{"id":18115,"date":"2013-07-26T17:07:47","date_gmt":"2013-07-26T15:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115"},"modified":"2015-11-09T13:09:00","modified_gmt":"2015-11-09T12:09:00","slug":"hinweise-des-tages-ii-117","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h02\">Unionshoch trotz NSA-Aff&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h03\">Begr&uuml;ndung der Jury zur Vergabe des Whistleblower-Preises 2013 an den Whistleblower Edward J. Snowden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h04\">Manning wird von der Anklage als Narzisst dargestellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h05\">Raus aus der Troika!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h06\">Debt, Guilt and German History: A Reply to Wolfgang Sch&auml;uble<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h07\">&bdquo;ESM-Chef mahnt Irland zur Sparpolitik&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h08\">EU streicht Agrarhilfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h09\">Erwerbseinkommen: Deutsche Geringverdiener im europ&auml;ischen Vergleich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h10\">Zehn Jahre &lsquo;Hartz-Reformen&lsquo; &ndash; Schleichender Abschied von der Arbeitslosenversicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h11\">Zwischen Himmel und H&ouml;lle: Wenn das Wohnen die einen arm und einige andere sehr reich macht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h12\">Lobbyismus: 1000 Euro in 30 Minuten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h13\">Megadeal zwischen Springer und Funke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h14\">Nice up North &ndash; Zur Zukunft des nordischen Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h15\">Der Commerzbank drohen Verluste in Detroit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h16\">Paul Krugman: Republican Health Care Panic  &ndash;  Die Panik der Republikaner wegen der Gesundheitsreform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h17\">Gebt das Wasser frei! Und die Toiletten!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h18\">&ldquo;Obama wird den Arabischen Fr&uuml;hling zu den Akten legen.&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h19\">Reformterror in Frankreich: Die n&auml;chste &bdquo;Rentenreform&ldquo; kommt alsbald &ndash; Die Zumutung zu viel?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h20\">Brasilien: Volksaufstand statt Fu&szlig;ballfest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h21\">Robert Misik: Rezension: Colin Crouch: Jenseits des Neoliberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115#h22\">Tipp: Economix &ndash; Das Wirtschaftsbuch f&uuml;r Einsteiger<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18115&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bundespr&auml;sident Gauck: &ldquo;Die NSA-Aff&auml;re beunruhigt mich sehr&rdquo;<\/strong><br>\nGauck sieht das Freiheitsgef&uuml;hl der Deutschen eingeschr&auml;nkt. Die Angst, unsere Telefonate oder Mails w&uuml;rden von ausl&auml;ndischen Nachrichtendiensten erfasst und gespeichert, schr&auml;nkt das Freiheitsgef&uuml;hl ein &ndash; und damit besteht die Gefahr, dass die Freiheit an sich besch&auml;digt wird&rdquo;, sagte das Staatsoberhaupt. &ldquo;Diese Aff&auml;re beunruhigt mich sehr.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundespraesident-joachim-gauck-ist-beunruhigt-ueber-die-nsa-affaere-a-913215.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.F.:<\/strong> Ich glaube, dass wir alle sehr beunruhigt sein m&uuml;ssen &uuml;ber solcherlei &Auml;u&szlig;erungen. Gauck macht die massiven Grundrechtsverletzungen zur Gef&uuml;hlssache und spricht verharmlosend von einer Aff&auml;re. Dies wirft erneut ein bezeichnendes Licht auf seinen verdrehten Begriff von Freiheit. Wenn der Bundespr&auml;sident nicht auf Einhaltung der elementaren Grundrechte besteht und politisches Handeln anmahnt und nicht wie Sie auf die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18102\">Frage der Souver&auml;nit&auml;t Deutschlands<\/a> eingeht, wie steht es dann in der Tat um unsere Freiheitsrechte?<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130726_nsa-akte_gauck.gif\" alt=\"Gauck: Die NSA-Aff&auml;re beunruhigt mich sehr\" title=\"Gauck: Die NSA-Aff&auml;re beunruhigt mich sehr\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.harmbengen.de\/Zeitungscartoons.html\">Harm Bengen<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Evgeny Morozov &ndash; Der Preis der Heuchelei<\/strong><br>\nAuch mit noch so guten Gesetzen kann man das Internet nicht &bdquo;sicherer&ldquo; machen. Nur wenn wir den Verlockungen des Datenkonsums widerstehen, k&ouml;nnen wir die Katastrophe doch noch verhindern. [&hellip;]<br>\nUnsere gegenw&auml;rtigen Probleme beginnen auf der ideologischen Ebene, nicht bei untauglichen Gesetzen oder unzureichender Kontrolle. Das spricht nicht gegen eine sch&auml;rfere Kontrolle der IT-Unternehmen (die Europa schon vor zehn Jahren h&auml;tte einf&uuml;hren sollen, statt sich in die phantastische Debatte &uuml;ber &bdquo;Cloud Computing&ldquo; hineinziehen zu lassen). Es bedeutet einfach, dass die Aufgabe, die wir in Angriff nehmen m&uuml;ssen, intellektuell sehr viel anspruchsvoller ist. [&hellip;]<br>\nIn dem Ma&szlig;e, wie unsere Ger&auml;te und bislang analogen Objekte &bdquo;intelligent&ldquo; werden, wird dieses Gmail-Modell &uuml;berall Anwendung finden. Unternehmen werden uns Ger&auml;te und Objekte anbieten, die entweder gratis oder f&uuml;r einen Bruchteil ihrer realen Kosten zu kaufen sind. Sie bekommen beispielsweise eine kostenlose intelligente Zahnb&uuml;rste, erkl&auml;ren sich im Gegenzug aber damit einverstanden, dass Sie Daten &uuml;ber ihre Verwendung sammelt. Und mit diesen Daten werden letztendlich die Produktionskosten finanziert. Und bei Ger&auml;ten mit Bildschirm oder Lautsprecher werden Sie, je nach Nutzung, personenbezogene Werbung sehen oder h&ouml;ren, und auch in dem Fall werden die Produktionskosten &uuml;ber Werbeanzeigen finanziert. [&hellip;]<br>\nPolitiker irren, wenn sie glauben, die Kommerzialisierung von Daten durch Gesetze verhindern zu k&ouml;nnen. Kommerzialisierung geschieht ja nicht gegen die W&uuml;nsche der B&uuml;rger, sondern, weil sie es so haben wollen. Niemand wird gezwungen, Googles E-Mail und Amazons Kindle zu nutzen. Die Leute tun es freiwillig. Gesetze k&ouml;nnen wir vergessen. Nur durch politische Kampagnen und entschiedene Kritik an der Ideologie des Datenkonsums werden wir die unausweichliche Katastrophe verhindern k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/ueberwachung\/ideologie-des-datenkonsums-der-preis-der-heuchelei-12292822.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Sehr lesenswert! Morozovs B&uuml;cher &bdquo;The Net Delusion&ldquo; und &bdquo;To Save Everything, Click Here&ldquo; sind meines Erachtens nach die mit Abstand besten B&uuml;cher zum Thema &bdquo;digitales Zeitalter&ldquo;. Unverst&auml;ndlicherweise ist &bdquo;The Net Delusion&ldquo; noch immer nicht ins Deutsche &uuml;bersetzt worden, daf&uuml;r erscheint aber wenigstens Morozovs j&uuml;ngstes Werk unter dem deutschen Namen &bdquo;Smarte neue Welt&ldquo; am 8. Oktober in einer deutschen Ausgabe im Karl Blessing Verlag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Naivit&auml;t und Geheimdienste<\/strong><br>\nIn der S&uuml;ddeutschen Zeitung ist heute Morgen ein Gastbeitrag des ehemaligen BND-Vizepr&auml;sidenten Rudolf G. Adam erschienen. Er wirft der Debatte um die Erkenntnisse aus dem Material Edward Snowdens Naivit&auml;t vor. [&hellip;]<br>\nSie argumentieren wie die Doper im Spitzensport: Ohne einen Dr. Fuentes sind sie nicht konkurrenzf&auml;hig. Adams Argumente sind damit vergleichbar. Solange alle anderen dopen, m&uuml;ssen wir das leider auch tun. Allerdings ist die Freigabe des Dopings trotzdem bis heute kein Gegenstand der &ouml;ffentlichen Debatte geworden. Jenseits dessen wirft Adam jede denkbare Gefahr in einen Topf und r&uuml;hrt daraus seinen Cocktail einer Welt, die scheinbar zu gef&auml;hrlich ist, um dort zu leben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiesaussieht.de\/2013\/07\/26\/naivitat-und-geheimdienste\/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=naivitat-und-geheimdienste\">Wiesaussieht<\/a><\/li>\n<li><strong>NSA und FBI: &Uuml;berwacher verlangen Zugang zu verschl&uuml;sselten https-Verbindungen<\/strong><br>\nOnline-Banking, B&uuml;cherkauf, E-Mail-Verkehr: US-Beh&ouml;rden k&ouml;nnten demn&auml;chst &uuml;berall mitlesen. Laut der Zeitschrift &ldquo;Cnet&rdquo; verlangen sie von Unternehmen einen Generalschl&uuml;ssel f&uuml;r gesicherte https-Verbindungen &ndash; auch Passw&ouml;rter w&uuml;rden damit ausgehebelt. Der &ldquo;Cnet&rdquo;-Informant sagt, einige Online-Konzerne h&auml;tten die Herausgabe der Generalschl&uuml;ssel verweigert. Doch sei es fraglich, ob sich kleinere Firmen ohne gro&szlig;e Rechtsabteilung auf einen Konflikt mit den US-Beh&ouml;rden einlassen w&uuml;rden. Nach Ansicht von Juristen, die sich mit Internetrecht befassen, k&ouml;nnten derartige Anfragen bei strafrechtlichen Ermittlungen selbst im Falle einer richterlichen Anordnung unzul&auml;ssig sein. W&uuml;rden solche Aktionen jedoch auf der Grundlage des Foreign Intelligence Surveillance Act (Fisa) vorgenommen, sei nicht einmal ein Gerichtsbeschluss vonn&ouml;ten. Die entsprechende Lizenz hatte das zust&auml;ndige Geheimgericht erst in der vergangenen Woche verl&auml;ngert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/ssl-verschluesselung-ueberwacher-wollen-generalschluessel-fuer-webdienste-a-913004.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) erlaubt es der NSA, die &Uuml;berwachung einer Person anzuordnen inklusive Abh&ouml;raktionen gegen Verd&auml;chtige und von einem Internet-Dienst wie Facebook die Herausgabe ihrer Daten zu verlangen. Der FISA ist in seiner Erweiterung 2008 die rechtliche Grundlage f&uuml;r das Spionageprogramm PRISM. (Nicht nur f&uuml;r Juristen das WSJ zur Bedeutung des Wortes &ldquo;relevant&rdquo; bei der <a href=\"http:\/\/online.wsj.com\/article_email\/SB10001424127887323873904578571893758853344-lMyQjAxMTAzMDAwNzEwNDcyWj.html?mod=wsj_valettop_email#\">Auslegung der Neufassung<\/a>)<br>\nDemnach ist die NSA erm&auml;chtigt, Verbindungsdaten ohne weitere Voraussetzungen zu speichern. Es d&uuml;rfen komplette Datenbanken angefordert werden, um aus ihnen bestimmte Personen herauszufiltern.<br>\nSowohl &ldquo;heise online&rdquo; als auch die &ldquo;Zeit&rdquo; meldeten, die Anti-FISA-Klausel der Europ&auml;ischen Datenschutzgrundverordnung sei auf Druck der US-Regierung und von US-Internetfirmen <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/intl\/cms\/s\/0\/42d8613a-d378-11e2-95d4-00144feab7de.html?ftcamp=crm\/email\/2013612\/nbe\/BreakingNews1\/product#axzz2a3YYbEjk\">gestrichen worden<\/a>.<br>\nHier die Antwort des Parl. Staatssekret&auml;rs Dr. Ole Schr&ouml;der auf die Frage des SPD-Abgeordneten Gerold Reichenbach zur Streichung der &ldquo;Anti-FISA-Klausel&rdquo; im Entwurf der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf Druck der USA und Weitergabe von personenbezogenen Daten an Drittstaaten (<a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btp\/17\/17249.pdf#P.31870\">S. 31870C &ndash; 31870D9 [PDF &ndash; 850 KB]<\/a>).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Supergrundrecht hei&szlig;t Menschenw&uuml;rde<\/strong><br>\nWenn unser Grundgesetz &uuml;berhaupt ein Supergrundrecht kennt, dann ist es die in Art. 1 Abs. 1 festgelegt Menschenw&uuml;rde. [&hellip;]<br>\nUnsere Grundrechte binden die deutsche &ouml;ffentliche Gewalt auch, soweit die Wirkungen ihrer Bet&auml;tigung au&szlig;erhalb des Hoheitsbereichs der Bundesrepublik Deutschland eintreten. Wenn ich also im Inland von meinem Recht elektronisch zu kommunizieren Gebrauch mache und ein ausl&auml;ndischer Geheimdienst diese Kommunikation &uuml;berwacht und erfasst, sind die deutschen Grundrechte betroffen und es ist die Aufgabe der deutschen &ouml;ffentlichen Gewalt diesen Grundrechtseingriff zu unterbinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.internet-law.de\/2013\/07\/das-supergrundrecht-heist-menschenwurde.html\">Internet-Law<\/a><\/li>\n<li><strong>Ganz geheim aufgekl&auml;rt<\/strong><br>\nSollen wir Merkels oberstem Geheimdienstkontrolleur Ronald Pofalla einfach glauben? Dazu gibt es wenig Anlass, nachdem die Bundesregierung seit Wochen erkl&auml;rt, sie wisse selbst nicht so genau, welche Geheimnisse im Datendschungel zwischen Europa und den USA verborgen seien. [&hellip;]<br>\nDiese Regierung hat ihren Vertrauenskredit ohnehin so gut wie verbraucht. So erweist sich etwa im Untersuchungsausschuss zum Drohnenprojekt kaum eine Versicherung der Verantwortlichen als stichhaltig, der Verdacht von Lug und Trug ist greifbar. Warum sollten wir Merkels M&auml;nnern also ausgerechnet in der Geheimdienstaff&auml;re glauben? So bleibt das Geheimnis, wie man Geheimnisse besser kontrollieren kann. Darauf hat auch Pofalla keine Antwort. Zweifelsfrei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/kommentar-zu-pofalla-ganz-geheim-aufgeklaert,1472602,23830496.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Unionshoch trotz NSA-Aff&auml;re<\/strong><br>\nObwohl die NSA-Aff&auml;re die Bev&ouml;lkerung an der Glaubw&uuml;rdigkeit der Regierung zweifeln l&auml;sst, &auml;ndert sich an der politischen Stimmung nichts. 70 Prozent der Befragten sind nicht zufrieden mit den bisherigen Bem&uuml;hungen um Aufkl&auml;rung. Der ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap prognostiziert ein Wahlergebnis mit 42 Prozent der Stimmen f&uuml;r die CDU, ein H&ouml;chstwert in dieser Legislaturperiode. Die FDP liegt in dieser Umfrage immer noch bei 4 Prozent. Die SPD liegt bei 25 Prozent (-1), die Gr&uuml;nen bei 14 Prozent (+1). Die Linke ist unver&auml;ndert bei 7 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend1790.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Unzufriedenheit der Bev&ouml;lkerung mit der Politik zeigt sich ja nicht nur beim Bem&uuml;hen um Aufkl&auml;rung im NSA-Skandal, sondern in vielen anderen Bereichen, etwa der sozialen Gerechtigkeit, der Rentenpolitik, beim Milit&auml;reinsatz in Afghanistan. Dass sich das nicht in den Umfragewerten f&uuml;r die CDU und die Kanzlerin niederschl&auml;gt, kann eigentlich nur damit zu tun haben, dass ein Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung der Politik nichts mehr zutraut oder dass kaum jemand noch daran glaubt, dass mit Rot-Gr&uuml;n ein anderer Kurs eingeschlagen w&uuml;rde.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Internationale Umfrage: Regierungen verlieren weltweit das Vertrauen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer<\/strong><br>\nLaut einer in 13 L&auml;ndern durchgef&uuml;hrten Umfrage des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) sagen 80 Prozent der Menschen, dass ihre Regierung bei der Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit versagt hat. Nur 13 Prozent der mehr als 13.000 Umfrageteilnehmer glauben, dass f&uuml;r ihre Regierung tats&auml;chlich die Interessen der Arbeitnehmer und ihrer Familien im Mittelpunkt stehen. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der globalen IGB-Meinungsumfrage 2013, die im Vorfeld der ersten gemeinsamen Sitzung der G20-Arbeits- und Finanzminister in Moskau ver&ouml;ffentlicht wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++bf08d054-eed1-11e2-b4b0-00188b4dc422\">DGB<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Begr&uuml;ndung der Jury zur Vergabe des Whistleblower-Preises 2013 an den Whistleblower Edward J. Snowden<\/strong><br>\nEdward J. Snowden arbeitete bis zu seiner Flucht nach Hongkong im Fr&uuml;hjahr 2013 f&uuml;r einen Subunternehmer des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes NSA, hatte eine Unbedenklichkeitsbescheinigung f&uuml;r die h&ouml;chste Geheimhaltungsstufe und damit Zugang zu streng geheimen Informationen &uuml;ber die &Uuml;berwachungspraktiken der NSA sowie anderer westlicher Geheimdienste.<br>\nDie Enth&uuml;llungen von Edward J. Snowden machen es nach Ansicht der Jury m&ouml;glich und unausweichlich, die Fakten- und Beweislage durch Regierung, Parlament, Gerichte und die kritische &Ouml;ffentlichkeit intensiv zu kl&auml;ren und auf gesicherter Tatsachengrundlage dann zu pr&uuml;fen, ob und in welcher Hinsicht das durch Snowden aufgedeckte Verhalten und Vorgehen in- und ausl&auml;ndischer geheimdienstlicher Stellen geltendes Recht verletzt haben.<br>\nSelbst wenn sich dann herausstellen sollte, dass sich die nachrichtendienstlichen<br>\nAussp&auml;haktionen teilweise oder &uuml;berwiegend auf geltendes Recht st&uuml;tzen k&ouml;nnen, h&auml;tte Snowdens Whistleblowing jedenfalls solch bedrohlichen Zust&auml;nde aufdecken helfen, die in einem demokratischen Gemeinwesen nicht hingenommen werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdw-ev.de\/images\/stories\/vdwdokumente\/whistleblower\/Begruendung%20der%20JuryWhistleblowerpreis2013final.pdf\">IALANA [PDF &ndash; 265 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Manning wird von der Anklage als Narzisst dargestellt<\/strong><br>\nDie US-Regierung will an Bradley Manning ein Exempel f&uuml;r alle Whistleblower statuieren &ndash; mit teils verwegenen Argumenten.<br>\nDas Argument, dass Dokumente, die im Internet ver&ouml;ffentlicht werden und damit weltweit zug&auml;nglich sind, direkt dem Feind in die H&auml;nde spielen sollen, ist schwer nachvollziehbar und eigentlich ein kaum begr&uuml;ndbarer Vorwurf. Demnach m&uuml;ssten alle US-Medien, die geleakte Informationen auch online ver&ouml;ffentlicht haben, als Staatsverr&auml;ter verfolgt werden, weil sie damit auch irgendwelchen Gegnern der USA Argumente bieten, die sie gegen diese richten k&ouml;nnen. Amnesty hatte bereits scharf kritisiert, dass die Richterin den &ldquo;l&auml;cherlichen&rdquo; Anklagepunkt, dem Feind mit der Internetver&ouml;ffentlichung geholfen zu haben, nicht zur&uuml;ckgewiesen hat. Auch die Zeugen der Anklage h&auml;tten keine Belege daf&uuml;r gebracht, dass Manning Sympathien f&uuml;r al-Qaida gehegt oder Beziehungen zu einem anderen Staat als die USA gehabt habe&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39589\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Raus aus der Troika!<\/strong><br>\n[&hellip;] Die Botschaft des IWF ist klar: Die Krisenl&auml;nder weiter totzusparen, bringt nichts, und alleine k&ouml;nnen sie es nicht schaffen. Verkehrte Welt f&uuml;r alle, die den IWF in den letzten Jahrzehnten als Totengr&auml;ber f&uuml;r L&auml;nder des globalen S&uuml;dens in wirtschaftlicher Not kennengelernt haben. Aber eine gewisse Lernf&auml;higkeit sollte niemandem abgesprochen werden, auch keiner Institution.<br>\nUnd wenn es die beim IWF tats&auml;chlich gibt, w&auml;re es am aussichtsreichsten, wenn er sich mit den Krisenl&auml;ndern zusamment&auml;te und sie gemeinsam eine klare Ansage gegen&uuml;ber den Nordeurol&auml;ndern machten: Schluss jetzt mit der &ouml;konomischen Voodoopolitik, sonst lassen wir die Eurozone platzen. Davor haben Letztere n&auml;mlich mindestens so viel Furcht wie Erstere. Wenn dieser Schachzug erfolgreich w&auml;re, h&auml;tte die Eurozone noch eine gute Chance.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Eurokolumne\/!120648\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Debt, Guilt and German History: A Reply to Wolfgang Sch&auml;uble<\/strong><br>\nWolfgang Sch&auml;uble (The Guardian, July 19th) claims that the idea that Europe should be &ndash; or can be &ndash; led by a single country is wide of the mark; that Germany&rsquo;s &lsquo;restraint&rsquo; reflects the burden of its history, and that the &lsquo;unique&rsquo; political structure that is Europe does not lend itself to a leader&ndash;follower dynamic.  This calls not only for scepticism concerning his view of German history but also lessons from Gestalt psychology.<br>\nGestalt stresses that what is perceived depends on the values, dispositions and beliefs of the perceiver. Thus Herr Sch&auml;uble sees the Eurozone crisis as one of public debt. This is not unrelated to the German for debt &ndash; Schuld &ndash; meaning guilt.  In stressing this in his Genealogy of Morals Nietzsche also observed that there was a tendency in Germany among strong creditors to demand penitence from weak debtors for their debt-guilt and to punish them if they did not seek redemption.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/yanisvaroufakis.eu\/2013\/07\/26\/debt-guilt-and-german-history-a-reply-to-wolfgang-schauble-by-stuart-holland\/\">Yanis Varoufakis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;ESM-Chef mahnt Irland zur Sparpolitik&ldquo;<\/strong><br>\nKlaus Regling, der Chef des Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus (ESM), ermahnt Irland, sich an die Zusage zu halten, beim kommenden Haushalt 3,1 Milliarden Euro einzusparen. Dies sei &bdquo;ein wichtiger Schritt&ldquo; in Richtung R&uuml;ckkehr auf die Finanzm&auml;rkte bis Ende des Jahres.<br>\nIm Interview mit der Irish Times sagte Regling, Irlands Idee, eine &bdquo;vorsorgliche Kreditlinie&ldquo; bei der EU zu beantragen, um die R&uuml;ckkehr auf die Finanzm&auml;rkte zu erleichtern, w&uuml;rde &bdquo;nicht gut aufgenommen werden&ldquo;, wenn die versprochene Etatk&uuml;rzung nicht eingehalten werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseurop.eu\/de\/content\/news-brief\/4005061-esm-chef-mahnt-irland-zur-sparpolitik\">Presseurop<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Regling macht Irland ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Man k&ouml;nnte auch von Erpressung sprechen. Wie war das noch mit dem Budgetrecht als &bdquo;K&ouml;nigsrecht&ldquo; des Parlaments? Es sieht so aus, als sei Klaus Regling der &bdquo;De-facto-K&ouml;nig&ldquo; von Irland. Ist ein Land dem ESM erst ausgeliefert, werden dessen demokratische Grundrechte suspendiert. Sch&ouml;nes neues Europa.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>EU streicht Agrarhilfen<\/strong><br>\nDie EU unterst&uuml;tzt die Ausfuhr europ&auml;ischer Agrarprodukte nicht l&auml;nger mit Exporterstattungen. Auch im letzten Bereich, dem Gefl&uuml;gelfleischsektor, seien die daf&uuml;r vorgesehenen Mittel auf Null gesetzt, teilte das Bundesagrarministerium am Donnerstag mit. 1993 hatte Br&uuml;ssel noch &uuml;ber zehn Milliarden Euro in die Hilfen investiert. Nichtregierungsorganisationen hatten die Subventionen kritisiert, weil diese die Landwirte in Entwicklungsl&auml;ndern behinderten. Der Deutsche Bauernverband betonte, Deutschland sei auch ohne Exporthilfen weltweit die Nummer drei bei Agrarexporten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/eu-streicht-agrarhilfen\/8549686.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Endlich! Es ist nichts gegen vern&uuml;nftige Agrarsubventionen einzuwenden, aber die Exporthilfen verzerrten nicht nur den Wettbewerb auf dem Weltmarkt, sondern sie verhinderten auch eine weitergehende Diskussion um den Aufbau des Agrarsektors in den Entwicklungsl&auml;ndern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Erwerbseinkommen: Deutsche Geringverdiener im europ&auml;ischen Vergleich<\/strong><br>\nSeit den 1990er Jahren ist die Lohnungleichheit in Deutschland deutlich gewachsen. Diese Entwicklung wird kontrovers wahrgenommen: Einerseits k&ouml;nnte die zunehmende Verbreitung von Niedrigl&ouml;hnen die Chancen f&uuml;r Erwerbslose vergr&ouml;&szlig;ern, wieder in Arbeit zu kommen. Andererseits wird sie als Teil eines breiteren gesellschaftlichen &ndash; und sozialpolitisch problematischen &ndash; Trends zur Polarisierung der Erwerbseinkommen gesehen. Vor diesem Hintergrund liefert der Kurzbericht eine &lsquo;Momentaufnahme&rsquo; der Niedriglohnbesch&auml;ftigung in Deutschland und in 16 anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern im Jahr 2010. Die vergleichende Analyse zeigt die Bedeutung und die strukturelle Zusammensetzung des Niedriglohnsektors in den betrachteten L&auml;ndern. Dar&uuml;ber hinaus wird untersucht, inwieweit die beobachteten L&auml;nderunterschiede mit institutionellen und politischen Faktoren zusammenh&auml;ngen.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130726_niedriglohnquoten_eu.gif\" alt=\"Erwerbseinkommen: Deutsche Geringverdiener im europ&auml;ischen Vergleich\" title=\"Erwerbseinkommen: Deutsche Geringverdiener im europ&auml;ischen Vergleich\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/194\/section.aspx\/Publikation\/k130722301\">IAB<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Im internationalen Vergleich hoher Anteil der Geringverdiener in Deutschland<\/strong><br>\nIn Deutschland verdiente im Jahr 2010 knapp ein Viertel aller Besch&auml;ftigten weniger als 9,54 Euro brutto pro Stunde. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Damit ist der Anteil der Geringverdiener hierzulande gr&ouml;&szlig;er als in anderen westlichen EU-L&auml;ndern. Wenn man ausschlie&szlig;lich Vollzeitbesch&auml;ftigte ber&uuml;cksichtigt, ist der Anteil in Deutschland mit rund einem F&uuml;nftel etwas niedriger, aber im Vergleich immer noch relativ hoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/kb1513.aspx\">IAB<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man beachte, wie sich das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung verzweifelt bem&uuml;ht, die Tatsache, dass Deutschland den h&ouml;chsten Anteil der Geringverdiener unter allen westlichen EU-L&auml;ndern hat, zu besch&ouml;nigen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Niedriglohnbesch&auml;ftigung m&uuml;sse nicht unbedingt mit Einkommensarmut einhergehen, wie das Verh&auml;ltnis ist, wird nat&uuml;rlich nicht gesagt.<br>\nEs seien ja vor allem Frauen, J&uuml;ngere, Geringqualifizierte, befristet Besch&auml;ftigte und Arbeitnehmer in Kleinbetrieben.<br>\nDass mehr als 80 Prozent der Geringverdiener in Deutschland eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann das IAB allerdings nicht verschweigen.<\/em><\/li>\n<li><em>Die zunehmende Verbreitung von Niedrigl&ouml;hnen k&ouml;nnten die Chancen f&uuml;r Erwerbslose vergr&ouml;&szlig;ern wieder in Arbeit zu kommen.<br>\nDass es den wenigsten gelingt, sich aus der &bdquo;Niedriglohn-Spirale&ldquo; zu befreien, ja die Gehaltseinbu&szlig;en <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/arbeitsmarkt-oekonomie-gefangen-in-der-niedriglohn-spirale-seite-all\/7201752-all.html\">immer gr&ouml;&szlig;er werden<\/a>, wird einfach unterschlagen.<\/em><\/li>\n<li><em>Ein gr&ouml;&szlig;erer Anteil von Geringverdienern gehe mit einer niedrigeren Arbeitslosigkeit und einem h&ouml;heren Besch&auml;ftigungsstand einher.<br>\nHier zeigt sich die Anpassung an die Ideologie, dass der Arbeitsmarkt wie ein Kartoffelmarkt funktioniere, will sagen: Preis runter, Markt ger&auml;umt. (Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17070\">&bdquo;Spiegelfechten im Niedriglohnparadies&ldquo;<\/a>)<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die lohndr&uuml;ckenden Hartz-Gesetze und die systematische Deregulierung des Arbeitsmarkts, die Tarifflucht der Unternehmen etc. spielen f&uuml;r diese Arbeitsmarktforscher, die ausschlie&szlig;lich auf die Quantit&auml;t und nicht auf die Qualit&auml;t der Arbeit schielen offenbar keine Rolle f&uuml;r den sich ausweitenden Niedriglohnsektor.<br>\nDazu muss man wissen, dass dieses Forschungsinstitut eine Abteilung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist und diese Agentur wiederum ein Anh&auml;ngsel des Bundesarbeitsministeriums.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich muss der Verfasser des Kurzberichts, Thomas Rhein, als Angestellter einer Bundesbeh&ouml;rde&nbsp; einen wahren Eiertanz hinlegen: &bdquo;Einerseits k&ouml;nnte die zunehmende Verbreitung von Niedrigl&ouml;hnen die Chancen f&uuml;r Erwerbslose vergr&ouml;&szlig;ern, wieder in Arbeit zu kommen. Andererseits wird sie als Teil eines breiteren gesellschaftlichen &ndash; und sozialpolitisch problematischen &ndash; Trends zur Polarisierung der Erwerbseinkommen gesehen &hellip; Niedriglohnbesch&auml;ftigung kann nicht allein unter dem Gesichtspunkt ihrer Verteilungswirkungen betrachtet werden. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht ist zu fragen, ob mehr Niedriglohnjobs f&uuml;r Besch&auml;ftigungsgewinne sorgen und die Arbeitslosigkeit reduzieren k&ouml;nnen, weil sie auch wettbewerbsschwachen (zum Beispiel gering qualifizierten) Arbeitskr&auml;ften Chancen bieten&ldquo;. Und kommt hier dann doch der Wissenschaftler durch und muss einr&auml;umen: &ldquo;Die Fragestellung l&auml;sst sich empirisch aus mehreren Blickwinkeln analysieren. Zum einen kann man im Querschnitt untersuchen, ob L&auml;nder mit einer gr&ouml;&szlig;eren Niedriglohnquote tendenziell einen h&ouml;heren Besch&auml;ftigungsstand und weniger Arbeitslosigkeit haben als L&auml;nder mit einem kleineren Niedriglohnsektor.&nbsp; Dazu geben die in diesem Kurzbericht verwendeten Daten zumindest einen groben Anhaltspunkt. Wenn die eben genannte Hypothese zutrifft, so w&auml;re zu erwarten, dass der Anteil der Niedriglohnbesch&auml;ftigten im L&auml;ndervergleich negativ mit der nationalen Arbeitslosenquote und positiv mit der Erwerbst&auml;tigenquote des Jahres 2010 korreliert. Das ist aber nicht der Fall. Die Erwerbst&auml;tigenquote ist f&uuml;r die hier betrachteten 17 L&auml;nder sogar schwach negativ mit der Niedriglohnquote korreliert. Auch im Hinblick auf die Arbeitslosenquote stellt sich die erwartete Korrelation nicht ein. Zudem zeigt das Beispiel der skandinavischen L&auml;nder, dass unter spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen ein hoher Besch&auml;ftigungsstand mit geringer Lohnspreizung vereinbar ist. Und im Fazit: &ldquo;Dies w&uuml;rde daf&uuml;r sprechen, dass eine erh&ouml;hte Lohnspreizung keine zwingende Voraussetzung f&uuml;r dauerhafte Erfolge am Arbeitsmarkt ist.&rdquo; &ndash; Sch&ouml;nen Gru&szlig; an die neoliberale, deutsche&nbsp; Mainstream-&Ouml;konomie und nat&uuml;rlich an die Troika.<br>\nVielleicht sollte man einmal ein Gedankenspiel anstellen und einen Teil der Niedrigl&ouml;hner, z.B. die Aufstocker, der Arbeitslosenquote anrechnen. Wahrscheinlich s&auml;he dann die deutsche Arbeitslosenquote im Vergleich zu Europa ganz anders aus. Ist statistisch nat&uuml;rlich Unfug, aber greifen wir nur einmal einen vor allem von den Konservativen hei&szlig; diskutierten Aspekt heraus: Deutschlands geringe Reproduktionsquote. Und was wird nicht alles an&nbsp; Familien- und bev&ouml;lkerungspolitische Ma&szlig;nahmen getan: Elterngeld, Kindergeld, Betreuungsgeld, Krippenpl&auml;tze. Und dennoch stellt sich &uuml;ber repr&auml;sentativen Umfragen heraus. Die gew&uuml;nschte Kinderzahl der Befragten liegt unter tats&auml;chlichen. Was bei all diesen Diskussionen meist nicht bedacht oder unterschlagen wird: Was die sicherste Grundlage f&uuml;r eine Familiengr&uuml;ndung ist, ist die Perspektive auf existenzsichernde L&ouml;hne. Und in der mangelnden Perspektive treffen sich Niedrigl&ouml;hner und Arbeitslose.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zehn Jahre &lsquo;Hartz-Reformen&lsquo; &ndash; Schleichender Abschied von der Arbeitslosenversicherung<\/strong><br>\n&hellip; Dabei haben die Ver&auml;nderungen der Arbeitslosenversicherung zu einem paradigmatischen Wandel der Grundprinzipien dieser S&auml;ule unseres sozialen Sicherungssystems gef&uuml;hrt. Insbesondere werden die Grundprinzipien der Leistungsgerechtigkeit und der Statussicherung durch die Reduzierung von substantiellen Anspruchsrechten in Frage gestellt. Wir meinen, dass durch die Reformen &ndash; ob politisch beabsichtigt oder nicht &ndash; Arbeitslosigkeit zunehmend zu einer &sbquo;Bruchstelle&lsquo; in der Statuskarriere von Besch&auml;ftigten wird und die Arbeitslosenversicherung ihre urspr&uuml;ngliche Funktion, vor den Risiken der Arbeitslosigkeit sozialen Schutz zu bieten, verliert  &hellip;<br>\nUnter der Oberfl&auml;che des institutionellen Fortbestands der Arbeitslosenversicherung unterminieren die Neuregelungen und ver&auml;nderten Praktiken die Grundprinzipien der sozialen Sicherung bei Arbeitslosigkeit. Die Neujustierung der Leistungsgerechtigkeit, die Schw&auml;chung des Statuserhalts und die Einschr&auml;nkung der M&ouml;glichkeit zur Aufw&auml;rtsmobilit&auml;t m&uuml;ssen wir als paradigmatische Ver&auml;nderungen verstehen, die die traditionelle Grundfunktion der Arbeitslosenversicherung untergr&auml;bt. Die Einschnitte durch die Aktivierungsstrategie &ndash; die Reduzierungen im Leistungsrecht, die Neuausrichtung der Arbeitsf&ouml;rderung sowie die arbeitsrechtliche Deregulierung&ndash; laufen dem eigentlichen sozialpolitischen Ziel, der Herstellung und &ouml;ffentlichen Garantie einer Sicherheitsperspektive (Kaufmann 1970) zuwider. Der graduelle &Uuml;bergang vom Versicherungsprinzip zum Grundsicherungssystem, der in diesem Wandel angelegt ist, erweist sich schon im Fr&uuml;hstadium als sozial und &ouml;konomisch h&ouml;chst problematisch. Dieser Wandel der Arbeitslosenversicherung steht unseres Erachtens beispielhaft f&uuml;r die Wegscheide, an der sich der deutsche Sozialstaat insgesamt befindet &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++f272a0ce-f466-11e2-ba22-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zwischen Himmel und H&ouml;lle: Wenn das Wohnen die einen arm und einige andere sehr reich macht<\/strong><br>\nAber es gibt neben den grunds&auml;tzlichen Angebots-Nachfrage-Fragen auch zwei ganz besondere sozialpolitische Dimensionen des Themas Wohnen, die durch neue Ver&ouml;ffentlichungen ans Tageslicht gezogen werden: Zum einen die Frage der (Nicht-) &Uuml;bernahme der Wohnkosten f&uuml;r die vielen Menschen im Grundsicherungsbezug, also in Hartz IV. Zum anderen die offensichtliche Problematik, dass Menschen, vor allem Familien mit Kindern, in bestimmten sehr teuren Regionen\/St&auml;dten durch die Kosten der Unterkunft auf ein Einkommensniveau unterhalb der Grundsicherung gedr&uuml;ckt werden, auf dass sie unter normalen Preisverh&auml;ltnissen f&uuml;r das Wohnen nicht gekommen w&auml;ren. Es geht also um eine Art &ldquo;Wohnungsarmut&rdquo;, womit aber nicht oder nicht prim&auml;r der Mangel an Wohnungen gemeint ist, sondern dass man durch das Wohnen arm wird (oder bleibt).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2013\/07\/22.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Lobbyismus: 1000 Euro in 30 Minuten<\/strong><br>\nEin Zahnarzt aus Bad Bramstedt wurde zum begehrten Gesch&auml;ftspartner von Pharmakonzernen &ndash; und kassierte als Bundestagsabgeordneter hohe Vortragshonorare.<br>\nWas auch immer Rolf Koschorrek jetzt sagt, ist mindestens 1000 Euro wert. Der Bundestagsabgeordnete sitzt auf einem Podium der Saarl&auml;ndischen Landesvertretung in Berlin, es geht um Lieferengp&auml;sse bei Arzneimitteln. Koschorrek wirft ein paar d&uuml;rre S&auml;tze in die Diskussion, nebenbei tippt er auf seinem Handy, zum Abschied werden flei&szlig;ig H&auml;nde gesch&uuml;ttelt. [&hellip;]<br>\nTermine wie dieser sind f&uuml;r Koschorrek Routine. Mehr als 64.000 Euro hat er sich insgesamt mit 54 Auftritten verdient &ndash; der Volksvertreter geh&ouml;rt zu den besonders flei&szlig;igen Vortragsreisenden der Berliner Politik. Novartis, Pfizer und zahlreiche weitere Pharmaunternehmen haben seine Dienste gebucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/bundestagsabgeordneter-begehrter-geschaeftspartner-von-pharmakonzernen-a-912719.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Megadeal zwischen Springer und Funke<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die ungew&ouml;hnliche Finanzierung des Print-Megadeals: Springer leiht Funke Geld f&uuml;r Zeitungskauf<\/strong><br>\n&bdquo;Die Phrase vom Paukenschlag ist heute in der Medienbranche ausnahmsweise berechtigt. Axel Springer verkauft seine Regionalzeitungen, TV- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe (fr&uuml;her WAZ-Gruppe). Nur: Woher nimmt die Funke Gruppe das Geld f&uuml;r den Kaufpreis von 920 Mio. Euro? Der Verlag musste j&uuml;ngst ja erst eine Gesellschafter Neuordnung mit Krediten finanzieren.<br>\nAntwort: Springer leiht der Funke Gruppe das Geld teilweise. Beide H&auml;user wollen zudem Gemeinschaftsunternehmen gr&uuml;nden &hellip;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/print\/funke-leiht-sich-geld-fuer-zeitungskauf-bei-springer\/2013\/07\/25.html\">Meedia.de<\/a><\/li>\n<li><strong>DJV gegen Deal mit Funke<\/strong><br>\nDer Deutsche Journalisten-Verband hat sich strikt gegen den geplanten Verkauf zahlreicher Zeitungs- und Zeitschriftentitel von Springer an die Funke-Mediengruppe ausgesprochen. Der Berliner Konzern hatte zuvor in einer Adhoc-Mitteilung bekannt gegeben, zum Jahresende die Programm- und Frauenzeitschriften sowie die Regionalzeitungsgruppen Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt f&uuml;r 920 Millionen Euro an Funke ver&auml;u&szlig;ern zu wollen. &bdquo;Das w&auml;re das Ende f&uuml;r den Springer-Verlag in seiner bekannten und bew&auml;hrten Form&ldquo;, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, &bdquo;und w&auml;re schwer verdaulich f&uuml;r den Medienstandort Hamburg.&ldquo; Das Unternehmen sei dabei, sich von einem der renommiertesten Verlage Europas in einen Mischkonzern mit digitalem Schwerpunkt zu verwandeln. &bdquo;Ich bin in gro&szlig;er Sorge um die Arbeitspl&auml;tze bei den betroffenen Zeitungen und Zeitschriften&ldquo;, sagte der DJV-Vorsitzende. Die Funke-Mediengruppe sei als Nachfolgerin des WAZ-Konzerns ber&uuml;chtigt f&uuml;r harte Einsparungen zulasten des Qualit&auml;tsjournalismus. Der Kauf der Springer-Titel w&uuml;rde den Schuldenstand der Funke-Mediengruppe weiter erh&ouml;hen. &bdquo;Die geplante &Uuml;bernahme der Springer-Titel l&auml;sst nichts Gutes ahnen.&ldquo; Konken forderte das Bundeskartellamt auf, die &Uuml;bernahme kritisch zu pr&uuml;fen und im Zweifel zu untersagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.djv.de\/startseite\/profil\/der-djv\/pressebereich-info-download\/pressemitteilungen\/detail\/article\/djv-gegen-deal-mit-funke.html\">Pressemeldung des DJV vom 25. Juli 2013<\/a><\/li>\n<li><strong>Springer-Funke Deal: Um Journalismus geht es niemandem<\/strong><br>\nDie Axel Springer AG verkauft f&uuml;r 920 Millionen Euro einen Gro&szlig;teil ihres Printgesch&auml;fts an die Funke Gruppe. Es ist ein absoluter Mega-Medien-Deal. Doch er zeigt: Mit Journalismus hat dieses Gesch&auml;ft nichts zu tun. [&hellip;]<br>\nInteressierter als an den gekauften Titeln scheint Funke-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Thomas Ziegler gem&auml;&szlig; der Pressemitteilung denn auch an der vereinbarten Gr&uuml;ndung von Gemeinschaftsunternehmen f&uuml;r Anzeigenvermarktung und Vertrieb zu sein. Allerdings: In beiden wird Springer die Federf&uuml;hrung &uuml;bernehmen. Au&szlig;erdem leihen die Berliner der Funke-Gruppe einen gro&szlig;en Anteil der Kaufsumme.<br>\nMit anderen Worten: Die Funke-Gruppe ist k&uuml;nftig eng an Springer gebunden und gleichzeitig hoch bei ihnen verschuldet. Wenn man so will, hat Axel Springer heute die Funke Mediengruppe gekauft. [&hellip;]<br>\nMan kommt nicht umhin, Springer zu attestieren, das bessere Gesch&auml;ft gemacht zu haben. Die Firma erh&auml;lt frisches Geld, um digital zu wachsen. Dass man zu einem f&uuml;hrenden Digital-Unternehmen werden will, betonen die Manager schon lange. Nun wird klar: Springer will nicht in diese Bereiche expandieren, Springer will in sie wechseln &ndash; und gibt daf&uuml;r auch die Tradition auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.carta.info\/61663\/springer-funke-deal-um-journalismus-geht-es-niemandem\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+carta-standard-rss+%28Carta%29\">Carta<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130727_bild_macht_digital.gif\" alt=\"BILD: Wir machen jetzt digital\" title=\"BILD: Wir machen jetzt digital\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikatur_4944.html\">Stuttmann Karikaturen<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Nice up North &ndash; Zur Zukunft des nordischen Kapitalismus<\/strong><br>\nDie skandinavischen L&auml;nder sind nach wie vor in Vergleichen wohlfahrtsstaatlicher Politik f&uuml;hrend, obwohl auch sie dem neoliberalen Reformdruck ausgesetzt sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++d113f04a-f5d8-11e2-b1ea-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Der Commerzbank drohen Verluste in Detroit<\/strong><br>\nNach Informationen der F.A.Z. hat Deutschlands zweitgr&ouml;&szlig;tes Kreditinstitut der insolventen amerikanischen Stadt Detroit mehr als 400 Millionen Dollar geliehen. Die Commerzbank w&auml;re damit st&auml;rker betroffen von der Insolvenz Detroits als die Hypo Real Estate und die Dexia-Bank. Diese beiden von Deutschland und Belgien verstaatlichten Banken haben schon Engagements gegen&uuml;ber Detroit von 200 und 300 Millionen Euro zugegeben. Den Kredit an Detroit vergeben hat in der Commerzbank die Tochtergesellschaft Eurohypo, die im Jahr 2005 unter dem damaligen Vorstandssprecher und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus-Peter M&uuml;ller f&uuml;r 4,5 Milliarden Euro vollst&auml;ndig von Deutscher und Dresdner Bank erworben wurde. Die im Staats- und Immobilienfinanzierungsgesch&auml;ft t&auml;tige Eurohypo hat der Commerzbank in den vergangenen Jahren mehrere Milliarden Euro Verlust eingebracht. Inzwischen wird die Eurohypo auf Verlangen der EU-Kommission unter dem neuen Namen Hypothekenbank Frankfurt vollst&auml;ndig abgewickelt. Auch wenn die Commerzbank das Neugesch&auml;ft mit Immobilien- und Schiffsfinanzierungen vor einem Jahr weitgehend eingestellt hat, schiebt sie noch immer hohe Best&auml;nde an Forderungen von Quartal zu Quartal. Um deren Abbau zu forcieren und die damit einhergehenden Verluste vom Tagesgesch&auml;ft zu trennen, hat die Commerzbank im vergangenen Jahr die Best&auml;nde der fr&uuml;heren Eurohypo sowie alle Schiffsfinanzierungen in eine interne Abbau-Einheit (&bdquo;Bad Bank&ldquo;) gesteckt. Damit verschwinden die Verluste f&uuml;r den Konzern aber nicht. Allein im Jahr 2012 fiel ein Verlust des &bdquo;Nichtkerngesch&auml;fts&ldquo; (&bdquo;Non-Core-Assets&ldquo;) von 1,5 Milliarden Euro an. Im Jahr 2011 betrug der Verlust sogar 4 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr ist die Angst unter den Anlegern gro&szlig;, dass in der Abbau-Einheit der Commerzbank abermals Verluste anfallen werden. Schlie&szlig;lich &bdquo;lagern&ldquo; dort noch immer 151 Milliarden Euro, fast ein Viertel der bilanzierten Verm&ouml;genswerte der Commerzbank. Die Sorge vor neuen Verlusten in dieser Abbau-Einheit erwies sich schon vor zwei Wochen als begr&uuml;ndet, als die Commerzbank britische Immobilienkredite im Volumen von 5 Milliarden Euro nur mit Verlust verkaufen konnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/anleihen-zinsen\/stadt-pleite-der-commerzbank-drohen-verluste-in-detroit-12294625.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die im Artikel erw&auml;hnten Schiffsfinanzierungen f&uuml;hren in der wahrgenommenen Bankenkrise eher ein Schattendasein. Dabei sitzen Deutsche Banken auf Risiken aus der Schiffsfinanzierung im Volumen von rund 100 Mrd. Euro.&nbsp; Allein bei der Commerzbank sind von den Schiffskrediten in H&ouml;he von knapp 19 Mrd. ein Viertel vom Ausfall bedroht. Die NordLB, die rund 18 Milliarden Euro an den Sektor verliehen hat, musste im ersten Quartal ihre Risikovorsorge im Kreditgesch&auml;ft weiter aufstocken und schreibt rote Zahlen. Die Branche rechnet nicht damit, dass die Schifffahrtskrise im n&auml;chsten Jahr zu Ende geht, allenfalls im &uuml;bern&auml;chsten. In den letzten Jahren ist die Schifffahrt in eine hartn&auml;ckige Krise geraten. &Uuml;berkapazit&auml;ten dr&uuml;cken auf den Markt, die Fracht- und Charterraten bewegen sich in einem Dauertief und viele Schiffe k&ouml;nnen Zins und Tilgung <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article116735241\/Schiffsbanken-manoevrieren-durch-Krise-Warten-auf-Besserung.html\">nicht mehr erwirtschaften<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Paul Krugman: Republican Health Care Panic  &ndash;  Die Panik der Republikaner wegen der Gesundheitsreform<\/strong><br>\nEs sieht ganz so aus, als sammelten f&uuml;hrende Republikaner Mut  f&uuml;r eine neuerliche Runde versuchter finanzpolitischer Erpressung. Das Ende des Finanzjahres steht bevor, und sie schlagen keinerlei Kompromisse vor, die zu einer &Uuml;bereinkunft f&uuml;hren und einen Regierungsstillstand vermeiden k&ouml;nnten; Stattdessen gibt es radikale Gesetzentw&uuml;rfe  &ndash;  wie etwa den, die Subventionen f&uuml;r sauberes Wasser um 83 Prozent zu reduzieren &ndash;   die &uuml;berhaupt keine Chance auf Realisierung haben. Auch drohen sie wieder einmal damit, jede Anhebung der Schuldengrenze zu blockieren, was der amerikanischen Wirtschaft schaden und m&ouml;glicherweise eine weltweite Finanzkrise herbeif&uuml;hren w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/07\/26\/opinion\/krugman-republican-health-care-panic.html?_r=0\">NYT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Gebt das Wasser frei! Und die Toiletten!<\/strong><br>\nEtwas, das ich eigentlich schon wusste, habe ich ganz praktisch zu sp&uuml;ren bekommen, seit ich im Juni nach Berlin kam: Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika sind an den entgegengesetzten Polen des sozialpolitischen Spektrums. Amerika hat niedrige Steuern und noch geringere &ouml;ffentliche Leistungen. Der deutsche Staat hingegen gibt das Geld gro&szlig;z&uuml;gig f&uuml;r Sozialleistungen wie Kindergeld und Arbeitslosenunterst&uuml;tzung aus. Obwohl ich manchmal behaupte, dass die Deutschen nicht v&ouml;llig &uuml;ber ihre sozialistischen Tendenzen hinweggekommen sind, habe ich die Dienste in Berlin insgesamt genossen: die bezahlbare Uni-Ausbildung, der &ouml;ffentliche Nahverkehr, die subventionierten Operntickets. Deswegen war ich extrem entt&auml;uscht, als ich zwei notwendige Dienste in Berlin nicht wiederfand: Trinkwasserbrunnen und kostenlose &ouml;ffentliche Toiletten. In Amerika gibt es f&uuml;r gew&ouml;hnlich mindestens einen Brunnen in jedem &ouml;ffentlichen Geb&auml;ude: Ich finde sie in Schulen, Sporthallen, B&uuml;ros und Wartezimmern wieder. Auch kann man in den USA in jedem Restaurant kostenloses Leitungswasser erwarten. Die Kellner bringen Gl&auml;ser und Wasser ungebeten zum Tisch, und es &auml;rgert sie nicht, wenn man keine weiteren Getr&auml;nke bestellt. Ich finde, es ist eine Schande, dass man in Berlin eine Plastikflasche beim Sp&auml;ti oder am Automaten kaufen muss, um an Trinkwasser zu kommen. Das ist weder so g&uuml;nstig noch so umweltfreundlich wie Leitungswasser. Fehlende kostenlose Toiletten sind nicht nur unangenehm, sondern auch unhygienisch. Pinkeln im Wald finde ich nicht so problematisch, aber wenn die Leute einfach &uuml;berall hinpinkeln, dann schon. Man kann ab 22 Uhr fast keine U-Bahn-Station finden, die nicht in irgendeiner Ecke nach Urin riecht. Erwarte ich zu viel, wenn ich auf der Stra&szlig;e nicht in Urin treten will? Ich w&uuml;rde gern auf die subventionierten Operntickets verzichten, wenn ich daf&uuml;r meinen Durst umsonst l&ouml;schen k&ouml;nnte. Und um nicht jedes Mal daf&uuml;r zu bezahlen, dass ich meine Notdurft verrichten muss, w&uuml;rde ich mein Semesterticket abgeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/gebt-das-wasser-frei-und-die-toiletten\/8549528.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&ldquo;Obama wird den Arabischen Fr&uuml;hling zu den Akten legen.&rdquo;<\/strong><br>\nSeine wahren Verb&uuml;ndeten? Scheichs und Emire Charles A. Kupchan, Professor f&uuml;r internationale Beziehungen an der Washingtoner Georgetown University: &bdquo;Was einen am nachdenklichsten macht, ist dass in der arabischen Welt, nach jahrelanger intensiver Unterst&uuml;tzung der arabischen Fr&uuml;hlinge, die besten Verb&uuml;ndeten der Vereinigten Staaten die Golf-Monarchien bleiben, die eher die dynastische Kontinuit&auml;t repr&auml;sentieren, die das Gegenteil der Demokratie ist. Das ist eine Feststellung, die Vorsicht bei den anstehenden Schachz&uuml;gen empfiehlt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Kupchan.pdf\">La Stampa, &uuml;bersetzt Gewerkschaftsforum Hannover auf LabourNet [PDF &ndash; 65 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Reformterror in Frankreich: Die n&auml;chste &bdquo;Rentenreform&ldquo; kommt alsbald &ndash; Die Zumutung zu viel?<\/strong><br>\nIn der Gesamtheit wurden solche wirtschaftsliberalen &bdquo;Reformen&ldquo; und Einschnitte mit Unterst&uuml;tzung der regierenden Linksparteien wie auch eines Teils der Gewerkschaften nur deshalb denkbar, weil diese die Logik der Alternativlosigkeit vollkommen verinnerlicht haben. Die Krise des Finanzsektors von 2008 erforderte staatliche Eingriffe zur &bdquo;Rettung der Banken&ldquo; und l&ouml;ste hohe zus&auml;tzliche Staatsausgaben aus. Es folgte die Staatsschuldenkrise, die Regierenden wie Bev&ouml;lkerungen zeigen kann, wie sehr den L&auml;ndern die Hand an der Gurgel liege, w&auml;hrend man in Griechenland ein Exempel zu statuieren begann. Dies l&ouml;ste Panik aus. Politische wie gewerkschaftliche Akteure, die nicht &uuml;ber den Tellerrand des Hier und Heute hinauszudenken bereit sind, haben sich von dieser Logik anstecken lassen und glauben nicht mehr an Gestaltungsspielr&auml;ume, abgesehen vom Streit &uuml;ber winzige Details &ndash; es ist angeblich kein Geld mehr. L&auml;ngst vergessen haben sie, dass Sozial-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung in ihrer bestehenden Form in Frankreich 1944\/45 eingef&uuml;hrt wurden, in einem kriegszerst&ouml;rten und teilweise ruinierten Land, das riesige Kosten f&uuml;r den Wiederaufbau aufbringen musste. Damals waren progressive Reformen m&ouml;glich, die scheinbar undenkbar geworden sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/frankreich\/politik-frankreich\/reformterror-in-frankreich-die-nachste-rentenreform-kommt-alsbald-die-zumutung-zu-viel\/\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Brasilien: Volksaufstand statt Fu&szlig;ballfest<\/strong><br>\nDie gegenw&auml;rtigen Proteste sind letztlich Ausdruck dieser tief liegenden gesellschaftlichen, sozio&ouml;konomischen Probleme. Und die WM wie auch die Olympischen Spiele, die symbolisch f&uuml;r den wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre stehen, f&uuml;hren gerade jetzt vielen Brasilianern vor Augen, dass sie bei der Verteilung der Fr&uuml;chte des Wachstums leer ausgehen. Denn w&auml;hrend die Ausrichtung dieser Megaevents Milliarden verschlingt, ohne dass die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung davon nachhaltig profitieren w&uuml;rde, mangelt es an &ouml;ffentlichen Geldern f&uuml;r Bildung, Gesundheit und Infrastruktur &ndash; gleichzeitig stiegen aufgrund der kontinuierlich wachsenden Inflation die Lebenshaltungskosten in den letzten zw&ouml;lf Monaten drastisch an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2013\/august\/brasilien-volksaufstand-statt-fussballfest\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Robert Misik: Rezension: Colin Crouch: Jenseits des Neoliberalismus<\/strong><br>\nDie &ldquo;Sozialdemokratie&rdquo; als Idee ist das Beste, was wir heute zur Verf&uuml;gung haben, die &ldquo;Sozialdemokratie&rdquo; in Parteiform nicht selten das Gegenteil. Das sollte man &auml;ndern, meint Colin Crouch in seinem neuen Buch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.misik.at\/sonstige\/sozialdemokratie-eine-verdammt-gute-idee.php\">misik.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Tipp: Economix &ndash; Das Wirtschaftsbuch f&uuml;r Einsteiger<\/strong><br>\nAlle sprechen von &Ouml;konomie, aber was versteckt sich hinter all den hochtrabenden Worten und Theorien? Was m&uuml;ssen wir wissen, um zu verstehen und mitreden zu k&ouml;nnen. Diesen Fragen hat sich Michael Goodwin gestellt, und er gibt Antworten. In Economix fast der die Geschichte der &Ouml;konomie verst&auml;ndlich zusammen und &uuml;berpr&uuml;ft die Realit&auml;t sowie das Funktionieren oder aber Nicht-Funktionieren der &ouml;konomischen Theorien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130726_ECONOMIX.pdf\">Economix [PDF &ndash; 230 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-18115","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18115"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28475,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18115\/revisions\/28475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}