{"id":17645,"date":"2013-06-17T10:00:42","date_gmt":"2013-06-17T08:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17645"},"modified":"2015-08-09T09:02:56","modified_gmt":"2015-08-09T07:02:56","slug":"aus-fehlern-kann-man-lernen-das-vollstandige-scheitern-neoklassischer-wirtschaftspolitik-in-der-eu-bietet-die-basis-fur-emanzipatorische-alternativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17645","title":{"rendered":"Aus Fehlern kann man lernen &#8211; Das vollst\u00e4ndige Scheitern neoklassischer Wirtschaftspolitik in der EU bietet die Basis f\u00fcr emanzipatorische Alternativen."},"content":{"rendered":"<p>Die neoklassische Wirtschaftstheorie steht am Beginn fehlender Regulierung der Finanzm&auml;rkte, hat die Politik bez&uuml;glich der Folgen der Sparpolitik v&ouml;llig falsch beraten und kann keine sinnvollen L&ouml;sungsvorschl&auml;ge f&uuml;r die Verringerung der Ungleichgewichte in der W&auml;hrungsunion bieten. Ihr Scheitern f&uuml;hrte zu enormen Wohlfahrtsverlusten in der EU. Es bietet aber auch die Chance f&uuml;r Alternativen. Die Ansatzpunkte f&uuml;r emanzipatorische Wirtschaftspolitik liegen auf der Hand. Von <strong>Markus Marterbauer<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17645#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\nDie Grunds&auml;tze der Wirtschaftspolitik der Europ&auml;ischen Union sind klar ausformuliert und in sich konsistent. Sie basieren auf drei Rahmenbedingungen: Erstens, auf der vollst&auml;ndigen Verwirklichung des Binnenmarktes f&uuml;r G&uuml;ter, Dienstleistungen, Arbeitskr&auml;ften und Kapital; diese Angebotspolitik setzt auf die Funktionsf&auml;higkeit freier M&auml;rkte. Zweitens, auf einem hohen Stellenwert f&uuml;r das Ziel der Preisstabilit&auml;t; daf&uuml;r wurde mit der Europ&auml;ischen Zentralbank eine eigene m&auml;chtige Institution eingerichtet. Drittens, auf einem ausgeglichenen Staatshaushalt und einer Verringerung der Staatsschulden; das soll durch das strenge Korsett des Stabilit&auml;tspaktes erreicht werden.<\/p><p>In der Eurokrise der letzten Jahre wurde das Regelwerk der wirtschaftspolitischen Koordination  sukzessive enger gezurrt, vor allem durch striktere Vorgaben f&uuml;r die Mitgliedsstaaten. Zun&auml;chst indem im Rahmen des &bdquo;Europ&auml;ischen Semesters&ldquo; ein genauer zeitlicher Ablaufplan f&uuml;r die Empfehlungen der Kommission und Reformvorhaben der Nationalstaaten festgelegt, die Vorgaben f&uuml;r die makro&ouml;konomische Politik im Rahmen des &bdquo;Stabilit&auml;tspaktes&ldquo; und der &bdquo;Verfahren zur Vermeidung von Ungleichgewichten&ldquo; versch&auml;rft und im &bdquo;Euro Plus Pakt&ldquo; auf die Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der Nationalstaaten fokussiert wurde (Rossmann 2011). Dann durch die Vorlage des &bdquo;Fiskalpaktes&ldquo; durch die Staats- und Regierungschefs. Und schlie&szlig;lich indem der Pr&auml;sident des Europ&auml;ischen Rates Hermann van Rompuy 2013 in seinem Bericht &bdquo;Auf dem Weg zu einer echten Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion&ldquo; eine Verst&auml;rkung der Integration nach seinen Vorstellungen skizzierte und damit der Debatte um die Zukunft der EU-Wirtschaftspolitik eine klare Richtung gab (Feigl 2013).<\/p><p><strong>Die Wirtschaftspolitik vom neoklassischen Rei&szlig;brett ist gescheitert.<\/strong> Angesichts der Pr&auml;zision von Konzept, Vorgaben und Verpflichtungen sollte eigentlich in Wirtschaftspolitik und -entwicklung in Europa nichts schief gehen k&ouml;nnen. Doch die bittere Realit&auml;t der wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren legt nahe: Fast alles ist schief gegangen, die makro&ouml;konomische Politik der Europ&auml;ischen Union ist gescheitert. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 ist die Zahl der Arbeitslosen um 10,5 Millionen gestiegen, die Arbeitslosenquote um 4 Prozentpunkte auf 11% der Erwerbspersonen; die Staatschulden haben sich um mehr als 3000 Milliarden Euro erh&ouml;ht, die Staatsschuldenquote um 28 Prozentpunkte auf 90% des BIP; das Bruttoinlandsprodukt liegt 2013 real um 1% unter dem Niveau von 2007, w&auml;hrend es bei &bdquo;normalem&ldquo; Konjunkturverlauf um 12% dar&uuml;ber liegen h&auml;tte k&ouml;nnen.<\/p><p>Die von Banken und Finanzm&auml;rkten ausgel&ouml;ste Wirtschaftskrise bildet den wichtigsten Grund f&uuml;r diese verheerende Entwicklung. Als erstes stellt sich die Frage, wie es zu dieser Krise &uuml;berhaupt kommen konnte, wo doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so klar geregelt waren. Das wichtigste unvorhergesehene Moment f&uuml;r die EU-Wirtschaftspolitik war das Versagen der Finanzm&auml;rkte. Eine schwere Wirtschaftskrise, die von nicht ausreichend regulierten Finanzm&auml;rkten ausging, war auf dem neoklassischen Rei&szlig;brett nicht vorgesehen. Denn dieses baut auf der Hypothese effizienter Finanzm&auml;rkte auf, gem&auml;&szlig; der sich die Finanzmarktakteure rational verhalten und die Preise den fundamentalen Wirtschaftsdaten folgen. Deshalb sind in diesem Konzept Finanzm&auml;rkte stabil und steigern den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand.<\/p><p><strong>Gro&szlig;e Unterschiede in der Wirtschaftsentwicklung zwischen den USA und der EU.<\/strong> Nun ist unbestritten, dass die unmittelbare Finanzmarktkrise in den Jahren 2008 und 2009 stark negative Effekte auf das BIP, die Arbeitslosigkeit und die Staatsschulden hatte. In den USA, wo ihr Epizentrum lag, folgte darauf eine sehr z&ouml;gerliche Erholung der Wirtschaft: Das BIP liegt 2013 real um 5% &uuml;ber dem Niveau von 2007, die Arbeitslosenquote geht seit 2010 nur langsam zur&uuml;ck, liegt aber weiterhin um gut 2 Prozentpunkte &uuml;ber dem Vorkrisenniveau. H&auml;tte die Arbeitslosenquote in der EU jedoch den gleichen Verlauf genommen wie jene der USA, so w&auml;re die Zahl der Arbeitslosen heute um 5 Millionen niedriger. Weder das Sozial-, Bildungs- oder Gesundheitssystem, noch der milit&auml;risch-industrielle Komplex oder die Dominanz der Hochfinanz in Politik und &Ouml;konomie der USA sind Vorbild. Doch diese markanten Unterschiede in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zwischen der EU und den USA sind Ausdruck einer anders ausgerichteten Budget- und Geldpolitik, besonders seit dem Herbst 2010. In den USA h&auml;lt die Geldpolitik mithilfe eines umfassenden Programmes zum Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren den langfristigen Zinssatz niedrig und st&uuml;tzt so die Konjunktur. Die Budgetpolitik verzichtet auf restriktive Ma&szlig;nahmen; den &Uuml;bergang zu einer von der Regierung gew&uuml;nschten expansiven Orientierung durch Erh&ouml;hung von Steuern und Staatsausgaben verhindert allerdings der Kongress. Die Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit bildet ein wichtiges Ziel von Geld- und Budgetpolitik.<\/p><p><strong>Die neoklassische Behauptung expansiver Austerit&auml;tspolitik.<\/strong> Im Unterschied zu den USA hat sich die EU f&uuml;r einen straffen Austerit&auml;tskurs in der Budgetpolitik entschieden. Dies unter der vielfach dokumentierten Erwartung, Budgetkonsolidierung w&uuml;rde keine negativen Auswirkungen auf das BIP und den Arbeitsmarkt haben. Die Legitimation hierf&uuml;r lieferte die neoklassische Wirtschaftstheorie: Ein vielzitierter Artikel von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff legte nahe, eine Staatsverschuldung von &uuml;ber 90% des BIP w&uuml;rde das Wirtschaftswachstum drastisch vermindern und sei deshalb unbedingt zu vermeiden (Reinhart und Rogoff 2010). Alberto Alesina hatte in vielen Publikationen umfangreichen und rasch umgesetzten Konsolidierungspaketen, die sich auf die K&uuml;rzungen der Staatsausgaben konzentrieren, sogar das Potential f&uuml;r expansive, also Wachstum und Besch&auml;ftigung f&ouml;rdernde, Effekte zugemessen (Alesina, Ardagna 2009). Die neoklassische Theorie geht von negativen Einfl&uuml;ssen der Staatst&auml;tigkeit auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Ein Abbau der Staatst&auml;tigkeit durch Ausgabenk&uuml;rzungen w&uuml;rde deshalb die Erwartungen von Konsumenten und Investoren aufhellen, die privaten wirtschaftlichen Kr&auml;fte entfesseln und so die mit ihr verbundenen kurzfristig negativen Effekte der Nachfrageausf&auml;lle mehr als kompensieren.<\/p><p>Der Einfluss dieser Expertisen auf die Wirtschaftspolitik war sehr hoch. Alberto Alesina war im April 2010 in den Rat der Finanzminister in Br&uuml;ssel geladen, um seine Thesen zu referieren. Die Europ&auml;ische Kommission, der Europ&auml;ische Rat und die Europ&auml;ische Zentralbank nahmen diese wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar auf: Die Senkung von Staatsausgaben w&uuml;rden ohne Wohlfahrtsverluste m&ouml;glich sein.<\/p><p><strong>Das n&auml;chste Jahr, das niemals kam: Die Prognosefehler der Europ&auml;ischen Kommission.<\/strong> Auch diese wissenschaftlichen Grundlagen haben sich als falsch herausgestellt. Das zeigt sich besonders deutlich in den regelm&auml;&szlig;igen Prognosefehlern der Europ&auml;ischen Kommission. In jeder Vorhersage, die die Kommission seit Beginn der Sparpolitik 2010 pr&auml;sentiert hat, war der Tenor: Die Lage ist schlecht, aber bei Umsetzung der Kommissionsvorschl&auml;ge wird n&auml;chstes Jahr alles besser. Auf Basis der neoklassischen Annahme einer automatischen R&uuml;ckkehr zu einem (nat&uuml;rlichen) Gleichgewichtszustand nach einem negativen Schock erwarteten die neoklassischen Prognosen einen V-f&ouml;rmigen Konjunkturverlauf mit raschem Aufschwung.<\/p><p>Seither warten wir vergeblich auf dieses &bdquo;n&auml;chste Jahr&ldquo;. Im Herbst 2010, als die erste Sparwelle beschlossen war, prognostizierte die Europ&auml;ische Kommission f&uuml;rs Jahr 2012 ein Wirtschaftswachstum in der Eurozone von real knapp 2%. Im Lauf des Jahres 2011 mussten die Prognosen f&uuml;r 2012 nach unten revidiert werden, f&uuml;r 2013 wurde aber eine wirtschaftliche Erholung erwartet. Selbst diese Annahmen erwiesen sich im Lauf des Jahres 2012 als zu optimistisch. In der Fr&uuml;hjahrsprognose 2013 musste die Kommission einen R&uuml;ckgang des BIP sowohl 2012 als auch 2013 eingestehen, also die bef&uuml;rchtete &bdquo;double dip recession&ldquo;. 2014 soll dann alles besser werden (Zuckerst&auml;tter 2013)!<\/p><p><strong>&Uuml;bersicht 1: Wirtschaftswachstum real, Eurozone<\/strong><\/p><p><em>Prognosen der Europ&auml;ischen Kommission<\/em><\/p><table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<strong>2009<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2010<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2011<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2012<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2013<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2014<\/strong>\n<\/td>\n<\/tr><tr>\n<\/tr><tr><\/tr>\n<td>\nHerbst 2010\n<\/td>\n<td>\n-4,2\n<\/td>\n<td>\n1,7\n<\/td>\n<td>\n1,5\n<\/td>\n<td>\n1,8\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n\n<tr>\n<td>\nFr&uuml;hjahr 2011\n<\/td>\n<td>\n-4,2\n<\/td>\n<td>\n1,8\n<\/td>\n<td>\n1,6\n<\/td>\n<td>\n1,8\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nHerbst 2011\n<\/td>\n<td>\n-4,2\n<\/td>\n<td>\n1,9\n<\/td>\n<td>\n1,5\n<\/td>\n<td>\n0,5\n<\/td>\n<td>\n1,3\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFr&uuml;hjahr 2012\n<\/td>\n<td>\n-4,3\n<\/td>\n<td>\n1,9\n<\/td>\n<td>\n1,5\n<\/td>\n<td>\n-0,3\n<\/td>\n<td>\n1,0\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nHerbst 2012\n<\/td>\n<td>\n-4,4\n<\/td>\n<td>\n2,0\n<\/td>\n<td>\n1,4\n<\/td>\n<td>\n-0,4\n<\/td>\n<td>\n0,1\n<\/td>\n<td>\n1,4\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFr&uuml;hjahr 2013\n<\/td>\n<td>\n-4,4\n<\/td>\n<td>\n2,0\n<\/td>\n<td>\n1,4\n<\/td>\n<td>\n-0,6\n<\/td>\n<td>\n-0,4\n<\/td>\n<td>\n1,2\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>&Auml;hnlich bei der Arbeitslosenquote. Im Herbst 2010 erwartete die Kommission f&uuml;r das Jahr 2011 eine Arbeitslosenquote von 10% der Erwerbspersonen in der Eurozone, im Jahr 2012 sollte sie dann wieder sinken. Im Fr&uuml;hjahr und im Herbst 2011 mussten die Prognosen nach oben korrigiert werden, aber 2013 w&uuml;rde es dann wieder besser werden. Im Rahmen der Prognosen vom Fr&uuml;hjahr und Herbst 2012 erfolgten weitere Korrekturen nach oben. Im Mai 2013 wurden die Prognosen weiter nach oben korrigiert (2013: 12,2%) und &hellip; erraten: 2014 wird alles besser (Marterbauer 2013)!<\/p><p><strong>&Uuml;bersicht 2: Arbeitslosenquote in % der Erwerbspersonen, Eurozone<\/strong><\/p><p><em>Prognosen der Europ&auml;ischen Kommission<\/em><\/p><table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<strong>2010<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2011<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2012<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2013<\/strong>\n<\/td>\n<td>\n<strong>2014<\/strong>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nHerbst 2010\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,0\n<\/td>\n<td>\n9,6\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFr&uuml;hjahr 2011\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,0\n<\/td>\n<td>\n9,7\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nHerbst 2011\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,0\n<\/td>\n<td>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFr&uuml;hjahr 2012\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,2\n<\/td>\n<td>\n11,0\n<\/td>\n<td>\n11,0\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nHerbst 2012\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n11,3\n<\/td>\n<td>\n11,8\n<\/td>\n<td>\n11,7\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\nFr&uuml;hjahr 2013\n<\/td>\n<td>\n10,1\n<\/td>\n<td>\n10,2\n<\/td>\n<td>\n11,4\n<\/td>\n<td>\n12,2\n<\/td>\n<td>\n12,1\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Diese haarstr&auml;ubenden Fehler in den Vorhersagen waren f&uuml;r jene Mitgliedsl&auml;nder besonders stark ausgepr&auml;gt, in denen die von der Europ&auml;ischen Kommission vorangetriebenen Austerit&auml;tsprogramme ein &uuml;berdurchschnittlich gro&szlig;es Ausma&szlig; annahmen (Blanchard, Leigh 2013). Das ist die Folge einer v&ouml;lligen Untersch&auml;tzung der negativen gesamtwirtschaftlichen Effekte der Sparpolitik.<\/p><p><strong>Leistungsbilanzdefizite durch Kostensenkung bek&auml;mpfen.<\/strong> Die hohen Defizite in der Leistungsbilanz der Krisenl&auml;nder wurden von der Europ&auml;ischen Kommission als Ergebnis fehlender Wettbewerbsf&auml;higkeit im Export gesehen. Im Zuge der Reformprogramme wurden deshalb neben massiven K&uuml;rzungen im Sozialstaat auch umfangreiche Lohnsenkungen im &ouml;ffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft sowie markante Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchgesetzt.<\/p><p>Hier meint die Kommission erste Erfolge ihrer Politik erkennen zu k&ouml;nnen: Das Defizit der Leistungsbilanz ist in allen Krisenl&auml;ndern zur&uuml;ckgegangen. Doch das ist kaum das Ergebnis gestiegener Wettbewerbsf&auml;higkeit, sondern vor allem die Folge des Einbruchs der Inlandsnachfrage. So hat sich etwa in Spanien der Export vor der Krise und ebenso in der Krise gut entwickelt, ausschlaggebend f&uuml;r die Ver&auml;nderung der Leistungsbilanz war aber der Boom und dann der Zusammenbruch von Inlandsnachfrage und Importen. Auch hier haben sich die neoklassischen Grundlagen der Politik als falsch herausgestellt: Der Fokus auf Kostensenkungen und die Missachtung der damit verbundenen Nachfrageffekte kosten in gro&szlig;em Umfang Wohlstand. Die Verringerung der Leistungsbilanzdefizite ist damit kein Zeichen des Erfolgs, sondern im Gegenteil, Ausdruck einer Politik, die die Krise versch&auml;rft.<\/p><p><strong>Politik auf Basis falscher theoretischer Grundlagen.<\/strong> Die EU-Politik hat in den letzten Jahren wesentlich zu massiven Wohlfahrtsverlusten beigetragen. Diese kommen im Zur&uuml;ckbleiben des BIP, in Massenarbeitslosigkeit, zunehmender Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen und steigenden Staatsschulden zum Ausdruck. Ursache f&uuml;r dieses Politikversagen ist auch eine falsche theoretische Basis in Form der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft. Die Theorie, die von effizienten Finanzm&auml;rkten und neutraler Fiskalpolitik ausgeht, sowie L&ouml;hne und Sozialstaat prim&auml;r als Kosten ansieht, wurde in der Krise empirisch widerlegt.<\/p><p><strong>Alternative Ans&auml;tze in der Theorie beschreiben die Realit&auml;t besser.<\/strong> Die neoklassische Theorie betrachtet eine Situation gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts mit Vollauslastung von Maschinen und Arbeitskr&auml;ften als Normalzustand einer Marktwirtschaft. Rezessionen und unfreiwillige Arbeitslosigkeit stellen allenfalls vor&uuml;bergehende Ph&auml;nomene dar, um die sich die Politik nicht weiter k&uuml;mmern m&uuml;sse. Diese Diagnose geht an den Problemlagen der gro&szlig;en Rezession v&ouml;llig vorbei. Die von John Maynard Keynes entwickelte Theorie &uuml;ber die Determinanten der Entwicklung von Markwirtschaften st&uuml;tzt sich auf die empirischen Erfahrungen der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre. Sie und ihre Weiterentwicklungen begreifen deshalb Ungleichgewichte als Normalzustand von Marktwirtschaften. Deshalb sind sie f&uuml;r die Analyse wirtschaftlicher Situationen der Unterauslastung mit hoher Arbeitslosigkeit, wie wir sie heute in der EU erleben, besonders gut geeignet. Sie k&ouml;nnen aber auch erkl&auml;ren, wie es zu dieser Unterauslastung gekommen ist. Tiefe Krisen gehen von instabilen Erwartungen der Investoren in Realwirtschaft und Finanzwirtschaft aus. Die Preisbildung auf den Finanzm&auml;rkten folgt nicht wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren, sondern ist vom Herdentrieb gekennzeichnet, also sich selbstverst&auml;rkenden Erwartungen, von Euphorie bis Panik. Darauf haben John Maynard  Keynes und Hyman Minsky besonders hingewiesen. Finanzm&auml;rkte m&uuml;ssen deshalb streng reguliert und eng begrenzt sein, wenn die Realwirtschaft prosperieren soll.<\/p><p><strong>Budgetpolitik beeinflusst effektive Nachfrage und Besch&auml;ftigung.<\/strong> Bei Unterauslastung der Ressourcen verringert restriktive Budgetpolitik des Staates die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Dieser Effekt ist besonders stark, wenn die Staatsausgaben gek&uuml;rzt werden. Mit der Verringerung von Investitionen sind besonders hohe negative Multiplikatoreffekte auf das BIP und die Besch&auml;ftigung verbunden. Die K&uuml;rzung von Sozialtransfers hat st&auml;rker negative Effekte als Steuererh&ouml;hungen, weil diese zu einem gr&ouml;&szlig;eren Teil aus Ersparnissen finanziert werden und deshalb weniger nachfraged&auml;mpfend wirken. Sparpolitik in der Krise verst&auml;rkt den R&uuml;ckgang des BIP und den Anstieg der Arbeitslosigkeit und erschwert damit die Erreichung der Budgetziele. Denn Budgetpolitik kann zwar die Staatsausgaben weitgehend kontrollieren, nicht aber die Staatseinnahmen und die Budgetdefizite, die von der Wirtschaftsentwicklung bestimmt sind.<\/p><p>Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzsalden zwischen L&auml;ndern sind meist das Ergebnis unterschiedliche Nachfragentwicklung ist: Defizitl&auml;nder haben eine (zu) hohe Inlandsnachfrage, &Uuml;berschussl&auml;nder eine (zu) niedrige. Erfolgt der Versuch eines Ausgleichs dadurch, dass nur die Defizitl&auml;nder ihre Inlandsnachfrage senken, so verringert sich das BIP f&uuml;r beide L&auml;ndergruppen. Wohlstandsstabilisierend kann eine Korrektur nur dann erfolgen, wenn parallel zur D&auml;mpfung der Inlandsnachfrage in den Defizitl&auml;ndern die &Uuml;berschussl&auml;nder ihre Inlandsnachfrage ausweiten.<\/p><p><strong>Verunsicherung der neoklassischen Akteure in der EU.<\/strong> Die massiven Prognosefehler, das offensichtliche Scheitern der neoklassischen Wirtschaftspolitik in der EU und die starke Kritik von nicht-neoklassischen &Ouml;konomInnen, vor allem aus den USA haben zu einer wachsenden Verunsicherung der wichtigen Politikakteure in der EU gef&uuml;hrt. Dazu tr&auml;gt auch der erkennbare Vertrauensverlust in der Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber der EU und den nationale Regierungen bei, die die europ&auml;ischen Vorgaben umsetzen. Ein Abr&uuml;cken von der bisherigen Politik ist allenfalls in sehr kleinen Ans&auml;tzen zu erkennen: Wachstums- und Besch&auml;ftigungsinitiativen werden da und dort entwickelt, meist aber ohne in nennenswertem Umfang zus&auml;tzliche Finanzmittel bereitzustellen. Die Fristen f&uuml;r die Erreichung der Defizitziele werden zeitlich gestreckt, ohne allerdings &Auml;nderungen an der Grundausrichtung vorzunehmen.<\/p><p>Gleichzeitig versuchen die Hardliner unter den Akteuren, engstirnig die neoklassischen Vorgaben weiter zu versch&auml;rfen. Dazu tr&auml;gt auch die akademische Wirtschaftswissenschaft bei: Alberto Alesina wiederholte noch Ende 2012 unbeeinflusst von der Realit&auml;t seine Thesen von den wohlstandssteigernden Wirkungen der Sparpolitik (Alesina et al 2012). Viele politische Akteure sehen in hoher Arbeitslosigkeit und hoher Staatsschuld ohnehin prim&auml;r die Chance, die Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse nachhaltig zu Lasten von ArbeitnehmerInnen und Sozialstaat zu verschieben. Das betrifft insbesondere die deutschen Vorschl&auml;ge f&uuml;r Wettbewerbspakte, die im Wesentlichen die restriktive Budgetpolitik und die Flexibilisierung der Arbeitsm&auml;rkte versch&auml;rfen w&uuml;rden, indem Kommissionsvorschl&auml;ge f&uuml;r nationale Reformprogramme verbindlich gemacht und mit Sanktionen versehen werden (Oberndorfer 2013a, 2013b).<\/p><p><strong>Ansatzpunkte alternativer Wirtschaftspolitik.<\/strong> Das Gerede vom Fehlen jeglicher Alternativen zur neoklassischen Politik ist Unsinn und bringt prim&auml;r die Defensive zum Ausdruck, in die sich die EU man&ouml;vriert hat. In &Ouml;konomie und Gesellschaft existieren immer Alternativen und tiefe Krisen bilden manchmal Phasen, in denen ein Kurswechsel gelingen kann. Die Voraussetzungen daf&uuml;r w&auml;ren neben dem Scheitern der &bdquo;alten Ideologie&ldquo;, die allm&auml;hliche Herausbildung eines Konsenses &uuml;ber die grundlegenden Zusammenh&auml;nge einer Kreislaufwirtschaft und das Vorhandensein von politischen Akteuren, die den Kurswechsel &uuml;berzeugend vermitteln k&ouml;nnen. Punkt 1 ist gegeben, Punkt 2 und vor allem Punkt 3 fehlen allerdings.<\/p><p>Die Umsetzung alternativer Politikkonzepte ist in jedem Fall aufgrund der ung&uuml;nstigen Ausgangslage in Form hoher Arbeitslosigkeit und hoher Verschuldung nicht einfach. Auch die Alternativen sind weder risikolos noch kostenlos. Dennoch gilt es, die wirtschaftspolitischen Weichen auf Basis der Analyse der Erfahrungen der Finanzkrise neu zu stellen.<\/p><p><strong>Das Finanz- und Bankensystem verkleinern.<\/strong> Die Finanzkrise hat gezeigt, in welch hohem Ausma&szlig; das Finanz- und Bankensystem der Politik und der Realwirtschaft &uuml;ber den Kopf gewachsen ist. Eine Grundvoraussetzung f&uuml;r eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist es, das hypertrophe Finanzsystem zu verkleinern und zu regulieren. In Bezug auf Transparenz und Aufsicht sind in den letzten Jahren kleine Fortschritte gelungen. Mehr muss kommen. Vor allem ein griffiges Bankeninsolvenzrecht, dass Eigent&uuml;mer und Gl&auml;ubiger an den Sanierungskosten beteiligt und SteuerzahlerInnen entlastet; zudem eine Versch&auml;rfung der Eigenkapitalanforderungen, um die Banken krisenfester zu machen; dazu eine verst&auml;rkte Besteuerung des Sektors durch Finanzaktivit&auml;ts- und Finanztransaktionssteuern.<\/p><p><strong>Niedrige Zinss&auml;tze stabilisieren Konjunktur und Einkommensverteilung.<\/strong> Die Wirtschaftspolitik hat gro&szlig;en Einfluss auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Sie muss deshalb m&ouml;glichst ausgewogen an den Zielen des magischen Vielecks ausgerichtet sein. Das bedeutet f&uuml;r die Geldpolitik h&ouml;heres Augenmerk auf die Stabilit&auml;t des Finanzsystems und die reale Wirtschaft. Die kurzfristigen und die langfristigen Zinss&auml;tze m&uuml;ssen niedrig gehalten werden, so lange die Wirtschaft so deutlich unter ihrem Potential produziert wie heute. F&uuml;r dieses Ziel m&uuml;ssen wahrscheinlich auch institutionelle &Auml;nderungen vorgenommen werden, wie etwa die Einf&uuml;hrung von gemeinsamen europ&auml;ischen Schuldtiteln (&bdquo;Eurobonds&ldquo;). Niedrige Zinsen beg&uuml;nstigen nicht nur realwirtschaftliche Investitionen, sondern verbessern auch die Verteilung der Einkommen. Sie tragen zu der von Keynes bef&uuml;rworteten &bdquo;Euthanasie der Rentiers&ldquo; bei.<\/p><p><strong>Steuererh&ouml;hungen finanzieren Besch&auml;ftigungsprogramme.<\/strong> Die Budgetpolitik muss auf die Reduktion der Arbeitslosigkeit ausgerichtet sein. Angesichts der krisenbedingten H&ouml;he der Staatsschulden bleibt wenig Spielraum f&uuml;r traditionelles &bdquo;deficit spending&ldquo;. Von einer Politik, die sich am &bdquo;balanced budget multiplier&ldquo; ausrichtet, gehen dennoch konjunktur- und besch&auml;ftigungsf&ouml;rdernde Wirkungen aus: Die Erh&ouml;hung von Steuern auf sparfreudige Verm&ouml;gende, SpitzeneinkommensbezieherInnen und den Finanzsektor sowie die gleichzeitige Erh&ouml;hung von Staatsausgaben zur Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen und Bildungsm&ouml;glichkeiten erh&ouml;hen das BIP und die Besch&auml;ftigung und verringern die Staatsschuld (Editorial 2012). Unter dieser Pr&auml;misse sollten die Budgets von EU und Nationalstaaten ausgeweitet werden, um die wirtschaftliche und soziale Krise zu bek&auml;mpfen. Gleichzeitig gilt es, die automatischen Stabilisatoren der &ouml;ffentlichen Haushalte zu st&auml;rken. In j&uuml;ngster Zeit sind mehrere Vorschl&auml;ge f&uuml;r automatische, antizyklische Ausgleichsmechanismen f&uuml;r den EU-Haushalt entwickelt worden, deren Umsetzung zielstrebig verfolgt werden sollte (Feigl 2013a und die dort zitierte Literatur). Auf nationalstaatlicher Ebene gilt es, vor allem den Sozialstaat zu st&auml;rken, von dem umfangreiche stabilisierende Wirkungen ausgehen.<\/p><p>L&ouml;hne bilden sowohl Kosten f&uuml;r die Unternehmen, als auch Einkommen f&uuml;r die Besch&auml;ftigten. Die Anwendung dieser Erkenntnis impliziert die Leitlinie einer produktivit&auml;tsorientierten Lohnpolitik und damit die ausgewogene Ber&uuml;cksichtigung von Angebots- und Nachfrageeffekten. Sie w&uuml;rde auch zur Verringerung der Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzsalden innerhalb der W&auml;hrungsunion beitragen. Hierf&uuml;r sind jedenfalls nachfragesteuernde Ma&szlig;nahmen in beiden L&auml;ndergruppen notwendig (Editorial 2013).<\/p><p>Schlie&szlig;lich bildet die Umverteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen von oben nach unten den Kern aller nachfrageseitigen Strukturver&auml;nderungen, die die europ&auml;ische Wirtschaft in mittlerer Frist aus der tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise f&uuml;hren k&ouml;nnten.<\/p><p><strong>Literatur<\/strong><\/p><ul>\n<li>Alesina A., Ardagna S. (2009), Large changes in fiscal poliy: taxes versus spending, NBER Working Paper No 15438.<\/li>\n<li>Alesina A., Favero C., Giavazzi F. (2012), The output effect of fiscal conditions, NBER Working Paper No 18336.<\/li>\n<li>Blanchard O., Leigh D. (2013), Growth Forecast Errors and Fiscal Multipliers, IMF Working Paper No.13\/1.<\/li>\n<li>Editorial (2012), <a href=\"http:\/\/wug.akwien.at\/WUG_Archiv\/2012_38_1\/2012_38_1_0003.pdf\">Innovative Expansion statt r&uuml;ckw&auml;rtsgewandter Austerit&auml;tspolitik [PDF &ndash; 78.5 KB]<\/a>, Wirtschaft und Gesellschaft, 38. Jahrgang, Heft 1.<\/li>\n<li>Editorial (2013), <a href=\"http:\/\/wug.akwien.at\/WUG_Archiv\/2013_39_1\/2013_39_1_0003.pdf\">Au&szlig;enwirtschaftliche Ungleichgewichte in der Eurozone wohlstandssteigernd korrigieren [PDF &ndash; 62.2 KB]<\/a>, Wirtschaft und Gesellschaft, 39. Jahrgang, Heft 1.<\/li>\n<li>Feigl G. (2013a), <a href=\"http:\/\/wien.arbeiterkammer.at\/bilder\/d189\/EU_infobrief_1_2013.pdf\">Ein neuer Stabilisierungsmechanismus f&uuml;r die Eurozone, infobrief eu&amp;internationales [PDF &ndash; 2.5 MB]<\/a>, M&auml;rz 2013<\/li>\n<li>Feigl G. (2013b), Auf dem Weg zu einer &bdquo;echten&ldquo; Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion, Kurswechsel Heft 1.<\/li>\n<li>Marterbauer M. (2013), <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/alternativen-zur-massenarbeitslosigkeit-in-der-eu\/#more-782\">Alternativen zur Massenarbeitslosigkeit in der EU<\/a>, 13.3.2013.<\/li>\n<li>Oberndorfer L. (2013a), Vom neuen, &uuml;ber den autorit&auml;ren, zum progressiven Konstitutionalismus? Pakt(e) f&uuml;r Wettbewerbsf&auml;higkeit und europ&auml;ische Demokratie, Juridikum, nr 1. <\/li>\n<li>Oberndorfer L. (2013b), <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/europa-geht-anders-am-anfang-war-ein-nein\/#more-1533\">Europa geht anders &ndash; am Anfang war ein &bdquo;nein&ldquo;<\/a>, 15.5.2013.<\/li>\n<li>Reinhart C., Rogoff K. (2010), Growth in a Time of Debt, American Economic Review 100 (2).<\/li>\n<li>Rossmann B. (2011), die neue europ&auml;ische Steuerungsarchitektur &ndash; &bdquo;More of the same&ldquo; statt Paradigmenwechsel, Wirtschaft und Gesellschaft, 37. Jahrgang, Heft 2.<\/li>\n<li>Zuckerst&auml;tter S. (2013), <a href=\"http:\/\/www.beigewum.at\/2013\/03\/zeit-zur-umkehr\/\">Zeit zur Umkehr<\/a>, 18.3.2013.<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Markus Marterbauer<\/strong> ist Chef der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien http:\/\/wien.arbeiterkammer.at\/online\/kontakt-19203.html. Der WIFO-Konjunkturexperte ist Autor zahlreicher Fachpublikationen zu wirtschaftspolitischen Themen, soeben erschienen ist sein Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/buecher\/buch.html?isbn=978-3-552-06173-6\">Zahlen bitte! Die Kosten der Krise tragen wir alle<\/a>&ldquo;.<br>\nMarkus Marterbauer blogt <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/\">hier<\/a>.<br>\nDieser Artikel erscheint Anfang Juli auch im <a href=\"http:\/\/wien.arbeiterkammer.at\/online\/eu-infobrief-20156.html\">EU-Infobrief der Arbeiterkammer Wien<\/a>.<br>\nDer EU-Infobrief liefert 5x j&auml;hrlich eine kritische Analyse der Entwicklungen auf europ&auml;ischer und internationaler Ebene. Die Zeitschrift der Arbeiterkammer Wien fokussiert dabei auf Themen an der Schnittstelle von Politik, Recht und &Ouml;konomie. Kurze Artikel informieren in pr&auml;gnanter Form &uuml;ber aktuelle Themen. Langbeitr&auml;ge geben den Raum f&uuml;r grundlegende Analysen, Buchbesprechungen bieten eine kritische &Uuml;bersicht einschl&auml;giger Publikationen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die neoklassische Wirtschaftstheorie steht am Beginn fehlender Regulierung der Finanzm&auml;rkte, hat die Politik bez&uuml;glich der Folgen der Sparpolitik v&ouml;llig falsch beraten und kann keine sinnvollen L&ouml;sungsvorschl&auml;ge f&uuml;r die Verringerung der Ungleichgewichte in der W&auml;hrungsunion bieten. Ihr Scheitern f&uuml;hrte zu enormen Wohlfahrtsverlusten in der EU. Es bietet aber auch die Chance f&uuml;r Alternativen. 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