{"id":17613,"date":"2013-06-14T16:52:31","date_gmt":"2013-06-14T14:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613"},"modified":"2013-06-17T08:29:34","modified_gmt":"2013-06-17T06:29:34","slug":"hinweise-des-tages-ii-111","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h01\">Glaubw&uuml;rdigkeitskrise um Verteidigungsminister de Maizi&egrave;re: Ahnungslos &ndash; arglos &ndash; Amt los?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h02\">Merkel schwebt &uuml;ber den Parteien &ndash; Steinbr&uuml;ck f&auml;llt im Rating zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h03\">Weltbank prophezeit schw&auml;chelnde Weltwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h04\">Spaniens Schulden erreichen Rekordh&ouml;he<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h05\">Draghis Offenbarungseid<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h06\">ESM-Chef Regling schimpft &uuml;ber Internationalen W&auml;hrungsfonds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h07\">Fabian Lindner: Banken treiben Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h08\">K&ouml;nnte das Bundesverfassungsgericht eine bisherige Blockierung f&uuml;r die Entwicklung der Eurozone durch angemessene europ&auml;ische Institutionen aufbrechen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h09\">The ingredients of German economic success are more complex than they seem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h10\">Marktwirtschaft &ndash; nein danke? Eine Standortbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h11\">Schutz war gestern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h12\">IMK Verteilungsmonitor: Einkommensverteilung in Deutschland, 1991 &ndash; 2010<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h13\">EU-Datenschutzreform: Klausel gegen NSA-Spionage gestrichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h14\">Obama erlaubt US-Waffenlieferungen an syrische Rebellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h15\">T&uuml;rkei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h16\">Der ganz normale Bewerbungswahnsinn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h17\">Die Schlecker-Parabel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h18\">Hartz-IV-Chaos bei Hochwasserhilfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h19\">Heribert Prantl: Fall Mollath: Freiheitsberaubung durch Unterlassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h20\">Was ist ein &bdquo;Volk&ldquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h21\">Kleine Sklaven<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h22\">Patent-Verbot auf menschliche Gene<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613#h23\">Heul doch, Mullah!: Die Interessenkonflikte im iranischen Regime<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17613&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Glaubw&uuml;rdigkeitskrise um Verteidigungsminister de Maizi&egrave;re: Ahnungslos &ndash; arglos &ndash; Amt los?<\/strong><br>\nDer Verteidigungsminister, so das einhellige Urteil, hat sich ohne erkennbare Not in eine &auml;u&szlig;erst unangenehme Lage man&ouml;vriert. Aus einem dieser Beschaffungsdesaster, wie sie in der Geschichte der deutschen R&uuml;stungsprojekte so selten ja nicht sind, ist eine Glaubw&uuml;rdigkeitskrise des Ministers geworden. Die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; hat als Erste ein Dokument aufgesp&uuml;rt, das zeigt, dass de Maizi&egrave;re schon Ende 2012 &uuml;ber die gravierenden Probleme mit der Aufkl&auml;rungsdrohne im Bilde war. Es handelt sich um eine Mappe mit Unterlagen, die der Minister am 10. Dezember 2012 mit zu einem Gespr&auml;ch bei Cassidian nahm. Die R&uuml;stungstochter des europ&auml;ischen EADS- Konzerns baut das Aufkl&auml;rungssystem Isis, das der &bdquo;Euro Hawk&ldquo; nutzen sollte. In diesen Unterlagen, die de Maizi&egrave;re auch gelesen hat, listete die R&uuml;stungsabteilung des Hauses im Detail den kritischen Stand des Projekts auf, inklusive der Idee, Isis in ein anderes Flugger&auml;t zu montieren. Die Aufz&auml;hlung m&uuml;ndete in die &bdquo;Sprechempfehlung&ldquo;, es sei &bdquo;derzeit keine Grundlage gegeben, um eine Entscheidung f&uuml;r eine Serienbeauftragung zu bef&uuml;rworten oder gar zu treffen&ldquo;. Das klingt nach einem Aus, und zwar ein halbes Jahr bevor es dann vollzogen wurde. De Maizi&egrave;res Sprecher h&auml;lt dagegen: In der Unterlage finde sich aber zugleich der Hinweis darauf, dass im Ministerium &bdquo;alternative Zulassungswege&ldquo; erwogen w&uuml;rden. Es sei also auch in diesem Dokument nicht von endg&uuml;ltig &bdquo;unl&ouml;sbaren&ldquo; Problemen die Rede gewesen, sondern von &bdquo;l&ouml;sbaren&ldquo;. Das stimmt. Es stimmt aber auch, dass dieses &bdquo;unl&ouml;sbar&ldquo; die dritte und letzte Deichlinie ist, die de Maizi&egrave;re gegen die Flut der Vorw&uuml;rfe errichtet hat. Erst erschien er als der Minister Ahnungslos. Das hat keiner glauben k&ouml;nnen, und es stimmte ja auch nicht. Dann zeichnete er sich selbst als Minister Arglos, der zwar allgemein von Problemen wusste, aber nicht richtig nachgefragt hat. Das hat wieder keiner glauben k&ouml;nnen, und es stimmt ja auch nicht. Das Dezember-Papier zeigt, dass Nachfragen nicht n&ouml;tig gewesen w&auml;re &ndash; er kannte den Stand der Dinge zumindest seit diesem Zeitpunkt. So bleibt als letztes Bild nur noch der Minister Sorglos, der halt darauf vertraut habe, dass seine Leute die Probleme schon irgendwie l&ouml;sen. Besonders plausibel finden das nicht mal Leute aus den eigenen Reihen, die de Maizi&egrave;re als peniblen und informierten Arbeiter kennen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/glaubwuerdigkeitskrise-um-verteidigungsminister-de-maiziere-ahnungslos-arglos-amt-los\/8340774.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allm&auml;hlich verdichtet sich die Drohnenaff&auml;re auf die Frage: Wie intelligent ist jenseits seiner moralischen Integrit&auml;t unser politisches Spitzenpersonal bzw. warum regieren uns solche Leute?&nbsp; Verteidigungsminister de Maizi&egrave;re wird als penibler und informierter Arbeiter geschildert, aber offensichtlich war er von der einfachen Situation &uuml;berfordert, sich zu einer eventuell falschen Lageeinsch&auml;tzung des Drohnenprojektes zu bekennen und hat sich immer weiter in ziemlich t&ouml;richte Ausreden verheddert. Es ziert einem Verteidigungsminister nicht gerade, wenn in eigener Sache so die &Uuml;bersicht verliert. So lie&szlig;e sich zum Kabinett Merkel noch manches anmerken, aber gerade bei Umbesetzungen entscheidet letztlich die Kanzlerin &uuml;ber die Zusammensetzung ihres &ldquo;Personals&rdquo;. Und wir haben eine Kanzlerin, die sich im wichtigen Fragen unseres Landes und Europas vor allem durch Unschl&uuml;ssigkeit auszeichnet. Was Frau Merkel h&auml;ufig als strategisches Abwarten einer gro&szlig;en Machiavellistin ausgelegt wird, ist nichts anderes als die Furcht davor, ohne letzte Gewissheit zu handeln. Den Staatsmann, hier die Frau, sollte die F&auml;higkeit auszeichnen, ohne letzte Gewissheit zu einem Entschluss zu kommen, im Wissen, sich gut informiert zu haben, und im Vertrauen auf das eigene Absch&auml;tzungsverm&ouml;gen. Was bei Frau Merkel am Ende Ihrer Unschl&uuml;ssigkeit herauskommt, ist nur noch Reaktion auf sich zuspitzende Situationen, die als alternativlose Gewissheit verkauft wird. Das Fatale f&uuml;r Deutschland und auch f&uuml;r Europa, leider spielt Deutschland in dieser Krise eine ma&szlig;gebliche Rolle, ist die Unf&auml;higkeit allerdings vieler Protagonisten zur Voraussicht, geerdet in einer Klugheit die nicht Gewissheit erwartet, d.h. Handeln im Bewusstsein riskiert, das objektiv Richtige auch verfehlen zu k&ouml;nnen. Zu solchem Handeln kommt es nat&uuml;rlich nicht, wenn man jede Stunde die W&auml;hlerstimmung befragt.<\/em><br>\n<em>Dazu nochmals: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/affaere-um-aufklaerungsdrohne-euro-hawk-de-maizire-wusste-doch-eher-bescheid-1.1693380\">De Maizi&egrave;re wusste doch eher Bescheid<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Stephan Hebel: Angela einsam<\/strong><br>\nBisher hat die Kanzlerin die Skandale ihrer Minister unbeschadet &uuml;berstanden. Das k&ouml;nnte sich mit Thomas de Maizi&egrave;re &auml;ndern. Scheitert Merkel an ihrer Allmacht? (&hellip;) Angela Merkel ist in dieser Legislaturperiode nicht nur zwei Bundespr&auml;sidenten losgeworden, sondern auch etwa ein Drittel ihrer 16 Fachministerinnen und -minister. Sie hat das erstaunlich unbeschadet &uuml;berstanden &ndash; bisher. (&hellip;) In allen F&auml;llen &ndash; au&szlig;er bei R&ouml;ttgen, den sie eiskalt feuerte &ndash; hatte die Kanzlerin an ihren Kabinettsmitgliedern festgehalten, solange es ging. Es geh&ouml;rt zu den Geheimnissen ihrer vermeintlichen Immunit&auml;t gegen politische Sch&auml;den aller Art, dass ihr diese beinah unbeholfenen Fehleinsch&auml;tzungen, vorgetragen meist von Regierungssprecher Steffen Seibert (&bdquo;&hellip;genie&szlig;t das Vertrauen der Kanzlerin&hellip;&ldquo;), in der &Ouml;ffentlichkeit niemals nachgetragen wurden. (&hellip;) Im Kronprinzen-Katalog fand sich bis vor ein paar Wochen immerhin noch ein aussichtsreicher Kandidat: Thomas de Maizi&egrave;re. Loyal bis zur Unkenntlichkeit (also f&uuml;r sie ungef&auml;hrlich), aber bereit f&uuml;r H&ouml;heres, sobald man ihn riefe; in der Bev&ouml;lkerung beliebt, in der Partei gesch&auml;tzt. Nun aber das Drohnen-Debakel: Erst versteckte sich der angeblich so aufrechte und korrekte Superbeamte hinter seinen Untergebenen. Dann erweckte er den Eindruck, er habe von allem nichts gewusst, jedenfalls nicht vor dem 13. Mai. Und als massive Zweifel an dieser Behauptung auftauchten, stammelte er in b&uuml;rokratisch verquaster Selbstverteidigung, er habe sehr wohl nichts gewusst, weil ja ein Minister bekanntlich nicht wisse, was er auf dem Flur erfahre, sondern nur, was ihn als Vermerk erreicht. Das sieht stark nach letztem Aufb&auml;umen aus. Doch selbst bei einem Verbleib im Amt w&auml;re die Kronprinzen-Rolle pass&eacute;. (&hellip;) Sollte es zutreffen, dass die Luft f&uuml;r Merkel d&uuml;nner wird, dann wird es h&ouml;chste Zeit, dass die Opposition die letzte Gelegenheit zur Wende nutzt. Wenn Rot-Gr&uuml;n so zaghaft agiert wie bisher, dann k&ouml;nnte die Opposition wider Willen zu dem werden, was Thomas de Maizi&egrave;re nicht mehr ist: zum Rettungsanker f&uuml;r Angela Merkel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/angela-einsam\">der Freitag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Immerhin hat &ldquo;Angela Einsam&rdquo; noch die in ihrer &uuml;bergro&szlig;en Mehrheit ihr treu ergebenen Medien, die alles daran setzen werden, den schwarz-gelben Bundestags-Wahlsieg f&uuml;r Merkel sicher in die Scheune zu fahren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Merkel schwebt &uuml;ber den Parteien &ndash; Steinbr&uuml;ck f&auml;llt im Rating zur&uuml;ck<\/strong><br>\nIm bisherigen Verlauf des Wahljahres deutet alles auf eine Fortsetzung der Kanzlerschaft von Angela Merkel hin. Die Medien unternahmen bisher auch keinen Versuch, einen Zusammenhang zwischen der Kanzlerin und der schlechten Bewertung der Wirtschaftslage herzustellen. Vielmehr bewerten sie die Kanzlerin und die Union anhaltend besser als Steinbr&uuml;ck und die SPD. Auch die anderen Parteien stehen im Medien-Schatten der Union, die ihren guten Stand in den Medien und bei Umfragen der Kanzlerin nahezu alleine verdankt&hellip;<br>\nDer Bewertungs-Saldo der Meinungsf&uuml;hrer-Medien f&auml;llt im Juni bei der FDP erstmals nahezu ausgeglichen aus. Der Pr&auml;senz-Vorsprung der Union w&auml;chst weiter. &Uuml;ber die Linke berichten die Medien deutlich weniger, &uuml;ber Piraten und AfD so gut wie gar nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mediatenor.de\/newsletters.php\">MEDIA TENOR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Weltbank prophezeit schw&auml;chelnde Weltwirtschaft<\/strong><br>\nDie Weltbank warnt vor den Folgen der Euro-Krise. Die hohe Arbeitslosigkeit in den Industrienationen, weniger Wachstum in Schwellenl&auml;ndern und der schw&auml;chelnde Welthandel belaste das Wachstum weltweit. Die Weltbank hat deshalb ihre Prognose f&uuml;r das laufende Jahr gesenkt. Die Organisation geht nun davon aus, dass die Weltwirtschaft nur noch um 2,2 Prozent w&auml;chst und damit hinter dem Plus von 2,3 Prozent des vergangenen Jahres zur&uuml;ckbleibt. Im Januar hatte sie noch einen Zuwachs von 2,4 Prozent prognostiziert.<br>\nHintergrund f&uuml;r die pessimistischere Erwartung sei zum einen die Rezession in Europa, teilte die Weltbank in ihrem Weltwirtschaftsbericht mit. Darunter litten auch der Nahe Osten und Nordafrika, wichtige Handelspartner der Euro-Zone. Zum anderen w&uuml;rden die gro&szlig;en Schwellenl&auml;nder wie China, Brasilien, Indien und Russland, die mit ihrem Wirtschaftsboom jahrelang die globale Konjunktur angetrieben hatten, nicht mehr so stark wachsen wie vor der Finanzkrise. Die Wachstumserwartung f&uuml;r diese Gruppe korrigierte die Weltbank von 5,5 auf 5,1 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/weltbank-prophezeit-schwaechelnde-weltwirtschaft-a-905431.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Spaniens Schulden erreichen Rekordh&ouml;he<\/strong><br>\nSpanien spart &ndash; doch die Schulden des Staates erreichen immer neue H&ouml;chstst&auml;nde. Von Januar bis M&auml;rz stiegen sie auf 923 Milliarden Euro. Das Defizitziel der Regierung in Madrid f&uuml;r das gesamte Jahr 2013 ist damit kaum noch zu erreichen.<br>\nVor f&uuml;nf Jahren hatte Spanien noch Schulden in H&ouml;he von 40 Prozent seiner Wirtschaftsleistung &ndash; bis Ende M&auml;rz 2013 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt, Tendenz weiter steigend: Die Verbindlichkeiten des Landes t&uuml;rmten sich Ende des ersten Quartals zu einem Rekordstand von 923 Milliarden Euro auf, wie die spanische Zentralbank mitteilte. Das sind 88,2 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/spanien-schuldenstand-erreicht-im-ersten-quartal-neue-rekordhoehe-a-905765.html\">Spiegel Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Am&uuml;sant: &ldquo;Grund f&uuml;r die rapide Entwicklung ist au&szlig;er dem harten Sparkurs der Regierung auch die schwache Konjunktur. Spanien erlebt derzeit sein zweites Rezessionsjahr in Folge.&rdquo; Das hier ein Zusammenhang bestehen k&ouml;nnte darauf kommt die neoliberale Journaille nicht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Rechenfehler bei der Sparpolitik<\/strong><br>\nSparprogramme haben in einigen Eurostaaten zu Rezession und Massenarbeitslosigkeit gef&uuml;hrt. Der IWF hat inzwischen zugegeben, dass er sich verrechnet hat, weil der so genannte Multiplikator-Effekt erheblich gr&ouml;&szlig;er ist, als bisher angenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/das-erste\/plusminus\/rechenfehler-bei-der-sparpolitik?documentId=15163008\">ARD Mediathek, plusminus<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Draghis Offenbarungseid<\/strong><br>\nSo ist das also mit den Lenkern der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion:<br>\nErstens, warten auf den Export! Das ist die immerw&auml;hrende Hoffnung aller Neoklassiker. Wenn im Inland gar nichts mehr geht, dann muss doch irgendwo auf der Welt ein keynesianisches Programm gefahren werden, an das man sich dranh&auml;ngen kann. Wenn Mario Draghi jedoch unter den L&auml;ndern, auf deren steigenden Export man als EWU setzen kann, auch noch Deutschland erw&auml;hnt, wird es bizarr&hellip;Denn es ist geradezu l&auml;cherlich, wenn eine so gro&szlig;e und so weitgehend geschlossene Volkswirtschaft wie die europ&auml;ische auf den Export setzt.<br>\nZweitens, die Wirkung der EZB-Politik, die &bdquo;allm&auml;hlich ihren Weg durch die Volkswirtschaften finden wird&ldquo;. Der Weg ist allerdings schon ziemlich lang, ohne dass etwas an positiver Wirkung in Sachen private Sachinvestitionen festzustellen w&auml;re&hellip;<br>\nDrittens &ndash; hier wird es &auml;rgerlich oder gar gef&auml;hrlich, je nachdem wie ernst man Mario Draghis Aussagen nimmt &ndash; verweist er auf die fallenden Inflationsraten und wiederholt den auch in Deutschland &uuml;blichen Stammtischspruch, dass fallende Inflation h&ouml;here Einkommen der B&uuml;rger bedeutet&hellip;In erster Linie sind aber die fallenden oder weniger steigenden Preise die Folge der fallenden oder weniger steigenden Einkommen in Europa&hellip;<br>\nWill Mario Draghi nicht verstehen oder kann er nicht verstehen, dass die von Kanzlerin Merkel ausgerufene Politik deflation&auml;r ist?&hellip;<br>\nDass er dann noch die positiven &bdquo;Verm&ouml;genseffekte&ldquo; erw&auml;hnt, die von total &uuml;berdrehten Aktienm&auml;rkten ausgehen, setzt dem Ganzen gewisserma&szlig;en die Krone auf.<br>\nWenn er sagt, die Arbeitslosigkeit sei die Ursache der Einkommensschw&auml;che, muss man konstatieren, dass seine Welt genau auf dem Kopf steht. \n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130614_2_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/draghis-offenbarungseid\/#sthash.UjTC5slU.dpuf\">Flassbeck Economics<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>ESM-Chef Regling schimpft &uuml;ber Internationalen W&auml;hrungsfonds<\/strong><br>\nDer Chef des Euro-Krisenfonds kritisiert den Internationalen W&auml;hrungsfonds so scharf wie nie zuvor. Der IWF mache den Stabilit&auml;tspakt l&auml;cherlich, sagt Klaus Regling. Er w&uuml;nscht sich daher langfristig ein rein europ&auml;isches Krisenmanagement. Der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) steht seit Beginn der Euro-Krise an der Seite Europas, doch das Verh&auml;ltnis der Partner wird zunehmend schlechter, wie die neuesten Aussagen von ESM-Chef Klaus Regling zeigen. Der IWF mache mit seiner Kritik der Griechenland-Rettung den Stabilit&auml;tspakt&nbsp;l&auml;cherlich und erkl&auml;re sich selbst f&uuml;r die Schaffung von Wachstum zust&auml;ndig, sagte Regling der &ldquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&rdquo;. &ldquo;Damit baut er nicht nur einen falschen Gegensatz auf. Vor allem l&auml;sst er erkennen, dass er die Regeln unserer W&auml;hrungsunion nicht versteht&rdquo;, f&uuml;gte Regling hinzu. Der Euro-Raum mit einer einheitlichen Geldpolitik und 17 nationalen Wirtschafts- und Fiskalpolitiken k&ouml;nne nur funktionieren, wenn die Regeln eingehalten werden. &ldquo;Wenn der IWF das nicht versteht, ist das ein gro&szlig;es Problem&rdquo;, sagte Regling weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/esm-chef-regling-schimpft-ueber-den-iwf-a-905686.html\">Spiegel Online<\/a><br>\n&nbsp;<br>\n<em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Zu ESM-Chef Klaus Regling schrieb Albrecht M&uuml;ller in seinem bereits im Februar 2011 in den NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlichten Beitrag &ldquo;Auch bei Personen funktioniert die demokratische Kontrolle nicht, wenn ihre PR stimmt. Oder, Verzeihung: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8308\">&bdquo;Flaschen&ldquo; st&uuml;tzen &bdquo;Flaschen&ldquo;&rdquo;<\/a>:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Zum Beispiel Klaus Regling: Wahrscheinlich ist Ihnen dieser Name kein Begriff.&nbsp;(&hellip;) Klaus Regling war und ist als Generaldirektor in Br&uuml;ssel verantwortlich f&uuml;r die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Europ&auml;ischen Union. Er ist einer der Hauptverantwortlichen f&uuml;r das Auseinanderfallen der Lohnentwicklung und damit der Entwicklung der Wettbewerbsf&auml;higkeit in der Eurozone, er ist also hauptverantwortlich f&uuml;r die Krise, in der sich der Euroraum befindet. Er war auch einer der Miterfinder der gescheiterten Maastricht-Kriterien.&nbsp;(&hellip;) Er geh&ouml;rt zur Gruppe der deutschen Chicago Boys. (Siehe dazu eine Skizze in meinem Buch &ldquo;Machtwahn&rdquo;).&rdquo;<\/em><br>\n<em>Es ist schon erstaunlich, dass nun ausgerechnet Klaus Regling das Einhalten von Regeln anmahnt. Denn Regling als einer der&nbsp;Protagonisten des deutschen Lohndumping und damit&nbsp;einer der Hauptverantwortlichen f&uuml;r das Auseinanderfallen der Lohnentwicklung und damit der Entwicklung der preislichen&nbsp;Wettbewerbsf&auml;higkeit innerhalb der Eurozone hat&nbsp;durch&nbsp;sein Verhalten&nbsp;gegen die zentrale, f&uuml;r das Funktionieren einer W&auml;hrungsunion unerl&auml;ssliche&nbsp;Regel&nbsp;versto&szlig;en: Daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die von den Staaten der Eurozone gemeinsam&nbsp;vereinbarte Zielinflationsrate von den beteiligten Staaten weder &uuml;ber- noch unterschritten wird.<\/em><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Fabian Lindner: Banken treiben Eurokrise<\/strong><br>\nIn der Eurokrise stehen die Schulden &ndash; vor allem die Auslandsschulden &ndash; der heutigen Krisenl&auml;nder Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien in der Kritik. Das Verhalten und die Identit&auml;t der Gl&auml;ubiger werden dabei allerdings sehr viel weniger beachtet, obwohl es ohne die Einstellung der Kreditvergabe durch die Gl&auml;ubiger ab 2009 nicht zur Krise gekommen w&auml;re.<br>\nIn diesem Report wird gezeigt, dass deutsche und franz&ouml;sische Investoren &ndash; besonders Banken &ndash; die gr&ouml;&szlig;ten Gl&auml;ubiger der heutigen Krisenl&auml;nder waren.<br>\nDies sind die gleichen Banken, die in der Krise des US-Hypothekenmarktes &uuml;berproportional hohe Verluste erlitten und deshalb nach der Krise ihre Bilanz verk&uuml;rzen mussten, auch durch die K&uuml;ndigung von Krediten an die heutigen Krisenl&auml;nder. Bereits vor dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im August 2008 und damit noch deutlich vor Beginn der Spannungen an den Staatsanleihem&auml;rkten Ende 2009 haben die Banken begonnen, ihre Forderungen gegen&uuml;ber den heutigen Krisenl&auml;ndern abzubauen. Die Subprime-Krise hat somit &uuml;ber die Reaktion der Banken ganz wesentlich zur Eurokrise beigetragen.<br>\nEin solcher Forderungsabbau wird auch als &bdquo;Sudden Stop&ldquo; (Calvo 1998) bezeichnet und f&uuml;hrt in L&auml;ndern mit Leistungsbilanzdefiziten und hoher Nettoauslandsverschuldung oft zu tiefen Rezessionen, weil sie pl&ouml;tzlich von der Au&szlig;enfinanzierung abgeschnitten sind und damit wichtige Ausgaben &ndash; etwa f&uuml;r den Import von Rohstoffen, Medikamenten oder Nahrungsmitteln &ndash; stark senken m&uuml;ssen&hellip;<br>\nDie Bankenregulierung Basel II hat den Forderungsabbau beschleunigt, da die Banken ihr Eigenkapital prozyklisch abbauen k&ouml;nnen, wenn die Risiken gering sind und aufbauen m&uuml;ssen, wenn sie hoch sind.<br>\nVersch&auml;rft wird dies durch die Regeln des Euroraums, nach denen im Gegensatz zu anderen Industriel&auml;ndern Staaten Pleite gehen k&ouml;nnen. Dies hat zu einer sich selbstverst&auml;rkenden Liquidit&auml;tskrise gef&uuml;hrt.<br>\nZur L&ouml;sung der Krise sind eine Stabilisierung der M&auml;rkte f&uuml;r Staatsanleihen und die Aufgabe der Austerit&auml;tspolitik notwendige Bedingungen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_82_2013.pdf\">IMK Report 82 [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung IMK:<\/strong> Der Report betrachtet das Verhalten der Gl&auml;ubiger &ndash; vor allem der Banken &ndash; in der Eurokrise. Die gr&ouml;&szlig;ten Gl&auml;ubiger der heutigen Krisenl&auml;nder Griechenland, Spanien, Irland, Portugal und Italien sind deutsche und franz&ouml;sische Banken. Diese haben 2008 gro&szlig;e Verluste in der US-Subprimekrise erlitten und mussten ihre Bilanz verk&uuml;rzen, was zu einem Abbau ihrer Auslandsforderungen gef&uuml;hrt hat. Der Forderungsabbau hat zu einem pl&ouml;tzlichen Anhalten der Kreditvergabe gef&uuml;hrt, der die Krise im Euroraum mit ausgel&ouml;st hat. Dass die Banken sich so verhalten haben, liegt an der Bankenregulierung und den Regeln des Euroraums. Nach der Bankenregulierung Basel II m&uuml;ssen Banken prozyklisch ihr Kapital erh&ouml;hen, wenn ihre Forderungen risikoreicher werden. In einer Finanzkrise erfolgt diese Kapitalanpassung meist &uuml;ber den Abbau von Forderungen. Die Regeln des Euroraums erlauben eine staatliche Insolvenz, so dass Gl&auml;ubiger Verluste tragen m&uuml;ssen. Steigt die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz, m&uuml;ssen Gl&auml;ubiger ihre Forderungen so schnell wie m&ouml;glich verringern, um selbst ihr Kapital und damit ihre eigene Solvenz zu erhalten. Notwendige Bedingung der Stabilisierung des Euroraums w&auml;re damit eine Garantie, Staaten nicht insolvent gehen zu lassen. Dar&uuml;ber hinaus sollte die Bankenregulierung weniger prozyklisch ausgestaltet werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>K&ouml;nnte das Bundesverfassungsgericht eine bisherige Blockierung f&uuml;r die Entwicklung der Eurozone durch angemessene europ&auml;ische Institutionen aufbrechen?<\/strong><br>\nKommentierte Presseschau von Volker Bahl<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/eu-politik\/eu-krise\/eu-demokratie\/konnte-das-bundesverfassungsgericht-eine-bisherige-blockierung-fur-die-entwicklung-der-eurozone-durch-angemessene-europaische-institutionen-aufbrechen\/\">LabourNet Germany<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>The ingredients of German economic success are more complex than they seem<\/strong><br>\nIn German eyes, strong exports and a big trade surplus are symbols of economic virility. But foreigners are more impressed with Germany&rsquo;s recent employment record. A decade ago Germany had one of the worst jobless rates in the rich world. Today its unemployment rate of 5.4% (using OECD figures) is one of the lowest in Europe. Youth unemployment, below 8%, is half that in America and a third of the European average. It is also the lowest Germany has seen for 20 years.<br>\nThis is not the result of booming growth. Over the past decade Germany&rsquo;s economy has on average grown more slowly than America&rsquo;s and Britain&rsquo;s and barely faster than that of the euro zone as a whole&hellip;<br>\nIf German success has more fathers than many Germans like to admit, it has also come at a price that few acknowledge. Most Germans&rsquo; living standards have stagnated, wealth is highly skewed and national saving, embodied in the country&rsquo;s vast current-account surpluses, has been spectacularly badly invested. From American subprime securities to Spanish property loans, German banks recycled the country&rsquo;s savings surpluses into all manner of junk. A new study by Marcel Fratzscher of the DIW economic research institute in Berlin suggests that Germany has lost the equivalent of 20% of GDP on the valuation of its foreign portfolio investments since 2006.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/news\/special-report\/21579145-ingredients-german-economic-success-are-more-complex-they-seem-dissecting\">The Economist<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist immerhin bemerkenswert, dass dieses wirtschaftsliberale Blatt eine weitaus differenziertere Sicht der wirtschaftlichen Lage Deutschlands liefert als die Wirtschaftsteile der meisten deutschen Zeitungen.<\/em> <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Marktwirtschaft &ndash; nein danke? Eine Standortbestimmung<\/strong><br>\nSchwere Wirtschaftskrise in S&uuml;deuropa mit Millionen Arbeitslosen, die deutsche Konjunktur nur noch im Vergleich dazu &ldquo;rosig&rdquo;, in Wirklichkeit an der Schwelle zur Rezession, und jetzt auch noch das Hochwasser &ndash; manch einer fragt sich, ob das nicht alles irgendwie zusammenh&auml;ngt unter der gro&szlig;en &Uuml;berschrift &ldquo;Die Marktwirtschaft f&auml;hrt gegen die Wand&rdquo;. Denn ist die Zerst&ouml;rung oder zumindest &Uuml;bernutzung der nat&uuml;rlichen Ressourcen unseres Planeten nicht eine direkte Folge der Marktwirtschaft bzw. des Kapitalismus, wie Kritiker unser Wirtschaftssystem bezeichnen? (&hellip;) Und zeigt nicht gerade die wachsende Arbeitslosigkeit, dass die Produktivit&auml;tsgewinne, auf die der Kapitalismus so stolz ist, letzten Endes zur Verelendung von immer mehr Menschen f&uuml;hren, denen (obendrein CO2 aussto&szlig;ende) Maschinen die Arbeitsm&ouml;glichkeiten genommen haben? Und h&ouml;ren wir nicht ab und zu (z.B. auch auf dieser Web-Seite), dass es um eine Absatz&ndash; bzw. Nachfragekrise geht? Hei&szlig;t das nicht, dass wir all das, was wir herstellen, gar nicht verbrauchen k&ouml;nnen? Und geh&ouml;rt diese &ldquo;&Uuml;berproduktion&rdquo; und &ldquo;Unterkonsumption&rdquo; nicht zum Wesen des Kapitalismus, der die einen ausbeutet, w&auml;hrend die anderen nicht wissen, wohin mit ihrem Reichtum? Hier scheint ein Irrsinn in den anderen zu greifen: Zu viel produziert von zu wenigen, zu wenig konsumiert von zu vielen, zu viel Ressourcenverbrauch und zu wenig Umweltschutz. Auf solche und &auml;hnliche Gedanken sto&szlig;e ich immer wieder beim Lesen von Beitr&auml;gen unterschiedlichster Autoren der verschiedensten Fachrichtungen und beim Zuh&ouml;ren in Diskussionsrunden mit dem gemischtesten Publikum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/marktwirtschaft-nein-danke-eine-standortbestimmung\/\">Flassbeck-Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Schutz war gestern<\/strong><br>\nDie USA spionieren illegal das Internet in Europa aus &ndash; doch die EU wehrt sich nicht. Im Gegenteil: Sie will ein Freihandelsabkommen auf den Weg bringen, das den Datenschutz ausklammert und US-Konzernen wie Google auch noch Klagen gegen EU-Staaten erm&ouml;glicht. Jetzt schl&auml;gt wieder die Stunde der Frankreich-Basher. Weil Paris es wagt, das Verhandlungsmandat der EU-Kommission f&uuml;r die Handelsgespr&auml;che mit den USA zu kritisieren, schlagen alle auf die Franzosen ein. Dabei haben auch Belgien und Griechenland Bedenken. Selbst das Europaparlament tritt f&uuml;r die &ldquo;exception culturelle&rdquo; ein &ndash; also den Schutz der europ&auml;ischen Film- und Fernsehproduktion vor der &uuml;berm&auml;chtigen US-Industrie. Egal: Kommerz hat Vorrang, Schutz war gestern. Der Handel muss grenzenlos sein, deshalb darf es keine Ausnahmen geben. Dies ist die Logik, mit der auch die Merkel-Regierung in die Gespr&auml;che geht. Merkantilismus schl&auml;gt Protektionismus &ndash; selbst da, wo eine Absicherung dringend angesagt w&auml;re. Zum Beispiel im Datenschutz. Gerade erst wurde das US-Sp&auml;hprogramm Prism enth&uuml;llt, auch das Internet in Europa wird systematisch ausgesp&auml;ht. (&hellip;) Dabei warten US-Konzerne wie Google oder Microsoft doch nur auf ihre Chance, ihre Auffassungen von Gewerbefreiheit auch in Europa umsetzen zu k&ouml;nnen &ndash; zur Not auch auf dem Rechtsweg.&nbsp;(&hellip;) Eigentlich merkw&uuml;rdig: Wenn es um den Schutz privater Investitionen geht, dann moniert sich nicht einmal die schwarzgelbe Bundesregierung (gegen die Vattenfall wegen des Atomausstiegs klagt). Wenn es hingegen um den Schutz unserer Kultur und unserer Daten geht, dann hei&szlig;t es, man solle sich keine unn&ouml;tigen Sorgen machen, Protektionismus helfe uns nicht weiter. Da stimmt doch etwas nicht&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/schutz-war-gestern\/\">Lost in EUrope<\/a><br>\n&nbsp;<br>\n<em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong>&nbsp;Der im obigen Beitrag&nbsp;v.a. angesprochene Kultursektor ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem angedachten Wirkungskreis des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA. Ein ma&szlig;gebliches Ziel der europ&auml;ischen Bef&uuml;rworter dieses Abkommens d&uuml;rfte es sein, den &ldquo;Wettbewerbsdruck&rdquo; (insbesondere den preislichen,&nbsp;kaum jedoch&nbsp;den auf Innovationen basierenden) in Europa weiter zu erh&ouml;hen. Im Februar 2013 schrieb Jens Berger unter der &Uuml;berschrift &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16289\">TAFTA &ndash; eine weitere Hintert&uuml;r f&uuml;r neoliberale Reformen<\/a>&ldquo;:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU ist in aller Munde. US-Pr&auml;sident Obama thematisierte die Transatlantic Free Trade Area (TAFTA) in seiner j&uuml;ngsten Regierungserkl&auml;rung und auch Angela Merkel und David Cameron konnten sich auf dem letzten EU-Gipfel kaum etwas Sch&ouml;neres vorstellen, als mit den USA eine Freihandelszone zu gr&uuml;nden. Woher kommt dieser pl&ouml;tzliche Enthusiasmus? Die Idee einer transatlantischen Freihandelszone ist ein alter Hut und es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die anstehenden Verhandlungen, die Mitte dieses Jahres beginnen sollen, je zu einem nennenswerten Ergebnis kommen. Die Verhandlungen zu TAFTA eignen sich jedoch hervorragend, um auf vielen politischen Ebenen sogenannte &bdquo;Handelshemmnisse&ldquo; abzubauen. (&hellip;) Man muss jedoch kein Prophet sein, um zu erahnen, welche &bdquo;Reformen&ldquo; die europ&auml;ische Seite im Schlepptau von TAFTA anstrebt. Schreibt der Fiskalpakt den europ&auml;ischen L&auml;ndern eine neoliberale Finanzpolitik vor, k&ouml;nnte TAFTA die von Merkel und Co. gew&uuml;nschte Erg&auml;nzung darstellen, um auch den neoliberalen Deregulierungstraum europaweit umzusetzen.&rdquo;<\/em>\n<p><strong>Dazu: Auf einer Linie mit Paris<\/strong><br>\nDie &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender Europas (EBU) eilen Paris zu Hilfe. Sie unterst&uuml;tzen die franz&ouml;sische Forderung, den Bereich Audiovisuelles von vornherein aus den Verhandlungen f&uuml;r ein Freihandelsabkommen mit den USA auszuschlie&szlig;en. Gerade im Internet entwickelten sich die Dinge &ldquo;schnell und unvorhersehbar&rdquo;, sagte Ulrich Wilhelm, Mitglied des Vorstandes der EBU und Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) am Donnerstag der S&uuml;ddeutschen Zeitung. &ldquo;Wir brauchen deshalb die Freiheit, stets neu entscheiden zu k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\nDie Europ&auml;ische Union und ihre Mitgliedstaaten m&uuml;ssten sich die M&ouml;glichkeit erhalten, Regelungen in den Medien flexibel an Entwicklungen anpassen zu k&ouml;nnen. &ldquo;Mit einer Unterwerfung des kulturellen Sektors unter die Bedingungen des Freihandelsabkommens w&auml;re diese Handlungsfreiheit nicht mehr gegeben&rdquo;, sagte Wilhelm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/freihandelsabkommen-zwischen-eu-und-usa-auf-einer-linie-mit-paris-1.1696055\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>IMK Verteilungsmonitor: Einkommensverteilung in Deutschland, 1991 &ndash; 2010<\/strong><br>\nDie Entwicklung der bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen im vergangenen<br>\nJahrzehnt verst&auml;rkte die Einkommensungleichheit in Deutschland.\n<ul>\n<li>Das untere Drittel der Bev&ouml;lkerung (Einkommensklassen 1 &ndash; 3) erlitt reale Einkommensr&uuml;ckg&auml;nge.<\/li>\n<li>Die obere H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung (Einkommensklassen 5 &ndash; 10) gewann dagegen real an Einkommen hinzu.<\/li>\n<li>Die Einkommensentwicklung der oberen 10 Prozent (Einkommensklasse 10) sticht mit einer realen Steigerung um gut 12 Prozent besonders deutlich hervor.<\/li>\n<\/ul>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130614_2_02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130614_2_03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/imk_pj_verteilungsmonitor.pdf%20\">IMK Verteilungsmonitor [PDF &ndash; 117 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>EU-Datenschutzreform: Klausel gegen NSA-Spionage gestrichen<\/strong><br>\nDie USA haben verhindert, dass der Entwurf der EU-Datenschutzreform die Herausgabe von europ&auml;ischen Nutzerdaten an die NSA untersagt. Das berichtet die Financial Times in ihrer heutigen Ausgabe. Demnach h&auml;tte die &ldquo;Anti-FISA-Klausel&rdquo; die Weitergabe der Daten auf Basis des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) verhindert. Dieses Gesetz erlaubt es dem US-Geheimdienst NSA, die &Uuml;berwachung einer Person anzuordnen und etwa von einem Internet-Dienst wie Facebook die Herausgabe ihrer Daten zu verlangen. Dieses Verfahren erregt derzeit besonders viel Aufmerksamkeit, bildet es doch offenbar die rechtliche Grundlage f&uuml;r das Spionageprogramm PRISM&hellip;<br>\nDurch intensive Lobbyarbeit hat die US-Regierung dem Bericht zufolge Anfang 2012 eine Streichung des Weitergabeverbots erreicht, um eine Anfrage der NSA nicht rechtlich zu blockieren. Eine Mehrheit unter den EU-Kommissaren habe sich daf&uuml;r ausgesprochen, um die Handelsgespr&auml;che zwischen EU und USA nicht zu erschweren&hellip;<br>\nAber nicht nur der US-Regierung sei diese Klausel ein Dorn im Auge gewesen, so die Financial Times weiter. Auch US-Unternehmen h&auml;tten sich vehement gegen sie gewandt. Sie w&auml;ren durch eine solche Klausel gezwungen gewesen, sich zwischen dem Anspruch der USA auf die Daten und dem EU-Verbot ihrer Herausgabe zu entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/EU-Datenschutzreform-Klausel-gegen-NSA-Spionage-gestrichen-1887741.html\">heise online<\/a> \n<p><strong>Dazu: Juli Zeh zum Thema Daten&uuml;berwachung<\/strong><br>\nDie Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh, bekannt f&uuml;r ihre kritische Haltung zum &Uuml;berwachungsstaat, &auml;u&szlig;ert sich anl&auml;sslich der aktuellen Aff&auml;re um den &ldquo;Whistleblower&rdquo; Edward Snowden gegen&uuml;ber Kulturzeit. Das Interview f&uuml;hrte Frank Eggers.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/mediathek\/index.php?display=1&amp;mode=play&amp;obj=36866\">3sat Kulturzeit<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Obama erlaubt US-Waffenlieferungen an syrische Rebellen<\/strong><br>\nWei&szlig;es Haus geht von Chemiewaffeneinsatz aus &ndash; Russischer Abgeordneter bezichtigt USA der L&uuml;ge &ndash; Spekulationen &uuml;ber Flugverbotszone&hellip;<br>\nNach Erkenntnissen der US-Geheimdienste habe Syriens Staatsf&uuml;hrung im Laufe des vergangenen Jahres &ldquo;in geringem Umfang&rdquo; mehrfach Chemiewaffen eingesetzt, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes am sp&auml;ten Donnerstagnachmittag. Bei den Angriffen seien 100 bis 150 Menschen get&ouml;tet worden&hellip;<br>\nDie USA erw&auml;gen westlichen Diplomaten zufolge die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien, um den Aufst&auml;ndischen zu helfen&hellip;<br>\nRussland, ein Verb&uuml;ndeter des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad, hat den USA L&uuml;gen bez&uuml;glich des Einsatzes von Chemiewaffen vorgeworfen. Die Berichte seien &ldquo;an derselben Stelle fabriziert&rdquo; worden wie die &ldquo;L&uuml;ge&rdquo; &uuml;ber Massenvernichtungswaffen des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein, schrieb Alexej Puschkow, Vorsitzender des Ausw&auml;rtigen Ausschusses des russischen Parlaments&hellip;<br>\nNATO-Generalsekret&auml;r Anders Fogh Rasmussen forderte eine Untersuchung der US-Berichte durch die Vereinten Nationen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1369363698351\/Weisses-Haus-Syrien-setzte-Chemiewaffen-ein\">der Standard<\/a>\n<p><strong>Dazu: U.S. Is Said to Plan to Send Weapons to Syrian Rebels<\/strong><br>\nThe Obama administration, concluding that the troops of President Bashar al-Assad of Syria have used chemical weapons against rebel forces in his country&rsquo;s civil war, has decided to begin supplying the rebels for the first time with small arms and ammunition, according to American officials&hellip;<br>\nSupplying weapons to the rebels has been a long-sought goal of advocates of a more aggressive American response to the Syrian civil war. A proposal made last year by David H. Petraeus, then the director of the C.I.A., and backed by the State Department and the Pentagon to supply weapons was rejected by the White House because of President Obama&rsquo;s deep reluctance to be drawn into another war in the Middle East&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/06\/14\/world\/middleeast\/syria-chemical-weapons.html?pagewanted=all&amp;_r=0\">New York Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>T&uuml;rkei<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sie trauen Erdo&#287;an inzwischen alles zu<\/strong><br>\nDer Premier will nicht auf die Demonstranten zugehen. Was nach den heftigen &Uuml;bergriffen der Polizei bleibt, ist die Herrschaft des Misstrauens&hellip;<br>\nErst mit Tr&auml;nengas auf Demonstranten schie&szlig;en, dann mit ihnen sprechen? So l&auml;sst sich kein Konsens finden. Der t&uuml;rkische Premier hat sich als unberechenbar und listenreich erwiesen&hellip;<br>\nDoch Misstrauen herrscht auch bei der AK Parti von Erdogan vor. Im engsten Kreis um den Premierminister glaubt man nicht an das Motiv der Demonstranten, B&auml;ume sch&uuml;tzen zu wollen. Man h&auml;lt sie f&uuml;r bezahlt und gedungen. Von der internationalen Zinslobby, die von hohen Zinsen und einer schwachen Lira profitieren wolle. Vom finsteren Ausland, das der T&uuml;rkei ihren Erfolg nicht g&ouml;nne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2013-06\/tuerkei-erdogan-unnachgiebig\">Zeit.de<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.R.:<\/strong> In manchen Medienberichten anl&auml;sslich der j&uuml;ngsten B&uuml;rgerproteste in der T&uuml;rkei war die Rede davon, die wirtschaftliche Lage in der T&uuml;rkei sei eigentlich gut, die Proteste richteten sich vielmehr gegen die Person Erdogan bzw. gegen bestimmte Beschr&auml;nkungen pers&ouml;nlicher Freiheiten. So hie&szlig; es z.B. im oben zitierten Beitraf auf Zeit Online: &bdquo;Die Ruhe, die der T&uuml;rkei in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Wirtschaftsaufschwung, politische Stabilit&auml;t und die Aussicht auf Frieden mit den Kurden bescherte, wird so schnell nicht zur&uuml;ckkehren&ldquo;, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung also. Au&szlig;erdem berichteten die Nachdenkseiten am 13.6. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17578#h04\">&uuml;ber eine Entschlie&szlig;ung des Europ&auml;ischen Parlaments zur Lage in der T&uuml;rkei<\/a>. Dort wird zitiert, &bdquo;dass die t&uuml;rkische Regierung im Zusammenhang mit dem Prozess des EU-Beitritts neoliberale Wirtschaftsreformen und die Deregulierung&ldquo; rasch vorangetrieben habe.<\/em><br>\n<em>Ich habe mir daher einige Wirtschaftsdaten aus der <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/economy_finance\/db_indicators\/ameco\/zipped_en.htm\">AMECO-Datenbank der EU-Kommission herausgesucht<\/a>, Stand 3.5.2013. <\/em><\/p>\n<p><em>In den nachstehenden Diagrammen sind die folgenden beiden Kenngr&ouml;&szlig;en 2000-2012 dargestellt, jeweils f&uuml;r die T&uuml;rkei und zum Vergleich f&uuml;r Deutschland:<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Reales Arbeitnehmerentgelt<\/strong> je Arbeitnehmer als Index 2005 = 100 (Variable RWCDV; Real compensation per employee, deflator GDP: total economy &ndash; National currency: 2005 = 100).<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130614_2_04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em><strong>Arbeitseinkommensquote<\/strong> = Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer als Prozentsatz des BIP (in jeweiligen Preisen) je Erwerbst&auml;tigem (Variable ALCD0; Adjusted wage share: total economy: as percentage of GDP at current market prices &ndash; Compensation per employee as percentage of GDP at market prices per person employed).<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130614_2_05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Ich wei&szlig; nicht, wie verl&auml;sslich diese Daten und was tats&auml;chlich die &uuml;berwiegenden Motive der aktuellen Proteste sind, die Betrachtung dieser Datens&auml;tze &ndash; mit fehlendem Anstieg des Reallohnniveaus und R&uuml;ckgang der Arbeitseinkommensquote, jeweils noch ung&uuml;nstiger als in Deutschland &ndash; n&auml;hrt aber Zweifel an einer f&uuml;r die Breite der Bev&ouml;lkerung g&uuml;nstigen wirtschaftlichen Entwicklung in der T&uuml;rkei seit der Jahrtausendwende.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>T&uuml;rkische Hotels weniger gefragt<\/strong><br>\nDie anhaltenden Proteste gegen die Regierung in der T&uuml;rkei beginnen sich auf den Tourismus auszuwirken. Die Anzahl der Hotelsuchen im Internet f&uuml;r St&auml;dte und Badedestinationen ist in den letzten zwei Wochen eingebrochen. Zwischen dem 28. Mai und dem 11. Juni habe die Hotel-Vergleichsplattform Trivago f&uuml;r Istanbul, wo die Proteste ihren Anfang nahmen, 99% weniger Anfragen verzeichnet als vor einem Jahr. F&uuml;r Ankara brachen die Suchanfragen im Vergleich mit der gleichen Vorjahresperiode um 86% ein. Und obwohl die Proteste vor allem in den St&auml;dten stattfinden, sind die Reisenden auch mit Blick auf Ferien am Meer zunehmend verunsichert. Gem&auml;ss Trivago ging die Suche nach Hotels in den K&uuml;stenregionen Antalya, Bodrum, Izmir, Cesme, Marmaris, Kusadasi und Fethiye ebenfalls um 81% zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftsnachrichten\/hotelsuche-anfragen-tuerkei-internet-1.18097238\">NZZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Situation auf dem Taksim-Platz in Istanbul ist noch weit vom Tahrirplatz in Kairo entfernt und man wird sehen, ob bei Anhalten der Proteste die Tourismusbranche tats&auml;chlich einbricht. Dies w&auml;re allerdings ein herber Verlust f&uuml;r die T&uuml;rkei, denn die defizit&auml;re Leistungsbilanz der T&uuml;rkei w&uuml;rde ohne die Tourismuseinnahmen noch schlechter aussehen. Allerdings zeigt der R&uuml;ckgang der Suchanfragen, dass das Ausland beobachtet und reagiert. Das gilt auch f&uuml;r das ausl&auml;ndische Kapital. Dass Erdogan das Land schleichend islamisiert und sein F&uuml;hrungsstil immer autorit&auml;rer wird, tangiert das Finanzkapital wenig. Seine Losung, dass die T&uuml;rkei Opfer konzentrierter Angriffe aus dem In-und  Ausland sei, pr&auml;ziser die Demonstranten seien &ldquo;Marionetten von Finanzspekulanten&rdquo;, wird allerdings immer mehr als Realit&auml;tsverweigerung wahrgenommen.  Diese Rhetorik mag teilweise innenpolitisch an seine Anh&auml;ngerschaft gerichtet sein, aber offensichtlich ignoriert Erdogan die Zerrissenheit des Landes, vor allem in der st&auml;dtischen Bev&ouml;lkerung. Und das Kapital ist bekanntlich ein scheues Reh. Sein Verhalten ist f&uuml;r die T&uuml;rkei elementar. Was in all den Hymnen auf das t&uuml;rkische Wirtschaftswunder auch hierzulande gerne &uuml;bersehen wird: Der t&uuml;rkische &ldquo;Boom&rdquo; ist schuldenfinanziert. Zwar liegt das Haushaltsdefizit liegt unter zwei Prozent des BIP und die Staatsverschuldung bei 40 Prozent des BIP, aber die privaten Schulden sind massiv angestiegen. Die Auslandsverbindlichkeiten belaufen sich auf ca. 51 Prozent des BIP. 2013 muss der gesamte private Sektor Schulden im Umfang von umgerechnet 221 Milliarden US-Dollar refinanzieren &ndash; was etwa 25 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Man sollte dabei im Auge behalten, dass Spanien 2007 nur eine Staatsverschuldungsquote von 36 Prozent hatte. Zurzeit bricht die t&uuml;rkische B&ouml;rse ein, die Renditen zehnj&auml;hriger t&uuml;rkischer Anleihen steigen und die t&uuml;rkische Lira liegt im Abw&auml;rtstrend. In einem <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/06-11\/012.php\">informativen Artikel verweist Tomasz Konicz<\/a> auf eine Einsch&auml;tzung der New York Times: Solche Defizitkonjunkturen k&ouml;nnten nicht unbegrenzt fortgesetzt werden. &ldquo;Es seien nur wenige Wirtschaftswissenschaftler gewesen, die in den vergangenen zwei Jahren warnten, dass die T&uuml;rkei &ndash; wie zuvor Japan, die USA, Spanien oder Irland &ndash; einen Boom erfahre, der auf einem Berg von Schulden errichtet sei &ndash; und der ein schmerzhaftes Ende nehmen werde. <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/06\/06\/world\/europe\/financial-fears-as-street-unrest-shakes-turkey.html?pagewanted=all&amp;_r=0\">Bis vor kurzem wurden ihre Warnungen ignoriert<\/a>.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Hinzu kommt, dass das t&uuml;rkische Wirtschaftswachstum 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent auf 2,2 Prozent zur&uuml;ckgegangen ist. 2011 lag das t&uuml;rkische Wirtschaftswachstum in H&ouml;he von 8,8 Prozent weltweit noch &ndash; nach China mit 9,4 Prozent &ndash; auf Platz 2.  Berichten des T&uuml;rkischen Statistikamts zufolge habe dies an der schwachen Binnen-Nachfrage und die Schulden-Krise in Europa gelegen. So kommen, neben der hohen privaten Verschuldung der T&uuml;rken auch die Nachfrage-Ausf&auml;lle der Europ&auml;er nach t&uuml;rkischen Exporten zum Tragen. Sollte das t&uuml;rkische Wirtschaftswachstum auf diesem Niveau verbleiben, d&uuml;rften die ausl&auml;ndischen Erwartungen auf ertr&auml;gliche Investments in der T&uuml;rkei sinken und die dringend ben&ouml;tigte Kapitalzufuhr stocken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Alle sind Pl&uuml;nderer: Proteste gegen die AKP in Deutschland<\/strong><br>\nDie Proteste gegen die AKP beschr&auml;nken sich nicht auf t&uuml;rkische St&auml;dte. Auch in Deutschland gehen Tausende Menschen auf die Stra&szlig;e, um gegen die Politik des t&uuml;rkischen Ministerpr&auml;sidenten Recep Tayyip Erdo&#287;an zu demonstrieren. Viele Demonstrierende bezeichneten sich als &ccedil;apulcu, Pl&uuml;nderer, in Anspielung auf Erdo&#287;an, der alle Demonstrierenden so bezeichnet hat. Ein Demonstrant hat das Wort auf seine eigene Weise ins Deutsche &uuml;bersetzt und durchkonjugiert, vielleicht schafft er es in die n&auml;chste Ausgabe des Duden. &raquo;Ich tschapuliere, du tschapulierst, sie tschapuliert, wir tschapulieren, ihr tschapuliert, sie tschapulieren&laquo;, steht auf seinem Schild. Ece Y&#305;ld&#305;r&#305;m, 26 Jahre alt, ist eine der Organisatorinnen der Demonstration. Die Aussichten f&uuml;r den Protest in der T&uuml;rkei bewertet Y&#305;ld&#305;r&#305;m positiv: &raquo;Millionen Menschen sind auf der Stra&szlig;e, und das im ganzen Land. Gegen den Willen des Volkes kann die AKP nicht einfach so weitermachen. Solange sie in der T&uuml;rkei weiterk&auml;mpfen, k&auml;mpfen wir auch.&laquo;&nbsp; Alle Einschr&auml;nkungen des Versammlungsrechts und der freien Meinungs&auml;u&szlig;erung sollen sofort aufgehoben werden. Zudem sollen die im Zuge der Demonstrationen Inhaftierten freigelassen und alle Verantwortlichen, die den Gewalteinsatz gegen die Protestierenden angeordnet haben, von ihrem Posten entlassen werden. Letzteres kommt einer R&uuml;cktrittsforderung an die Regierung gleich. Es ist besonders auff&auml;llig, welche politischen Milieus sich derzeit auf diese R&uuml;cktrittsforderung einigen k&ouml;nnen. &ndash;&nbsp; Bei den Demonstrationen in Istanbul, Ankara und auch Berlin waren Kemalisten, Nationalisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Linksradikale, Kurden und Aleviten auf der Stra&szlig;e. Die Ablehnung von Erdo&#287;ans Politik vereint, was lange Zeit unvereinbar schien. Gegen die Brutalit&auml;t der Polizei und die Islamisierungspolitik der AKP opponieren Menschen, deren politische Auffassungen sich ansonsten diametral widersprechen. Dennoch erl&auml;ge man einer falschen Vorstellung in der Annahme, dass alle T&uuml;rkinnen und T&uuml;rken derzeit gegen Erdo&#287;an protestierten. Das gilt weder in der T&uuml;rkei noch in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2013\/24\/47876.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der ganz normale Bewerbungswahnsinn<\/strong><br>\nDer Uni-Absolvent&hellip;\n<ul>\n<li>schrieb rund 60 Bewerbungen,<\/li>\n<li>f&uuml;hrte sieben Telefoninterviews mit potentiellen Arbeitgebern,<\/li>\n<li>war dreimal im Assessment-Center,<\/li>\n<li>wurde elfmal zum Vorstellungsgespr&auml;ch geladen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Er tingelte durch das halbe Land. Viermal erreichte Sebastian D. die entscheidende Auswahlrunde, was bedeutete, dass er eine Einladung zu einem weiteren Vorstellungsgespr&auml;ch erhielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsleben\/jobsuche-der-ganz-normale-bewerbungswahnsinn-a-905293.html\">Spiegel Online<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Angeblich gibt es doch einen Fachkr&auml;ftemangel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Schlecker-Parabel<\/strong><br>\nDie Arbeitgeber im Einzelhandel wollen die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Die Besch&auml;ftigten der Drogeriekette waren noch privilegiert. Ihre angebliche &ldquo;Anspruchshaltung&rdquo; gilt als von vorgestern, &ldquo;Konzessionsbereitschaft&rdquo; (beides O-T&ouml;ne von Jobcenter-Mitarbeitern) ist bei der Stellensuche gefragt. Damit wird die Geschichte der Schleckerfrauen zur Parabel f&uuml;r die jetzige Tarifrunde. Mit welcher Realit&auml;t sich die Schleckerbesch&auml;ftigten konfrontiert sahen, wissen wir dank einer aktuellen Studie des IAB, des Forschungsinstituts der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, der auch die beiden obigen O-T&ouml;ne entnommen sind. Das IAB wollte von Fach- und F&uuml;hrungskr&auml;ften ausgesuchter Jobcenter im August 2012, als noch 15.600 Schleckerfrauen eine Stelle suchten, wissen, wie die Vermittler die Frauen betreuten. Vielen Vermittlern m&uuml;ssen die &ldquo;Damen&rdquo; (O-Ton) wie Besch&auml;ftigte aus einer antiquierten Zeit vorgekommen sein. Veraltet waren die Kassen- und EDV-Systeme bei Schlecker, deutlich &auml;lter als sonst im Einzelhandel auch die Besch&auml;ftigten &ndash; etliche von ihnen &uuml;ber 50. Vergleichsweise viele Frauen hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung. Trotzdem bekamen sie, nachdem Schlecker endlich nach Tarif bezahlte, zwischen 12 und 15 Euro in der Stunde. Das ist kein Verm&ouml;gen, aber mehr, als manch andere Kraft im Einzelhandel verdient. Ungelernte Schleckerfrauen stiegen dabei nach einigen Jahren in die Lohngruppe der formal Qualifizierten auf. Mit dieser Aufstiegsperspektive soll jetzt Schluss sein, fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) in einigen Bundesl&auml;ndern. Einmal ungelernt, immer ungelernt, einmal Niedrigl&ouml;hne, immer Niedrigl&ouml;hne um die 10\/11 Euro, so die neue Struktur, die festgezurrt werden soll. Auch die Sp&auml;t- oder Nachtzuschl&auml;ge stellt der HDE infrage &ndash; obwohl diese Zuschl&auml;ge der Preis waren, die der Verband zahlen musste, um Arbeitszeiten wie in kaum einer anderen Branche flexibilisieren zu k&ouml;nnen. &Ouml;ffnungszeiten bis 22 Uhr oder sp&auml;ter, auch an Samstagen, sind heute normal. Ein Heer von gut in den Dienstpl&auml;nen verschiebbaren Teilzeitkr&auml;ften und 400-Euro-JobberInnen steht bereit, die Kunden zu bedienen. Doch der HDE ruft nicht nur nach mehr Flexibilit&auml;t. Auch Kassiererinnen und Besch&auml;ftigte, die Waren verr&auml;umen, sind in seinen Augen mit 11 oder 12 Euro &uuml;berbezahlt und sollten &ldquo;abgruppiert&rdquo; werden. &ndash; Wie niedrig der aktuelle Marktlohn ist, wurde auch den Schleckerfrauen unmissverst&auml;ndlich klargemacht. Sie sollen &ldquo;verstehen, dass man sich selbst um 8-Euro-Stellen mit anderen pr&uuml;geln muss&rdquo;, so ein Jobcentermitarbeiter. In &ldquo;Schockstarre&rdquo; und realit&auml;tsfern seien die Frauen nach ihrer Entlassung &ndash; vielfach noch nicht f&auml;hig, &ldquo;voll offensiv auf den Markt zu gehen&rdquo;. Mancher Mitarbeiter versuchte durchaus, die Arbeitslosen emotional zu stabilisieren. Doch letztlich bleibt den Jobcenterbesch&auml;ftigten nichts anderes, als Gesetzesvorgaben zu exekutieren. Und die hei&szlig;en: die Frauen in den Arbeitsmarkt bringen, koste es Lohneinbu&szlig;en, was es wolle. Wer also k&uuml;nftig &uuml;ber die gro&szlig;e Lohnl&uuml;cke klagt, die in Deutschland zwischen den Geschlechtern klafft, sollte sich klarmachen, dass der HDE gerade kr&auml;ftig daran arbeitet, diese L&uuml;cke noch weiter aufzurei&szlig;en. Unsere Emp&ouml;rung ist den Besch&auml;ftigten nur sicher, wenn uns der n&auml;chste Lidl-, Aldi- oder Rewe-Skandal durch die Medien in mundgerechten H&auml;ppchen aufbereitet wird. Dabei reichen die Folgen zusammengestutzter Manteltarifvertr&auml;ge deutlich weiter.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F06%2F14%2Fa0146&amp;cHash=139ad083349b4606b72cbddd190ea572\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2013\/kb0713.pdf\">IAB [PDF &ndash; 561 KB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bis M&auml;rz 2013 hatte etwa die H&auml;lfte der Schlecker-Arbeitslosen in Form einer sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung oder eine selbstst&auml;ndige T&auml;tigkeit eine &ldquo;Anschlussverwendung&rdquo; (R&ouml;sler) gefunden. 85 Prozent der Entlassenen hatten sich arbeitsuchend bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Im IAB-Bericht liest man weiter: &ldquo;Die am Arbeitsmarkt verf&uuml;gbaren Stellen sind &ndash; nach Aussagen der Arbeitsvermittler &ndash; im Vergleich zu den Jobs bei Schlecker teils deutlich schlechter entlohnt. Deshalb waren sie den Arbeitslosen zun&auml;chst oft nicht zumutbar. Neben der Qualifizierung ist man in den Agenturen daher bestrebt, die Konzessionsbereitschaft bei den Schlecker-Arbeitslosen zu steigern. In der Praxis setzen die Vermittler hierzu unterschiedliche Strategien ein, die von Orientierungsangeboten &uuml;ber Aufkl&auml;rungs- und &Uuml;berzeugungsarbeit bis hin zu einer st&auml;rker fordernden Aktivierung reichen.&rdquo; Kann man da noch k&uuml;hl bleiben?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Hartz-IV-Chaos bei Hochwasserhilfen<\/strong><br>\nUnter den Hochwasseropfern sind viele Hartz-IV-Bezieher. Sie riskieren bei der Annahme von Spenden und staatlicher Nothilfe, dass diese mit dem Regelsatz verrechnet werden. Die Gesetzeslage ist widerspr&uuml;chlich. Bislang warteten die Betroffenen vergeblich auf eine verbindliche Anweisung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit&hellip;<br>\nIm Ministerium gab man sich auf nd-Anfrage bedeckt. Doch dann am sp&auml;ten Nachmittag die &Uuml;berraschung: Eine entsprechende Anweisung des Ministeriums sei bereits ergangen, so eine Sprecherin des Ministeriums. Ein R&uuml;ckruf bei der BA bringt dann die Best&auml;tigung. Das Schreiben ist offenbar wirklich rausgegangen, allerdings direkt an die Jobcenter.<br>\nDort steht, dass es Hilfen zur Erstausstattung nur gibt, wenn &raquo;diese Kosten weder durch eine Versicherung noch durch ein anderweitiges Nothilfeprogramm erstattet werden&laquo;. Das bedeutet: Sonderhilfen werden doch angerechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/824418.hartz-iv-chaos-bei-hochwasserhilfen.html\">ND<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Heribert Prantl: Fall Mollath: Freiheitsberaubung durch Unterlassen<\/strong><br>\nIm Fall Gustl Mollath liegen offenkundig mehrere Rechtsfehler vor. Nach sieben Jahren in der Psychiatrie bringen die zwei Wiederaufnahmeantr&auml;ge ein wenig Hoffnung. Doch das zust&auml;ndige Gericht reagiert seit Monaten nicht darauf und zeigt damit: Es ist nicht unabh&auml;ngig, sondern taub.<br>\nQuell: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/fall-mollath-freiheitsberaubung-durch-unterlassen-1.1696091\">SZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: Bayerns Justizministerin verteidigt sich vor Untersuchungsausschuss<\/strong><br>\nIm Fall des zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Gustl Mollath hat Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags ausgesagt &ndash; und sich gegen anhaltende Kritik verteidigt. Von Unt&auml;tigkeit oder Vers&auml;umnissen ihrerseits oder ihres Ministeriums k&ouml;nne keine Rede sein, so Merk. Vielmehr habe sie sofort und sehr schnell gehandelt, als dies f&uuml;r sie rechtlich m&ouml;glich gewesen sei&hellip;<br>\nMerk sagte, als es im November 2012 &ldquo;massive Zweifel an tragenden Feststellungen&rdquo; im Gerichtsurteil gegen Mollath gegeben habe, habe sie innerhalb einer halben Stunde einen Wiederaufnahmeantrag angeordnet. Vorher sei dies rechtlich nicht zul&auml;ssig gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/fall-mollath-bayerns-justizministerin-beate-merk-verteidigt-sich-a-905772.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Was ist ein &bdquo;Volk&ldquo;?<\/strong><br>\nIn einer Gesellschaft Freier und Gleicher ist das Ausl&auml;nderwahlrecht ein Menschenrecht.<br>\nB&uuml;rgerschaft entsteht durch und ist Rechtsgenossenschaft.<br>\nUnd soll dieses Land nicht autokratisch, sondern demokratisch regiert sein, folgt hieraus &ndash; in der altmodischen Diktion von Aristoteles &ndash; die gemeinsame Beteiligung der B&uuml;rger\/innen an der Verfassung, also in modernen Massendemokratien: das Wahlrecht. Wahlrecht bzw. Demokratie sind daher nicht wie h&auml;ufig missverstanden Ausdruck einer national &ndash; und schon gar nicht ethno-kulturell &ndash; gedachten Gleichheit des &bdquo;Volkes&ldquo;. Das Wahlrecht ist in der Demokratie vielmehr Ausdruck der politischen Freiheit: &bdquo;gleich&ldquo; sind die B&uuml;rger\/innen n&auml;mlich nur in ihrer Freiheit, in ihrem gleichen Recht, unter der von ihnen ausgehandelten &bdquo;guten Ordnung&ldquo; (= Verfassung), also unter selbstbestimmten Gesetzen &bdquo;frei&ldquo; zu leben. Insofern muss hier auch nichts mehr &bdquo;integriert&ldquo; noch irgendeine &bdquo;Loyalit&auml;tsbekundung&ldquo; erbracht werden &ndash; denn so betrachtet ist das Wahlrecht ein Menschenrecht. Es erw&auml;chst aus dem nat&uuml;rlichen Recht des Menschen, nicht unter Fremdgesetzgebung als blo&szlig;es Objekt von Herrschaft zu leben, sondern als Subjekt diese mitzubestimmen &ndash; zumindest bei dauerhaftem Aufenthalt in einem Land. Das Wahlrecht ist daher genuiner Ausdruck des Autonomiegedankens, um den &uuml;berhaupt die gesamte Konzeption der Menschenrechte rotiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++8e3e5738-d35a-11e2-bda6-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Kleine Sklaven<\/strong><br>\nWeltweit 10,5 Millionen Heranwachsende schuften einer Hochrechnung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zufolge in Privathaushalten au&szlig;erhalb der eigenen Familien unter erb&auml;rmlichen Bedingungen. Sie sich in fremden Haushalten, vielleicht um die Schulden ihrer Familie abzuarbeiten oder weil die Eltern gestorben sind. Sie besuchen keine Schulen und bleiben Tagel&ouml;hner lebenslang, ohne Chance zum Aufstieg, ohne eine Perspektive jenseits der n&auml;chsten Mahlzeit.<br>\nNicht mitgez&auml;hlt, und das ist zu beachten, bleiben dabei f&uuml;nf Millionen Jugendliche, die in den reicheren L&auml;ndern der Welt unter regul&auml;ren Bedingungen &bdquo;haushaltsnahe Dienstleistungen&ldquo; erbringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kinderarbeit-kleine-sklaven,1472780,23292804.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Patent-Verbot auf menschliche Gene<\/strong><br>\nK&ouml;nnen Firmen sich weiterhin menschliche Gene patentieren lassen? Nein, sagt nun der Oberste Gerichtshof der USA. In Europa ist das noch anders. Vielleicht &auml;ndert sich das nun.<br>\nIn Deutschland ruft das Urteil &Uuml;berraschung hervor. &ldquo;Ich kenne das genaue Urteil noch nicht. Aber wenn menschliche Gene generell nicht mehr patentiert werden d&uuml;rften, w&auml;re das ein gro&szlig;er Erfolg f&uuml;r die Kritiker dieser Verfahren&rdquo;, sagte der deutsche Gentechnik-Experte Christoph Then. In Europa und auch in Deutschland seien menschliche Gene im Moment patentierbar. &ldquo;Einige Tausend Patente sind hier auch schon erteilt worden&rdquo;, erg&auml;nzte der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Vereins Testbiotech, der Genpatente kritisch beleuchtet. Auch das Unternehmen Myriad habe hier Patente erfolgreich angemeldet. &ldquo;Klagen von &Auml;rzten und Patienten dagegen sind hier abgewiesen worden&rdquo;, berichtete Then.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/usa-supreme-court-patent-verbot-auf-menschliche-gene,1472596,23301694.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Heul doch, Mullah!: Die Interessenkonflikte im iranischen Regime<\/strong><br>\nDie parlamentarischen Institutionen im Iran erf&uuml;llen ihre Funktion, Interessenkonflikte innerhalb des Regimes zu kanalisieren, immer weniger. Doch verzichten k&ouml;nnen die Machthaber auf die Wahlen nicht. Obwohl die Sitten auch im Umgang der Herrschenden miteinander rauer geworden sind, ist der interne Machtkampf etwa im Vergleich zum Irak unter Saddam Hussein, der schon mal pers&ouml;nlich einen in Ungnade gefallenen Minister oder General erschoss, noch relativ friedlich. Da immer mehr Fraktionen von der Teilhabe an der legalen Politik ausgeschlossen werden, ist absehbar, dass das islamistische System der checks and balances an seine Grenzen st&ouml;&szlig;t und die ausgleichende Funktion nicht mehr lange wird erf&uuml;llen k&ouml;nnen. Doch eine Alternative gibt es nicht, die das Regime tragenden Schichten sind aufeinander angewiesen. Als kapitalistischer Staat kann der Iran nicht umhin, der zivilen Bourgeoisie Einfluss einzur&auml;umen, &uuml;berdies geh&ouml;ren die Bazaris, die Gro&szlig;h&auml;ndler, zu den Veteranen der &raquo;islamischen Revolution&laquo;. Als Diktatur bedarf der Iran eines gewaltigen Repressionsapparats, zumal die Bev&ouml;lkerung bewiesen hat, dass sie auch unter h&auml;rtesten Bedingungen zum Widerstand bereit ist. Folglich muss die Loyalit&auml;t des Offizierskorps der diversen milit&auml;rischen und paramilit&auml;rischen Verb&auml;nde gesichert werden. Und als &raquo;Islamische Republik&laquo;, die einem nicht nur spezifisch schiitischen, sondern auch unter Geistlichen dieser Konfession umstrittenen Modell folgt, muss der Iran die ideologieproduzierende Kaste der regimetreuen Kleriker privilegieren. W&auml;hrend es eine Bourgeoisie und ein Offizierskorps in jeder kapitalistischen Diktatur gibt, ist die Macht der Geistlichkeit eine iranische Besonderheit, auch im Vergleich zu sunnitisch-islamistischen Diktaturen wie dem Milit&auml;rregime des Sudan und sogar Saudi-Arabien, dessen Klerus einflussreich ist, aber nicht der herrschenden Kaste angeh&ouml;rt.&nbsp; Das Regime steht und f&auml;llt mit seiner Ideologie, diese wird daher nicht nur von den Fanatisierten verteidigt, sondern auch von jenen, die um ihre Privilegien f&uuml;rchten. Weil Nachgiebigkeit zu weiteren Forderungen ermutigen w&uuml;rde, kann es auch keine ernstzunehmenden Zugest&auml;ndnisse in Kernfragen geben, weder der innenpolitische Tugendterror noch die aggressive Au&szlig;enpolitik stehen zur Disposition. &ndash; Die kapitalistische Modernisierung bedarf nicht unbedingt der Demokratie, doch wird die strikte ideologische Ausrichtung der Politik im Iran zur Fessel der Produktivkr&auml;fte. Die n&auml;chste gro&szlig;e Krise ist sp&auml;testens beim Tod Khameneis zu erwarten. Ihren charismatischen F&uuml;hrer haben die Machthaber bereits mit Khomeini verloren, und es d&uuml;rfte ihnen kaum noch einmal gelingen, sich auf einen Kompromisskandidaten f&uuml;r das Amt des religi&ouml;sen F&uuml;hrers zu einigen. Tr&auml;nen d&uuml;rften die Iranerinnen und Iraner dann kaum vergie&szlig;en, aber da kann man ja mit Reizgas nachhelfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2013\/24\/47868.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Zeitschrift &ldquo;Jungle World&rdquo; bietet zurzeit <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/inhalt\/\">einen informativen Schwerpunkz zu den Wahlen im Iran<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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