{"id":1776,"date":"2006-10-02T16:45:48","date_gmt":"2006-10-02T14:45:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1776"},"modified":"2016-01-24T18:06:01","modified_gmt":"2016-01-24T17:06:01","slug":"heuschrecken-und-globalisierung-zum-nichtstun-verdammt-auch-wiedeking-porsche-sieht-das-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1776","title":{"rendered":"Heuschrecken und Globalisierung &#8211; zum Nichtstun verdammt? Auch Wiedeking (Porsche) sieht das anders."},"content":{"rendered":"<p>In der wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatte unseres Landes wird h&auml;ufig so getan, als w&auml;ren unsere Handlungsm&ouml;glichkeiten gleich null. Das ist abgrundtief falsch.<br>\nNiemand zwingt uns zum Beispiel dazu, die von Schr&ouml;der und Eichel zum 1.1.2002 eingef&uuml;hrte Steuerbefreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen nicht wieder zu streichen. Denn sie war von Anfang an nicht nur ungerecht gegen&uuml;ber allen anderen, die ihre Lohn-Einkommen und Gewinne versteuern m&uuml;ssen. Sie ist auch unsinnig, weil sie den Ausverkauf von intakten Unternehmen an so genannte Investoren massiv gef&ouml;rdert hat.<br>\nNiemand zwingt uns auch, nichts dagegen zu unternehmen gegen den unfairen Standortwettbewerb innerhalb Europas. <!--more--><\/p><p>Zu beiden Themen und den Handlungsm&ouml;glichkeiten der deutschen Politik hat sich der Porsche-Chef, Wendelin Wiedeking, in einem bemerkenswerten Spiegel-Interview der ausgehenden Woche zu Wort gemeldet. Lesenswert, auch weil man damit gegen&uuml;ber anderen in Diskussionen gut bestehen kann. Leider nicht im Netz frei verf&uuml;gbar, gegen Geb&uuml;hr bei SpiegelOnline.<\/p><p>Zum Standortwettbewerb fragt der Spiegel: &bdquo;Aber gibt es eine Alternative zur Verlagerung von Arbeitspl&auml;tzen in L&auml;nder, in denen die L&ouml;hne nur einen Bruchteil so hoch sind wie in Deutschland?<\/p><p>Dazu Wendelin Wiedeking: &bdquo;Wir haben uns wahrscheinlich zu wenig Gedanken dar&uuml;ber gemacht, was wir tun k&ouml;nnen, um auch hier wettbewerbsf&auml;hig sein zu k&ouml;nnen. Da wurden beispielsweise Motorenwerke nach Osteuropa verlagert, obwohl die L&ouml;hne dabei lediglich 6% der Gesamtkosten ausmachen. Aber der neue Standort lockte mit einem hohen Ma&szlig; an Steuerfreiheit. Ich erwarte von der Politik, dass sie einen solch unfairen Standortwettbewerb innerhalb Europas unterbindet. Manche L&auml;nder k&ouml;nnen sich niedrige Steuern leisten, weil sie von der EU und damit vom Nettozahler Deutschland Geld &uuml;berwiesen bekommen. So finanzieren wir den Abbau unserer eigenen Arbeitspl&auml;tze mit. Da muss man sich fragen: auf welchem Stern leben wir denn?&ldquo;<\/p><p>Wiedeking zu den Gewinnen der &bdquo;Heuschrecken&ldquo;: &bdquo;Wir m&uuml;ssen zumindest versuchen, ein Teil des Gewinns abzusch&ouml;pfen, der durch solche Gesch&auml;fte erzielt wird. Bislang bleibt davon nichts in Deutschland. Der Profit wird in dem Land versteuert, in dem der Fonds sitzt, oft auf den Cayman Islands oder den Bahamas. Au&szlig;erdem m&uuml;sste in Deutschland die Steuerfreiheit von Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen abgeschafft werden. Damit werden alle belohnt die Unternehmen zerschlagen. Als das Gesetz erlassen wurde, habe ich dem damaligen Kanzler Gerhard Schr&ouml;der geschrieben, dass dies Unsinn sei.&ldquo; \t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatte unseres Landes wird h&auml;ufig so getan, als w&auml;ren unsere Handlungsm&ouml;glichkeiten gleich null. 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