_wirstart&amp;em_client=fr&amp;em_site_color=1&amp;em_site_style=1&amp;em_site_template=1&amp;em_site_text=1\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Wenn Sie mal wieder Klagen &uuml;ber die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen h&ouml;ren, dann verweisen Sie doch auf das neu eingef&uuml;hrte Kindergeld: Es benachteiligt Studierende mit Kind.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/presse\/41576.html\">freier zusammenschluss von studentinnenschaften fzs<\/a><\/li>\n<li><strong>Deregulierung: EU will Verpackungsnormen abschaffen. Warum eigentlich?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/591778.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>BILD macht Siemens Vorstandschef Klaus Kleinfeld innerhalb von zwei Wochen vom &ldquo;gierigen Raffke-Manager&rdquo; zum &ldquo;tatkr&auml;ftigen Helfer&rdquo;. Wie so was funktioniert?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/23\/23683\/1.html\">Telepolis<\/a><br>\nSiehe zur Symbolpolitik des Gehaltsverzichts des Siemens-Bosses<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/archiv.tagesspiegel.de\/drucken.php?link=archiv\/04.10.2006\/2815286.asp\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel warnt vor Substanzverlust<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-440554,00.html\">SPIEGEL ONLINE<\/a>\n<p><em>Kommentar von Roger Strassburg: Zum Tag der Deutschen Einheit warnt Kanzlerin Merkel vor Substanzverbrauch. Wie ein Land, das mehr aus dem Ausland einnimmt, als es ausgibt, die Substanz verbrauchen kann, sagt sie nat&uuml;rlich nicht.<br>\nVielleicht meint sie das Verscherbeln von Tafelsilber, wodurch Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmen finanziert werden. Aber auch das bleibt im Land, also von &ldquo;Substanzverbrauch&rdquo; im Bezug auf Deutschland kann keine Rede sein. F&uuml;r die gro&szlig;en Massen allerdings schon, denn das Volksverm&ouml;gen wird ihnen entzogen und an einige wenige vergeben. Nat&uuml;rlich darf auch das Mantra von der Entkoppelung des Gesundheitswesens von den Arbeitskosten nicht fehlen. Glaubt sie wirklich, Arbeitnehmer w&uuml;rden ihr Leben aus etwas anderes als ihrer Arbeitsverg&uuml;tung finanzieren. Oder soll das Geld einfach vom Himmel fallen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Joseph Stiglitz: Vorschl&auml;ge zur Bek&auml;mpfung der &Uuml;berschuldung der USA:<br>\nErh&ouml;hung der Steuern f&uuml;r h&ouml;here Einkommen und die gleichzeitige Senkung am unteren Ende, damit die Konjunktur nicht abgew&uuml;rgt wird.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2006\/10\/03\/opinion\/03stiglitz.html?_r=1&amp;pagewanted=print&amp;oref=slogin\">New York Times<\/a> (Sie k&ouml;nnen sich kostenlos einloggen)<\/li>\n<li><strong>In der Verflechtungsfalle.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/10\/05\/a0150.1\/textdruck\">taz<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Ein typischer Kommentar &ndash; gar in der taz &ndash; wie die Konzeptionslosigkeit und das Scheitern der sog. Reformpolitik dem politischen System angelastet wird, statt einer rational nicht mehr nachvollziehbaren Sachpolitik. Unsere Demokratie ger&auml;t allm&auml;hlich wirklich in Gefahr, weil das Scheitern einer falschen Politik, dem demokratischen System angelastet wird.<\/em><\/p>\n<p>Kommentar eines Lesers: Der Autor sieht nicht, dass die &ldquo;reformorientierte Politik&rdquo; an ihre Grenzen st&ouml;&szlig;t. Im Zentrum der politischen Klasse scheint man zu ahnen , das jeder weitere Schritt auf dem neoliberalen Pfad in den Abgrund f&uuml;hrt, ist aber nicht in der Lage, den einst gepriesenen Rezepten abzuschw&ouml;ren. Dies ist nicht nur die Furcht vor Blamage oder Gesichtsverlust angesichts gravierender Fehler, sondern das klassische psychologisches Dilemma des Ideologen, der sein jahrelang gelebtes falsches Bewusstsein nicht einfach ablegen kann. Es geht nicht um ein &ldquo;strategisches Zentrum&rdquo; bzw. &ldquo;die Verkn&uuml;pfung und gleichgerichtete Orientierung von f&uuml;nf bis acht Entscheidern an zentralen Positionen in Partei, Fraktion und Regierung&rdquo;, sondern um die v&ouml;llige Unsicherheit &uuml;ber den Inhalt einer erfolgversprechenden Strategie. Vor diesem Hintergrund k&ouml;nnen die Ministerpr&auml;sidenten ihre billigen Spielchen treiben &ndash; und w&uuml;rden im Bundeskanzleramt vor den gleichen Problemen stehen.<\/p><\/li>\n<li><strong>CDU-Minister: Enteignet Eon<\/strong><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/10\/05\/a0135.1\/textdruck\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/10\/05\/a0138.1\/textdruck\">taz<\/a>\n<\/li>\n<\/ol><p><strong>Hinweis in eigener Sache: Am 2. 10. hatten wir in unseren Hinweisen folgenden Eintrag:<\/strong><\/p><p><strong>Ein Streik gegen uns alle?<\/strong><br>\nTAZ-Redakteur Thorsten Denkler bezeichnet den Arbeitskampf der Eisenbahner als politisch und somit illegal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/09\/30\/a0224.1\/textdruck\">TAZ<\/a><br>\nKommentar: Der Autor hat ein merkw&uuml;rdiges Verst&auml;ndnis vom im Grundgesetz garantierten Streikrecht, f&uuml;r L&ouml;hne soll man streiken d&uuml;rfen, f&uuml;r den Arbeitsplatz aber nicht?<\/p><p>Dazu schrieb uns Eckehard Rosenbaum eine Anmerkung, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:<\/p><blockquote><p>Liebe Redaktion der Nachdenkseiten,<\/p>\n<p>eine etwas differenziertere Kommentierung des TAZ-Kommentars zu den angek&uuml;ndigten Streiks bei der Bahn w&auml;re angeraten gewesen, geht es doch um mehr (und anderes), als eine Besch&auml;ftigungsgarantie f&uuml;r einen Teil der Bahnmitarbeiter. Insofern greift WLs Meinung, die TAZ bestreite den Bahnern das Recht, f&uuml;r ihren Arbeitsplatz zu streiken eindeutig zu kurz. Hier die wichtigsten Gr&uuml;nde (die auch den anderen Lesern der Nachdenkseiten nicht vorenthalten werden sollten):<\/p>\n<ol>\n<li>Der Streik richtet sich nicht gegen das Bahnmanagement, sondern gegen den Eigent&uuml;mer, also uns alle vertreten durch den Deutschen Bundestag. Das Bahnmanagement m&ouml;chte n&auml;mlich genau das gleiche wie die Gewerkschaft &ndash; einen Teilverkauf der Infrastruktur statt deren Verbleib in &ouml;ffentlichem Eigentum. Die Privatisierung &ouml;ffentlichen Eigentums haben die Nachdenkseiten zu recht kritisiert. Warum jetzt diese Zur&uuml;ckhaltung? Auch Gewerkschaften k&ouml;nnen sich irren&hellip;<\/li>\n<li>Bereits merkw&uuml;rdig genug ist es, dass sich ausgerechnet eine Gewerkschaft f&uuml;r die Privatisierung &ouml;ffentlicher Infrastruktur stark macht. Noch merkw&uuml;rdiger ist die Erwartung, ein privater Investor w&uuml;rde im Bereich Infrastruktur mehr Personal besch&auml;ftigen als die &ouml;ffentliche Hand. Im &uuml;brigen ist in den vergangenen Jahren bereits kr&auml;ftig Personal abgebaut worden, auch als Ergebnis der Stilllegung mehrerer Tausend Kilometer Schiene. Es w&auml;re geradezu absurd zu glauben, diese Praxis w&uuml;rde sich bei einer Teilprivatisierung ins Gegenteil verkehren oder zumindest zum Stillstand kommen.<\/li>\n<li>Bleibt also nur die Erwartung, die Bahn k&ouml;nne als integrierter Konzern mehr Menschen Arbeit bieten als bei einer Aufteilung in verschiedene Gesellschaften inklusive diverser Mitbewerber aus dem In- und Ausland. Von Bahnchef Mehdorn werden an dieser Stelle gerne die ber&uuml;hmten Synergieeffekte zwischen Infrastruktur und Betrieb ins Feld gef&uuml;hrt. Diese Argumentation entbehrt jedoch einer stringenten Logik, von der schwachen Faktenlage ganz abgesehen. G&auml;be es die behaupteten Synergieeffekte wirklich, dann w&auml;re unerkl&auml;rlich, warum sich mittlerweile eine Vielzahl von durchaus respektablen Bahngesellschaften auf deutschen Schienen tummelt, unter anderem die SBB aus der Schweiz (Frage: Wo bleiben die Interessen der dort Besch&auml;ftigten?). Andererseits w&auml;re nicht einzusehen, warum die Synergieeffekte &ndash; so sie denn existierten &ndash; nur dem Platzhirsch zugute kommen sollten. Ebenso gut k&ouml;nnte man mit diesem Argument das Telefonnetz der exklusiven Nutzung durch die Deutsche Telekom vorbehalten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Fazit: W&uuml;rde sich der Streik gegen die Privatisierung als solche richten, k&ouml;nnte man daf&uuml;r Verst&auml;ndnis haben. Es bliebe aber dennoch ein Versuch, den demokratisch gew&auml;hlten Souver&auml;n unter Druck zu setzen. Die Privatisierung an sich ist jedoch genau nicht das Thema. Vordergr&uuml;ndig geht es um Arbeitspl&auml;tze, im Kern jedoch um die Frage, ob eine auf absehbare Zeit auf &ouml;ffentliche Zusch&uuml;sse angewiesene Infrastruktur dem Gewinnkalk&uuml;l privater Investoren unterworfen werden sollte. Die Erfahrungen in vielen L&auml;ndern sprechen eindeutig dagegen. Wir sollten deren Fehler nicht wiederholen.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1752","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1752"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1752\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}