{"id":17998,"date":"2013-07-17T13:10:49","date_gmt":"2013-07-17T11:10:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17998"},"modified":"2015-08-10T10:29:31","modified_gmt":"2015-08-10T08:29:31","slug":"haufig-gestellte-fragen-warum-wir-dringend-ein-echtes-trennbankensystem-brauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17998","title":{"rendered":"H\u00e4ufig gestellte Fragen: Warum wir dringend ein echtes Trennbankensystem brauchen"},"content":{"rendered":"<p>Im Kielwasser der Lehmann-Pleite und der billionenschweren Bankenrettungen auf Kosten der Allgemeinheit gab es eine kurze Zeitspanne, in der ein politischer Konsens f&uuml;r eine strikte Regulierung des Bankensystems vorhanden war. Doch diese Zeitspanne w&auml;hrte nur kurz. Aus gro&szlig;en Pl&auml;nen wurden kleinlaute Regulierungsvorschl&auml;ge &ndash; marktkonform und halbherzig. Immer wieder erreichen uns Fragen, wie man denn eigentlich das &uuml;berm&auml;chtige Bankensystem sinnvoll regulieren k&ouml;nnte. Die Einf&uuml;hrung eines echten und konsequenten Trennbankensystems steht dabei ganz oben auf einer langen Forderungsliste. Doch wie k&ouml;nnte eine solche konsequente Trennung zwischen klassischen Bankgesch&auml;ften und dem Finanzkasino aussehen? Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4563\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-17998-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130718_Trennbankensystem_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130718_Trennbankensystem_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130718_Trennbankensystem_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130718_Trennbankensystem_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=17998-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/130718_Trennbankensystem_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"130718_Trennbankensystem_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Hintergrund: Investmentbanken, Gesch&auml;ftsbanken und Universalbanken<\/strong><\/p><p>Bevor man sich ernsthafte Gedanken &uuml;ber ein Trennbankensystem machen kann, muss man zun&auml;chst einmal definieren, was denn da &uuml;berhaupt getrennt werden soll. S&auml;mtliche gro&szlig;en europ&auml;ischen Banken sind Universalbanken. Sie haben eine sogenannte &bdquo;Vollbanklizenz&ldquo; und d&uuml;rfen daher das komplette Spektrum von Finanz- und Finanzmarktgesch&auml;ften anbieten. Dazu z&auml;hlt zun&auml;chst einmal das klassische Bankgesch&auml;ft, zu dem neben den technischen Aufgaben (Kontenf&uuml;hrung, Teilnahme am Zahlungsverkehr) die Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen und Einlagengesch&auml;fte (z.B. Spareinlagen oder Tages- und Festgeld) geh&ouml;ren. Zugespitzt funktioniert das klassische Bankgesch&auml;ft nach der 3-6-3-Regel &ndash; gib Deinen Kunden auf ihre Einlagen 3% Zinsen, verleihe sie f&uuml;r 6% weiter, kassiere die Differenz und geh um 3 Uhr Nachmittag auf den Golfplatz. Paul Krugman hat diese Kernaufgaben der Gesch&auml;ftsbanken (zu denen freilich nicht das Golfspielen geh&ouml;rt) einmal ironisch als &bdquo;boring banking&ldquo; (langweilige Bankgesch&auml;fte) beschrieben.<\/p><p>Die Bankgesch&auml;fte, die sich unter dem Schlagwort &bdquo;Investmentbanking&ldquo; zusammenfassen lassen, sind alles andere als langweilig &ndash; und mit maximal drei Prozent Zinsgewinn gibt man sich dort nicht einmal im Ansatz zufrieden. Zu diesen Gesch&auml;ften geh&ouml;rt das gesamte Repertoire des modernen Finanzsystems &ndash; angefangen beim Hochfrequenzhandel im Nanosekundentakt, &uuml;ber die Finanzierung von Hedgefonds, den Handel von Derivaten und synthetischen Finanzprodukten und intransparente Finanzwetten in sogenannten &bdquo;Dark Pools&ldquo;. Diese hoch riskanten und hoch spekulativen Finanzgesch&auml;fte werden dabei entweder im Kundenauftrag oder auf eigene Rechnung durchgef&uuml;hrt, gerne auch in separaten &bdquo;Finanzvehikeln&ldquo; abseits der eigenen Bilanz. <\/p><p>Universalbanken, wie beispielsweise die Deutsche Bank, sind sowohl Gesch&auml;fts- als auch Investmentbanken. F&uuml;r die Banker und ihre Aktion&auml;re hat das Universalbankensystem einen unsch&auml;tzbaren Vorteil &ndash; sie k&ouml;nnen ihre Aktivit&auml;ten im Investmentbanksektor durch die niedrig verzinsten Kundeneinlagen und den Zugriff auf die ebenfalls sehr niedrig verzinsten Finanzierungsinstrumente der Zentralbanken &auml;u&szlig;erst g&uuml;nstig finanzieren. Es ist n&auml;mlich ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die zahlreichen Instrumente des modernen Investmentbankings so f&uuml;rchterlich profitabel seien. Die Traumrenditen von &bdquo;20% plus X&ldquo; (Zitat Josef Ackermann) sind nur dann realisierbar, wenn man sehr g&uuml;nstig an sehr viel Fremdkapital kommt. <\/p><p><strong>Hebelung bzw. Leveraging &ndash; die Gei&szlig;el des Finanzsystems<\/strong><\/p><p>Wie kommt der Deutschbanker Ackermann eigentlich auf derartige Renditen? Ganz einfach. Die Deutsche Bank hat eine Bilanzsumme von 2,28 Billionen Euro, verf&uuml;gt aber nur &uuml;ber ein Eigenkapital in H&ouml;he von 51,9 Milliarden Euro. F&uuml;r jeden Euro, den die Deutsche Bank besitzt, hat sie demnach 44 Euro in ihrer Bilanzsumme &ndash; teils als Kredit, teils als Position in verschiedenen Formen des globalen Finanzkasinos. Wenn wir nun einmal annehmen, dass die Deutsche Bank f&uuml;r dieses Fremdkapital, das sowohl aus Kundeneinlagen wie auch Krediten bei der EZB besteht, im Schnitt 2,0% Zinsen zahlen muss und tats&auml;chlich 20% Rendite auf das Eigenkapital erzielen kann, muss sie auf ihre gesamte Bilanz &bdquo;lediglich&ldquo; 2,4% Rendite erzielen &ndash; der immense Hebel von 43 Teilen g&uuml;nstigen Fremdkapitals auf einen Teil Eigenkapital macht dies m&ouml;glich. 2,4% Rendite lassen sich auch mit dem &bdquo;boring banking&ldquo; erzielen &ndash; jedoch keine Eigenkapitalrenditen von 20% plus X. <\/p><p>Diese absurden Eigenkapitalrenditen haben freilich eine magische Sogwirkung auf das &bdquo;gro&szlig;e Kapital&ldquo;, also auf Anleger, die sich nicht mit 1,5% auf dem Festgeldkonto abspeisen lassen. Warum sollte ein gro&szlig;er Anleger sich mit Renditen von drei bis f&uuml;nf Prozent, wie sie in der Realwirtschaft &uuml;blich sind, zufriedengeben, wenn er dank der geschilderten Hebel auch zweistellige Renditen erzielen kann? Unternehmen der Realwirtschaft haben gleichzeitig arge Probleme &uuml;berhaupt Kredite und Fremdkapital zu bekommen, da sie ihre erzielten Renditen nicht durch magische Hebel in absurde H&ouml;hen treiben k&ouml;nnen. Aber dies ist nur ein Teil des Problems. Viel bedrohlicher ist, dass eine derartige Hebelung ein echtes Sch&ouml;nwetterinstrument ist. Was passiert, wenn der gro&szlig;e Regen einsetzt?<\/p><p>Nimmt man das oben aufgef&uuml;hrte Beispiel mit 2,0% Fremdkapitalkosten und einem Hebel von 1:43 w&uuml;rde die Deutsche Bank bei einem Bilanzverlust von nur 1,0% durch die immense Hebelung einen Eigenkapitalverlust von 30% erleiden &ndash; bei einem Bilanzverlust von 2,5% w&auml;re das Eigenkapital komplett aufgezehrt und die Bank m&uuml;sste rein theoretisch Insolvenz anmelden. Der gro&szlig;e Nachteil eines Hebels ist, dass er nicht nur die Gewinne, sondern auch die Verluste hebelt. Und da der Staat offenbar eine implizite Garantie auf die Einlagen der europ&auml;ischen Universalbanken abgegeben hat, muss er auch schlussendlich das Ausfallrisiko bei diesem gewagten Spiel mit hohen Hebeln tragen. Dies ist jedoch (nicht nur) aus Sicht der Allgemeinheit nicht hinzunehmen.<\/p><p><strong>Eine Trennung muss her &ndash; aber wie?<\/strong><\/p><p>Wenn es denn politischer Wille ist, dass der Staat als &bdquo;Gl&auml;ubiger der letzten Zuflucht&ldquo; f&uuml;r die Bankeinlagen seiner B&uuml;rger haftet, dann sollte er auch ein gesteigertes Eigeninteresse daran haben, dass die Banken verantwortungsvoll handeln und es nie mehr zu einem Fall kommt, bei dem Bankenschulden in mehrfacher Milliardenh&ouml;he sozialisiert werden m&uuml;ssen. Es besteht zudem Konsens darin, dass der Staat &bdquo;nur&ldquo; f&uuml;r Kundeneinlagen, nicht aber f&uuml;r sonstige finanzielle Verpflichtungen der Banken haften sollte. Eine sinnvolle Absicherung der Kundeneinlagen ist daher nur dann m&ouml;glich, wenn sichergestellt wird, dass die Kundeneinlagen nicht nur Teil einer Mischfinanzierung von Fremdkapital f&uuml;r hoch riskante Finanzgesch&auml;fte sind. Denn dann besteht in der Tat ein hohes Ausfallrisiko.<\/p><p>Der einzig sinnvolle Ausweg aus diesem Dilemma ist die Umsetzung eines konsequenten Trennbankensystem und einer Zerschlagung der Universalbanken in Gesch&auml;ftsbanken und Investmentbanken. Nur den Gesch&auml;ftsbanken darf dann erlaubt sein Einlagen von Privatpersonen und Unternehmen anzunehmen. Daf&uuml;r haben die Gesch&auml;ftsbanken das Privileg, sich &uuml;ber die EZB finanzieren und dabei Geld sch&ouml;pfen zu d&uuml;rfen. F&uuml;r die eigene Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen ist den Gesch&auml;ftsbanken daher auch als einzigen Finanzinstituten eine Hebelung mit Zentralbankgeld m&ouml;glich. Auf der anderen Seite gibt es dann die Investmentbanken, die &ndash; unter Einhaltung der sonstigen Reglementierungen &ndash; alle Sparten des Investmentbankings aus&uuml;ben d&uuml;rfen, jedoch keine Einlagengesch&auml;fte. <\/p><p>Mit dieser &bdquo;sanften&ldquo; Trennung ist es jedoch noch nicht getan. Neben dem ber&uuml;hmten &bdquo;too big to fail&ldquo; spielt das wesentlich weniger bekannte &bdquo;too interconnected to fail&ldquo; (zu stark (mit anderen Banken) verbunden, um (vom Staat) fallengelassen zu werden) eine entscheidende Rolle bei einer w&uuml;nschenswerten Bankenregulierung. Die Lehman Brothers waren bekanntlich keine Universalbank, sondern eine lupenreine Investmentbank &ndash; die jedoch in ganz erheblichem Umfang bei Universal- und Gesch&auml;ftsbanken verschuldet war. Ziel eines Trennbankensystems muss es sein, dass jede Investmentbank in den Konkurs gehen kann, ohne dabei die Gesch&auml;ftsbanken anzustecken. Dies ist nur dann m&ouml;glich, wenn die Gesch&auml;ftsbanken generell keine Kredite an Investmentbanken oder andere Akteure am Finanzmarkt vergeben d&uuml;rfen und auch nicht &uuml;ber Anleihen oder &auml;hnliches eine wie auch immer geartete Gl&auml;ubigerposition gegen&uuml;ber den Investmentbanken eingehen d&uuml;rfen. Die Trennung zwischen Investmentbanken und Gesch&auml;ftsbanken m&uuml;sste l&uuml;ckenlos sein, wobei es keine Ausnahmen und Hintert&uuml;ren geben darf. Nur dann ist es auszuschlie&szlig;en, dass der Schnupfen einer Investmentbank eine Lungenentz&uuml;ndung des internationalen Finanzsystems ausl&ouml;st.<\/p><p><strong>Wie s&auml;he das konkret aus?<\/strong><\/p><p>Durch diese Ma&szlig;nahmen w&auml;re den Investmentbanken die Quersubventionierung durch viel zu g&uuml;nstiges Fremdkapital untersagt. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnten die Investmentbanken auch weiterhin mit einem Fremdkapitalhebel operieren &ndash; in der Praxis w&uuml;rde dieser Hebel jedoch &uuml;berschaubar gering sein. Das liegt vor allem daran, dass die Investmentbanken ohne direkten oder indirekten Zugriff auf Spareinlagen und Zentralbankkredite wesentlich h&ouml;here Zinsen zahlen m&uuml;ssten. M&uuml;sste eine Investmentbank sich beispielsweise &uuml;ber selbst ausgegebene Anleihen refinanzieren, m&uuml;sste sie aufgrund des hohen Risikoprofils einen weitaus h&ouml;heren Zinssatz bezahlen, als ihn der Kleinsparer auf seinem sicheren Festgeldkonto bei einer Gesch&auml;ftsbank angeboten bekommt. Gemessen am Risiko k&ouml;nnte der Zinssatz f&uuml;r solche Anleihen beispielsweise rund sechs Prozent betragen. Bei einer Gesamtkaptialrendite von (s.o) 2,4% w&auml;re dies f&uuml;r die Investmentbanken jedoch ein Verlustgesch&auml;ft. Denkbar sind daher zwei Gesch&auml;ftsmodelle f&uuml;r Investmentbanken: Zum Einen vergleichsweise sichere Gesch&auml;fte (z.B. mit Staatsanleihen) mit geringen Margen und einem vergleichsweise niedrigen Zinsgewinn f&uuml;r den Anleger; zum Anderen Hochrisikogesch&auml;fte mit einer ebenso hohen Rendite- wie Ausfallswahrscheinlichkeit. Dies w&auml;re dann auch die R&uuml;ckkehr der ehemals &bdquo;goldenen&ldquo; Banking-Regel, nach der ein hoher Zins immer mit einem hohen Ausfallrisiko einhergehen muss. <\/p><p>Wenn ein Anleger bei einem solchen Modell das Risiko eingehen will, kann er beispielsweise eine Anleihe, ein Zertifikat oder einen Fondsanteil der Investment-Nachfolgergin der Deutschen Bank mit einer hohen Renditechance erwerben, muss dann aber auch damit rechnen, dass sein Geld im Falle eines Scheiterns verloren ist und weder der Staat noch eine Universalbank das Institut im Falle einer finanziellen Schieflage refinanziert. <\/p><p>Mit dem Ende des g&uuml;nstigen Fremdkaptials und des hohen Hebels w&uuml;rde der Investmentsektor wie von magischer Hand schrumpfen. Das Gros der Gesch&auml;fte in diesem Sektor ist heute nur deshalb m&ouml;glich, weil es g&uuml;nstiges Fremdkapital und damit die M&ouml;glichkeit eines hohen Hebels gibt. Nullsummenspiele mit geliehenem Geld, die heute auf dem billionenschweren Derivatemarkt die Regel sind, w&uuml;rden ohne den Hebel unweigerlich auf einen Bruchteil des heutigen Volumens zusammenschrumpfen. Dies h&auml;tte den gro&szlig;en Vorteil, dass M&auml;rkte f&uuml;r Realg&uuml;ter (z.B. &Ouml;l, Weizen oder Schweinb&auml;uche) und W&auml;hrungen nicht mehr derart stark von Spekulationseffekten getrieben werden k&ouml;nnten. Der globalen Spekulation w&auml;re der Sauerstoff entzogen &ndash; dies w&auml;re der wohl bedeutendste &bdquo;Nebeneffekt&ldquo; eines konsequenten Trennbankensystems. <\/p><p><strong>Liikanen, Volcker und Vickers &ndash; die Verw&auml;sserung einer Idee<\/strong><\/p><p>Ans&auml;tze, ein Trennbankensystem gesetzlich umzusetzen, gibt es reichlich. Das geht vom Liikanen-Report der EU-Kommission, &uuml;ber die Volcker-Rule in den USA, der Vickers-Kommission in Gro&szlig;britannien, &uuml;ber die Vorschl&auml;ge des SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbr&uuml;ck bis zum Gesetzesentwurf der schwarz-gelben Bundesregierung. Alle diese Vorst&ouml;&szlig;e gehen zwar in die richtige Richtung, haben jedoch entscheidende L&uuml;cken, die eine konsequente Trennung von Investment- und Gesch&auml;ftsbanken verhindern. Vor allem in Deutschland ist eine derartige Trennung schwer vorstellbar, da bei einer konsequenten Trennung die Deutsche Bank unweigerlich zerschlagen werden m&uuml;sste. Mit der Grauen Eminenz der deutschen Finanzwirtschaft legt sich jedoch kein Politiker an. Daher sehen sowohl der schwarz-gelbe Gesetzesentwurf als auch das Thesenpapier von Peer Steinbr&uuml;ck hier lediglich eine &bdquo;organisatorische&ldquo; Trennung vor. Der Investment- und der Gesch&auml;ftsbankableger der Deutschen Bank w&auml;ren dann zwar formaljuristisch getrennt, w&uuml;rden jedoch immer noch unter dem Dach der Deutsche Bank Holding firmieren. Nun ist es jedoch keinesfalls un&uuml;blich, dass verschiedene T&ouml;chter unter dem Dach einer gemeinsamen Holding sich gegenseitig subventionieren und Bilanzposten munter untereinander verschieben. Da die Investment-Tochter der Deutsche Bank Holding in diesem Falle immer noch Zugriff auf g&uuml;nstiges Fremdkapital von ihrer Schwester der Gesch&auml;ftsbank h&auml;tte, w&auml;re die Trennung eher kosmetischer Natur und das Risiko der Ansteckungsgefahr w&auml;re nicht aus der Welt geschafft.<\/p><p>&Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit den &ndash; urspr&uuml;nglich zum Teil durchaus ambitionierten &ndash; Regulierungsentw&uuml;rfen von Liikanen (EU), Volcker (USA) und Vickers (GB). Nachdem sie mit Hilfe der Finanzlobby weichgesp&uuml;lt und ausgeh&ouml;hlt wurden, kann man in allen drei F&auml;llen nicht mehr von einem konsequenten Trennbankensystem sprechen. Und was vom urspr&uuml;nglichen Entwurf noch &uuml;brig sein wird, wenn die Entw&uuml;rfe in einigen Jahren einmal konkret anwendbare Gesetze werden sollten, ist momentan noch nicht absehbar. Der L&ouml;we hat gebr&uuml;llt, nun machen sich die Hy&auml;nen der Finanzlobby &uuml;ber die Entw&uuml;rfe her. Man braucht wohl nicht all zu viel Phantasie, um zu erahnen, wie die Party ausgeht. Doch nach dem Crash ist vor dem Crash. Das Thema &bdquo;Trennbankensystem&ldquo; wird uns auch k&uuml;nftig noch besch&auml;ftigen &ndash; jede Wette!<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/b9f6a377b6d94af5a8d77a260074704e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kielwasser der Lehmann-Pleite und der billionenschweren Bankenrettungen auf Kosten der Allgemeinheit gab es eine kurze Zeitspanne, in der ein politischer Konsens f&uuml;r eine strikte Regulierung des Bankensystems vorhanden war. Doch diese Zeitspanne w&auml;hrte nur kurz. Aus gro&szlig;en Pl&auml;nen wurden kleinlaute Regulierungsvorschl&auml;ge &ndash; marktkonform und halbherzig. 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