{"id":17952,"date":"2013-07-12T07:13:15","date_gmt":"2013-07-12T05:13:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17952"},"modified":"2015-08-10T10:20:43","modified_gmt":"2015-08-10T08:20:43","slug":"die-faz-auf-bild-niveau-vier-artikel-vom-5-juli-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17952","title":{"rendered":"Die FAZ auf Bild-Niveau \u2013 vier Artikel vom 5. Juli 2013"},"content":{"rendered":"<p>Eine auff&auml;llige Massierung von plumper Meinungsmache hat sich die Frankfurter Allgemeine am 5. Juli 2013 in mehreren Artikeln zum Thema NSA-Skandal und Edward Snowden geleistet. Es sind eigentlich nur kleine Artikel &ndash; ein Nachrichtenartikel und drei Kommentare &ndash; aber wenn man sie gr&uuml;ndlich liest, merkt man, wie hier durch Formulierung und Wortwahl gerade auch im Kleinen manipuliert wird. Von <strong>Dietrich Klose<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nAuf Seite 4 wird &uuml;ber die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/gastbeitrag-zu-edward-snowden-die-eu-sollte-snowden-schutz-bieten,1472596,23576930.html\">Stellungnahme des hessischen Justizministers J&ouml;rg-Uwe Hahn<\/a>, der die Aufnahme von Edward Snowden in Deutschland gefordert hat, &bdquo;berichtet&ldquo; &ndash; oder, besser gesagt, es wird <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/wahl-in-hessen-2013\/fall-snowden-joerg-uwe-hahn-wettert-gegen-obama-12271122.html\">H&auml;me &uuml;ber Hahn ausgegossen<\/a> (in der Internetversion andere &Uuml;berschriften und andere Bilder). So etwas hat in einem Nachrichtenartikel eigentlich nichts zu suchen. Die Vermischung von Nachricht und (meist einseitiger) Meinung ist freilich nicht neu. Das ist f&uuml;r unsere Mainstream-Medien, die immer mehr ein bestimmtes politisches Gesch&auml;ft besorgen wollen, mittlerweile typisch geworden. Im &Uuml;brigen kann man bei diesem Artikel nicht einmal von &bdquo;Meinung&ldquo; sprechen &ndash; billige Polemik trifft den Sachverhalt eher. Wir sollen eben nicht informiert, sondern beeinflusst (manipuliert) werden, m&ouml;glichst ohne dass wir das so deutlich merken, denn die Manipulation kommt ja als Nachricht daher.<\/p><p>Im Einzelnen: &bdquo;Dreihandk&auml;sehoch&ldquo; lautet die &Uuml;berschrift des Artikels &ndash; sonst nichts. Kann sich jemand darunter etwas vorstellen? Dieses neu erfundene Wort hat den einzigen Zweck, Hahn als Person l&auml;cherlich zu machen, als kleinen Wicht hinzustellen (aus der hessischen Provinz, daher Handk&auml;se), der meint, es mit dem amerikanischen Pr&auml;sidenten aufnehmen zu k&ouml;nnen. &bdquo;Dreihandk&auml;sehoch&ldquo; ist  Bild-Jargon. Der Spott geht gleich in den Unter&uuml;berschriften weiter: &bdquo;J&ouml;rg-Uwe Hahn spricht Klartext \/ Obama in Angst? \/ Snowden gerettet?&ldquo; Der Dreihandk&auml;sehoch, der sich aufbl&auml;st, der meint, er kann den amerikanischen Pr&auml;sidenten in Schrecken versetzen und Snowden besch&uuml;tzen?<\/p><p>In den gew&auml;hlten Bildern und der Bildunterschrift (Druckversion) setzt sich die Manipulation zu Lasten von Hahn fort. Da wird von ihm &ndash; sicherlich ganz bewusst &ndash;  ein ziemlich unvorteilhaftes Bild gew&auml;hlt, das ihn grimmig, mit wohl zum Losschimpfen ge&ouml;ffnetem Mund zeigt; daneben ein &uuml;ber das ganze Gesicht lachender bestgelaunter Obama (auch das in bewusstem Kontrast gew&auml;hlt zu der h&ouml;hnischen Schlagzeile: &bdquo;Obama in Angst?&ldquo;) Und in der Bildunterschrift dazu hei&szlig;t es: &bdquo;Ready to rumble: J&ouml;rg-Uwe Hahn und Barack Obama&ldquo;. Zu &uuml;bersetzen etwa: &bdquo;Bereit zum Poltern\/Rumpeln&ldquo;. Der einzige, der hier rumpelt, ist die FAZ bzw. ihr Autor Thomas Holl. Der Vorwurf der manipulativen Propaganda bleibt auch bestehen, wenn man sich berechtigterweise fragt, wie glaubw&uuml;rdig Hahns Aussage eigentlich ist. Wir haben Wahlkampf, und drei Monate vor Landtags- und Bundestagswahl d&uuml;rfte es f&uuml;r die FDP von Vorteil sein, sich als Datenschutz- und B&uuml;rgerrechtspartei zu positionieren (was Holl in seinem Artikel immerhin ganz n&uuml;chtern auch feststellt). Dass Hahn nicht gerade ein besonders glaubw&uuml;rdiger Politiker ist, zeigte sich etwa in dessen Meinungswechsel in der hessischen Steuerfahnderaff&auml;re nach dem Wechsel von der Opposition in die Regierung. Wenn man das zum Ausdruck bringen will, dann sollte man mit Fakten argumentieren und sich nicht auf billige Polemik beschr&auml;nken. <\/p><p>Auf Seite 10 finden sich gleich drei Kommentare zum Thema NSA und Snowden, &uuml;berschrieben Whistleblower I bis III. Hier h&auml;tte allemal einer gen&uuml;gt, zumal die Tendenz bei allen dreien v&ouml;llig gleich  ist. <\/p><p>In <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/nsa-affaere-in-die-pfeife-geblasen-12271110.html\">&bdquo;Whistleblower I&ldquo;<\/a> (die Internetversion ist verk&uuml;rzt) hei&szlig;t es: &bdquo;Angela Merkel w&uuml;rde von Barack Obama wohl nicht mehr ganz ernst genommen, wenn sie all den Ratschl&auml;gen folgte, die im heimischen Wahlkampf [&hellip;] auf sie einprasseln.&ldquo; Als ein solcher &ndash;  wahlkampfbedingter -Ratschlag an Merkel wird dann die Forderung genannt, den Beginn der Freihandelsgespr&auml;che mit den USA zu verschieben, was der Autor (Jasper von Altenbockum) nat&uuml;rlich ablehnt. Sind aber  Politiker, die an solchen Verhandlungen festhalten, obwohl sie mittlerweile erfahren haben, dass sie von ihrem Verhandlungspartner abgeh&ouml;rt werden, ernster zu nehmen?  Wer so windelweich reagiert wie Angela Merkel, der signalisiert doch: Egal wie gro&szlig; der Tisch bei den Verhandlungen auch ist, du kannst mich auf jeden Fall &uuml;ber denselbigen ziehen.<\/p><p>Auch die zweite Forderung an Merkel, den automatisierten Datenaustausch zwischen der EU und den USA einzustellen, wird von Altenbockum nat&uuml;rlich abgelehnt. Er meint sogar noch dick auftragen zu k&ouml;nnen:  Der amerikanische Datenschutz ist f&uuml;r ihn allenfalls ein &bdquo;Nase r&uuml;mpfen&ldquo; wert.  &bdquo;Die Amerikaner, die auf Freiheit mehr Wert legen als die Deutschen, werden sich nicht vorschreiben lassen, ihre Rechtskultur zu germanisieren.&ldquo; Woher hat Altenbockum blo&szlig; die Idee, dass &bdquo;die Amerikaner [&hellip;] auf Freiheit mehr Wert legen als die Deutschen&ldquo;? Ja, in der NSA-Aff&auml;re geht es in der Tat um Freiheit und Unfreiheit, und hier scheint es doch so zu sein, dass die Deutschen (und die Europ&auml;er) auf die Freiheit vor &Uuml;berwachung und Beschn&uuml;ffelung wesentlich mehr Wert legen als die Amerikaner (jedenfalls als das Gros der Amerikaner und als deren Regierung sowieso).<\/p><p>Weiter: Die Amerikaner &bdquo;werden sich nicht vorschreiben lassen, ihre Rechtskultur zu germanisieren.&ldquo; Sicher brauchen die Amerikaner sich f&uuml;r ihr Rechtssystem nichts &bdquo;vorschreiben lassen&ldquo;, aber warum sollten das umgekehrt die Europ&auml;er mit sich machen lassen? Aber genau das verlangt Altenbockum, n&auml;mlich den automatischen Datenaustausch mit den USA weiterzuf&uuml;hren und damit gegen&uuml;ber den USA auf die Einhaltung der strengeren europ&auml;ischen und zumal deutschen Datenschutznormen zu verzichten. <\/p><p>Und auch das &uuml;bliche Totschlagargument, dass die Amerikaner den Europ&auml;ern mit der &Uuml;berwachung  &bdquo;einen Gefallen tun bei der Verbrechensbek&auml;mpfung&ldquo;, wird hier wieder aufgetischt. Verbrechensbek&auml;mpfung durch Bespitzelung von europ&auml;ischen Botschaften oder chinesischen Eliteunis? Kein Wort vom Spannungsverh&auml;ltnis von Freiheit und Sicherheit, kein Wort davon, dass Prism und Tempora millionenfache Rechtsbr&uuml;che in Form des Eingriffs in Pers&ouml;nlichkeitsrechte begehen und damit Gegenstand von rechtlicher Anklage sein m&uuml;ssten. <\/p><p>Dann bekommt auch noch der FDP-Mann Lindner sein Fett weg: &bdquo;Wer dagegen, wie der FDP-Politiker Lindner, Sanktionen fordert, bis die Amerikaner begriffen h&auml;tten, was &sbquo;b&uuml;rgerliche Freiheitsrechte&rsquo; sind, macht sich l&auml;cherlich.&ldquo; Wenn man danach schaut, was Lindner nun tats&auml;chlich ge&auml;u&szlig;ert hat, sieht das jedoch ganz anders aus. Lindner hat &ndash; offenbar in einem <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article117695063\/NSA-Affaere-Regierung-hat-keine-Ahnung-von-nichts.html\">Gespr&auml;ch mit der &bdquo;Welt&ldquo;<\/a> zwei Dinge gefordert: 1.) sch&auml;rfere Regeln f&uuml;r die Zusammenarbeit der gro&szlig;en Internetfirmen mit Geheimdiensten, und 2.) die automatische Daten&uuml;bermittlung mit den USA auszusetzen und erst wieder aufzunehmen, &bdquo;wenn es ein gemeinsames Verst&auml;ndnis von b&uuml;rgerlichen Freiheiten gibt.&ldquo; <\/p><p>Man k&ouml;nnte es in der Tat f&uuml;r &bdquo;l&auml;cherlich&ldquo; halten, &bdquo;Sanktionen&ldquo; gegen ein Land wie die USA zu fordern. Von &bdquo;Sanktionen&ldquo; seitens der EU gegen&uuml;ber den USA hat Lindner allerdings gar nicht gesprochen. Ebenso wenig hie&szlig; es bei ihm, die Daten&uuml;bermittlung sollte ausgesetzt werden, &bdquo;bis die Amerikaner begriffen h&auml;tten&ldquo; usw.  Man erkennt die polemische Absicht: Lindner soll als der gro&szlig;manns&uuml;chtige Deutsche dargestellt werden, der die anderen, in diesem Fall sogar die Gro&szlig;macht in deutscher &Uuml;berheblichkeit belehren will, bis eben &bdquo;die Amerikaner begriffen h&auml;tten&ldquo;. Nur, auch das hat Lindner nie gesagt. Es g&auml;be ausreichende Gr&uuml;nde, Lindner bzw. die FDP in der Sache zu kritisieren, etwa wenn deren Parteivorsitzender als Bundeswirtschaftsminister den Beginn der Gespr&auml;che zum Freihandelsabkommen verteidigt, w&auml;hrend die Justizministerin und offenbar auch Lindner f&uuml;r die FDP  als &bdquo;B&uuml;rgerrechtspartei&ldquo; politisches Kapital aus der NSA-Aff&auml;re schlagen wollen und der FDP-Au&szlig;enminister den Abh&ouml;rskandal wiederum verharmlost.  Aber auf solche offenkundigen Widerspr&uuml;che geht die FAZ nat&uuml;rlich nicht ein. <\/p><p>Schlichtweg demagogisch ist auch die Formulierung, die Amerikaner &bdquo;werden sich nicht vorschreiben lassen, ihre Rechtskultur zu germanisieren.&ldquo; Der Ausdruck &bdquo;germanisieren&ldquo; wurde vom Autor wohl ganz bewusst gew&auml;hlt: gezielt &bdquo;germanisiert&ldquo; wurde schlie&szlig;lich vor 1945.<br>\nUnd wieso soll sich Lindner nun mit seiner Forderung nach einem &bdquo;gemeinsamen Verst&auml;ndnis der b&uuml;rgerlichen Freiheitsrechte&ldquo; nach Meinung des Autors &bdquo;l&auml;cherlich&ldquo; gemacht haben soll, wei&szlig; wohl nur der FAZ-Redakteur? Wenn sich schon jemand &bdquo;l&auml;cherlich&ldquo; macht, dann der Autor dieses uns&auml;glichen Kommentars.<\/p><p>In <a href=\"http:\/\/www.seiten.faz-archiv.de\/faz\/20130705\/fd1201307053935713.html\">&bdquo;Whistleblower II&ldquo;<\/a> (kostenpflichtig) muss nat&uuml;rlich auch die SPD eins ausgewischt bekommen. Skandalisiert wird nicht etwa der Abh&ouml;rskandal, sondern die Forderung von Sigmar Gabriel, ein Verfahren gegen die Verantwortlichen der amerikanischen und britischen Geheimdienste einzuleiten. Dabei steht er mit dieser Forderung nicht einmal allein, auch im konservativen Lager, etwa von Peter Gauweiler von der CSU wird <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gauweiler-will-snowden-nach-deutschland-holen-der-mann-ist-ein-zentrales-beweismittel-1.1711736\">&Auml;hnliches verlangt<\/a>. Aber was sollen schon solche Details, wenn es gilt, gegen die SPD zu holzen.<\/p><p>Der Autor Majid Sattar weiter: &bdquo;Das erinnert an 2002, als die SPD schon einmal &ndash; es ging um Schr&ouml;der und den Irak-Krieg &ndash; ihren Wahlkampf in einen Feldzug gegen Amerika verwandelte.&ldquo; Hinterher ist man immer kl&uuml;ger &ndash; das gilt zwar meistens, aber ganz offensichtlich nicht f&uuml;r Sattar in Bezug auf den Irak-Krieg. Dass die seitens der USA angef&uuml;hrten Kriegsgr&uuml;nde gef&auml;lscht waren, dass der Krieg in zehn Jahren nicht zu einer Befriedung des Irak gef&uuml;hrt hat, dass er in zehn Jahren ca. 2 Millionen Menschenleben gekostet hat,  dass er in zehn Jahren die USA ca. 800 Milliarden Dollar <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/173138\/umfrage\/kriegskosten-der-usa-im-irak-und-afghanistan\/\">gekostet hat<\/a>, eine Summe, die ausreichen w&uuml;rde, jedem Menschen im Irak 27.600 Dollar in die Hand zu dr&uuml;cken, dass Schr&ouml;ders Ablehnung eines Irak-Kriegs in der deutschen Bev&ouml;lkerung auf gr&ouml;&szlig;te Zustimmung stie&szlig; (Politbarometer 5. August 2002: 81%) &ndash; dem Autor Sattar ist das alles egal. Stattdessen spricht er vom damaligen SPD-Wahlkampf als einem &bdquo;Feldzug gegen Amerika&ldquo;. <\/p><p>Weiter geht&rsquo;s mit <a href=\"http:\/\/www.seiten.faz-archiv.de\/faz\/20130705\/fd1201307053935795.html\">&bdquo;Whistleblower III&ldquo;<\/a> (kostenpflichtig, <a href=\"http:\/\/de.nachrichten.yahoo.com\/kommentar-frankfurter-allgemeine-morales-snowden-191114829.html\">Ausz&uuml;ge<\/a>). Nun wird &uuml;ber den bolivianischen Pr&auml;sidenten Evo Morales hergezogen, der seine &bdquo;au&szlig;erplanm&auml;&szlig;igen Zwischenlandung in Wien&ldquo; (so kann man den Vorfall nat&uuml;rlich auch verharmlosen) als einem &bdquo;historischen Fehler&ldquo; genannt hat. Der Autor, Daniel Deckers, meint zu dieser &Auml;u&szlig;erung von Morales: &bdquo;Es zeugt nicht von einer auch nur halbwegs realistischen Einsch&auml;tzung der weltgeschichtlichen Bedeutung seiner Person&ldquo;. Doch erstens hat Morales nicht von einem &bdquo;weltgeschichtlichen Fehler&ldquo; gesprochen, zweitens meint Deckers offenbar, dass Landeverbote nur f&uuml;r Personen von &bdquo;weltgeschichtlicher Bedeutung&ldquo; &ndash; also etwa f&uuml;r Barack Obama oder Angela Merkel &ndash; einen Skandal ausmachen, aber eben nicht f&uuml;r den Pr&auml;sidenten eines kleinen Andenstaates.  <\/p><p>Deckers will uns wohl sagen, dass mit den Repr&auml;sentanten kleinerer L&auml;nder anders umgesprungen werden darf, als mit denen der wichtigeren &ndash; eine seltsame Auffassung von internationaler Staatengemeinschaft und der Souver&auml;nit&auml;t gro&szlig;er und kleiner L&auml;nder.<br>\nAber nur gegen Morales zu schie&szlig;en, reicht Deckers noch nicht. Dem Generalsekret&auml;r der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Insulza, der ge&auml;u&szlig;ert hatte, in der Person von Morales sei Lateinamerika als Ganzes gedem&uuml;tigt worden, wirft er eine &bdquo;verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit&ldquo; vor. Begr&uuml;ndung: &bdquo;Bezeichnend ist vielmehr, dass von Mexiko und Kolumbien &uuml;ber Peru und Chile bis nach Brasilien die Regierungen ob der vermeintlichen Dem&uuml;tigung eines Helden des antiimperialistischen Kampfes lautstark schweigen.&ldquo; Daran stimmt nun wirklich gar nichts. Alle genannten L&auml;nder haben mehr oder weniger deutlich gegen diese Behandlung von Morales protestiert. <\/p><p>Brasiliens Pr&auml;sidentin Rousseff <a href=\"http:\/\/blog.planalto.gov.br\/em-nota-governo-expressa-repudio-ao-constrangimento-imposto-ao-presidente-evo-morales\/\">erkl&auml;rt ihre &bdquo;Emp&ouml;rung&ldquo;<\/a> (<a href=\"http:\/\/translate.google.de\/translate?sl=pt&amp;tl=de&amp;js=n&amp;prev=_t&amp;hl=de&amp;ie=UTF-8&amp;u=http%3A%2F%2Fg1.globo.com%2Fmundo%2Fnoticia%2F2013%2F07%2Fdilma-diz-que-constrangimento-vivido-por-evo-morales-e-inaceitavel.html\">Siehe auch hier<\/a>). Kolumbiens Pr&auml;sident <a href=\"http:\/\/colombiareports.com\/colombia-will-not-allow-evo-morales-row-to-turn-into-diplomatic-crisis\/\">erkl&auml;rt<\/a>: &bdquo;Wir solidarisieren uns mit Evo Morales, weil es unerh&ouml;rt ist, was sie mit ihm gemacht haben, aber wir lassen nicht zu, dass sich das zu einer diplomatischen Krise zwischen Lateinamerika und der EU entwickelt&ldquo;. Perus Pr&auml;sident <a href=\"http:\/\/peru21.pe\/politica\/ollanta-humala-convocaria-reunion-unasur-caso-evo-morales-2138510\">fordert<\/a> eine Sondersitzung der Staatengemeinschaft UNASUR zu dieser Angelegenheit. &bdquo;Im Abschlussdokument fordern die Unasur-Staaten &bdquo;Antworten und &ouml;ffentliche Entschuldigungen&ldquo; von Frankreich, Spanien, Italien und Portugal. Diese vier Staaten hatten Morales den &Uuml;berflug verweigert. Brasilien, Chile und Peru unterst&uuml;tzten diese Position <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/2013\/07\/83585\/morales-unasur-landung-gipfel\">ausdr&uuml;cklich<\/a>&ldquo;. Jetzt bliebe nur noch Mexiko in der Staatenliste unseres Autors &uuml;brig. Dort hat sich die Regierung in der Tat nicht ge&auml;u&szlig;ert, daf&uuml;r aber eindeutig der <a href=\"http:\/\/www.jornada.unam.mx\/ultimas\/2013\/07\/04\/18226558-demandan-diputados-a-pena-nieto-nota-diplomatica-ante-onu-para-investigar-discriminacion-contra-evo-morales\">St&auml;ndige Ausschuss des Parlaments<\/a> (<a href=\"http:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/worldnews\/southamerica\/bolivia\/10158924\/Latin-American-countries-call-summit-over-diversion-of-Evo-Moraless-plane.html\">Siehe auch hier<\/a>). <\/p><p>Aber Deckers setzt noch einen drauf: Da hei&szlig;t es, die Pr&auml;sidenten von Bolivien, Nicaragua, Ecuador, Venezuela und Argentinien &bdquo;haben mit der Achtung demokratischer Grundrechte nicht halb so viel im Sinn wie der verhasste gro&szlig;e Bruder im Norden&ldquo;. Bei allen f&uuml;nf handelt es sich um mehr oder weniger &bdquo;linke&ldquo; Pr&auml;sidenten bzw. Regierungen, die immerhin alle auf demokratischem Wege an die Macht gekommen sind. Alle sind angetreten, um die Interessen der breiten Mehrheit der Bev&ouml;lkerung gegen die &ndash; in der Vergangenheit stets von den USA unterst&uuml;tzten &ndash; reichen Eliten zu vertreten, die in fr&uuml;heren Zeiten mit einmal mehr, einmal weniger nackter Gewalt ihre L&auml;nder regiert und ausgepl&uuml;ndert haben. Damals hielten sich die Vorw&uuml;rfe seitens der &bdquo;freien Welt&ldquo; &uuml;ber Menschenrechtsverletzungen sehr in Grenzen. Ja, in den f&uuml;nf genannten Staaten mit &bdquo;linker&ldquo; Regierung kommen leider auch Verst&ouml;&szlig;e gegen demokratische Grundrechte vor. Aber das war in den Zeiten vor diesen &bdquo;linken&ldquo; Regierungen auch nicht anders, im Gegenteil es war oftmals viel schlimmer. <\/p><p>Dass trotz aller vorkommenden Verst&ouml;&szlig;e diese &bdquo;linken&ldquo; Regime in vielfacher Hinsicht auch die &bdquo;Achtung demokratischer Grundrechte&ldquo; verbessert haben, bleibt bei dem Vorwurf des Autors au&szlig;en vor. Der Widerwille von Herrn Deckers gegen einen Pr&auml;sidenten wie Evo Morales trieft aus jeder Zeile dieses Artikels heraus. So etwa, wenn er diesen als &bdquo;ehemaligen Kokabauern&ldquo; abstempelt.  Zwischenfrage: Wer wird eigentlich als Pr&auml;sident geboren? H&auml;tte die FAZ im Zusammenhang mit Gerhard Schr&ouml;der absch&auml;tzig von einem &bdquo;Putzfrauensohn&ldquo; oder &uuml;ber Nelson Mandela als &bdquo;ehemaligen Strafgefangenen&ldquo; geschrieben?<\/p><p>Man fragt sich: Warum diese v&ouml;llig gleichgerichtete Propagandaschreibe in so vielen verschiedenen Beitr&auml;gen an einem Tag abgedruckt wird? <\/p><p>In der FAZ-Chefredaktion scheint man wohl nerv&ouml;s geworden zu sein. Wenn man sich n&auml;mlich die Meinungsumfragen ansieht, dann musste man in den Redaktionsstuben des konservativen Blattes besorgt sein. Die gro&szlig;e Mehrheit der Deutschen h&auml;lt die Schn&uuml;ffelei der Amerikaner und Briten f&uuml;r skandal&ouml;s und Snowden eher f&uuml;r bewundernswert. Die Bildzeitung hatte das auf die einfache Frage heruntergebrochen: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/edward-snowden\/bolivien-praesident-zur-zwischenlandung-gezwungen-31102530.bild.html\">&bdquo;Ist Snowden ein Held oder ein Schuft?&ldquo;<\/a> und dazu eine Umfrage gestartet; das eindeutige Ergebnis von mittlerweile &uuml;ber 100.000 Abstimmenden: Held 85 %, Schuft 15 %. Das d&uuml;rfte die Meinung der Deutschen zu diesem ganzen Thema doch ziemlich gut widerspiegeln. Die Zustimmung zu &bdquo;Muttis&ldquo; Schmusekurs mit den USA ist jedenfalls begrenzt, also muss das merkeltreue Blatt alle Anstrengungen unternehmen, damit nicht noch mitten im Wahlkampf wom&ouml;glich ein Stimmungsumschwung eintritt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine auff&auml;llige Massierung von plumper Meinungsmache hat sich die Frankfurter Allgemeine am 5. Juli 2013 in mehreren Artikeln zum Thema NSA-Skandal und Edward Snowden geleistet. 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