{"id":18027,"date":"2013-07-19T16:14:52","date_gmt":"2013-07-19T14:14:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027"},"modified":"2015-11-09T13:08:06","modified_gmt":"2015-11-09T12:08:06","slug":"hinweise-des-tages-ii-116","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h02\">Mythos Weltmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h03\">Studie zur Bankenrettung: Euro-L&auml;nder zahlen ziemlich viel Lehrgeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h04\">Sch&auml;ubles Schilda<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h05\">Danke, Mario Draghi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h06\">German Banks on Top<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h07\">Is Economics a Science or a Religion?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h08\">W&auml;hrungsunion steht vor Gericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h09\">Ungarn wirft den IWF aus dem Land &ndash; was aber sind die Konsequenzen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h10\">Berg fauler Kredite in Spanien steigt weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h11\">Paul Krugman: Hitting China&rsquo;s Wall  &ndash;  Gegen Chinas Gro&szlig;e Mauer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h12\">Die Rente f&uuml;r die Zukunft sichern &ndash; mit dem DGB-Rentenmodell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h13\">Die Erosion des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses oder: Wie prek&auml;r ist der Arbeitsmarkt?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ich bin die Chefin. Ich wei&szlig; von nichts<\/strong><br>\nWer glaubt, Angela Merkel w&uuml;rde helfen, die Prism-Aff&auml;re aufzukl&auml;ren, liegt falsch. Die Kanzlerin gl&auml;nzt auf der Bundespressekonferenz durch demonstrative Unwissenheit. Ihre Botschaft: Details gehen mich nichts an. Sie offenbart dabei ein sehr merkw&uuml;rdiges Amtsverst&auml;ndnis. [&hellip;]<br>\nMerkel bleibt an diesem Freitag ihrer Strategie der demonstrativen Unwissenheit treu. Solange es um Informationen geht, die die Amerikaner den Deutschen zur Verf&uuml;gung stellen m&uuml;ssten, ist das schon schlimm genug. Aber selbst auf die Frage, ob es irgendein Abkommen oder irgendeine Rechtsgrundlage gebe, die den Amerikanern erlaube, in Deutschland Bundesb&uuml;rger auszusp&auml;hen, sagt Merkel nur: &ldquo;Meiner Kenntnis nach nicht.&rdquo;<br>\nWas bitte ist das f&uuml;r eine Antwort? Es sollte einer deutschen Kanzlerin doch m&ouml;glich sein, festzuhalten, auf welcher Rechtsgrundlage Deutschland mit den USA &uuml;ber die Prism-Aufkl&auml;rung verhandelt. Wenn nicht einmal das klar ist, dann er&uuml;brigen sich auch Merkel-S&auml;tze wie: &ldquo;Auf deutschem Boden gilt deutsches Recht.&rdquo; Sie wei&szlig; ja nicht mal welches Recht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/merkel-ueber-prism-skandal-ich-bin-die-chefin-ich-weiss-von-nichts-1.1725613\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Abgrund an Landesverrat<\/strong><br>\nIn der Debatte um das Prism-Programm der USA sind zwei Dinge zu unterscheiden. Zum einen die Aufkl&auml;rung &uuml;ber die Frage, was im Rahmen dieses Programms tats&auml;chlich seitens der NSA gemacht wird. Hier sind wir seit der Aufdeckung durch Edward Snowden gut vorangekommen. Die zweite Frage betrifft die politischen Folgen dieser Erkenntnisse. Nun hat die Bundesregierung bisher eine Antwort gefunden: Zwar wei&szlig; sie noch nichts, sprich alles nur aus den Medien, aber das was sie nicht wei&szlig;, h&auml;lt sie in Gestalt des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich im Grundsatz f&uuml;r vertretbar. Diese Strategie des Nicht-Wissens ist politisch klug. Denn erst nach der Anerkenntnis, dass sie etwas wei&szlig;, muss sie politisch handeln. Das hie&szlig;e entweder Prism zu akzeptieren und die Folgen politisch zu vertreten, oder die Zusammenarbeit mit den USA in dieser Frage auf eine neue Grundlage zu stellen. Im ersten Fall bedeutete es die Abtretung politischer Kernkompetenzen an die amerikanische Regierung, allerdings ohne Rechtsgrundlage. Es gibt keinen v&ouml;lkerrechtlich wirksamen Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA, der es erlaubte, die Grundrechte deutscher Staatsb&uuml;rger an fremde M&auml;chte abzutreten. Das betrifft auch Verb&uuml;ndete.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiesaussieht.de\/2013\/07\/18\/abgrund-an-landesverrat\/\">Wiesaussieht<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Welt der Datenspione<\/strong><br>\nAlle paar Tage liefert der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden neue Erkenntnisse &uuml;ber die Abh&ouml;rmethoden der Geheimdienste von USA oder Gro&szlig;britannien. Wir zeigen, wo die Daten &#64258;ie&szlig;en, wer wie mitliest und wo die Bits vom eigenen Computer aus eigentlich genau hinsteuern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/fileadmin\/pdf\/grafik_welt_der_datenspione_taz.pdf\">taz [PDF &ndash; 4.6 MB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Mythos Weltmarkt<\/strong><br>\nEuropas Wirtschaft m&uuml;sse wettbewerbsf&auml;higer werden, sagt die Kanzlerin &ndash; aber warum eigentlich? [&hellip;]<br>\nNur der Export schafft echten Wohlstand &ndash; diese Sichtweise ist in Deutschland weit verbreitet. Schlie&szlig;lich haben es hierzulande zahlreiche mittelst&auml;ndische Unternehmen in ihren jeweiligen Nischen zum Weltmarktf&uuml;hrer gebracht. Da liegt es nahe, vom Erfolg im Au&szlig;enhandel auf das wirtschaftliche und politische Wohlergehen des Landes zu schlie&szlig;en.<br>\nInteressant aber ist, dass ausgerechnet der m&auml;chtigste Staat der Welt &ndash; die USA &ndash;, gemessen an seiner Gr&ouml;&szlig;e, praktisch nichts exportiert. [&hellip;]<br>\nDie Vorstellung, das Schicksal eines Landes entscheide sich an den Weltm&auml;rkten, hat ihren Ursprung im merkantilistischen Denken des 17. Jahrhunderts. Jean-Baptiste Colbert, der Finanzminister Ludwigs XIV., ging davon aus, dass Staaten in einen permanenten Kampf um Marktanteile verwickelt seien. Nur der Verkauf von Waren ins Ausland sichere &ldquo;Macht, Gr&ouml;&szlig;e und &Uuml;berfluss&rdquo;.<br>\nDas Regierungsprogramm von CDU und CSU f&uuml;r die Bundestagswahl liest sich &uuml;ber weite Strecken wie ein merkantilistisches Manifest.  [&hellip;]<br>\nFinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble vergleicht die internationalen Beziehungen gern mit den Begegnungen in der Champions League. Doch der Unterschied ist: Beim Fu&szlig;ball gewinnt die Mannschaft, die die meisten Tore schie&szlig;t. In der Wirtschaftspolitik aber ist ein Unentschieden das beste Ergebnis. Deshalb steht im deutschen Wachstums- und Stabilit&auml;tsgesetz aus den sechziger Jahren auch, dass die Regierung auf ein au&szlig;enwirtschaftliches Gleichgewicht hinarbeiten soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/29\/europa-wirtschaft-wettbewerbsfaehigkeit\/komplettansicht\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Studie zur Bankenrettung: Euro-L&auml;nder zahlen ziemlich viel Lehrgeld<\/strong><br>\nWer sich bei den Staats- und Regierungschefs oder den Finanzministern der Eurozone richtig unbeliebt machen will, muss nur eine simple Frage stellen: Wie viel kostet es unter dem Strich, die Banken im S&uuml;den Europas zu retten? Dann beginnen die Politiker zu lavieren, sie sprechen von der &ldquo;Systemrelevanz&rdquo; der Kreditinstitute &ndash; und davon, dass l&auml;ngst nicht all die Milliarden verloren seien, die gen S&uuml;den geflossen seien, nach Spanien, Griechenland oder Zypern. Wie hoch die Summe ist, die f&uuml;r den Steuerzahler unwiderruflich verloren ist (und die europ&auml;ischen Bankenretter sich h&auml;tten sparen k&ouml;nnen), hat nun eine Studie des Forschungsinstitut Finpolconsult im Auftrag der Gr&uuml;nen-Fraktionen im Bundestag und im Europaparlament versucht abzusch&auml;tzen. Sieben Banken aus Griechenland, Spanien und Zypern hat Studienautor Hans Joachim D&uuml;bel genauer beleuchtet, es sind die aktuellsten Beispiele aus der Eurozone. Insgesamt flossen 90 Milliarden Euro in die Geldh&auml;user dieser drei Staaten &ndash; ein gutes Drittel davon, rund 35 Milliarden Euro, h&auml;tte man sich in den sieben untersuchten F&auml;llen sparen k&ouml;nnen, h&auml;tten sich die beteiligten Staaten und die europ&auml;ischen Bankretter nicht so viele handwerkliche Patzer erlaubt. In Spanien w&auml;re sogar &uuml;berhaupt kein Steuergeld notwendig gewesen. Auf diese Zahl kommt D&uuml;bel, indem er berechnet, wie viel Geld die Regierungen von den Gl&auml;ubigern der Banken h&auml;tten eintreiben k&ouml;nnen. Teils h&auml;tten die Investoren kurz vor Staatseingriffen noch schnell ihr Geld in Sicherheit gebracht; das haben die Regierungen nicht verhindert.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/studie-zur-bankenrettung-euro-laender-zahlen-ziemlich-viel-lehrgeld-1.1723186\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.finpolconsult.de\/mediapool\/16\/169624\/data\/Bank_Creditor_Participation_Eurozone_Finpol_6_13_1_.pdf\">www.finpolconsult.de [PDF &ndash; 7.1 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sch&auml;ubles Schilda<\/strong><br>\n[&hellip;] Wenn jeder der betroffenen Staatsbediensteten auch nur 30 000 Euro j&auml;hrlich verdient und f&uuml;r eine &Uuml;bergangsfrist noch Dreiviertel seiner Bez&uuml;ge erh&auml;lt, geht das Arbeitseinkommen in Griechenland allein durch diese Beschneidung des &ouml;ffentlichen Sektors anfangs um &uuml;ber 112 Millionen Euro zur&uuml;ck, sp&auml;ter, wenn die Entlassenen keine andere Stelle finden, um 450 Millionen Euro pro Jahr. Dass diese Menschen im &ouml;ffentlichen Dienst kaum eine Stelle bekommen werden, liegt auf der Hand. Denn alle staatlichen Ressorts sind zum Sparen aufgerufen. Dass sie im privaten Sektor mit offenen Armen aufgenommen werden, steht ebenfalls nicht zu erwarten. Vor ihnen warten n&auml;mlich schon &uuml;ber eine Million Arbeitslose auf einen neuen Arbeitsplatz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/schaubles-schilda\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Danke, Mario Draghi<\/strong><br>\nAm 26. Juli j&auml;hrt sich erstmals Mario Draghis legend&auml;re Pressekonferenz, die zu einer Stabilisierung der Euro-Zone gef&uuml;hrt hat. Es hat sich best&auml;tigt, was damals schon zu ahnen war: Er hat es richtig gemacht, die Politik versagt weiter.<br>\nEs waren 22 W&ouml;rter, die alles ver&auml;nderten: &bdquo;Innerhalb ihres Mandats ist die EZB bereit, alles zu tun, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir, es wird reichen.&ldquo; Mario Draghi hat Wort gehalten, ohne allerdings &uuml;berhaupt etwas tun zu m&uuml;ssen, was &uuml;ber die Ank&uuml;ndigung selbst hinausging. Der Euro an sich steht nicht mehr zur Debatte, auch wenn sich unfraglich die Rolle der EZB, bzw. ihre Aufgaben gewisserma&szlig;en &uuml;ber Nacht ver&auml;ndert haben, ohne dass dies in einem expliziten politischen Prozess beschlossen worden w&auml;re. [&hellip;]<br>\nDass die nationalen Regierungen ganz nebenbei auch noch unf&auml;hig sind, den zweiten Arm der europ&auml;ischen Problematik zu bek&auml;mpfen, n&auml;mlich den realpolitischen, l&auml;sst die Krise trotz geldpolitischer Fortschritte zu einer Demokratiekrise anwachsen. Man w&uuml;rde sich zumindest w&uuml;nschen, dass es auch f&uuml;r diesen Bereich einen Mario Draghi g&auml;be, der mit ein paar deutlichen S&auml;tzen den vielen arbeitslosen jungen Menschen quer durch Europa eine Perspektive geben k&ouml;nnte. Tats&auml;chlich tut auch hier die EZB mit niedrigen Zinsen (fast) alles, was sie zu tun in der Lage ist. Allerdings reicht das eben bei Weitem nicht aus. Die nationalen Regierungen werden hier ihren Beitrag zu einer ganzheitlichen L&ouml;sung des Problems leisten m&uuml;ssen. Aber das scheitert derzeit noch an der starrk&ouml;pfigen Haltung Deutschlands.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/christoph-giesa\/7200-die-ezb-und-die-mutlose-deutsche-regierung#7200\">The European<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Dass der &bdquo;Euro an sich&ldquo; nun &bdquo;nicht mehr zur Debatte steht&ldquo;, w&uuml;rde ich so nicht unterschreiben. Auch ansonsten wirkt der Lobgesang auf die EZB ein wenig undifferenziert. Draghi hat zwar in der Tat die Refinanzierungskrise einiger Eurostaaten deutlich entsch&auml;rft, aber leider sorgt die Troika auf der anderen Seite daf&uuml;r, dass die Realwirtschaft durch destruktive K&uuml;rzungsma&szlig;nahmen immer st&auml;rker in die Krise rutscht. Und wir sollten doch bitte nicht vergessen, dass die EZB Mitglied eben dieser Troika ist. Man kann sich mit gutem Grund bei Mario Draghi f&uuml;r dessen Geldpolitik bedanken &ndash; f&uuml;r die von ihm mitverantwortete Austerit&auml;tspolitik kann man sich jedoch ganz sicher nicht bedanken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>German Banks on Top<\/strong><br>\n[&hellip;] Germany opposes the new bank-resolution mechanism proposed by the European Commission, generating moral and political support at home by portraying its stance as an effort to protect German taxpayers: Why should the German ants pay for the southern European grasshoppers? In fact, Germany&rsquo;s position is a ploy to hide its anticompetitive behavior, whereby the government subsidizes German banks and industry at the expense of everyone else &ndash; including German taxpayers. [&hellip;]<br>\ns a result, German banks have a lower cost of funding and &ndash; all else being equal &ndash; higher profitability. To the extent that some of the lower cost is rebated to their clients, even industrial firms in Germany enjoy a lower cost of capital, giving them an unfair advantage vis-&agrave;-vis their European competitors. [&hellip;]<br>\nGerman taxpayers have paid dearly for German banks&rsquo; mistakes. In 2008, when the Landesbanks were found to be full of American subprime mortgages, the German government bailed them out with a &euro;500 billion ($650 billion) rescue package at its taxpayers&rsquo; expense. In 2010, when German banks were badly over-exposed &ndash; to the tune of $704 billion &ndash; to Greece, Ireland, Italy, Portugal, and Spain, European taxpayers and the ECB helped them to bring most of that money home. The biggest threat to German taxpayers is not southern European profligacy, but their own country&rsquo;s banks.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/germany-s-taxpayers-finance-german-banks--mistakes-by-luigi-zingales\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Is Economics a Science or a Religion?<\/strong><br>\nIs economics a science or a religion? Its practitioners like to think of it as akin to the former. The blind faith with which many do so suggests it has become too much like the latter, with potentially dire consequences for the real people the discipline is intended to help.<br>\nThe idea of economics as religion harks back to at least 2001, when economist Robert Nelson published a book on the subject. Nelson argued that the policy advice economists draw from their theories is never &ldquo;value-neutral&rdquo; but foists their values, dressed up to look like objective science, on the rest of us.<br>\nTake, for example, free trade. In judging its desirability, economists weigh projected costs and benefits, an approach that superficially seems objective. Yet economists decide what enters the analysis and what gets ignored. Such things as savings in wages or transport lend themselves easily to measurement in monetary terms, while others, such as the social disruption of a community, do not. The mathematical calculations give the analysis a scientific wrapping, even when the content is just an expression of values.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bloomberg.com\/news\/2013-07-17\/is-economics-a-science-or-a-religion-.html\">Bloomberg<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Ob Buchanan mit seinem Beispiel die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17671\">ifo-Studie zum Freihandelsabkommen<\/a> meint? Passen w&uuml;rde es.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>W&auml;hrungsunion steht vor Gericht<\/strong><br>\nAm deutschen Verfassungsgericht in Karlsruhe haben im Juni die Anh&ouml;rungen zu einer Klage gegen Massnahmen der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) zur Bek&auml;mpfung der Schuldenkrise begonnen. Der Fall bringt alle Kontroversen auf den Punkt, mit denen sich die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion herumschl&auml;gt. Dass die Deutsche Bundesbank als Zeugin der Anklage auftritt, w&auml;hrend die EZB auf der Gegenseite steht, offenbart, wie tief die Uneinigkeiten gehen. Nach Ansicht der Kl&auml;ger, einer Gruppe euroskeptischer Politiker und Professoren, verst&ouml;sst das Outright-Monetary-Transactions-Programm (OMT) gegen das Grundgesetz. Mit dem im Juni 2012 angek&uuml;ndigten und im September beschlossenen OMT verspricht die EZB, die Spreads auf Staatsanleihen zu verringern. Die Kl&auml;ger f&uuml;hren an, das OMT-Programm sei widerrechtlich, weil es &uuml;ber das Mandat der EZB hinausgehe. Das einzige Mandat der Notenbank sei die Preisstabilit&auml;t. &ldquo;Das vorrangige Ziel des Europ&auml;ischen Systems der Zentralbanken (ESZB) ist es, die Preisstabilit&auml;t zu gew&auml;hrleisten. Soweit dies ohne Beeintr&auml;chtigung des Zieles der Preisstabilit&auml;t m&ouml;glich ist, unterst&uuml;tzt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union, um zur Verwirklichung der (&hellip;) festgelegten Ziele der Union beizutragen.&rdquo; Den Zerfall der W&auml;hrungsunion zu verhindern, mag man durchaus als Teil der &laquo;Ziele der Union&raquo; betrachten. Und die Krise, die nach einem Auseinanderbrechen des Euroraums folgen w&uuml;rde, k&ouml;nnte zu Deflation f&uuml;hren &ndash; auch das l&auml;uft dem Ziel der Preisstabilit&auml;t zuwider.<br>\nEine entscheidende Schw&auml;che der Eurozone ist, dass die M&auml;rkte am Willen der EZB zweifeln, den Mitgliedl&auml;ndern in Sachen Staatsschulden beizustehen. In der Tat hat die EZB lange zu z&ouml;gerlich agiert. Sie kaufte zwar Staatsanleihen, wenn die M&auml;rkte in Panik verfielen, betonte aber umgehend, Ausmass und Dauer der K&auml;ufe seien beschr&auml;nkt. Diese Begrenzung war der Grund, dass sich die Krise ausbreiten konnte und zur Bedrohung f&uuml;r den Euro geworden ist. Deshalb war die blosse Ank&uuml;ndigung des OMT-Programms geradezu wundersam wirkungsvoll. Warum aber hat die EZB drei Jahre gezaudert? Zum Teil deshalb, weil die fr&uuml;here F&uuml;hrungsriege die wirkliche Natur der Krise nie richtig erfasst hat. Aber wohl auch, weil die EZB die Reaktion der deutschen &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;rchtete. Damit lag sie richtig: Nun sieht sie sich mit einer Klage am deutschen Verfassungsgericht konfrontiert. Gem&auml;ss Artikel 125 des EU-Vertrags sind die Bail-outs f&uuml;r Griechenland, Irland und Portugal nach g&auml;ngiger Lesart widerrechtlich. Betroffen ist auch der Eurorettungsschirm ESM, unter dem weitere Rettungsaktionen durchgef&uuml;hrt werden sollen. Der ESM wurde letztes Jahr in Karlsruhe eingeklagt, das Gericht wies die Einw&auml;nde jedoch ab. Wenn nicht einmal Bail-outs widerrechtlich sind, was dann? Sicherlich nicht das OMT-Programm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/wahrungsunion-steht-vor-gericht\/\">FuW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da das OMT-Programm (Outright-Monetary-Transactions)  im Text nicht explizit erkl&auml;rt wird, hier f&uuml;r den weniger informierten Leser: Geldpolitischen Outright-Gesch&auml;fte hei&szlig;en K&auml;ufe und Verk&auml;ufe (Outright-Gesch&auml;fte) von Staatsanleihen bestimmter Eurol&auml;nder durch die EZB in unbegrenzter H&ouml;he an den Sekund&auml;rmarkten. &ndash; Ein Profil des Autors dieses Textes, Charles Wyplosz, <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/autoren\/charles-wyplosz\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ungarn wirft den IWF aus dem Land &ndash; was aber sind die Konsequenzen?<\/strong><br>\nEs ist eine seltsame Mischung aus Bewunderung und Verwunderung, mit der vor allem die Linke in Europa registriert, dass eine rechte Regierung tut, was sich eine linke kaum erlauben w&uuml;rde, n&auml;mlich den IWF aus dem Land zu komplimentieren. Auch die Kommentare sind meist knapp neben der Sache, wenn man die j&uuml;ngere Wirtschaftsgeschichte Ungarns in G&auml;nze betrachtet. [&hellip;]<br>\nIm vergangenen Jahr ist die Wirtschaft erneut geschrumpft, weil die Binnennachfrage auch aufgrund der fiskalischen Restriktion einbrach. Die Investitionst&auml;tigkeit der Unternehmen ist schon im vierten Jahr r&uuml;ckl&auml;ufig. Die Geldpolitik ist angespannt und angesichts wieder steigender staatlicher Defizite wird die Finanzpolitik bei ihrem restriktiven Kurs bleiben.<br>\nEs mag ein Akt von symbolischem Wert sein, den IWF zum Verlassen des Landes zu bewegen. Die gewaltigen Probleme sind damit nicht gel&ouml;st.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/ungarn-wirft-den-iwf-aus-dem-land-was-aber-sind-die-konsequenzen\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Berg fauler Kredite in Spanien steigt weiter<\/strong><br>\nDer Anteil der sogenannten notleidenden Darlehen am ausstehenden Gesamtportfolio stieg auf 11,2 Prozent, wie am Donnerstag aus Daten der spanischen Notenbank hervorging. Im April hatte die Rate noch bei 10,9 Prozent gelegen. Das Volumen der Kredite, deren R&uuml;ckzahlung in Verzug ist, stieg um 3,1 Milliarden auf 170,2 Milliarden Euro. Im Gegenzug f&uuml;r bis zu 100 Milliarden Euro EU-Hilfen f&uuml;r seine maroden Banken hat Spanien einen umfassenden Umbau seines Finanzsektors zugesagt, dessen Fortgang regelm&auml;&szlig;ig von der EU &uuml;berpr&uuml;ft wird. Bislang hat Spanien alle Fristen des Programms eingehalten. Auch die Bad Bank &ldquo;Sareb&rdquo; wurde wie vereinbart eingerichtet. Dort k&ouml;nnen Banken zur Sanierung faule Kredite zun&auml;chst parken, bevor sie sp&auml;ter wom&ouml;glich einen K&auml;ufer finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/economicsNews\/idDEBEE96H02K20130718\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> &Uuml;berrschend ist das nicht. Im Gegenteil. Es w&auml;re &uuml;berraschend wenn mitten in einer hausgemachten Wirtschaftskrise die Zahle der problematischen Kredite zur&uuml;ckgehen w&uuml;rde. Wenn die Austerit&auml;tspolitik weiterverfolgt wird, wird auch der &bdquo;Berg fauler Kredite&ldquo; noch weiter wachsen und mit ihm die &bdquo;Rettungskosten&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Paul Krugman: Hitting China&rsquo;s Wall &ndash; Gegen Chinas Gro&szlig;e Mauer<\/strong><br>\nWirtschaftsdaten kann man insgesamt bestenfalls als eine besonders &ouml;de Art von Science Fiction ansehen, und das chinesische Datenmaterial ist in dieser Hinsicht fast unschlagbar. Anders als bei den meisten anderen Industriel&auml;ndern ist wegen der Staatsf&uuml;hrung hinter verschlossenen T&uuml;ren, der Pressezensur und den blo&szlig;en Ausma&szlig;en des Landes nur schwer zu erkennen, was in China wirklich los ist.<br>\nAber  inzwischen h&auml;ufen sich die Anzeichen: China steckt in gro&szlig;en Schwierigkeiten. Dabei handelt es sich nicht um kleinere R&uuml;ckschl&auml;ge, wie sie immer passieren k&ouml;nnen, sondern um Grundlegenderes. Das ganze Wirtschaftsmodell des Landes, das System, das in drei Jahrzehnten unerh&ouml;rten Wachstums die Wirtschaft angetrieben hat, ist an seine Grenzen gesto&szlig;en. Anders gesagt ist das chinesische Modell  kurz davor, gegen die Gro&szlig;e Mauer zu fahren, und es fragt sich jetzt  nur noch, wie hart der Aufprall wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/07\/19\/opinion\/krugman-hitting-chinas-wall.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Rente f&uuml;r die Zukunft sichern &ndash; mit dem DGB-Rentenmodell<\/strong><br>\nDie Rentenpolitik wurde n&auml;mlich seit &uuml;ber zehn Jahren von einem einfachen Satz dominiert, der zum Dogma wurde: Der Rentenbeitrag, so die Logik, d&uuml;rfe bis zum Jahr 2030 nicht &uuml;ber 22 Prozent steigen. Daraus wurde abgeleitet, dass das Rentenniveau gesenkt und das gesetzliche Renteneintrittsalter angehoben werden m&uuml;sse. Was folgte, ist bekannt: Die Rente mit 67 ist Realit&auml;t, das Rentenniveau soll bis zum Jahr 2030 bis auf 43 Prozent sinken, Leistungen des sozialen Ausgleichs wurden zusammengestrichen. Insgesamt f&uuml;hren die gesetzlichen Eingriffe in den vergangenen rund zw&ouml;lf Jahren dazu, dass die Rente bis 2030 um bis zu 25 Prozent zusammengek&uuml;rzt wird.<br>\nDas DGB-Rentenmodell 2012\/2013 zeigt eine Alternative, die beides m&ouml;glich macht: Die weitgehende Stabilisierung des Rentenniveaus trotz einer Begrenzung des Beitragssatzes auf 22 Prozent im Jahr 2030. Das Prinzip ist das der &sbquo;schw&auml;bischen Hausfrau&rsquo;: Es soll eine Reserve in der Rentenversicherung aufgebaut werden, mit der die Folgen der demografischen Entwicklung abgefedert werden. So kann zumindest die Stabilisierung des Rentenniveaus auf lange Sicht finanziert werden. Entscheidend ist allerdings, dass schnell mit dem Aufbau einer Demografie-Reserve angefangen wird. Das bedeutet, der Rentenbeitrag muss angehoben werden &ndash; nach dem DGB-Rentenmodell in kleinen Schritten, moderat und planbar, f&uuml;r stabile Renten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++9d083360-efac-11e2-b5f4-52540066f352\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das &bdquo;neue&ldquo; Rentenmodell des DGB ist nichts anderes als der alte Irrtum man k&ouml;nne durch Ansammlung eines Kapitalstocks das Umlageverfahren modifizieren. Dass kapitalgedeckte Renten keineswegs sicherer sind erleben wir derzeit. Wie es anderes gehen kann zeigt der folgende Beitrag:<\/em><\/p>\n<p><strong>Wie viel ist das Alter wert?<\/strong><br>\n&hellip; bei den 97,5 Prozent der alten Menschen, die das Bundessozialministerium als &raquo;gut versorgt&laquo; betrachtet, handelt es sich lediglich um diejenigen, die keine Leistungen der Grundsicherung im Alter in Anspruch nehmen. Wer keine Grundsicherung bekommt, muss aber noch lange nicht gut versorgt sein. So waren 2010 etwa 12 Prozent der M&auml;nner und 16 Prozent der Frauen &uuml;ber 65 von Armut betroffen. Und diese Quote wird in den kommenden Jahren immer weiter ansteigen. Denn: Die Rentenreformen der vergangenen Jahrzehnte werden sich bei jedem neuen Rentnerjahrgang st&auml;rker rentenmindernd auswirken als beim Jahrgang zuvor &hellip;<br>\nNoch immer gehen die meisten Statistiker davon aus, dass M&uuml;tter durchschnittlich 1,4 Kinder zur Welt bringen. Diese Annahme geht davon aus, dass Frauen heute ihre Kinder im gleichen Alter bekommen wie die M&uuml;tter der Vergangenheit. Die Statistiken der Geburtskliniken zeigen jedoch, dass die meisten Frauen heute bei der Geburt ihres ersten Kindes deutlich &auml;lter sind als fr&uuml;her. Studien, die diesen Faktor mit einbeziehen, kommen auf eine Geburtenrate von zurzeit etwa 1,6 Kindern pro Frau &ndash; und nicht auf 1,4. Da au&szlig;erdem die Zuwandererzahlen seit Jahren h&ouml;her sind als in den g&auml;ngigen demografischen Szenarien angenommen und die j&uuml;ngste Bev&ouml;lkerungssch&auml;tzung zutage gef&ouml;rdert hat, dass die Zahl der &uuml;ber 75-J&auml;hrigen deutlich nach unten korrigiert werden muss, erscheint die demografische Entwicklung nicht mehr so katastrophal. Im Jahr 2030 wird das Verh&auml;ltnis zwischen den 20- bis 65-J&auml;hrigen und der &uuml;brigen Bev&ouml;lkerung in etwa dem Verh&auml;ltnis im Jahr 1970 entsprechen. Damals w&auml;re jedoch kaum jemand auf die Idee gekommen, dass der mittleren Generation eine nicht tragbare Last aufgeb&uuml;rdet wird &hellip;<br>\nRechnet man noch die stark gestiegene Wertsch&ouml;pfung mit ein, l&auml;sst sich erkennen, dass der Verteilungsspielraum, der angeblich immer enger wird, schon heute deutlich gr&ouml;&szlig;er ist als damals. Unterstellt man von heute bis 2030 ein reales Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent pro Jahr, dann w&auml;re das reale Bruttoinlandsprodukt fast dreimal so hoch wie sechzig Jahre fr&uuml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.publik-forum.de\/Wissen-Ethik\/wie-viel-ist-das-alter-wert\">Publik Forum<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Erosion des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses oder: Wie prek&auml;r ist der Arbeitsmarkt?<\/strong><br>\nSeit den 1980er Jahren wird von einer &bdquo;Erosion&ldquo; oder &bdquo;Krise&ldquo; des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses und von einer Zunahme &bdquo;atypischer&ldquo; Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse ausgegangen&hellip;<br>\nDie Zahl der Erwerbst&auml;tigen (die auch nicht sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigte, Beamte und Selbstst&auml;ndige mit umfasst) betrug in Deutschland im Jahr 2011 41 Millionen Menschen, davon 4,5 Millionen Selbstst&auml;ndige und 36,5 Millionen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten betrug 28,4 Millionen, 4,9 Millionen waren ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte (&bdquo;Mini-Jobs&ldquo;) &hellip;<br>\n57 Prozent der Selbstst&auml;ndigen sind sog. Solo-Selbstst&auml;ndige, von denen viele nur ein geringes Einkommen haben. Das mittlere Einkommen der Solo-Selbstst&auml;ndigen liegt unter dem der Arbeitnehmer. 31 Prozent der Solo-Selbstst&auml;ndigen erreichen lediglich Eink&uuml;nfte, wie sie die Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor erhalten &hellip;<br>\nBetrachtet man die Entwicklung der Erwerbsformen (unter Einbeziehung Selbstst&auml;ndiger) zeigt sich bei den Standarderwerbsformen ein R&uuml;ckgang von 27 Millionen im Jahr 1991 auf 23,4 Millionen (1999) und 22,6 Millionen im Jahr 2009. Die &bdquo;atypischen Erwerbsformen&ldquo; stiegen demgegen&uuml;ber von 7,8 Millionen im Jahr 1991 auf 10,5 Millionen (1999) und 13,9 Millionen im Jahr 2009.<br>\nIn Prozentzahlen sank der Anteil der Standerwerbsformen von 72 Prozent (1991) auf 58 Prozent (2009). Der Anteil der atypischen Erwerbsformen stieg von 21 Prozent (1991) auf 36 Prozent (2009) &hellip;<br>\nBetrachtet man die Anteile atypischer Besch&auml;ftigungsformen an allen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten zeigt sich ein Anstieg von 27 Prozent im Jahr 1996 auf 39 Prozent im Jahr 2008. Die Zahl der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten an allen Arbeitnehmern stieg von zehn Prozent im Jahr 1996 auf 16 Prozent im Jahr 2008 &hellip;<br>\nDer Anteil der Teilzeitbesch&auml;ftigten mit 20 oder weniger Wochenstunden stieg von acht Prozent (1991) auf elf Prozent (1996) und 14 Prozent (2001) sowie 16 Prozent im Jahr 2006 und stagniert seitdem auf diesem Niveau. Entsprechendes gilt f&uuml;r die geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten. Deren prozentualer Anteil stieg von zwei Prozent (1991) auf vier Prozent (1996) und sechs Prozent (2001) sowie neun Prozent im Jahr 2006 und stagniert seitdem auf diesem Niveau (mit leicht fallender Tendenz, 2011: 8,5 Prozent) &hellip;<br>\nDer Druck auf die Besch&auml;ftigten und die Angst vor dem Fall auf das Sozialhilfeniveau hat wesentlich seine Ursache einerseits in dem Wegfall der Arbeitslosenhilfe (die vom Niveau her jedoch h&auml;ufig kaum h&ouml;her war als die fr&uuml;here Sozialhilfe und das heutige Arbeitslosengeld II) und vor allem in der Verk&uuml;rzung der Bezugsdauer des &bdquo;regul&auml;ren&ldquo; Arbeitslosengeldes &hellip;<br>\nIm Hinblick auf die Regulierung des Arbeitsmarktes w&auml;re weniger die Diskussion um die H&ouml;he der (steuerfinanzierten) Existenzsicherungsleistung von Bedeutung, als die Forderung nach einer Abschaffung der Sozialabgabenprivilegierung der geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung, der Ausdehnung der Bezugsdauer der (beitragsfinanzierten) Sozialversicherungsleistung, dem Arbeitslosengeld, einer Begrenzung der Leiharbeit und der Eind&auml;mmung des Niedriglohnsektors durch einen gesetzlichen Mindestlohn. Denkbar ist auch eine gesetzliche Begrenzung der Zul&auml;ssigkeit von befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++36f0d0a0-efbb-11e2-a2a2-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-18027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18027"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28473,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18027\/revisions\/28473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}