{"id":17713,"date":"2013-06-21T09:09:50","date_gmt":"2013-06-21T07:09:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713"},"modified":"2013-06-21T09:09:50","modified_gmt":"2013-06-21T07:09:50","slug":"hinweise-des-tages-1905","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h01\">Deutschland hat einen der gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektoren in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h02\">EU-Haushalt: Krisenprofiteur Deutschland verweigert Unterst&uuml;tzung f&uuml;r gebeutelte Mitgliedsl&auml;nder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h03\">Markus Marterbauer: Warum niedrige Zinsen gut f&uuml;r Wirtschaft und Einkommensverteilung sind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h04\">Steueroasen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h05\">Wolfgang M&uuml;nchau &ndash; 60 Milliarden sind Peanuts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h06\">Die Wonnen des Dogmatismus &ndash; Volkswirtschaft und Religion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h07\">JP Morgan to eurozone periphery: &ldquo;Get rid of your pinko, anti-fascist constitutions&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h08\">Regelsatz-Berechnung weiter fragw&uuml;rdig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h09\">Hartz-IV-Kritik unerw&uuml;nscht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h10\">Chancengerechtigkeit: Die neue Klassengesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h11\">Die Chance, aus einer befristeten in eine unbefristete Besch&auml;ftigung &uuml;bernommen zu werden, ist seit dem Krisenjahr 2009 kontinuierlich gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h12\">&bdquo;Staatsgeheimnis Lkw-Maut &ndash; Wie Politik und Gro&szlig;konzerne kungeln&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h13\">Die &Ouml;konomie organisierter Kriminalit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h14\">Evgeny Morozov zu Big Data &ndash; Warum entsteht Terror?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h15\">Ausgaben f&uuml;r &ouml;ffentliche Schulen 2010: 5 800 Euro je Sch&uuml;lerin und Sch&uuml;ler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h16\">Echtzeit-Journalismus beim Obama-Besuch &ndash; Auf der Damentoilette wurde ein Ring gefunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h17\">Die Zukunft des Qualit&auml;tsjournalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h18\">Admati, Anat und Hellwig, Martin: The bankers&acute; new clothes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h19\">Gunther Tichy: Der missbrauchte Keynes: &Uuml;berlegungen zur traditionellen Makropolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713#h20\">Das Letzte: EU-Projekt: Deutschland bildet t&uuml;rkische Polizisten aus<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17713&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Deutschland hat einen der gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektoren in Europa<\/strong><br>\nRund 22 Prozent der Bundesb&uuml;rger\/innen mussten 2010 mit einem prek&auml;ren Einkommen auskommen. Das hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung festgestellt.<br>\nNach dessen Definition ist von einem Niedriglohn zu sprechen, wenn er bei weniger als zwei Dritteln des mittleren Durchschnittlohns eines Landes liegt. In Deutschland beginnt der Niedriglohn bei 9,15 Euro. H&ouml;her war der Anteil an niedrig bezahlten Arbeitnehmer\/innen nur in den drei baltischen Staaten sowie in Rum&auml;nien, Polen und Zypern. Der EU-Durchschnitt liegt bei 17 Prozent.<br>\nWSI-Tarifexperte Thorsten Schulten bef&uuml;rchtet allerdings, dass sich durch die Krise und die harte Sparpolitik die Situation in den s&uuml;deurop&auml;ischen Krisenl&auml;ndern mittlerweile weiter verschlechtert hat. &ldquo;Aber das &auml;ndert nichts daran: Deutschland kann einfach nicht damit zufrieden sein, dass hier mehr als ein F&uuml;nftel der Arbeitnehmer so gering bezahlt wird&rdquo;, so Schultens Fazit. Daran k&ouml;nnten ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn und eine verbesserte Allgemeinverbindlichkeit von Tarifvertr&auml;gen etwas &auml;ndern. Beim Mindestlohn habe sich in der Untersuchung jedoch gezeigt, dass er erst von einer bestimmten H&ouml;he an wirke. ver.di fordert mindestens 8,50 Euro pro Stunde.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130621_02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi-news.de\/abonnenten.html\">ver.di News<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>EU-Haushalt: Krisenprofiteur Deutschland verweigert Unterst&uuml;tzung f&uuml;r gebeutelte Mitgliedsl&auml;nder<\/strong><br>\nDie Verhandlungen &uuml;ber den EU-Haushalt f&uuml;r die Jahre 2014 bis 2020 haben den Punkt der Entscheidung erreicht. Gestern hat der Rat dem Europaparlament seinen abschlie&szlig;enden Vorschlag unterbreitet. Das Volumen des EU-Haushalts betr&auml;gt rund 1% der j&auml;hrlichen europ&auml;ischen Wirtschaftsleistung. Die Mitgliedstaaten &ndash; darunter vor allem Deutschland und Gro&szlig;britannien &ndash; konnten in den aktuellen Verhandlungen K&uuml;rzungen durchsetzen. Daher ist zum ersten Mal in der Geschichte der EU die Summe des zuk&uuml;nftigen Haushalts niedriger als das momentane Finanzvolumen. N&auml;chste Woche werden die Unterh&auml;ndler des<br>\nEuropaparlaments und dann die Abgeordneten und ihre Fraktionen entscheiden, ob sie den Vorschlag der Mitgliedsstaaten annehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2013\/eu-haushalt-krisenprofiteur-deutschland-verweigert-unterstutzung-fur-gebeutelte-mitgliedslander\/\">Sven Giegold<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Markus Marterbauer: Warum niedrige Zinsen gut f&uuml;r Wirtschaft und Einkommensverteilung sind<\/strong><br>\nDie Niedrigzinspolitik der Europ&auml;ischen Zentralbank f&uuml;hrt zu negativen Realzinsen f&uuml;r Geldanlagen. Konservative beklagen eine &bdquo;kalter Enteignung&ldquo; und versuchen mit diesem Argument die &bdquo;kleinen SparerInnen&ldquo; politisch ins Boot zu holen. Doch diese profitieren eigentlich von den niedrigen Zinsen: Sie entlasten den Staatshaushalt finanziell und machen damit Mittel f&uuml;r Sozial- und Besch&auml;ftigungspolitik frei. Sie k&ouml;nnen mithelfen, die Konjunktur zu beleben und den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Schlie&szlig;lich korrigieren niedrige Zinss&auml;tze zusammen mit einer Verringerung der Aussch&uuml;ttung von Dividenden die Einkommensverteilung zulasten der Verm&ouml;gensbesitzerInnen und zugunsten von Realwirtschaft und Besch&auml;ftigten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/warum-niedrige-zinsen-gut-fur-wirtschaft-und-einkommensverteilung-sind\/#more-2017\">Arbeit &amp; Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Steueroasen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Europ&auml;ische Hit-List der Steueroasen &ndash; Wo und wie europ&auml;ische Gro&szlig;unternehmen Steuern umgehen<\/strong><br>\nNachdem in den vergangenen Wochen viel &uuml;ber die Steuervermeidungsstrategien amerikanischer Gro&szlig;unternehmen diskutiert wurde, ist nun eine Studie erschienen, die die Steuerpraktiken der 50 gr&ouml;&szlig;ten europ&auml;ischen Firmen unter die Lupe nimmt. Hier wird das Vorgehen dieser Unternehmen beleuchtet, ihre Favoriten in Sachen Steueroasen aufgelistet und eine Hit-List erstellt, welche Unternehmen die meisten Niederlassungen in Steueroasen unterhalten. Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die 50 gr&ouml;&szlig;ten Europ&auml;ischen Unternehmen im Schnitt jeweils 117 Tochterfirmen in Steueroasen betreiben. Das entspricht zahlenm&auml;&szlig;ig knapp einem Drittel der im Ausland betriebenen Filialen. Insgesamt bel&auml;uft sich die Zahl der durch diese Unternehmen betriebenen Offshore-Gesellschaften auf 5.848, wobei der wahre Umfang weit h&ouml;her liegen d&uuml;rfte. Denn nur 60% der Unternehmen geben vollst&auml;ndige Listen &uuml;ber ihre Offshore-Filialen heraus. Insbesondere Banken und Versicherungen tun sich besonders durch einen gro&szlig;en Anteil an Niederlassungen in Steueroasen hervor. Als Gewinner dieses zweifelhaften Wettbewerbs gehen die Britische Bank Lloyds mit 59 Prozent und die Deutsche Bank mit 57 Prozent hervor. Hinsichtlich der L&auml;nder wird die Hit-List der Oasen angef&uuml;hrt von den Niederlanden, Delaware und Luxemburg, das in den vergangenen Jahren seine Attraktivit&auml;t als Steuerparadies steigern konnte. Deutlich wurde hierbei auch, dass die europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs durchaus die M&ouml;glichkeit haben, zu handeln: 63% der von den besagten 50 Unternehmen betriebenen Offshore-Gesellschaften sind in europ&auml;ischen L&auml;ndern angesiedelt. Ausreden z&auml;hlen nicht: Den vollmundigen Bekenntnissen der europ&auml;ischen Staatschefs m&uuml;ssen endlich Taten folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2013\/europaische-hit-list-der-steueroasen-wo-und-wie-europaische-grosunternehmen-steuern-umgehen\/\">Sven Goegold<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch f&auml;llt auf, dass die USA, die relativ rigoros Steuerfl&uuml;chtige jagen, nichts dagegen tun, wenn Ausl&auml;nder in Delaware Steuervermeidungsstrategien realisieren.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130621_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130621_01_small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em>Pays-Bas = Niederlande<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;banken zahlen wenig Steuern in Deutschland<\/strong><br>\nGro&szlig;banken haben in den vergangenen zw&ouml;lf Jahren in Deutschland deutlich weniger Steuern an den Staat abgef&uuml;hrt als Sparkassen und Volksbanken.Deutschlands private Gro&szlig;banken zahlen hierzulande vergleichsweise wenig Steuern. Das geht aus Daten der Deutschen Bundesbank hervor, die von der Gewerkschaft Verdi zusammen gestellt und von dem Gr&uuml;nen-Europaparlamentarier Sven Giegold verbreitet worden sind. Demnach bekamen die Gro&szlig;banken in sechs der zur&uuml;ckliegenden zw&ouml;lf Jahre mehr Ertragsteuern zur&uuml;ck, als sie zahlten. Zu der Gruppe z&auml;hlen Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank (bis 2008), Hypovereinsbank und Postbank.<br>\nZugleich ist auff&auml;llig, dass die Steuern der Gro&szlig;banken in Summe deutlich die Steuerzahlungen von Sparkassen, Landesbanken und auch Volks- und Raiffeisenbanken unterschreiten. Im Jahr 2011, f&uuml;r das die aktuellsten Zahlen vorliegen, zahlten die Gro&szlig;banken beispielsweise 563 Millionen Euro Steuern an den deutschen Fiskus, die Sparkassengruppe mehr als 2,7 Milliarden Euro und die Volks- und Raiffeisenbanken immerhin knapp 2 Milliarden Euro.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/ueberblick-grossbanken-zahlen-wenig-steuern-in-deutschland-12238035.html\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Steuerzahlungen-der-deutschen-Kreditinstitute.pdf\">Steuerzahlungen der Kreditinstitute in Deutschland &ndash; Sven Giegold [PDF &ndash; 15.8 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Konzerne und ihre kreativen Steuertricks<\/strong><br>\nWeltkonzerne umgehen ganz legal den Fiskus<br>\n1000 Milliarden Euro Einnahmen entgehen den EU-L&auml;ndern nach Sch&auml;tzungen j&auml;hrlich, weil multinationale Konzerne ihre Gewinne in Steueroasen verschieben. Die Politik m&ouml;chte sie nun austrocknen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/2150611\/\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wolfgang M&uuml;nchau &ndash; 60 Milliarden sind Peanuts<\/strong><br>\nZu sp&auml;t, zu wenig: Die Pl&auml;ne f&uuml;r eine Bankenunion sind schon gescheitert, bevor sie &uuml;berhaupt beschlossen wurden. Denn Europas Problembanken fehlen nicht 60 Milliarden, sondern mindestens eine Billion Euro. [&hellip;]<br>\nWenn man die Sch&auml;tzung von einer Billion Euro allein f&uuml;r die Bad Banks mit ihren Altlasten zugrunde legt, und wenn man dann noch die Verluste der letzten Jahre hinzurechnet, kommen wir auf eine Gesamtgr&ouml;&szlig;enordnung von mindestens anderthalb Billionen Euro, wahrscheinlich aber &uuml;ber zwei Billionen Euro. [&hellip;]<br>\nDaher geht auch die gesamte Debatte &uuml;ber die Bankenunion am Thema vorbei. Am Donnerstag streiten sich die Finanzminister in Luxemburg dar&uuml;ber, ob der Rettungsfonds ESM 50, 60 oder gar 70 Milliarden Euro f&uuml;r die Rekapitalisierung der Banken aufbringen darf. Angesichts der wirklich ben&ouml;tigten Gr&ouml;&szlig;enordnung sind diese Summen v&ouml;llig unzureichend &ndash; Peanuts im Jargon der Banker. [&hellip;]<br>\nWas bleibt ist das japanische Szenario: ein Jahrzehnt der Zombie-Banken, die nicht gerettet werden aber auch nicht sterben d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/wolfgang-muenchau-das-billionengrab-a-906760.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Wonnen des Dogmatismus &ndash; Volkswirtschaft und Religion<\/strong><br>\nWo von Volkswirtschaft die Rede ist, sind religio&#776;se Ankla&#776;nge nicht fern. Vielleicht, weil es auch in der Religion um das Gro&szlig;e und Ganze geht, vielleicht, weil volkswirtschaftliche U&#776;berlegungen nicht zweckfrei sind, sondern wie wenig andere das Schicksal von Menschen betreffen. Sicher aber deshalb, weil Dogmatismus und Realita&#776;tsferne den volkswirtschaftlichen Mainstream ebenso pra&#776;gen wie die Lehren der katholischen Kirche und weil Studenten der Volkswirtschaft sich ja&#776;h ins Priesterseminar versetzt sehen &ndash; wer das Dogma anzweifelt, sa&#776;gt an seiner Karriere.<br>\nGemessen an u&#776;blichen Standards hat dies &ndash; wenn Glaube Erkenntnis (oder das Bemu&#776;hen darum) ersetzt &ndash; das Zeug zum Wissenschaftsskandal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130621_ej.pdf\">Erik Jochem [PDF &ndash; 29.7 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>JP Morgan to eurozone periphery: &ldquo;Get rid of your pinko, anti-fascist constitutions&rdquo;<\/strong><br>\nAt times, I do marvel how antiseptic, bland even, that the language of the most wretchedly villainous documents can be.<br>\nLast week, the European economic research team with JP Morgan, the global financial giant, put out a 16-page paper on the state of play of euro area adjustment. This involved a totting up of what work has been done so far and what work has yet to be done in terms of sovereign, household and bank deleveraging; structural reform (reducing labour costs, making it easier to fire workers, privatisation, deregulation, liberalising &lsquo;protected&rsquo; industries, etc.); and national political reform. [&hellip;]<br>\n&bdquo;[&hellip;] But, over time it has become clear that there are also national legacy problems of a political nature. The constitutions and political settlements in the southern periphery, put in place in the aftermath of the fall of fascism, have a number of features which appear to be unsuited to further integration in the region.&ldquo; [&hellip;]<br>\nYes, you read that right. It&rsquo;s in dry, banker-ese, but the authors have basically said that the laws and constitutions of southern Europe are a bit too lefty, a product of their having been written by anti-fascists. These &ldquo;deep-seated political problems in the periphery,&rdquo; say authors David Mackie, Malcolm Barr and friends, &ldquo;in our view, need to change if EMU is going to function properly in the long run.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blogs.euobserver.com\/phillips\/2013\/06\/07\/jp-morgan-to-eurozone-periphery-get-rid-of-your-pinko-anti-fascist-constitutions\/\">Austerityland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.K.:<\/strong> Scheinbar sieht es nicht nur so aus, als w&uuml;rden Regierungen die Beschneidung demokratischer Rechte und Institutionen in Kauf nehmen, weil die EU anders nicht zu retten ist, sondern als w&auml;re dies eine willkommene Gelegenheit, ganz bewusst demokratische Verfassungen, die dem &lsquo;Markt&rsquo; hinderlich sind, zu stutzen &ndash; allemal solche Verfassungen, die als Lehre aus den faschistischen Diktaturen unter sozialdemokratisch-sozialistischer Federf&uuml;hrung entstanden sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Regelsatz-Berechnung weiter fragw&uuml;rdig<\/strong><br>\nOb die Hartz-IV-S&auml;tze tats&auml;chlich das sozio-kulturelle Existenzminimum sichern, ist zweifelhaft &ndash; auch nachdem die Bundesregierung das Berechnungsverfahren auf Druck des Bundesverfassungsgerichts ge&auml;ndert hat.<br>\n2010 hat das Bundesverfassungsgericht die Regierung verpflichtet, den Hartz-IV-Regelsatz neu zu bestimmen &ndash; unter anderem, weil dem fr&uuml;heren Betrag nach den Worten der Richter Sch&auml;tzungen &ldquo;ins Blaue hinein&rdquo; zugrunde lagen. Daraufhin haben die Ministerialbeamten neu gerechnet &ndash; und bekamen 2011 einen Eckregelsatz heraus, der den alten um 2,81 Euro &uuml;bertraf. Warum die Erh&ouml;hung so gering ausfiel, liegt nach Analysen der Verteilungsforscherin Irene Becker auf der Hand: Die Regierung hat zwar die verfassungsrechtlich notwendigen Revisionen vorgenommen, das Rechenverfahren aber an anderen Stellen in einer Weise ver&auml;ndert, die den Korrekturen &ldquo;systematisch entgegengewirkt haben&rdquo;, so Becker. Nach ihrer Rechnung h&auml;tte der Eckregelsatz um etwa 27 Euro steigen m&uuml;ssen &ndash; wenn das urspr&uuml;ngliche Verfahren nur in den vom obersten Gericht beanstandeten Punkten modifiziert und ansonsten unver&auml;ndert geblieben w&auml;re. Damit stehe&rdquo;aus gesellschaftspolitischen, m&ouml;glicherweise auch unter juristischen Aspekten&rdquo; weiter infrage, ob die H&ouml;he der Grundsicherung ausreicht.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/impuls_grafik_2013_11_1_rdax_394x600.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/43377_43382.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hartz-IV-Kritik unerw&uuml;nscht<\/strong><br>\nBundesagentur f&uuml;r Arbeit will unbequeme Mitarbeiterin loswerden und dementiert: &raquo;Die behaupteten Mi&szlig;st&auml;nde gibt es nicht&laquo;<br>\nJobcenter-Mitarbeiter sollen die rigide Agenda-Politik durchsetzen und Erwerbslose im Hartz-IV-Bezug nicht nur vermitteln, sondern g&auml;ngeln, &uuml;berwachen und sanktionieren, wenn diese ihnen auferlegte Regeln nicht strikt befolgen. Da&szlig; die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) Angestellte, die das ablehnen und zudem &ouml;ffentlich das Hartz-IV-System anprangern, schnellstm&ouml;glich loswerden will, zeigt der Fall von Inge Hannemann. Die Hamburger Arbeitsvermittlerin k&auml;mpft um ihren Job und sieht sich von der BA verleumdet. Die Beh&ouml;rde trat vor einigen Tagen mit einer Pressemitteilung an die &Ouml;ffentlichkeit. Gegen diese Darstellung regte sich Protest. Vor allem Erwerbslose fordern, die BA solle sich &ouml;ffentlich bei ihrer Angestellten entschuldigen. Dazu haben sie eine Petition gestartet, die mittlerweile mehr als 2250 Unterst&uuml;tzer hat. Auch Hannemann reagierte auf die Ver&ouml;ffentlichung der BA umgehend mit einer Gegendarstellung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/06-20\/042.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Chancengerechtigkeit: Die neue Klassengesellschaft<\/strong><br>\nWissenschaftliche Studien weisen allesamt in dieselbe Richtung, auch wenn sie je nach Methode zu etwas unterschiedlichen Zahlen kommen: Die Chancen, als Kind bildungsferner Eltern eine gro&szlig;e Karriere zu starten, sind in Deutschland geringer als in den Jahren des Wirtschaftswunders, und sie sind geringer als in vielen anderen L&auml;ndern. Nach dem neuesten Bildungsbericht der OECD erreichen nur 20 Prozent der J&uuml;ngeren einen h&ouml;heren Abschluss als die Eltern. Im europ&auml;ischen Durchschnitt sind es fast doppelt so viele. &bdquo;Es ist in den letzten 20 Jahren schwerer geworden, aus Einkommensarmut oder weniger privilegierten Lebenslagen herauszukommen&ldquo;, sagt auch Gert G. Wagner, Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Die mangelnde Durchl&auml;ssigkeit sei eines der gr&ouml;&szlig;ten Probleme unserer Gesellschaft.<br>\nDabei zeigte die Bildungsexpansion der sechziger Jahre durchaus Wirkung, als &uuml;berall neue Universit&auml;ten gegr&uuml;ndet wurden und sich der Anteil der Abiturienten innerhalb weniger Jahre vervielfachte. &bdquo;Zwischen den 1930 Geborenen und den in den f&uuml;nfziger Jahren Geborenen nimmt der Zusammenhang von Herkunft und eigener Position deutlich ab&ldquo;, sagt Reinhard Pollak, Leiter des nationalen Bildungspanels am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). Die Gesellschaft habe sich in dieser Zeit merklich ge&ouml;ffnet. F&uuml;r die folgende Generation sieht es jedoch schlechter aus. &bdquo;In den beiden j&uuml;ngsten Jahrgangsgruppen setzt sich dieser Trend nicht weiter fort&ldquo;, sagt Pollak. &bdquo;Im Gegenteil, in der j&uuml;ngsten Jahrgangsgruppe wird der Einfluss des Elternhauses wieder st&auml;rker.&ldquo; Die Gesellschaft ist auf dem Weg zur&uuml;ck zu einer neuen Klassengesellschaft. Die Bev&ouml;lkerung sp&uuml;rt diesen Trend auch ohne wissenschaftliche Untersuchungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/menschen-wirtschaft\/chancengerechtigkeit-die-neue-klassengesellschaft-12204524.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mag sein, wie die Autoren behaupten, dass in der Tendenz diese &ldquo;Entwicklung die meisten westlichen Industriegesellschaften&rdquo; betrifft. Nur, warum befindet sich dann Deutschland in seiner geringen Aufw&auml;rtsmobilit&auml;t unter den letzten drei  OECD-L&auml;ndern und warum gilt das Gleiche f&uuml;r die Abw&auml;rtsmobilit&auml;t. 22 % der jungen Erwachsenen beenden ihre Ausbildung mit einem niedrigeren Bildungsabschluss als ihre Eltern, mehr als  im OECD-Durchschnitt (13 %).  Estland und Island sind die einzigen anderen OECD-L&auml;nder, in denen die Bildungsmobilit&auml;t zwischen den <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/berlin\/EAG%202012%20Grafiken%20-%20final.xls\">Generationen nach unten st&auml;rker ausgepr&auml;gt ist als nach oben [xls &ndash; 705 KB]<\/a>.<\/em><br>\n<em>So erfreulich es ist, dass die FAZ sich des Themas annimmt, der Artikel verbleibt letztlich im Deskriptiven und dringt nicht zu einer Ursachenforschung vor.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Chance, aus einer befristeten in eine unbefristete Besch&auml;ftigung &uuml;bernommen zu werden, ist seit dem Krisenjahr 2009 kontinuierlich gestiegen<\/strong><br>\nDas berichtet das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).<br>\nDie Zahl der &Uuml;bernahmen von befristeter in unbefristete Besch&auml;ftigung stieg seit 2009 merklich an. Wurden 2009 noch 30 Prozent der zun&auml;chst befristet angestellten Arbeitnehmer anschlie&szlig;end in eine unbefristete Besch&auml;ftigung &uuml;bernommen, lag der Anteil im Jahr 2012 bei 39 Prozent.<br>\nDer Anteil der Verl&auml;ngerungen befristeter Vertr&auml;ge betrug in beiden Jahren 33 Prozent. Beendet wurden 37 Prozent der befristeten Arbeitsverh&auml;ltnisse im Jahr 2009 bzw. 28 Prozent im Jahr 2012.<br>\nDie Zahl der befristet Besch&auml;ftigten lag 2012 mit rund 2,7 Millionen gut doppelt so hoch wie im Jahr 1996 mit 1,3 Millionen. Von 2011 auf 2012 ist der Anteil der befristet Besch&auml;ftigten an allen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten mit 9,5 Prozent aber konstant geblieben. Der Anteil der befristeten Einstellungen an allen Einstellungen ging in den letzten Jahren sogar etwas zur&uuml;ck: Im Krisenjahr 2009 betrug er noch 47 Prozent, danach sank er kontinuierlich auf 44 Prozent im Jahr 2012. Gut zehn Jahre zuvor, im Jahr 2001, lag er allerdings erst bei 32 Prozent.<br>\nEs gibt deutliche branchenspezifische Unterschiede bei befristeten Einstellungen und &Uuml;bernahmen. In den Bereichen &bdquo;Erziehung und Unterricht&ldquo; und &bdquo;&Ouml;ffentliche Verwaltung&ldquo; wird sehr h&auml;ufig befristet eingestellt: Die Befristungsanteile betragen hier 76 bzw. 60 Prozent. Gleichzeitig sind die &Uuml;bernahmequoten in diesen Bereichen besonders niedrig: Bei &bdquo;Erziehung und Unterricht&ldquo; lediglich 18 Prozent, im Bereich &bdquo;&Ouml;ffentliche Verwaltung&ldquo; 28 Prozent. Befristet werde in diesen Bereichen vor allem, weil Projekt- und Haushaltsmittel h&auml;ufig nur f&uuml;r einen kurzen Zeitraum vergeben werden, erkl&auml;rt IAB-Arbeitsmarktforscher Christian Hohendanner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/aktuell\/2013\/Befristung_2012.pdf\">IAB [PDF &ndash; 1.9 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es wird allm&auml;hlich immer penetranter wie die Arbeitsmarktforscher der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit sich nur noch als wissenschaftlicher Schreibtisch der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und deren politischer Propaganda f&uuml;r die &bdquo;Flexibilisierung&ldquo; des Arbeitsmarktes ausnutzen lassen. Es ist doch trivial, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/neue-studie-fast-jede-zweite-neueinstellung-befristet-a-817161.html\">wenn inzwischen 44 Prozent<\/a>, also nahezu die H&auml;lfte aller Neueinstellungen befristet erfolgt, wenn also die befristete Einstellung quasi zur Regeleinstellung wird, wenn Arbeitskr&auml;ftebedarf da ist, auch mehr &uuml;bernommen werden. Dennoch bleibt die Tatsache, dass &uuml;ber 60 Prozent eben nicht in ein unbefristetes Arbeitsverh&auml;ltnis &uuml;bernommen werden.<\/em><br>\n<em>Auch der Anteil von 9,5 der befristet Besch&auml;ftigten an allen sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten ist eine Besch&ouml;nigung. Gerade J&uuml;ngere sind von der Befristung besonders stark betroffen. Die unter 25-J&auml;hrigen sind zu 19 Prozent befristet besch&auml;ftigt. Von jungen Akademikerinnen und Akademikern mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung haben rund 34 Prozent eine befristete Besch&auml;ftigung. Bei den Akademikern mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung geht der Anteil der befristet Besch&auml;ftigten auf rund 18 Prozent zur&uuml;ck.<\/em><br>\n<em>Im &Uuml;brigen sind die befristet Besch&auml;ftigten auch <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2013_01_24.pdf\">beim Einkommen deutlich im Nachteil [PDF &ndash; 92.9 KB]<\/a>.<\/em><br>\n<em>Das Problem ist doch, dass inzwischen die sachgrundlose Befristung zur Regel geworden ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&bdquo;Staatsgeheimnis Lkw-Maut &ndash; Wie Politik und Gro&szlig;konzerne kungeln&ldquo;<\/strong><br>\nEin Segen f&uuml;r die klamme Staatskasse und ein High-Tech-Aush&auml;ngeschild f&uuml;r die deutsche Industrie, das sollte das Lkw-Mautsystem &bdquo;Toll-Collect&ldquo; einmal werden &ndash; jetzt wird die Bundesregierung von ihrer Vergangenheit eingeholt. Tats&auml;chlich wurde die Maut zum Paradebeispiel f&uuml;r eine verkorkste Zusammenarbeit von &ouml;ffentlicher Hand und Privatwirtschaft, die viele Verlierer hinterl&auml;sst &ndash; vor allem den Steuerzahler: Der h&auml;tte allein f&uuml;r die verpatzte Einf&uuml;hrung der Lkw-Maut Anrecht auf 7 Milliarden Euro Schadenersatz. Wie konnte es dazu kommen? Und warum tun die Parteien kaum etwas, um jetzt, zum Auslaufen des Vertrages, einen sinnvollen Neubeginn zu erm&ouml;glichen?<br>\nDie Dokumentation (heute um 22 Uhr im WDR-Fernsehen) zeigt, wie sich Toll-Collect entwickelt hat, angefangen beim Ideengeber Steinbr&uuml;ck, &uuml;ber alle Regierungen von rot-gr&uuml;n bis schwarz-gelb, sekundiert von immer der gleichen Wirtschaftkanzlei. Die schuf ein Mammut-Vertragswerk, zu dem die Abgeordneten immer noch nicht vollen Zugang haben, obwohl sie bald &uuml;ber eine Vertragsverl&auml;ngerung entscheiden sollen &ndash; oder eine Aufl&ouml;sung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/diestory\/sendungsbeitraege\/2013\/0624\/tollcollect.jsp\">WDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Sendung l&auml;uft am Montag, den 24. Juni 2013 um 22.00 &ndash; 22.45 Uhr im WDR-Fernsehen<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die &Ouml;konomie organisierter Kriminalit&auml;t<\/strong><br>\nDer Kampf gegen die Neoliberalisierung des Gemeinwesens ist mehr als die Bek&auml;mpfung einer &Ouml;konomie, in der selbst das Private zur verwertbaren Ware wird. Es handelt sich hierbei um die Auflehnung gegen ein mafi&ouml;s strukturiertes Konzept.<br>\n&raquo;Die Logik des kriminellen Unternehmertums ist identisch mit radikalstem Neoliberalismus&laquo;, schreibt Roberto Saviano in seinem Buch &raquo;Gomorrha&laquo;. Dieser sei es, der die Regeln des Gesch&auml;fts, des Profits und des Sieges &uuml;ber alle anderen Konkurrenten in der Schattenwirtschaft diktiere.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/825013.die-oekonomie-organisierter-kriminalitaet.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Evgeny Morozov zu Big Data &ndash; Warum entsteht Terror?<\/strong><br>\nW&auml;ren die Anschl&auml;ge vom 11. September mit Hilfe von Big Data zu verhindern gewesen? Vielleicht. Dick Cheney scheint jedenfalls dieser Ansicht zu sein. Aber stellen wir die Frage anders, provokanter: Was, wenn 9\/11 heute stattf&auml;nde, im Zeitalter von Big Data, so dass &uuml;ber alle neunzehn Flugzeugentf&uuml;hrer zwangsl&auml;ufig umfangreiches digitales Material vorl&auml;ge? [&hellip;]<br>\nDiese Kosten bestehen in der Entwertung des analytischen Denkens, die sich darin zeigt, dass wir nicht mehr bereit sind, &uuml;ber die Ursachen von Ereignissen nachzudenken, sondern sofort die Konsequenzen ziehen. Doch im Unterschied zu Google k&ouml;nnen staatliche Institutionen es sich nicht leisten, keine Fragen mehr zu stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/silicon-demokratie\/evgeny-morozov-zu-big-data-warum-entsteht-terror-12237969.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Der gro&szlig;e NSA-Staubsauger<\/strong><br>\nDoch das Stichwort &raquo;&Uuml;berwachungsstaat&laquo; ist viel zu eng, um den gro&szlig;en NSA-Staubsauger mit seinen wohl rund 40.000 Mitarbeitern und seinem undurchschaubaren Netz von privaten Sub- und S&ouml;ldnerunternehmen zu erfassen. &raquo;Die Verschmelzung der milit&auml;rischen und &ouml;konomischen Sph&auml;ren hat eine gesellschaftliche DNA geschaffen, in der private Wirtschaftsunternehmen mit milit&auml;rischer Rationalit&auml;t und Pr&auml;zision Daten produzieren k&ouml;nnen und milit&auml;rische und geheimdienstliche B&uuml;rokratien sie nach privatwirtschaftlichen Effizienz- und Risikokriterien verwerten d&uuml;rfen. Big Data beispielsweise, der Inbegriff der neuen Unternehmenskultur, wird bekanntlich gerade als das n&auml;chste ganz gro&szlig;e Ding von Amazon bis IBM weltweit annonciert und implementiert.&laquo; (Schirrmacher in der FAS vom 17.6.2013)<br>\nW&auml;hrend die NSA-&Uuml;berwachung weltweite Emp&ouml;rung ausl&ouml;ste, h&auml;lt sich die schwarz-gelbe Bundesregierung in Berlin auffallend zur&uuml;ck, obwohl laut Guardian deutsche Internet-Nutzer von der Aussp&auml;hung am st&auml;rksten betroffen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/der-grosse-nsa-staubsauger\/\">Sozialismus Aktuell<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Ausgaben f&uuml;r &ouml;ffentliche Schulen 2010: 5 800 Euro je Sch&uuml;lerin und Sch&uuml;ler<\/strong><br>\nF&uuml;r die Ausbildung einer Sch&uuml;lerin oder eines Sch&uuml;lers an &ouml;ffentlichen Schulen gaben die &ouml;ffentlichen Haushalte im Jahr 2010 durchschnittlich 5 800 Euro aus (2009: 5 500 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden 2010 an allgemeinbildenden Schulen rund 6 400 Euro pro Kopf aufgewendet, an beruflichen Schulen 4 000 Euro.<br>\nJe nach Schulart waren die Ausgaben je Sch&uuml;ler\/-in unterschiedlich hoch: bei Grundschulen lagen sie bei 5 200 Euro, an Gymnasien und integrierten Gesamtschulen bei jeweils 6 600 Euro.<br>\nDie vergleichsweise niedrigen Ausgaben von 2 500 Euro je Sch&uuml;lerin oder Sch&uuml;ler bei den Berufsschulen im dualen System sind vor allem durch den Teilzeitunterricht bedingt.<br>\nBei einem Ausgabenvergleich zwischen den Bundesl&auml;ndern ist zu beachten, dass die Schulstruktur und das Unterrichtsangebot in den einzelnen L&auml;ndern differieren. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei der Ganztagsbetreuung, den Betreuungsrelationen, der Besoldungsstruktur oder im Geb&auml;udemanagement. So betreut beispielsweise in den meisten ostdeutschen L&auml;ndern eine Lehrkraft im Durchschnitt weniger Kinder als in Westdeutschland. Dies d&uuml;rfte darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein, dass wegen des Geburteneinbruchs in den 1990er Jahren die Sch&uuml;lerzahlen in Ostdeutschland gesunken sind, w&auml;hrend die Zahl der Lehrkr&auml;fte nicht in gleichem Ma&szlig;e abgenommen hat.<br>\nDie h&ouml;chsten Ausgaben je Sch&uuml;ler\/-in wurden f&uuml;r Th&uuml;ringen (7 700 Euro) und Sachsen-Anhalt (7 100 Euro) ermittelt, die niedrigsten f&uuml;r Nordrhein-Westfalen (5 000 Euro) und Schleswig-Holstein (5 200 Euro).<br>\nIn allen L&auml;ndern sind die Personalausgaben die dominierende Ausgabenkomponente f&uuml;r &ouml;ffentliche Schulen. Hierauf entfielen im Bundesdurchschnitt 4 600 Euro, w&auml;hrend f&uuml;r die Unterhaltung der Schulgeb&auml;ude, Lehrmittel und dergleichen durchschnittlich 700 Euro sowie f&uuml;r Bauma&szlig;nahmen und andere Sachinvestitionen 500 Euro je Sch&uuml;ler\/-in ausgegeben wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2013\/06\/PD13_204_217.html\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch wenn sich die absoluten Zahlen etwas erh&ouml;ht haben und auch wenn Eurostat eine andere Berechnung vornehmen mag, so zeigt sich, dass Deutschland gegen&uuml;ber seinen westlichen europ&auml;ischen Nachbarn deutlich hinterherhinkt.<\/em><\/p>\n<p><em>Ausgaben je Sch&uuml;ler:<\/em><br>\n<em>Im OECD-Raum kein Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Sch&uuml;lerzahlen und den Ausgaben pro Sch&uuml;ler<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130621_03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Sekundarbereich (ISCED 2 &ndash; 4): gleiches Bild<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130621_04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130603_cornelia_heintze_workshop_of_kongress_umverteilung_macht_gerechtigkeit.pdf\">Dr. Cornelia Heintze [PDF &ndash; 733 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Echtzeit-Journalismus beim Obama-Besuch &ndash; Auf der Damentoilette wurde ein Ring gefunden<\/strong><br>\nBeim Obama-Besuch &uuml;berbieten sich die elektronischen Medien im Vermelden von Banalit&auml;ten. Auf die Demokratie wirkt der Echtzeit-Journalismus verheerend.<br>\nDer Echtzeitjournalismus hat uns geistig auf den Wilhelminismus zur&uuml;ckgeworfen. Die Berichterstattung zum Deutschland-Besuch des amerikanischen Pr&auml;sidenten hat aus interessierten Zeitgenossen Untertanen gemacht, die sich mit der Aufz&auml;hlung von Banalit&auml;ten zufriedengeben m&uuml;ssen. Wir sind von K&ouml;nigskinderhochzeiten allerhand gewohnt: Wie sehen sie aus? Weint sie? K&uuml;ssen sie sich? Passt der Ring? Regnet es? Man l&auml;sst sich dergleichen im Bewusstsein, dass das alles mit Politik nicht viel zu tun hat und die Bev&ouml;lkerung offenbar hin und wieder ein Ventil f&uuml;r gewisse royalistische Neigungen braucht, noch gefallen und will auch niemandem die Freude daran nehmen.<br>\nWas soll man aber anfangen mit folgenden, laufend online zu lesenden Informationen: &bdquo;Obama ist erstaunt &uuml;ber Berlins Hitze&ldquo;, &bdquo;Gauck weinte bei der amerikanischen Hymne&ldquo;, &bdquo;Obamas Dienstwagen ist ein m&auml;chtiges Gef&auml;hrt&ldquo;? Das Problem sind nicht die Informationen als solche, sondern, dass sie zu den politischen Nachrichten, die es ja auch gibt, in kein Verh&auml;ltnis mehr gesetzt und nicht mehr hierarchisiert werden. Es ist, zumal bei dieser, tats&auml;chlich auch vom Pr&auml;sidenten bemerkten Hitze, nicht nur ungesund, den Ereignissen derma&szlig;en hinterherzuhecheln wie die Online-Reporter; es verwirrt auch eine an Politik interessierte &Ouml;ffentlichkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/echtzeit-journalismus-beim-obama-besuch-auf-der-damentoilette-wurde-ein-ring-gefunden-12236912.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Zukunft des Qualit&auml;tsjournalismus<\/strong><br>\nDie wirklich gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r den Journalismus geht von den Journalisten selbst aus, von den Medien und von den Verlegern &ndash; und nicht etwa vom Internet: Daran erinnerte Heribert Prantl, Edelfeder der &ldquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&rdquo;, am Donnerstag &Ouml;sterreichs Zeitungschefs. Die Rede im Wortlaut<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1371170122405\/Die-Zukunft-des-Qualitaetsjournalismus\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Admati, Anat und Hellwig, Martin: The bankers&acute; new clothes<\/strong><br>\nIn drei Teilen und 13 Kapiteln legen die beiden Autoren auf rund 200 Seiten bei der renommierten Princeton University Press ein bald auch auf Deutsch erscheinendes Buch vor, dessen Untertitel: &bdquo;Was l&auml;uft falsch im Bankensektor und was ist dagegen zu tun&ldquo; ihr Anliegen kurz und treffend umrei&szlig;t. Das Buch wurde mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht und mit Spannung erwartet, was nicht verwundert: Anat Admati, Professorin f&uuml;r Finanzwirtschaft und &Ouml;konomie an der Stanford Graduate School of Business und u.a. neben Simon Johnson Mitglied des Peterson Institute for International Economics in Washington D.C. und Martin Hellwig, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsg&uuml;tern in Bonn und (stellvertretender) Vorsitzender des beratenden Ausschusses des European Systemic Risk Boards, sind anerkannte Mainstream-&Ouml;konomen und ausgewiesene finanzwissenschaftliche Fachleute.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/127237\/admati-anat-und-hellwig\">Der Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Gunther Tichy: Der missbrauchte Keynes: &Uuml;berlegungen zur traditionellen Makropolitik<\/strong><br>\nKeynes&rsquo; &bdquo;Theorien kommen aus der praktischen Erfahrung und aus der konstruktiven Einstellung zu den Schwierigkeiten seines Landes und seiner Zeit. Das Buch [die General Theory] selbst ist schwer zu verstehen, f&uuml;r jeden der nicht schon von vornherein wei&szlig;, worum es sich handelt. &Uuml;berdies ist es nicht in jeder Weise konsistent: Joan Robinson (1964, 75) &auml;tzte dass &bdquo;Keynes himself was not quite steady on his feet&ldquo;, und dass er ein besseres Buch geschrieben h&auml;tte, wenn er sich etwas mehr in Theorie vertieft h&auml;tte. Es &uuml;berrascht daher wenig, dass sehr unterschiedliche Lesarten von Keynes herumgeistern. &bdquo;He was himself partly to blame for the perversion of his ideas&ldquo; kritisierte Robinson. Leijonhufvud (1968) unterschied scharf zwischen &bdquo;Keynesian economics and the economics of Keynes&ldquo;, und die kleinen Nutzer oder Gegner, die Keynes&rsquo; Gedanken bestenfalls aus dritter Hand kennen, haben sie jeweils auf ihre unmittelbaren Bed&uuml;rfnisse zugeschnitten; &uuml;beraus simple Eintopf-Kochrezepte ent-standen. Das betrifft Bef&uuml;rworter wie die Gegner &bdquo;keynesianischer&ldquo; Wirtschaftspolitik, ihre jeweiligen Pro- wie ihre Kontraargumente.<br>\nRothschild sieht Keynes wohl richtig, wenn er schreibt, dass seine &bdquo;gewaltige Leistung von einem ausgepr&auml;gten Sinn f&uuml;r die Vielschichtigkeit der Realit&auml;t [getragen war] und damit einer Abneigung gegen Versuche, die komplexe Problematik in einem einzigen einfachen und starren Modell einzufangen.&ldquo; Die Situationen, in denen wirtschaftspolitische Interventionen erforderlich sind, sind sehr unterschiedlich und erfordern nicht ideologisch gepr&auml;gte Schlagworte, sondern &Uuml;berlegungen dazu, welche Modelle auf welche Situationen passen und, daraus resultierend, ursachenad&auml;quate Programme der Politik. Das ist es, was wir aus Keynes lernen k&ouml;nnen und lernen sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wug.akwien.at\/WUG_Archiv\/2012_38_2\/2012_38_2_0185.pdf\">Wirtschaft und Gesellschaft [PDF &ndash; 77.3 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vorweg, die Zeitschrift &ldquo;Wirtschaft und Gesellschaft&rdquo; ist nicht identisch mit der von Thorsten Hild  betriebenen Website, die NDS-Lesern wohlvertraut ist, sondern wird viertelj&auml;hrlich von der Kammer f&uuml;r Arbeiter und Angestellte f&uuml;r Wien (AK Wien) herausgegeben. &ndash; Der Text von Gunther Tichy ist f&uuml;r den &ouml;konomisch interessierten Leser gut zu lesen, auch gerade weil es nicht darum gehen soll, &ldquo;welche Interpretation &bdquo;richtig&ldquo; ist, &bdquo;what Keynes really said&ldquo; und &bdquo;what Keynes really really said&ldquo;, sondern darum, welche Schlussfolgerungen die Wirtschaftspolitik aus Keynes&rsquo; Werk gezogen hat und welche sie ziehen sollte.&rdquo; Er unterscheidet nach Coddington drei Spielarten von Keynes, die sich aus unterschiedlichen Interpretationen der Schriften von Keynes ergeben: eine fundamentale, eine hydraulische und eine des erneuerten Reduktionismus. Appetit auf das Lesen dieses Textes des von mir gesch&auml;tzten Tichy soll hier durch eine Textpassage geweckt werden, in der er auf den nach seiner Meinung wichtigsten Faktor f&uuml;r die H&ouml;he der Multiplikatoren bei einer expansiver Budgetpolitik eingeht:<\/em><br>\n<em>&ldquo;An erster Stelle ist die Offenheit des Wirtschaftsgebiets zu nennen: Im Idealfall einer geschlossenen Wirtschaft k&ouml;nnen hydraulisch-keynesianische Ma&szlig;nahmen am st&auml;rksten wirken; je offener die Wirtschaft desto gr&ouml;&szlig;er die Sickerverluste; die Multiplikatoren schrumpfen, die Nachfrage flie&szlig;t ins Ausland ab, die Schulden bleiben dem Inland. Da die Offenheit unvermeidlich (auch) eine Funktion der Gr&ouml;&szlig;e des Landes ist, sind kleine L&auml;nder von den Sickerverlusten st&auml;rker betroffen als gro&szlig;e: Ein fiskalpolitischer Alleingang &Ouml;sterreichs mit einer Au&szlig;enquote von 54% w&auml;re insofern wenig effektiv und relativ teuer, wogegen entsprechende Ma&szlig;nahmen in der EU mit einer Au&szlig;enquote von 14% sehr wohl wirksam w&auml;ren; gegeben die &uuml;brigen Voraussetzungen w&uuml;rden sie sich durch zus&auml;tzliche Steuereinnahmen relativ rasch selbst finanzieren. Bedauerlicherweise fehlt der EU allerdings die entsprechende Kompetenz, und die &bdquo;freiwillige&ldquo; Koordinierung der Fiskalpolitik lie&szlig; bisher sehr zu w&uuml;nschen &uuml;brig.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Leider spielen in der oft erhobenen Forderung nach einer expansiven Fiskalpolitik Deutschlands als eine Antwort auf die Eurokrise die Sickereffekte der sehr offenen Volkswirtschaft Deutschland kaum eine Rolle bzw. es werden keine Wege aufgezeigt, wie diese zu vermeiden w&auml;ren oder gelenkt werden k&ouml;nnen. &Auml;hnliches gilt jenseits der in Deutschland unbedingt zu behebenden Gerechtigkeitsl&uuml;cke f&uuml;r die Forderung einer Lohnerh&ouml;hung. Zu ber&uuml;cksichtigen ist, dass die G&uuml;ter im Warenkorb des deutschen Konsumenten, sofern sie importiert wurden,  zu einem geringeren Teil aus der Eurozone stammen. Der Anteil des EU- internen Handels von Waren lag 2012 bei den Importen bei 56,1 Prozent, aber der deutschen Handelsanteil mit der Eurozone bei den Importen nur bei 37,6 Prozent &ndash; mit China bei 8,5 Prozent und mit den USA bei 5,6 Prozent. &ndash; Jenseits des vielf&auml;ltigen Interpretationspotentials von Keynes ist darauf hinzuweisen, dass in der &ldquo;General Theory&rdquo; von Export und Import nie die Rede ist. Es geht um eine geschlossene Volkswirtschaft, eine Vereinfachung, die der Situation 1933 erstaunlich nahe kommt. Jedes Land versuchte damals, den Au&szlig;enhandel durch Z&ouml;lle zu beschr&auml;nken. Hinzukommt, das damals kein freier Kapitalverkehr herrschte. Die Wahrscheinlichkeit, dass keynesianische Impulse einer Wirtschaftsstimulierung in das Ausland abgeflossen w&auml;ren, war sehr gering.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Das Letzte: EU-Projekt: Deutschland bildet t&uuml;rkische Polizisten aus<\/strong><br>\nMitglieder der T&uuml;rkischen Nationalpolizei. Und dabei sollen die Kollegen auch lernen, wie man angemessen mit Gro&szlig;demonstrationen umgeht. Die Ausbildung l&auml;uft bereits seit September 2011 und dauert noch bis zum Herbst dieses Jahres. Die Kosten von bis zu zwei Millionen Euro &uuml;bernimmt Br&uuml;ssel. Federf&uuml;hrend bei dem Projekt ist &Ouml;sterreich, Deutschland ist als Juniorpartner dabei. [&hellip;]<br>\nDie praktische Arbeit leistet dabei in Deutschland vor allem die hessische Polizeiakademie in Wiesbaden. &hellip; Auf der Website der Akademie ist nachzulesen, dass sich hochrangige t&uuml;rkische Polizisten in der Vergangenheit mehrfach mit deutschen Kollegen zu Workshops trafen. Dabei ging es um Fragen der Ausr&uuml;stung, Taktik und des Trainings auf verschiedenen Feldern der Polizeiarbeit: im &ldquo;t&auml;glichen Dienst&rdquo; (daily routine), beim &ldquo;Umgang mit Ansammlungen\/Versammlungen&rdquo; (crowd control) und bei der &ldquo;Sofortintervention&rdquo; (rapid intervention).<br>\nDie t&uuml;rkische Seite scheint durchaus angetan von den Lektionen der Deutschen. Nach dem Besuch einiger Projektpartner aus der T&uuml;rkei im Mai 2012 in Wiesbaden hie&szlig; es, die G&auml;ste h&auml;tten &ldquo;besonderes Interesse&rdquo; f&uuml;r die hessische Bereitschaftspolizei gezeigt. Sowohl &ldquo;die Vorstellung von verschiedenen Zugriffsm&ouml;glichkeiten im Rahmen einer Demonstration durch die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit 18&rdquo; als auch &ldquo;die Inaugenscheinnahme der Schutzausr&uuml;stung&rdquo; h&auml;tten die Delegation begeistert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/deutschland-bildet-tuerkische-polizisten-aus-a-906433.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dass die t&uuml;rkischen Polizisten von der hessischen Bereitschaftspolizei begeistert waren kann man sich gut vorstellen. Hat diese doch w&auml;hrend der Blockupy-Aktionen in Frankfurt ihr K&ouml;nnen unter beweis gestellt, z.B. dass man sich um h&ouml;chstrichterliche Vorgaben wenig schert.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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