{"id":18031,"date":"2013-07-22T09:31:14","date_gmt":"2013-07-22T07:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031"},"modified":"2013-07-22T09:36:05","modified_gmt":"2013-07-22T07:36:05","slug":"hinweise-des-tages-1926","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h02\">Freihandelsgespr&auml;che zwischen EU und USA: Lecker Chlorh&uuml;hnchen auf dem Vormarsch in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h03\">Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h04\">Politik des Argwohns<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h05\">Wie die Gerichte die Leiharbeit z&auml;hmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h06\">Sanktionen gegen Siedler: Israel emp&ouml;rt &uuml;ber die EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h07\">Helft Syrien jetzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h08\">Mit dem Heil der Kirche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h09\">Der Umbau der Werkbank wird schmerzhaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h10\">Demoskopische Wahlpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h11\">&raquo;&rsaquo;Kamera aus oder ich schie&szlig;&rsquo;&lsaquo;, hie&szlig; es&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h12\">Erg&auml;nzung zum Hinweis des Tages vom 19. Juli 2013 Nr. 11 &ndash; China&rsquo;s Ponzi Bicycle Is Running Into A Brick Wall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031#h13\">Zu guter Letzt: Eine Glosse &uuml;ber Stromversorger im Besonderen und Systemrelevanz im Allgemeinen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18031&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Schn&uuml;ffelsoftware &ldquo;XKeyscore&rdquo;: Deutsche Geheimdienste setzen US-Sp&auml;hprogramm ein<\/strong><br>\nAngela Merkel und ihre Minister wollen erst aus der Presse von den Sp&auml;hprogrammen der US-Regierung erfahren haben. Doch nach Informationen des SPIEGEL nutzen deutsche Geheimdienste eines der ergiebigsten NSA-Werkzeuge selbst.<br>\nDer deutsche Auslandsgeheimdienst BND und das im Inland operierende Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz (BfV) setzen eine Sp&auml;hsoftware der amerikanischen NSA ein: &ldquo;XKeyscore&rdquo;. Das geht aus geheimen Unterlagen des US-Milit&auml;rgeheimdienstes hervor, die der SPIEGEL einsehen konnte. Das BfV soll damit den Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden zufolge die NSA bei der gemeinsamen Terrorbek&auml;mpfung unterst&uuml;tzen. Der BND sei f&uuml;r die Schulung des Verfassungsschutzes im Umgang mit dem Programm verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bnd-und-bfv-setzen-nsa-spaehprogramm-xkeyscore-ein-a-912196.html\">Spiegel Onlien<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Entweder wollten Merkel und ihre Minister nichts wissen oder sie wussten davon und haben es verschwiegen. Man kann sich aussuchen, was schlimmer ist. Von parlamentarischer Kontrolle ist sowieso keine Spur.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Weitere Anmerkung JK:<\/strong> Von all dem will Merkel nichts gewusst haben? Bekanntlich untersteht der BND unmittelbar dem Kanzleramt. Merkel scheint den Bezug zu Amt und Realit&auml;t v&ouml;llig verloren zu haben. Entweder sie hat die &Ouml;ffentlichkeit seit Wochen bewusst belogen und die Grundrechte der deutschen B&uuml;rger an die USA verkauft oder sie hat wirklich keine Ahnung was der BND und andere Geheimdienste treiben. WIe mann es dreht und wendet Merkel muss zur&uuml;cktreten! Es gab schon Bundeskanzler, die wegen weniger ihre Demission einreichten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>NSA-&Uuml;berwachung: Die Mathematik des Terrorverdachts<\/strong><br>\nDie Sp&auml;hprogramme Prism und Tempora sollen Terroranschl&auml;ge verhindern helfen. Doch den US-Geheimdiensten gehen dabei zwangsl&auml;ufig auch Unschuldige ins Netz. Mathematische Berechnungen zeigen: F&uuml;r jeden zu Recht verd&auml;chtigten Terroristen d&uuml;rften es Tausende sein. (&hellip;)<br>\nF&uuml;llt man den Satz von Bayes, eine vergleichsweise &uuml;bersichtliche Formel, mit diesen Werten, dann erh&auml;lt man das mickrige Ergebnis 0,0001. Anders ausgedr&uuml;ckt: Von rund 10.000 Zielpersonen, die von den Algorithmen der Geheimdienste als gef&auml;hrlich eingestuft werden, ist nur einer ein Terrorist. (&hellip;)<br>\nF&uuml;r die Sp&auml;hprogramme Prism und Tempora bedeutet das: Wie sorgf&auml;ltig die Geheimdienste ihre Suchsysteme auch gestalten, die Algorithmen werden angesichts von Millionen &uuml;berpr&uuml;ften Menschen immer wieder auch bei Unschuldigen Alarm schlagen &ndash; m&ouml;glicherweise bei Tausenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/prism-und-tempora-mathematiker-fuerchten-falsche-verdaechtigungen-a-912019.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Wer sagt eigentlich, dass es bei den gigantischen &Uuml;berwachungsprogrammen &bdquo;nur&ldquo; um die Terrorismusabwehr geht? <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17827\">Es liegt auf der Hand<\/a>, dass die NSA die wertvollen Daten wohl auch zur Wirtschaftsspionage und zur &Uuml;berwachung politisch Unbequemer nutzt. Ansonsten w&auml;ren die Zahlen von SPIEGEL Online auch kaum zu fassen. Nach Aussagen des NSA-Whistleblowers sind zwischen 500.000 und einer Million US-B&uuml;rger auf den <a href=\"http:\/\/www.atimes.com\/atimes\/China\/CHIN-01-210613.html\">&bdquo;Ziellisten&ldquo; der NSA aufgef&uuml;hrt<\/a> &ndash; nach dem vom SPIEGEL angewendeten Satz hie&szlig;e dies, dass es allein in den USA zwischen 50 und 100 Terroristen gibt. Wer soll das glauben?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkel und die NSA-Aff&auml;re: Phrasen statt Antworten<\/strong><br>\nMan kann nicht behaupten, Angela Merkel h&auml;tte sich keine M&uuml;he gegeben. Sie hat einen langen Vortrag gehalten &uuml;ber die Bedeutung der Freiheit in diesem Land, sie hat ihr hundertprozentiges Interesse an der Aufkl&auml;rung der Sp&auml;hvorw&uuml;rfe gegen die Amerikaner beteuert, sie hat daf&uuml;r sogar ihre pers&ouml;nliche Verantwortung als Chefin dieser Regierung benannt.<br>\nMan w&uuml;rde der Bundeskanzlerin das alles gerne abnehmen, ihren erkl&auml;rten Willen, Licht in das Geheimdienst-Dunkel der NSA-Aff&auml;re zu bringen, ihre angebliche Bereitschaft, daf&uuml;r auch den wichtigsten Partner selbstbewusst zur Rede zu stellen. Und doch bleibt nach ihrem Auftritt an diesem Freitag der Eindruck: Angela Merkel meint es nicht ernst.<br>\nUnd das ist nicht nur so ein Gef&uuml;hl. Nein, die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen: Sie kann es nicht ernst meinen. Mehr als sechs Wochen ist es her, dass die Berichte &uuml;ber das fl&auml;chendeckende Aussp&auml;hprogramm Prism in der Welt sind. Doch bis heute hat die Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse vorzuweisen. Mein Name ist Hase, ich wei&szlig; von nix &ndash; so lautet seit den ersten Enth&uuml;llungen die Devise der deutschen Beh&ouml;rden. Bis heute. Das ist, man muss es so sagen, erb&auml;rmlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kommentar-zur-nsa-affaere-merkel-fluechtet-sich-in-phrasen-a-912048.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Erstaunlich, so ein Kommentar im Spiegel? Dem f&uuml;hrenden neoliberalen Propagandamedium, das bisher nicht ansatzweise am Leitbild der &ldquo;marktkonformen&rdquo;, &uuml;ber allem schwebenden Kanzlerin zu kratzen wagte. Hoffentlich sind das nicht auch nur Nebelkerzen der Chefredaktion um kritischen Journalismus zu simulieren.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Merkels Erz&auml;hlungen<\/strong><br>\nDie Bundeskanzlerin redet bei ihrem Auftritt zur NSA-Aff&auml;re zu vieles sch&ouml;n. Es ist erstaunlich, wie ruhig die deutsche &Ouml;ffentlichkeit sich dieses Schauspiel bieten l&auml;sst.<br>\nNur gute Nachrichten von Angela Merkel an diesem Freitag: Deutschland ist ein Rechtsstaat. Die Amerikaner sollen aufkl&auml;ren, sind aber tolle Freunde. Genau wie alle Ministerinnen und Minister, die sich nicht nur untereinander notorisch m&ouml;gen, sondern auch das &bdquo;vollste Vertrauen&ldquo; der Chefin genie&szlig;en. Was nat&uuml;rlich auch f&uuml;r den Verteidigungsminister gilt, der halt nicht immer alles &uuml;ber Drohnen wissen kann, was er vielleicht schon mal wusste. So wie die Kanzlerin nicht alles wissen kann, was vielleicht ihr Kanzleramtsminister wei&szlig;. (&hellip;)<br>\nEs ist erstaunlich, wie ruhig die deutsche &Ouml;ffentlichkeit sich dieses Schauspiel bieten l&auml;sst. Die Mehrheit findet das Handeln der Regierung &ndash; derzeit in der NSA-Aff&auml;re &ndash; unzureichend, wird sie aber wahrscheinlich wieder w&auml;hlen. Und die Vermutung liegt nahe, dass das an dem Geschick liegt, mit dem Schwarz-Gelb die Lasten der Krise scheinbar von uns ferngehalten hat.<br>\nIn diesem Zusammenhang darf eine Aussage vom Freitag als H&ouml;hepunkt Merkel&rsquo;scher Chuzpe gelten: Facebook habe seine Europa-Zentrale in Irland, da sei halt der deutsche Einfluss in Sachen Daten-Weitergabe begrenzt. Das sagt dieselbe Politikerin, die dem ganzen Kontinent fast nach Belieben ihren wirtschaftspolitischen Kurs aufzwingt.<br>\nWie lange sollen wir ihr noch glauben?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/kommentar-zu-angela-merkel-merkels--erzaehlungen,1472602,23764874.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Tragisch ist an dem ganzen Vorgang zum NSA-Skandal, dass die Opposition aus SPD und B&uuml;ndnis90\/Die Gr&uuml;nen nicht viel glaubw&uuml;rdiger dasteht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Menschen sind mit Datenschutz &uuml;berfordert<\/strong><br>\nDas Thema Datenspionage beherrscht derzeit die &ouml;ffentliche Diskussion: Erst sorgten die Aussp&auml;hungsprogramme Prism und Tempora f&uuml;r Aufregung. Nun heizt Facebooks Graph Search, das Nutzern die Suche nach Interessen von anderen Personen erm&ouml;glicht, die Debatte um Datensicherheit und Privatsph&auml;re im Internet weiter an. Warum Internetnutzer ihre Daten nur begrenzt sch&uuml;tzen k&ouml;nnen, erkl&auml;rt Dr. Zinaida Benenson, Lehrstuhl f&uuml;r Informatik 1 &ndash; IT-Sicherheitsinfrastrukturen der Friedrich-Alexander-Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg (FAU), im Gespr&auml;ch mit &bdquo;FAU aktuell&ldquo;.<br>\nWie gut sch&uuml;tzen deutsche B&uuml;rger ihre Daten und ihre Privatsph&auml;re im Internet?<br>\nDeutsche B&uuml;rger sind genauso wie alle anderen Menschen mit dem Schutz ihrer Daten und ihrer Privatsph&auml;re restlos &uuml;berfordert. Allein in Facebook muss man seine Einstellungen an mindestens f&uuml;nf Stellen anpassen, um seine Daten nur f&uuml;r die Facebook-Freunde verf&uuml;gbar zu machen. Einige Umfragen und Experimente, die wir in der letzten Zeit durchgef&uuml;hrt haben, zeigen, dass die meisten sich weder mit der Sichtbarkeit ihrer eigenen Daten auf Facebook noch mit dem Zugriff der Smartphone-Apps auf ihre Daten auskennen.<br>\nDaran sind meiner Meinung nach nicht die Benutzer schuld, sondern die un&uuml;bersichtlichen Einstellungen und schwer verst&auml;ndlichen Informationen der Anbieter. Zum Beispiel wird bei der Installation jeder Android-App angezeigt, auf welche Daten diese zugreift. Diese &bdquo;Android Permissions&ldquo; sind allerdings so technisch formuliert, dass selbst Informatiker Schwierigkeiten haben, sie zu verstehen.<br>\nEin anderes Beispiel sind die Datenschutzrichtlinien von Facebook, die sehr kompliziert formuliert sind. Da ist es nicht verwunderlich, dass laut einer Umfrage die meisten Benutzer glauben, dass ihre Daten vollst&auml;ndig Facebook geh&ouml;ren. Tats&auml;chlich geben sie Facebook jedoch nur die Erlaubnis die Daten zu nutzen, auch wenn diese Nutzung sehr umfangreich ausf&auml;llt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news544382\">idw<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Freihandelsgespr&auml;che zwischen EU und USA: Lecker Chlorh&uuml;hnchen auf dem Vormarsch in Europa<\/strong><br>\nVergesst Prism und die Internet&uuml;berwachung, freut euch &uuml;ber neue Wachstumschancen: Unter diesem Motto hat die EU-Kommission eine Charmeoffensive zu dem umstrittenen Freihandelsabkommen mit den USA gestartet. Doch nach einem ersten Treffen in Br&uuml;ssel zeigten sich Umweltsch&uuml;tzer, Gewerkschafter und Menschenrechtler unzufrieden: Die Industrielobby dominiere die Agenda, die EU sei nicht zu Garantien im Verbraucherschutz bereit. &ldquo;Der Chlorh&uuml;hnchenstreit ist noch lange nicht gegessen&rdquo;, sagte J&uuml;rgen Knirsch von Greenpeace.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2013%2F07%2F18%2Fa0064&amp;cHash=4bdc5fb75c65348fccb3ea57d8c36d13\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die sture Sachbearbeiterin<\/strong><br>\nJobcentermitarbeiterin, leistete stillen Widerstand gegen die Missst&auml;nde bei der Umsetzung von Hartz IV. Ihrer kritischen Blogs wegen ist sie nun von ihrer Arbeit freigestellt worden.  &ldquo;Weil ich zum Beispiel behaupte, dass die 1-Euro-Jobs Ausbeuterjobs sind&rdquo;, konkretisiert Inge Hannemann. Kritik, die sie nie verheimlichte, die sie aber auch nicht zur&uuml;cknehmen wollte, als sie vom Arbeitgeber dazu aufgefordert wurde. Und nicht zuletzt Kritik, zu der sie schriftliche Belege habe. Die Zweifel, die zu ihrer Freistellung f&uuml;hrten, kamen im Sommer 2006, erinnert sich die zierliche, viel j&uuml;nger wirkende Frau, als die Reformen von Hartz IV versch&auml;rft wurden. Sie stie&szlig; sich an den Sanktionen, die intern als &ldquo;erzieherische Ma&szlig;nahmen&rdquo; deklariert wurden, und an dem gegenseitigen Misstrauen, das die Beratungsgespr&auml;che seither dominierte. Vergeblich suchte sie das Gespr&auml;ch mit ihren Vorgesetzten, einzig bei den Kollegen habe es einige gegeben, die &auml;hnlich dachten. Doch der Tenor war ern&uuml;chternd: &ldquo;Was k&ouml;nnen wir schon &auml;ndern?&rdquo; Anders als viele ihrer Arbeitskollegen sanktionierte sie fehlbare &ldquo;Kunden&rdquo; nur, wenn es nicht anders ging, verschob Termine und besuchte ihre Sch&uuml;tzlinge zu Hause, um nach den Gr&uuml;nden ihrer Abwesenheit zu suchen. Erstgespr&auml;che deklarierte sie systematisch als &ldquo;Kennenlerngespr&auml;che&rdquo;, um den Hilfeholenden die Angst zu nehmen; setzte sich mit ihnen bewusst an einen extra Tisch, um in die Augen der Menschen statt in ihren PC zu blicken.  Ihre ganz pers&ouml;nliche Erfahrung ist: Das Misstrauen, das vom Jobcenter ausgeht, entw&uuml;rdigt die Menschen, diskriminiert die sowieso schon Schwachen. Und: Misstrauen ist in den wenigsten F&auml;llen angezeigt. &ldquo;Nat&uuml;rlich gibt es Leistungsmissbrauch&rdquo;, meint Hannemann, auch sie hatte schon solche F&auml;lle erlebt, &ldquo;doch sie sind sehr selten.&rdquo; Wichtiger als die Zahlen sind ihr ohnehin die Menschen, eigentlich auch ein Grundsatz der Jobcenter: &ldquo;Wir arbeiten nicht f&uuml;r Zahlen, sondern f&uuml;r Menschen.&rdquo; Dieser Satz hat sich bei Hannemann eingebrannt, sie erw&auml;hnt ihn immer wieder.<br>\nIm April 2011 fing die Arbeitsvermittlerin an, nach Feierabend harmlose Beitr&auml;ge &uuml;ber Hartz IV und Arbeitsrecht, aber auch &uuml;ber pers&ouml;nliche Vorlieben zu schreiben. Ein Jahr sp&auml;ter startete sie &ldquo;altonabloggt&rdquo;, ein offen kritisches Blog zu Hartz IV und den Missst&auml;nden in den Jobcentern &ndash; nat&uuml;rlich steht im Impressum deutlich ihr Name. Im Februar 2013 ver&ouml;ffentlichte sie dort einen Brandbrief an die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, in dem sie die Besonderheit ihrer Position als interne Kritikerin nutzte, um entschieden auf ein Ende der Sanktionspraxis von Hartz IV hinzuwirken. Ihr Ziel ist die Wiedereinrichtung eines nicht antastbaren Existenzminimums und die R&uuml;ckkehr zu einer Arbeitsvermittlung auf Augenh&ouml;he. Die aufs&auml;ssige Sachbearbeiterin, die vielmehr eine kluge Strategin ist, wei&szlig; genau, was sie tut. Sie ist selbstbewusst genug zu glauben, dass sie nichts zu verlieren hat, dass sie irgendwo schon unterkommen wird: &ldquo;Im Verh&auml;ltnis zu der Willk&uuml;r, die ich gesehen habe, liegt mein Risiko im Promillebereich.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2013%2F07%2F20%2Fa0176&amp;cHash=4f4e7d748708545f34bb2409bfaad420\">taz<\/a>\n<p><strong>Dazu passend: Ratgeberschmiede des Tages: Jobcenter Pinneberg<\/strong><br>\nLegend&auml;r die &Uuml;berlebenstricks, die Berlins Exfinanzsenator Thilo Sarrazin von Hartz IV Betroffenen gab. Jetzt nahm das Jobcenter Kreis Pinneberg seinen Ball wieder auf, und zwar in Form eines comicartig gestalteten Ratgebers f&uuml;r ALG-II-Bezieher. Sparen kann man sich den Experten zufolge einiges. Zum Beispiel eine Menge Wasser im sanit&auml;ren Bereich: Da helfe es, &raquo;ein paar Steine in den Sp&uuml;lkasten zu legen&laquo;. Auch im Supermarkt hei&szlig;t es, achtsam sein: &raquo;Gehen Sie nie hungrig einkaufen. Denn dann landen meist mehr Lebensmittel in Ihrem Einkaufswagen, als Sie zeitnah verbrauchen k&ouml;nnen.&laquo; Man erf&auml;hrt bei dieser Gelegenheit auch, dass Leitungswasser nicht nur billiger ist, sondern &raquo;oft eine bessere Qualit&auml;t hat als Mineralwasser&laquo; oder andere Getr&auml;nke. Wenn Sie noch wohnen, sollten Sie &uuml;berlegen, das zu &auml;ndern: Im Internet kann man Mobiliar und andere Haushaltsgegenst&auml;nde f&uuml;r gutes Geld versteigern. Und das Beste dabei: Der Erl&ouml;s der Auktion ist &raquo;unsch&auml;dlich&laquo;, d.h. er wird nicht einmal auf die Bez&uuml;ge angerechnet. Die L&uuml;cken im Wohnzimmer kann man dann mit Tr&ouml;del aus einem Sozialkaufhaus auff&uuml;llen. Ein paar Adressen werden da praktischerweise gleich mitgeliefert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/07-19\/036.php\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><strong>Und: Inge Hannemann: Die sp&auml;tr&ouml;mische Dekadenz lebt weiter<\/strong><br>\nDer Ratgeber &ldquo;Arbeitslosengeld II&rdquo; des Jobcenters Pinneberg (Schleswig-Holstein, Rande Hamburg) sorgte in den letzten Tagen f&uuml;r gro&szlig;en &ouml;ffentlichen Wirbel. Heinrich Alt, Vorsitzender Grundsicherung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, twitterte: &ldquo;Jobcenter Pinneberg hat einen tollen #ALG2 Ratgeber herausgegeben.&rdquo; Politiker, Erwerbslose und deren Verb&auml;nde sprechen von Diskriminierung, Peinlichkeit und besch&auml;mend. Selten hat es ein Jobcenter in so rasender Geschwindigkeit in die Medien bis ins Ausland geschafft&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/07\/die-spatromische-dekadenz-lebt-weiter-von-inge-hannemann\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Hartz-IV-Sanktionen verfassungswidrig?<\/strong><br>\nStreitgespr&auml;ch zwischen Wolfgang Ne&scaron;kovi&#263; (Richter am Bundesgerichtshof a. D., unabh&auml;ngiger Bundestagsabgeordneter) und Prof. Dr. Uwe Berlit (Vorsitzender Richter am Bundesverwaltungsgericht).<br>\nDie Frage der Verfassungskonformit&auml;t der Sanktionsregelungen ist &mdash; wenngleich faktisch nur aus Sicht einer kleinen Minderheit der JuristInnen &mdash; seit Jahren umstritten. W&auml;hrend das Gros der JuristInnen der Meinung ist, es k&auml;me &ldquo;nur&rdquo; auf eine verfassungskonforme Anwendung der Regeln an, sieht besagte Minderheit vor allem Teilbereiche als nicht verfassungskonform an. Ne&scaron;kovi&#263;\/Erdem dagegen argumentieren, die Sanktionsregelungen seien grunds&auml;tzlich verfassungswidrig.<br>\nAngesichts der folgenschweren und bis in die Arbeitswelt reichenden Wirkungen von Sanktionen, hofften wir, mit dem Streitgespr&auml;ch einen (wenn auch kleinen) Impuls zu einer l&auml;ngst f&auml;lligen Debatte zu geben. Ob dies gelungen ist, m&ouml;gen andere beurteilen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=G_hOshhYj2c\">Streitgespr&auml;ch vom 25.6.2013 auf YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Politik des Argwohns<\/strong><br>\nDie Asylzahlen steigen, und sie werden das weiter tun. Die Regierung sollte endlich deutlich machen, dass das kein Grund zur Panik ist, statt xenophobe &Auml;ngste zu sch&uuml;ren. (&hellip;)<br>\nEs ist kein Wunder, wenn sich der migrationspolitische Rollback auch gesellschaftlich niederschl&auml;gt. Dass die Deutschen, wie die Bertelsmann-Stiftung dieser Tage mahnte, im Vergleich zu B&uuml;rgern anderer Staaten immer weniger bereit sind, Vielfalt im Alltag zu akzeptieren, ist nicht nur sozial und verfassungsrechtlich bedenklich. Eine Exportnation mit wachsendem Arbeitskr&auml;ftemangel kann sich ein derart grassierendes Nein zu Diversit&auml;t nicht leisten, es droht, zu einem Standortnachteil erster Ordnung zu werden. Verantwortlich daf&uuml;r sind vor allem diejenigen, die Migrationspolitik am liebsten mit xenophoben Warnbotschaften betreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-zur-asylpolitik-politik-des-argwohns,1472602,23764858.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wie die Gerichte die Leiharbeit z&auml;hmen<\/strong><br>\nVor zehn Jahren erm&ouml;glichte die SPD Leiharbeit im gro&szlig;en Stil. Die boomende Branche geriet schnell in Verruf: durch Dumpingtarife, durch den Ersatz von Stammbelegschaften, und weil Sozialstandards oft mit F&uuml;&szlig;en getreten wurden. Arbeitsrichter setzen dem Missbrauch nun Grenzen. (&hellip;)<br>\nDie Bundesarbeitsrichter in Erfurt schlugen in diesem Jahr mit einer bemerkenswerten Serie von Urteilen Pfl&ouml;cke ein, an denen Ver- und Entleihfirmen nach Einsch&auml;tzung von Arbeitsrechtlern nicht mehr vorbeikommen. Seit Januar ging es Schlag auf Schlag: Das Bundesarbeitsgericht (BAG) urteilte, dass Leiharbeitnehmer in den Entleihfirmen mitz&auml;hlen &ndash; bei der Gr&ouml;&szlig;e des Betriebsrats ebenso wie bei den Regeln f&uuml;r den K&uuml;ndigungsschutz.<br>\nWenn Kleinbetriebe durch Leiharbeiter die Schwelle von zehn Arbeitnehmern &uuml;bersteigen, gibt es f&uuml;r die Stammbelegschaft K&uuml;ndigungsschutz, wie Gerichtssprecherin Inken Gallner erkl&auml;rt. Die Betriebsratsentscheidung des BAG werde 2014 Wirkung zeigen, sagt Thomas Klebe, Chefjurist beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt. &ldquo;Bei den anstehenden Betriebsratswahlen wird es gr&ouml;&szlig;ere Arbeitnehmervertretungen geben.&rdquo; Manche Metall-Firmen h&auml;tten einen Leiharbeiteranteil von 20 bis zu 30 Prozent. (&hellip;)<br>\nZudem pochten die Bundesarbeitsrichter erneut auf gleiche Bezahlung von Leiharbeitern wie f&uuml;r die Stammbelegschaften, wenn es keinen g&uuml;ltigen Tarifvertrag gibt. F&uuml;r Bewegung hatten sie bereits mit einem Grundsatzurteil 2010 gesorgt, als sie der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften f&uuml;r Zeitarbeit (CGZP) das Recht auf Abschluss von Tarifvertr&auml;gen absprachen &ndash; meist waren Dumpingkonditionen vereinbart worden. Das Urteil sorgte f&uuml;r neue Tarife in der Verleihbranche und eine Klagewelle auf Lohnnachzahlungen in Millionenh&ouml;he.<br>\nIm Juli sorgten die obersten deutschen Arbeitsrichter f&uuml;r Aufsehen, weil sie Betriebsr&auml;ten ein Vetorecht einr&auml;umten, wenn Leiharbeiter in ihrem Unternehmen dauerhaft eingesetzt werden sollen. Noch haben die Richter ihr Pulver f&uuml;r dieses Jahr nicht verschossen: In einem n&auml;chsten Schritt k&ouml;nnte das BAG daf&uuml;r sorgen, dass dem Dauereinsatz von Leiharbeitern in Unternehmen ein Riegel vorgeschoben wird. (&hellip;)<br>\nManches arbeitnehmerfreundliche Urteil verpufft wom&ouml;glich auf lange Sicht: Arbeitgeber, die L&ouml;hne dr&uuml;cken wollen, haben l&auml;ngst neue Wege gefunden. Vor allem einfache Jobs, etwa Regaleinr&auml;umen im Supermarkt, werden schon jetzt immer h&auml;ufiger &uuml;ber Werkvertr&auml;ge an Fremdfirmen vergeben. Damit lassen sich auch die Lohnuntergrenzen, die f&uuml;r viele Leiharbeiter gelten, unterlaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsleben\/arbeitnehmerrechte-wie-die-gerichte-die-leiharbeit-zaehmen-a-912134.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sanktionen gegen Siedler: Israel emp&ouml;rt &uuml;ber die EU<\/strong><br>\nDer israelische Ministerpr&auml;sident Netanyahu hat am Dienstagabend &uuml;berrascht und ver&auml;rgert auf die Ank&uuml;ndigung neuer EU-Richtlinien zur Zusammenarbeit mit Israel reagiert. Die Tageszeitung &laquo;Haaretz&raquo; hatte deren offizielle Publikation durch die EU f&uuml;r Freitag angek&uuml;ndigt. Sie untersagen die Kooperation mit israelischen Institutionen jenseits der gr&uuml;nen Linie durch EU-Institutionen, sind allerdings entgegen ersten Meldungen nicht bindend. Auch ist der Handel nicht davon betroffen. Die Regelung soll am 1. Januar 2014 in Kraft treten. Netanyahu will nun ihre offizielle Publikation hinausz&ouml;gern. In Israel weckte die Ank&uuml;ndigung, dass weitere Massnahmen folgen k&ouml;nnten, &Auml;rger. Die neuen Richtlinien reflektieren weitgehend die bestehende Politik der EU und wurden im Rahmen des neuen Budgets 2014&ndash;2020 verfasst. Sie waren also nicht als Druckmittel f&uuml;r die Bem&uuml;hungen des amerikanischen Aussenministers um Friedensverhandlungen gedacht, wie zun&auml;chst vermutet wurde. Die Reaktionen von Israels Politikern liessen angesichts der nahezu hysterischen und teilweise falschen Berichterstattung in israelischen Medien nicht auf sich warten. Wirtschaftsminister Naftali Bennett, Chef der Nationalreligi&ouml;sen und Bef&uuml;rworter einer Annexion weiter Teile Cisjordaniens, sagte, der EU-Entscheid sei wirtschaftlicher Terror gegen die Chancen auf einen Frieden. Letzte Woche hatte er noch &uuml;ber Warnungen vor einer drohenden internationalen Isolation gespottet. Eine der Warnenden war Justizministerin Livni gewesen, die auch f&uuml;r das Dossier der Friedensverhandlungen zust&auml;ndig ist. Sie meinte, es sei ungl&uuml;cklich, dass Israel an diesen Punkt gelangt sei, doch der EU-Entscheid sei ein Weckruf, dass die diplomatische Stagnation nicht weitergehen k&ouml;nne. Der schwedische Aussenminister sagte in Reaktion auf den israelischen Aufschrei, es sollte niemanden &uuml;berraschen, dass die EU das V&ouml;lkerrecht unterst&uuml;tze. Nach internationalem Konsens ist Cisjordanien besetztes Gebiet. Die Grenzen von 1967 sollten die Basis f&uuml;r eine Zweistaatenl&ouml;sung bilden. Die gegenw&auml;rtige israelische Regierung hat sich von dieser Position entfernt. Kommentatoren in israelischen Tageszeitungen kritisierten die Regierung, dass sie &uuml;berrascht reagierte. Die EU hatte in der Tat schon l&auml;nger die Siedlungspolitik ger&uuml;gt. Dass sich Israel daran gew&ouml;hnt hat, Kritik einzustecken, auf die keine handfesten Konsequenzen folgen, hat aber mit einer entsprechenden Politik Europas und der USA zu tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/international\/auslandnachrichten\/israel-empoert-ueber-die-eu-1.18118452\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mit jenseits der gr&uuml;nen Linie ist gemeint, dass die EU-Kommission keine israelischen Projekte im besetzten Westjordanland, dem arabischen Ostteil Jerusalems und den 1967 von Israel eroberten Golanh&ouml;hen unterst&uuml;tzen wird. Wie das Wall Street Journal schreibt, sind in den vergangenen sieben Jahren etwa <a href=\"http:\/\/www.wallstreetjournal.de\/article\/SB10001424127887323394504578610441173696504.html\">800 Millionen Euro an Finanzhilfen aus Br&uuml;ssel nach Israel geflossen<\/a>.<\/em><br>\n<em>Allein f&uuml;r Forschungsprogramme in Israel stellte die EU in den vergangenen Jahren mehr als 100 Millionen Euro zur Verf&uuml;gung. Allerdings d&uuml;rfte der Anteil f&uuml;r die besetzten Gebiete in allen Bereichen der Zusammenarbeit marginal sein. &ldquo;Mir ist nur ein einziges Projekt bekannt, das heute &uuml;berhaupt noch gef&ouml;rdert wird&rdquo;, erkl&auml;rte David Chris, Sprecher der EU-Vertretung in Tel Aviv, am Mittwoch auf telefonische Anfrage. &ldquo;Davon abgesehen geht es um null Euro.&rdquo; Seit Jahren schon halte sich die EU daran, keine Projekte in den besetzten Gebieten zu f&ouml;rdern. Die am Mittwoch von Haa&rsquo;retz ver&ouml;ffentlichten Richtlinien bildeten lediglich einen formalen Rahmen. &ldquo;Die Regelungen gelten f&uuml;r EU-Institutionen&rdquo;, betonte der Sprecher, &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2013%2F07%2F18%2Fa0059&amp;cHash=0781bb9da2680bdbfb9f8786740b233a\">nicht f&uuml;r die EU-Mitgliedstaaten<\/a>.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Die Krux liegt woanders. F&uuml;r das anstehende EU-Rahmenprogramm f&uuml;r Forschung und Innovation &bdquo;Horizont 2020&ldquo; w&uuml;rde das z.B. israelische Wissenschaftler betreffen. Es ist kaum anzunehmen, dass die israelische Regierung ein Dokument unterschreiben wird, das erw&auml;hnt, dass die nach 1967 besetzten Gebiete (einschlie&szlig;lich Ostjerusalem) von einer F&ouml;rderung ausgeschlossen bleiben. Andererseits d&uuml;rften einzelne Institutionen wie z.B. Universit&auml;ten kein Problem damit haben, bei der Bewerbung um EU-F&ouml;rdermittel zu  erkl&auml;ren, dass die besetzten Gebiete nicht involviert w&auml;ren. Die Reaktion der konservativen Presse &ndash; so schreibt &lsquo;Israel Hajom&rsquo;, dass die EU mit ihrer Entscheidung &ldquo;den Siedlern einen gelben Stern anheftet&rdquo; &ndash; und von Regierungsmitgliedern sowie Parlamentariern, zeigen, dass die nochmalige Klarstellung der EU angebracht war. Die Rede Benjamin Netanjahus von der verloren gegangenen Neutralit&auml;t Europas ist nicht korrekt. Schlie&szlig;lich ist die Nichtanerkennung der Besatzung der Golanh&ouml;hen, des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ostjerusalems Gebiete seit Jahren offizielle Politik der EU. Im &Uuml;brigen haben die Au&szlig;enminister der Europ&auml;ischen Union bereits am 10. Dezember 2012 ihre Verpflichtung bekr&auml;ftigt, dass alle Abkommen mit Israel eindeutig und explizit auf die Nichtanwendbarkeit in den von Israel 1967 besetzten Gebieten hinweisen. Die neue F&ouml;rderrichtlinien stellen nur <a href=\"http:\/\/www.zenithonline.de\/deutsch\/politik\/\/artikel\/ein-buerokratischer-akt-als-politisches-erdbeben-003730\/\">die b&uuml;rokratische Umsetzung von Punkt 4 des Au&szlig;enministertreffens dar<\/a>.<\/em><br>\n<em>Wer behauptet, dass die jetzige Klarstellung die Verhandlungen des US-Au&szlig;enminister John Kerry  torpediere, verkennt dass mit Mitgliedern der Regierung wie dem israelische Minister f&uuml;r Bau- und Wohnungswesen eine Zweistaatenl&ouml;sung nie zustande kommen wird. Vor wenigen Tagen wurde die geplante Errichtung von 900 neuen Wohneinheiten im Westjordanland bekannt. Uri Ariel Reaktion ist deutlich: Die EU trete in die Fu&szlig;stapfen des &ldquo;Dritten Reiches &hellip;  Das ist eine rassistische Entscheidung, die das j&uuml;dische Volk diskriminiert und an den Boykott gegen Juden vor mehr als 66 Jahren erinnert.&rdquo; Seine Partei HaBayit HaYehudi (J&uuml;disches Heim), welche bei der letzten Knessetwahl 12 Mandate erhielt, lehnt einen eigenst&auml;ndigen Pal&auml;stinenserstaat grunds&auml;tzlich ab und bef&uuml;rwortet den Ausbau j&uuml;discher Siedlungen. Die Position der Justizministerin und Regierungsbeauftragten f&uuml;r Friedensverhandlungen Zipi Livni, die die Richtlinie als Weckruf bezeichnete, ist in der gegenw&auml;rtigen Regierung allerdings &auml;u&szlig;erst schwach. Ihre Partei Hatnua (Die Bewegung) erreichte in der Knessetwahl 2013 sechs Sitze bzw. 4,99 Prozent.<\/em><br>\n<em>Der Handel ist in den EU-Richtlinien nicht angesprochen, denn die EU erhebt auf Einfuhren aus den besetzten Gebieten bereits Z&ouml;lle, auf Importe aus dem anerkannten Staatsgebiet Israels kaum. Allerdings sind die Produkte f&uuml;r europ&auml;ische Zollbeamte nur schwer zu unterscheiden, da sie, egal woher, das Label &ldquo;Made in Israel&rdquo; tragen. Derzeit wird seitens der EU die einheitliche Kennzeichnungspflicht f&uuml;r israelische Waren aus dem besetzten Land diskutiert. Kunden k&ouml;nnten dann entscheiden, ob sie Produkte &ldquo;Made in Israeli settlements&rdquo; und &ldquo;East-Jerusalem&rdquo; kaufen m&ouml;chten oder nicht, wie es in D&auml;nemark, Holland und Gro&szlig;britannien bereits Praxis ist. Israel importiert 34  Prozent aller Importe aus der EU und bei den Exporten stellt die EU nach den USA mit 26 Prozent den zweitwichtigste Absatzmarkt. &ndash; Israel muss sich entscheiden, ob es die Besiedlung besetzter Gebiete neben den fundamentalistisch religi&ouml;sen Aspekten weiterhin als sicherheitspolitische Notwendigkeit betrachten will oder in Betracht zieht, dass der pal&auml;stinensisch-israelische Konflikt als Symbol der Mobilisierung f&uuml;r den Kampf der muslimisch &ndash; arabischen Welt gegen Israel und den Westen, nicht nur f&uuml;r radikale Islamisten, h&ouml;chste Bedeutung zukommt. Ganz abgesehen, dass sich am Horizont auch wirtschaftliche Konsequenzen abzeichnen. Die Tageszeitung Haaretz berichtete, dass als &bdquo;Investment-Komitees&ldquo; bekannte Beratungsfirmen, gro&szlig;en europ&auml;ischen Banken und Fonds abgeraten h&auml;tten, Darlehen oder Hilfe an israelische Firmen zu vergeben, die in der West Bank t&auml;tig sind, darunter auch israelische Banken, die f&uuml;r H&auml;user Hypotheken vergeben, die dort gegen Internationales Recht errichtet werden. In seinem Artikel in der israelischen Tageszeitung beschrieb Yossi Verter das als &bdquo;das Albtraum-Szenario&ldquo; und einen &bdquo;wirtschaftlichen Tsunami.&ldquo; Immerhin hat Pal&auml;stina aufgrund seines Nichtmitglied-Beobachterstatus bei der UNO jetzt Zugang hat zum Internationalen Strafgerichtshof ICC und k&ouml;nnte Klagen gegen Israel oder andere Rechtsgebilde beim  ICC einreichen k&ouml;nnte, <a href=\"http:\/\/www.linkezeitung.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=16386:israel-massnahmen-der-eu-gegen-illegale-siedlungen-bedrohen-den-friedensprozess-unter-der-fuehrung-der-usa&amp;catid=183&amp;Itemid=214\">die an dessen Verst&ouml;&szlig;en gegen internationales Recht beteiligt sind<\/a>.<\/em> <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Helft Syrien jetzt<\/strong><br>\nMorgen ist es vielleicht zu sp&auml;t. Die westliche Politik ist nicht nur kurzsichtig und verl&auml;ngert den Konflikt, sie ist zutiefst unmenschlich Es gibt keine gleichgewichtigen B&ouml;sen in Syrien &ndash; so wie es die Mehrheit der westlichen Medien behauptet, im Kontrast zu den Berichten der UN und anderer internationaler Organisationen. Es gibt nur ein faschistisches Regime, das bereits mehr als 100.000 Syrer get&ouml;tet hat, auf der einen Seite, und auf der anderen diverse revolution&auml;re Gruppen, von denen manche sich im Laufe des anhaltenden Konflikts radikalisiert haben. Und der Widerstand der syrischen Gesellschaft gegen diese Radikalisierung wird schw&auml;cher. US-amerikanische und westliche Politiker haben oft darauf bestanden, dass es keine milit&auml;rische L&ouml;sung f&uuml;r Syrien geben kann. Aber wo ist die politische L&ouml;sung? Wann hat Baschar Assad in den letzten 28 Monaten und nach &uuml;ber 100.000 Toten ernsthafte Verhandlungen angeboten und sich bereit gezeigt, die Macht zu teilen? Die Wahrheit ist, es wird keine politische L&ouml;sung geben, solange Assad nicht zum R&uuml;cktritt gezwungen wird und mit ihm die Meister des Todes in seinem Regime. Liebe Freunde, ich wende mich heute an Sie, weil die syrische Trag&ouml;die sich zu einem der gr&ouml;&szlig;ten und gef&auml;hrlichsten Probleme in der Welt ausgeweitet. Mehr als ein Drittel der Bev&ouml;lkerung sind auf der Flucht, innerhalb und au&szlig;erhalb des Landes, Hunderttausende sind verletzt oder kriegsversehrt, und etwa 250.000 Menschen werden in den Gef&auml;ngnissen auf unvorstellbare Weise gefoltert. Als Meinungsmacher in Ihren L&auml;ndern flehen wir Sie an: &Uuml;ben Sie Druck auf Ihre Regierungen aus, damit Assad zur&uuml;cktreten muss und das Regime f&auml;llt. Das ist die einzige humane und progressive Sache, die es zu tun gilt. Denn nichts ist reaktion&auml;rer in der Welt von heute als ein Regime, das die &ldquo;eigene&rdquo; Bev&ouml;lkerung ermordet, M&ouml;rder und S&ouml;ldner aus dem Ausland importiert, um einen sektiererischen Krieg zu f&uuml;hren, der nicht enden wird, bevor weitere Hunderttausend Menschen gestorben sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F07%2F19%2Fa0106&amp;cHash=381c81c7054606c334207930594fc1a6\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man muss die Forderung nicht teilen, um das Leid zu begreifen. Aber was tun? Der Aufruf erschien bereits im Guardian, in Le Monde, an-Nahar und El Mundo.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mit dem Heil der Kirche<\/strong><br>\nAm 23. M&auml;rz 1933 erf&uuml;llte der Reichstag Hitlers lange gehegten Wunsch: Mit 444 gegen 94 Stimmen der SPD verabschiedete er das &raquo;Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich&laquo;. Es r&auml;umte der Regierung das Recht ein, Gesetze ohne die Mitwirkung des Reichstages und des Reichsrates zu erlassen. Damit entmachteten sich beide Einrichtungen selbst. Die Regierung konnte jetzt auch offen verfassungswidrige Gesetze erlassen. Am Abend desselben Tages lie&szlig; auch der Reichsrat das &raquo;Erm&auml;chtigungsgesetz&laquo; einstimmig passieren (siehe jW-Thema vom 22.3.2013). Im Rahmen der von Hitler verfolgten Legalit&auml;tstaktik kam der Unterst&uuml;tzung durch die katholische Zentrumspartei und ihren bayrischen Ableger, der Bayerischen Volkspartei, eine nicht zu untersch&auml;tzende Bedeutung zu. Nachdem die katholischen Parteien sich Anfang Juli dann selbst aufgel&ouml;st hatten, erkannte der Vatikan durch das Reichskonkordat vom 20. Juli 1933 als erster &raquo;Staat&laquo; Hitlerdeutschland v&ouml;lkerrechtlich an. Am 10. September 1933 wurde der Staatskirchenvertrag durch das Deutsche Reich ratifiziert. Hitler konnte stolz sein, hatte die katholische Kirche seinem Regime doch den h&ouml;chstamtlichen Segen erteilt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/07-20\/014.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Der offizielle Beginn der Beziehung zwischen Nazi-Deutschland und dem Vatikan ger&auml;t angesichts des sp&auml;teren Attentats auf Hitler leider allzu oft aus dem Blick. Auch der gelernte Theologe Joachim Gauck gedenkt als Bundespr&auml;sident offenbar lieber den Attent&auml;tern als an das Konkordat zu erinnern.<\/em><br>\n<em>Allgemeineres zum Thema Konkordat ist u.a. einem Essay von Ingrid Matth&auml;us-Maier zu entnehmen: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:stellung-der-kirche-mit-glauben-ist-kein-staat-zu-machen\/70073520.html\">Mit Glauben ist kein Staat zu machen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Umbau der Werkbank wird schmerzhaft<\/strong><br>\nDoch Chinas F&uuml;hrung ist klar geworden: So geht es nicht weiter. Die Anspr&uuml;che der chinesischen Arbeitnehmer steigen. Will die Kommunistische Partei der Bev&ouml;lkerung zu einem Wohlstand verhelfen, der mit dem der Menschen in den USA und Europa vergleichbar ist, muss sie Industrien f&uuml;r hochwertige Produkte schaffen, die h&ouml;here L&ouml;hne versprechen und st&auml;rker auf die Bed&uuml;rfnisse der eigenen Bev&ouml;lkerung eingehen.<br>\nDieser Strukturwandel ist nun voll im Gange. Die L&ouml;hne sind deutlich gestiegen &ndash; was dazu f&uuml;hrt, dass die exportorientierte Industrie im gro&szlig;en Stil abwandert. Zugleich wird die chinesische F&uuml;hrung nicht m&uuml;de, Reformen zu versprechen, die den Binnenkonsum st&auml;rken und nachhaltige sowie umweltfreundliche Industrien und Dienstleistungen versprechen. &ldquo;Dieser Prozess ist jedoch schmerzhaft und braucht seine Zeit&rdquo;, sagt der chinesische &Ouml;konom Oliver Meng Rui von der China Europe International Business School in Schanghai. (&hellip;)<br>\nDie Sorge, Chinas Schuldenproblem k&ouml;nnte zu einem Zusammenbruch der weltweiten Finanzindustrie f&uuml;hren, &auml;hnlich wie nach der Lehman-Pleite, hat &Ouml;konom Rui nicht. Zu Recht: Die chinesischen Schulden basieren auf Darlehen von Banken, die wiederum dem Staat geh&ouml;ren. Und der ist zumindest bislang stets zur Rettung eingesprungen. Aber selbst im Fall eines Bankencrashs blieben die Auswirkungen &uuml;berschaubar. Denn das chinesische Finanzsystem ist vom Rest der internationalen Finanzm&auml;rkte nach wie vor weitgehend abgekoppelt.<br>\nHe Xiaoyu von der Zentralen Hochschule f&uuml;r Wirtschaft und Finanzen in Peking blickt trotz der aktuellen Probleme zuversichtlich auf Chinas Entwicklung. Die Wirtschaftsleistung habe sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verzwanzigfacht. He h&auml;lt es f&uuml;r normal, dass das prozentuale Wachstum bei einer inzwischen so gro&szlig;en Volkswirtschaft abnimmt. &ldquo;In absoluten Zahlen bleibt Chinas Wachstum aber beachtlich.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2013%2F07%2F20%2Fa0164&amp;cHash=ef1e4fc7cba5bebce4be1b745dce5c6a\">taz.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Demoskopische Wahlpolitik<\/strong><br>\nJe n&auml;her der 22. September r&uuml;ckt, desto besser kommen die Meinungsforscher ins Gesch&auml;ft; alle paar Tage warten die Medien mit scheinbar pr&auml;zisen Ergebnissen zu der Frage auf. In welcher Weise ver&ouml;ffentlichte Umfrageergebnisse &uuml;ber Parteipr&auml;ferenzen vor den Wahlen parteipolitische Hin- oder Abwendungen beeinflussen, dar&uuml;ber streitet man seit langem in der Politikwissenschaft. Als plausibel kann aber die Annahme gelten, dass es die Chancen einer Partei bei der Wahl mindert, wenn diese in der massenmedialen Verwertung der Wahldemoskopie gar nicht erst genannt wird. Ein existenzielles Problem ist das f&uuml;r diejenigen Parteien, bei denen ungewiss ist, ob sie die F&uuml;nfprozenth&uuml;rde bei der Bundestagswahl &uuml;berspringen k&ouml;nnen. Ein Blick auf den momentanen Stand: Bei der &ldquo;Sonntagsfrage&rdquo; geben die f&uuml;hrenden Demoskopiefirmen (Allensbach, Emnid, Forsa, Forschungsgruppe Wahlen, GMS, Infratest-Dimap) nicht mehr s&auml;mtlich die ermittelten Werte f&uuml;r die Piratenpartei an &ndash; die Forschungsgruppe Wahlen und Infratest -Dimap verzichten darauf. Weshalb sie so verfahren, wollte ich von ihnen wissen. Matthias Jung (Forschungsgruppe Wahlen) gab mir Bescheid, sein Institut nenne in der Auswertung grunds&auml;tzlich nur die Parteien, die in der jeweiligen Umfrage einen Wert &uuml;ber 3 Prozent der Antworten erreicht h&auml;tten, bei &ldquo;kleineren Werten&rdquo; seien &ldquo;inakzeptable relative Fehlerbereiche impliziert&rdquo;. Melanie Kipp (Infratest-Dimap) erkl&auml;rte mir die Abwesenheit der Piratenpartei ebenfalls methodisch: Die habe nicht den &ldquo;Anteilswert von mindestens 3 Prozent&rdquo; erreicht und sei daher nicht nennenswert, denn bei einer Zufallsstichprobe, wie sie Grundlage der &ldquo;Sonntagsfragen&rdquo; ist, m&uuml;sse man mit einem &ldquo;Zufallsfehler&rdquo;, einer &ldquo;Unsch&auml;rfe&rdquo; rechnen.<br>\nIn die eifrige Wiedergabe der &ldquo;Sonntagsfrage&rdquo;-Resultate in den Medien gelangt dieser Vorbehalt aber nahezu ausnahmslos nicht hinein, das Publikum nimmt also die Prozentzahlen f&uuml;r bare Politm&uuml;nze. Und Demoskopen werden, wenn es um kleine und noch nicht etablierte Parteien geht, zu Politikgestaltern. Am Beispiel der Piratenpartei: Wenn diese bei einer &ldquo;Sonntagsfrage&rdquo; einen Wert knapp unter drei Prozent erreicht, steckt die erw&auml;hnte &ldquo;Unsch&auml;rfe&rdquo; darin; es k&ouml;nnten also auch fast vier Prozent sein. Da kann sich dann die Demoskopiefirma entscheiden: Will sie diese Partei im ver&ouml;ffentlichten Resultat ihres Frageeifers nennen oder nicht. Das hat Folgen im Prozess der Herausbildung von Sichtweisen und Gef&uuml;hlen der Kunden im Parteienmarkt.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39552\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&raquo;&rsaquo;Kamera aus oder ich schie&szlig;&rsquo;&lsaquo;, hie&szlig; es&laquo;<\/strong><br>\nPressefreiheit in Deutschland endete f&uuml;r Kameramann gegen&uuml;ber dem US-Konsulat in Frankfurt am Main. Gespr&auml;ch mit Romas Dabrukas<br>\nRomas Dabrukas arbeitet als Kameramann f&uuml;r die Nachrichtenagentur Ruptly TV in Berlin. Diese bereitet internationale Nachrichten f&uuml;r Onlinemedien auf und geh&ouml;rt zur Mediengruppe Russia Today (RT-Television)<br>\nIn der Nacht zum Montag wollten Sie eine Aktion von Politk&uuml;nstlern vor dem US-Konsulat in Frankfurt am Main filmen. Dabei wurden Sie von der Polizei mit vorgehaltener Schu&szlig;waffe an Ihrer Arbeit gehindert. Was ist vorgefallen?<br>\nEtwa gegen zwei Uhr war ich in dieser Nacht im Auftrag der Nachrichtenagentur Ruptly TV, f&uuml;r die ich als Kameramann arbeite, vor dem amerikanischen Konsulat. Ich war gerade aus der nordirischen Hauptstadt Belfast zur&uuml;ckgekehrt, um in Frankfurt am Main diese Kunstaktion vor dem Konsulat zu filmen.<br>\nSchon bevor alles losging, war pl&ouml;tzlich ein Aufgebot von etwa 20 Polizisten da; einige uniformiert, andere in Zivil. Die K&uuml;nstler waren gerade vorgefahren. Sie hatten Technik dabei, um Bilder an die Geb&auml;udewand zu projizieren. Wie ich geh&ouml;rt hatte, ging es darum, mit Lichtbildern gegen die &Uuml;berwachung des amerikanischen Geheimdienstes NSA in Deutschland zu protestieren.<br>\nDann ging alles ziemlich schnell. Mehrere Polizeiwagen fuhren vor. Mit der Waffe in der Hand wurde ich aufgefordert, meine Kamera abzuschalten. &raquo;Kamera aus oder ich schie&szlig;&rsquo;&laquo;, hie&szlig; es. Ich war schockiert, welche Zust&auml;nde in bezug auf die Pressefreiheit in Deutschland herrschen. Zun&auml;chst dachte ich, vielleicht ist all das darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, da&szlig; ich nur einen litauischen Presseausweis bei mir hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/07-18\/035.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Erg&auml;nzung zum <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18027#h11\">Hinweis des Tages vom 19. Juli 2013 Nr. 11<\/a> &ndash; China&rsquo;s Ponzi Bicycle Is Running Into A Brick Wall<\/strong><br>\nIn this morning&rsquo;s session, I found myself using various metaphors to explain pretty much the same points I made in today&rsquo;s column.<br>\nOne of them was that in a way, China&rsquo;s low-consumption high-investment economy was a kind of Ponzi scheme. Chinese businesses were investing furiously, not to build capacity to serve consumers, who weren&rsquo;t buying much, but to serve buyers of investment goods &mdash; in effect, investing to take advantage of future investment, adding even more capacity. Would there ever be final buyers for what all this capacity could produce? Unclear. So, a kind of Ponzi scheme.<br>\nAlso, my worries are that China doesn&rsquo;t know how to slow down &mdash; that it&rsquo;s a bicycle economy that falls over if it stops moving forward.<br>\nAnd of course I&rsquo;ve argued that running out of peasants creates a wall.<br>\nSo, the Chinese Ponzi bicycle is running into a brick wall. Also, the fascist octopus has sung its swan song.<br>\nStill not sure I&rsquo;m living up to the world&rsquo;s worst sentence, however.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2013\/07\/19\/chinas-ponzi-bicycle-is-running-into-a-brick-wall\/\">The New York Times The Opinion Pages<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Eine Glosse &uuml;ber Stromversorger im Besonderen und Systemrelevanz im Allgemeinen<\/strong><br>\nJetzt wird schon von Erpressung gesprochen. Was die Kritiker dabei &uuml;berhaupt nicht begriffen haben: Es entwickelt sich grade eine neue Form der &Ouml;konomie. Das hat angefangen mit den Banken. Die drohen seit 2008 immer mal wieder mit ihrer Systemrelevanz, daraufhin &uuml;berweist ihnen der Staat ein paar Milliarden. Dann kam die Autoindustrie mit ihrer Systemrelevanz &ndash; gab&rsquo;s die Abwrackpr&auml;mie. Und nun sind die Energieerzeuger dran: Strom ist ja bei der Systemrelevanz Marktf&uuml;hrer. Wenn&rsquo;s ihn nicht g&auml;be, w&uuml;rden Sie mich jetzt gar nicht h&ouml;ren. (&hellip;)<br>\nD.h. wer Strom liefert, kann eine amtliche Drohkulisse aufbauen. Und damit sind wir beim neuen Business-Modell: Profit erzielen, indem man dem Staat die eigene Wichtigkeit verklickert. Geld her, oder wir rei&szlig;en das Gemeinwesen in den Untergang! Die New Economy ist tot, jetzt kommt die Threat-Economy. Drohungsliberalismus. Selbst die gelbsten Neoliberalen haben mittlerweile kapiert: Sie d&uuml;rfen den Staat nicht abschaffen, sonst ist niemand mehr da, dem sie drohen k&ouml;nnen. Was n&uuml;tzt es einem Konzern, mit seiner Systemrelevanz zu fuchteln, wenn&rsquo;s kein System mehr gibt? Wenn nur noch der Markt &uuml;brig ist. Dem braucht man mit selbstmitleidigem Gebluffe nicht zu kommen. Der h&ouml;rt sich das ein Quartal lang an und dann sagt er: Heult doch!<br>\nWo aber ein Staat ist, w&auml;chst das Rettende auch. Fragt sich, welche Branche als n&auml;chstes draufkommt, dass wir ohne sie nicht k&ouml;nnen. Es wundert mich eigentlich, dass die Brauereien noch stillhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/politikum\/s\/d\/18.07.2013-19.05\/b\/weitere-nachrichten-mit-mathias-tretter-130718.html\">WDR 5<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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