{"id":1815,"date":"2006-10-25T15:04:34","date_gmt":"2006-10-25T13:04:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1815"},"modified":"2006-10-25T15:05:16","modified_gmt":"2006-10-25T13:05:16","slug":"hinweise-des-tages-253","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1815","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Der gro&szlig;e Wohnungsausverkauf<\/strong><br>\nDie Landesregierung in D&uuml;sseldorf will knapp 100.000 Mietwohnungen verkaufen. Internationale Investoren bekundeten bereits Interesse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/artikel\/612\/89523\/print.html\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Globalisierung: Deutschland geh&ouml;rt zu den Gewinnern<\/strong><br>\nDie Deutschen haben Angst vor der Globalisierung, dabei profitiert das Land wie kaum ein anderes vom Zusammenwachsen der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/focus.msn.de\/finanzen\/steuern\/globalisierung\">Focus<\/a><\/li>\n<li><strong>Fettes Jahr in N&uuml;rnberg<\/strong><br>\nBundesagentur erwartet zweistelliges Milliarden-Plus \/ Arbeitgeber f&uuml;r st&auml;rkere Beitragssenkung \/ DGB: Gefahr f&uuml;r Arbeitsmarktpolitik<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/_print.php\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/597629.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Schluss mit dem Methusalem-Spuk<\/strong><br>\nVon Norbert F. P&ouml;tzl<br>\nLeere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Der R&uuml;ckgang der deutschen Geburtenrate und die Alterung der Bev&ouml;lkerung werden meist als unabwendbare Katastrophen beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme l&ouml;sbar &ndash; und die Entwicklung bietet auch Chancen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,443787,00.html\">SpiegelOnline<\/a>\n<p><em>Kommentar: Dieser Beitrag erscheint im Vorfeld zum kommenden dreiteiligen Propagandaschinken des ZDF zur &ldquo;&Uuml;beralterung&ldquo;. Immerhin bewegt sich der Spiegel ein bisschen. Allerdings werden Erkenntnisse, die unter Fachleuten und bei uns seit langem Allgemeingut sind, wie neue Erkenntnisse dargestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>BGH erleichtert Schein-Verlagerung von Jobs<\/strong><br>\nWer Sozialabgaben sparen will, dem macht es der Bundesgerichtshof einfach. Eine EU-Bescheinigung reicht aus, damit f&uuml;r die Mitarbeiter nur die deutlich niedrigeren Sozialbetr&auml;ge im Ausland bezahlt werden m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/arbeitundberuf\/448459.html\">Netzeitung<\/a>\n<p><em>Kommentar: Interessant! Da wird dank der EU dem deutschen Sozialsystem Geld vorbehalten und sogar ins Ausland verlagert.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Es folgt eine ausf&uuml;hrlichere Darstellung des Sachverhaltes durch einen Freund der NachDenkSeiten:<\/strong><\/p>\n<p>Keine Strafbarkeit wegen Nichtabf&uuml;hrung von Sozialversicherungsbeitr&auml;gen bei Vorlage einer durch einen Mitgliedsstaat der Europ&auml;ischen Gemeinschaft ausgestellten &ldquo;E 101-Bescheinigung&rdquo;<\/p>\n<p>Das Landgericht M&uuml;nchen I hat mit Urteil vom 14. Juli 2005 den Angeklagten F. wegen Nichtabf&uuml;hrens von Sozialversicherungsbeitr&auml;gen (&sect; 266a StGB) in 11 F&auml;llen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Den Angeklagten H. hat es wegen Beihilfe zu diesen Taten unter Einbeziehung mehrerer Einzelstrafen aus Vorverurteilungen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und daneben zu einer Gesamtgeldstrafe verurteilt. Die Vollstreckung beider Gesamtfreiheitsstrafen hat das Landgericht zur Bew&auml;hrung ausgesetzt.<\/p>\n<p>Nach den Feststellungen des Landgerichtes betrieb der Angeklagte F. in Deutschland ein Bauunternehmen, das portugiesische Arbeiter besch&auml;ftigte. Um die Arbeiter der deutschen Sozialversicherungspflicht zu entziehen, wurden sie mittels pro forma geschlossener Arbeitsvertr&auml;ge bei portugiesischen Baugesellschaften angestellt. Die portugiesischen Firmen traten zum Schein auch in die Bauauftr&auml;ge des deutschen Unternehmens ein. Die Scheinvertr&auml;ge wurden von dem Angeklagten H., einem ehemaligen Rechtsanwalt, erstellt. Tats&auml;chlich hatten die portugiesischen Gesellschaften weder Kontakt zu &ldquo;ihren&rdquo; Arbeitnehmern noch zu den Bauherren. Arbeitsverh&auml;ltnisse und Gesch&auml;ftsbeziehungen bestanden allein mit dem vom Angeklagten F. gef&uuml;hrten Unternehmen, das die Arbeiter auf Baustellen in Deutschland einsetzte und ihnen &ndash; wenn auch &uuml;ber die Konten der portugiesischen Gesellschaften &ndash; ihren Lohn auszahlte.<\/p>\n<p>Durch die angeblichen Arbeitsverh&auml;ltnisse in Portugal sollte eine nur vor&uuml;bergehende Entsendung der Arbeiter nach Deutschland vorget&auml;uscht werden. Die deutschen sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften und die europ&auml;ische Verordnung Nr. 1408\/71 sehen f&uuml;r den Fall einer derartigen Entsendung vor, dass der Arbeitnehmer nur in dem Staat zu versichern ist, von dem aus er entsandt wird. Zur Durchf&uuml;hrung regelt die europ&auml;ische Verordnung Nr. 574\/72, dass der Sozialversicherungstr&auml;ger des Herkunftsstaates die Entsendung best&auml;tigt und bescheinigt, dass der Besch&auml;ftigte den sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen des Herkunftsstaates unterliegt (sog. &ldquo;E 101-Bescheinigung&rdquo;). Auf Veranlassung der Angeklagten stellten die portugiesischen Baugesellschaften bei der portugiesischen Sozialbeh&ouml;rde einen Antrag auf Erteilung von E 101-Bescheinigungen, die auch ausgestellt wurden. Sozialversicherungsbeitr&auml;ge wurden deshalb in Deutschland nicht abgef&uuml;hrt; nach der Berechnung des Landgerichtes entstand hierdurch ein Beitragsschaden in H&ouml;he von insgesamt 112.132,40 &euro;. Ob f&uuml;r die Arbeiter Beitr&auml;ge in Portugal entrichtet wurden, hat das Landgericht nicht festgestellt.<\/p>\n<p>Das Landgericht ist davon ausgegangen, dass die portugiesischen Arbeiter in Deutschland sozialversicherungspflichtig waren. Den E 101-Bescheinigungen hat es nur formale Bedeutung beigemessen. Sie hindern nach Auffassung des Landgerichtes die Entstehung von Beitragsanspr&uuml;chen der deutschen Sozialversicherungstr&auml;ger und damit eine Strafbarkeit wegen Beitragsvorenthaltung nicht. Hiergegen wenden sich die Revisionen beider Angeklagter, die geltend machen, dass mit den Bescheinigungen die Sozialversicherungspflicht in Deutschland entfalle.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof hat beide Angeklagte unter Aufhebung des landgerichtlichen Urteiles freigesprochen. Nach den Feststellungen des Landgerichtes bestehe zwar kein Zweifel daran, dass die Voraussetzungen einer Entsendung nach &sect; 5 Abs. 1 SGB IV und Art. 14 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408\/71 nicht vorliegen. Dem Landgericht war angesichts der von dem portugiesischen Sozialversicherungstr&auml;ger ausgestellten E 101-Bescheinigung gleichwohl gehindert, seiner Beurteilung deutsches Sozialversicherungsrecht zugrunde zu legen. Nach der Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofes kommt den von den Sozialbeh&ouml;rden des Entsendestaates ausgestellten Bescheinigungen bindende Wirkung f&uuml;r die Sozialversicherungstr&auml;ger und Gerichte des Gastlandes zu. Dies folge &ndash; so der Europ&auml;ische Gerichtshof &ndash; aus dem Zweck der Verordnungen Nr. 1408\/71 und 574\/72, die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit und die Dienstleistungsfreiheit zu f&ouml;rdern und jeden Arbeitnehmer nur an ein einziges System der sozialen Sicherheit anzuschlie&szlig;en. Diese eindeutige Rechtszuordnung w&auml;re gef&auml;hrdet, wenn die Beh&ouml;rden des Gastlandes sich nicht an die Bescheinigung gebunden s&auml;hen und den Betroffenen (zus&auml;tzlich) ihrem eigenen Sozialversicherungssystem unterstellen w&uuml;rden. In Konfliktf&auml;llen sei der Versicherungstr&auml;ger des Aufnahmestaates daher gehalten, gegen&uuml;ber dem Versicherungstr&auml;ger des Entsendestaates auf eine R&uuml;cknahme der Bescheinigung hinzuwirken. Gelinge auf diesem Wege keine Verst&auml;ndigung, k&ouml;nne der Tr&auml;ger des Aufnahmestaates im Entsendestaat klagen oder ein Vertragsverletzungsverfahren nach Art. 227 EG-Vertrag einleiten.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass hiernach auch die an einem innerstaatlichen Strafverfahren beteiligten Beh&ouml;rden und Gerichte an eine aus einem Mitgliedsstaat stammende E 101-Bescheinigung gebunden sind. Eine Strafbarkeit wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt nach &sect; 266a StGB scheidet bereits deshalb aus, weil die Bescheinigung die Unanwendbarkeit deutschen Sozialversicherungsrechtes zur Folge hat, demzufolge auch keine sozialrechtliche Beitragspflicht in Deutschland besteht, deren Verletzung strafrechtliche Bedeutung haben k&ouml;nnte. Die Bindungswirkung einer E 101-Bescheinigung entf&auml;llt auch nicht in F&auml;llen, in denen die Bescheinigung durch Manipulation oder T&auml;uschung erschlichen wurde. Eine entsprechend der Bestimmung des &sect; 330d Nr. 5 StGB vorzunehmende Gleichstellung solchen Verhaltens mit einem genehmigungslosen Handeln l&auml;sst, wie der Bundesgerichtshof ausf&uuml;hrt, die Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofes nicht zu. Dies gilt in gleicher Weise f&uuml;r eine strafrechtliche Beurteilung unter dem Gesichtspunkt eines etwaigen Betruges.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof musste nicht entscheiden, wie sich die grunds&auml;tzlich m&ouml;gliche R&uuml;cknahme einer E 101-Bescheinigung durch den ausl&auml;ndischen Sozialversicherungstr&auml;ger in strafrechtlicher Hinsicht auswirkt. Er hatte auch nicht dar&uuml;ber zu befinden, ob nach derzeitiger Rechtslage einer missbr&auml;uchlichen Erlangung und Verwendung von Entsendebescheinigungen mit entsprechenden hohen finanziellen Einbu&szlig;en deutscher Sozialversicherungstr&auml;ger &uuml;berhaupt hinreichend begegnet werden kann. Hier k&ouml;nnte eine Verbesserung der europ&auml;ischen Rechtslage angezeigt sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=Aktuell&amp;Sort=12288&amp;nr=37714&amp;linked=pm&amp;Blank=1\">Bundesgerichtshof<\/a><\/p>\n<li><strong>&ldquo;Abh&auml;ngiges Prekariat&rdquo; von Konstantin Wecker<\/strong><br>\nLieber unabh&auml;ngig denken als auf solche Worth&uuml;lsen der Politiker reinfallen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hinter-den-schlagzeilen.info\/pm\/more.php?id=3833_0_1_0_M\">www.hinter-den-schlagzeilen.info<\/a><\/li>\n<li><strong>Clement wird Mr. Zeitarbeit<\/strong><br>\nEx-Kanzler Schr&ouml;der hat bei Gasprom angeheuert, sein ehemaliger Wirtschaftsminister Clement bei Adecco, dem Weltmarktf&uuml;hrer f&uuml;r Zeitarbeit. Im stern.de-Interview spricht Clement &uuml;ber seinen neuen Job &ndash; und erinnert sich entnervt an die Berliner Politikmaschine.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/unternehmen\/:Politikerkarrieren-Clement-Mr.-Zeitarbeit\/574698.html\">Quelle: stern.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Mit Schr&ouml;der kaum sachlich zu diskutieren<\/strong><br>\nDer SPIEGEL interviewt Ursula Engelen-Kefer!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,444233,00.html\">spiegel.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Die EU dr&auml;ngt China zur &Ouml;ffnung der M&auml;rkte<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union bedr&auml;ngt China, k&uuml;nftig mehr &ouml;ffentliche Auftr&auml;ge an  europ&auml;ische Unternehmen zu vergeben. Das ist zentraler Bestandteil der  neuen China-Strategie, die die Europ&auml;ische Kommission am kommenden  Dienstag in Stra&szlig;burg vorlegen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub99C3EECA60D84C08AD6B3E60C4EA807F\/Doc~E5E9140028BCE4E0FA8748E1335BD7E6A~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1815","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1815\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}