{"id":1799,"date":"2006-10-18T13:43:12","date_gmt":"2006-10-18T11:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1799"},"modified":"2016-01-24T16:10:31","modified_gmt":"2016-01-24T15:10:31","slug":"der-borsengang-der-bahn-ag-ein-interessantes-objekt-fur-das-monopoly-im-internationalen-investorenmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1799","title":{"rendered":"Der B\u00f6rsengang der Bahn AG \u2013 ein interessantes Objekt f\u00fcr das Monopoly im internationalen Investorenmarkt"},"content":{"rendered":"<p>Demn&auml;chst steht die Entscheidung des Bundestages &uuml;ber den B&ouml;rsengang der Bahn an. Zwar gibt es noch Streit, doch kaum noch jemand versteht um welches Modell gestritten wird und schon gar nicht mehr scheint die Privatisierung der Bahn grunds&auml;tzlich in Frage gestellt.<br>\nChristine Wicht betrachtet die Hintergr&uuml;nde und Auswirkungen der Privatisierung der Bahn in England, sie zeigt auf, was die Deutsche Bahn AG f&uuml;r Investoren so attraktiv macht, und sie beleuchtet das Geflecht von wirtschaftlichen Interessen und Einflussnahmen, das sich hinter der Privatisierungsdebatte verbirgt.<!--more--><\/p><p><strong>Der B&ouml;rsengang der Bahn AG &ndash; ein interessantes Objekt f&uuml;r das Monopoly im internationalen Investorenmarkt<\/strong><\/p><p>Von Christine Wicht<\/p><p>Als der Schiffsarzt Gulliver auf seiner Reise, dem K&ouml;nig der Riesen, Ausk&uuml;nfte &uuml;ber die Regierung von England erteilte, h&ouml;rte dieser ihm aufmerksam zu und fragte ihn anschlie&szlig;end: &ldquo;welche F&auml;higkeiten bei der Auswahl der neu zu ernennenden Lords entschieden. Ob nicht die Laune des F&uuml;rsten oder die Geldsumme, die einer Hofdame oder einem Minister &uuml;berreicht w&uuml;rde, dabei hin wieder ein Wort mitspr&auml;chen? Welche Kenntnisse von den Gesetzen des Landes diese Lords bes&auml;&szlig;en und auf welche Art sie diese erw&uuml;rben, um &uuml;ber die Rechte ihrer Mitmenschen in letzter Berufung entscheiden zu k&ouml;nnen. Ob sie immer so hoch &uuml;ber Habsucht und Parteilichkeit st&uuml;nden, dass Bestechung und unlautere Absichten bei ihnen nicht zu erwarten seien?&rdquo; Solche Fragen haben viele Briten im Hinblick auf die gr&uuml;ndlich schief gegangene Bahnprivatisierung in ihrem Land schon oft gestellt. Wenn politischen Entscheidungstr&auml;gern hier nicht Bestechung unterstellt werden soll, dann bleiben dennoch Fragen offen, inwiefern auch heute noch Entscheidungen unabh&auml;ngig von Profitinteressen und entsprechender Wirtschaftsgutachten getroffen werden und welche Kenntnisse von den Hintergr&uuml;nden der Interessenverflechtungen diejenigen Politiker besitzen, welche &uuml;ber den B&ouml;rsengang der Deutschen Bahn entscheiden, um auch im Sinne und zum Wohle des Volkes, wie sie das laut Art. 56 Grundgesetz geschworen haben, abzustimmen.<\/p><p>Nach dem Grundgesetz k&ouml;nnen nur 49% der Bahn verkauft werden, das Netz muss mehrheitlich im Bundesbesitz bleiben. Gegenw&auml;rtig wird &uuml;ber einen B&ouml;rsengang mit oder ohne Netz diskutiert. Der Verbleib der Deutschen Bahn im Besitz des Bundes steht nicht mehr zur Debatte. Dabei besteht f&uuml;r den B&ouml;rsengang der Bahn weder eine technische noch eine sachliche Veranlassung. Investoren versuchen politischen Entscheidungstr&auml;gern und dem Volk mit Medienberichten einen B&ouml;rsengang als wirtschaftliche Notwendigkeit einzureden. Der Bundestag soll Ende Oktober 2006 &uuml;ber den B&ouml;rsengang der Deutschen Bahn entscheiden. In Erwartung segensreicher Erfolgschancen durch eine Privatisierung erhoffen sich Bef&uuml;rworter Konkurrenzdruck und Wettbewerb, der das Gesch&auml;ft beleben soll. Es steht zu bef&uuml;rchten, dass dieser Beschluss im Vertrauen auf die Gesetze des Marktes von den Volksvertretern in Berlin gefasst wird und damit Volksverm&ouml;gen, das einen Wert von ca. 120 Milliarden Euro umfasst, f&uuml;r den Spottpreis von ca. 15 Mrd. Euro verschleudert wird.<\/p><p><strong>Privatisierung der britischen Rail &ndash; ein Schrecken ohne Ende<\/strong><\/p><p>1993 hat die britische Tory Regierung das staatliche Eisenbahnnetz in 113 Privatunternehmen zerst&uuml;ckelt. Kritiker haben bereits bei der Ver&ouml;ffentlichung der Pl&auml;ne der Major-Regierung davor gewarnt, dass eine Trennung von Schienennetz und Eisenbahn gef&auml;hrlich ist und in einem Desaster enden wird, weil die Gewinnrechnung der Investoren nur mit Hilfe von Subventionen aufgeht, f&uuml;r die der Steuerzahler indirekt aufkommt. Die Bahnkunden wurden mit &uuml;berh&ouml;hten Preisen geschr&ouml;pft. Seit der Privatisierung der Bahn sind in Gro&szlig;britannien kaum Investitionen get&auml;tigt worden, das Netz wurde ausged&uuml;nnt, Qualit&auml;t und Leistung haben enorm abgenommen, die Fahrpreise sind im Gegenzug massiv gestiegen. Das franz&ouml;sische Unternehmen Connex, eine Tochterfirma von Veolia (seit 3. April 2006 Veolia Verkehr GmbH), dem gr&ouml;&szlig;ten Betreiber privatisierter Wasserbetriebe, geh&ouml;rend zum Vivendi Mischkonzern, war der gr&ouml;&szlig;te Streckenbetreiber in S&uuml;dostengland. Wegen chronischer Versp&auml;tungen und &uuml;berm&auml;&szlig;iger Abh&auml;ngigkeit von staatlichen Subventionen wurden dem Unternehmen die Bahnbetreiberrechte in England wieder entzogen. Connex ist heute bereits das gr&ouml;&szlig;te deutsche private Bahnunternehmen und Anteilseigner diverser regionaler Unternehmen, wie Alpina Rhein-Main GmbH, Bayerische Oberlandbahn, Deutsche Nahverkehrsgesellschaft, (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.veolia-verkehr.de\/uploadConnex\/ConnexGermany\/Organigramm_08.09_2.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.veolia-verkehr.de\/uploadConnex\/ConnexGermany\/Organigramm_08.09_2.pdf\">Veolia Verkehr [PDF &ndash; 882 KB]<\/a>). In England hat nach den Erfahrungen der Privatisierung, die nicht mehr tragbar waren, Network Rail die Wartung des Schienennetzes im Jahr 2003 wieder &uuml;bernommen, des weiteren werden alle privaten Auftr&auml;ge seitdem wieder von Network Rail selbst betreut, 18.500 Arbeiter wurden in den staatlichen Betrieb &uuml;bernommen. Der Ausflug in die Privatisierung war ein teurer Spa&szlig;, unabh&auml;ngige Analysten haben festgestellt, dass die staatliche Eisenbahn unter British Rail effizienter war und private Zuganbieter aufgrund hoher Verwaltungskosten eine teure und unwirtschaftliche Verschwendung sind. Der britische Steuerzahler zahlte gleich mehrfach f&uuml;r die Privatisierung: beim B&ouml;rsengang f&uuml;r den billigen Ausgabekurs, f&uuml;r die hohen Kosten, f&uuml;r den R&uuml;ckkauf und f&uuml;r die Entsch&auml;digung der Aktion&auml;re (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/upload\/pdf\/Bahn-Privat_GB_2004-2-05-14.pdf\">NachDenkSeiten \/ der Fahrgast [PDF &ndash; 519 KB]<\/a>).<\/p><p><strong>Die Deutsche Bahn AG hat was zu bieten<\/strong><\/p><p>Da die Deutsche Bahn AG &uuml;ber ein stattliches Verm&ouml;gen verf&uuml;gt, steht zu bef&uuml;rchten, dass uns das gleiche Dilemma ereilt, wie die Briten. Mit Gutachten, Vortr&auml;gen und Pressemeldungen vertreten Bef&uuml;rworter und Investoren ihre Interessenskampagnen und wollen B&uuml;rgern und Politikern einen unabdingbaren B&ouml;rsengang einreden. In Gro&szlig;britannien wurde die Privatisierung der Bahn auch mit der Argumentation, sie sei ein Ausweg aus der Kostenmisere vorangetrieben und Wettbewerb als L&ouml;sung propagiert. Ein Blick auf das materielle Verm&ouml;gen der Bahn zeigt, dass es sich f&uuml;r Investoren lohnen w&uuml;rde, aus der Bahn Kapital zu schlagen:<\/p><ul>\n<li>Aus Volkseink&uuml;nften hat der Staat im Laufe der Zeit enormes Sachverm&ouml;gen angesammelt, dazu z&auml;hlen die f&uuml;nf Aktiengesellschaften, DB Station und Service, DB Netz, DB Fernverkehr, DB Regio und die Gesellschaft f&uuml;r G&uuml;terverkehr und internationale Transportlogistik, Railon,<\/li>\n<li>zu ber&uuml;cksichtigen sind au&szlig;erdem immaterielles Verm&ouml;gen wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.<\/li>\n<li>Des Weiteren kann die Bahn diverse Schiffe ihr eigen nennen und<\/li>\n<li>es geh&ouml;ren ihr &uuml;ber 300 Tochterunternehmen, S-Bahn-Gesellschaften und Omnibusunternehmen an.<\/li>\n<li>Zum Sachverm&ouml;gen z&auml;hlen dar&uuml;berhinaus 5.500 Bahnh&ouml;fe, die zum Teil an Industriegebieten liegen, Immobilienbest&auml;nde, ein Streckennetz, das 35.000 km umfasst, 11.000 Triebwagen, 10.000 Reisezugwagen, 2.000 Lokomotiven und 160.000 Waggons f&uuml;r den G&uuml;terverkehr.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die Bahn &ndash; privat &ndash; verstaatlicht &ndash; privat<\/strong><\/p><p>1847 wird der Verein Deutscher Eisenbahnverwaltungen gegr&uuml;ndet. Damit beginnt innerhalb der Staaten des Deutschen Bundes die Verst&auml;ndigung von Staats- und Privatbahnen &uuml;ber gemeinsame Normen der Eisenbahntechnik sowie &uuml;ber Kooperationen im Betrieb. Die parlamentarische Kontrolle der Haushaltsmittel wird zu einer zentralen Forderung der Revolution von 1848. 1886 wird die bedeutende Rheinischen Eisenbahngesellschaft vom preu&szlig;ischen Staat &uuml;bernommen. Damit waren fast alle Eisenbahnstrecken in den L&auml;ndern des 1871 gegr&uuml;ndeten Deutschen Reiches verstaatlicht. Die Staatsbahnen erwirtschafteten Gewinne und trugen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.db.de\/site\/bahn\/de\/unternehmen\/konzern\/geschichte\/chronik\/1835__1994\/1835__1994.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.db.de\/site\/bahn\/de\/unternehmen\/konzern\/geschichte\/chronik\/1835__1994\/1835__1994.html\">DB<\/a>). 1994 wurden die beiden Institutionen Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn der ehemaligen DDR in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft &uuml;berf&uuml;hrt. Die Aktien befinden sich augenblicklich noch zu 100% in Staatsbesitz. Mit der &Auml;nderung des Grundgesetzes Art. 87 e (Abs. III &ldquo;Eisenbahnen werden als Wirtschaftsunternehmen in privatrechtlicher Form gef&uuml;hrt&rdquo; und Abs. IV &ldquo;Der Bund gew&auml;hrleistet, dass dem Wohl der Allgemeinheit Rechnung getragen wird&rdquo; und Art. 106a und 143a wurde der Privatisierung der Bahn Verfassungsrang gegeben. Die angestrebten Ziele: finanzielle Sanierung der Bahn, Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und ein kundenfreundliches Unternehmen zu werden, sind trotzdem nicht erreicht worden.<\/p><p><strong>Von der Reichsbahn und Bundesbahn zur Bahn AG<\/strong><\/p><p>Seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wurden mehrere Tausend kleine und mittlere Unternehmen von der direkten Anbindung an den Schienenverkehr seit 1994 abgetrennt. Im Jahr 1992 gab es in Deutschland noch 13.629 Industriegleise, mit welchem die Industrie direkt an die Schienen angeschlossen war, bis zum Jahr 2004 sind die so genannten Privatanschl&uuml;sse auf 4.004 reduziert worden. (Quelle: Winfried Wolf, &ldquo;In den letzten Z&uuml;gen&rdquo;). Die BRD gibt f&uuml;r den regionalen Personalverkehr 8% des Bundeshaushalts aus, das entspricht j&auml;hrlich rund 20 Mrd. Euro. Seit der Gr&uuml;ndung der Bahn AG bis zum Jahr 2004 sind vom Bundeshaushalt an die Bahn AG rund 214 Mrd. Euro gezahlt worden. Mit der Fusion der beiden Bahnen und der darauf folgenden Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wurde die angestrebte Trennung staatlicher und unternehmerischer Verantwortung realisiert und das Schienennetz f&uuml;r Mitbewerber (z.B. Connex) ge&ouml;ffnet.<\/p><p><strong>Der &ldquo;unabdingbare&rdquo; B&ouml;rsengang<\/strong><\/p><p>Da nun die Bahn in Teilbereichen wie ein Privatunternehmen auf dem Markt auftritt, bleibt die Frage offen, warum immer noch vehement f&uuml;r einen B&ouml;rsengang gek&auml;mpft wird? Von Bef&uuml;rwortern wird das Argument ins Feld gef&uuml;hrt, dass der Bundeshaushalt durch den B&ouml;rsengang entlastet werden w&uuml;rde. Tatsache ist aber, dass alle Privatisierungsmodelle eine so genannte Leistungs- und Finanzierungs-Vereinbarung, LuFV, vorsehen. Das w&uuml;rde bedeuten, dass Staatsgelder k&uuml;nftig weiterhin f&uuml;r das Schienennetz aufgebracht werden m&uuml;ssen und auch der Regionalverkehr in Zukunft unterst&uuml;tzt wird. W&uuml;rde der Bund Gelder zur Subvention der Bahn aufnehmen, besteht zudem die Gefahr, dass die Bahn von Investoren diesbez&uuml;glich gedr&auml;ngt werden w&uuml;rde rentable Bereiche zu verkaufen. Auf diese Weise w&uuml;rden keine notwendigen Investitionen mehr get&auml;tigt werden, sondern im Gegenteil: Kapital w&uuml;rde von privaten Investoren der Bahn entzogen werden. Gewinner w&auml;ren in erster Linie Investoren, Bahnkunden und der Staat w&uuml;rden draufzahlen. Mit der Ver&auml;u&szlig;erung der Bahn w&uuml;rde wieder ein lukratives Objekt das Monopolyspiel der Kapitalanleger erg&auml;nzen.<\/p><p><strong>Das M&auml;rchen: Vom Monopolmarkt zum Wettbewerbsmarkt<\/strong><\/p><p>Die Tatsache, dass die Bahn AG 1994 schuldenfrei war, da die Schulden von Bundesbahn und Reichsbahn auf den Bundeshaushalt &uuml;berschrieben wurden, dass die Bahn heute, trotz so genannter hochkar&auml;tiger Kompetenz aus der Wirtschaft, Massenentlassungen der Bahnmitarbeiter, Outsourcing, der Stillegung von 5.000 km des Streckennetzes, der Schlie&szlig;ung von 600 Bahnh&ouml;fen und der beibehaltenen Bundeszusch&uuml;sse von 20 Mrd. Euro j&auml;hrlich, wieder einen Schuldenberg von 25 Mrd. Euro angeh&auml;uft hat, wirft gewisse Fragen auf. H&auml;tten die angeheuerten Kapazit&auml;ten in ihren Unternehmen D&uuml;rr AG, TUI oder Daimler-Benz Entscheidungen bef&uuml;rwortet, die ihre Betriebe ebenso in den Ruin gef&uuml;hrt h&auml;tten, oder war es ein angestrebtes Ziel, die Bahn peu &agrave; peu in diese Lage zu bringen, um sie dann internationalen Investoren zur Verf&uuml;gung zu stellen und um selbst an der B&ouml;rse davon profitieren zu k&ouml;nnen? Die Argumentation der B&ouml;rsenbahnverfechter, dass dies nur durch fehlende Konkurrenz und dem daraus mangelndem Wettbewerb verursacht ist, ist nicht haltbar, weil wie bereits erw&auml;hnt ein Wettbewerb existiert und ein Blick zum Energiemarkt zeigt, dass staatliche Monopole durch private Oligopole ersetzt werden, welche durchgehend von Global Playern &uuml;bernommen werden. Wer nach diesen Erfahrungen heute noch glaubt, dass der B&ouml;rsengang eines Monopolisten wahrhaftig Wettbewerb bewirkt, kleine und mittlere Unternehmen eine Chance auf dem Markt h&auml;tten und eine Kostensenkung erzielt w&uuml;rde, die Fahrpreise s&auml;nken und der Service verbessert w&uuml;rde, der glaubt, dass im Himmel Jahrmarkt ist.<\/p><p><strong>Stinnes\/Schenker, BAX und die Bahn als Global Player<\/strong><\/p><p>Mit dem 2,5 Mrd. teuren Zukauf von Stinnes ist die Bahn AG zu einem in der Welt f&uuml;hrenden Logistikunternehmen aufgestiegen. Bei der Gr&uuml;ndung im Jahr 1808 war Stinnes eine Firma f&uuml;r Schifffahrt und Kohlenhandel, 1820 verf&uuml;gte das Unternehmen bereits &uuml;ber 66 Schiffe und 1892 wird Stinnes mit mehr als 1.600 Firmen zu einem der gr&ouml;&szlig;ten Konzerne der Welt, 1924 ist Stinnes mit &uuml;ber 600.000 Mitarbeitern der gr&ouml;&szlig;te Arbeitgeber der Welt. 1965 erfolgte die &Uuml;bernahme von Stinnes durch die VEBA, 1992 kauft die VEBA die verbleibenden 5% der Aktien. 1979 wird Stinnes eine AG und geht 1999 an die B&ouml;rse. Im Jahr 2001 wird der Gesch&auml;ftsbereich Sortimente (Stinnes Intertec) in die Schenker AG eingegliedert, damit steht das Unternehmen Stinnes auf den drei S&auml;ulen Verkehrs-, Chemie- und Werkstofflogistik. 2003 wurden die Aktien der Mehrheitsaktion&auml;re an den Hauptaktion&auml;r, DB Sechste Verm&ouml;gensgesellschaft mbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Bahn AG, &uuml;bertragen, womit die Bahn AG s&auml;mtliche Aktien der Stinnes AG erh&auml;lt. Im Logistikbereich geh&ouml;rt der Bahn AG nun ebenfalls die zur Stinnes AG integrierten Railion Gruppe, das Schieneng&uuml;terverkehrs-Unternehmen der Deutschen Bahn an, wodurch die Deutsche Bahn zu einem der gr&ouml;&szlig;ten Logistikunternehmen aufsteigt. Im Gesch&auml;ftsjahr 2004 erwirtschaften die 65.000 Mitarbeiter weltweit einen Umsatz von rund 12,4 Mrd. Euro. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dblogistics.de\/site\/dblogistics\/de\/ressortueberblick\/geschichte\/geschichte.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.dblogistics.de\/site\/dblogistics\/de\/ressortueberblick\/geschichte\/geschichte.html\">DB Logistics<\/a>). Innerhalb der Stinnes AG sind die beiden Gesch&auml;ftsfelder Stinnes Freight Logistics, Stinnes Intermodal und im Gesch&auml;ftsfeld Freight Logistics der bisherige Wagenladungsverkehr der DB Cargo angesiedelt. Diese Bereiche erbringen ihre Leistungen im Schwerpunkt im europ&auml;ischen Masseng&uuml;terverkehr. <a href=\"http:\/\/www.portal-c.info\/19.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.portal-c.info\/19.html\">Lt. Aussage der Bahn<\/a> sagen Prognosen voraus, dass der G&uuml;terverkehr bis zum Jahre 2015 um 60% anwachsen wird. Der gr&ouml;&szlig;te Teil wird dabei voraussichtlich auf den Stra&szlig;enverkehr entfallen. Als Gr&uuml;nde werden aufgef&uuml;hrt: sinkende Transportpreise, neue Informations- und Kommunikationstechnologien im Stra&szlig;eng&uuml;terverkehr. Es bleibt abzuwarten, wie sich die angek&uuml;ndigten L&ouml;sungen entwickeln, welche die Schiene als Alternative wettbewerbsf&auml;hig erscheinen lassen. Hartmut Mehdorn hat eine Steigerung der Marktanteile im Ressort Transportwesen angestrebt. Unterst&uuml;tzend kommt diesem Ziel aber die staatliche F&ouml;rderung f&uuml;r den Ausbau des Stra&szlig;ennetzes im Jahre 2005 etwa in H&ouml;he von 5,2 Mrd. Euro zu Gute. Eine konsequente Verlagerung von G&uuml;tertransporten auf die Schiene kann bislang nicht best&auml;tigt werden. Es steht zu bef&uuml;rchten, dass der Bahnverkehr in der Fl&auml;che im Hinblick auf Rentabilit&auml;t weiter abgebaut wird.<\/p><p><strong>Ausverkauf der Bahn AG &ndash; DERG und Deutsche Touring GmbH<\/strong><\/p><p>Mit der Argumentation, sich auf das Kerngesch&auml;ft zu konzentrieren, werden rentable Bereiche der Bahn trotz oder gerade wegen positiver Umsatzentwicklung ver&auml;u&szlig;ert. Der Konzernumsatz der Bahn AG stieg 2005 um 4,6 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um die Verk&auml;ufe der Mitropa AG im April 2004 an Compass Group PLC, ein britisches Cateringunternehmen, und des Fernbusunternehmens Deutsche Touring GmbH an ein spanisch-portugiesisches Konsortium, ist dies sogar ein Plus von 4,9 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.eisenbahn-webkatalog.de\/news\/index.php?newsid=1242\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.eisenbahn-webkatalog.de\/news\/index.php?newsid=1242\">Eisenbahn Webkatalog<\/a>). Am 1. Dezember 2005 trennte sich die Bahn AG von der Deutschen Eisenbahnreklame GmbH (DERG), diesen Unternehmensbereich hat das Medienunternehmen Str&ouml;er f&uuml;r 140 Mio. Euro erworben. Der reine Kaufpreis soll 100 Mio. Euro betragen haben, hinzu kamen 40 Mio. Euro an Garantien wie k&uuml;nftige Pachtzahlungen, laut &bdquo;Die Welt&ldquo; soll die &Uuml;bernahme komplett von der amerikanischen Beteiligungsfirma Cerberus finanziert worden sein (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/data\/2005\/09\/24\/779828.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.welt.de\/data\/2005\/09\/24\/779828.html\">DIE WELT<\/a>). Im Gesch&auml;ftsbericht von 2005 der Bahn AG ist zu diesem Verkauf folgende Anmerkung zu lesen: Im Rahmen der weiteren Fokusierung unseres Konzernportfolios verkaufen wir unsere Konzerntochter, Die Deutsche Eisenbahnreklame GmbH (DERG), an den deutschen Marktf&uuml;hrer Str&ouml;er. Die rund 270 Mitarbeiter erhalten eine Besch&auml;ftigungsgarantie bis zum Jahr 2010 (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.db.de\/site\/shared\/de\/dateianhaenge\/berichte\/geschaeftsbericht__2005__konzern__high__res.pdf#search=\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.db.de\/site\/shared\/de\/dateianhaenge\/berichte\/geschaeftsbericht__2005__konzern__high__res.pdf#search=\">DB [PDF &ndash; 10 MB]<\/a>). Die DERG betreibt Au&szlig;enwerbung an Z&uuml;gen, auf Bahnh&ouml;fen und auf Br&uuml;cken mit einem Jahrsumsatz von ca. 80 Millionen Euro. Str&ouml;er verf&uuml;gt nach eigenen Angaben &uuml;ber 220.000 Werbefl&auml;chen. Im Jahr 1866 wurden durch einen Erlass der k&ouml;niglich w&uuml;rttembergischen Staatseisenbahn Bahnwerbefl&auml;chen erlaubt. Die DERG als Unternehmen der Deutschen Bahn hat Werbefl&auml;chen auf fast allen Bahnh&ouml;fen, an 7.000 Br&uuml;cken, 3.670 Fahrzeugen und 14.700 Nahverkehrsz&uuml;gen der Bahn Werbung vermarktet. Die Fahrplanbrosch&uuml;re &ldquo;Ihr Reiseplan&rdquo; stammt ebenfalls aus dem B&uuml;ro der DERG, die von 111,5 Millionen Lesern j&auml;hrlich gelesen wird. Die DERG hat als Tochter der Bahn AG einen Jahresumsatz von 160 Millionen Euro erwirtschaftet. Mit dem Verkauf an ein privates Unternehmen verliert die Bahn den Einfluss auf die Werbefl&auml;chen. Abzuwarten bleibt, an welche Unternehmen k&uuml;nftig die Werbefl&auml;chen vermietet werden, denn Dietmar Birkner, Mitglied der Gesch&auml;ftsleitung von Str&ouml;er Sales &amp; Services GmbH, war bei TUI Leiter des Vertriebs Au&szlig;endienst bei der Fluggesellschaft Hapagfly.<\/p><p><strong>Wirtschaftliche Kompetenz aus der Automobil- und Flugzeugbranche<\/strong><\/p><p>Heinz D&uuml;rr, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, &uuml;bernahm 1969 von seinem Vater den Vorsitz der Firma Otto D&uuml;rr. Das Unternehmen steigt ab 1978 in die Automations- und F&ouml;rdertechnik ein. Anfang der 1980er Jahre legt das Unternehmen den Schwerpunkt im Bereich Lackiertechnik auf Anlagenbau f&uuml;r die Automobilindustrie und deren Zulieferer. Seit 2000 ist die Carl Schenck AG ein Tochterunternehmen des global agierenden Technologiekonzerns D&uuml;rr AG . Heinz D&uuml;rr ist Aufsichtsratsvorsitzender der Carl Schenk AG. Mit diesem Zusammenschluss konnte sich die D&uuml;rr-Gruppe als Komplettanbieter f&uuml;r die Fahrzeugmontage etablieren und stand nun zus&auml;tzlich in der Auswucht- und Diagnosetechnik an der Spitze des Weltmarktes. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.durr.com\/fileadmin\/user_upload\/duerr\/de\/pdf\/tradition.pdf#search=\" externer link zu http:>D&Uuml;RR [PDF &ndash; 780 KB]<\/a>). 1980 trat Heinz D&uuml;rr an die Spitze des AEG-Konzerns, 1985 kaufte sich die Daimler-Benz AG bei AEG ein und war drei Jahre sp&auml;ter im Besitz von 80% der Kapitalanteile. Heinz D&uuml;rr war damit ab 1986 Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG. Vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl erhielt er 1991 das Angebot zum Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bundesbahn. Diese Aufgabe nahm er mit dem Ziel wahr, die Bahn zu einem Wirtschaftsbetrieb machen zu wollen. Nachdem er die Umwandlung der Bahn in eine Aktiengesellschaft auf den Weg gebracht hatte, war er bis 1997 Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bahn AG. Ein kurzes Intermezzo gab noch Dieter Vogel in den Jahren 1999 bis 2001, der von der Thyssen AG in den Vorstand der Bahn AG wechselte.<br>\nNachfolger wurde Hartmut Mehdorn, er begann seine Karriere 1966 bei den Fokker-Werken in Bremen. Ab 1980 war Mehdorn Vorstandsmitglied der Airbus Industrie. Im Fr&uuml;hjahr 1984 wechselte er als leitender Mitarbeiter zur Messerschmitt-B&ouml;lkow-Blohm GmbH (MBB), wo er zwei Jahre sp&auml;ter in die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung aufstieg. 1985 &uuml;bernahm Mehdorn die Funktion des Vorsitzenden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Deutschen Airbus GmbH (DA). 1992 trat er in den Vorstand der Deutschen Aerospace AG (DASA) ein, wo er f&uuml;r den Bereich Luftfahrt zust&auml;ndig war. Im selben Jahr &uuml;bernahm er den Posten des Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Dornier Luftfahrt. Die T&auml;tigkeit bei der DASA legte Mehdorn 1995 nieder, um kurzzeitig als Vorstandsvorsitzender f&uuml;r die Heidelberger Druckmaschinen AG (&ldquo;Heideldruck&rdquo;) t&auml;tig zu werden. Diese Funktion hatte er 1998 im Mutterunternehmen RWE AG inne, kurz darauf war er im Konzernvorstand vertreten. Ebenfalls seit 1998 ist Mehdorn auch Aufsichtsrat der SAP AG. Hartmut Mehdorn wurde von Altkanzler Schr&ouml;der in den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Bahn AG bef&ouml;rdert. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.whoswho.de\/templ\/te_bio.php?PID=152&amp;RID=1\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.whoswho.de\/templ\/te_bio.php?PID=152&amp;RID=1\">WHO&rsquo;S WHO<\/a>).<br>\nHelmut Frenzel, Aufsichtsratsvorsitzender der Bahn AG, ist zugleich im Vorstand der Touristik Union International (TUI). Helmut Frenzel kommt vom ehemaligen Stahl- und Kohlekonzern Preussag. Im Jahr 1997 &uuml;bernahm die Preussag HapagLloyd in Hamburg mit Reiseb&uuml;ros, Flugzeugen und Schiffen. 1998 kaufte die Preussag das Tourismusunternehmen TUI.<\/p><p>Die Interessen der Deutschen Bahn wurden seit Heinz D&uuml;rr vorwiegend von Personen aus der Flugzeug- und Automobilbranche vertreten. Die Entwicklung seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft zeigt mehr als deutlich, dass die personalpolitischen Entscheidungen der ehemaligen Kanzler eine Erweiterung der Bahn im Sinne einer kundenorientierten B&uuml;rgerbahn nicht erreicht wurde. Zudem ist eine Interessenverflechtung mit den Herkunftsfirmen der sp&auml;teren Bahnmanager nicht von der Hand zu weisen. Eine Pr&auml;ferenz der Bahn als Verkehrstr&auml;ger w&auml;re jedenfalls nicht im Interesse von Aktion&auml;ren und der Flugzeug- und Automobilindustrie.<\/p><p><strong>Deutsche Bahn AG und Lufthansa<\/strong><\/p><p>Mit der Einf&uuml;hrung des Tarifsystems der Lufthansa hat sich bereits gezeigt, dass eine Ausrichtung an den Bed&uuml;rfnissen des &bdquo;normalen&ldquo; Bahnkunden nicht im Vordergrund stand, stattdessen wurde das Verhalten von Flugg&auml;sten auf Bahnkunden &uuml;bertragen. Die Schiene ist bis heute gegen&uuml;ber der Luft benachteiligt, so haben Fluggesellschaften erhebliche Steuervorteile (Flugbenzin) andererseits belasten die Bahn hohe Investitionen in das Streckennetz.<br>\nDie Bahn gilt privat Reisenden und Gesch&auml;ftsleuten vorwiegend als Verbindung vom Wohn- zum Arbeitsplatz oder als Streckenmittel f&uuml;r k&uuml;rzere Distanzen, im Gegensatz zu Flugverbindungen, die &uuml;berwiegend weitere Strecken bedienen. Die Bahn bietet gegen&uuml;ber dem Flugverkehr den Vorteil eines fast fl&auml;chendeckenden Streckennetzes in Deutschland und &uuml;ber geringe Anfahrtswege, so dass eine Bahnverbindung &uuml;ber k&uuml;rzere bis mittlere Distanzen durchaus von Vorteil ist gegen&uuml;ber einer Flugverbindung. Hinzu kommen keine Wartezeiten f&uuml;r Einchecken und Kontrollen und die M&ouml;glichkeit auch spontan mit dem Zug reisen zu k&ouml;nnen. Mit der personalpolitischen Entscheidung Manager aus dem Lufthansa-Unternehmen zu engagieren, wurde das von der ehemaligen Lufthansa-Managerin Anna Brunotte ausgearbeitete Lufthansa-Tarifsystem, ebenfalls bei der Bahn eingef&uuml;hrt und scheiterte blamabel. Warum die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung dieses unflexible, kundenunfreundliche und undurchsichtige Preissystem auch noch offiziell unterst&uuml;tzt hat, l&auml;sst sich nur damit erkl&auml;ren, dass Details anscheinend nicht hinterfragt wurden. Zum Management der Bahn AG geh&ouml;rte ebenfalls Christoph Franz, der seit dem 1. Juli 2004 Pr&auml;sident der Konzernleitung und CEO der Swiss International Air Lines AG. Bei Lufthansa arbeitete er zuerst in Projekten zur Strategie, des Verkaufs und des Controllings in Deutschland, Frankreich und der T&uuml;rkei mit. Zwischen 1992 und 1994 wirkte er im Stab, direkt unter CEO J&uuml;rgen Weber. Danach wechselte Franz zur Deutschen Bahn AG, wo er w&auml;hrend neun Jahren verschiedene Funktionen innehatte. Dazu z&auml;hlte unter anderen der Turnaround der City Night Line. Zuletzt war Christoph Franz Mitglied der Gesch&auml;ftsleitung und Verantwortlicher des Bereichs Personenverkehr mit 70.000 Mitarbeitern. Zum Management geh&ouml;rte ebenfalls Hans G. Koch, der fr&uuml;her bei der Fluglinie f&uuml;r das Kundenbindungsprogramm Miles &amp; More zust&auml;ndig war. Aufgrund der katastrophalen Auswirkungen des Tarifsystems entschied der DB-Aufsichtsrat, das die beiden Vorst&auml;nde Hans G. Koch und Christoph Franz das Unternehmen verlassen mussten. Synergieeffekte zwischen Bahn und Lufthansa durch Seilschaften kommen bei der Ausgliederung des DB-Kurierdienstes IC-Kurier, der an die Lufthansa ging, zum Vorschein. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Passage Airline, Karl-Friedrich Rausch, wechselte 2001 als zuk&uuml;nftiger Vorstand Technik zur Deutsche Bahn AG und ist seit 2003 f&uuml;r das Vorstandsressort Personenverkehr zust&auml;ndig. In dem vom Bundestag an Booz Allen Hamilton in Auftrag gegebenen Gutachten PRIMON (Privatisierung der Bahn AG mit und ohne Netz) wird eine Expansion des Personennahverkehrs nicht in Betracht gezogen (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bmvbs.de\/Anlage\/original_948433\/Gutachten-Privatisierungs-varianten-der-Deutschen-Bahn-AG-mit-und-ohne-Netz.pdf#search=\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bmvbs.de\/Anlage\/original_948433\/Gutachten-Privatisierungs-varianten-der-Deutschen-Bahn-AG-mit-und-ohne-Netz.pdf#search=\">Bundesministerium f&uuml;r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung<\/a> ).<\/p><p><strong>Das PRIMON-Gutachten &ndash; Privatisierung der Deutschen Bahn AG mit und ohne Netz<\/strong><\/p><p>Der Verkehrsausschuss wollte sich mit dem PRIMON Gutachten eine zweite Meinung einholen, da bereits im Jahr 2002 ein Gutachten von der US-amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley, erstellt wurde. Beide Gutachten gehen davon aus, dass das Schienennetz weiterhin reduziert werden muss. So wird im PRIMON-Gutachten mit dieser Vorgehensweise auch eine Vereinbarung mit dem Grundgesetz gesehen, &ldquo;Eine Verpflichtung des Bundes zur Aufrechterhaltung des Status quo oder gar zur Herstellung einer fl&auml;chendeckenden optimalen Eisenbahnstruktur ist dem Grundgesetz nicht zu entnehmen&rdquo;. Im PRIMON-Gutachten ist kein Modell aufgef&uuml;hrt, welches einen wachsenden Anteil am Schienenpersonennahverkehr vorsieht.<\/p><p><strong>Morgan Stanley Investmentbank<\/strong><\/p><p>Die Investmentbank Morgan Stanley steht in keinem guten Licht: Morgan Stanley hat den Gucci-Konzern bei einer &Uuml;bernahmeschlacht systematisch zu negativ dargestellt und wurde in erster Instanz zu 30 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. In der zweiten Instanz wurde Morgan Stanley nun im Juni 2006 in Paris ebenfalls schuldig gesprochen. Das Morgan Stanley eine Bahnprivatisierung in seinem Gutachten bef&uuml;rwortet hat, ist durchaus von eigenem Interesse, da die Bank mit der Deutschen Bahn in einer langj&auml;hrigen Gesch&auml;ftsbeziehung steht: sie f&uuml;hrte u.a die Beratung beim Verkauf der deutsch-d&auml;nischen F&auml;hrschiffgesellschaft Scandlines (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/Unternehmen\/Industrie\/_pv\/grid_id\/436191\/_p\/200038\/_t\/ft\/_b\/1078632\/default.aspx\/deutscher-bahn-droht-aerger-beim-verkauf-von-scandlines.html\">Handelsblatt<\/a>). Morgan Stanley ist zudem Mitglied im Konsortium f&uuml;r die Anleihe der Deutschen Bahn zum Kauf des US-Transportunternehmens Bax gewesen. Der Kauf des kalifornischen Logistikuntenehmens Bax (ein weltweit agierendes Unternehmen mit Schiffen, Flugzeugen und Lkws) hat die Bahn AG knapp 1 Milliarde Euro gekostet. Bax hat in USA jahrelang rote Zahlen geschrieben, aber mit dem Zukauf des Unternehmens konnte die Bahn AG mit Schenker zum Global Player aufsteigen (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.verkehr.co.at\/templates\/index.cfm\/id\/17645\">www.verkehr.co.at<\/a>). 2 bis 3 Milliarden Euro, so sch&auml;tzen Experten, k&ouml;nnte der Bund bei einem Verkauf in <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/05\/22\/a0077.1\/text\">die Kasse bekommen<\/a>. Morgan Stanley ist beim Monitoring der Bundesregierung bez&uuml;glich der Quartalsabschl&uuml;sse der Deutschen Bahn beteiligt. Dass die Morgan Stanley Investmentbank einem B&ouml;rsengang nicht neutral gegen&uuml;ber stehen kann, ergibt sich auch schon daraus, dass sie in ihrer Eigenschaft als Investmentbank in erster Linie die Interessen ihrer Kunden verfolgt. Ob das wohl auch den politischen Entscheidungstr&auml;gern bei ihrer Abstimmung klar ist?<\/p><p><strong>Zahlenkosmetik des PRIMON-Gutachtens<\/strong><\/p><p>Dr. Gerd Peters, Lehrbeauftragter der Universit&auml;t Z&uuml;rich, war fast 30 Jahre in leitenden Funktionen der BASF-Gruppe in Ludwigshafen, mit den Schwerpunkten Controlling, Marketing und Logistik und ist Mitverfasser des Buches Controlling &ndash; Einmaleins renditeorientierter Entscheidungen &ndash; (erschienen im Versus-Verlag, Z&uuml;rich 2001). Gerd Peters hat sich die M&uuml;he gemacht und das PRIMON-Gutachten unter die Lupe genommen: Die Zahlen, welche im PRIMON-Gutachten als zentrale Kenngr&ouml;&szlig;en f&uuml;r die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens angenommen werden, ignorieren alle mit zinslosen Darlehen get&auml;tigten Investitionen und die Bauzusch&uuml;sse, welche vom Bund finanziert wurden, obendrein werden diese Investitionen weder in der Bilanz aktiviert noch f&uuml;hren sie zu Abschreibungen, aber sie f&uuml;hren zum gew&uuml;nschten Ergebnis. Ersichtlich wird diese Zahlenkosmetik im zweiseitigen Anhang, dem Kleingedruckten, des Gutachtens, das aufgrund des Umfangs wohl kaum ein Politiker gelesen haben durfte: S. 469: &ldquo;In einem kurzen Exkurs sind wir auf die von politischer Seite aufgeworfene Frage der Ber&uuml;cksichtigung von Baukostenzusch&uuml;ssen und zinslosen Darlehen bei ROCE-Berechnung eingegangen&rdquo;&hellip; (Begriffserkl&auml;rung). &ldquo;Ziel dieser Ausf&uuml;hrung &ndash; das sei hier klar hervorgehoben &ndash; ist es nicht die ROCE-Werte (Anmerkung der DB AG) in Zweifel zu ziehen, sondern eine Art ROTCE-Ziffer zu berechnen&rdquo; (T- steht f&uuml;r Total).<\/p><p><strong>BDI, DIHK und Bahnprivatisierung<\/strong><\/p><p>BDI und DIHK haben gleichfalls ein Gutachten zur Bahn in Auftrag gegeben, welches zu dem Schluss kommt, dass eine umsichtige Wirtschafts- und Verkehrspolitik bei der Privatisierungsentscheidung das Wohl des gesamten Schienenverkehrsmarktes im Blick haben muss und es empfiehlt einen wettbewerbsorientierten Kurs, da dieser mehr Personen- und G&uuml;terverkehr auf der Schiene verspricht. Martin Wansleben, DIHK-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer: &bdquo;Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, dass die Unternehmen &uuml;berall leistungsf&auml;hige Alternativen haben, ihre Zulieferer und Kunden schnell, preisg&uuml;nstig und zuverl&auml;ssig zu erreichen&ldquo;, &bdquo;Jetzt ist die Politik an der Reihe, verkehrspolitische Entscheidungen zu treffen&ldquo;. Wettbewerb als Allheilmittel fordert BDI-Hauptgesch&auml;fsf&uuml;hrer Ludolf von Wartenberg: &bdquo;Wettbewerb ist der Schl&uuml;ssel f&uuml;r innovative, kundenorientierte, kosteng&uuml;nstige und umweltvertr&auml;gliche Leistungen&ldquo;. Das von BDI und DIHK vorgelegte Gutachten und ein von der Bundesregierung vorgelegtes Gutachten kommen &uuml;bereinstimmend zu dem Fazit, dass eine selbst&auml;ndige Netzgesellschaft eine wettbewerbsf&ouml;rdernde hat. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bdi-online.de\/de\/fachabteilungen\/1913.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bdi-online.de\/de\/fachabteilungen\/1913.htm\">Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.<\/a>)<br>\n<strong><br>\nDie Deutsche Bahn auch in Deutschland in den H&auml;nden von Fluggesellschaften und Busunternehmen?<\/strong><\/p><p>Wer vertritt wessen Interessen oder wer vertritt noch die Interessen der Bahnkunden, wenn die Aktien wie in Gro&szlig;britannien mehrheitlich in den H&auml;nden der Flugzeugbranche, Busunternehmen befinden? Die privaten britischen Bahngesellschaften sind in Besitz der Fluggesellschaft Virgin (rail), der Busunternehmen First, Stagecoach und Arriva, was erkennbar keine Verbesserung der Situation der Bahnkunden zur Folge hatte. Nach einer Studie, welche vom BDI und der DIHK in Auftrag gegeben wurde, wird davon ausgegangen, dass diese Unternehmen erg&auml;nzt durch Connex, auch in den Deutschen Markt einsteigen werden. Wie u.a. die Studie von BDI und DIHK belegt, werden sich b&ouml;rsennotierte Unternehmen um eine Marktstellung bem&uuml;hen und auch gute Chancen haben, diese zu bekommen. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bdi-online.de\/Dokumente\/Verkehrspolitik\/BDI-DIHK_Bahnstudie_-_Januar_2006.PDF#search=\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bdi-online.de\/Dokumente\/Verkehrspolitik\/BDI-DIHK_Bahnstudie_-_Januar_2006.PDF#search=\">Studie [PDF &ndash; 7.2 MB]<\/a>) &hellip;&rdquo;Bei Transdev (t&auml;tig unter EuRailCo) ist das Ausma&szlig; des Engagements noch nicht absch&auml;tzbar. Nicht aktiv sind bislang National Express, Stagecoach, Serco und First. Angesichts der Lukrativit&auml;t und der Stellung des deutschen SPNV-Marktes als Nr. 1 in Europa w&auml;re zu erwarten, dass alle Gro&szlig;en &ndash; bestenfalls mit einer Ausnahme in Deutschland pr&auml;sent sind. Die nach verkehrlichen Gesichtspunkten gebildeten 25 Personenverkehrsnetze (i.d.R. deutlich gr&ouml;&szlig;ere Netze als in Deutschland) wurden &uuml;ber Ausschreibungsverfahren vergeben. Bieter waren vor allem die gro&szlig;en, b&ouml;rsennotierten Busgesellschaften (National Express, Stagecoach, First, Arriva, Go-Ahead), daneben gr&uuml;ndeten ehemalige British-Rail-Mitarbeiter Firmen(z.B. GB Rail), zudem gewann das franz&ouml;sische Betreiberunternehmen Connex zwei gro&szlig;e Franchises&rdquo;.<\/p><p><strong>EU-Transeurop&auml;ische Netze (TEN)<\/strong><\/p><p>Mit der &Uuml;berf&uuml;hrung der Bahn in eine Aktiengesellschaft wurde dem Liberalisierungs- und Derugulierungsdruck aus Br&uuml;ssel nachgegeben Es steckt noch viel Privatisierungspotential in den europ&auml;ischen Bahnnetzen. Nach einer Ver&ouml;ffentlichung des Europ&auml;ischen Eisenbahnverbands (CER) befinden sich au&szlig;er in Estland und Gro&szlig;britannien noch alle Bahnen der 29 Mitgliedsl&auml;nder in <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2006\/06-28\/001.php\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.jungewelt.de\/2006\/06-28\/001.php\">staatlicher Hand<\/a>), wobei das deutsche Eisenbahnunternehmen das gr&ouml;&szlig;te in Europa ist. Die Lobbyistenverb&auml;nde in Br&uuml;ssel sind sehr aktiv und treiben die Privatisierungsprojekte voran. Das TEN verfolgt Projekte in Europa, wie z.B. Hochgeschwindigkeitsbahnnetze zwischen Br&uuml;ssel, Paris, K&ouml;ln, Amsterdam und London (PBKAL Projekt). Die angeblichen wirtschaftlichen Vorteile, die sich aus diesen Projekten ergeben, st&uuml;tzen sich auf eine Studie mit dem Titel &ldquo;Lost and Found&rdquo;: Community Component of the Economic Return on the Investment in PBKAL, diese Studie wurde erstellt von Dana Roy von ECIS. Bei genauer Betrachtung kann diese Studie nicht unabh&auml;ngig sein, da der Runde Tisch (ERT) in Br&uuml;ssel die meisten Aktivit&auml;ten auf dem Gebiet des Verkehrs dem Europ&auml;ischen Institut f&uuml;r Infrastrukturstudien (ECIS) &uuml;bertragen hat. (Quelle: Konzern Europa S. 123 ff. Rotpunktverlag). Um die Mittel f&uuml;r das TEN-Budget verdoppeln zu k&ouml;nnen, schlug der damalige Verkehrskommissar Neil Kinnock &ouml;ffentlich-private Partnerschaften (PPP bzw. &Ouml;PP-Modelle) vor, um zus&auml;tzliches Geld aus privaten Quellen zusammenzubringen. Die Auflagen der EU-Kommission in Br&uuml;ssel fordern eine Unabh&auml;ngigkeit der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Eisenbahnen vom Staat, eine &Ouml;ffnung nationaler Schienennetze und fordern Wettbewerb und einen Zwang zur Ver&ouml;ffentlichung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen nach Verkehrssparten. Die EU propagiert eine &Ouml;ffnung der Eisenbahnverkehrsm&auml;rkte und eine Trennung von den Netzen f&uuml;r den Personennahverkehr und dem G&uuml;terverkehr. Das Ziel den Verkehr auf die Schiene zu verlegen konnte innerhalb der EU nicht erreicht werden. Im Gegenteil: das Verkehrsaufkommen hat massiv zugenommen, der Flugverkehr konnte ebenfalls Zuw&auml;chse verzeichnen, die Fahrgastzahlen bei Bahn, Bus und &ouml;ffentlichem Nahverkehr sind r&uuml;ckl&auml;ufig.<\/p><p><strong>Br&uuml;ssel und die Liberalisierung der Transportdienstleistungen<\/strong><\/p><p>Lt. EU-Gr&uuml;nbuch z&auml;hlen zu den so genannten Dienstleistungen von allgemeinem Interesse: Energieversorgung, Telekommunikationsdienste und Transportdienstleitungen. Die bestehenden Regelungen der EU-Mitgliedstaaten sind sehr unterschiedlich und sollen langfristig harmonisiert werden. Anstelle bisheriger Monopolrechte sollen k&uuml;nftig im Zuge der Liberalisierung Ma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung von Wettbewerb treten, das sind z.B. propagierte M&ouml;glichkeiten der Kapitalbeteiligungen, Ausschreibungen oder die Vergabe von Konzessionen. Die EU-Kommission hat bez&uuml;glich des Wettbewerbs weitgehende Entscheidungsmacht, da sie zu Wettbewerbsfragen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Rat, d.h. ohne Beteiligung des Europ&auml;ischen Parlaments und ohne Abstimmung in den EU-L&auml;ndern entscheiden kann. Im &Uuml;brigen stellen Lobbyistenverb&auml;nde wie der BDI weitreichende Liberalisierungsforderungen f&uuml;r &ouml;ffentliche Dienstleistungen, sie f&uuml;hlen sich staatlichen Unternehmen gegen&uuml;ber benachteiligt. Die EU-Kommission propagiert PPP-Modelle als unverzichtbare und innovative Finanzierungsl&ouml;sungen (EU-Kommission 2004a:12, dies. 2004b). (Quelle: attac eu-newsletter 2005). Wenn die EU-Kommission davon spricht, das Bahnnetz auszubauen, so betrifft dies bevorzugt die Unternehmen, welche in Br&uuml;ssel vertreten sind, womit der transnationale Transport vorangetrieben werden soll, nicht aber den nationalen G&uuml;terverkehr oder gar die regionale Personenbef&ouml;rderung.<br>\n<strong><br>\nTransrapid und Interessenverkn&uuml;pfung von Wirtschaft und Politik<\/strong><\/p><p>Statt den Personennahverkehr der Bahn AG zu f&ouml;rdern werden Hochgeschwindigkeitsz&uuml;ge wie der Transrapid propagiert. F&uuml;r Unternehmen wie Siemens und Thyssen ist dies in Anbetracht der Finanzzusagen der Bundesregierung ein interessantes Projekt. F&uuml;r Familien, Pendler oder privat Reisende ist der Transrapid finanziell vollkommen unattraktiv. Zudem steht zu bef&uuml;rchten, dass Gelder aus dem &ouml;ffentlichen Nahverkehr abgezogen werden um das Projekt zu finanzieren (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.gruene-fraktion-bayern.de\/cms\/verkehr_transrapid\/dokbin\/127\/127376.schriftliche_einwendung_von_martin_runge.pdf#search=\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.gruene-fraktion-bayern.de\/cms\/verkehr_transrapid\/dokbin\/127\/127376.schriftliche_einwendung_von_martin_runge.pdf#search=\">www.gruene-fraktion-bayern.de [PDF &ndash; 71 KB]<\/a>). Eine Interessenverflechtung von Wirtschaft und Politik ist nicht von der Hand zu weisen. Im Zusammenhang mit dem Transrapid und der Bahn AG gibt es zwei &auml;u&szlig;erst interessante Verkn&uuml;pfungen. Dieter Vogel war bis 1988 Vorstandsvorsitzender der Thyssen AG. Zwischen 1999 und 2001 &uuml;bernahm er auf Vorschlag von Gerhard Schr&ouml;der den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, fortan war er ein Verfechter der Transrapid-Technik. W&auml;hrend dieser Zeit wurde die Bahn Miteigent&uuml;merin der Transrapid-Anwendungsstrecke im Emsland. Auch Otto Wiesheu, bayerischer Wirtschaftsminister, beeinflusste in seiner Funktion als Mitglied der CDU\/CSU-Delegation, welche den Koalitionsvertrag mit der SPD aushandelte, die verkehrs- und bahnpolitischen Passagen des Abkommens. Wissenswert in diesem Zusammenhang ist, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits den Vorstandsposten f&uuml;r Marketing und politische Beziehungen bei der Deutschen Bahn AG zugesagt hatte. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Wiesheu in Kooperation mit Bund, Bahn und Freistaat Bayern den Transrapid als deutsche Technologiehochleistung verwirklichen will.<\/p><p>Die Finanzsituation des Bundes ist gewiss schwierig. Steuerpolitik, Steueroasen, Arbeitslosigkeit und Minilohnjobs tragen in erheblichem Umfang dazu bei, dass Ebbe in der Staatskasse herrscht. Das Verm&ouml;gen des Staates beziffert sich nicht nur aus Bargeld, sondern in erheblichem Umfang auch aus Sachverm&ouml;gen, das mit Hilfe der B&uuml;rger geschaffen wurde. Kein Privatmann w&uuml;rde St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck sein Sachverm&ouml;gen verscherbeln nur um kurzzeitig liquide zu sein, au&szlig;er ihm st&uuml;nde das Wasser bis zum Hals.<br>\nIm Land breitet sich eine Politik- und Staatsverdrossenheit aus und das Volk verliert zunehmend Vertrauen in seine Volksvertreter. Hat die SPD vor noch nicht allzu langer Zeit vor einem &ldquo;totalen Markt&rdquo; gewarnt, in dem alle Unternehmen ausschlie&szlig;lich nach Wettbewerbsgrunds&auml;tzen agieren, ist heute eine 180 Grad-Wende eingetreten. Auswirkungen des neoliberalen Privatisierungswahns werden konsequent ignoriert und der Glaube an den freien Wettbewerb ist, trotz einer Spirale nach unten, ungebrochen. Der Ausverkauf &ouml;ffentlicher G&uuml;ter an internationale Investoren hat B&uuml;rgern bislang keine Vorteile gebracht.<br>\nGeht es bei der Privatisierung der Bahn &uuml;berhaupt noch um die Interessen der Mehrheit der B&uuml;rger als deren Kunden? Oder geht es nur noch um die Interessen der Kapitalanleger, von Lobbyisten der Luftfahrt und des Stra&szlig;enverkehrs, der einschl&auml;gigen Wirtschaftsunternehmen, von Investmentbankern und von Beratungsunternehmen?<br>\nFragen Sie doch einfach einmal Ihren Abgeordneten oder Ihre Abgeordnete nach welchen Interessen er oder sie entscheidet. Ich habe es getan und ich war ersch&uuml;ttert &uuml;ber die Ignoranz gegen&uuml;ber den Tatsachen und Interessen, die hinter der Privatisierungsentscheidung stehen und &uuml;ber das Unverm&ouml;gen sich in die Rolle ihrer W&auml;hlerinnen und W&auml;hler als normale Bahnkunden hinein zu versetzen.<br>\nVon all dem, was hier an Bedenken vorgetragen wurde, war weder etwas bekannt noch bestand das geringste Interesse daran, davon etwas zur Kenntnis zu nehmen.<\/p><p>Lekt&uuml;reempfehlung: Winfried Wolf &ldquo;In den letzten Z&uuml;gen&rdquo; &ndash; B&uuml;rgerbahn statt B&ouml;rsenbahn &ndash; attac Basistext 22 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demn&auml;chst steht die Entscheidung des Bundestages &uuml;ber den B&ouml;rsengang der Bahn an. 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