{"id":17981,"date":"2013-07-16T09:11:15","date_gmt":"2013-07-16T07:11:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981"},"modified":"2013-07-16T09:11:15","modified_gmt":"2013-07-16T07:11:15","slug":"hinweise-des-tages-1922","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h02\">Friedrich in Washington<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h03\">Freihandelsabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h04\">Finanzkrise &ndash; Was Portugal durchmacht, ist f&uuml;r Entwicklungsl&auml;nder normal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h05\">Ungarn will IWF aus dem Land werfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h06\">Banken au&szlig;er Kontrolle &ndash; Wie die Politik uns in die Krise f&uuml;hrte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h07\">Commerzbank &ndash; Sch&auml;uble will Krisenbank loswerden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h08\">Aktionsplan der OECD &ndash; Konzerne wehren sich gegen neue Steuergesetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h09\">Ende des Riester-Booms<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h10\">Leserbrief zu unserem gestrigen Hinweis #9<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h11\">Urteil im Tayvon Martin-Prozess : US-Ministerium pr&uuml;ft Zivilklage gegen Zimmerman<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h12\">Unser Wirtschaftswunder &ndash; Die wahre Geschichte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981#h13\">Auf der Suche nach einem anderen Europa<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17981&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Merkel gibt die Datenschutzkanzlerin<\/strong><br>\nSeht her, die tut was: Kanzlerin Merkel spr&uuml;ht im ARD-Sommerinterview vor Tatendrang. Neue Abkommen und eine Initiative der Regierung sollen die Daten der Deutschen sch&uuml;tzen. Bei n&auml;herem Hinsehen erweist sich das als Liste frommer W&uuml;nsche.<br>\nZehn Minuten sind rum, da will Ulrich Deppendorf im Sommerinterview mit Angela Merkel zum n&auml;chsten Thema &uuml;bergehen. &ldquo;So!&rdquo;, sagt der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. Das soll eine &Uuml;berleitung sein, doch Merkel widerspricht: &ldquo;Vielleicht noch ein Zusatz&rdquo;, ruft sie. &ldquo;Vielleicht noch ein Zusatz!&rdquo;<br>\nEs ist ihr wichtig, sie will das jetzt aus der Welt schaffen. Es soll ruhig noch ein bisschen l&auml;nger um den Datenschutz gehen, um die Internetspionage der Amerikaner und Briten, um die Enth&uuml;llungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden.<br>\nMerkel sagt: &ldquo;Nicht alles, was technisch machbar ist, darf gemacht werden.&rdquo; Sie selbst sei nicht abgeh&ouml;rt worden: &ldquo;Mir ist nichts bekannt, sonst h&auml;tte ich das schon dem Parlamentarischen Kontrollgremium gemeldet.&rdquo; Internationale Abkommen m&uuml;ssten her, Deutschland werde da eine &ldquo;strikte Position&rdquo; einnehmen. In Sachen Vorratsdatenspeicherung werde nur das gemacht, was der Europ&auml;ische Gerichtshof vorgibt: &ldquo;Hier deuten sich &Auml;nderungen an, da sind wir offen, da kommen wir schon &uuml;berein.&rdquo;<br>\nAlles gut, ich k&uuml;mmere mich, ich bin voller Tatendrang, das ist Merkels Botschaft. Und auch: Ihr m&uuml;sst daf&uuml;r nicht die anderen w&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ard-sommerinterview-zur-spionage-affaere-merkel-gibt-die-datenschutzkanzlerin-1.1721604\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eine klassische Merkel &ndash;Nummer, abwiegeln, verschleiern, einseifen. Fakt ist, dass die NSA unter Missachtung jeglicher deutscher und europ&auml;ischer B&uuml;rgerrechtsstandards eine totale Kommunikations&uuml;berwachung betreibt, gegen die, der Stasi-&Uuml;berwachungsapparat als Folkloreveranstaltung erscheint. Merkel ist das bestenfalls ein Schulterzucken und ein paar nebul&ouml;se Ank&uuml;ndigungen zum Datenschutz wert. Leider spielt die Mainstreampresse dieses armselige Schmierentheater wieder einmal mit und sekundiert Merkel in ihrer angeblichen Unwissenheit &uuml;ber die Tragweite der US-Bespitzelung. Augstein triff da den Sachverhalt sicher besser als die SZ:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Jakob Augstein &ndash; Merkel l&auml;sst die Deutschen im Stich<\/strong><br>\n&ldquo;Ich schw&ouml;re, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erf&uuml;llen und Gerechtigkeit gegen jedermann &uuml;ben werde. So wahr mir Gott helfe.&rdquo;<br>\nDer Amtseid ist kein Spa&szlig;. Er steht im Grundgesetz, Artikel 56. Auch Merkel hat ihn geschworen. Peer Steinbr&uuml;ck hat am Wochenende gesagt: &ldquo;Schaden vom Volke abzuwenden &ndash; das stelle ich mir anders vor.&rdquo; Der Kanzlerkandidat der SPD hat Recht.<br>\nDie Reflexe des politischen Diskurses tr&uuml;ben den Blick. Wenn man alles Gerede beiseite l&auml;sst &ndash; worum geht es? Die USA verletzen massenhaft und systematisch die Grundrechte von Menschen, die keine M&ouml;glichkeit haben, &uuml;ber diese Praxis in Wahlen abzustimmen. Denn es sind ja nicht unsere Gesetze, nach denen NSA und CIA arbeiten und wie die Organisationen sonst noch hei&szlig;en, die im Namen der Sicherheit der freien Welt unterwegs sind.<br>\nEs geht nicht darum, wie wir zu Amerika stehen. Oder zum internationalen Terrorismus. Oder zur Rolle der Geheimdienste. Da hat jeder seine Meinung. Es geht darum, dass man unsere Rechte verletzt, ohne dass wir Einspruch erheben k&ouml;nnen. Wir h&ouml;ren auf, B&uuml;rger zu sein, und werden zu Untertanen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jakob-augstein-ueber-angela-merkel-und-den-spionage-skandal-a-911146.html\">SPON<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Stimmt&rsquo;s<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130716_nasen_kol.gif\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130716_nasen_kol_small.gif\" title=\" alt=\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikaturen\/kari_20130714_Nasen_kol.gif\">Klaus Stuttmann<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Scheinheiligen<\/strong><br>\n&ldquo;Ihre Privatsph&auml;re ist unsere Priorit&auml;t&rdquo;, so lautet der Satz, den Microsoft in den vergangenen Monaten bei jedweder Gelegenheit in die Welt posaunt hat. Im Mai hat das Unternehmen eine gro&szlig; angelegte Kampagne gestartet mit dem vorgeblichen Ziel, das Bewusstsein f&uuml;r Datenschutz zu st&auml;rken. Sechs Wochen lang schaltete das Unternehmen aufw&auml;ndige Anzeigen in Zeitungen, Fernsehen, Online-Medien und auf den Stra&szlig;en. Flankiert wurde das Brimborium von einer gro&szlig;en Umfrage, die den Eindruck vermitteln sollte, dass sich die Menschen in der ganzen Welt zwar um den Schutz ihrer Daten sorgen, sie aber gleichzeitig kaum etwas daf&uuml;r unternehmen. Microsoft, so die einfache Rechnung, sollte die L&ouml;sung des Problems sein. Das war der Plan.<br>\nDann kam Edward Snowden. Microsoft sei eines von neun amerikanischen Unternehmen, die eng mit dem Milit&auml;rnachrichtendienst NSA kooperieren, teilte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter der &Ouml;ffentlichkeit mit. In einer Stellungnahme versuchte Microsoft, wie die anderen Unternehmen auch, sich noch rauszureden. Nun aber l&auml;sst Snowden im Guardian die n&auml;chste Bombe platzen: Microsoft habe den amerikanischen Geheimdiensten sogar Zugang zu verschl&uuml;sselten Outlook-Nachrichten gew&auml;hrt. Au&szlig;erdem seien der Cloud-Speicherdienst Skydrive und der Video-Telefonie-Dienst Skype ausspioniert worden. Microsofts Ruf, das zeigen die Reaktionen im Netz, droht schwer ramponiert zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/microsoft-und-die-nsa-ueberwachung-die-scheinheiligen-1.1719922\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Da wird kein Ruf ramponiert, der nicht ohnehin schon l&auml;ngst ramponiert war. Wenn ausgerechnet Microsoft mit den Slogans &bdquo;Privatsph&auml;re&ldquo; und &bdquo;Sicherheit&ldquo; wirbt, ist dies ungef&auml;hr so glaubhaft, wie die Versuche der deutschen Energiemultis, sich als Umweltretter darzustellen. Microsoft treffen die Enth&uuml;llungen an einer &auml;u&szlig;erst heiklen Stellen. Das gro&szlig;e Zukunftsprojekts des Konzerns ist das Projekt &bdquo;Office 365&ldquo; https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Office_365 , das so sehr wie kein anderes Softwaremodell auf die Integration so genannter Clouds setzt &ndash; also zentralen Datenspeichern im Netz. W&auml;hrend andere Cloudanbieter wie Google Drive, Dropbox oder Apples iCloud vor allem auf den Privatanwender (der meist nicht sonderlich sicherheitssensibel ist) ma&szlig;geschneidert sind, fokussiert Microsoft sich mit seinem &bdquo;Office 365&ldquo; jedoch vor allem auf den lukrativen Markt der Unternehmenskunden. Ein Unternehmen, das seine sensiblen Daten in einer Cloud speichert, deren Betreiber der NSA freien Zugang zu den Daten anbietet, ist jedoch mit dem Klammerbeutel gepudert. F&uuml;r Microsofts Strategie ist die Aff&auml;re Snowden somit ein echter GAU.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Globaler Abh&ouml;rwahn, Wie digitale Kommunikation belauscht wird<\/strong><br>\nWas der Whistleblower Edward Snowden ans Tageslicht bef&ouml;rdert hat, zwingt auch jene zum Umdenken, die bislang nach dem Motto leben: &bdquo;Wer nichts zu verbergen hat, muss nichts bef&uuml;rchten.&ldquo; Der US-Auslandsgeheimdienst durchleuchtet Kommunikation gro&szlig;fl&auml;chig und anlasslos. Ins Visier der NSA geraten mitunter Unschuldige. Auch deutsche Beh&ouml;rden sind nicht zimperlich. Es ist Zeit, &uuml;ber Ma&szlig;nahmen gegen die Erosion der eigenen Privatsph&auml;re nachzudenken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ct\/artikel\/Globaler-Abhoerwahn-1913829.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Why Privacy Matters Even if You Have &lsquo;Nothing to Hide&rsquo;<\/strong><br>\nWhen the government gathers or analyzes personal information, many people say they&rsquo;re not worried. &ldquo;I&rsquo;ve got nothing to hide,&rdquo; they declare. &ldquo;Only if you&rsquo;re doing something wrong should you worry, and then you don&rsquo;t deserve to keep it private.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/chronicle.com\/article\/Why-Privacy-Matters-Even-if\/127461\/\">Chronicle<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Ein lesenswerter Artikel zum Argument, &ldquo;wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu bef&uuml;rchten&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Friedrich in Washington<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sie kapieren nicht, um was es geht<\/strong><br>\nBem&uuml;ht, bem&uuml;ht zu wirken: Die Washington-Reise von Innenminister Friedrich illustriert die gef&auml;hrliche Haltung der Bundesregierung im NSA-Skandal. Weil sie die Tragweite der Snowden-Enth&uuml;llungen nicht begreift, l&auml;sst die Kanzlerin ihren Minister politische Aktivit&auml;t simulieren. Das ist fatal &ndash; denn es geht nicht um eine kleine Krise, sondern um den Lehman-Moment der B&uuml;rgerrechte.<br>\nHalten wir uns nur kurz mit dem Minister auf und formulieren es so: Hans-Peter Friedrich hat die niedrigen Erwartungen in seine Reise erf&uuml;llt. Er wei&szlig; nach seinem Besuch in Washington nun offenbar, was Prism ist, hat die Aufhebung eines ohnehin obsoleten Spionage-Status aus Zeiten des Kalten Krieges erreicht und sich versichern lassen, dass die NSA keine Industriespionage betreibt. Der BND wird wom&ouml;glich einige bislang klassifizierte Dokumente einsehen d&uuml;rfen.<br>\nDas ist wenig, und doch d&uuml;rfte es genau das sein, was seine Kanzlerin von ihm wollte. Denn die Bundesregierung hat sich, mit Ausnahme der Justizministerin, bei ihrer Reaktion auf den NSA-Skandal daf&uuml;r entschieden, einer fatalen Logik zu folgen: Staatsinteresse &uuml;ber B&uuml;rgerinteresse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/friedrichs-aufklaerungsreise-im-nsa-skandal-sie-kapieren-nicht-um-was-es-geht-1.1720886\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Geheimdiensterkenntnisse durch Prism &ndash; Anschlagspl&auml;ne, die keine waren<\/strong><br>\nDie Bundesregierung ger&auml;t unter Druck: Durch das Sp&auml;hprogramm Prism sollen nun doch nicht f&uuml;nf Anschl&auml;ge in Deutschland verhindert worden sein, wie Innenminister Friedrich behauptet hatte, sondern lediglich &ldquo;&Uuml;berlegungen&rdquo; durchkreuzt worden sein. [&hellip;]<br>\nOb es sich bei den von Friedrich genannten f&uuml;nf F&auml;llen tats&auml;chlich um konkrete Anschlagspl&auml;ne handelte, blieb unklar: Sein Sprecher wollte sich nicht festlegen, &ldquo;wie weit fortgeschritten da die Planungen gewesen&rdquo; seien. Es k&ouml;nne auch &ldquo;ein sehr fr&uuml;hes Stadium&rdquo; gewesen sein. &ldquo;Zu sagen, dass wir hier vor f&uuml;nf konkreten Terroranschl&auml;gen standen, das w&auml;re jetzt sicherlich die falsche Botschaft&rdquo;, sagte er weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/geheimdiensterkenntnisse-durch-prism-anschlagsplaene-die-keine-waren-1.1721889\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gemeinsamer Markt Transatlantien<\/strong><br>\nFreihandelszone Wenn die EU-Unterh&auml;ndler nicht dagegen halten, dann fallen mit den Zollschranken zwischen Nordamerika und Europa auch viele soziale Standards.<br>\nAkronyme wie TTIP oder TATA wird man sich merken m&uuml;ssen. Dahinter verbirgt sich das Trans-Atlantic Trade and Investment Partnership und das Trans-Atlantic Trade Agreement, und beide werden politisch k&uuml;nftig eine gro&szlig;e Rolle spielen. Denn seit dieser Woche verhandeln die USA und die EU &uuml;ber eine transatlantische Freihandelszone. Kanzlerin Angela Merkel kann sich best&auml;tigt f&uuml;hlen. Ein Projekt, das sie seit Jahren propagiert hat, nimmt nun Gestalt an. Abh&ouml;rskandal hin oder her: Zu viel steht f&uuml;r beide Seiten auf dem Spiel.<br>\nMit TTIP\/TATA entsteht die gr&ouml;&szlig;te Freihandelszone der Welt. Staaten wie Kanada und Mexiko und die momentanen EU-Beitrittskandidaten sind ebenso dabei wie die USA und die 28 EU-Mitgliedsl&auml;nder. Es geht um den Gemeinsamen Markt Transatlantien und damit um eine kapitalistische Weltmacht, der kein anderer Staatenbund und keine andere Region gewachsen sein wird. Deshalb werden Goldene Berge &ndash; fast 200.000 neue Jobs f&uuml;r Deutschland, 500.000 f&uuml;r die USA, dazu ein Wohlstandsschub von bis zu 15 Prozent Wachstum &ndash; versprochen. Wirtschaftsverb&auml;nde und liberale &Ouml;konomen beschw&ouml;ren den Erfolg des Mammutprojekts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/gemeinsamer-markt-transatlantien\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Freihandelsabkommen &ndash; Politiker wissen erschreckend wenig &uuml;ber Zusammenh&auml;nge<\/strong><br>\nIn den letzten Wochen haben wir im Zusammenhang mit dem Start der Gespr&auml;che &uuml;ber die transatlantische Freihandelszone viele Zahlen geh&ouml;rt und Politiker erlebt, die bereits im Vorfeld die Vorz&uuml;ge des m&ouml;glichen Abkommens &uuml;berschw&auml;nglich beworben haben. So viel &Uuml;berschwang muss doch misstrauisch machen?<br>\nAlexandra Strickner: Das sollte wirklich jeden misstrauisch machen. Es l&auml;uft heute so &auml;hnlich ab wie 2001 zu Beginn der Doha-Verhandlungsrunden. Damals hat man auch das Blaue vom Himmel versprochen. Die realen Erfahrungen mit Freihandelsabkommen aber zeigen, dass das Versprochene dann oft nicht eintrifft.<br>\nDie Geschichte wiederholt sich: Die EU setzt sich mit gro&szlig;en Unternehmen zusammen, die pr&auml;sentieren d&uuml;rfen, was sie gerne h&auml;tten. Diese Gespr&auml;che bilden dann die Grundlage f&uuml;r die nicht &ouml;ffentlichen Verhandlungen zum Freihandelsabkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tt.com\/%C3%9Cberblick\/Wirtschaft\/6868759-6\/politiker-wissen-erschreckend-wenig-%C3%BCber-zusammenh%C3%A4nge-und-auswirkungen.csp\">Tiroler Tageszeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>TAFTA &ndash; der Wirtschafts-Zwilling der Nato<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Merkel hat es oft beschworen in den letzten Jahren: Die 80 Millionen Deutschen h&auml;tten gegen die 2,3 Milliarden Chinesen und Inder doch keine Chance. Auch die 500 Millionen EU-Europ&auml;er m&uuml;ssten sich nach Partnern umsehen. Wer l&auml;ge da n&auml;her als die USA, mit denen man dieselben Werte teile. Zwar w&uuml;rden die USA und die EU nur 14 % der Weltbev&ouml;lkerung stellen, aber immerhin 40 % des Welthandels und &uuml;ber 50 % der Weltwirtschaftsleistung. In transatlantischer Gemeinsamkeit, so die propagierte Logik, bleibe man der bestimmende Faktor der Weltpolitik und Weltwirtschaft.<br>\nWas gerne propagandistisch in den Vordergrund ger&uuml;ckt wird, spielt in Wahrheit nur eine kleine Rolle: die Senkung der Z&ouml;lle. &bdquo;Im Schnitt fallen beim transatlantischen Wettbewerb gerade einmal drei Prozent f&uuml;r die Z&ouml;lle an.&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16289\">Jens Berger: TAFTA &ndash; eine weitere Hintert&uuml;r f&uuml;r neoliberale Reformen<\/a>.). Auch die Bertelsmann-Stiftung,<br>\ndie wie gewohnt heftig trommelt f&uuml;r ein neues neoliberales Projekt, r&auml;umt ein, dass es nicht um die Z&ouml;lle geht, sondern um die &bdquo;non-tariff trade barriers&ldquo;, um die Handelsbarrieren jenseits der Z&ouml;lle. Es geht um einheitliche Richtlinien bei Industriestandards, bei Pharmaprodukten und Lebensmitteln und um Privatisierungen. W&uuml;rden solche Waren-Standards zwischen den USA und der EU verbindlich festgelegt, w&uuml;rde der TAFTA-Wirtschaftsblock dem gesamten Weltmarkt in Zukunft diktieren, wie Waren auf diesem auszusehen haben. Es w&auml;re ein gewaltiger Vorteil f&uuml;r den Export-Vizeweltmeister Deutschland und f&uuml;r alle aus dem TAFTA-2 Raum heraus agierenden Konzerne. Es w&auml;re damit auch eine massive Absicherung von Dollar und Euro auf dem globalen W&auml;hrungsmarkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.isw-muenchen.de\/download\/tafta-cs-20130704.pdf\">isw [PDF &ndash; 94.3 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Finanzkrise &ndash; Was Portugal durchmacht, ist f&uuml;r Entwicklungsl&auml;nder normal<\/strong><br>\nKardinal Peter Turkson ist in einfachen Verh&auml;ltnissen aufgewachsen. Heute ist er einer der einflussreichsten M&auml;nner des Vatikans. Im Interview mit der F.A.Z. ruft er die Krisenstaaten Europas dazu auf, ihre Anspr&uuml;che herunterzuschrauben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/kardinal-peter-turkson-was-portugal-durchmacht-ist-fuer-entwicklungslaender-normal-12280464.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ich bin zwar kein Freund der Kirche, aber offenbar hat man im Vatikan eine tiefere Einsicht in die Ursachen und Folgen der Finanzkrise als im Bundeskanzleramt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ungarn will IWF aus dem Land werfen<\/strong><br>\nUngarn hat den Staatsbankrott abgewendet, seine Kredite fast abbezahlt und die Staatsverschuldung gesenkt. Hilfe? Nicht mehr n&ouml;tig, findet die ungarische Nationalbank &ndash; und schickt einen deutlichen Brief an den Internationalen W&auml;hrungsfonds.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/regierung-orbn-ungarn-will-iwf-aus-dem-land-werfen-1.1722004\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.mnb.hu\/Root\/Dokumentumtar\/MNB\/Sajtoszoba\/Sajtoszobakozlemenyek\/mnbhu_sajtokozlemeny_20130715\/096_130712_Matolcsy_to_Lagarde.pdf\">Der Brief an Madame Lagarde [PDF &ndash; 185 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unsere Leserin S.H.:<\/strong> Besonders gut finde ich diese Anmerkung: Last but not least, let me use this opportunity to personally congratulate you for your efforts in making the most of the Fund&rsquo;s mandate stipulated in Article 1 (ii) to promote economic growth (i.e. high levels of employment and real income). Ich verstehe es als einen (weiteren) Seitenhieb gegen das &ldquo;alternativlose&rdquo; Spardiktat :-)<\/em><br>\n<em>Im &Uuml;brigen hat Orb&aacute;n mit seiner &ldquo;unorthodoxen&rdquo; Wirtschaftspolitik &ndash; sprich: keine K&uuml;rzungen nach Art der Troika, daf&uuml;r u.a. Steuern f&uuml;r Banken, Konzerne, usw., (zugegebenerma&szlig;en leider auch f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung im Allgemeinen, aber irgendwoher muss er das von den Vorg&auml;ngern verprasste Geld reinholen) &ndash; auch erreicht, dass Ungarn vor Kurzem aus dem Defizitverfahren der EU entlassen wurde. Schon unter der ersten Orb&aacute;n-Regierung bis 2002 wurden die Maastricht-Kriterien erf&uuml;llt (ist ja Voraussetzung f&uuml;r die Aufnahme). Die nachfolgende, sich linksliberal nennende, aber waschechte neoliberale Regierung hat jedoch ab dem Eintritt 2004 stets ein Defizitverfahren am Hals gehabt, und sie hat bis 2008 Ungarn als erstes EU-Mitglied an den Rand der Zahlungsunf&auml;higkeit gef&uuml;hrt. Die Staatspleite konnte nur mit dem IWF-Kredit abgewendet werden.<\/em><br>\n<em>Unter uns, ungarischen &ldquo;Verschw&ouml;rungstheoretikern&rdquo; h&auml;lt sich hartn&auml;ckig die Annahme, dass Ungarn die Rolle angedacht war, die jetzt die Griechen zu spielen haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Banken au&szlig;er Kontrolle &ndash; Wie die Politik uns in die Krise f&uuml;hrte<\/strong><br>\nDie Finanzkrise kam &uuml;ber Deutschland wie ein Tsunami, von weit her und v&ouml;llig unvorhersehbar. Verantwortlich sind die USA, die Leidtragenden sind wir. Diese These ist ebenso eing&auml;ngig wie falsch.<br>\nDie Autoren Julia Kl&uuml;ssendorf und Stefan J&auml;ger zeigen, wie alle Regierungen in Deutschland seit den Neunzigern die vorhandenen Alarmsignale ignoriert haben. Die Autoren blicken hinter die Kulissen und zeigen, warum unsere Politiker den Bankern freie Hand lie&szlig;en.<br>\nIKB, Sachsen LB, West LB, HRE und Commerzbank &ndash; so hei&szlig;en die deutschen Verursacher der Katastrophe. In London liefen die Landesbanken nur unter &ldquo;Stupid Germans&rdquo;, denen man jedes Schrottpapier unterjubeln konnte. Warum konnten die Landesbanken hoch riskante Produkte handeln, ganz nach Manier der aggressiven Investmentbanker in New York und London?<br>\nUnd warum kommt es &ndash; entgegen allen Vorwarnungen &ndash; zur &Uuml;bernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank? Einige Wochen sp&auml;ter war die Commerzbank pleite, der damalige Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck gibt sich v&ouml;llig &uuml;berrascht, z&auml;hneknirschend springt er mit Milliarden Steuergeldern ein.<br>\n&ldquo;R&uuml;ckblickend&rdquo;, so Ex-Finanzminister Hans Eichel heute, &ldquo;h&auml;tten wir mehr regulieren m&uuml;ssen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/hr\/15072013-die-story-im-ersten-banken-ausser-kontrolle-100.html\">Das Erste<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nat&uuml;rlich wird so etwas wieder erst um 23 Uhr gesendet. S&auml;mtliche Politiker in dieser Sendung machen durch die Bank eine j&auml;mmerliche Figur. Diese Herrschaften haben und hatten gegen die gerissenen Bankster keine Chance. Und vermutlich auch nicht den Willen wirklich etwas gegen die Finanzindustrie zu unternehmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Commerzbank &ndash; Sch&auml;uble will Krisenbank loswerden<\/strong><br>\nSteigt die Schweizer UBS als Gro&szlig;aktion&auml;r bei der Commerzbank ein? Offenbar sucht Finanzminister Sch&auml;uble hinter den Kulissen nach einem Interessenten f&uuml;r die Krisenbank, die w&auml;hrend der Finanzkrise teilverstaatlicht wurde. So k&ouml;nnte er das Thema aus dem Wahlkampf heraushalten.<br>\nDer Bundesfinanzminister ist nicht gl&uuml;cklich mit der staatlichen Beteiligung an der Commerzbank. Die Krisenbank, die w&auml;hrend der Bankenkrise mit Staatsgeldern gerettet wurde, k&ouml;nnte im Wahlkampf noch zum Thema werden, einem Thema, das Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) nicht gef&auml;llt. Deshalb sucht er offenbar dringend nach einem K&auml;ufer f&uuml;r das Geldhaus.<br>\nLaut einem Focus-Bericht will die Bundesregierung internationale Gro&szlig;banken f&uuml;r den Einstieg bei der Commerzbank gewinnen. So habe Sch&auml;uble etwa bei der Schweizer Gro&szlig;bank UBS ein m&ouml;gliches Interesse an einer &Uuml;bernahme staatlicher Anteile an der Commerzbank sondiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/commerzbank-schaeuble-will-krisenbank-loswerden-1.1720910\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo;Marktschonend&ldquo;, ein sch&ouml;ner Terminus. Marktschonend oder marktkonform, das sind inzwischen die einzigen Handlungsmaximen der Bundesregierung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Aktionsplan der OECD &ndash; Konzerne wehren sich gegen neue Steuergesetze<\/strong><br>\nAmazon macht in Deutschland einen Milliardenumsatz &ndash; zahlt aber nur drei Millionen Euro Steuern. Damit sich das &auml;ndert, feilen die Industriestaaten an einem Plan gegen die Steuertricks gro&szlig;er Konzerne. Doch die Wirtschaftslobby regt sich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/aktionsplan-der-oecd-konzerne-wehren-sich-gegen-neue-steuergesetze-1.1722312\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ende des Riester-Booms<\/strong><br>\nMarkts&auml;ttigung oder Skepsis der Versicherten? Erstmals seit Einf&uuml;hrung der staatlich gef&ouml;rderten Privat-Rente geht die Anzahl der Vertr&auml;ge zur&uuml;ck. Viele sind schon stillgelegt oder gek&uuml;ndigt. Jetzt fordert die Finanzbranche Reformen, um das Gesch&auml;ft wieder anzukurbeln.<br>\nNiels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-W&uuml;rttemberg, hat das Ende des Riester-Booms erwartet: Es sei klar, dass nicht alle der mehr als 30 Millionen Arbeitnehmer und Beamte das Recht, staatlich gef&ouml;rdert vorzusorgen, wirklich nutzten. F&uuml;r viele Verbraucher sei es zum Beispiel lohnender, einen Baukredit m&ouml;glichst schnell zu tilgen oder in die eigene Ausbildung zu investieren. Auch habe sich herumgesprochen, dass die Riester-Rente &ldquo;nicht nur Vorteile bringt, sondern einige Vertr&auml;ge auch sehr teuer sind&rdquo;. Er warnt junge Leute generell davor, eine private Rentenversicherung abzuschlie&szlig;en. &ldquo;Der Normalfall ist, dass in f&uuml;nf bis zehn Jahren irgendetwas dazwischenkommt und der Vertrag angepasst oder aufgel&ouml;st wird.&rdquo; Das Leben laufe &ldquo;einfach nicht so planm&auml;&szlig;ig ab&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/rentenvorsorge-ende-des-riester-booms-1.1721587\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wetten, dass die Forderungen der Finanzindustrie Geh&ouml;r finden werden egal wer nach der Bundestagswahl die Kanzlermehrheit stellt.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: SPD setzt bei Riester auf &bdquo;Sicherheit statt Risiko&ldquo;<\/strong><br>\nDie SPD will im Falle eines Wahlsieges die betriebliche und tarifvertraglich abgesicherte Altersversorgung st&auml;rken und zugleich f&uuml;r eine gr&ouml;&szlig;ere Verbreitung sorgen. Dies sei die &bdquo;beste Form der privaten und zugleich kollektiven Altersversorgung&ldquo;, hei&szlig;t es in einer Stellungnahme der Oppositionspartei gegen&uuml;ber dem Deutschen Institut f&uuml;r Altersvorsorge (DIA), die am 15. Juli in Berlin verbreitet wurde.<br>\nBeim gesamten Spektrum der Riester-Produkte will die SPD nach ihren Angaben f&uuml;r eine &bdquo;deutliche Verbesserung der Kostentransparenz  und der Effizienz sorgen. Bei Riester-Produkten sollten von den Anbietern auch Vertr&auml;ge ohne Abschlusskosten angeboten werden. Bei der Leistungsh&ouml;he setze die SPD auf Sicherheit statt Risiko. Notwendig sei die Verwendung verbindlicher Sterbetafeln.<br>\nBei der gef&ouml;rderten Altersvorsorge besteht nach Ansicht der SPD &bdquo;zus&auml;tzlich ein besonderes Interesse an Vergleichbarkeit und Transparenz&ldquo;, weil mit dem Einsatz von Steuergeldern f&uuml;r die Zulagen und steuerliche F&ouml;rderung der Riester-Rentenprodukte &bdquo;der Steuerzahler immer mit am Tische sitze&ldquo;. Weit &uuml;ber zwei Milliarden Euro an Steuermitteln seien im Jahr 2010 f&uuml;r Riester-Zulagen und Steuerfreibetr&auml;ge ausgegeben worden. Es sei Aufgabe der Politik, daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die von den Steuerzahlern aufgebrachten Mittel effektiv und effizient eingesetzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dia-vorsorge.de\/ueber-uns\/pressedetail\/datum\/2013\/07\/15\/spd-plaediert-fuer-mehr-bav.html\">DIA<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Na, wer sagt es denn, Wette gewonnen! Das Deutsche Institut f&uuml;r Altersvorsorge ist im &Uuml;brigen ein von der Finanzindustrie gesponserter Think-Tank.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Leserbrief zu unserem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17974#h09\">gestrigen Hinweis #9<\/a><\/strong><br>\nZur Anmerkung von RS schreibt uns unser Leser M.V.:<br>\n&bdquo;Hallo zusammen,<br>\nM&uuml;ntefering l&auml;sst leider nicht gr&uuml;ssen, M&uuml;nte ist deutlich schlimmer. &ldquo;Wer nicht arbeiten will soll auch nicht essen&rdquo; zitiert die Bibel (hier den Apostel Paulus) korrekt. M&uuml;ntefering hat daraus gemacht &ldquo;Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen&rdquo; ein Zitat nach August Bebel: &ldquo;Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin &uuml;berein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.&rdquo; &ndash; Die Frau und der Sozialismus. Erstausgabe 1883. belegt in: Ausgabe 31, Dietz, 1900. S. 339..<br>\nSoweit zu SPD und deren Tradition.&ldquo;\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Herr V. hat da nicht ganz unrecht, jedoch sollte man das Bebel-Zitat im Kontext betrachten. Dazu ein kleiner Auszug aus meinem Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/stresstest-berger.html\">Stresstest Deutschland<\/a>&ldquo;, in dem ich in einer Passage auf die Zitatfrage eingehe:<\/em><\/p>\n<p><em>&bdquo;Ein wenig anders verh&auml;lt es sich jedoch mit der SPD, die immer noch vorgibt, die Interessen der &raquo;kleinen Leute&laquo; zu vertreten. Was soll man aber von einer Partei halten, deren Minister fu&#776;r Arbeit und Soziales 2006 in kleiner Runde w&auml;hrend einer Hartz-IVDebatte kundtat, dass &raquo;wer nicht arbeitet, auch nicht essen solle&laquo;? Der Aufschrei hielt sich in Grenzen, und der damalige Arbeitsminister Franz Mu&#776;ntefering verwies wahlweise auf die Bibel oder den SPD-Gru&#776;nder August Bebel als Quelle seines grenzwertigen Zitats. Beide Quellen sind in diesem Kontext u&#776;brigens falsch. In der Bibel steht: &raquo;Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen&laquo;, und August Bebel bezog sich seinerzeit in seinem Klassiker &bdquo;Die Frau und der Sozialismus&ldquo; nicht auf die &Auml;rmsten der Gesellschaft, sondern auf die Oberschicht, die &raquo;Nichtarbeiter und Faulenzer der bu&#776;rgerlichen Welt&laquo;. Ein ranghoher SPD-Funktion&auml;r sollte dies eigentlich wissen. Seine Partei st&ouml;rte sich jedoch nicht an den &Auml;u&szlig;erungen. Keine zwei Jahre sp&auml;ter wurde Franz Mu&#776;ntefering 2008 erneut zum SPD-Vorsitzenden gew&auml;hlt.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Urteil im Tayvon Martin-Prozess : US-Ministerium pr&uuml;ft Zivilklage gegen Zimmerman<\/strong><br>\nIn New York protestieren Tausende gegen Rassismus, US-Pr&auml;sident Obama mahnt zur Besonnenheit: Nach dem Freispruch im Prozess um den erschossenen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin pr&uuml;ft das US-Justizministerium, ob der Sch&uuml;tze Zimmerman erneut vor Gericht muss.<br>\nNach dem Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin sind am Sonntag in New York Tausende Menschen aus Protest gegen das Urteil auf die Stra&szlig;e gegangen. Auf den freigesprochenen Sch&uuml;tzen George Zimmerman kommt m&ouml;glicherweise ein neues Verfahren zu.<br>\nDas US-Justizministerium pr&uuml;ft, ob sich Zimmerman der Verletzung von B&uuml;rgerrechten schuldig gemacht hat und deshalb vor ein Bundesgericht gestellt werden k&ouml;nnte. Das berichtet unter anderem der amerikanische Nachrichtensender CNN. Mehrere Organisationen riefen das Justizministerium auf, Zimmerman jetzt wegen B&uuml;rgerrechtsverst&ouml;&szlig;en zu belangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/urteil-im-trayvon-martin-prozess-us-ministerium-prueft-zivilklage-gegen-zimmerman-1.1721615\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Ja, dieser Fall l&auml;sst am politischen und juristischen System zweifeln, aber nicht wegen des Freispruchs an sich, denn in einem Rechtsstaat gilt es, im Zweifel f&uuml;r den Angeklagten. Dabei ist es nicht so einfach, begr&uuml;ndete Zweifel auszura&uuml;men, wenn der Angeklagte der einzige Zeuge ist.<\/em><br>\n<em>Es ist vielmehr die &ldquo;Stand Your Ground&rdquo;-Gesetzgebung, die das Gebot der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit beim Selbstverteidigung erheblich abschw&auml;cht (grob gesagt: man muss nicht versuchen, sich nach M&ouml;glichkeit in Sicherheit zu bringen, er darf bleiben und es evtl. auf einen Kampf mit t&ouml;dlicher Gewalt ankommen lassen), die Unlust der zust&auml;ndigen Polizei, &uuml;berhaupt zu ermitteln, und dass schwarze M&auml;nner nach wie vor in vielen Teilen des Landes unter Generalverdacht stehen.<\/em><br>\n<em>Brad DeLong hat Ta Nehisi Coates zu diesem Fall <a href=\"http:\/\/delong.typepad.com\/sdj\/2013\/07\/ta-hehisi-coates-on-the-killing-of-trayvon-martin-by-george-zimmerman.html\">zitiert und Coates dann kommentiert<\/a>. Ich stimme DeLong zu, dass die Jury Zimmerman wenigstens wegen Totschlags h&auml;tte verurteilen m&uuml;ssen. Siehe <a href=\"http:\/\/www.reuters.com\/article\/2013\/07\/03\/us-usa-florida-shooting-idUSBRE9620RL20130703\">aber auch hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Unser Wirtschaftswunder &ndash; Die wahre Geschichte<\/strong><br>\nIm Zuge der Euro-Schuldenkrise geben wir Deutschen gern und ungefragt gute Ratschl&auml;ge: Wirtschaftskrisen sind im Grunde selbstverschuldet und k&ouml;nnen durch eiserne Disziplin behoben werden. Wir kennen uns aus: Schlie&szlig;lich haben die Deutschen, zumindest im Westen, nach dem Weltkrieg geradezu aus eigener Kraft ein Wirtschaftswunder geschafft &ndash; vor allem durch ihren unerm&uuml;dlichen Flei&szlig;, unterst&uuml;tzt von Ludwig Erhard, der W&auml;hrungsreform und dem Marshall-Plan. Stimmt das eigentlich?<br>\nChristoph Weber hat sich auf die Suche begeben und nach Antworten gesucht, um dem ebenso beliebten wie hartn&auml;ckigen Gr&uuml;ndungsmythos auf den Zahn zu f&uuml;hlen. Mit Hilfe renommierter Wirtschaftshistoriker entdeckt er etwas anderes: Nat&uuml;rlich arbeiteten die Menschen in Deutschland emsig, aber das taten sie in anderen L&auml;ndern auch &ndash; &uuml;brigens auch sehr erfolgreich. Dass daraus f&uuml;r die Bundesrepublik ein &ldquo;Wunder&rdquo; wurde, hat mit anderen Faktoren zu tun, die die Deutschen zum gr&ouml;&szlig;ten Teil nicht einmal beeinflussen konnten.<br>\nEs geht um amerikanische Weichenstellungen, um den extrem f&ouml;rderlichen Einfluss des Antikommunismus und des Korea-Krieges, um &ouml;konomische und personelle Kontinuit&auml;ten in der deutschen Industrie zwischen Krieg und Nachkrieg und vieles mehr. Am Ende der spannenden Reise wird klar, dass kaum einer der beliebten Glaubenss&auml;tze der wissenschaftlichen &Uuml;berpr&uuml;fung standh&auml;lt und dass der rasante wirtschaftliche Aufstieg der Bundesrepublik zwar ein gro&szlig;er Gl&uuml;cksfall, aber alles andere als ein Wunder war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/wdr\/wirtschaftswunder-100.html\">Das Erste<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hut ab vor so einer gut recherchierten und kritischen Darstellung des deutschen &ldquo;Wirtschaftswunders&rdquo;. Gerade die Tatsache, dass Deutschland ein gro&szlig;er Teil der Kriegsschulden erlassen wurde war ein wichtiger Baustein des Wirtschaftswunders. Das sollte nicht vergessen werden wenn wieder mit dem Finger auf Griechenland, Spanien oder Italien gezeigt wird. Ein weiterer wichtiger Aspekt der st&auml;ndige Zufluss gut ausgebildeter Fachkr&auml;fte aus der DDR. So flohen laut der Sendung ganze Belegschaften aus der DDR in den Westen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Auf der Suche nach einem anderen Europa<\/strong><br>\nDer Historiker Karl Heinz Roth und der griechische Soziologe Zissis Papadimitriou haben ein Manifest f&uuml;r ein egalit&auml;res Europa geschrieben. Sie halten die von Deutschland propagierte L&ouml;sung der Krise f&uuml;r falsch und pl&auml;dieren f&uuml;r einen Zusammenschluss all derer, die nach Alternativen suchen.<br>\nWir sind Exportweltmeister oder wenigstens noch Vizeweltmeister. Das, was als Zeichen deutscher Wirtschaftskraft gilt, ist f&uuml;r Karl Heinz Roth und Zissis Papadimitriou das zentrale Problem f&uuml;r Europa: Wegen der langj&auml;hrigen Lohnzur&uuml;ckhaltung und guter Produktivit&auml;t seien viele deutsche Produkte g&uuml;nstiger als die Konkurrenz. Deswegen exportiere Deutschland mehr als es importiere. Das f&uuml;hre zum gegenteiligen Effekt in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern:<br>\n&ldquo;Griechenland, Irland, Portugal und so weiter mussten st&auml;ndig ihre Leistungsbilanzdefizite, das hei&szlig;t ihre Exportr&uuml;ckg&auml;nge gegen&uuml;ber der Kernzone und ihre relativen Importanstiege ausgleichen. Das kann man auf unterschiedliche Art und Weise machen. Sie haben das bis zur Einf&uuml;hrung des Euro durch W&auml;hrungsabwertung gemacht. Dann kam das Maastrichtabkommen 1993, dann kam die Einf&uuml;hrung des Euro 1998 als Buchgeld, dann als allgemeine W&auml;hrung 2001\/2002. Und dieses Ventil war verschlossen. Das hei&szlig;t, die Leistungsbilanzdefizite wurden zu extremen Zahlungsbilanzdefiziten und die Regierungen der Peripheriel&auml;nder mussten dazu &uuml;bergehen, das durch zunehmendes deficit spending, also durch eine Steigerung der Staatsausgaben auszugleichen.&rdquo;<br>\nKarl Heinz Roth\/Zissis Papadimitriou<br>\nDie Katastrophe verhindern. Manifest f&uuml;r ein egalit&auml;res Europa<br>\nEdition Nautilus<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/andruck\/2178613\/\">dradio<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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