{"id":17578,"date":"2013-06-13T08:51:06","date_gmt":"2013-06-13T06:51:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17578"},"modified":"2013-06-13T08:51:06","modified_gmt":"2013-06-13T06:51:06","slug":"hinweise-des-tages-1899","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17578","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Mollath bleibt in der Psychiatrie &ndash; Skandal&ouml;se Entscheidung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Bayern &ndash; Bitte weitergehen, hier gibts nichts zu sehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Griechenland schlie&szlig;t Rundfunkanstalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Entschlie&szlig;ung des Europ&auml;ischen Parlaments zur Lage in der T&uuml;rkei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Es geht nicht nur um Deutschland: Das falsche Gericht entscheidet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Simon Johnson: Die Kinder des Sparens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Deutschland hat siebtgr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor in der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">CDU stoppt Bundeskanzlerin Merkel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Soziale Vielfalt: Der Staat ist kein Vorbild<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Webseite bietet Sklaverei-Check-up<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">&Uuml;ber die Opfer Flutkatastrophe: Anspruch statt Barmherzigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stadtschloss-Grundsteinlegung: Unser Palast der Republik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">R&auml;tsel um m&ouml;glichen NSU-Anschlag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">&ldquo;Blut und Ehre.Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Trauerspiel mu&szlig; beendet werden: Letzte Chance f&uuml;r Abstimmung &uuml;ber Abgeordetenbestechung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Walter Jens: Eine Instanz politischer Querulanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">JFK&rsquo;s Presidential Courage&mdash;June 10, 1963<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Das Letzte: Kleines Welt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Mollath bleibt in der Psychiatrie &ndash; Skandal&ouml;se Entscheidung<\/strong><br>\nDer Zeitpunkt ist verst&ouml;rend. Keine 24 Stunden nach dem Auftritt von Gustl Mollath vor dem Landtag erkl&auml;rt nun die Strafvollstreckungskammer Bayreuth: Mollath bleibt weggesperrt. Noch verst&ouml;render ist die Begr&uuml;ndung. Der Psychiater, der f&uuml;r das letzte Gutachten verantwortlich zeichnet, aufgrund dessen Mollath in der Psychiatrie bleiben muss,&nbsp;dieser Gutachter f&uuml;hle sich &ldquo;extrem beeintr&auml;chtigt&rdquo; von den negativen Reaktionen auf seine Arbeit. Das Gericht hatte ihn im Lichte der neuen Erkenntnisse mit einer erg&auml;nzenden Stellungnahme beauftragt, diese verweigert der Gutachter nun&nbsp;offenbar. Es ist verwerflich, sollte dieser Psychiater tats&auml;chlich, wie er es behauptet, &ldquo;wellenartig in &uuml;belster Weise als Verbrecher beschimpft&rdquo; worden sein. Vor dem Hintergrund eines Menschen aber, der seit mehr als sieben Jahren wom&ouml;glich zu Unrecht gegen seinen Willen in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie leben muss &ndash; vor diesem Hintergrund wirkt diese Begr&uuml;ndung nicht nur larmoyant. Sie ist schlicht&nbsp;skandal&ouml;s. Nicht nur das. Ein neues Gutachten gibt es also nicht, weil es dem Gutachter nicht gut geht, argumentiert das Bayreuther Gericht. Und ein neues Urteil &uuml;ber Mollath gibt es auch nicht, weshalb man an die &ldquo;rechtskr&auml;ftigen Tatsachenfeststellungen&rdquo; des N&uuml;rnberger Landgerichts von 2006 gebunden sei. Warum aber gibt es nichts Neues im Strafverfahren gegen Mollath? Weil sich das Regensb&uuml;rger Landgericht seit Monaten nicht in der Lage sieht, einem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Wiederaufnahme des Verfahrens stattzugeben.&nbsp;Diese Zirkelschl&uuml;sse sind unfassbar, sie machen sprachlos. Wurden reihenweise rechtsstaatliche Prinzipien &uuml;bergangen, als es darum ging, Mollath in die Psychiatrie zu bringen &ndash; so ziehen die Gerichte nun alle Register juristischer Spitzfindigkeit, um zu verhindern, dass er aus der Psychiatrie wieder&nbsp;rauskommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/mollath-bleibt-in-der-psychiatrie-skandaloese-entscheidung-1.1694933\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Bayern &ndash; Bitte weitergehen, hier gibts nichts zu sehen<\/strong><br>\nJa, es ist Wahlkampf. Aber in Bayern w&auml;hlen die Leute doch eh die CSU. Daf&uuml;r sorgen Kirche, Schule und der Bayrische Rundfunk sowie ein Haufen anderer Medien. Es gibt auch aktuell, wo so vieles im Argen liegt, keinerlei Gefahr. Selbst der Verlust von 3 Prozent bei der neuesten Umfrage erlaubt immer noch eine komfortable Alleinregierung der CSU mit 6 Prozent Vorsprung. (&hellip;) Nein, es geht nicht um den Wahlkampf. Es geht um eine grunds&auml;tzliche Lebenseinstellung der Politik in Bayern. Sie und Ihre Auftraggeber aus dem Gro&szlig;kapital stehen weit &uuml;ber den Gesetzen und dem Recht. (&hellip;) Nein, Herr Seehofer. Wir werden nicht weitergehen und wegsehen. Die Menschen haben Sie und Ihre Leistungselite, die in Wirklichkeit eine Abzockelite ist, fest im Blick. Das mag im Moment f&uuml;r Sie in Bayern noch nicht gef&auml;hrlich sein. Aber das dachte Erdogan auch. NIcht weitergehen &ndash; genau hinschauen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/duckhome.de\/tb\/archives\/10982-Bayern-Bitte-weitergehen,-hier-gibts-nichts-zu-sehen.html\">Duckhome<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland schlie&szlig;t Rundfunkanstalt<\/strong><br>\n&ldquo;Was hier passiert, haben bisher nur Diktatoren gemacht&rdquo;<br>\nGriechenlands Regierung schlie&szlig;t pl&ouml;tzlich die staatliche Rundfunkanstalt ERT, die Besch&auml;ftigten sind entsetzt. Die Entscheidung habe &ldquo;doch nichts mehr mit Sparma&szlig;nahmen zu tun&rdquo;, klagen die Mitarbeiter. Die Ersch&uuml;tterung sitzt tiefer als bei einer gew&ouml;hnlichen Demonstration.<br>\nUm 23:11 drang ein kollektiver Schrei durch die Redaktionsr&auml;ume. Die Bildschirme in den B&uuml;ros waren pl&ouml;tzlich schwarz. Die Regierung hatte tats&auml;chlich wahr gemacht, &nbsp;was sie nur wenige Stunden zuvor angek&uuml;ndigt hatte: Die sofortige Abschaffung des staatlichen TV- und Radiosenders ERT (Ellenik&iacute; Radiophon&iacute;a Tile&oacute;rasi). Mehr als 2600 Mitarbeiter werden damit von einem Tag auf den anderen arbeitslos. Und es gibt vorerst nur noch&nbsp;Privatfernsehen.<br>\nUm sieben Uhr hatte der Regierungssprecher Simos Kedikoglou verk&uuml;ndet, in Zeiten des Sparens d&uuml;rfe es keine Tabus geben, das Staatsfernsehen sei ein klassisches Beispiel &ldquo;unglaublicher Verschwendung&rdquo; mit Kosten von 300 Millionen Euro im Jahr. Daraufhin erkl&auml;rte die Belegschaft ihr Geb&auml;ude f&uuml;r besetzt und rief die Zuschauer auf, zum Sendezentrum des ERT im Athener Vorort Agia Paraskevi zu kommen.<br>\nDrinnen weinten die Leute, drau&szlig;en verbrannten die Demonstranten EU-Fahnen und skandierten Slogans. Man k&ouml;nnte meinen: Demonstrationsfolklore as usual. Aber es war doch anders, die Ersch&uuml;tterung sa&szlig; tiefer als bei gew&ouml;hnlichen Demonstrationen. &ldquo;Nat&uuml;rlich&rdquo;, sagt Yannis Darras. &ldquo;Das hier hat doch nichts mehr mit Sparma&szlig;nahmen zu tun.&rdquo; Darras hat bestimmt nichts von einem Hitzkopf, graue Haare, 20 Jahre Berufserfahrung, ruhige Stimme. Aber er sagt: &ldquo;Was hier passiert, haben bisher nur Diktatoren gemacht. Haben Sie schon mal von einer Demokratie geh&ouml;rt, in der handstreichartig alle &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender geschlossen werden?&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/griechenland-schliesst-rundfunkanstalt-was-hier-passiert-haben-bisher-nur-diktatoren-gemacht-1.1694663\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kommt langsam nicht mehr umhin Griechenland, wie 1973 Chile, als Experimentierfeld der neoliberalen Politik anzusehen, in welchem ausprobiert wird wie weit man gehen kann. Offenbar sehr weit wie die Schlie&szlig;ung des &ouml;ffentlichen Rundfunks in Griechenland zeigt. In diesem Zusammenhang fragt man sich dann, wie kann der Hofjournalist Stefan Kornelius, wie gestern in der SZ, den t&uuml;rkischen Ministerpr&auml;sidenten Erdogan als autorit&auml;ren Machthaber brandmarken, ansonsten aber triefende Elogen auf Merkel verfassen, wo doch die brutale neoliberale Austerit&auml;tspolitik, die Griechenland faktisch zu einem Protektorat der sogenannten Troika gemacht hat, wesentlich durch die Bundesregierung mitbestimmt wird? Und es erscheint durchaus angebracht Merkel in einem Atemzug mit Erdogan zu nennen, da die griechische Regierung unter dem deutschen Austerit&auml;tsdiktat durch die Zerst&ouml;rung der Einrichtungen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge wie des Gesundheitssystems und jetzt des &ouml;ffentlichen Rundfunks, den Pfad demokratischer Legitimit&auml;t l&auml;ngst verlassen hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>T&uuml;rkische Rundfunkbeh&ouml;rde geht gegen kritische TV-Sender vor<\/strong><br>\nIm Gegensatz zu den gro&szlig;en Medienkonzernen berichten alternative TV-Sender in der T&uuml;rkei laufend &uuml;ber die Proteste auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Doch jetzt hat die Rundfunkbeh&ouml;rde gegen mehrere kleine TV-Anbieter Geldstrafen verh&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hurriyetdailynews.com\/tv-watchdog-fines-live-streaming-of-gezi-protests-for-harming-development-of-children-youth-.aspx?pageID=238&amp;nID=48655&amp;NewsCatID=341\">H&uuml;rriyet Daily News<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist eigentlich grotesk. &ldquo;Im Gegensatz zu den gro&szlig;en Medienkonzernen &hellip;.&rdquo; Sieht es in Deutschland anders aus? In der Mainstreampresse wurde ebenfalls faktisch nicht &uuml;ber die Polizeigewalt gegen Blockupy in Frankfurt berichtet. Oder man bedenke das totschweigen der Linken in den Mainstreammedien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Entschlie&szlig;ung des Europ&auml;ischen Parlaments zur Lage in der T&uuml;rkei<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.europarl.europa.eu\/sides\/getDoc.do?pubRef=-\/\/EP\/\/TEXT+MOTION+B7-2013-0309+0+DOC+XML+V0\/\/DE\">Europ&auml;isches Parlament<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.G.:<\/strong> Habe mir eben mal den Entwurf zur EU-Resolution anl&auml;sslich der Situation in der T&uuml;rkei durchgelesen und bin &uuml;ber folgenden Abschnitt gestolpert, den ich etwas seltsam finde:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;B. in der Erw&auml;gung, dass die t&uuml;rkische Regierung im Zusammenhang mit dem Prozess des EU-Beitritts neoliberale Wirtschaftsreformen und die Deregulierung zwar rasch vorangetrieben hat, politische und demokratische Reformen wie die Verbesserung der Achtung der Menschenrechte hingegen nur sehr schleppend vorangehen;&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wusste gar nicht, dass &ldquo;neoliberal&rdquo; jetzt schon wieder eine offiziell positiv besetzte Vokabel ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Es geht nicht nur um Deutschland: Das falsche Gericht entscheidet<\/strong><br>\nVom Ausgang ihres Streits h&auml;ngt tats&auml;chlich das Schicksal der gesamten Eurozone ab. Denn setzt sich Dupont &ndash; pardon: Weidmann &ndash; durch, dann k&ouml;nnte das umstrittene Anleihenkaufprogramm der EZB zum Erliegen kommen. Dann d&uuml;rfte die Spekulationswelle gegen den Euro, die EZB-Chef Draghi nur mit der Drohung geb&auml;ndigt hatte, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, wieder von vorne beginnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!117871\/\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> An diesem ansonsten lesenswerten Kommtar st&ouml;ren folgende zwei S&auml;tze:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Und nat&uuml;rlich geht es um das Geld deutscher Steuerzahler. Aber eben auch um das der Franzosen, Italiener, Spanier, sogar der Griechen.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wie Jens Berger in den NachDenkSeiten bereits <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14817\">erkl&auml;rt<\/a> hat, geht es bei den Anleihenk&auml;ufen eben nicht um das Geld deutscher Steuerzahler. Das w&auml;re ja auch abwegig, wenn die Steuerzahler der Eurol&auml;nder f&uuml;r EZB-Verl&uuml;ste haften m&uuml;ssten. Das w&auml;re so, als wenn man sagen w&uuml;rde, die Quelle m&uuml;sse ihr Wasser vom Eimer holen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Simon Johnson: Die Kinder des Sparens<\/strong><br>\nWenn &Ouml;konomen &uuml;ber &ldquo;Haushaltsanpassungen&rdquo; sprechen, halten sie diese typischerweise f&uuml;r ein abstraktes und komplexes Ziel. Aber das Thema ist eigentlich sehr einfach: Wer tr&auml;gt den Hauptteil der Lasten, die das Reduzieren des Haushaltsdefizits mit sich bringt? Entweder m&uuml;ssen Menschen mehr Steuern zahlen, oder die Ausgaben m&uuml;ssen zur&uuml;ckgehen &ndash; oder beides. Das Wort &ldquo;Haushaltsanpassungen&rdquo; ist Jargon &ndash; worum es bei Sparma&szlig;nahmen immer geht, ist die Verteilung des Einkommens. Gro&szlig;e Teile Europas sind sich dessen nat&uuml;rlich schon bewusst. Nun ist Amerika an der Reihe. Und es gibt Anzeichen daf&uuml;r, dass diejenigen, die am meisten von schrumpfenden &ouml;ffentlichen Haushalten betroffen sind, die sind, die sich am wenigsten wehren k&ouml;nnen &ndash; relativ arme Kinder. Am schockierendsten sind vielleicht die dramatischen Einschnitte beim Gesundheitsversicherungsprogramm Medicaid, die die republikanische Mehrheit im Repr&auml;sentantenhaus in ihrem aktuellen Haushaltsvorschlag planen. Paul Ryan, der Vorsitzende der dortigen Budgetkommission, schl&auml;gt vor, den Haushalt in den n&auml;chsten zehn Jahren haupts&auml;chlich durch das Streichen dieses Programms zu sanieren. Etwa die H&auml;lfte derjenigen, die unter dem Schutz von Medicaid stehen, sind Kinder. Ist es fair, Kindern mit geringem Einkommen die Last der Haushaltsanpassungen aufzub&uuml;rden? Dazu gibt es Daten auf der unsch&auml;tzbar wertvollen Webseite des &Ouml;konomen Emmanuel Saez: Von 1993 bis 2011 stieg das durchschnittliche Realeinkommen der unteren 99% der Bev&ouml;lkerung um 5,8%, w&auml;hrend das eine Prozent der Topverdiener einen realen Einkommenszuwachs von 57,5% erzielte. Das obere 1% beanspruchte in diesem Zeitraum 62% des gesamten Einkommenszuwachses f&uuml;r sich. Kinder, die von ihren Familien keinen guten Start ins Leben bekommen k&ouml;nnen, verdienen Hilfe. Aber von Amerika erhalten sie keine &ndash; was auch von Jeb Bush betont wurde, einem f&uuml;hrenden Bewerber f&uuml;r die republikanische Pr&auml;sidentschaftsnominierung 2016. &ldquo;Wenn du heute,&rdquo; sagte Bush in einer Rede vor anderen Konservativen, &ldquo;in unserem Land arm geboren wirst, wenn deine Eltern nicht aufs College gegangen sind, wenn du deinen Vater nicht kennst oder wenn bei dir zu Hause kein Englisch gesprochen wird, sind deine Chancen nicht besonders gut.&rdquo;<br>\nNat&uuml;rlich k&ouml;nnte Amerika es sich leicht leisten, es besser zu machen. Die riesigen Haushaltsdefizite sind Folge der Steuererleichterungen f&uuml;r die Reichen und die obere Mittelklasse, einer finanziell nicht gedeckten Erweiterung der Medicare-Hilfe auf verschriebene Medikamente, zweier Kriege im Ausland und, am wichtigsten, eines Bankensystems, das au&szlig;er Kontrolle geriet und die Realwirtschaft massiv in Mitleidenschaft zog (und damit auch die Steuereinnahmen).<br>\nDie heutigen Kinder sind f&uuml;r diese politischen Fehler nicht verantwortlich. Sparma&szlig;nahmen auf Kosten armer Kinder sind nicht nur unfair, sondern auch schlechte Wirtschaftspolitik. Wie ich in einer k&uuml;rzlichen Aussage vor dem Kongress aufzeigte, f&uuml;hrt schlechte Ausbildung zu schlechten Berufsaussichten, armen Familien und wiederum zu schlechter Ausbildung &ndash; oder gar zu einem Umweg &uuml;ber eine Inhaftierung, was es noch schwerer macht, den Teufelskreis zu durchbrechen. Leider befolgen die M&auml;chtigen solche Ratschl&auml;ge kaum. Sie sollten aber. Wenn man zum ersten Mal in ein fremdes Land reist und vernachl&auml;ssigte, mangelern&auml;hrte und schlecht ausgebildete Kinder sieht, denkt man dann, dass dieses Land in den n&auml;chsten f&uuml;nfzig Jahren eine der weltweit gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftsm&auml;chte sein wird? Oder macht man sich nicht eher Sorgen um seine Zukunft?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/the-unfair-burden-of-fiscal-adjustment-by-simon-johnson\/german\">Projekt Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Oft verweisen wir im Vergleich zu den USA auf die sozialen Errungenschaften Deutschlands, dabei ist auch der Bildungserfolg unserer Kinder schichtenspezifisch gekoppelt. Arme Kinder, Zuwandererkinder haben kaum eine Chance. Ebenso bedenklich ist die im Verh&auml;ltnis zum OECD-Durchschnitt geringere Aufw&auml;rtsmobilit&auml;t in Deutschland. Im letzten OECD-Report &ldquo;Bildung auf einen Blick 2012&rdquo; erreichten nur 20 % der jungen Erwachsenen ein h&ouml;heres Bildungsniveau als ihre Eltern, wesentlich weniger als im OECD-Durchschnitt (37 %). 22 % der jungen Erwachsenen beendeten ihre Ausbildung mit einem niedrigeren Bildungsabschluss als ihre Eltern, mehr als im OECD-Durchschnitt (13 %). Simon Johnson darf nat&uuml;rlich die Sparpolitik seines Landes kritisieren, nur waren wir schon immer sparsam. Der OECD-Bericht nennt f&uuml;r Deutschland einen Anteil der Bildungsausgaben an den &ouml;ffentlichen Ausgaben von 10 %. Dieser liegt damit unter dem OECD-Durchschnitt von 13,0 % und unter dem der USA (15 %).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutschland hat siebtgr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor in der EU<\/strong><br>\nDer deutsche Niedriglohnsektor ist einer der gr&ouml;&szlig;ten in der Europ&auml;ischen Union, zeigt eine Analyse aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Ein substanzieller Mindestlohn und die Stabilisierung des Tarifsystems k&ouml;nnten das &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/14_43254.htm\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr Niedrigl&ouml;hne als die Nachbarn<\/strong><br>\nDer deutsche Niedriglohnsektor ist einer der gr&ouml;&szlig;ten in der EU. Ein substanzieller Mindestlohn und die Stabilisierung des Tarifsystems k&ouml;nnten das &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/43185_43193.htm\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>CDU stoppt Bundeskanzlerin Merkel<\/strong><br>\n&bdquo;Der Vorschlag der Bundeskanzlerin, Wiedervermietungsmieten bundesweit zu begrenzen, ist von der eigenen Partei nach nur einer Woche wieder einkassiert worden. Was bleibt, ist eine &sbquo;weichgesp&uuml;lte Preisbremse light&lsquo;. Das ist entt&auml;uschend&ldquo;, kommentierte der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, den gestrigen Beschluss der CDU nach einer Sitzung von Bundesvorstand und Pr&auml;sidium. &bdquo;Wir brauchen eine klare, verbindliche, bundesweit geltende Regelung, die den Anstieg der Wiedervermietungsmieten von derzeit 20, 30 und 40 Prozent bremst. Wir brauchen dagegen keine &sbquo;Insell&ouml;sung&lsquo;, die eine Mietpreisbremse abh&auml;ngig macht von Parteib&uuml;chern, Einsch&auml;tzungen der Landesregierungen und Kommunalpolitiker.&ldquo; (&hellip;) &bdquo;Mit diesem faulen Kompromiss hat die CDU ihre Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel klassisch ausgebremst. Die Begrenzung der Wiedervermietungsmieten ist &uuml;berall notwendig, wo es zu einem drastischen Auseinanderklaffen von Bestandsmieten und Wiedervermietungsmieten kommt&ldquo;, sagte Siebenkotten. &bdquo;Wir fordern, dass die Wiedervermietungsmiete h&ouml;chstens 10 Prozent &uuml;ber der orts&uuml;blichen Vergleichsmiete liegen darf &ndash; egal, ob sich die Wohnung in Hamburg, Berlin, M&uuml;nchen, Stuttgart, Frankfurt, K&ouml;ln, Rostock oder Jena befindet.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.saarkurier-online.de\/?p=91615\">Saarkurier-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Der verbliebene Rest der urspr&uuml;nglichen Merkel-&ldquo;Forderung&rdquo; lie&szlig;e sich in Koalitionsverhandlungen mit der FDP auch noch politisch entsorgen. Wenn es hingegen um die eiskalte Durchsetzung ihrer neoliberalen Dokrin in Europa geht, dann bleibt Merkel auch bei heftigem Gegenwind aus den europ&auml;ischen Staaten unerbittlich. Es darf vermutet werden, da&szlig; die Begrenzung von Mietpreissteigerungen nicht zu den Herzensangelegenheiten Merkels z&auml;hlt. Ihr d&uuml;rfte im Vorfeld der Bundestagswahlen vielmehr daran gelegen sein, vor dem heimischen Publikum wahlwirksam wieder einmal das falsche Image von der &ldquo;sozialdemokratisierten Kanzlerin&rdquo; hervorzukehren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Soziale Vielfalt: Der Staat ist kein Vorbild<\/strong><br>\nNicht nur Frauen sind im Arbeitsleben oft benachteiligt. Auch Migranten sind in vielen Unternehmen oft nicht in dem Ma&szlig;e vertreten, der ihrem Anteil in der Bev&ouml;lkerung entspricht. Immer mehr Firmen setzen inzwischen von sich aus auf &ldquo;Diversity&rdquo;-Konzepte &ndash; weniger aus sozialer Verantwortung, sondern aus Eigennutz. Denn die Management-Theorie besagt, dass die Vielfalt des Personals einer Firma deren wirtschaftlichem Erfolg dient. Nur Unternehmen, die die gesamte Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln, schaffen es, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, ob Ikea oder Siemens. Der Bundesregierung gef&auml;llt das Diversity-Konzept ziemlich gut. Sie muss daf&uuml;r ja auch keine Gesetze beschlie&szlig;en, sondern kann es bei Appellen belassen. Fragt sich nur, was die Regierung selbst tut, um f&uuml;r mehr Vielfalt in Ministerien und Beh&ouml;rden zu sorgen. Was den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im &ouml;ffentlichen Dienst betrifft, landete Deutschland im vergangenen Jahr in einer OECD-Studie, mit Estland und Luxemburg, ganz hinten. Speziell in Polizei und Justiz ist es in Sachen Vielfalt nicht weit her. Der Staat ist da kein Vorbild.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F06%2F12%2Fa0097&amp;cHash=f2b98715bf208c546492b16ff45f1f87\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Webseite bietet Sklaverei-Check-up<\/strong><br>\nMehr als 27 Millionen Menschen weltweit leben in Sklaverei, sch&auml;tzt das US-Au&szlig;enministerium in seinem Jahresbericht zum internationalen Menschenhandel. Mehr als doppelt so viele, wie w&auml;hrend des transatlantischen Sklavenhandels aus Afrika entf&uuml;hrt wurden. Die Nichtregierungsorganisation &ldquo;Made In A Free World&rdquo; will diese Zahl konkreter machen. Auf ihrer Webseite &ldquo;Slavery Footprint&rdquo; kann jeder selbst herausfinden, wie viele Sklaven f&uuml;r seine pers&ouml;nlichen Lebensgewohnheiten ausgebeutet werden. Bei der Berechnung der &ldquo;Sklaverei-Wahrscheinlichkeit&rdquo; werden die Produktionsketten gescannt, die hinter dem jeweiligen t&auml;glichen Konsum stehen. Die Informationen bezieht die NGO aus Berichten der US-Ministerien, der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, dem Korruptionsindex von Transparency International und dem Freedom House Index. Deutlich wird: In praktisch jedem Bereich des t&auml;glichen Leben spielen von Sklaven bearbeitete Rohstoffe oder Produkte eine Rolle &ndash; egal, ob es um Kleidung geht, um Lebensmittel, Kosmetikprodukte, Einrichtungsgegenst&auml;nde, Schmuck oder um Smartphones, Tablets, Laptops. Dazu erf&auml;hrt man Zahlen wie: &ldquo;1,4 Millionen Kinder wurden dazu gezwungen, auf usbekischen Baumwollfeldern zu arbeiten. Das sind mehr Kinder, als in ganz New York auf &ouml;ffentliche Schulen gehen.&rdquo; &ndash; Statt Konsumverzicht oder Boykott empfehlen die Initiatoren den Besuchern der Seite, die Hersteller ihrer Lieblingsprodukte dazu aufzufordern, sauber und unter Ber&uuml;cksichtigung von internationalen Arbeitsstandards zu produzieren. Oder mit einer Spende die Befreiung von Kinder-Sklaven in Ghana zu erm&ouml;glichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2013%2F06%2F12%2Fa0075&amp;cHash=e5e2c0f21fd6bd2eedf81e68acdaa3ff\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der in diesem Artikel vorgenommene Bezug auf die klassische Sklaverei bis hinein das 19. Jahrhundert ist nicht ganz korrekt. So ist z.B. die Leibeigenschaft in Deutschland erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehoben worden und diese Menschen galt durchaus die Definition von Sklaverei &ldquo;Slavery Footprint&rdquo;: Ein Sklave ist jeder, der gezwungen ist, ohne Entlohnung und unter Zwang zu arbeiten, der ausgebeutet wird und nicht in der Lage ist, sich aus dieser Situation zu befreien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&Uuml;ber die Opfer Flutkatastrophe: Anspruch statt Barmherzigkeit<\/strong><br>\nWer kein Herz aus Stein hat, m&ouml;chte beim Anblick von menschlichem Leid helfen &ndash; vor allem dann, wenn man sich in die Lage der Betroffenen halbwegs hineinversetzen kann. Irgendetwas muss man doch tun k&ouml;nnen, um den Leuten zu helfen! Spenden. Ja, nat&uuml;rlich. Spenden. Was sonst? Wir haben uns inzwischen daran gew&ouml;hnt, dass Elend in vielen F&auml;llen nur noch durch Hilfsbereitschaft gelindert werden kann. Mit einem Sozialstaat, der Lebensrisiken verl&auml;sslich absichert, hat unser Gemeinwesen offenbar nicht mehr viel zu tun.&nbsp; Aber genau das ist eine Schande. Niemand sollte hierzulande auf Barmherzigkeit angewiesen sein, der oder die unverschuldet in Not ger&auml;t. Zumal nicht in einer Zeit, in der Banken mit Steuergeldern gerettet werden, weil sie &ndash; so die offizielle Begr&uuml;ndung &ndash; &ldquo;systemrelevant&rdquo; seien. &ndash; Die neuerliche Flutkatastrophe k&ouml;nnte eine gute Gelegenheit sein, dar&uuml;ber nachzudenken, ob fundamentale, unvermeidbare Existenzbedrohungen tats&auml;chlich von kapitalistisch organisierten &ndash; also zwangsl&auml;ufig gewinnorientierten &ndash; Unternehmen abgesichert werden sollten. Aber selbst wenn man so grunds&auml;tzlich nicht werden m&ouml;chte, l&auml;sst sich eine ganz konkrete, praktische Frage stellen: Warum bietet der Staat nicht eine freiwillige, bezahlbare Versicherung f&uuml;r Elementarsch&auml;den in jenen Gebieten an, die kommerzielle Konzerne f&uuml;r allzu riskant halten? Schlie&szlig;lich gibt es ja auch andere Ma&szlig;nahmen der Strukturf&ouml;rderung. Und andere staatliche Risikob&uuml;rgschaften. Seit vielen Jahren haben wechselnde Regierungskoalitionen daran gearbeitet, die Schutzfunktion des Staates abzubauen. Private Vorsorge und Eigeninitiative hie&szlig;en die Zauberw&ouml;rter dieser Ideologie. Es ist Zeit, umzudenken. Und die F&uuml;rsorgepflicht des Staates zur Abwechslung mal zu erweitern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F06%2F10%2Fa0083&amp;cHash=b9429c3a7f68589a5ab8599670ed417d\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Gut gebellt, Bettina Gaus, m&ouml;chte man fast sagen. Aber das w&auml;re doch sehr zynisch, denn das Anliegen verdient es, ernst genommen zu werden. Nur, was soll man von einer Politklasse erwarten, die doch alles daran setzt, die immaterielle und materielle Infrastruktur Deutschlands in weiten Teilen zu privatisieren, und es auch noch den europ&auml;ischen Nachbarn als optimale Probleml&ouml;sung anempfiehlt. Den Staat zur&uuml;ckfahren und damit dem B&uuml;rger mehr Mittel in die Hand geben, die er in freier Entscheidung verwenden kann, so das hohle Versprechen des neoliberalen Credo. Da kann man nur bitter auflachen. Die Staatsquote ist zwar im letzten Jahrzehnt tendenziell gesunken, aber die Reall&ouml;hne auch. So nimmt es denn nicht Wunder, wenn die Spendenbereitschaft f&uuml;r die diesj&auml;hrigen Flutopfer gegen&uuml;ber 2002 <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/panorama\/deutschland\/die-spendenbereitschaft-koennte-groesser-sein-1.3460210\">geringer ausf&auml;llt<\/a>. Nur m&uuml;sste es nicht Bereitschaft hei&szlig;en, sondern M&ouml;glichkeit. Die Menschen in diesem Lande, eine merkelsche Lieblingsformel, sind gen&uuml;gend damit ausgelastet, die Profite einiger Weniger zu bedienen. &ndash; Immerhin kann sich der Staat noch nicht ganz aus der Verantwortung stehlen und legt der Staat wie 2002 Sofortprogramme und auch langfristigere Programme f&uuml;r die Flutgesch&auml;digten auf. Dagegen sieht z.B die Situation in Italien bez&uuml;glich des Erbebens im letzten Jahr ziemlich triste aus.<br>\nIn der Tendenz ist das Land leider bis in die Gewerkschaften hinein mit dem der Plutokratie dienenden neoliberalen Ungeist &uuml;berflutet &ndash; und leider ist zu vermuten, dass die Umst&auml;nde einer Umkehr pl&ouml;tzlich, radikal und schmerzhaft f&uuml;r alle sein werden. Dann werden auch keine &lsquo;gated communities&rsquo; Schutz bieten. Die Plutokraten merken nicht, dass sie selbst das Fundament ihrer Existenz untersp&uuml;len. Die M&auml;chtigen und Reichen sind durchaus schlau, aber begrenzt durch ihre Selbstsucht, wie eben Schlauheit ist. Thomas von Aquin w&uuml;rde von der falschen Klugheit sprechen, von der Verschlagenheit (astutia), dem hinterh&auml;ltigen ausschlie&szlig;lich auf das Taktische bedachte Sinnen und Trachten, dessen Unsachlichkeit den Namen Klugheit (prudentia) nicht verdient. Denn sie ist gefangen ,verloren ist in der sinnlichen Welt kleinm&uuml;tiger Interessen, &ldquo;dem ma&szlig;losen Streben nach all der Habe, durch die sich der Mensch seine eigenen Gr&ouml;&szlig;e und Geltung versichern zu k&ouml;nnen vermeint&rdquo; (Josef Pieper in seinem immer noch lesenswerten Traktat &uuml;ber den Begriff der Klugheit bei Thomas von Aquin).<br>\nDas &Auml;rgerliche am Neoliberalismus, &ndash; ein Begriff, der inzwischen f&uuml;r soviel herhalten muss, dass er gleichsam entleert ist &ndash; besteht darin, dass die neoliberalen Str&ouml;mungen des vorigen Jahrhunderts vom deutschen Ordoliberalismus bis zur Chicagoer Schule nicht nur vulgarisiert wurden, sondern von eben diesen schlauen Leuten instrumentalisiert und jenseits ihrer Konsistenz Weise zerst&uuml;ckelt unter die Leute gebracht wurde. Und fertig war die neue Religion. Und so k&ouml;nnen wir das Wort &lsquo;neoliberal&rsquo; nur noch als Schimpfwort verwenden. Nehmen wir den Satz von Euken: &bdquo;Soziale Gerechtigkeit sollte man &hellip; durch Schaffung einer funktionsf&auml;higen Gesamtordnung und insbesondere dadurch herzustellen suchen, da&szlig; man die Einkommensbildung den strengen Regeln des Wettbewerbs, des Risikos und der Haftung unterwirft.&ldquo; Ein Satz, der geradewegs dazu einl&auml;dt, den Sozialstaat abzubauen. Nur, dieser Satz ist Theorie und wie alle Theorien an Bedingungen gekn&uuml;pft. Bei Euken hei&szlig;t sie: vollst&auml;ndiger Konkurrenz. Ein altes theoretisches Konstrukt, das in den vermachteten M&auml;rkten der Realit&auml;t nicht anzutreffen ist. Theoretisch m&ouml;gen wirtschaftliche Macht und individuelle Freiheit sowie soziale Gerechtigkeit durch permanenten Wettbewerb in Einklang gebracht werden, praktisch werden solche S&auml;tze von den &ldquo;Schlauen&rdquo;, die diesen Ausgleich der Interessen gar nicht wollen, als bare M&uuml;nze angeboten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stadtschloss-Grundsteinlegung: Unser Palast der Republik<\/strong><br>\nDie Bilder k&ouml;nnten kaum unterschiedlicher sein: Kurz nachdem in Istanbul Zehntausende demonstrierten und der Taksim-Platz schlie&szlig;lich von der Polizei ger&auml;umt wurde, hatte in der Mitte Berlins Bundespr&auml;sident Joachim Gauck seinen Auftritt. Wie in der T&uuml;rkei geht es auch hier um ein Bauprojekt &ndash; Gauck legte den Grundstein f&uuml;r das Berliner Stadtschloss.<br>\nDoch w&auml;hrend das Bauvorhaben im Istanbuler Gezi-Park Proteste gegen Ministerpr&auml;sident Recep Tayyip Erdogan ausl&ouml;ste, fand die Grundsteinlegung in Berlin ohne gr&ouml;&szlig;eren &ouml;ffentlichen Widerspruch statt. Sie steht f&uuml;r das Gegenteil der Entwicklung in der T&uuml;rkei: daf&uuml;r, dass sich in der Bundesrepublik unter der Regentschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel mittlerweile gesellschaftliche Apathie breitgemacht hat.<br>\nW&auml;hrend ihrer Amtszeit hat sich nach den zum Teil hysterischen Debatten der &Auml;ra Gerhard Schr&ouml;der eine schl&auml;frige, biedermeierliche Ruhe &uuml;ber das Land gelegt. Die erweckt den Anschein, dass der Bev&ouml;lkerung nichts lieber ist, als das Merkel zugeschriebene Unwort von der &ldquo;Alternativlosigkeit&rdquo; zu schlucken. Sowenig es der gr&ouml;&szlig;ten Oppositionspartei, der SPD, gelingt, sich in den Monaten vor der Bundestagswahl deutlich gegen die Kanzlerin zu positionieren, so wenig scheint auch der Rest der breiteren bundesdeutschen &Ouml;ffentlichkeit pointierte Einw&auml;nde gegen Merkel zu haben.<br>\nIn der &ldquo;marktkonformen Demokratie&rdquo; (ein weiteres, Merkel zugeschriebenes Unwort von historischen Ausma&szlig;en) kann man es sich anscheinend erlauben, der Liste der in Deutschland im Bau befindlichen Gro&szlig;projekte von BER, Elbphilharmonie und Stuttgart 21 einen weiteren Renommierbau hinzuf&uuml;gen. Schon jetzt werden die Kosten f&uuml;r das Stadtschloss auf 900 Millionen Euro gesch&auml;tzt &ndash; doch die vielbeschworenen Wutb&uuml;rger gehen nicht auf die Stra&szlig;e.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/kommentar-zur-grundsteinlegung-am-berliner-stadtschloss-a-905268.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hammelehle spricht hier einen interessanten Aspekt an. Die Rekonstruktion eines Protzbaues aus vordemokratischer Zeit steht in der Tat nicht f&uuml;r ein weltoffenes und demokratisches Deutschland. Nun ist es aber nicht so, dass gar nichts an &ouml;ffentlichen Protest passiert, aber auch hier wird in guter deutscher Tradition gehandelt und der Protest schnell eingekesselt und plattgemacht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>R&auml;tsel um m&ouml;glichen NSU-Anschlag<\/strong><br>\nVor eineinhalb Jahren flog die rechtsextreme Terrorzelle NSU auf &ndash; erst jetzt kommt heraus: Wom&ouml;glich geht ein auch Sprengstoffattentat in einer t&uuml;rkischen Kneipe auf das Konto der NSU-Terroristen. Wieder eine Ermittlungspanne?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/neonazi-terror\/nsu-prozess-raetsel-um-moeglichen-nsu-anschlag,1477338,23277236.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&ldquo;Blut und Ehre.Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland&rdquo;<\/strong><br>\nBraune Netze: Rechter Terror in Deutschland<br>\nDie rassistisch motivierten heimt&uuml;ckischen Verbrechen des NSU zeigen ein Ausma&szlig; rechter Gewalt in der Bundesrepublik, wie es lange Zeit nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten wurde. Das Buch &ldquo;Blut und Ehre&rdquo; von Andrea R&ouml;pke und Andreas Speit beleuchtet in einer Reihe von Aufs&auml;tzen die Geschichte des  rechten Terrors in der Bundesrepublik seit 1945 und verdeutlicht den Zusammenhang mit den j&uuml;ngsten Verbrechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/page\/?source=\/kulturzeit\/themen\/170272\/index.html\">3sat<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Trauerspiel mu&szlig; beendet werden: Letzte Chance f&uuml;r Abstimmung &uuml;ber Abgeordetenbestechung<\/strong><br>\nRegierungsfraktionen d&uuml;rfen Abstimmung im Rechtsausschuss am Mittwoch nicht zum achten Mal blockieren &ndash; Staatengruppe gegen Korruption im Europarat mahnt L&ouml;sung an.<br>\nDie Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland fordert die Regierungsfraktionen im Rechtsausschuss auf, die letzte Chance in dieser Legislaturperiode zu nutzen und morgen &uuml;ber das Thema Abgeordnetenbestechung zu beraten und abzustimmen. Die entsprechenden Antr&auml;ge der Opposition stehen zum achten Mal auf der Tagesordnung des Rechtausschusses &ndash; die Ausschussmehrheit hat die Behandlung bisher immer wieder vertagt. Mit der Abstimmung im Rechtsausschuss k&ouml;nnten die Antr&auml;ge endlich auch zur Abstimmung im Plenum &uuml;berwiesen werden. Edda M&uuml;ller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: &bdquo;Demokratische Instrumente werden ad absurdum gef&uuml;hrt, wenn der Abschluss wichtiger Debatten verhindert wird. Die Beratung und Abstimmung &uuml;ber strengere Regeln zur Abgeordnetenbestechung d&uuml;rfen nicht weiter blockiert werden. Wir brauchen eine freie und namentliche Abstimmung im Plenum.&ldquo; Auch die Staatengruppe gegen Korruption im Europarat mahnt eine L&ouml;sung an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.saarkurier-online.de\/?p=91569\">Saarkurier-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Schon in einem Beitrag von Lobby Controll vom 28. November 2012 zum Bericht der Staatengruppe gegen Korruption (GRECO) des Europarates wurde die Blockadehaltung der schwarz-gelben Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2012\/11\/europarat-deutschland-versagt-bei-der-korruptionsbekampfung\/\">scharf kritisiert<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Wir begr&uuml;&szlig;en den Bericht, der zentrale Forderungen von uns unterstreicht.Der Bericht ist eine erneute Ohrfeige f&uuml;r Frau Merkel. International redet sie gerne &uuml;ber gute Regierungsf&uuml;hrung. Zuhause blockiert ihre Regierungskoalition wichtige Reformen f&uuml;r mehr Transparenz und zur Korruptionsbek&auml;mpfung. (&hellip;) Es ist mehr als peinlich, dass Deutschland als GRECO-Gr&uuml;ndungsmitglied die Empfehlungen nicht umsetzt. Union und FDP stellen dabei ihre eigenen Interessen &uuml;ber die internationalen Empfehlungen. Dass die Staatengruppe gegen Korruption Deutschland nun bereits mehrfach verwarnt hat, macht den Reformbedarf bei Parteienfinanzierung und Abgeordnetenbestechung mehr als deutlich.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Walter Jens: Eine Instanz politischer Querulanz<\/strong><br>\nWalter Jens ist tot &ndash; ein radikaldemokratischer Intellektueller, der wie wenige andere die Bundesrepublik pr&auml;gte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/walter-jens-eine-instanz-politischer-querulanz,1472786,23238786.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Zwei Dinge stechen hier in der FR bei seiner W&uuml;rdigung noch hervor:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Die Frage der Bedeutung seiner Mitgliedschaft in der NSDAP, die G&ouml;tz Aly in einer Stellungnahme w&uuml;rdigte &ndash; und meinte, es k&ouml;nne durchaus sein, dass Walter Jens als Student Opfer einer Zwangsrekrutierung geworden sei. Aber viel bedeutender f&uuml;r die Einsch&auml;tzung von Walter Jens Rolle im Nationalsozialismus, die zun&auml;chst durchaus &ldquo;NS-lastig&rdquo; war, bleibt der Satz von G&ouml;tz Aly&nbsp;in Erinnerung:<\/em><br>\n<blockquote><p>&ldquo;Entscheidend bleibt, dass sich Walter Jens die M&ouml;glichkeit zur Umkehr &ndash; noch w&auml;hrend der NS-Herrschaft &ndash; bewahrte.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Nur als Alys Text im Ap&uuml;ril 2004 erschien, war nichts mehr umkehrbar. Walter Jens war an schwerer Altersdemenz erkrankt &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><em>Aber auch entlang des Fussballs lie&szlig;e sich einiges &uuml;ber Waler Jens erz&auml;hlen: Seine fr&uuml;h &ouml;ffentlich gemachte Begeisterung f&uuml;r den Sport hat ihm auch eine Einladung zum Festvortrag vom Deutschen Fussball Bund (DFB) eingebracht. Die Vorbereitung zu diesem Festvortrag f&uuml;hrte er wohl gewissenhafter durch als es seinen Auftraggebern vielleicht lieb war. Beim Bl&auml;ttern in den Chroniken des Fussball-Bundes war er auf die v&ouml;llig unaufgearbeitete und g&auml;nzlich unreflektierte Nazi-Vergangenheit des Verbandes gesto&szlig;en. Seine Festvortargs-Rede m&uuml;ndete dann in dem Appell, dass man sich endlich an die Durch- und Aufarbeitung der institutionellen Verstrickung begeben m&uuml;sse. Diese Rede wurde somit zu einem Meilenstein deutscher Sportgeschichte &ndash; und zeigt ein weiteres Mal die Bedeutung von Walter Jens in der Rolle des &ouml;ffentlichen Sprechers.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>JFK&rsquo;s Presidential Courage&mdash;June 10, 1963<\/strong><br>\nNorman Birnbaum<br>\nThe Cold War did not end with the opening of the Berlin Wall, the reunification of Germany and the subsequent collapse of the Soviet Union. By the time of these events, it had already lost much of its earlier intensity. A skein of international agreements, some formal and explicit, others tacit and even denied, averted the dangers of unintended confrontations. More importantly, the populations on both sides of the Iron Curtain were disinclined to think that the risk of nuclear obliteration was worth incurring.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thenation.com\/article\/174773\/jfks-presidential-courage-june-10-1963\">The Nation<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte: Kleines Welt<\/strong><br>\nRolf Kleine soll SPD-Kanzleranw&auml;rter Peer Steinbr&uuml;ck endlich medial da positionieren, wo der nach eigener Auffassung hingeh&ouml;rt: im politischen Olymp. Doch wenn sich Steinbr&uuml;ck nur im Ansatz daran h&auml;lt, was der fr&uuml;here &ldquo;Bild&rdquo;-Mann einst in seinen Kommentaren schrieb, dann gute Nacht, SPD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/steinbrueck-und-sein-neuer-sprecher-kleines-welt-1.1694485\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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