{"id":17656,"date":"2013-06-18T08:37:13","date_gmt":"2013-06-18T06:37:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656"},"modified":"2015-11-09T12:46:33","modified_gmt":"2015-11-09T11:46:33","slug":"hinweise-des-tages-1902","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h01\">Marusha, Merkel und das deutsche Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h02\">Frank Schirrmacher &ndash; Der verwettete Mensch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h03\">Syrien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h04\">Thomas Fricke: Vom Segen niedriger Zinsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h05\">Lucas Zeise: Gro&szlig;es Theater zum falschen Thema<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h06\">Berlin, Rom und die Leiden des jungen Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h07\">Paul Krugman: Sympathy for the Luddites  &ndash;  Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Maschinenst&uuml;rmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h08\">Devisenmarkt: Manipulierte Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h09\">Die verlorene Generation Italiens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h10\">Die gro&szlig;en M&auml;rchen der gro&szlig;en Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h11\">Nationalismus, Ausgrenzung und die Krise in Europa: Ein kurzer L&auml;nder&uuml;berblick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h12\">Der wahre Skandal: Soziale Ungleichheit untergr&auml;bt die Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h13\">Es geht um Ruhe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h14\">Spaltung der t&uuml;rkischen Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h15\">Selbstgerechte Richter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656#h16\">Ambivalente Gef&uuml;hle<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17656&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Marusha, Merkel und das deutsche Problem<\/strong><br>\nWenn Marusha doch blo&szlig; dumm w&auml;re. Man hofft so sehr, dass sie einfach dumm ist, denn dann w&auml;re: alles klar. Leider ist Marusha eventuell nicht dumm, jedenfalls nicht vorrangig.<br>\nIn der &ldquo;Welt&rdquo; vom 15. Juni 2013 ist ein Interview erschienen mit Marusha. Marusha ist eine DJane, die in den 1990er Jahren bekannt geworden ist durch ihre Coverversion von &ldquo;Somewhere over the rainbow&rdquo; (unverst&auml;ndlich) sowie gef&auml;rbte Augenbrauen (absolut verst&auml;ndlich (f&uuml;r mich jedenfalls)). Sie empfiehlt in diesem Interview eindringlich, Angela Merkel zu w&auml;hlen, was selbstredend v&ouml;llig legitim ist. Das Problem aber ist, wie Marusha Merkel empfiehlt, mit welchen Begr&uuml;ndungen sie das tut und welche Haltung sich dahinter verbirgt. Und das Problem wird gro&szlig; und gr&ouml;&szlig;er, wenn man davon ausgehen muss, dass Marusha nicht allein ist. Im Gegenteil, zieht man Marushas Wirrnis ab (was nicht leicht ist), dann handelt es sich nach meiner Einsch&auml;tzung zum Gutteil um mehrheitsf&auml;hige Meinungen, wenn auch im Interview umpuschelt von einer milden Form des Irrsinns. [&hellip;]<br>\n&ndash; Marusha ist so unfassbar selbstgerecht, dass sie nicht blo&szlig; au&szlig;er Stande ist, die Perspektive anderer Leute einzunehmen. Sie kann oder m&ouml;chte sich nicht einmal vorstellen, dass es andere Positionen oder Lebenslagen gibt. Marusha sieht ihre Perspektive als einzig existente und damit nat&uuml;rlich auch einzig relevante an. Das deutsche Problem, quer durch alle politischen Lager, heisst Selbstgerechtigkeit, und die schlimmste Steigerungsform ist, Selbstgerechtigkeit mit Gerechtigkeit zu verwechseln und deshalb allen &uuml;berzust&uuml;lpen. Marusha verk&ouml;rpert diese deutschtumbe Selbstgerechtigkeit auf Speed, gegen die Kaiser Wilhelm Zwo wie ein staatenloser Nationalzweifler wirkt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/saschalobo.com\/2013\/06\/17\/marusha-merkel-und-das-deutsche-problem\/\">Sascha Lobo<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Angela Merkel l&auml;sst mich ruhig schlafen&rdquo;<\/strong><br>\nAls Merkel 1994 Bundesumweltministerin wurde, feierte Marusha ihren gr&ouml;&szlig;ten Erfolg mit &ldquo;Over The Rainbow&rdquo;. Deutschlands dienst&auml;ltester weiblicher Discjockey empfiehlt: W&auml;hlt Schwarz-Gr&uuml;n!<br>\nDie Welt: Sie haben schon vor vier Jahren kein Geheimnis daraus gemacht: Werden Sie in hundert Tagen wieder CDU w&auml;hlen?<br>\nMarusha: Ich w&auml;hle Angela Merkel. Ob ich in London auflege oder in New York: Seit die Bundeskanzlerin das Land repr&auml;sentiert, interessiert sich die Welt f&uuml;r Deutschland. Ich freue mich jeden Tag, dass wir auch Krisenl&auml;ndern helfen k&ouml;nnen. Wir sind die Sanierer. Die Bausparermentalit&auml;t, wie sie Angela Merkel an den Tag legt, ist die Kultur unserer Wertegesellschaft.<br>\nDie Welt: Das ist auch Ihre Kultur?<br>\nMarusha: Sparen ist ratsamer als Schulden machen. Schauen wir nach S&uuml;deuropa, wo es die L&auml;nder vers&auml;umt haben, innerhalb ihrer Kultur ein langfristig funktionierendes System zu entwickeln. Und jetzt m&uuml;ssen wir, als finanzst&auml;rkstes Land, daf&uuml;r bezahlen. Das uns Deutschen beigebracht zu haben, war Angela Merkels st&auml;rkster Move.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/pop\/article117140968\/Angela-Merkel-laesst-mich-ruhig-schlafen.html\">Die Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Das Marhusha-Interview der WELT erinnert in seiner ganzen L&auml;cherlichkeit eher an ein nordkoreanisches Schmierenst&uuml;ck. W&auml;re der Begriff &bdquo;F&uuml;hrer&ldquo; hierzulande nicht negativ besetzt, w&uuml;rde es mich auch nicht mehr wundern, wenn die WELT aus Angela Merkel &bdquo;unsere geliebte F&uuml;hrerin&ldquo; machen w&uuml;rde.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Insofern interessant, indem Marusha alias Marion Glei&szlig; hier als des Volkes Stimme spricht und all die Dumpfheiten und Plattit&uuml;den der merkelschen Politik in wenigen S&auml;tzen auf den Punkt bringt. Das Frau Glei&szlig; griechische Wurzeln hat sei nur als Bonmot am Rande erw&auml;hnt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Frank Schirrmacher &ndash; Der verwettete Mensch<\/strong><br>\nDie NSA-Abh&ouml;raff&auml;re markiert nicht die Verletzung der Grenzen zwischen ziviler und milit&auml;rischer Welt; sie ist das Datum ihrer endg&uuml;ltigen Verschmelzung. Hier sind nicht zwei sonst sorgf&auml;ltig voneinander geschiedene Institutionen gewisserma&szlig;en beim Seitensprung ertappt worden. Hier wurde eine Ehe f&uuml;rs Leben geschlossen.<br>\nDas ist nicht Orwell. Orwell ist vergleichsweise leicht: Ein totalit&auml;res System und die Bed&uuml;rfnisse des freiheitsliebenden Menschen sind leicht auseinanderzuhalten.<br>\nWas wir erleben und wof&uuml;r die NSA-Enth&uuml;llung nur den letzten Mosaikstein bildet, ist eine Symbiose kommerzieller und milit&auml;rischer Rationalit&auml;t. In ihr verschmelzen Kriterien des pers&ouml;nlichen Nutzens mit denen der milit&auml;rischen Feindaufkl&auml;rung: auf der einen Seite der Effizienzgewinn durch Google-Earth, die jedem Einzelnen einen Feldherrnh&uuml;gel bei der Navigation in der modernen Welt verschafft; auf der anderen Seite ein Unternehmen, das Autos losschickt, um jedes einzelne Haus des Planeten zu fotografieren und, wie man sich erinnert, nebenher Wireless-Lan-Daten abzusch&ouml;pfen; und das gerne auch mal einen Direktor der NSA f&uuml;r das eigene Unternehmen abwirbt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/nsa-skandal-der-verwettete-mensch-12223220.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Syrien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Syrien teilen und beherrschen<\/strong><br>\nIm Gespr&auml;ch mit weltnetz.tv spricht die Nahost-Korrespondentin und langj&auml;hrige Syrien-Kennerin Karin Leukefeld &uuml;ber die Gr&uuml;nde f&uuml;r eine ver&auml;nderte Syrienberichterstattung in der deutschen Presse, die Interessen der libanesischen Hisbollah an der Unterst&uuml;tzung Assads, die Planspiele der Westm&auml;chte, eine Gegenregierung im umk&auml;mpften Norden des Landes einzurichten und was eine gar nicht so friedfertige deutsche Bundesregierung und ihre humanit&auml;ren Hilfsprojekte damit zu tun haben:<br>\n&bdquo;Die syrische Opposition und auch einige Medien und Politiker hier sprechen ja von sogenannten &bdquo;befreiten Gebieten&ldquo;. Das ist nat&uuml;rlich aus Sicht der Menschen, die dort leben, und vieler Syrer, die von dort vertrieben worden sind, eine nicht zul&auml;ssige Beschreibung. Die fragen sich nat&uuml;rlich: was hei&szlig;t &bdquo;befreite Gebiete&ldquo;, wenn man uns aus unseren D&ouml;rfern eigentlich vertrieben hat. Aber es geht genau darum, dass zum Beispiel in der Provinz Idlib, in der Provinz Aleppo, in Ra&lsquo;s al-&sbquo;Ayn, in Qamischli, also im Grenzgebiet zur T&uuml;rkei, deutsche Nicht-Regierungs-Organisationen, ausgestattet mit Geld des Ausw&auml;rtigen Amtes, Hilfsprojekte durchf&uuml;hren sollen &ndash; ganz explizit an der syrischen Regierung vorbei. Das hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus L&ouml;ning, in einem Interview mit der &bdquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&ldquo; vor einiger Zeit auch so gesagt &ndash;  dass es eben auch vorbei an der syrischen Regierung so gemacht werden soll. Das betrifft nat&uuml;rlich ein ausgew&auml;hltes Gebiet, in dem die Exilregierung der Opposition agieren soll. Die sollen dort installiert werden, die sollen dort eine Art Gegenregierung aufbauen. Und dieser Proze&szlig; wird im Grunde mit der Arbeit von Hilfsorganisationen abgefedert, gest&auml;rkt und unterst&uuml;tzt. Das ist nat&uuml;rlich ein ganz massiver Eingriff in die staatliche Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t eines Landes.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/weltnetz.tv\/video\/483\">Weltnetz.tv<\/a><\/li>\n<li><strong>Obamas Strafe f&uuml;r Assads Widerstand<\/strong><br>\nAngebliche US-Geheimdiensterkenntnisse &uuml;ber den angeblichen Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Armee sind Grund f&uuml;r die Verl&auml;ngerung des Krieges gegen und in Syrien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/hans-springstein\/obamas-strafe-fuer-assads-widerstand\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Obama&rsquo;s Monica moment<\/strong><br>\nThe United States may have administered one of the biggest-ever snubs to the Kremlin in the post-Cold War era with the White House announcement on Thursday that it will provide military support to the Syrian rebels. [&hellip;]<br>\nBut, most important, the White House decision could be a brainwave that occurred to Obama as he travelled back home in Air Force One from the summit meeting in California with Chinese President Xi Jinping, from which he emerged second best amid the shattering disclosures by the secrets whistleblower Edward Snowden, formerly of the CIA.<br>\nAll in all, Obama&rsquo;s momentous decision on military intervention in Syria, which could well launch a new Cold War, is a desperate diversionary move when his administration is caught up deep in the cesspool over the Snowden controversy.<br>\nThe entire moral edifice on which Obama built up his presidency and the values he espoused at the core of his &ldquo;audacity of hope&rdquo; when he began his long march to the White House five years ago &ndash; transparency, accountability, legitimacy, multilateralism, consensus &ndash; lie exposed today as a pack of lies.<br>\nThe heart of the matter is that Obama is on the horns of the same dilemma as Bill Clinton found himself when, in a desperate ploy to deflect world attention from his strong libido, he fired cruise missiles at Kandahar in August 1998.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.atimes.com\/atimes\/Middle_East\/MID-01-140613.html\">Asia Times<\/a><\/li>\n<li><strong>UN: At least 93,000 people killed in Syria<\/strong><br>\nWorld body confirms death toll and says figure could be much higher with more than 5,000 reported killed each month.<br>\nAlmost 93,000 people were killed in Syria&rsquo;s conflict by the end of April this year, but the true number could be &ldquo;potentially much higher&rdquo;, the United Nations human rights office says.<br>\nThe exact figure released on Thursday &ndash; 92,901 people &ndash; is much higher than the UN&rsquo;s last death toll back in January of 59,000 people.<br>\n&ldquo;The constant flow of killings continues at shockingly high levels,&rdquo; said Navi Pillay, the UN high commissioner for human rights. &ldquo;This is most likely a minimum casualty figure. The true number of those killed is potentially much higher.&rdquo;<br>\nAn average of more than 5,000 people have been killed every month since last July, while rural Damascus and Aleppo have recorded the highest tolls since November, the report said in its latest study compiling documented deaths.<br>\nAmong the victims were at least 6,561 children, including 1,729 children younger than 10.<br>\nThe UN has acknowleged it has &ldquo;underreported the number of deaths&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aljazeera.com\/news\/middleeast\/2013\/06\/201361351947232184.html\">Al Jazeera<\/a><\/li>\n<li><strong>Leserbrief zum <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17641#h03\">Hinweis 3.a. von gestern<\/a> zum Thema Syrien<\/strong><br>\nunser Leser T.G. schreibt und:<br>\nZu den zitierten Aussagen von Frau Reymann in der jungen Welt habe ich folgende Anmerkungen:<br>\nFrau Reymann spricht von &ldquo;religi&ouml;sen Selbstdefinitionen&rdquo;, die sich &ldquo;in Windeseile&rdquo; herausbilden w&uuml;rden. Mich erstaunt diese naive Sicht auf einen nicht zu missachtenden Faktor im syrischen Konflikt. Die religi&ouml;sen Selbstdefinitionen gibt es schon immer, der eine glaubt an das, der anderes an jenes, usw. Die Fragen, die dabei zu stellen w&auml;ren, sind folgende: Wer macht sich diese f&uuml;r welches Ziel zu nutze? Wer hilft extremistischen religi&ouml;sen Minderheiten, die es auch immer gibt, ihre Ziele mit Gewalt, auch Waffengewalt zu erk&auml;mpfen und dabei auch eine Mehrheit mit Terror zwangsweise hinter sich zu bringen? Wer hat ein Interesse, soziale und gesellschaftliche Probleme und Konflikte zu ethnisieren oder ins Religi&ouml;se zu wenden?<br>\nDas galt schon f&uuml;r Jugoslawien. Einen Beitrag f&uuml;r eine m&ouml;gliche Antwort zu Syrien gab Seymour Hersh schon 2007 im &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/reporting\/2007\/03\/05\/070305fa_fact_hersh\">New Yorker<\/a>&rdquo; (Deutsche &Uuml;bersetzung: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/70\/die_neuausrichtung_seymour_hersh\">Die Neuausrichtung<\/a>&ldquo;)<br>\nDarin ist u.a. zu lesen: &ldquo;Die USA haben sich auch an geheimen Operationen beteiligt, die gegen den Iran und dessen Verb&uuml;ndeten Syrien gerichtet sind. Ein Nebeneffekt dieser Aktivit&auml;ten war die F&ouml;rderung sunnitischer extremistischen Gruppierungen, die f&uuml;r eine militante Richtung des Islams eintreten und mit Al-Qaida sympathisieren, den USA aber feindlich gegen&uuml;berstehen.&rdquo;<br>\nDie <a href=\"http:\/\/www.presstv.ir\/detail\/241358.html\">damaligen Pl&auml;ne scheinen<\/a> &uuml;berarbeitet worden zu sein. Das deutet u.a. darauf hin, dass die &ldquo;religi&ouml;sen Selbstdefinitionen&rdquo; gewisserma&szlig;en nicht mit dem Wind vom Himmel herab getragen wurden. Das war schon in Afghanistan nicht so, als die USA die Taliban und ihre Vorg&auml;nger unter der Mudschaheddin unterst&uuml;tzten. <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201010071179\/globales\/terrorismus\/die-usa-steuern-den-terror-aus-pakistan-und-dem-mittleren-osten.html\">Ein Beleg<\/a> daf&uuml;r:<br>\n&ldquo;Die NSDD 166 beschr&auml;nkte die &uuml;ber Pakistan laufende US-Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die islamistischen Brigaden nicht nur auf rein milit&auml;rische Hilfe. Washington unterst&uuml;tzte und finanzierte durch die U.S. Agency for International Development \/ USAID auch den Prozess der religi&ouml;sen Indoktrination, vor allem durch die Zerst&ouml;rung des Einflusses weltlich gepr&auml;gter Bildungseinrichtungen. Die Vereinigten Staaten gaben Millionen Dollar aus, um afghanische Schulkinder mit Lehrb&uuml;chern zu versorgen, die mit gewaltverherrlichenden Bildern und militanten islamistischen Spr&uuml;chen gespickt waren. Die Fibeln, die den Dschihad priesen und mit Zeichnungen von Gewehren, Geschossen, Soldaten und Sprengk&ouml;rpern illustriert waren, haben seitdem den Lehrplan des afghanischen Schulsystems bestimmt. Sogar die Taliban verwendeten die in den USA gedruckten B&uuml;cher. &hellip;&rdquo;\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der Grundgedanke unseres Lesers T.G. ist goldrichtig und die Analyse Seymour Herschs hoch interessant und lehrreich. Die amerikanische Strategie, die Sowjetunion in die &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/92\/djihad_falle\">Dschihad-Falle<\/a>&ldquo; (Operaton Cyclone) laufen zu lassen, hat der ehemalige US-Regierungsberater Zbigniew Brzezinski 1998 mit dem markigen Satz verteidigt:<\/em><br>\n<em>&bdquo;Regret what? That secret operation was an excellent idea. It had the effect of drawing the Russians into the Afghan trap and you want me to regret it?&ldquo;<\/em><br>\n<em>Dennoch sollte man einige der von T.G. genannten Quellen mit Vorsicht lesen. Sowohl PressTV als auch Michel Chossudovsky sind ganz sicher keine neutralen und zuverl&auml;ssigen Quellen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Thomas Fricke: Vom Segen niedriger Zinsen<\/strong><br>\nDas Wehklagen ist gro&szlig;. Wer spart, bekommt kaum Zinsen auf sein Geld. Dagegen poltern seit Monaten der Sparkassenpr&auml;sident ebenso wie alle, die den Euro noch nie gut fanden und alle paar Monate Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen. Die Schuldigen scheinen ausgemacht. Zumindest mangelt es nicht an b&ouml;sen Vermutungen. Es sind die Euro-Notenbanker, Mario Draghi und seine Kollegen, die mit Billiggeld fahrl&auml;ssig die M&auml;rkte fluten und den Finanzministern noch das Schuldenmachen erleichtern. Ist die Sache wirklich so einfach? Will die Welt uns nur B&ouml;ses? Es ist ja nicht so, dass es nur in der Euro-Zone derzeit niedrige Zinsen gibt. Das ist fast weltweit so. Und es ist auch typisch f&uuml;r die Zeit nach dem Platzen einer Finanzblase. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird Sparern die Illusion vermittelt, sie k&ouml;nnten mit mutigem Geldanlegen 6, 8, ach was, Renditen in zweistelliger Prozenth&ouml;he erzielen. Das kann auf Dauer nicht aufgehen, wenn die tats&auml;chliche Wirtschaftsleistung nur um 3 oder 4 Prozent w&auml;chst. Genau diese Illusion ist nun geplatzt. Seitdem versuchen Privatleute, Banken und Regierungen verzweifelt, jene Schulden abzubauen, die sie zur Verm&ouml;gensmehrung oft aufnahmen. Keine gute Zeit f&uuml;r Anleger, die ja jemanden brauchen, dem sie das Geld leihen, der sich also verschuldet. Ergebnis: Tiefzinsen. So betrachtet sind die Niedrigrenditen eine Art Quittung f&uuml;r illusorisch hohe Gewinne zuvor. Die Verm&ouml;genswerte m&uuml;ssen sich allm&auml;hlich wieder normalen Verh&auml;ltnissen n&auml;hern. Es w&auml;re auch fahrl&auml;ssig, wenn die Notenbanken dagegenhielten. Nat&uuml;rlich birgt billiges Geld die Gefahr, neue Spekulationen zu n&auml;hren. Also m&uuml;ssen wir achtsam sein. Alle Erfahrung mit fr&uuml;heren Finanzblasen lehrt aber, dass bei h&ouml;heren Zinsen viel Schlimmeres droht. Dann fiele das n&ouml;tige Entschulden noch schwerer, und dann w&uuml;rden die Unternehmen noch weniger in Maschinen, B&uuml;ros und Personal investieren: Weil es teurer w&auml;re, so etwas zu finanzieren. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat genau das zur gro&szlig;en Katastrophe gef&uuml;hrt, wie man heute wei&szlig;.<br>\nDas Gute ist, dass die Niedrigzinsen gleichsam einen Zeitenwandel beschleunigen und der Wirtschaft nach der Finanzillusion in eine solidere &Auml;ra verhelfen k&ouml;nnen. &Uuml;ber drei Jahrzehnte irrer Bankensause hinweg waren die Renditen auf Finanzanlagen so attraktiv, dass Investoren ihr Geld logischerweise lieber in das x-te Derivat steckten, als es einem Mittelst&auml;ndler oder Start-up zu geben, bei denen die Gewinnaussichten in der Regel schw&auml;cher und wackliger sind. Wenn das stimmt, bietet die neue Zeit eine Chance. Dann werden sich Konzerne wieder entscheiden, erwirtschaftete Gewinne in eine neue Fabrik zu stecken &ndash; statt in Wertpapiere, die weniger abwerfen. Da wird manche Investition im Vergleich wieder attraktiv erscheinen, deren Rendite vor Kurzem noch zu mickrig wirkte. Dann k&ouml;nnte sich bald der fatale Trend umkehren &ndash; und Banken sich wieder auf das konzentrieren, wof&uuml;r sie da sind: denen Geld zu geben, die in die Zukunft investieren und Wohlstand sichern &ndash; statt Hochfrequenzhandel ohne erkennbaren Nutzen zu betreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2013%2F06%2F14%2Fa0141&amp;cHash=1431389c2f1638f263febf2d0a343b30\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sicherlich wei&szlig; es Thomas Fricke besser und die nachfolgende falsche Aussage wurde in einem Moment der Unachtsamkeit formuliert: &ldquo;Seitdem versuchen Privatleute, Banken und Regierungen verzweifelt, jene Schulden abzubauen, die sie zur Verm&ouml;gensmehrung oft aufnahmen&rdquo;. Denn die Regierungen haben sich vor allem durch ihre Rettungsma&szlig;nahmen in Reaktion auf die Krise verschuldet. Die Kombination aus sinkenden Einnahmen und den Ausgabenerh&ouml;hungen f&uuml;r die Abst&uuml;tzung der Konjunktur und die Einrichtung von Bankenrettungspaketen sind die wichtigsten Faktoren f&uuml;r die f&auml;lschlich sogenannte Staatsschuldenkrise. Zur erh&ouml;hten Schuldenaufnahme kommt der gr&ouml;&szlig;ere Zinsaufwand hinzu. Bezeichnenderweise betrug die Staatsschuldenquote im Krisenjahr 2008 in Irland 44 Prozent (2012: 118), in Spanien 40 Prozent  (84), in Portugal 72 Prozent (124) und selbst in Italien &ldquo;nur&rdquo; 106 Prozent (127). Interessant ist, dass nach Sch&auml;tzungen des IWF in den G-20 L&auml;ndern der Einnahmenausfall von 2008-2015 ca. 47 Prozent der zus&auml;tzlichen Krisenkosten und damit einen gro&szlig;en Teil der gestiegenen Staatsdefizite ausmacht.  Die Rettung des Bankensektors f&auml;llt vor allem in den ersten Krisenjahren an, so dass der IWF f&uuml;r den gesamten Zeitraum auf ca. 9 Prozent kommt. Allerdings ist zu bezweifeln, dass diese Rechnung abgeschlossen ist. &ndash; Fricke schreibt weiter: &ldquo;Nat&uuml;rlich birgt billiges Geld die Gefahr, neue Spekulationen zu n&auml;hren. Also m&uuml;ssen wir achtsam sein.&rdquo; Eine gro&szlig;e und schwere Aufgabe, gelassen ausgesprochen. Wie lenkt man z.B. Kapital bevorzugt in den realwirtschaftlichen Sektor? Denn die Versuchungen sind gro&szlig;, sich wieder in risikoreiche, aber rentierliche Finanzprodukte zu st&uuml;rzen. Bereits im Januar am Rande des World Economic Forum (WEF) hatte nun der Generaldirektor der BIZ, Jaime Caruana, gewarnt, dass sich die Finanzm&auml;rkte erneut mitten in einer Blasenbildung befinden. Durch die niedrigen Zinsen und das unabl&auml;ssige Gelddrucken bestehe nach Einsch&auml;tzung der BIZ Crash-Gefahr. Caruana sagte der AP, dass Banken und Regulatoren &bdquo;wachsam sein m&uuml;ssen, was die Preise einiger ihrer Assets betrifft&ldquo;. Caruana: &bdquo;Wir m&uuml;ssen die Preisentwicklung genau beobachten, denn die Preise sind rapide nach oben gegangen, besonders bei risikotr&auml;chtigen Assets.&ldquo; Besonders sch&ouml;n die Formulierung, an einem gewissen Punkt werde es eine &bdquo;R&uuml;ckkehr zur Normalit&auml;t geben&ldquo;. Die SZ hat in einem, leider kostenpflichtigen Artikel,  gemeldet der Markt f&uuml;r CDOs k&auml;me erneut in Schwung (&ldquo;<a href=\"http:\/\/www.genios.de\/presse-archiv\/artikel\/SZ\/20130610\/rueckkehr-der-boesen-geister\/A54757343.html\">R&uuml;ckkehr der b&ouml;sen Geister<\/a>&ldquo;)<\/em><\/p>\n<p><em>Sie erinnern sich, die Collateralised Debt Obligations hatten einen wesentlichen Anteil an der Entstehung der globalen Finanzkrise. In diesen Papieren werden finanzielle Forderungen wie Staatsanleihen, Autokredite, Hypothekenpapiere, Unternehmens-Bonds geb&uuml;ndelt. Nat&uuml;rlich gibt es sichere Verbriefungen mit wenig Rendite, aber auch riskantere, aber ertr&auml;glichere. Die SZ bringt ein Beispiel: &ldquo;Ein CDO mit sechs deutschen Staatsanleihen im Korb ist sicher, doch es bringt kaum Rendite. Ein CDO gespickt mit griechischen Staats-Bonds und spanischen Hauskrediten ist sehr riskant und verspricht daf&uuml;r mehr Ertrag.&rdquo; Und dann gibt es nat&uuml;rlich auch CDOs, in denen andere CDOs stecken.  Investmentbanken stecken allerdings kaum eigenes Geld in den CDO-Markt. Denn nach den neuen Regeln m&uuml;ssen sie f&uuml;r diese riskanten Papiere 100 Prozent Eigenkapital vorhalten.  &ldquo;Die amerikanische JP Morgan Chase und Morgan Stanley sollen Berichten zufolge aber bereit sein, diese Produkte etwa f&uuml;r Hedgefonds ma&szlig;zuschneidern. Auch die Deutsche Bank hat Anfang des Jahres zwei CDOs in Milliardenh&ouml;he strukturiert&rdquo; meldet die SZ.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Gro&szlig;es Theater zum falschen Thema<\/strong><br>\nSoll man sich &uuml;ber die Verfassungsrichter, Zentralbanker, Regierungsvertreter &auml;rgern, wenn sie ein Ablenkungsst&uuml;ck auff&uuml;hren? Nein, das ist es nicht wert. Ebensowenig, wie wenn Papst, K&ouml;nige oder Gaucks samt Gefolge sinnentleerte, alte Riten zelebrieren. Das St&uuml;ck, das am vergangenen Dienstag und Mittwoch von und vor dem Bundesverfassungsgericht aufgef&uuml;hrt worden ist, hat mich dennoch w&uuml;tend gemacht. Denn die Inszenierung war erfolgreich. Das Publikum glaubte, so weit es die Sache &uuml;berhaupt verfolgt hat, was ihm da vorgef&uuml;hrt wurde. Das Bundesverfassungsgericht f&uuml;hrte eine zweit&auml;gige Anh&ouml;rung in einem Verfahren durch, bei dem es um die Einrichtung des ESM ging. Die Kl&auml;ger, unter anderem die Bundestagsfraktion der Linken und der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler, hielten und halten den sogenannten Rettungsschirm ESM, einen von den noch liquiden Euro-L&auml;ndern eingerichteten riesigen Fonds, f&uuml;r grundgesetzwidrig. Weil er mit Entscheidungsrechten ausgestattet wurde, die k&uuml;nftige Regierungen und Parlamente binden, ihnen also Sparauflagen machen und\/oder sie direkt oder indirekt zur Bereitstellung von finanziellen Mittel verpflichten k&ouml;nnen. Dazu diente eigentlich die jetzige Anh&ouml;rung.<br>\nJedoch lie&szlig; die Deutsche Bundesbank der Presse im Dezember vorigen Jahres ein von ihrem Pr&auml;sidenten Jens Weidmann formuliertes Gutachten f&uuml;r das Verfassungsgericht zukommen, das gegen den Kauf von Staatsanleihen durch die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) Stellung nimmt. Danach interessierte Verfassungsgericht und Presse nur noch dieser eine Aspekt. Ist es erlaubt, wenn die EZB Staatsanleihen erwirbt, wie es ihr Pr&auml;sident Mario Draghi angek&uuml;ndigt hatte? Das ist keine uninteressante Frage. Aber sie geht das Bundesverfassungsgericht nichts an. Das Gericht rief Experten zusammen, die in der Mehrzahl Weidmanns Ansicht teilen. Die Position der EZB wurde vom geschmeidigen J&ouml;rg Asmussen (derzeit selber EZB) und dem allzeit un&ouml;konomisch und sprunghaft argumentierenden Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble verteidigt. Da&szlig; dem greulichen ESM-Fonds und der Merkelschen Euro-Politik h&auml;tte Einhalt geboten werden sollen, hat niemand mehr mitbekommen. Das Urteil kennen die Zeitungen bereits und haben es uns mitgeteilt. Es wird &raquo;Ja, aber&laquo; lauten. Die Praxis der Knebelung der Euro-L&auml;nder wird weitergehen und die St&uuml;tzung der gro&szlig;en Finanzverm&ouml;gen ebenso.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/06-15\/025.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Berlin, Rom und die Leiden des jungen Euro<\/strong><br>\nDie Probleme der Eurozone stammen aus einer schwerwiegenden Anomalie: Sie gr&uuml;ndet auf einem Exportland, das Geld entzieht anstatt es zu sch&ouml;pfen. Die R&uuml;ckkehr von &lsquo;Mitteleuropa&rsquo;. Der Bluff des &lsquo;Triple A&rsquo;. Wenn die Einheitsw&auml;hrung zusammenbricht, l&auml;uft ein steuerloses Italien Gefahr abzutreiben.<br>\n1. Der Eurozone kommt ein beneidenswertes historisches Primat zu: Sie ist der einzige auf einem Exportland gest&uuml;tzte W&auml;hrungsraum. Es handelt sich um einen ganz und gar anomalen Zustand: Niemals zuvor gab es eine von mehreren Staaten geteilte W&auml;hrung, die auf einem strukturell exportorientierten Land aufgebaut war, da die Funktion des Kerns eines W&auml;hrungssystems darin besteht,<br>\nLiquidit&auml;t zu erzeugen, nicht sie zu entziehen. Solche Funktion wird unter normalen Umst&auml;nden mittels des Handels erf&uuml;llt: Indem er G&uuml;ter und Dienstleistungen von anderen importiert und das Geld sch&ouml;pft, um diese Importe zu bezahlen, unterh&auml;lt der &ouml;konomische Hegemon die monet&auml;re Masse seiner Einflusszone, und er stellt auf diese Weise den Brennstoff f&uuml;r Handel und Investitionen bereit. Dies setzt aber vonseiten des betroffenen Landes ein nahezu st&auml;ndiges Defizit und eine gewisse Toleranz f&uuml;r die Inflation und die Schwankungen des Wechselkurs voraus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/127182\/berlin-rom-und%E2%80%A6es-jungen-euro\">Der Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Paul Krugman: Sympathy for the Luddites  &ndash;  Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Maschinenst&uuml;rmer<\/strong><br>\n1786 protestierten die Textilarbeiter in Leeds, einem Zentrum der Wollindustrie im Norden Englands, gegen den wachsenden Gebrauch von Kardiermaschinen, die eine bis dahin von Facharbeitern ausgef&uuml;hrte Arbeit &uuml;bernahmen. &bdquo;Wie sollen die M&auml;nner, die dadurch ihre Arbeit verloren haben, jetzt f&uuml;r ihre Familien sorgen?&ldquo;, so klagten sie, &bdquo;und was f&uuml;r ein Handwerk sollen sie denn ihre Kinder lernen lassen?&ldquo;<br>\nDas waren keine unberechtigten Fragen. Die Mechanisierung f&uuml;hrte schlie&szlig;lich &ndash; genauer gesagt ein paar Generationen sp&auml;ter &ndash; zu einem Anstieg des britischen Lebensstandards auf breiter Front. Aber es ist nun gar nicht sicher, dass der normale Arbeiter zu Beginn der industriellen Revolution irgendeinen Vorteil davon hatte; Vielen Arbeitern hat sie eindeutig geschadet. Und oft waren diejenigen am meisten betroffen, die sich mit gro&szlig;er Anstrengung n&uuml;tzliche Fertigkeiten angeeignet hatten &ndash; blo&szlig; um dann festzustellen, dass diese Fertigkeiten auf einmal nichts mehr wert waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/06\/14\/opinion\/krugman-sympathy-for-the-luddites.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Devisenmarkt: Manipulierte Milliarden<\/strong><br>\nWieder gibt es Manipulationsvorw&uuml;rfe auf einem Finanzmarkt: H&auml;ndler sollen sich bei Devisengesch&auml;ften Vorteile verschafft haben.<br>\nEs ist der gr&ouml;&szlig;te Markt der Welt: Zwischen 4000 und 5000 Milliarden Dollar werden am globalen Devisenmarkt umgesetzt &ndash; jeden Tag. Das ist fast das Doppelte der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.<br>\nGleichzeitig ist der Devisenmarkt kaum reguliert, da der Handel zumeist nicht &uuml;ber B&ouml;rsen, sondern zwischen Banken abgewickelt wird. Nun sind die Wertpapierbeh&ouml;rden Gro&szlig;britanniens und der USA alarmiert: Banker und Devisenh&auml;ndler, so der Verdacht, sollen &uuml;ber zehn Jahre Wechselkurse zu ihren Gunsten manipuliert haben.<br>\nIm Zentrum der Untersuchung stehen die Wechselkurse, die von WM\/Reuters ermittelt werden, hinter denen die Firmen State Street und Thompson Reuters stehen. Die WM\/Reuters-Wechselkurse gelten weltweit als Ma&szlig;stab f&uuml;r Unternehmen und Banken, Fondsmanager nutzen sie, um den Wert ihrer Investments zu berechnen. Sie liegen vielen spekulativen Termingesch&auml;ften zu Grunde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft\/devisenmarkt-manipulierte-milliarden,10808230,23323804.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die verlorene Generation Italiens<\/strong><br>\nDie Jugendarbeitslosigkeit ist in Italien ein vorrangiges Thema. &Uuml;ber die Generation im Alter zwischen 30 und 40 Jahren spricht hingegen kaum jemand. Dabei ist sie diejenige, die heute am meisten unter den Folgen der Wirtschaftskrise leidet. Der ehemalige Regierungschef Mario Monti hat sie als &laquo;verlorene Generation&raquo; bezeichnet. Denn selbst nach mehreren Jahren Erfahrung im Berufsleben m&uuml;ssen sich viele noch immer mit befristeten Vertr&auml;gen sowie mit schlecht- oder sogar unbezahlten Jobs abfinden. Und auf Arbeitssuche k&ouml;nnen sie in der Regel nicht von den f&uuml;r die Jungen gedachten Unterst&uuml;tzungsmassnahmen profitieren, weil sie daf&uuml;r zu alt sind. Es wird angenommen, dass die &uuml;ber 30-J&auml;hrigen im Berufsleben bereits Fuss gefasst haben. In Wirklichkeit ist jedoch unter ihnen die Zahl, die wegen fehlender finanzieller Mittel nach wie vor im Elternhaus wohnt, ausserordentlich hoch. Laut der j&uuml;ngsten Studie des Bauernverbands Coldiretti erh&auml;lt in Italien jeder vierte 40-J&auml;hrige immer noch Taschengeld von den Eltern. Zudem ist fast jeder Dritte im Alter zwischen 35 und 40 Jahren auf finanzielle Unterst&uuml;tzung der Familie angewiesen. In Italien werden die M&auml;ngel der Sozialversicherung nicht selten von den Familien ausgeglichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/international\/die-verlorene-generation-italiens-1.18099210?extcid=Newsletter_17062013%20MESZ_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So sehr das Thema Jugendarbeitslosigkeit in Europa besondere Beachtung verdient, statistisch ist die Jugendarbeitslosigkeit als Jugendarbeitslosenquote verzerrt. Eigentlich m&uuml;sste man aus der Grundgesamtheit der Jugendlichen zwischen 19 bis 24 diejenigen herausrechnen, die noch zur Schule gehen oder studieren also dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verf&uuml;gung stehen. Auf dieser Grundlage kommt z.B.  Daniel Gros zum Ergebnis: &ldquo;In den L&auml;ndern, in denen das Problem f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;ten Schlagzeilen sorgt (im S&uuml;den der Eurozone, wobei Griechenland und Spanien vermeintlich am schlimmsten betroffen sind), macht Jugendarbeitslosigkeit weniger als ein Viertel der Arbeitslosigkeit insgesamt aus. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Jugendarbeitslosigkeit (etwa 40 %) an der Arbeitslosigkeit insgesamt in L&auml;ndern wie <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/the-mirage-of-high-youth-unemployment-in-europe-by-daniel-gros\/german#DOJeYSgAJc8720kk.99\">Schweden und Gro&szlig;britannien relativ betrachtet deutlich h&ouml;her<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Insofern verdienen die oben genannte Gruppe der 30 bis 40-J&auml;hrigen auch statistisch besondere Beachtung. Was Arbeitslosigkeit f&uuml;r die Jugendlichen in Europa bedeutet, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie weder erwerbst&auml;tig waren, noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvierten, beschreibt eine Studie von Eurofound. Sie setzten sich 2011 aus 7,5 Mio. junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren und 6,5 Mio. zwischen 25 und 29 Jahren zusammen. (die sogenannten &bdquo;Neets&ldquo;: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15325#h10\">Not in education, employment or training<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftsnachrichten\/letta-schnuert-konjunkturpaket-fuer-italien-1.18100097\">Im Artikel der NZZ<\/a> wird darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft bei den Jungen an Beliebtheit gew&auml;nne: &ldquo;Die Zahl der selbstst&auml;ndigen Bauern unter 30 Jahren nimmt zu, 62 000 sind sie heute an der Zahl, und jeder Dritte hat einen Hochschulabschluss in der Tasche.&rdquo; &ldquo;Beliebt&rdquo; ist sicherlich das falsche Wort. Genauso wie Griechenland ist dieses Zur&uuml;ck zur Scholle nichts anderes als aus der Not geborene Subsistenzwirtschaft. &ndash;  Erfreulicherweise ist der italienische Ministerpr&auml;sidenten Enrico Letta endlich dazu gekommen, ein erstes Konjunkturpaket zu verabschieden. Es umfasst 80 Punkte und sieht Investitionen in die Infrastruktur, Kredithilfen f&uuml;r Unternehmen und eine weniger aggressive Eintreibung von geschuldeten Steuern und Abgaben durch den italienischen Fiskus vor. Allein mit Ausgaben in H&ouml;he von 3 Mrd. &curren; f&uuml;r eine Modernisierung der Verkehrswege will Premier Letta 30 000 Arbeitspl&auml;tze schaffen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die gro&szlig;en M&auml;rchen der gro&szlig;en Banken<\/strong><br>\nEntweder wir f&uuml;hren sinnvolle Beschr&auml;nkungen der Gr&ouml;&szlig;e unserer Finanzunternehmen ein, oder wir sollten uns auf die n&auml;chste schuldengetriebene Wirtschaftskatastrophe vorbereiten.<br>\nZur Erkl&auml;rung der j&uuml;ngsten Finanzreformbem&uuml;hungen und der weltweiten Gefahren durch sehr gro&szlig;e Banken existieren zwei konkurrierende Geschichten. Eine davon ist falsch, und die andere ist be&auml;ngstigend.<br>\nIm Zentrum der ersten Geschichte, die von Finanzmanagern bevorzugt wird, steht die Ansicht, dass alle n&ouml;tigen Reformen bereits durchgef&uuml;hrt werden (oder dass dies bald passieren wird). Die Banken haben im Vergleich zu ihrem Eigenkapital weniger Schulden als 2007. In den Vereinigten Staaten gibt es neue Regeln zur Begrenzung des Umfangs von Bankaktivit&auml;ten, und Gro&szlig;britannien wird bald folgen &ndash; und vielleicht auch Kontinentaleuropa. Vertreter dieser Ansicht behaupten auch, die Megabanken h&auml;tten heute ihre Risiken besser unter Kontrolle als vor der globalen Finanzkrise 2008.<br>\nIn der zweiten Geschichte sind die weltweit gr&ouml;&szlig;ten Banken auch heute zu gro&szlig;, um kontrolliert werden zu k&ouml;nnen, und unterliegen weiterhin Anreizen, genau die Art exzessiver Risiken einzugehen, die ganze Volkswirtschaften zum Einsturz bringen k&ouml;nnen. Die Handelsverluste des &ldquo;Londoner Wals&rdquo; bei JPMorgan Chase im letzten Jahr sind daf&uuml;r beispielhaft. Und laut den Vertretern dieser Geschichte zeigen fast alle gro&szlig;en Banken Symptome chronischer Misswirtschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaftsblatt.at\/home\/meinung\/gastkommentare\/ivy_league\/1396240\/Die-grossen-Maerchen-der-grossen-Banken?_vl_backlink=\/home\/meinung\/gastkommentare\/ivy_league\/1404421\/index.do\">Wirtschaftsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nationalismus, Ausgrenzung und die Krise in Europa: Ein kurzer L&auml;nder&uuml;berblick<\/strong><br>\nDie globale Finanzkrise und die Eurokrise sind nicht nur soziale und &ouml;konomische Krisen &ndash; sie sind sehr viel umfassender Krisen von Gesellschaft, Demokratie und Solidarit&auml;t. Einmal mehr machen sie deutlich, dass Nationalismus und Ausgrenzung von Neoliberalismus und Kapitalismus nicht zu trennen sind: W&auml;hrend politisch Handelnde die Krise eher versch&auml;rfen als bek&auml;mpfen, reihenweise ganze Volkswirtschaften zusammenbrechen und kleinere und gr&ouml;&szlig;ere Teile der Gesellschaften verelenden, greifen Nationalismus, Sozialdarwinismus, Rassismus und Ausgrenzung in Europa immer weiter um sich &ndash; bisweilen mit Billigung oder aktiver Beteiligung der europ&auml;ischen Regierungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1157\">annotazoni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der wahre Skandal: Soziale Ungleichheit untergr&auml;bt die Demokratie<\/strong><br>\nManche Enth&uuml;llungen zeigen nur, was wir schon wussten. Haben wir gerade erst erfahren, dass politisch Verantwortliche Geld m&ouml;gen und die N&auml;he derer suchen, die es haben? Dass sie sich zusammen manchmal wie eine Kaste verhalten, die &uuml;ber dem Gesetz steht? Dass der Fiskus sehr verm&ouml;gende Steuerzahler mit Samthandschuhen anfasst? Dass der freie Kapitalverkehr ihnen erm&ouml;glicht, ihren Reichtum in Steueroasen zu verstecken? Die Aufdeckung individueller Verfehlungen sollte uns ermutigen, das System infrage zu stellen, das sie hervorbringt. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Ver&auml;nderung der Welt schneller vollzogen, als wir sie analysieren k&ouml;nnen. Immer neue Experten meldeten sich dazu zu Wort und k&uuml;ndigten das Ende der Geschichte oder die Geburt einer neuen Weltordnung an. &ndash; Jenseits verfr&uuml;hter Nachrufe und ungewisser Niederk&uuml;nfte zeichnen sich drei gro&szlig;e Tendenzen ab, deren Bilanz zun&auml;chst einmal zu ziehen ist: Die massive Zunahme der sozialen Ungleichheit, die Aush&ouml;hlung der politischen Demokratie und das Schwinden der nationalen Souver&auml;nit&auml;t. Jeder &ldquo;Skandal&rdquo; ist ein Symptom dieses dreifachen Krankheitsbilds und zeigt, wo dessen einzelne Elemente auftreten und wie sie ineinanderpassen. Der Hintergrund, vor dem sich das alles abspielt, ist, knapp zusammengefasst, folgender: Die Regierungen machen sich in erster Linie von der Einsch&auml;tzung einer privilegierten Minderheit abh&auml;ngig (die investiert, spekuliert, einstellt, entl&auml;sst, Geld leiht) und lassen dadurch zu, dass sich in der Politik immer mehr oligarchische Strukturen ausbreiten. Und wenn sie sich str&auml;uben, das ihnen vom Volk &uuml;bertragene Mandat zu missachten, macht sie der weltweite Druck des organisierten Geldes gef&uuml;gig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2013\/05\/10.mondeText.artikel,a0011.idx,0\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Es geht um Ruhe<\/strong><br>\nStatt zu jedem Thema einen Studiogast einzuladen, verkleiden wir unseren Moderator Christoph S&uuml;&szlig; und lassen ihn sich selbst interviewen. Redaktionsintern hei&szlig;t das quer-Schl&auml;ger. Diese Woche live von der Frankfurter B&ouml;rse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/bayerisches-fernsehen\/sendungen\/quer\/130613-quer-schlaeger-100.html\">quer-Schl&auml;ger<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Spaltung der t&uuml;rkischen Gesellschaft<\/strong><br>\nIst Recep Tayyip Erdogan jetzt da angekommen, wo er hingeh&ouml;rt, oder wo er hin will? Was unterscheidet ihn noch von einem Husni Mubarak, einem Muammar al-Gaddafi oder einem Bashar al-Assad? Dass er seine Sicherheitskr&auml;fte nicht scharf schie&szlig;en l&auml;sst, dass er nicht massenhaft foltern und Leute verschwinden l&auml;sst. Es gibt &ndash; gl&uuml;cklicherweise &ndash; noch viele andere Unterschiede. Aber es gibt ungl&uuml;cklicherweise von Tag zu Tag mehr &Auml;hnlichkeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kommentar\/2146683\/\">DLF<\/a>\n<p><strong>dazu: Machtkampf in der T&uuml;rkei spitzt sich zu<\/strong><br>\nAuch in der Nacht ist die t&uuml;rkische Polizei wieder gewaltsam gegen die regierungskritischen Demonstranten vorgegangen. Am Abend hatte Ministerpr&auml;sident Erdogan mehr als hunderttausend jubelnde Anh&auml;nger f&uuml;r eine Rede mobilisiert. Die Protestbewegung gibt sich nicht geschlagen, zwei Gewerkschaftsverb&auml;nde haben zum Generalstreik aufgerufen.<br>\nIn der T&uuml;rkei ist die Polizei Berichten zufolge auch in der Nacht zum Montag wieder gewaltsam gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. In Ankara setzten die Sicherheitskr&auml;fte Wasserwerfer und Tr&auml;nengas gegen Gegner der islamisch-konservative Regierung von Ministerpr&auml;sident Recep Tayyip Erdogan ein, wie Aktivisten mitteilten. In Istanbul habe die Polizei Demonstranten gewaltsam daran gehindert, zum zentralen Taksim-Platz zu ziehen, hie&szlig; es. Auch sollen erstmals Erdogan-Anh&auml;nger Demonstranten attackiert habe. Zwei Gewerkschaftsverb&auml;nde riefen aus Protest f&uuml;r Montag zu landesweiten Streiks auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/proteste-am-taksim-platz-machtkampf-in-der-tuerkei-spitzt-sich-zu-1.1698035\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist schon interessant, &uuml;ber die aktuellen Auseinandersetzungen und Demonstrationen in der T&uuml;rkei und die dazugeh&ouml;rigen Polizeieins&auml;tze berichten die deutschen Mainstreammedien in einer Breite und Ausf&uuml;hrlichkeit, die man sich hier f&uuml;r andere Themen ebenfalls w&uuml;nschen w&uuml;rde. Sie werden dabei nicht m&uuml;de das autorit&auml;re Regime Erdogans zu gei&szlig;eln. Man sollte dabei aber nicht vergessen, ohne notwendigerweise auch nur irgendwelche Sympathien f&uuml;r Erdogan zu hegen, dass der t&uuml;rkische Ministerpr&auml;sident immerhin durch demokratische Wahlen an die Macht gekommen ist und durchaus &uuml;ber eine solide Mehrheit in der t&uuml;rkischen Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gt &ndash; nicht anders wie Merkel bei den deutschen W&auml;hlern.<\/em><br>\n<em>Dass die herrschenden Eliten in Deutschland ebenfalls nicht den geringsten Skrupel haben die Polizei auf B&uuml;rger zu hetzen, die es wagen gegen den Meinungsmainstream aufzubegehren, haben die Polizeiexzesse w&auml;hrend der Stuttgart 21 Proteste und j&uuml;ngst w&auml;hrend der Blockupy Aktionen in Frankfurt gezeigt.<\/em><br>\n<em>Wenn nun die deutsche Mainstreampresse aber schon mit solchen Argusaugen &uuml;ber die demokratische Legitimit&auml;t der t&uuml;rkischen Regierung wacht, dann k&ouml;nnte sie ihr Augenmerk doch auch auf Verh&auml;ltnisse in Deutschland richten, die jedem autorit&auml;ren Regime zur Ehre gereichen w&uuml;rden. Die Rede ist von einem der repressivsten Systeme, die vermutlich jemals unter einer demokratischen Regierung in Deutschland errichtet wurden, von Hartz IV.  <\/em><br>\n<em>Dass die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Hartz IV Gesetzgebung zumindest zweifelhaft ist, wurde bereits mehrfach dargelegt (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17638\">siehe auch den Beitrag von Wolfgang Lieb und Jens Berger<\/a>). Aber anstatt Hartz IV als System der Dem&uuml;tigung, der Erniedrigung und Willk&uuml;r und als Projekt des autorit&auml;ren Neoliberalismus kritisch zu reflektieren, tr&auml;gt die Mainstreampresse durch Hetzkampagnen zur weiteren Stigmatisierung der Betroffenen und zur Verfestigung dieses Systems bei.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu: &ldquo;Das Herabsinken einer gro&szlig;en Masse unter das Ma&szlig; einer gewissen Existenzweise &hellip; und damit zum Verlust des Gef&uuml;hls des Rechts, der Rechtlichkeit und der Ehre, durch eigene T&auml;tigkeit und Arbeit zu bestehen, bringt die Erzeugung des P&ouml;bels hervor. &hellip; Die Armut an sich macht keinen zum P&ouml;bel: dieser wird erst bestimmt durch die mit der Armut sich verkn&uuml;pfende Gesinnung, durch die innere Emp&ouml;rung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, die Regierung usw. &hellip; Somit entsteht im P&ouml;bel das B&ouml;se, dass er die Ehre nicht hat, seine Subsistenz durch seine Arbeit zu finden, und doch seine Subsistenz zu finden als sein Recht anspricht. Gegen die Natur kann kein Mensch ein Recht behaupten, aber im Zustande der Gesellschaft gewinnt der Mangel sogleich die Form des Unrechts, was dieser oder jener Klasse angetan wird.&rdquo; (Hegel, Philosophie des Rechts)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Selbstgerechte Richter<\/strong><br>\nIm Fall von Gustl Mollath, der seit sieben Jahren in der Psychiatrie festgehalten wird, schichtet die bayerische Justiz unger&uuml;hrt Fehler auf Fehler.<br>\nAls Kurt Tucholsky wieder einmal Zeuge des Versagens der Justiz geworden war, nachdem er geh&ouml;rt und gesehen hatte, wie das Recht von Richtern in der Weimarer Republik mit F&uuml;&szlig;en getreten wurde, schrieb er w&uuml;tend resigniert: &bdquo;Das muss man gesehen haben. Da muss man hineingetreten sein&hellip;.Rei&szlig;t dieser Justiz die falsche Binde herunter! Wir haben keine Justiz mehr.&ldquo;<br>\nEs w&auml;re falsch und ungerecht, der deutschen Justiz im Jahr 2013 dieses Urteil als noch immer aktuell entgegenzuschleudern. Wer aber das Schicksal Gustl Mollaths kennt, der von der bayerischen Justiz vor sieben Jahren als gemeingef&auml;hrlich in die Psychiatrie gesteckt worden ist, wer sich klar macht, dass der Mann noch immer dort sitzt, obwohl sich belastende Zeugenaussagen, Gutachten, die sein Wegsperren bef&uuml;rworteten, und Entscheidungen von Gerichten, die Mollath als Paranoiker im Ma&szlig;regelvollzug hielten, im Lauf der Zeit als falsch oder fehlerhaft erwiesen, der wird Tucholskys Verdikt nicht komplett als obsolet verwerfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-zu-mollath-selbstgerechte-richter,1472602,23367952.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ambivalente Gef&uuml;hle<\/strong><br>\nEmotionen in der SPD deuten auf antizipierte Wahlniederlage hin.<br>\nSelbstverst&auml;ndlich ist es auch in der Politik nicht nur legitim, sondern ein Gebot der Ehrlichkeit, Emotionen zu zeigen. Ebenso berechtigt ist es aber auch, Politiker mit der Frage zu konfrontieren, wie weit und wohin sie sich von ihren Gef&uuml;hlen leiten lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kommentar\/2146711\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es w&auml;re einfach unmenschlich, wenn die Reaktion von Peer Steinbr&uuml;ck auf die Frage, warum er sich angesichts der Kritik und der teilweise pers&ouml;nlichen Angriffe diese Kandidatur antue, nicht die Herzen und die Gem&uuml;ter bewegte. Eine Kanzlerkandidatur ist ein m&ouml;rderischer Job. Auch wir auf den NachDenkSeiten haben Peer Steinbr&uuml;ck kritisiert, aber in der Sache und unter Bezugnahme auf sein politisches Handeln und seine Erkl&auml;rungen. Wir haben ihm keine &bdquo;Bonbons&ldquo; ans Hemd geklebt. Uns ging es nie um den Menschen Steinbr&uuml;ck, gegen den wir pers&ouml;nlich nichts haben. Was ich allerdings h&ouml;chst bedenklich finde, das ist, dass Steinbr&uuml;ck z.B. mit seiner &ouml;ffentlichen Kritik an dem Parteivorsitzenden Gabriel, ob bewusst oder unbewusst, die altbekannte neue Legende aufzubauen versucht, als sei der Kandidat nicht an seinen politischen Positionen, sondern an der mangelnden Unterst&uuml;tzung durch die SPD gescheitert. Das ist typisch f&uuml;r das Verhalten der Vertreter des rechten Fl&uuml;gels der SPD seit Helmut Schmidts Zeiten. Das ist geradezu die &Uuml;berlebensstrategie der rechten SPD-F&uuml;hrungsriege, die damit ihre Posten (m&ouml;glicherweise sogar in einer Regierung mit einer Gro&szlig;en Koalition) sichert und sich aus der Verantwortung f&uuml;r eine wahrscheinliche Wahlniederlage aufgrund ihrer von der SPD-Rechten selbst durchgesetzten politischen Positionen stiehlt. Motto: Es ist immer die Partei und dabei vor allem die Linke in der Partei schuld, wenn die SPD nicht erfolgreich ist. Und man kann gewiss sein, dass die Medien in diesem Chor mitsingen, denn die Leitmedien singen diese Melodie des rechten Fl&uuml;gels in der SPD schon eh und je.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Du liebe G&uuml;te, Peer Steinbr&uuml;ck kommen die Tr&auml;nen und die Medien haben ihn pl&ouml;tzlich wieder lieb. Was ist eigentlich mit den Millionen Tr&auml;nen, die wegen der von Steinbr&uuml;ck ma&szlig;geblich mitgetragenen Agenda-Politik schon vergossen wurden?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: SPD: Remake der Schr&ouml;ders<\/strong><br>\nDie Einfalt politischer Inszenierungen kennt keine Grenzen. Woran das liegt? Die Regisseure nehmen wohl an, dass bei Journalisten und W&auml;hlern die Einfalt w&auml;chst. J&uuml;ngstes Beispiel: Am Wochenende enth&uuml;llten Journalisten, Steinbr&uuml;ck sei ein Mensch. Er zeigt Gef&uuml;hle. Er wirkt ger&uuml;hrt, wenn seine Frau r&uuml;hrend &uuml;ber ihn spricht. Sie berichtet, die Kandidatur belaste ihn. Derweil k&auml;mpft er mit den Tr&auml;nen. Was sagt uns das? Der SPD steht das Wasser &uuml;ber der Nasenspitze. Deshalb muss Gertrud ran.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/post-von-horn.de\/2013\/06\/17\/spd-remake-der-schroders\/?utm_source=Neolox+Mailings&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=%28Kopie%29+Nebenbei&amp;utm_content=Mailing_6157192\">Blog von Horn<\/a> <\/p>\n<p><strong>passend dazu: Helmut Schmidt zweifelt an Steinbr&uuml;cks Wahlkampfqualit&auml;ten<\/strong><br>\nAltkanzler Helmut Schmidt h&auml;lt Peer Steinbr&uuml;ck zwar weiter f&uuml;r den richtigen Kanzlerkandidaten der SPD, zweifelt aber an dessen Wahlkampfqualit&auml;ten. Zur These, Steinbr&uuml;ck k&ouml;nne vielleicht Bundeskanzler, aber er k&ouml;nne nur schlecht Wahlkampf, sagte Schmidt dem Handelsblatt: &ldquo;K&ouml;nnte sein.&rdquo; (&hellip;)<br>\nIm Gegensatz zu Steinbr&uuml;ck attestierte Schmidt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fehlendes Finanzwissen zur L&ouml;sung der europ&auml;ischen Schulden- und Wirtschaftskrise. &ldquo;Das ist eine, die &uuml;ber Finanzen nicht Bescheid wei&szlig;, aber &uuml;ber sie verf&uuml;gt&rdquo;, sagte Schmidt dem Handelsblatt. Er verwies auf den enormen Zahlungsbilanz&uuml;berschuss, den Deutschland in jedem Jahr aufgrund seiner hohen Exportt&auml;tigkeit ausweist.<br>\n&ldquo;Ich bin der Meinung, wir m&uuml;ssen den Zahlungsbilanz&uuml;berschuss abbauen&rdquo;, sagte Schmidt. Dies solle durch die Anhebung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter geschehen. Denn die L&ouml;hne und Geh&auml;lter seien in den vergangenen Jahren in Deutschland nicht in dem Ma&szlig; gewachsen, in dem es angemessen gewesen w&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2013-06\/spd-wahlkampf-steinbrueck-schmidt\">ZEIT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Das sollte den Kanzlerkandidaten, aber auch die SPD-Spitze, endlich wachr&uuml;tteln: So eine Klatsche vom Altkanzler. Warum kann Heltmut Schmidt die Bundeskanzlerin attackieren? Eigentlich sollte der Kanzlerkandidat mindestens ebensolche Worte -auch auf anderen Themengebieten- gegen die amtierende Merkel finden -zurecht fordert dieser h&ouml;here L&ouml;hne und Geh&auml;lter. Hat der Altkanzler mehr N&auml;he zu den &ldquo;kleinen Leuten&rdquo; als das aktuelle Politik-Personal der SPD?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-17656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17656"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28461,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17656\/revisions\/28461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}