{"id":17689,"date":"2013-06-19T10:10:22","date_gmt":"2013-06-19T08:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17689"},"modified":"2015-08-09T09:14:43","modified_gmt":"2015-08-09T07:14:43","slug":"kampagnenjournalismus-diesmal-ist-heiner-flassbeck-das-opfer-er-wird-zum-euro-gegner-und-anti-europaer-stilisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17689","title":{"rendered":"Kampagnenjournalismus \u2013 diesmal ist Heiner Flassbeck das Opfer. Er wird zum Euro-Gegner und Anti-Europ\u00e4er stilisiert"},"content":{"rendered":"<p>Der gedruckte &bdquo;Spiegel&ldquo; erschien in dieser Woche mit einem f&uuml;nfseitigen Artikel &bdquo;Die Taschenrechner&ldquo;. Darin wird Heiner Flassbeck zum Gegner des Euro hochstilisiert und zu diesem Zwecke mit Olaf Henkel, Dirk M&uuml;ller und dem AfD-Vorsitzenden Lucke vermanscht. Flassbeck hatte schon bei der Anbahnung des Gespr&auml;chs durch den Spiegel-Autor geahnt, dass hier ein Kampagnenjournalist t&auml;tig wird und sich den Vorgang gemerkt. Er berichtet davon <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/der-spiegel-oder-wie-unsere-leitmedien-das-denken-der-menschen-fehlleiten-wollen\/\">hier<\/a>. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7994\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-17689-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130619_Flassbeck_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130619_Flassbeck_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130619_Flassbeck_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130619_Flassbeck_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=17689-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130619_Flassbeck_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"130619_Flassbeck_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&Uuml;ber der &Uuml;berschrift des Spiegel- Artikels steht &bdquo;Stimmungsmache&ldquo;. Darunter als Vorspann: &bdquo;Der Euro muss verschwinden &ndash; das glauben zumindest viele Deutsche. Angestachelt werden sie von wortm&auml;chtigen Populisten aus Wirtschaft und Wissenschaft. &hellip;&ldquo; Nutzer der NachDenkSeiten wissen, dass f&uuml;r Flassbeck dies nicht andeutungsweise stimmt. Jahrelang hat er zusammen mit uns und wenigen anderen davor gewarnt, die Basis der gemeinsamen europ&auml;ischen W&auml;hrung Euro zu zerst&ouml;ren. Immer wieder haben wir gemeinsam auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass sich die Wettbewerbsf&auml;higkeit der einzelnen Euro Staaten und deshalb auch die Lohnst&uuml;ckkosten einigerma&szlig;en gleichm&auml;&szlig;ig entwickeln. In der letzten Zeit hat Flassbeck die Hoffnung verloren, dass die Berliner Riege unter Anf&uuml;hrung von Bundeskanzlerin Merkel und Bundesfinanzminister Sch&auml;uble noch zur Vernunft kommt und deshalb das Auseinanderfallen der Eurozone vorhergesagt. Dies immer mit Bedauern und nie so, dass man daraus ablesen k&ouml;nnte, es sei seine Meinung, der Euro &bdquo;m&uuml;sse verschwinden&ldquo;. Im Gegenteil. Er hat auch nie populistisch argumentiert. Das alles ist im Spiegelartikel in Bezug auf seine Person erstunken und erlogen. F&uuml;r Henkel oder andere mag das gelten<\/p><p>Die zum Zweck der Diffamierung betriebene Vermischung Flassbecks mit Lucke, Dirk M&uuml;ller und Olaf Henkel grenzt schon an Beleidigung.<\/p><p>Offensichtlich hat sich die Spiegelredaktion vorgenommen, die Verantwortung der herrschenden Kreise in Berlin f&uuml;r das Desaster im Euroraum wei&szlig; zu waschen. Heiner Flassbeck ist einer der fundierten Kritiker des jetzigen Kurses. Also muss man ihm ans Leder gehen. Das war wohl der Auftrag an den Kampagnenjournalisten Stefan Willeke.<\/p><p>Dass diese Medien-Organe Kampagnen betreiben und dass sich einzelne Journalisten, nicht alle, daf&uuml;r hergeben, h&ouml;rt man in diesen Kreisen nicht gern. Ich weise deshalb auf einen fr&uuml;heren Vorgang und auf zwei gerade erschienene Artikel aus dem Hause Spiegel hin.<\/p><ol>\n<li><strong>Der fr&uuml;here Vorgang: Eine Tagung in Leipzig. Journalisten und vor allem Chefredakteure verleugnen ihre Kampagnen<\/strong>\n<p>Am 30. April 2010 war ich zu einem Referat bei einem Kongress von Medienjournalisten, Medienvertretern und Medienwissenschaftlern in Leipzig eingeladen. Ich habe davon hier unter der &Uuml;berschrift &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5538\">Kampagnenjournalismus &ndash; das Gespinst von Verschw&ouml;rungstheoretikern?<\/a>&ldquo; berichtet. Auf dem Kongress sollte ich die Frage beantworten, was Medienjournalismus leisten sollte. Er m&uuml;sste, so mein f&uuml;nfter und wichtigster Punkt, &uuml;ber die Kampagnen aufkl&auml;ren, mit denen mittels Medien versucht wird, gef&auml;llige politische Entscheidungen herbeizuf&uuml;hren. <\/p>\n<p>Beim etablierten Teil der anwesenden Wissenschaftler und Journalisten l&ouml;ste der Hinweis und die Beschreibung mehrerer Kampagnen das &uuml;bliche Kopfsch&uuml;tteln und den Vorwurf &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; aus. Das ist immer wieder erstaunlich, werden wir doch t&auml;glich mit clever geplanten Kampagnen und ihrer Umsetzung &uuml;ber die Medien konfrontiert.<\/p>\n<p>Der Spiegel wird auch jetzt leugnen, dass er in eine Kampagne eingebunden ist. Und dies obwohl dies inzwischen bei diesem Blatt wie vor allem auch bei SpiegelOnline wie bei der Bild-Zeitung und einer Reihe anderer Medien &uuml;blich geworden ist. Zwei Beispiele kamen gerade heute wieder auf den Tisch:<\/p><\/li>\n<li><strong>SpiegelOnline zur Rolle der SPD-Kampa 1998 und zu Putin und Syrien<\/strong>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/cdu-kampagne-wird-von-ehemaligem-spd-mann-entworfen-a-906232-druck.html\">Im ersten Artikel<\/a> wird berichtet, dass jetzt ein Ex-SPD-Mann aus der SPD-Kampa von 1998 Merkels Wahlkampf flottmachen soll. Dabei wird behauptet, die &bdquo;Kampa&ldquo;, also die ausgelagerte Wahlkampftruppe der SPD, habe Gerhard Schr&ouml;der 1998 zum Wahlsieg gef&uuml;hrt. Der jetzige Merkel-Werber sei &bdquo;die rechte Hand von Matthias Machnig, dem Erfinder der legend&auml;ren SPD-&ldquo;Kampa&rdquo;, die 1998 als letzter Schrei modernen Wahlkampfs nach amerikanischem Vorbild galt&ldquo;, gewesen.<\/p>\n<p>Dass die ausgelagerte Kampa den Erfolg von Gerhard Schr&ouml;der bewirkt habe, ist eine Legende, die der eigentliche Chef der Kampa, Franz M&uuml;ntefering und seine rechte Hand Matthias Machnig mit gro&szlig;er Lust streuen. Das stabilisiert ihr Ansehen und hilft offensichtlich bis heute &ndash; siehe die Aufnahme von Machnig in die Truppe um Steinbr&uuml;ck &ndash; bei der Personalrekrutierung.<\/p>\n<p>Die Fakten waren 1998 ganz andere. Die eigentlichen Macher des Wahlkampfes waren unter Gerhard Schr&ouml;der Bodo Hombach, Uwe Karsten Heye und der inzwischen leider gestorbene pers&ouml;nliche Mitarbeiter von Schr&ouml;der Heinz Th&ouml;rmer. Zwischen dieser Truppe und der Kampa von M&uuml;ntefering und Co. gab es nicht einmal r&auml;umlich eine enge Verbindung. Sie sa&szlig;en im gleichen Haus aber deutlich getrennt.<\/p>\n<p>Auch wenn man Schr&ouml;ders und Hombachs politisches Wirken nun wirklich nicht sympathisch findet, ihre Verdienste und die des damaligen Parteivorsitzenden Lafontaine in der Schlussphase des Wahlkampfes um den SPD-Wahlsieg von 1998 sind jedenfalls gr&ouml;&szlig;er als die von M&uuml;ntefering, Machnig, Kampa und Co.<\/p>\n<p>Bei den Journalisten wird sich aber die Legende von der Kampa und ihrem amerikanisierten Wahlkampf halten. Reihenweise haben so genannte Wissenschaftler an dieser Legende schon 1998 gestrickt. Ich habe diese Geschichtsf&auml;lschung in der Studie &bdquo;Von der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie&ldquo;, erschienen 1999, analysiert.<\/p>\n<p>Der zweite aktuelle einschl&auml;gige SPON-Beitrag ist dieser:<br>\n&bdquo;18. Juni 2013, 21:02&nbsp;Uhr<\/p>\n<p><strong>G-8-Gipfel<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/g-8-gipfel-laesst-entscheidende-fragen-zu-syrien-offen-a-906531.html\">Assads&nbsp;Schutzpatron Putin<\/a>&ldquo;<\/p>\n<p>Vom sattsam bekannten Kampagnenjournalisten Carsten Volkery <\/p>\n<p>Dort hei&szlig;t es:<\/p>\n<blockquote><p><em>&bdquo;Der G-8-Gipfel einigte sich auf einen Minimalkompromiss in der Syrien-Frage: Eine Konferenz soll bald Klarheit bringen. Die Zukunft von Diktator Assad wurde jedoch ausgeblendet &ndash; so kann Russland die Friedenspl&auml;ne weiter torpedieren.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Russland ist der B&ouml;sewicht. Sie torpedieren Friedenspl&auml;ne. Die USA, die jetzt auf der Basis fragw&uuml;rdiger Giftgas-Behauptungen, milit&auml;risch intervenieren und die ohnehin kriegsl&uuml;sternen Briten und Franzosen sind die Guten.<\/p>\n<p>Wieder ein deutlicher Beleg f&uuml;r den im Bereich des SPIEGEL &uuml;blichen Kampagnenjournalismus. <\/p>\n<p>Wer dieses Medium noch ernst nimmt und daf&uuml;r sogar Geld bezahlt, ist selbst schuld.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gedruckte &bdquo;Spiegel&ldquo; erschien in dieser Woche mit einem f&uuml;nfseitigen Artikel &bdquo;Die Taschenrechner&ldquo;. Darin wird Heiner Flassbeck zum Gegner des Euro hochstilisiert und zu diesem Zwecke mit Olaf Henkel, Dirk M&uuml;ller und dem AfD-Vorsitzenden Lucke vermanscht. Flassbeck hatte schon bei der Anbahnung des Gespr&auml;chs durch den Spiegel-Autor geahnt, dass hier ein Kampagnenjournalist t&auml;tig wird und<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17689\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,139,123,183],"tags":[364,1544,420],"class_list":["post-17689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-euro-und-eurokrise","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","tag-flassbeck-heiner","tag-kampagnenjournalismus","tag-spiegel"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17689"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27119,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17689\/revisions\/27119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}