{"id":1777,"date":"2006-10-02T16:49:06","date_gmt":"2006-10-02T14:49:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1777"},"modified":"2016-01-24T18:04:20","modified_gmt":"2016-01-24T17:04:20","slug":"eine-gigantische-steuerumverteilung-die-steuerbeschlusse-der-grosen-koalition-spulen-bis-2010-fast-140-milliarden-euro-zusatzlich-ins-staatssackel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1777","title":{"rendered":"Eine gigantische Steuerumverteilung \u2013 Die Steuerbeschl\u00fcsse der gro\u00dfen Koalition sp\u00fclen bis 2010 fast 140 Milliarden Euro zus\u00e4tzlich ins Staatss\u00e4ckel"},"content":{"rendered":"<p>Mit 60 Milliarden Euro j&auml;hrlich entlastete die Regierung Schr&ouml;der mit ihrer Steuerreform im Jahre 2000 vor allem Unternehmen, Kapital- und Verm&ouml;genseinkommen, Spitzenverdiener und nur zu einem kleinen Teil die untersten Lohneinkommen. Die gro&szlig;e Koalition holt nun durch ihre Steuerbeschl&uuml;sse von 2007 bis 2010 mit durchschnittlich 35 Milliarden Euro pro Jahr mehr als die H&auml;lfte der rot-gr&uuml;nen &bdquo;Steuergeschenke&ldquo; wieder zur&uuml;ck und zwar ganz &uuml;berwiegend von den unteren und mittleren Lohneinkommensbeziehern. Das mittlere Drittel der Beckschen &bdquo;Dreidrittelgesellschaft&ldquo; ist somit durch die Steuerpolitik des ersten Jahrzehnts in diesem Jahrhundert doppelt gekniffen: Es profitierte von der &bdquo;gr&ouml;&szlig;ten Steuersenkung in der Geschichte&ldquo; unter Rot-Gr&uuml;n kaum und die gro&szlig;e Koalition greift ihm mit ihren zahlreichen Steuerbeschl&uuml;ssen jetzt zur &bdquo;Sanierung&ldquo; der durch die Steuergeschenke gerissenen Haushaltsl&ouml;cher daf&uuml;r um so kr&auml;ftiger in den Geldbeutel. Die Unternehmen wiederum sollen um bis zu 16 Milliarden Euro entlastet werden.<br>\n<!--more--><\/p><p>Vor allem durch die Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 % ( das ergibt ein Steuereinnahmeplus von rd. 90 Milliarden Euro) zusammen mit der dreiprozentigen Erh&ouml;hung der Versicherungssteuer (plus 6,6 Milliarden Euro), dem Auslaufen der Eigenheimzulage (plus 10,4 Milliarden Euro), den K&uuml;rzungen bei der Pendlerpauschale (plus 8,7 Milliarden Euro) und durch die anderen Steuerbeschl&uuml;sse der gro&szlig;en Koalition (n&auml;mlich die K&uuml;rzung des Sparerfreibetrags, der Wegfall des Steuervorteils f&uuml;r h&auml;usliche Arbeitszimmer, Kindergeld statt bis zum 27. nur noch bis zum 25. Lebensjahr, der Wegfall der Bergmannspr&auml;mie, der Wegfall der Freibetr&auml;ge f&uuml;r Abfindungen und &Uuml;bergangsgelder, der Wegfall des Freibetrags f&uuml;r Heirats- und Geburtshilfen, der Abschaffung des Sonderabzugs f&uuml;r private Steuerberatungskosten) kassiert der Staat in den kommenden vier Jahren fast 140 Milliarden zus&auml;tzlich. Das berichtete die S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 25. 9.06 im Wirtschaftsteil unter Bezugnahme auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die FDP-Bundestagsfraktion.<\/p><p>Der L&ouml;wenanteil dieser Mehreinnahmen wird, wie man aus der oben genannten Liste unschwer entnehmen kann, von den mittleren und kleineren Einkommensbeziehern beigesteuert. Die Spitzeneinkommen sind lediglich durch die Reichensteuer die etwa 4,5 Milliarden bringen soll und teilweise noch durch die Einschr&auml;nkungen von Steuersparmodellen mit 8 Milliarden besonders herangezogen.<\/p><p>Mit den bisherigen Steuerbeschl&uuml;ssen der gro&szlig;en Koalition werden in der Summe mehr als die H&auml;lfte der Entlastungen der rot-gr&uuml;nen Steuerreform aus dem Jahr 2000 mit knapp 60 Milliarden Euro pro Jahr wieder &bdquo;aufgezehrt&ldquo;, schreibt die SZ.<\/p><p>Bei dieser Rechnung wird allerdings ausgespart, dass mit der rot-gr&uuml;nen Steuerreform die Einnahmen aus der Lohnsteuer auf die Arbeitnehmerentgelte gerade mal von 12, 3 auf 10,9 % (trotz Senkung des Spitzensteuersatzes) zur&uuml;ckgegangen sind, die Steuereinnahmen aus der veranlagten Einkommensteuer, nicht veranlagter Steuer vom Ertrag, Zinsabschlag- und K&ouml;rperschaftssteuer (einschlie&szlig;lich R&uuml;ckerstattungen) in Anteilen an den Unternehmens- und Verm&ouml;genseinkommen haben sich hingegen auf einen Anteil von 6,7 % halbiert (<a href=\"http:\/\/www.jjahnke.net\/rundbr5.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.jjahnke.net\/rundbr5.html\">Jahnke global news 03-11-05<\/a>).<\/p><p>Es ist also nicht zuviel gesagt, dass die Schr&ouml;derschen Steuerentlastungen &uuml;berwiegend den Kapitaleinkommensbeziehern und den Unternehmen zugute kamen, w&auml;hrend die Steuermehreinnahmen durch die Steuerbeschl&uuml;sse der gro&szlig;en Koalition weit &uuml;berwiegend von den mittleren und kleineren Einkommen finanziert werden. Eine gigantische Steuerumverteilung von unten und der Mitte nach oben, vor allem zugunsten der Kapitaleinkommen.<\/p><p>Dem aber nicht genug: Durch die geplante Reform der Unternehmenssteuern soll es einen weiteren Steuernachlass f&uuml;r Aktiengesellschaften und GmbHs nicht &bdquo;nur&ldquo; um die &ouml;ffentlich gehandelten 5 Milliarden, sondern nach Berechnungen des NRW-Finanzministerium sogar um <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/6_18_16Milliarden.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/6_18_16Milliarden.pdf\">16 Milliarden Euro geben [PDF &ndash; 185 KB]<\/a>. Die gigantische Steuerumverteilung und die laut Monitor <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/beitrag.phtml?bid=832&amp;sid=152\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/beitrag.phtml?bid=832&amp;sid=152\">&bdquo;unglaubliche Entlastung deutscher Unternehmen&ldquo;<\/a> gehen also weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 60 Milliarden Euro j&auml;hrlich entlastete die Regierung Schr&ouml;der mit ihrer Steuerreform im Jahre 2000 vor allem Unternehmen, Kapital- und Verm&ouml;genseinkommen, Spitzenverdiener und nur zu einem kleinen Teil die untersten Lohneinkommen. 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