{"id":17798,"date":"2013-06-28T14:25:47","date_gmt":"2013-06-28T12:25:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17798"},"modified":"2015-08-09T09:55:35","modified_gmt":"2015-08-09T07:55:35","slug":"steuern-erhohen-statt-ausgaben-kurzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17798","title":{"rendered":"Steuern erh\u00f6hen statt Ausgaben k\u00fcrzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Eurokrise ist bereits tief in die K&ouml;pfe der Deutschen vorgedrungen. Hatten unsere Landsleute fr&uuml;her Angst vor Kriegen, der Umweltverschmutzung oder dem sozialen Abstieg, so bereiten ihnen heute die &bdquo;Staatsverschuldung&ldquo; die gr&ouml;&szlig;ten Sorgen. Dies ist zumindest das Ergebnis des &bdquo;Sorgenbarometers&ldquo; der Zeitschrift Stern. Demnach sollen sich angeblich 62% aller Deutschen vor den hohen Staatsschulden Deutschlands f&uuml;rchten. Das Bild eines  schwei&szlig;gebadeten Michels, dem  n&auml;chtlings in einem Albtraum die ber&uuml;hmt ber&uuml;chtigte Schuldenuhr des Bundes Deutscher Steuerzahler erschienen ist, bestimmte daher auch in den letzten Jahren die politische Debatte Sparen, sparen, sparen wurde zum obersten Leitsatz von Regierung und Parteien.<br>\n(Auszug aus dem Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=86\">Das alles und noch viel mehr w&uuml;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&auml;r&rsquo;n<\/a>&ldquo;, herausgegeben von Peter Zudeick) Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nEs ist m&uuml;&szlig;ig, &uuml;ber die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit eines Schuldenabbaus inmitten einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise zu debattieren. Durch die Schuldenbremse und den Fiskalpakt ist der Schuldenabbau ohnehin im wahrsten Sinne des Wortes zum ehernen Gesetz geworden. Ob wir dies wollen oder nicht, daf&uuml;r haben sowohl die rot-gr&uuml;ne als auch die schwarz-gelbe  Regierung gesorgt. Hat man sich per Grundgesetz&auml;nderung verpflichtet, die Verschuldung abbauen, hat man daf&uuml;r nach Adam Riese genau zwei M&ouml;glichkeiten: Entweder man k&uuml;rzt die Ausgaben oder man erh&ouml;ht die Einnahmen. Die politische Diskussion der Vergangenheit hat sich ausschlie&szlig;lich auf die K&uuml;rzung der Ausgaben verengt. Doch dies ist mitten in einer Wirtschaftskrise fatal. Freilich sind in Krisenzeiten auch Steuererh&ouml;hungen nicht unproblematisch, da sie dem B&uuml;rger doch einen Teil des verf&uuml;gbaren Einkommens entziehen, das er eigentlich ausgeben sollte, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.<\/p><p>Der Gesetzgeber h&auml;tte jedoch die M&ouml;glichkeit, hier sehr gezielt vorzugehen und die negativen Effekte zu minimieren. In der Theorie ist es so, dass ein Privathaushalt seine Einnahmen entweder ausgibt (er konsumiert) oder eben spart (er investiert). Nun gibt es aber, je nach Einkommen, gro&szlig;e Unterschiede zwischen den Haushalten. Der Geringverdienerhaushalt hat in der Regel eine Konsumquote von fast 100% &ndash; wovon sollte er auch R&uuml;cklagen bilden? Beim Besserverdienerhaushalt geht die Konsumquote jedoch mit steigendem Einkommen merklich zur&uuml;ck. Eine Erh&ouml;hung der Einkommensteuer ausschlie&szlig;lich im oberen Einkommensbereich h&auml;tte daher auch kaum negative Auswirkungen auf den Konsum. Eine Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes w&auml;re demnach eine &ouml;konomisch vertretbare Ma&szlig;nahme, um das Problem der hohen Staatsverschuldung angehen zu k&ouml;nnen. Aber nicht nur das. &Uuml;ber die Steuerschraube kann der Staat sogar mit angezogener Schuldenbremse und dem Fiskalpakt im Nacken in einer wirtschaftlichen Schw&auml;chephase aktive Konjunkturpolitik betreiben. Die Steuereinahmen m&uuml;ssten dazu nur so hoch sein, dass die Einnahmen die Ausgaben selbst dann decken, wenn der Staat die Ausgaben f&uuml;r Konjunkturprogramme und andere sinnvolle Ma&szlig;nahmen erh&ouml;hen muss, um die Wirtschaft und zus&auml;tzlich die Steuereinnahmen anzukurbeln. Ein richtig angesetztes Konjunkturprogramm kann sich &uuml;ber die Zeit sogar selbst tragen.<\/p><p>Neben der &ouml;konomischen gibt es jedoch selbstverst&auml;ndlich auch noch die soziale Komponente. Ein Steuersystem muss vor allem eins sein: gerecht. Das gefl&uuml;gelte Wort, nach dem die starken Schultern mehr tragen k&ouml;nnen, als die schwachen, hat bis heute nichts an Wahrheit verloren. Im Gegenteil &ndash; die beiden letzten Jahrzehnte waren durch eine massive &Ouml;ffnung der Einkommens- und Verm&ouml;gensschere gekennzeichnet. Die Armen wurden nicht nur relativ, sondern sogar absolut &auml;rmer, w&auml;hrend die Reichen immer reicher wurden. Nun ist es jedoch in einer freien Marktwirtschaft f&uuml;r den Gesetzgeber nicht einfach, ins obere Lohngef&uuml;ge einzugreifen. Nur ein kleiner Teil der Einkommensmillion&auml;re hat &uuml;berhaupt einen Arbeitsvertrag, die meisten Superreichen erzielen ihre Eink&uuml;nfte &uuml;ber ihren Besitz. Um die Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte auszugleichen, ist das Steuersystem das beste Instrument. Eine Steuererkl&auml;rung muss schlie&szlig;lich jeder abgeben. Die Eurokrise stellt die Gesellschaft zudem vor vollkommen neue Herausforderungen. Die Bankenrettung wird &ndash; dank falscher politischer Entscheidungen &ndash; den Steuerzahler einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten. Wer soll das bezahlen? Die Armen? Die Schwachen? Die darbende Mittelschicht? Nein, in einer gerechten Gesellschaft m&uuml;ssen diese Lasten von den starken Schultern getragen werden und dies neben einer Besteuerung des Verm&ouml;gens vor allem &uuml;ber eine st&auml;rkere Besteuerung hoher Einkommen zu erreichen.<\/p><p>Sowohl in den guten als auch in weniger guten alten Zeiten haben Regierungen, die Wert darauf gelegt haben, nicht vom Volk aufs Schafott gef&uuml;hrt zu werden, vor allem die wohlhabenden B&uuml;rger ihres Landes finanziell in die Verpflichtung genommen. Dies war in den USA so, als Pr&auml;sident Roosevelt den Spitzensteuersatz als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise 1932 auf 63% erh&ouml;hen lie&szlig;. In Deutschland setzte zur gleichen Zeit Reichskanzler Br&uuml;ning ein umfassendes Ausgabenk&uuml;rzungsprogramm durch. Die USA konnten die Folgen der Krise durch steuerfinanzierte Konjunkturprogramme abfedern, in Deutschland kam es zu Massenarbeitslosigkeit und Adolf Hitler nutzte diese Not in der Bev&ouml;lkerung, um der Weimarer Demokratie den Garaus zu machen. Der von Hitler angezettelte Zweite Weltkrieg war f&uuml;r die USA zwar auch ein g&auml;nzlich unfreiwilliges Konjunkturprogramm, lie&szlig; jedoch auch die Staatsaugaben jenseits des Atlantiks f&ouml;rmlich explodieren. Zur Gegenfinanzierung erh&ouml;hten die USA den Spitzensteuersatz etappenweise bis auf 94%. Getoppt wurde dieser Spitzensteuersatz durch niemand anderen als Konrad Adenauer, der &ndash; auch auf Druck der Siegerm&auml;chte &ndash; in Deutschland 1949 ein Steuersystem einf&uuml;hrte, dass eine nach oben offene Progression vorsah und so zu Spitzensteuers&auml;tzen von bis zu 95% f&uuml;hrte. Diese Rekords&auml;tze wurden in Deutschland nur langsam heruntergefahren. Noch 1954 mussten Spitzenverdiener mit einem Spitzensteuersatz von 70% leben. Erst nach der gro&szlig;en Steuerreform von 1955 sank der Satz auf den Wert von 53%. <\/p><p>Heute ist Deutschland im OECD-Vergleich eher eine Einkommensteueroase. SPD und Gr&uuml;ne senkten den Spitzensteuersatz in mehreren Schritten um insgesamt elf Prozentpunkte auf 42% und f&uuml;hrten gleichzeitig eine sogenannte Kapitalertragssteuer in H&ouml;he von nur 25% ein, die f&uuml;r s&auml;mtliche Einkommen aus Kapitalverm&ouml;gen gilt. Weil der Spitzensteuersatz schon bei einem guten Facharbeitereinkommen erreicht wurde, kam man politisch unter Druck und f&uuml;hrte dann 2007 eine &bdquo;Reichensteuer&ldquo; ein, die jedoch ihren Namen nicht verdient, da sie lediglich den Einkommensanteil ab 250.000 Euro pro Jahr mit drei Prozent zus&auml;tzlich besteuert. Deutschlands wirklich Reiche werden im internationalen Vergleich damit verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gering zur Finanzierung des Allgemeinwohls herangezogen. In &Ouml;sterreich und Finnland betr&auml;gt der Spitzensteuersatz 50%, in Spanien und den Niederlanden 52%, in Belgien 53,5%, Italien 56%, in Schweden 56,6% in D&auml;nemark 65,7% und Frankreichs Pr&auml;sident Hollande hat letztes Jahr sogar eine Reichensteuer in H&ouml;he von 75% durchgesetzt.<\/p><p>Wenn man seinen Blick jedoch nur auf den Spitzensteuersatz richtet, ist dies ein Fehler. Die 70%, die ein Deutscher im Jahre 1954 an den Fiskus abf&uuml;hren musste, galten nur f&uuml;r Einkommen oberhalb von 500.000 D-Mark, eine Gr&ouml;&szlig;e, die im Nachkriegsdeutschland allenfalls von einer Handvoll &bdquo;Superreicher&ldquo; &uuml;berschritten wurde, w&auml;hrend im heutigen D&auml;nemark bereits ab einem Jahreseinkommen von 42.000 Euro der Spitzensatz von  bis zu 65,7% anf&auml;llt. <\/p><p>Generell unterscheiden sich hier zwei Modelle &ndash; der Stufentarif, der auch als &bdquo;Flat-Tax&ldquo; bekannt ist, und der Progressionstarif. In Deutschland gibt es eine Mischung aus beiden Modellen. Die ersten 8.354 Euro die man verdient, werden generell gar nicht versteuert &ndash; egal, ob man nun Kassierer bei Lidl oder Vorstandschef von VW ist. Diese Summe entspricht dem Grundfreibetrag und der steht unter dem Schutz des Grundgesetzes, da der Staat den Einkommensanteil, der zum Existenzminimum ben&ouml;tigt wird, nicht besteuern darf.<\/p><p>Ab 8.354 Euro beginnt die erste Progressionszone, in der der Steuersatz von derzeit 14% linear ziemlich steil bis auf 24% bei 13.469 Euro steigt. In der zweiten Progressionszone steigt der Satz dann langsamer bis zu 42% bei einem Einkommen von 52.881 Euro (bei einem Einzelverdiener). Die beiden Progressionszonen gelten f&uuml;r alle Steuerzahler. Auch ein Einkommensmillion&auml;r zahlt f&uuml;r die ersten 52.881 Euro genau so viel Steuern wie ein Ingenieur, der exakt 52.881 Euro Jahreseinkommen versteuern muss. <\/p><p>Ab einem Einkommen von 52.882 Euro wird jeder Euro pauschal mit dem Spitzensteuersatz von 42% besteuert, der sich f&uuml;r Einkommen oberhalb von 250.731 Euro noch einmal auf 45% erh&ouml;ht. Auch hier gilt: Nur Einkommen ab dieser Summe werden mit diesem Steuersatz versteuert. Wer also beispielsweise 250.732 Euro im Jahr zu versteuern hat, muss nur f&uuml;r den einen Euro mehr die Reichensteuer zahlen und nicht f&uuml;r sein komplettes Jahreseinkommen.<\/p><p>Erst wenn man diese Systematik versteht, verlieren die hohen Steuers&auml;tze, die hier bereits genannt wurden, ihren Schrecken. Die franz&ouml;sische Reichensteuer von 75% gilt ausschlie&szlig;lich f&uuml;r Einkommen oberhalb von einer Millionen Euro pro Jahr. Der Einkommensteil der unter dieser Marke liegt, wird nach dem ganz normalen und &uuml;beraus komplizierten franz&ouml;sischen Steuertarifen berechnet. Bevor ein franz&ouml;sischer Einkommensmillion&auml;r &uuml;berhaupt erst den ersten Euro Reichensteuer bezahlen muss, hat der durch die unteren Steuertarifzonen bereits ein Nettoeinkommen von rund 600.000 Euro auf seinem Konto. Auch wenn Steuerfl&uuml;chtlinge, wie der Schauspieler Depardieu anderes behaupten sind franz&ouml;sische Spitzenverdiener nicht gerade von Verarmung und Obdachlosigkeit bedroht.<\/p><p>Das franz&ouml;sische Modell w&auml;re selbstverst&auml;ndlich auch in Deutschland m&ouml;glich. Es w&auml;re jedoch ein Irrtum, sich von einer solchen Ma&szlig;nahme finanzielle Wunder zu versprechen. Von einer solchen Reichensteuer w&auml;ren in Deutschland gerade einmal rund 17.000 Steuerpflichtige betroffen und da nur die Einkommen, die oberhalb der Million-Euro-Grenze liegen, mit 75% versteuert werden, d&uuml;rften die Mehreinnahmen zwar beachtlich sein; um gleichzeitig Geringverdiener zu entlasten und im optimalen Fall auch noch eine aktive Konjunkturpolitik zu finanzieren, reicht eine Reichensteuer nach franz&ouml;sischem Vorbild jedoch bei weitem nicht aus. <\/p><p>Wenn es darum geht, das Steuersystem gerechter zu gestalten und wirklich Mehreinnahmen zu erzielen, muss man dahin gehen, wo es wehtut &ndash; an die mittleren S&auml;tze der Einkommenssteuertabelle. Damit schl&auml;gt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn nicht nur der Spitzensteuersatz wird in Deutschland lebhaft diskutiert. Auch wenn er nicht im Sorgenbarometer des Stern auftaucht, erregt der viel beschworene &bdquo;Mittelstandsbauch&ldquo; die Gem&uuml;ter. In steter Regelm&auml;&szlig;igkeit wollen Politiker von Union und FDP und ihnen gewogene Leitartikler das deutsche Steuersystem auf den fiskalischen Trimm-Dich-Pfad schicken. Das kommt auch gut an, denn wer will schon eine schmierige Steuerwampe vor sich herschleppen? Der Fachbegriff f&uuml;r dieses Ph&auml;nomen hei&szlig;t kalte Progression und besagt, dass jede Gehaltserh&ouml;hung gef&uuml;hlt geringer ausf&auml;llt, da sie zum Teil vom jeweils h&ouml;heren Grenzsteuersatz aufgefressen wird. In einem Steuersystem mit progressivem Tarifverlauf ist dies jedoch unvermeidlich. Wer den Mittelstandsbauch wirklich loswerden will, kommt nicht darum herum, die Progressionszonen abzuschaffen und durch ein Stufenmodell zu ersetzen. Ein solches Stufenmodell muss dabei nicht dem feuchten Steuersenkungstr&auml;umen neoliberaler Bierdeckelartisten wie Paul Kirchhof oder Friedrich Merz entsprechen &ndash; auch das in Steuerfragen rigide D&auml;nemark hat ein Stufenmodell, nur dass die Stufen dort selbstverst&auml;ndlich wesentlich steiler und enger gestaltet sind als bei den Bierdeckelmodellen deutscher Steuerreformatoren.<\/p><p>Von den D&auml;nen lernen, hei&szlig;t siegen lernen? Nicht unbedingt. Dort werden die Steuerpflichtigen n&auml;mlich durch die Bank weg sehr hoch besteuert und auch Geringverdiener werden wesentlich h&ouml;her besteuert als in Deutschland. Um aus dem d&auml;nischen Modell ein deutsches Zukunftsmodell zu machen, das auch sozial vertr&auml;glich ist, muss daher die Besteuerung kleiner Einkommen deutlich abgesenkt werden. Um die kalte Progression abzuschaffen, m&uuml;ssen dabei die Grenzs&auml;tze in jedem Jahr zudem an die reale Einkommensentwicklung angepasst werden. Eine sinnvolle Gr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die Festlegung der Stufen ist dabei das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen der B&uuml;rger. F&uuml;r Modellrechnungen muss man hierbei auf das Steuerjahr 2007 zur&uuml;ckgreifen, da aktuellere Daten noch nicht im Detail verf&uuml;gbar sind. Dies hat auch den Vorteil, dass diese Daten noch die zu versteuernden Kapitaleinkommen beinhalten, die seit der Einf&uuml;hrung der Kapitalertragssteuer im Jahre 2009 nicht mehr in die Einkommensteuerstatistik eingehen. Dass die Kapitalertragssteuer abgeschafft werden muss, versteht sich von selbst, denn es ist niemanden zu vermitteln, warum &bdquo;anstrengungslose Einkommen&ldquo; &ndash; und nichts anderes sind Kapitaleinkommen &ndash; geringer besteuert werden sollten als Einkommen aus Arbeit. <\/p><p>F&uuml;r ein Stufenmodell empfehlen sich daher folgende Abstufungen:<br>\nStufe 0: Grundfreibetrag &ndash; Einkommen bis 8.354 Euro &ndash; Steuersatz 0%<br>\nStufe 1: Eingangssteuersatz &ndash; bis zur H&auml;lfte des Durchschnittseinkommens &ndash; Einkommen von 8.354 bis 13.800 Euro &ndash; Steuersatz 10%<br>\nStufe 2: erm&auml;&szlig;igter Steuersatz &ndash; von 13.801 Euro bis 27.600 Euro &ndash; Steuersatz 20%<br>\nStufe 3: erh&ouml;hter Steuersatz &ndash; Vom Durchschnittseinkommen bis zum Doppelten des Durchschnittseinkommens &ndash; von 27.601 bis 55.200 Euro &ndash; Steuersatz 40%<br>\nStufe 4: gehobener Steuersatz &ndash; f&uuml;r Einkommen oberhalb des Doppelten des Durchschnittseinkommens &ndash; von 52.201 Euro bis 1.000.000 &ndash; Euro Steuersatz 55%<br>\nStufe 5: Reichensteuer &ndash; f&uuml;r Einkommen ab 1.000.001 Euro &ndash; Steuersatz 75%<\/p><p>Dieses Einkommensteuermodell passt nicht nur auf jeden Bierdeckel, sondern ist auch sozial ausgewogen. Sogar der viel zitierte Facharbeiter bei VW w&uuml;rde bei diesem Modell weniger Steuern abf&uuml;hren m&uuml;ssen als heutzutage und vor allem Bezieher von Niedrigl&ouml;hnen profitieren durch die stark erm&auml;&szlig;igten Steuers&auml;tze bei den ersten beiden Stufen. <\/p><p>Durch die st&auml;rkere Besteuerung von hohen Einkommen w&uuml;rden die Gesamteinnahmen ganz erheblich ansteigen. Wenn man die Einkommensteuerstatistik des Bundesfinanzministeriums mit diesem Modell durchrechnet, kommt man auf Mehreinnahmen in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 51 Mrd. Euro. Diese Summe &uuml;bertrifft sogar die momentane Neuverschuldung des Bundes bei weitem und l&auml;sst der Politik den Raum, die Verschuldung abzubauen oder selbst mit Schuldenbremse und Fiskalpakt Politik aktiv zu gestalten. <\/p><p>Mit diesem Geld lie&szlig;en sich viele sinnvolle Dinge finanzieren,  etwa die Investitionsstaus auf Stra&szlig;en, Schulen oder Hochschulgeb&auml;uden. Und wenn das Dringendste erledigt ist und noch Geld &uuml;brig bleibt? Dann k&ouml;nnten wir auch dem deutschen Michel auch noch die Angst vor den hohen Staatsschulden nehmen und die Schulden abtragen. Dies z&auml;hlte dann jedoch zur K&uuml;r und nicht zur Pflicht.<\/p><p>Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch &bdquo;Das alles und noch viel mehr w&uuml;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&auml;r&rsquo;n&ldquo;, herausgegeben von Peter Zudeick (Westend Verlag, Mai 2013, 14,99 &euro;). <\/p><p><a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=86\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130621_bildungspoliktik.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Zu den zahlreichen Autoren des Buches geh&ouml;ren neben den NachDenkSeiten-Autoren Wolfgang Lieb und Jens Berger auch Sahra Wagenknecht, Christoph Butterwegge, Ulrich Schneider, Wolfgang Neskovic und Ines Pohl.<\/p><p>Siehe dazu auch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/fsstd-technik\/codebase\/jsp\/lyt1024\/module\/video.jsp?redadir=\/tv\/westart\/dienstag\/&amp;dslSrc=rtmp:\/\/gffstream.fcod.llnwd.net\/a792\/e2\/CMS2010\/mdb\/14\/145413\/wennwirkanzlerwaerenexpertentraeumenvonneuerkulturinderpolitik_1431285.mp4&amp;offset=0&amp;overlayPic=\/tv\/fsstd-technik\/codebase\/img\/_dc.gif&amp;autoPlay=true&amp;autoCount=true&amp;red=fsstd-tv%2Fwestart_do\">Ein Manifest des B&uuml;rgerwillens, radikal demokratisch und utopisch<\/a>&ldquo; und &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17717\">Bildung: Wir leisten uns weniger, als wir uns leisten k&ouml;nnen und m&uuml;ssen<\/a>&ldquo;.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/f57b63feaabf4d3d85cc4fa6e6d4547f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Eurokrise ist bereits tief in die K&ouml;pfe der Deutschen vorgedrungen. 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