{"id":1766,"date":"2006-09-22T10:39:24","date_gmt":"2006-09-22T08:39:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1766"},"modified":"2016-01-25T13:02:43","modified_gmt":"2016-01-25T12:02:43","slug":"nachtrag-zum-verscherbeln-offentlichen-eigentums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1766","title":{"rendered":"Nachtrag zum Verscherbeln \u00f6ffentlichen Eigentums"},"content":{"rendered":"<p>Mein gestriger Tagebucheintrag hat eine heftige Debatte ausgel&ouml;st. Ein &bdquo;getreuer Leser der Nachdenkseiten&ldquo;, Ralf Vogel aus Berlin fand, dass ich zu Unrecht &bdquo;den Stab &uuml;ber Harald Wolf gebrochen&ldquo; h&auml;tte, als ich den amtierenden Berliner Wirtschaftssenator in Sachen Privatisierung in einem Atemzug mit Metzger und Scharping genannt hatte. Das zeichne ein schiefes Bild von den politischen Frontverl&auml;ufen in Berlin. Ralf Vogel hat seine Einw&auml;nde begr&uuml;ndet; da ich niemanden zu Unrecht kritisieren will, bat ich ihn um eine zusammenfassende Darstellung der politischen Frontverl&auml;ufe um die Privatisierung. Da diese Debatte auch f&uuml;r andere von Privatisierung Betroffene von Interesse sein d&uuml;rfte, folgt hier dieser Beitrag aus Berlin.<!--more-->\t<\/p><p><strong>Ralf Vogel, Berlin<\/strong><\/p><p>Ist Harald Wolf neoliberal und ein Freund der Privatisierung?<\/p><p>Die Berliner PDS, allen voran ihr Frontmann, der (scheidende?) Wirtschaftssenator Harald Wolf, gilt vielen Kritikern und Mahnern als abschreckendes Beispiel daf&uuml;r, wie eine linke Partei an der Regierung ihre Ideale verkauft und sich in den neoliberalen Mainstream einf&uuml;gt. Die Berliner WASG begr&uuml;ndete ihren Wahlantritt in Berlin wesentlich mit der &ldquo;neoliberalen&rdquo; Senats-Politik der Berliner Linkspartei.PDS.<\/p><p>Besonders hat man es auf Harald Wolf abgesehen. Aber kann man ihn wirklich in einem Atemzug mit Oswald Metzger, Christine Scheel, Rudolf Scharping usw. nennen? Ich bezweifle, dass solche Schwarz-Weiss-Malerei sinnvoll ist. Ich finde vor allem, es zeichnet ein schiefes Bild von den politischen Frontverl&auml;ufen.<\/p><p>Ich bin nicht in der PDS, aber ich lebe in Berlin und habe den Wahlkampf ein wenig beobachtet. Die Kernfrage f&uuml;r meine Wahlentscheidung war, wie es eine Partei mit der Privatisierung &ouml;ffentlichen Eigentums und &ouml;ffentlicher Unternehmen h&auml;lt. Nun kann man auf <a href=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/\">www.linkspartei-berlin.de<\/a> relativ leicht die offiziellen Verlautbarungen der Berliner PDS zum <a href=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/service\/suche\/?gms_words=privatisierung&amp;gms_order=score&amp;gms_rubrik=&amp;Abschicken.x=0&amp;Abschicken.y=0&amp;Abschicken=SUCHENwww.linkspartei-berlin.de\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/service\/suche\/?gms_words=privatisierung&amp;gms_order=score&amp;gms_rubrik=&amp;Abschicken.x=0&amp;Abschicken.y=0&amp;Abschicken=SUCHENwww.linkspartei-berlin.de\">Stichwort Privatisierung<\/a> abklopfen.<\/p><p>Man st&ouml;sst dann bspw. auf die <a href=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=4134\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=4134\">PDS-Positionen zur gemeinsamen Kandidatur mit der WASG<\/a>, die recht eindeutig Stellung nehmen:<\/p><p>&ldquo;[&hellip;]<\/p><p>Landeseigene Unternehmen<\/p><ul>\n<li>Verteidigung und Erhaltung der Daseinsvorsorge in &ouml;ffentlicher Hand und Fortsetzung des Kampfes f&uuml;r Transparenz in &ouml;ffentlich beeinflussbaren Unternehmen<\/li>\n<li>Sicherung der &ouml;ffentlichen Tr&auml;gerschaft von Vivantes und Charit&eacute; Entwicklung einer intensiven partnerschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Krankenhausunternehmen<\/li>\n<li>Keine weiteren Privatisierungen von Wohnungsbaugesellschaften<\/li>\n<li>Neuordnung und &ouml;konomische Stabilisierung des st&auml;dtischen Wohnungsbestandes durch Schaffung einer handlungsf&auml;higen Infrastruktur zur gesamtst&auml;dtischen Steuerung der Wohnungsunternehmen und zur Sanierung der &ouml;konomischen Schieflagen in den Wohnungsbaugesellschaften, weil wir keine Ver&auml;u&szlig;erung von landeseigenen Wohnungsbest&auml;nden an den Kapitalmarkt akzeptieren k&ouml;nnen<\/li>\n<li>Sicherung von bezahlbarem Wohnraum f&uuml;r breite Schichten der Bev&ouml;lkerung durch Einflussnahme auf die Mietentwicklung<\/li>\n<li>offensive Vermietungspolitik f&uuml;r die soziale Mischung in den Kiezen<\/li>\n<li>wir werden alle M&ouml;glichkeiten aussch&ouml;pfen, um den Verkauf der Berliner Sparkasse an den privaten Bankensektor zu verhindern<\/li>\n<li>Verteidigung der Kundenbed&uuml;rfnisse durch Sicherung des Marktanteils &ouml;ffentlich-rechtlicher Finanzinstitute, Girokonto f&uuml;r alle, Sicherung der Kreditversorgung f&uuml;r Kleinunternehmen, Handwerker und Selbst&auml;ndige<\/li>\n<li>Einsatz f&uuml;r eine Berliner Wasserversorgung unter vollst&auml;ndiger &ouml;ffentlicher Kontrolle, Suche nach strategischen Varianten f&uuml;r eine R&uuml;ckgewinnung der Berliner Wasserbetriebe<\/li>\n<\/ul><p>[&hellip;]&rdquo;<\/p><p>Was man hier vermisst, sind Aussagen zur BVG, dem st&auml;dtischen &Ouml;PNV-Unternehmen. Die finden sich bspw., mit gleichem Tenor, <a href=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=20&amp;tx_ttnews[tt_news]=5345&amp;tx_ttnews[backPid]=8&amp;no_cache=1\" title=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=20&amp;tx_ttnews[tt_news]=5345&amp;tx_ttnews[backPid]=8&amp;no_cache=1\">hier<\/a>.<\/p><p>Harald Wolf im O-Ton l&auml;sst sich in seinen Referaten auf diversen Parteitagungen nachlesen:<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=4750\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=4750\">10.06.2006, Vertreter\/innen\/versammlung, 10. Landesparteitag, 4. Tagung<\/a>:<br>\n&ldquo;[&hellip;] Wir haben einen Beitrag zur Sicherung der &ouml;ffentlichen Unternehmen geleistet. Die &ouml;ffentlichen Unternehmen zu Zeiten der Gro&szlig;en Koalition waren ein Steinbruch. Sie waren zur Privatisierung freigegeben, um kurzfristig Haushaltsl&ouml;cher zu stopfen. Und sie waren obendrein schlecht gef&uuml;hrt, so dass sie auch h&auml;ufig innerhalb der Stadt einen schlechten Ruf hatten, weil sie als Risiko f&uuml;r den Steuerzahler empfunden wurden. Wir haben diese Unternehmen wieder auf sichere F&uuml;&szlig;e gestellt, sie saniert, wie z. B. Vivantes, das gr&ouml;&szlig;te &ouml;ffentliche Gesundheitsunternehmen in der Bundesrepublik Deutschland, das wir vor der Insolvenz gerettet haben. Das Unternehmen ist heute wieder auf einem guten Weg. Wir haben Europas gr&ouml;&szlig;tes &ouml;ffentliches Nahverkehrsunternehmen &ndash; die BVG &ndash; unter anderem durch den Tarifvertrag mit ver.di auf einen Weg gebracht, mit dem das Unternehmen erfolgreich im &ouml;ffentlichen Eigentum gesichert werden kann. [&hellip;]&rdquo;<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=4131\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.linkspartei-berlin.de\/index.php?id=4131\">06.05.2006, 10. Landesparteitag, 3. Tagung<\/a>:<br>\n&ldquo;[&hellip;] Wir haben in dieser Regierung auch daf&uuml;r gesorgt, dass Unternehmen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge im &ouml;ffentlichen Besitz erhalten worden sind. Ich m&ouml;chte hier deutlich auf einen Punkt hinweisen: Wir haben in den letzten Wochen und Monaten eine intensive Diskussion innerhalb der Partei gehabt, wie wichtig und notwendig es ist, sich gegen Privatisierungspolitik in den Bereichen &ouml;ffentlicher Daseinsvorsorge zu verwenden. Ich sage aber auch gleichzeitig vor dem Hintergrund der Berliner Erfahrungen: Es ist nicht damit getan, diese Unternehmen im &ouml;ffentlichen Besitz zu halten. Erinnert euch bitte daran, in welchem Zustand 2000\/2001 diese Unternehmen waren. Wir hatten eine Diskussion &uuml;ber die Zukunft dieser Unternehmen, nicht als Zukunftspotenzial f&uuml;r diese Stadt, sondern als Risiko f&uuml;r die Steuerzahler, weil es immer wieder massive Defizite gab. Das schlagendste Beispiel ist die Bankgesellschaft Berlin. Sie ist &ouml;ffentliches Eigentum. In welches Desaster hat uns diese Bankgesellschaft gest&uuml;rzt! Deshalb sage ich: Es geht nicht nur darum, &ouml;ffentliches Eigentum zu behalten. Der eigentliche Kampf muss darum gehen, &ouml;ffentliches Eigentum effizient zu f&uuml;hren, so dass es nicht Schaden f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger und f&uuml;r die Steuerzahler mit sich bringt, sondern dass Nutzen, der aus &ouml;ffentlichem Eigentum durch hohe und qualit&auml;tsvolle Dienstleistungen entsteht, erbracht und gew&auml;hrleistet wird. So werden wir Akzeptanz finden gegen&uuml;ber den Privatisierungsbef&uuml;rwortern, dass diese Unternehmen weiterhin im &ouml;ffentlichen Eigentum bleiben. Unser Ziel muss also sein, das Vorurteil zu widerlegen, dass &ouml;ffentliche Unternehmen schlechter gef&uuml;hrt sein m&uuml;ssen als private Unternehmen. Wir m&uuml;ssen deutlich machen, dass die Unternehmen, f&uuml;r die wir als Linkspartei.PDS die Verantwortung haben, so gut wirtschaften, dass sie erstens wirtschaftlich die Auseinandersetzung mit den privaten Unternehmen durchhalten k&ouml;nnen und zweiten dann auch in der Lage sind, sozialer Verantwortung gerecht zu werden, weil sie die wirtschaftliche Grundlage daf&uuml;r haben, um soziale Leistungen zu erbringen und damit f&uuml;r den sozialen Ausgleich innerhalb dieser Stadt beizutragen. Das lasst uns deutlich machen. Es geht nicht nur um das Eigentum, sondern darum, dass das Eigentum gut gef&uuml;hrt wird. Ich glaube: An dieser Stelle haben wir einen guten Job gemacht.<br>\nIch sage aber auch ganz klar, der Weg, den Dresden mit der Ver&auml;u&szlig;erung des gesamten kommunalen Wohnungsbestandes gegangen ist, kann nicht der Weg der Linkspartei.PDS in Berlin sein. Ich halte das f&uuml;r ausgesprochen kurzsichtig. Sicher, der Wohnungsmarkt ist zurzeit &ldquo;entspannt&rdquo;. Aber ich kenne Zeiten in dieser Stadt, wo wir Wohnungsnot hatten. F&uuml;r solche Zeiten ist es notwendig, ein steuerndes Instrument, ein Marktkorrektiv zu haben. Deshalb wird es eine der wichtigen Aufgaben in der n&auml;chsten Legislaturperiode sein, ein Gesamtkonzept f&uuml;r die kommunale Wohnungswirtschaft zu entwickeln und in Berlin umzusetzen, um den kommunalen Bestand wirtschaftlich zu sichern, denn nur so kann er gesichert werden. Wir sollten im Wahlkampf auch deutlich machen, dass wir die einzige Partei sind, die es garantiert, dass die Unternehmen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge nicht aufgegeben werden, dass sie nicht privatisiert werden, und die gleichzeitig daf&uuml;r einsteht, dass sie wirtschaftlich gef&uuml;hrt werden. All das unterscheidet uns von den wilden Privatisierern der SPD, aber auch von dem, was die Gr&uuml;nen vorschlagen. Die betreiben eine Politik, bei der sie einerseits immer wieder den sozialen Ausgleich betonen, wenn es aber zur Sache geht, ihnen nichts anderes als die Privatisierung einf&auml;llt. Das lasst uns im Wahlkampf deutlich machen. Wer das nicht will, muss Linkspartei.PDS w&auml;hlen! [&hellip;]&rdquo;<\/p><p>Ich finde, dass dies ein durchaus anderer und differenzierterer Zungenschlag ist, als er bei den &uuml;blichen Privatisierern zu finden ist. Von Metzger oder Westerwelle h&ouml;rt man so etwas jedenfalls nicht. Die treibende Kraft in punkto Privatisierung war im SPD\/PDS-Senat nach meiner Wahrnehmung eher Finanzsenator Sarrazin. Wolf scheint es in der Tat um die Effektivierung der &ouml;ffentlichen Unternehmen zu gehen: man kann darin auch den Versuch sehen, den Privatisierungs-Bef&uuml;rwortern ihr wichtigstes Argument aus den H&auml;nden zu nehmen: die angebliche Kostenbelastung des Steuerzahlers durch defizit&auml;re &ouml;ffentliche Unternehmen. Dass hinter dem Wort &ldquo;Sanierung&rdquo; erhebliche Opfer der Besch&auml;ftigten dieser Unternehmen stehen, ist allerdings auch wahr, und hier standen PDS-Gewerkschafter mehr als einmal gegen PDS-Senatoren. Ich glaube, diese Auseinandersetzungen haben viel zu der L&auml;hmung beigetragen, die die PDS befallen hat.<\/p><p>Es ist auch zumindest verd&auml;chtig, wenn McKinsey die Umstrukturierung der st&auml;dtischen Kliniken zum Vivantes-Konzern als Consulting-Firma begleitet, und Roland Berger f&uuml;r die Universit&auml;tskliniken Charit&eacute; die Restukturierungspl&auml;ne begutachtet. Der Gesetzentwurf f&uuml;r das Gesetz zur Teilprivatisierung der Berliner Sparkasse stammt aus der Feder derselben Anwalts-Soziet&auml;t, die auch bei der Konzipierung der Bankgesellschaft federf&uuml;hrend war.<\/p><p>All dies steht aber nicht im Gegensatz zu den oben zitierten politischen Absichtserkl&auml;rungen. Es macht sogar Sinn: &ouml;ffentliche Unternehmen, die sich am &lsquo;Markt&rsquo; behaupten sollen, m&uuml;ssen &lsquo;marktgerecht&rsquo; agieren wie andere Unternehmen auch, und bekommen dann auch dieselben (uns&auml;glichen) Rezepte verschrieben. Ich will nicht in den Verdacht geraten, alles sch&ouml;n zu reden, was dieser Senat gemacht hat, aber man muss sich noch einmal vergegenw&auml;rtigen, was hier los war, als er 2001 antrat. Jede andere Konstellation im Senat h&auml;tte zum grossen Tafelsilber-Verscherbeln ausgeholt. F&uuml;r mich hat die Wolf-gef&uuml;hrte PDS in der Regierung vor allem Schlimmeres verhindert.<\/p><p>Es wurden zwar kontinuierlich Wohnungen und Immobilien verkauft. Die gr&ouml;sste Privatisierungsmassnahme war der Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft GSW mit 60.000 Wohnungen. Es ist aber auch bekannt, dass der Finanzsenator gerne noch viel weitgehender privatisiert h&auml;tte.<\/p><p>Die PDS hat sich vielleicht im Spagat zwischen (von anderen verschuldeter) Haushaltsnot und Koalitionsloyalit&auml;t auf der einen Seite und dem Anspruch wirklich etwas in der Stadt in ihrem Sinne zu bewegen, aufgerieben, aber der Vorwurf, neoliberale Politik zu betreiben &ndash; &ldquo;genau wie die anderen alle&rdquo; &ndash; wird ihr nicht gerecht. Die Entscheidung f&uuml;r ihren Koalitionspartner, vor dem die SPD jetzt steht, ist deshalb m.E. eine Richtungsentscheidung:<\/p><ul>\n<li>Mit Rot-Gr&uuml;n werden wir in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren die Privatisierung und\/oder Zerschlagung der BVG erleben, den weiteren massiven Verkauf &ouml;ffentlicher Wohnungen, der Klinik-Konzerne Vivantes und Charit&eacute;, und den Super-GAU, die Privatisierung der Berliner Sparkasse. Daf&uuml;r wird eine Allianz aus Gr&uuml;nen und rechten Sozialdemokraten um Sarrazin sorgen.<\/li>\n<li>Die PDS im Senat w&uuml;rde dem vermutlich einigen Widerstand entgegensetzen.<\/li>\n<\/ul><p>Ein gutes Beispiel daf&uuml;r wie die &ldquo;Privatisierer&rdquo; bei der PDS ticken, liefert der <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2006\/35\/06350502.php\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.freitag.de\/2006\/35\/06350502.php\">Beitrag von Dietmar Bartsch im Freitag 35<\/a>.<br>\nDer Beitrag von Bartsch hat mir geholfen, zu verstehen, dass es nicht um &ouml;ffentliches Eigentum per se geht, sondern um demokratische Kontrolle und Gemeinwohl-Orientierung. Die kann nat&uuml;rlich auch in einem genossenschaftlichen oder &auml;hnlichen Rahmen erf&uuml;llt werden. F&uuml;r &ouml;ffentliche Unternehmen gibt es die Aufgabe, sie so zu konstruieren, dass ein Bankenskandal nicht mehr geschehen kann. Das ist ja auch eine Lehre aus der Herunterwirtschaftung &ouml;ffentlicher Unternehmen durch CDU und SPD. Mir scheint, dass niemand das so prononciert thematisiert wie die PDS-&ldquo;Privatisierer&rdquo;. Aber deshalb darf man sie grade nicht in die neoliberale Ecke stecken.<\/p><p>Der oppositionelle linke Diskurs h&ouml;rt hier bedenklich demonstrativ weg. Da wird die Sparkasse mit einer Inbrunst verteidigt, als ob es die zig Skandale um Vetternwirtschaft und Vereinnahmung &ouml;ffentlicher Banken durch SPD- und CDU-Bonzen nie gegeben h&auml;tte. Die eigentlich brennende Frage ist aber, da gebe ich Wolf und Bartsch v&ouml;llig recht, wie man bspw. die Sparkasse erhalten und gleichzeitig vor dem Zugriff des n&auml;chsten Landowsky (und der kommt bestimmt) sch&uuml;tzen kann. Leute wie Bartsch haben wohl einen phantasievolleren Begriff von gemeinwohlorentiertem Unternehmertum. Ihnen ist es offenbar lieber, solche Unternehmen sind in den H&auml;nden engagierter Privatleute. Ein gutes Beispiel dieser Art sind f&uuml;r mich die <a href=\"http:\/\/ews-schoenau.de\/\" link=\"http:\/\/ews-schoenau.de\/\">Stadtwerke Sch&ouml;nau<\/a>. Wie w&auml;re es, wenn die Berlinerinnen und Berliner der RWE und der Veolia einfach ihre Anteile an den Berliner Wasserwerken abkaufen w&uuml;rden und die Berlinwasser in eine Genossenschaft &uuml;berf&uuml;hrten?<\/p><p><strong>Fazit:<\/strong> Auch wenn die von Wolf betriebenen Umstrukturierungen &ouml;ffentlicher Unternehmen gut zu einem Szenario passen, an dessen Ende ihre Privatisierung steht, so ist es doch reine Unterstellung, wenn man behauptet, Wolf h&auml;tte genau das vor. In Wolfs Logik haben diese Unternehmen durch die Umstrukturierungen eine gr&ouml;ssere &Uuml;berlebenschance, und zwar als Unternehmen in &ouml;ffentlicher Hand. Wolfs &Auml;sserungen, wie die anderer Spitzenpolitiker der Berliner PDS, wie deren Programmatik formulieren das glatte Gegenteil einer Privatisierungs-Politik, und die Regierungs-Politik der PDS in den letzten f&uuml;nf Jahren begr&uuml;ndet gravierende Zweifel an der Aufrichtigkeit der PDS-Senatoren m.E. nicht. Ich hoffe, sie strafen mich in Zukunft nicht L&uuml;gen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein gestriger Tagebucheintrag hat eine heftige Debatte ausgel&ouml;st. Ein &bdquo;getreuer Leser der Nachdenkseiten&ldquo;, Ralf Vogel aus Berlin fand, dass ich zu Unrecht &bdquo;den Stab &uuml;ber Harald Wolf gebrochen&ldquo; h&auml;tte, als ich den amtierenden Berliner Wirtschaftssenator in Sachen Privatisierung in einem Atemzug mit Metzger und Scharping genannt hatte. 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