{"id":18260,"date":"2013-08-12T09:00:22","date_gmt":"2013-08-12T07:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260"},"modified":"2015-11-09T13:10:28","modified_gmt":"2015-11-09T12:10:28","slug":"hinweise-des-tages-1941","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h02\">Wie lange zahlen wir noch drauf?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h03\">Penetrante Selbstzufriedenheit bei den Regierenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h04\">Paul Krugman: Phony Fear Factor  &ndash; Der vorgeschobene Angstfaktor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h05\">Allianz gilt als globaler Unsicherheitsfaktor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h06\">Hochwasser in Th&uuml;ringen: Langzeitarbeitslose sollen Flutsch&auml;den beseitigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h07\">Wie fair ist Fairtrade?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h08\">Expansion und Kollaps<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h09\">&ldquo;10 Strategien der Manipulation&rdquo; revisited<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h10\">In memoriam St&eacute;phane Hessel. Emp&ouml;rt EUCH (endlich)!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h11\">Merkels Gift wirkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h12\">Auf der Suche nach der verlorenen Zeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h13\">Konstruierte Regierungsunf&auml;higkeit und Ausschlie&szlig;eritis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260#h14\">Warum eine Universit&auml;t f&uuml;r alle niemanden n&uuml;tzt: Intelligenzunterschiede lassen sich nicht reduzieren<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18260&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wolfgang Michal: Die gekr&auml;nkte Demokratie<\/strong><br>\nDie Deutschen reagieren &ndash; zu Recht &ndash; besonders heftig auf Snowdens Enth&uuml;llungen. Das Misstrauen ihrer Verb&uuml;ndeten emp&ouml;rt und kr&auml;nkt sie. Sie fragen sich: Warum trauen uns &bdquo;unsere Freunde&ldquo; nicht &uuml;ber den Weg?<br>\nAuf der Weltkarte der NSA-&Uuml;berwachung ist Deutschland gelb eingef&auml;rbt. So gelb wie China. Nur Indien, Pakistan, Iran und &Auml;gypten werden noch st&auml;rker &uuml;berwacht als Deutschland. Alle europ&auml;ischen L&auml;nder &ndash; au&szlig;er Deutschland &ndash; sind gr&uuml;n eingef&auml;rbt. Gr&uuml;n bedeutet: harmlos. Diese L&auml;nder werden nur schwach &uuml;berwacht. &bdquo;Die gro&szlig;e Schn&uuml;ffel-Karte&ldquo; (die beim Spiegel &uuml;brigens anders aussieht als bei der Bildzeitung) ist eine ungeheure Kr&auml;nkung. Denn wenn ein Mustersch&uuml;ler schlecht behandelt wird, geht die Verletzung besonders tief.<br>\nDie Deutschen als die Treuesten der Treuen tragen jetzt eine elektronische Fu&szlig;fessel Marke NSA. Als w&auml;ren sie &bdquo;Sittlichkeitsverbrecher&ldquo;, die sich ein Mal am Tag bei ihrem Sozialbetreuer melden m&uuml;ssen.<br>\nDar&uuml;ber hinaus erf&auml;hrt das ganze Land eine nationale Dem&uuml;tigung: Ausgerechnet wir Deutschen, die wir die Re-Education durchlaufen und die Demokratie praktisch auswendig gelernt haben, erfahren nun, dass unser Staat nicht wirklich souver&auml;n ist. Dass uns Briten und Amerikaner (und vermutlich auch Franzosen) l&uuml;ckenlos &uuml;berwachen d&uuml;rfen.<br>\nWarum tun sie das?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.carta.info\/62422\/die-gekrankte-demokratie\/\">Carta<\/a><\/li>\n<li><strong>Kooperation mit US-Geheimdiensten: Unmut &uuml;ber BND-Chef Schindler<\/strong><br>\nDer Pr&auml;sident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, hat angeordnet, dass der deutsche Auslandsnachrichtendienst Mobilfunknummern von verd&auml;chtigen Zielpersonen an ausl&auml;ndische Partnerdienste weiterreicht. Das ergaben Recherchen der S&uuml;ddeutschen Zeitung und des NDR-Magazins &ldquo;Panorama&rdquo;. Damit soll Schindler sich &uuml;ber die Bedenken von Mitarbeitern hinweggesetzt haben. Solche Daten werden bei Eins&auml;tzen von Drohnen beispielsweise in Afghanistan, Pakistan oder Somalia zur gezielten T&ouml;tung von Verd&auml;chtigen genutzt. Mitarbeiter des Dienstes hatten deshalb in der Vergangenheit darauf gedrungen, die Weitergabe der Daten etwa an amerikanische Dienste zu stoppen. Dar&uuml;ber war es zu einer Kontroverse gekommen. So reicht das Bundeskriminalamt (BKA) seit L&auml;ngerem keine Daten mehr weiter, die f&uuml;r den gezielten Einsatz von Drohnen eingesetzt werden k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/kooperation-mit-us-geheimdiensten-unmut-ueber-bnd-chef-schindler-1.1743505\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und was macht man mit einem Spitzenbeamten, der die Leitlinien bundesrepublikanischer Politik ignoriert? Man zieht ihn zur Verantwortung. Immerhin hat Thomas de Maizi&egrave;re in <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2013%2F04%2F24%2Fa0087&amp;cHash=ed31366595070350179207653244152f\">einem Interview erkl&auml;rt<\/a>: &ldquo;Wir m&uuml;ssen aber lernen, auseinanderzuhalten, dass der Besitz von bewaffneten Drohnen nicht identisch ist mit der Art, wie sie derzeit mit hoher medialer Aufmerksamkeit von den Amerikanern angewendet werden. Diese Art des Einsatzes &ndash; die gezielten T&ouml;tungen von Gegnern etwa in Pakistan &ndash; k&auml;me f&uuml;r uns nicht infrage.&rdquo;<\/em> <\/p>\n<p><strong>passend dazu: Gro&szlig;fischer aus Pullach<\/strong><br>\nEntgegen aller Beteuerungen geht der BND kaum anders vor als die Lauscher vom britischen GCHQ: Er erhebt massenhaft Daten, die er mit den amerikanischen Freunden teilt, sogar in Rohform. Im Gegenzug bekommt er selbst Datenmassen, die die Freunde mit ihren eigenen Methoden erhoben haben. Ein Gesch&auml;ft auf Gegenseitigkeit. Fr&uuml;her war der Datenverkehr in geheimen Verwaltungsvereinbarungen zwischen Deutschland und den Westm&auml;chten geregelt. Die wurden seit 1990 nicht mehr angewendet und nun sogar aufgehoben. Na, klar: Es gibt ja l&auml;ngst eine neue Grundlage &ndash; Steinmeier wei&szlig;, wovon die Rede ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/geheimdienst-affaere-grossfischer-aus-pullach-12495767.html\">FAZ.NET<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Schlaglicht auf Geheimdienste: Erich Schmidt-Eenboom<\/strong><br>\nDie Sicherheitsbeh&ouml;rde NSA der USA und der britische Geheimdienst bespitzeln die ganze Welt. Die deutsche Regierung will von nichts gewusst haben. Und Welche Rolle spielt der BND? Klartext von Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienst-Experte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/swrmediathek.de\/player.htm?show=86940530-ff8f-11e2-aab6-0026b975f2e6\">SWR<\/a><\/li>\n<li><strong>Edward Snowden, patriot<\/strong><br>\nPresident Obama&rsquo;s news conference today was &hellip; weird.<br>\nBinyamin Appelbaum, an economics reporter for the New York Times, summed it up sharply on Twitter: &ldquo;Obama is really mad at Edward Snowden for forcing us patriots to have this critically important conversation.&rdquo;<br>\nObama began the news conference by announcing a series of reforms meant to increase the transparency of, and the constraints on, the National Security Agency&rsquo;s surveillance programs. They included reforms to Section 215 of the Patriot Act, which enables the collection of telephone metadata; changes to the powerful surveillance courts to ensure &rdquo;that the government&rsquo;s position is challenged by an adversary&rdquo;; declassification of key NSA documents; and the formation of &ldquo;a high-level group of outside experts to review our entire intelligence and communications technologies.&rdquo;<br>\n&ldquo;What makes us different from other countries is not simply our ability to secure our nation,&rdquo; Obama said. &ldquo;It&rsquo;s the way we do it, with open debate and democratic process.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/blogs\/wonkblog\/wp\/2013\/08\/09\/edward-snowden-patriot\/\">Washington Post Wonkblog<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wie lange zahlen wir noch drauf?<\/strong><br>\nInflation ist nicht unser Problem? Nun ja. Um 1,9 Prozent sind die Verbraucherpreise in zw&ouml;lf Monaten gestiegen, so sch&auml;tzt es das Statistische Bundesamt. Das ist erheblich.<br>\nMan kann noch nicht von einer Inflation auf breiter Front reden. Lebensmittel sind um fast sechs Prozent teurer geworden, aber das kann auch am Wetter liegen. Die Preise f&uuml;r Energie und Sprit haben um fast drei Prozent zugelegt &ndash; daran k&ouml;nnen auch die deutsche Energiewende und die so ver&auml;nderliche Lage auf den Weltm&auml;rkten schuld sein.<br>\nSo sch&ouml;n sich die Zahl dekonstruieren l&auml;sst, leben die Deutschen nun mit einer Inflationsrate von nahezu zwei Prozent. Das ist die Schwelle, ab der die Europ&auml;ische Zentralbank die Preisstabilit&auml;t generell gef&auml;hrdet sieht. (&hellip;)<br>\nAuf die Weise zahlen die Normalb&uuml;rger f&uuml;r die Krise. Berlin und Frankfurt, Regierung und Zentralbank, nehmen das in Kauf, und f&uuml;r einige Zeit war es unumg&auml;nglich. Die Frage ist nur, f&uuml;r wie lange. Und an der Stelle muss man sagen: Europa wird seiner Verantwortung f&uuml;r die Sparer nicht gerecht. Krisenl&auml;nder wie Italien und Frankreich m&uuml;ssten ihre Wirtschaft schnellstens reformieren, um neue Wachstumskraft zu sch&ouml;pfen. Und von Deutschland bis Spanien sollten die Regierungen ihre Banken zwingen, ehrlich zu werden und ihre Bilanzen um milliardenschwere Schrottkredite zu bereinigen, die dort noch lagern. Erst wenn die Altlasten weg sind, k&ouml;nnen sich Wirtschaft und Zins wieder normalisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/32\/sparer-inflation-zinsen\">ZEIT ONLINE<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.D.:<\/strong> Zwei Prozent Inflation, Donnerwetter! Hier kommt sie wieder durch, die Angst der Deutschen vor Inflation und Geldentwertung. Die zwei Prozent Inflationsrate sind auch nicht die Schwelle, an der die EZB die Preisstabilit&auml;t gef&auml;hrdet sieht, sondern die Zielinflationsmarke. Dieser niedrige Wert wurde vor allem von der Bundesregierung und der Deutschen Bundesbank in die europ&auml;ischen Vertr&auml;ge hinein diktiert. Sicher sind die niedrigen Zinsen ein Problem f&uuml;r den Durchschnittshaushalt, der seine Ersparnisse in Staatsanleihen und Lebensversicherungen investiert hat. Arme Haushalte sind davon jedoch wohl eher nicht betroffen, da sie kein Geld &uuml;brig haben, um irgendwelche Ersparnisse aufzubauen. Das Problem mit privater Altersicherung kann man damit aus der Welt schaffen, indem man die gesetzliche Rente wieder auf eine vern&uuml;nftige Basis stellt. Inflation wird es immer geben, hier m&uuml;ssen dann aber die L&ouml;hne und die Sozialleistungen mit der Inflationsrate steigen. Und: Inflation ist im Euro-Raum im Moment auch gar nicht das Problem; das Problem ist im Gegenteil eine Deflationsspirale.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Oh Gott! Was ist nur mit Uwe Jean Heuser los? Derart schlechte &ndash; und sachlich falsche &ndash; Artikel kennt man sonst nur aus der WELT. Der unterstellte Zusammenhang zwischen &bdquo;Inflation&ldquo; und niedrigen Zinsen ist einfach absurd. Warum sind denn die Zinsen so niedrig? Kann es vielleicht sein, dass dies daran liegt, dass &ndash; vor allem in der Euro-Peripherie &ndash; kaum Kredite nachgefragt werden? Und hier gilt die Grundregel der Marktwirtschaft, nach der sich ein Preis (und auch der Zins ist ein Preis) aus Angebot und Nachfrage ergibt. Wenn auf ein gro&szlig;es Angebot nur eine kleine Nachfrage trifft, sinkt der Preis. Ist dieser simple Zusammenhang wirklich derart kompliziert, dass ihn die Gro&szlig;journalisten nicht verstehen? Wer den Preis (also hier das Zinsniveau) erh&ouml;hen will, hat dazu zwei M&ouml;glichkeiten: Er kann die (Kredit)Nachfrage ankurbeln oder das (Geld)Angebot verknappen. Ersteres w&uuml;rde eine aktive Konjunkturpolitik in der Europeripherie voraussetzen, letzteres eine st&auml;rkere Besteuerung von Verm&ouml;gen, z.B. eine Verm&ouml;gensabgabe. Beides widerspricht dem Kurs der Regierung Merkel diametral. Die Phase niedriger Zinsen wird uns also noch l&auml;ngere Zeit begleiten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Penetrante Selbstzufriedenheit bei den Regierenden<\/strong><br>\nIG-Metall-Vorstandsmitglied findet &ldquo;Farbkombination&rdquo; der k&uuml;nftigen Koalition nicht besonders wichtig [&hellip;]<br>\nDegenhardt: Aber was hei&szlig;t Selbstzufriedenheit? Die Bilanz der Deutschen, arbeitsmarktm&auml;&szlig;ig, sieht doch verglichen mit dem europ&auml;ischen Ausland gar nicht so schlecht aus?<br>\nUrban: Ja, das mag so scheinen, aber das ist mit dem Arbeitsmarkt wie im richtigen Leben. Manchmal muss man zweimal hinschauen. Und wir sehen, dass die Zahlen eine gute Entwicklung suggerieren, die so nicht vorhanden ist. Ich will es mal an zwei, drei Beispielen festmachen: Wenn wir mal genau hinschauen, was gewachsen ist auf dem Arbeitsmarkt, dann sehen wir, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten in den letzten Zyklen sogar eher unterdurchschnittlich gewachsen ist. Was gewachsen ist, ist die Anzahl von prek&auml;rer Besch&auml;ftigung. Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gibt uns Zahlen, die uns sagen, von den Arbeitspl&auml;tzen, die in einem Jahr neu entstehen, sind maximal 30 Prozent sozialversicherungspflichtige Vollzeitbesch&auml;ftigung. Die anderen Arbeitspl&auml;tze sind Teilzeitarbeitspl&auml;tze, die nicht gewollt sind, sind Leiharbeitspl&auml;tze und andere Formen prek&auml;rer Besch&auml;ftigung. Damit kann eine Regierung doch nicht ernsthaft zufrieden sein!<br>\nDegenhardt: Was folgt daraus, um was geht es dann aus der Sicht eines Gewerkschafters, eines Vertreters der Arbeitnehmer am 22. September?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/2209278\/\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Mit seinem Verweis auf den &bdquo;zweiten Blick&ldquo; f&uuml;r den Arbeitsmarkt widerspricht Urban implizit den Aussagen eines Gastkommentars in der metall-Zeitung und des IMK-Leiters Gustav Horn: Zuviel prek&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse (ungewollt in Teilzeit, Leiharbeit usw.) gibt es hierzulande.<\/em><br>\n<em>Urban fordert ein Ende der Ausschlie&szlig;eritis, denn es m&uuml;ssen L&ouml;sungen f&uuml;r etliche dringende Probleme gefunden werden. Das sollten B&uuml;ndnis 90\/Gr&uuml;ne und insbesondere die SPD-Spitze als Mahnung begreifen: Einfach beim n&auml;chsten Koalitionsangebot durch die Linkspartei sich an die Worte des Volksmundes erinnern: &bdquo;Reden ist Silber, Schweigen ist Gold&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Paul Krugman: Phony Fear Factor  &ndash; Der vorgeschobene Angstfaktor<\/strong><br>\nWir leben in goldenen Zeiten der Entlarvung &ouml;konomischer Mythen; Falsche Lehrmeinungen fallen wie die Fliegen. Nein, ein geldpolitischer Expansionskurs muss nicht zu Hyperinflation f&uuml;hren. Nein, Haushaltsdefizite in geschw&auml;chter Wirtschaftslage lassen die Zinsen nicht in die H&ouml;he schie&szlig;en. Nein, scharfe Ausgabeneinschnitte bringen keine neuen Arbeitspl&auml;tze. Nein, das Wirtschaftswachstum bricht nicht zusammen, wenn die Verschuldung 90 Prozent des BIP &uuml;bersteigt.<br>\nUnd jetzt muss wieder ein Mythos ins Gras bei&szlig;en:  Nein, &ldquo;wirtschaftspolitische Unsicherheit&rdquo;  &ndash;  die nat&uuml;rlich auf das Konto dieses Mannes da im Wei&szlig;en Haus geht  &ndash;  verz&ouml;gert den Aufschwung nicht.<br>\nAuf diesen Glaubenssatz und seine Widerlegung komme ich gleich zu sprechen. Vorher m&ouml;chte ich aber die Lekt&uuml;re eines sehr alten Essays empfehlen, das vieles in unserer heutigen Zeit besser verstehen l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/08\/09\/opinion\/krugman-phony-fear-factor.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Allianz gilt als globaler Unsicherheitsfaktor<\/strong><br>\nVersicherungskonzerne wie die Allianz sind genauso gef&auml;hrlich f&uuml;r das globale Finanzsystem wie Gro&szlig;banken. Zu diesem Schluss gelangte der internationale Finanzstabilit&auml;tsrat. Die Aufsichtsorganisation der G-20-Staaten legte eine Liste mit neun Versicherern vor, die als &ldquo;global systemrelevant&rdquo; eingestuft werden. F&uuml;r Verbraucher ist dies eine gute und eine schlechte Nachricht. Global agierende Gro&szlig;versicherer werden damit vom Financial Stability Board (FSB) auf eine Stufe mit weltweit t&auml;tigen Kreditinstituten gestellt. 28 Banken, darunter die Deutsche Bank, waren vom Finanzstabilit&auml;tsrat bereits im November 2012 auf die schwarze Liste gesetzt worden. Aus Deutschland gilt nun auch die Allianz SE als hochriskant. Dazu kommen die amerikanischen AIG, MetLife und Prudential Financial, die britischen Aviva und Prudential plc. sowie Ping An Insurance aus China, au&szlig;erdem die in Deutschland mit einer starken Marktstellung vertretene italienische Generali und die franz&ouml;sische Axa. R&uuml;ckversicherer fehlen bislang in der Liste. &Uuml;ber deren Systemrelevanz soll erst im kommenden Jahr entschieden werden. Es wird erwartet, dass Weltmarktf&uuml;hrer M&uuml;nchner R&uuml;ck und vielleicht auch die Hannover Re in den Kreis bef&ouml;rdert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2013%2F08%2F12%2Fa0054&amp;cHash=f9c9b5743b5897538a69b800c9ef1f92\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Hochwasser in Th&uuml;ringen: Langzeitarbeitslose sollen Flutsch&auml;den beseitigen<\/strong><br>\nDie CDU im Th&uuml;ringer Landtag will Langzeitarbeitslose bei der Bew&auml;ltigung der Hochwassersch&auml;den einsetzen. Fraktionschef Mohring sieht darin eine Chance zur Integration. Bezahlen sollen die Jobcenter.<br>\nUnbewohnbare H&auml;user, untersp&uuml;lte Stra&szlig;en, gesperrte Bahntrassen: Das Hochwasser im Juni hat in den betroffenen Gebieten riesige Sch&auml;den hinterlassen. Seit Wochen wird renoviert, aufger&auml;umt, abgerissen. Nun will die CDU-Fraktion im Th&uuml;ringer Landtag Langzeitarbeitslose einsetzen, um die Sch&auml;den im Freistaat zu bew&auml;ltigen. Sie sollen den Vorstellungen der Abgeordneten zufolge vor allem eingesetzt werden, um die Infrastruktur an den Fl&uuml;ssen zu verbessern.[&hellip;]<br>\nFinanziert werden soll das Programm Mohring zufolge durch Mittel der Jobcenter und der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. &ldquo;Bundesweit wurden zum Beispiel 2012 fast 2,5 Milliarden Euro f&uuml;r Eingliederungsma&szlig;nahmen durch die Jobcenter bislang nicht abgerufen.&rdquo; Die CDU sei sich mit ihrem Koalitionspartner SPD in wesentlichen Punkten einig, so Mohring.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/hochwasser-cdu-in-thueringen-will-langzeitarbeitslose-einsetzen-a-915936.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich ist die Nachricht gar nicht zum schmunzeln sondern zeigt wieder die Verkommenheit der CDU-Politiker. Hier werden wieder schlimmste Vorurteile bedient. Soll so im Wahlkampf wieder einmal Stimmung gegen jene gemacht werden, die sich sowieso nicht wehren k&ouml;nnen und damit billig Stimmen am rechten Rand abgefischt werden? Und, &ldquo;die CDU sei sich mit ihrem Koalitionspartner SPD in wesentlichen Punkten einig, so Mohring&rdquo;. Die SPD ist sich also nicht zu schade bei diesen Bl&ouml;dsinn mit zu machen. Erb&auml;rmlich, die W&auml;hlerstimmen kassiert sowieso die CDU.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie fair ist Fairtrade?<\/strong><br>\nFairer Handel f&uuml;r einen verantwortlichen Konsum. Das Prinzip ist sch&ouml;n und hat tats&auml;chlich Erfolg erlangt. Innerhalb der zehn letzten Jahre ist der Umsatz mit Fairtrade-Produkten extrem angestiegen. Es gibt immer mehr verschiedene Labels. Doch was steckt eigentlich dahinter?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/future.arte.tv\/de\/thema\/wie-fair-ist-fairtrade\">arte<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Expansion und Kollaps<\/strong><br>\nDie Deutsche Bahn AG weitet ihre Gesch&auml;ftsaktivit&auml;ten in den Diktaturen der Arabischen Halbinsel aus. Wie der Konzern mitteilt, wird er ab Oktober den Betrieb einer Transportstrecke in den Vereinigten Arabischen Emiraten organisieren. Zugrunde liegt eine &ldquo;Strategische Partnerschaft&rdquo;, die die DB mit &ldquo;Etihad Rail&rdquo; aus den Emiraten geschlossen hat. In Qatar will das Unternehmen eine Eisenbahn-Akademie errichten, um dort das Personal f&uuml;r den Zugbetrieb auszubilden. Auch in Saudi-Arabien macht die Bahn Gesch&auml;fte. Dort beteiligt sie sich am Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Mekka nach Medina; auch war sie in den Bau einer Hochbahn f&uuml;r die Frauen-Universit&auml;t in Riad involviert, die aus Gr&uuml;nden der saudischen Geschlechtertrennung fahrerlos funktionieren muss. Die Gesch&auml;fte mit den Golfdiktaturen dienen dem erkl&auml;rten Ziel der DB, &ldquo;das weltweit f&uuml;hrende Mobilit&auml;ts- und Logistikunternehmen&rdquo; zu werden. Diesem Ziel sind auch die Inlandsaktivit&auml;ten untergeordnet, die seit Jahren massive Sparma&szlig;nahmen beinhalten &ndash; mit gravierenden Folgen. Aktuell ruft Proteste hervor, dass die Bahn einen wichtigen regionalen Verkehrsknotenpunkt, die rheinland-pf&auml;lzische Landeshauptstadt Mainz, nach 20 Uhr nicht mehr anfahren kann &ndash; wegen Personalmangel. Dabei erzielte der DB-Konzern letztes Jahr ein operatives Ergebnis von 2,7 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58660\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> In Mainz geht es drunter und dr&uuml;ber und die &bdquo;Deutsche&ldquo; Bahn investiert ihr Geld lieber auf der Arabischen Halbinsel. Das ist eines der Schreckenszenarien, die man f&uuml;r den B&ouml;rsengang der DB AG ausgemalt hat. Die DB AG ist jedoch nicht an der B&ouml;rse, sondern geh&ouml;rt dem Staat. Da muss doch die Frage gestattet sein, wem gegen&uuml;ber die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Bahn eigentlich Rechenschaft ablegen m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&ldquo;10 Strategien der Manipulation&rdquo; revisited<\/strong><br>\nWie k&ouml;nnen ganze Bev&ouml;lkerungen gelenkt werden?<br>\nIm Internet kursiert eine geschlossene Auflistung von &ldquo;10 Strategien der Manipulation&rdquo;. Gemeint sind Strategien zur Lenkung ganzer Bev&ouml;lkerungen. Als Autor wird mancherorts ein gewisser Sylvain Timsit benannt, anderenorts endet eine Suche wiederum beim franz&ouml;sischsprachigen interdisziplin&auml;ren Journal Les cahiers psychologie politique und als Autor wird Noam Chomsky aufgef&uuml;hrt.<br>\nWer die Strategien letztlich umrissen hat, soll hier jedoch nicht mein Thema sein. Ob sie urspr&uuml;nglich prim&auml;r satirisch gemeint waren oder nicht, soll mir ebenfalls weniger bedeutsam sein. Entscheidender ist, dass die Strategien relativ schlicht, plausibel und &ndash; bei ein wenig Alltagsdistanz &ndash; gut beobachtbar scheinen. Hier d&uuml;rften besonders jene Menschen zustimmen, die das politische Geschehen nicht allein durch R&uuml;ckgriff auf die Mainstreammedien mit ihrer fragmentierten Themenauswahl und ihrem verk&uuml;rzten, h&auml;ufig rahmenlosen Informationsbombardement verfolgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39675\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>In memoriam St&eacute;phane Hessel. Emp&ouml;rt EUCH (endlich)!<\/strong><br>\nEtwas l&auml;uft falsch in diesem Land. Da kam j&uuml;ngst der himmelschreiendste Skandal der letzten Jahre ans Licht und die breite Masse der Deutschen scheint es nicht die Bohne zu interessieren. Dass die amerikanischen Geheimdienste in Europa, ja auch in Deutschland, krakenhaft und millionenfach Daten absaugen, E-Mail-Kontakte scannen, Telefone abh&ouml;ren, Facebook-Aktivit&auml;ten ausspionieren, grenzenlos und ungehindert, dass unser aller Privatsph&auml;re, die im Grundgesetz verbrieft ist, missachtet und torpediert wird &ndash; es wird einfach so hingenommen.<br>\nEine Titelstory im Nachrichtenmagazin Der Spiegel, das die Thematik in ihrer ganzen Komplexit&auml;t offenbar noch nicht ganz erfasste, dazu ein paar kritische Kommentare in den Zeitungen, ein paar Diskussionen in den diversen Talkshows und poff &ndash; ist der Supermegagau im Bewusstsein der Bev&ouml;lkerung schon wieder verflogen, ganz so, als w&auml;re nichts, aber auch nichts Relevantes passiert. Stattdessen diskutiert man sich &ndash; allen Ernstes &ndash; die K&ouml;pfe hei&szlig; &uuml;ber Sinn und Unsinn eines VeggieDays. Es ist ein unfassbares Versagen der deutschen &Ouml;ffentlichkeit, das derzeit zu beobachten ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/debattiersalon.de\/in-memoriam-stephane-hessel-emport-euch-endlich\/#more-8592\">debattiersalon<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Merkels Gift wirkt<\/strong><br>\nTabuthema Europa: Im Wahlkampf scheint die existenzielle Gefahr der gro&szlig;en europ&auml;ischen Krise wie weggeblasen. Das liegt vor allem daran, dass Kanzlerin Merkel das Thema vergiftet &ndash; und Sentiments sch&uuml;rt, die kaum noch zu ersch&uuml;ttern sind. [&hellip;]<br>\nVom Kanzlerinnenversprechen eines sicheren Euro abgesehen, spielt die EU auf den Plakaten aber keine Rolle. Nicht einmal bei den Gr&uuml;nen, die in ihrem Wahlprogramm behaupten, sie wollten die Bundestagswahl nutzen, um &ldquo;einen Politikwechsel auch in Europa voranzubringen&rdquo;. Die groteske Wahrheit ist: Je mehr die Parteien &uuml;ber Europa in ihre wenig gelesenen Programme geschrieben haben, desto weniger reden sie dar&uuml;ber. Die Wahlstrategen halten das Thema offenkundig f&uuml;r toxisch.<br>\nWenn eine gro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung der Meinung ist, die Regierung habe in einer schwierigen Situation das M&ouml;gliche getan, ist f&uuml;r die Opposition nicht mehr viel zu holen. &Uuml;berdies hat die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende Sentiments bedient und gesch&uuml;rt, die nun kaum noch zu ersch&uuml;ttern sind. Das Bild von den so sparsamen wie flei&szlig;igen Deutschen, die f&uuml;r sorglose S&uuml;deurop&auml;er blechen m&uuml;ssen, hat sich so tief ins Bewusstsein der Bundesb&uuml;rger eingegraben, dass es nur noch schwer herauszuholen sein wird. [&hellip;]<br>\nNiemand, nicht einmal die Linken, wagen es, ihre Kritik an der von Merkel durchgesetzten Sparspirale zu plakatieren, unter der die S&uuml;deurop&auml;er leiden. Merkels Gift wirkt &ndash; und zwar in beide Richtungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wahlkampf-merkels-gift-wirkt-1.1744137\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit<\/strong><br>\nAugust Bebel, der gro&szlig;e Arbeiterf&uuml;hrer, ging immer mit der &Uuml;berzeugung zu Bett, dass es bis zur Revolution nur noch wenige Tage dauert. Das ist pass&eacute;, Bebel ist 100 Jahre tot. Nicht pass&eacute; ist die Idee, dass aus einer erschreckend ungerechten Gesellschaft wieder ein Land der guten Nachbarn werden muss. Nur gelingt es der SPD und Steinbr&uuml;ck nicht, diese Idee mit Leben zu f&uuml;llen. (&hellip;)<br>\nIm tristen, von der Kanzlerin Angela Merkel entpolitisierten Bundestagswahlkampf 2013, in einem Wahlkampf, in dem die SPD darniederliegt, tritt also die Geschichte ans Krankenlager der alten Partei: Und die versucht, die Hacken noch einmal zusammenzuschlagen; aber es gelingt ihr kaum. Es ist fast so, als ob die Erinnerung an ihre stolze Zeit das Elend der SPD noch elender macht. Vom Zack der SPD &ndash; von ihrer H&auml;rte, ihrem Organisationsgeschick und ihrer Zukunftsgewissheit, die Bebel verk&ouml;rpert hat &ndash; ist ein Zucken geblieben. Die SPD versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Das war bisher der Inhalt des Wahlkampfs 2013.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/die-spd-jahre-nach-august-bebel-auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit-1.1743492\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Die Medien waren und sind nicht ganz unschuldig an dem sub-optimalen Wahlkampf des SPD-Kanzlerkandidaten.<\/em><br>\n<em>Wenn an der Basis und in der Spitze der SPD Kenntnisse &uuml;ber Geschichte und Programm sowie weder Utopien noch Visionen kaum oder zu wenig vorhanden sind, scheint das der Identit&auml;t (nach innen) und Attraktivit&auml;t (nach au&szlig;en) dieser Partei im Besonderen zu schaden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Konstruierte Regierungsunf&auml;higkeit und Ausschlie&szlig;eritis<\/strong><br>\nEs ist interessant, wenn denn schon einmal &uuml;ber Die Linke in den Medien berichtet wird, die Art und Weise der Berichterstattung zu beobachten &ndash; und angemessen zu w&uuml;rdigen.<br>\nErst vor wenigen Tagen berichteten wir &uuml;ber einen Bericht auf Spiegel online von Bj&ouml;rn Hengst. Auch ihm machen die vergleichsweise guten bzw. konstanten Umfragewerte der Linken und mangelnde offene Streitigkeiten unter deren Protagonisten ganz offensichtlich zu schaffen, so zumindest unsere Vermutung. Mit einem untergeschobenen &ldquo;weichgesp&uuml;lten Koalitionsangebot&rdquo; muss sich da doch etwas machen lassen (siehe hier unseren Beitrag dazu und hier den Beitrag von Bj&ouml;rn Hengst).<br>\nUnd was passiert heute? Eine junge Journalistin der S&uuml;ddeutschen Zeitung eifert Hengst nach und versucht den Gegenstand fortzuspinnen. Was ist blo&szlig; mit dem journalistischen Nachwuchs los? Nicht nur die Politik hat anscheinend ein Nachwuchsproblem, auch der Journalismus. Wird der eine oder die andere evtl. denken. Man kann aber umgekehrt, und wir wollen uns dies im Folgenden durchaus zu eigen machen, auch die F&auml;higkeit von Antonie Rietzschel bewundern, wie sie in nur wenigen Zeilen der Linken eine Regierungsunf&auml;higkeit andichtet. Doch was hei&szlig;t andichtet, spinnt sie doch einen politischen Dauerbrenner fort, den es seit Bestehen dieser Partei gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/08\/journalistischer-nachwuchsdie-linkebundestagswahl-konstruierte-regierungsunfahigkeit-und-ausschlieseritis\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Warum eine Universit&auml;t f&uuml;r alle niemanden n&uuml;tzt: Intelligenzunterschiede lassen sich nicht reduzieren<\/strong><br>\nDer genetische Bauplan, der die Entwicklung des menschlichen Gehirns steuert, hat sich nach allem, was wir heute wissen, in den letzten 40 000 Jahren nicht wesentlich ver&auml;ndert&hellip;<br>\nAus den korrekt gel&ouml;sten Aufgaben l&auml;sst sich der Intelligenzquotient (IQ) errechnen. Dieser folgt einer Normalverteilung (Gau&szlig;schen Glockenkurve), das hei&szlig;t die meisten Menschen haben mittlere Auspr&auml;gungen (ca. 70 Prozent liegen im Bereich von 85 bis 115 um den mittleren IQ von 100). Dementsprechend verf&uuml;gen 15 Prozent der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber eine klar &uuml;berdurchschnittliche Intelligenz, worin auch die zwei Prozent der Hochbegabten einge schlossen sind. Der IQ ist keine absolute Gr&ouml;&szlig;e wie z.B. Masse oder L&auml;nge, sondern er beschreibt die Abweichung einer Person von der mittleren Testleistung einer repr&auml;sentativen Vergleichsstichprobe. Da Intelligenz ein relatives und kein absolutes Ma&szlig; ist, und die Entwicklung der Intelligenz vom Schulbesuch abh&auml;ngt, sind Intelligenztestleistungen &uuml;ber die Generationen Ver&auml;nderungen unterworfen&hellip;<br>\nIn einer Gesellschaft, in der alle Kinder von Anfang an die f&uuml;r ihre geistige Entwicklung optimale famili&auml;re und schulische Unterst&uuml;tzung vorf&auml;nden, k&ouml;nnte jedes die in seinen Genen vorgesehene Intelligenz erreichen. Die Anzahl richtiger Antworten im IQ-Test w&uuml;rde bei allen ansteigen, die Unterschiede aber w&uuml;rden bestehen bleiben oder sogar noch zunehmen, weil einige Gene erst unter optimalen Bedingungen ihre Wirkung entfalten k&ouml;nnen. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ifvll.ethz.ch\/people\/sterne\/naturevianurture\">Forschung &amp; Lehre 8\/2013, S. 634 &ndash; 636 [PDF &ndash; 340 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unsers Lesers G.L.:<\/strong> Wissen wir wirklich nicht mehr, als das, was die Autoren hier vor den staunenden Augen aufgekl&auml;rter Leser ausbreiten, das hei&szlig;t, was sie direkt behaupten oder insinuieren?<\/em><\/p>\n<p><em>Intelligenz ist seit 40.000 Jahren unver&auml;ndert (insinuiert) &ndash; Sie geben keine Belege daf&uuml;r an und es gibt sie auch nicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Intelligenz sei angeboren (insinuiert und behauptet) &ndash; Diese Debatte schien ausgestanden. Aber die Autoren scheinen anzunehmen, dass sie so lange zur&uuml;ckliegt, dass sich nur noch ganz wenige daran erinnern. Um die These eines genetisch festgelegten IQs zu belegen, hatte sich ein &ldquo;Forscher&rdquo; sogar nicht gescheut, mehrere Studien zu f&auml;lschen (Sir Cyril Burt). Die Autoren geben zu, dass Kinder bei einer &ldquo;f&uuml;r ihre geistige Entwicklung optimale famili&auml;ren und schulischen Unterst&uuml;tzung&rdquo; ihren IQ-Testwert stark steigern k&ouml;nnen, der IQ also nicht angeboren ist. &ldquo;Die Anzahl richtiger Antworten im IQ-Test w&uuml;rde bei allen ansteigen.&rdquo; Sie steigt tats&auml;chlich an! Viele Studien haben gezeigt, dass die IQ-Werte sehr stark von der Erfahrungs- und Lernumwelt abh&auml;ngen und sehr stark durch F&ouml;rderung verbessert werden k&ouml;nnen. Leider findet man in dem Beitrag keinen Hinweis auf diese Studie. Das h&auml;tte ihre k&uuml;hne These wohl zu sehr in Frage gestellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber, so wird behauptet, die &ldquo;von den Genen vorgesehen Intelligenz&rdquo; sei angeboren. Um ihre These von der genetischen Bestimmung zu retten, f&uuml;hren die Autoren ein neues Konstrukt ein, n&auml;mlich eine &ldquo;durch Gene vorgesehene Intelligenz&rdquo;. Leider vers&auml;umen sie, uns mitzuteilen, wie man diese messen kann und woher sie ihr Wissen &uuml;ber die &ldquo;von den Genen vorgesehen Intelligenz&rdquo; haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Intelligenz sei &ldquo;normalverteilt&rdquo; gem&auml;&szlig; der Gau&szlig;chen Glockenkurve. Auch diese These scheint nicht totzukriegen, auch wenn sie widerlegt ist. Gau&szlig; hat gezeigt, dass reine Zufallsprozess wie z.B. Beobachtungsfehler in der Astronomie normalverteilt sind. F&uuml;r die Verteilung der Sterne jedoch gilt dies nicht und Gau&szlig; h&auml;tte so etwas auch nie behauptet. Pseudowissenschaftliche Umdeutungen haben dann zu der Behauptung gef&uuml;hrt, alle psychischen Dispositionen seien normalverteilt. Niemand hat diesen in vielen Lehrb&uuml;chern kolportierte Behauptung bislang belegen k&ouml;nnen. Die angef&uuml;hrten graphischen &ldquo;Belege&rdquo; sind rein hypothetischer Natur. Sofern ihnen Datens&auml;tze zugrunde liegen, wurden dieser zun&auml;chst durch mathematische Methoden (Fl&auml;chentransformationen) &ldquo;normalisiert&rdquo;, also zu Glockenkurven gemacht. Der Befund &ldquo;Normalverteilung&rdquo; kann auch darauf hindeuten, dass  Unterschiede in den Daten blo&szlig; auf Fehler zur&uuml;ckgehen, aber nicht auf wirkliche Eigenschaftsunterschiede.<\/em><\/p>\n<p><em>Gute schulische F&ouml;rderung verst&auml;rke die genetisch festgelegten IQ-Unterschiede. F&uuml;r diese These gibt es m.W. keinen Beleg. Dies scheint mir nur eine Schlussfolgerung der Autoren, die auf der fragw&uuml;rdigen Annahme einer &ldquo;vorgesehen Intelligenz&rdquo; beruht. IQ-Tests w&uuml;rden &ldquo;Selbst&auml;ndigkeit und geistige Flexibilit&auml;t&rdquo; messen, wie sie f&uuml;r ein wissenschaftliches Studium vorausgesetzt werden. Ich habe Psychologie studiert, darin promoviert und habilitiert und besch&auml;ftige mich mit diesen Themen nunmehr seit 40 Jahren. Mir ist kein einziger IQ-Test begegnet, der diese F&auml;higkeit misst. Im Gegenteil, IQ-Test werden mit Recht daf&uuml;r kritisiert, dass sie wegen des vorherrschenden Aufgaben-Formats (Mehrfachauswahl-Antworten mit simplen richt-falsch-L&ouml;sungen) nur rigides Faktenwissen auf niedrigstem kognitiven Niveau messen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir &ldquo;k&ouml;nnen guten Gewissens den Universit&auml;tszugang auf diejenigen beschr&auml;nken, die sich bereits in der Schule erfolgreich mit anspruchsvollen Themen auseinandergesetzt haben.&rdquo; Wozu dann diese ganzen Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber die &ldquo;Intelligenz&rdquo;? Sollte hier nur ein elit&auml;rer politischer Standpunkt (pseudo)wissenschaftlich aufgep&auml;ppelt werden?<\/em> <\/p>\n<p><em>Als Psychologen haben wir sehr viel mehr zu bieten! Nat&uuml;rlich gibt es unterschiedliche fachliche Interessen und unterschiedliche F&auml;higkeiten. Dies ist zun&auml;chst etwas wunderbares, weil eine Gesellschaft vielf&auml;ltige Interessen und F&auml;higkeiten braucht. Nat&uuml;rlich gibt es Menschen, die in ihrer Entwicklung in einigen Bereichen zur&uuml;ck geblieben oder in einer Sackgasse gelandet sind, was weder f&uuml;r sie noch f&uuml;r die Gesellschaft gut ist.<\/em> <\/p>\n<ul>\n<li><em>Aber kein Mensch ist generell zur&uuml;ck geblieben, wie es der ideologische IQ-Begriff unterstellt;<\/em><\/li>\n<li><em>nicht jede gering entwickelte F&auml;higkeit ist f&uuml;r das Individuum oder die Gesellschaft eine Katastrophe; oft werden nicht alle F&auml;higkeiten ben&ouml;tigt, oder sie k&ouml;nnen durch andere F&auml;higkeiten kompensiert werden; in vielen F&auml;llen liegen die Ursachen daf&uuml;r im Dunkeln; bestimmt ist nicht jedes Zur&uuml;ckbleiben  genetisch determiniert; mangelnde Lernanregungen spielen sicher auch eine gro&szlig;e Rolle; es w&auml;re fatal, sich durch IQ-Gerede davon abhalten zu lassen, Sch&uuml;ler und Studierende zu gut wie m&ouml;glich zu f&ouml;rdern;<\/em><\/li>\n<li><em>ein spezieller Grund f&uuml;r Lernprobleme k&ouml;nnen mentale &ldquo;Sackgassen&rdquo; oder &ldquo;Knoten&rdquo; sein, die auf schlechte didaktische Konzepte und ungl&uuml;ckliche Lernbiographien zur&uuml;ckgehen (&ldquo;Motivierung&rdquo; durch Notendruck, zerst&uuml;ckeltes, Lehrer-dominiertes Lernen,  h&auml;ufiger Lehrer- oder Schulwechsel, u.&auml;.); hier k&ouml;nnen individualisierte Lernen, Projektunterricht und offener Unterricht helfen &mdash; wenn sie von gut ausgebildeten Lehrpersonen eingesetzt werden.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Universit&auml;t f&uuml;r alle? Warum nicht? Klar, das viel Geld kosten wird und einen Umbau der Universit&auml;t notwendig macht, der f&uuml;r manche ihrer Mitglieder heute noch nicht vorstellbar ist. Finnland und andere L&auml;nder machen es vor. Auch bei uns hat endlich die Diskussion dar&uuml;ber eingesetzt, zumindest bestimmte Professionen an der Uni ausbilden zu lassen. In Baden-W&uuml;rttemberg die Grund-, Hauptschul-, und Realschullehrer! In allen Bundesl&auml;ndern die nicht&auml;rztlichen Gesundheitsberufe (die in fast allen OECD-L&auml;ndern bereits an Hochschulen ausgebildet werden und daher mehr kompetente Bewerber anlocken, und auch die Vorschulp&auml;dagogen, die heute vor ganz neuen Herausforderungen stehen. Eine Universit&auml;t f&uuml;r alle sollte auch die handwerklichen Berufe umfassen, deren Ausbildung schon jetzt gem&auml;&szlig; ihrem Aufwand einem Bachelor-Studium (Geselle) und Master-Studium (Meister) entsprechen.<\/em><br>\n<em>Diese und andere Professionen werden von dieser Aufwertung nicht profitieren, wenn sie nach dem Vorbild bestimmter akademischer Studieng&auml;nge mit Massenvorlesungen und Studierendenreferate abgespeist werden. Ihre Ausbildung ist anders, aber nicht weniger anspruchsvoll. Dieses Andersein wird durch einseitige, ideologisch gef&uuml;hrte IQ-Debatten als Minderwertigkeit abgestempelt. Wissenschaftlich l&auml;sst sich das nicht begr&uuml;nden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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