{"id":18355,"date":"2013-08-21T08:25:50","date_gmt":"2013-08-21T06:25:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355"},"modified":"2013-08-21T08:25:50","modified_gmt":"2013-08-21T06:25:50","slug":"hinweise-des-tages-1948","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h01\">Steuerfrei &ndash; Wie Konzerne Europas Kassen pl&uuml;ndern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h02\">Banken &amp; Finanzmarkt: L&uuml;gen, betr&uuml;gen, manipulieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h03\">Giro&shy;konto: Die Abzocke mit den Dispozinsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h04\">Oberhausen ist das deutsche Detroit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h05\">Skandal der Zwangsverrentung durch Hartz IV beenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h06\">Pipi im Taka-Tuka-Land<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h07\">Europas t&ouml;dlichstes Unternehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h08\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h09\">Jacobs University &ndash; Land Bremen gibt Privatuni weitere 15 Millionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h10\">St&auml;rkt das Baf&ouml;g!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h11\">Christoph Butterwegge: Das Wahldilemma der SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h12\">Der kalkulierte gro&szlig;e Zorn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h13\">Nochmals: Der Vorsitzende des Vereins f&uuml;r Socialpolitik sieht keine Defizite in Lehre und Forschung <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h14\">Japan k&uuml;rzt bei den sozial Schwachen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355#h15\">Zu guter Letzt: &ldquo;Ich spreche immer undeutlich, damit jeder h&ouml;ren kann was er braucht.&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18355&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Steuerfrei &ndash; Wie Konzerne Europas Kassen pl&uuml;ndern<\/strong><br>\n200 Millionen Euro soll Dolce &amp; Gabbana mithilfe ihrer Tochterfirma am italienischen Fiskus vorbei geschleust haben. Aus einem Land, dessen Staatsschulden so hoch sind, dass es mit dem R&uuml;cken zur Wand steht. Und w&auml;hrend sich in den folgenden sechs Jahren mehrere italienische Handwerker und Ladenbesitzer wegen der Euro-Krise das Leben nehmen, verhandelt Laura Pedio noch immer in der Causa D&amp;G: Ist das Steuersparmodell der Modemacher Betrug oder doch vielleicht legal?<br>\nDer Reichtum ist nicht zu fassen: Weltweit lagern 32 Billionen Dollar auf Schwarzgeldkonten, laut einer Studie von Tax Justice Network. Allein f&uuml;r die Euro-Zone sch&auml;tzt die Europ&auml;ische Kommission den Steuerausfall auf &uuml;ber eine Billion Euro j&auml;hrlich. &bdquo;Mit dem Geld w&auml;ren die Haushaltsprobleme der Krisenl&auml;nder gel&ouml;st,&ldquo; meint EU-Parlamentspr&auml;sident Martin Schulz. Doch einige Staaten Europas, wie die Niederlande, Irland oder Luxemburg, geh&ouml;ren selbst zu den lukrativsten Steueroasen der Welt.<br>\nVielen der 30 gr&ouml;&szlig;ten deutschen Aktiengesellschaften gelingt es ebenfalls erfolgreich, ihre Steuerlast klein zu rechnen &ndash; mithilfe von Tausenden von Tochterunternehmen in Steueroasen. Das belegt eine eigens f&uuml;r die ARD-Dokumentation in Auftrag gegebene Studie. Beraten werden die Konzerne von den vier weltweit gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften. Ganze Abteilungen dienen eigens dem Zweck, immer neue Steuerschlupfl&ouml;cher zu finden. &bdquo;Wir gestalten die Steuersparmodelle so, dass die Finanzbeamten sie kaum durchschauen k&ouml;nnen. Sie sind uns hoffnungslos unterlegen,&ldquo; berichtet eine ehemalige Mitarbeiterin. Zumeist werde den Konzernen sogar vorher mitgeteilt, was gepr&uuml;ft wird, berichtet ein Finanzbeamter, &bdquo;Ich vermute, dass bei denen nach unserer Pr&uuml;fung die Sektkorken knallen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/wdr\/steuerfrei_130819-100.html\">DasErste<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Problematik ist nicht neu und wurde auch auf den NachDenkSeiten schon oft thematisiert. Dennoch macht die absolute Skrupellosigkeit, mit der gro&szlig;e, globale Konzerne Steuern vermeiden, sprachlos. An vorderster Front bei der kreativen Steuervermeidung Konzerne wie Google oder Apple. Wobei Apple es schafft faktisch keine Steuern zu zahlen. Besonders bedr&uuml;ckend ist aber die Tatsache, dass dies entgegen aller Lippenbekenntnisse offenbar politisch so gewollt ist. Die Steueroasen befinden sich nicht in entfernten, exotischen Gefilden sondern mitten in der EU: Luxemburg, Irland, Niederlande, Belgien, Zypern. Und so ist man bis heute meilenweit von einer gemeinsamen Steuerstrategie entfernt. Dies scheint auch Finanzminister Sch&auml;uble entgegen aller Beteuerungen ganz recht zu sein. Explizit das Wirtschaftsministerium unter Verantwortung des FDP-Politikers Philipp R&ouml;ssler sprach sich in geheimen Weisungen etwa gegen eine Versch&auml;rfung bzw. Ausweitung der Transparenzverpflichtungen f&uuml;r Konzernbilanzen aus.<\/em><br>\n<em>Besonders &auml;rgerlich ist auch das Beispiel Irland, das zur Rettung seiner maroden Banken Milliarden EU-Hilfsgelder kassierte aber von seiner Steuerdumpingstrategie &ndash; Irland hat mit 12,5 %  den niedrigsten Unternehmenssteuersatz in der EU &ndash; keinen Millimeter abweichen will.<\/em><br>\n<em>Und ja, leider muss man wieder darauf hinweisen, dass f&uuml;r die massive Senkung der Unternehmenssteuern auch in Deutschland &ndash; der Einnahmeverlust summiert sich inzwischen auf 37 Milliarden Euro j&auml;hrlich &ndash;  zwei SPD-Minister verantwortlich waren Hans Eichel und der jetzige Kanzlerkandidat Peer Steinbr&uuml;ck, der nun pl&ouml;tzlich ganz andere T&ouml;ne spuckt.<\/em><br>\n<em>Es sollte aber v&ouml;llig klar sein was hinter der ganzen Steuerproblematik steckt. Die Konzerne betreiben diese exzessive Steuervermeidung um ihre Margen in die H&ouml;he zu treiben und damit letztendlich die Gewinnaussch&uuml;ttungen an eine hauchd&uuml;nne globale Kaste der Superreichen zu maximieren (z.B. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18271#h04\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18345#h17\">hier<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: Tausende Steuerbetr&uuml;ger aufgeflogen<\/strong><br>\nSeit Januar hat die italienische Finanzpolizei knapp 5000 Steuers&uuml;nder aufgesp&uuml;rt, sie hatten Einkommen in H&ouml;he von 17,5 Milliarden Euro verheimlicht. Mehr als jeder dritte Hinterzieher wurde wegen besonderer Schwere des Betruges angezeigt.<br>\nViele hatten &uuml;berhaupt keine Steuererkl&auml;rung abgegeben, erkl&auml;rte ein Sprecher der Finanzpolizei, der Guardia di Finanza. Obwohl sie als Unternehmer oder als Berufst&auml;tige durchaus Geld verdienten, h&auml;tte der Fiskus keinerlei Kenntnis von ihrer Existenz gehabt.<br>\nIn zahlreichen Razzien in diesem Jahr deckte die Finanzpolizei au&szlig;erdem fast 20.000 F&auml;lle von ordnungswidriger Besch&auml;ftigung auf, in nahezu der H&auml;lfte der F&auml;lle ging es um Schwarzarbeit, zudem hatten viele Arbeitgeber Migranten und illegale Einwanderer in menschenunw&uuml;rdigen Verh&auml;ltnissen arbeiten und leben lassen. &hellip;<br>\nSeit einiger Zeit gehen die italienischen Finanzbeh&ouml;rden verst&auml;rkt gegen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit vor. Auch auf diese Weise soll die hohe Staatsverschuldung bek&auml;mpft werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/steuerbetrueger-in-italien-aufgeflogen100.html\">tagesschau.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Auch wenn sich das im ersten Moment spektakul&auml;r anh&ouml;rt bleibt der politisch geduldete Steuerbetrug die neue Pest Europas. Wie ernst es der Politik etwa in Deutschland mit der Bek&auml;mpfung der massiven Steuerhinterziehung durch die &bdquo;besseren&ldquo; Kreise ist, wird sich am Fall Hoene&szlig; erweisen. Ich wette hiermit, dass das Verfahren gegen Zahlung einer entsprechenden Summe eingestellt oder im schlimmsten Fall &ndash; f&uuml;r Hoene&szlig; &ndash; mit einer Bew&auml;hrungsstrafe enden wird. Diesbez&uuml;glich fragt man sich als Normalsterblicher wie es &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, dass Hoene&szlig; &uuml;ber ein angeblich dreistelliges Millionenverm&ouml;gen in der Schweiz verf&uuml;gt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Banken &amp; Finanzmarkt: L&uuml;gen, betr&uuml;gen, manipulieren<\/strong><br>\nDie Weltfinanzm&auml;rkte gleichen einem gigantischen Kasino, wo in Sekunden Verm&ouml;gen gemacht und vernichtet werden. Doch der Vergleich hinkt. Denn beim Spekulations-Roulette verlassen sich viele Spieler nicht auf den Zufall.<br>\nSie lassen Wetteins&auml;tze verschwinden, rechnen sich reich oder arm, setzen Geld, das sie nicht haben. Und die ganz Gro&szlig;en tun sich zusammen, manipulieren das Rad, die Kugel oder bestechen den Croupier. &bdquo;Der gesamte Finanzsektor ist &auml;u&szlig;erst betrugsanf&auml;llig&ldquo;, sagt Dorothea Sch&auml;fer, Forschungsdirektorin Finanzm&auml;rkte beim Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.<br>\nSeit Monaten geht eine nie gekannte Untersuchungs- und Klagewelle &uuml;ber die Finanzindustrie nieder. Beh&ouml;rden durchforsten B&uuml;ros, sammeln Akten und E-Mails. Fast in jeder Woche kommt ein neuer Skandal ans Licht. Wertpapierh&auml;ndler haben gelogen und gef&auml;lscht, ganze Abteilungen haben Gesch&auml;fte in Milliardenh&ouml;he in die gew&uuml;nschte Richtung gelenkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/banken---finanzmarkt-luegen--betruegen--manipulieren,1472780,24039150.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Giro&shy;konto: Die Abzocke mit den Dispozinsen<\/strong><br>\nViele Banken und Sparkassen in Deutsch&shy;land sind Abzo&shy;cker. Obwohl die Markt&shy;zinsen aktuell sehr nied&shy;rig sind und Banken sich so billig wie nie Geld ausleihen k&ouml;nnen, kassieren &uuml;ber 100 Kredit&shy;institute von ihren Kunden einen Dispozins von 13 Prozent und mehr. Die teuersten Banken bitten Kunden sogar mit bis zu 14,75 Prozent Dispozins zur Kasse, wenn sie ihr Giro&shy;konto &uuml;ber&shy;ziehen. Das hat eine Unter&shy;suchung der Stiftung Warentest von 1 538 Banken und Sparkassen zur H&ouml;he des Dispozinses ergeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.test.de\/Girokonto-Die-Abzocke-mit-den-Dispozinsen-4590217-0\/\">Stiftung Warentest<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Oberhausen ist das deutsche Detroit<\/strong><br>\nUnter den Top Ten der h&ouml;chstverschuldeten St&auml;dte in Deutschland sind je f&uuml;nf aus NRW und Rheinland-Pfalz. Die regionale Schere geht immer weiter auseinander. Vergleichsweise gut stehen die ostdeutschen St&auml;dte da.<br>\nDie finanzielle Schieflage der Kommunen in Deutschland hat sich einer Studie zufolge bis zum Jahr 2011 dramatisch versch&auml;rft. Von 2007 bis 2011 sei der Schuldenberg der St&auml;dte und Gemeinden von 111 auf 130 Milliarden Euro gewachsen, hei&szlig;t es in der am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Analyse der Bertelsmann Stiftung. Gleichzeitig nahmen die Unterschiede zwischen reichen und armen Kommunen drastisch zu.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/bertelsmann-studie-oberhausen-ist-das-deutsche-detroit\/8663254.html\">Handelsblatt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-503446BB-0CE08D71\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_117698.htm\">Die Bertelsmann Studie<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das wichtigste Mittel das den Bertelsm&auml;nnern wieder einmal einf&auml;llt, ist eine Schuldenbremse, gerade so als ob &uuml;berschuldete Kommunen nicht schon l&auml;ngst einer Finanzaufsicht durch die Bezirksregierungen unterst&uuml;nden, und als ob sie damit die sozialen Lasten f&uuml;r ihre Haushalte besser tragen k&ouml;nnten. Statt Investitionsprogrammen, wie f&uuml;r den Osten also weitere Einsparungen zu Lasten der &Auml;rmsten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Skandal der Zwangsverrentung durch Hartz IV beenden<\/strong><br>\n&bdquo;Die Volkssolidarit&auml;t fordert, die Zwangsverrentung &auml;lterer Bezieher von Hartz IV ersatzlos abzuschaffen.&ldquo; Dies erkl&auml;rte der Pr&auml;sident der Volkssolidarit&auml;t, Prof. Gunnar Winkler, am Dienstag zu Medienberichten &uuml;ber die wachsende Zahl entsprechender F&auml;lle&hellip;<br>\n&ldquo;Wenn Jobcenter zunehmend &auml;ltere Langzeitarbeitslose dr&auml;ngen, mit Vollendung des 63. Lebensjahres gegen ihren Willen eine Rente mit hohen Abschl&auml;gen zu akzeptieren, ist das ein Skandal. Deshalb m&uuml;ssen die entsprechenden Regelungen im Sozialgesetzbuch II (SGB II), speziell die &sect; 12a und &sect; 5 Abs. 3, dringend ge&auml;ndert werden. Ansonsten bleibt Hartz IV Altersarmut per Gesetz.&rdquo;<br>\nWinkler bezeichnete es als Widerspruch, wenn politisch Verantwortliche die Gefahr von Altersarmut beklagen, gleichzeitig aber daf&uuml;r zust&auml;ndig sind, dass seit 2011 keine Rentenversicherungsbeitr&auml;ge mehr f&uuml;r Langzeitarbeitslose entrichtet werden. &ldquo;Dann auch noch eine Zwangsrente mit Abschl&auml;gen zu verordnen ist eindeutig eine Politik gegen &auml;ltere Erwerbslose, die dringend gestoppt geh&ouml;rt.&rdquo;.<br>\nDer Verbandspr&auml;sident wies darauf hin, dass die Arbeitslosenquote &Auml;lterer immer noch deutlich &uuml;ber dem Durchschnitt liegt und laut Analyse der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zum Arbeitsmarkt f&uuml;r &Auml;ltere ab 50 Jahren im Juli 2013 einen h&ouml;heren Stand als im gleichen Monat des Vorjahres aufwies. Zu den knapp 560.000 Arbeitslosen ab 55 Jahren seien nochmals &uuml;ber 146.000 &uuml;ber 58-J&auml;hrige dazu zu rechnen. Diese seien offiziell gar nicht mehr als arbeitslos registriert, weil sie seit mehr als 12 Monaten kein Vermittlungsangebot mehr erhielten.<br>\n&ldquo;Die Arbeitsmarktlage f&uuml;r &Auml;ltere, die Anhebung der Altersgrenzen und das Auslaufen der Altersrente f&uuml;r Frauen erh&ouml;hen das Risiko, noch vor Erreichen der Regelaltersrente in Hartz IV abzurutschen&rdquo;, kritisierte Winkler. &ldquo;Statt die Betroffenen in eine Zwangsrente zu schicken, muss in der Arbeitsmarktpolitik gegengesteuert werden. Notwendig ist eine deutlich bessere F&ouml;rderung &auml;lterer Erwerbsloser, eine Beendigung der Altersdiskriminierung in weiten Teilen der Wirtschaft sowie ein Stopp der Rente mit 67.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.volkssolidaritaet.de\/cms\/pressemitteilung_zwangsverrentung_stoppen.html\">Volkssolidarit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Pipi im Taka-Tuka-Land<\/strong><br>\nDie Modekette Hollister erlaubt Mitarbeitern auch ohne Prozess den unbeaufsichtigten Gang zur Toilette. Nach Protesten des Betriebsrates hat das US-Unternehmen die Begleitung durch Wachleute vorl&auml;ufig eingestellt. Diese Regelung gilt allerdings nur in Frankfurt.<br>\nVermutlich ist am Dienstag ein gro&szlig;er Druck gewichen, der auf manchen Angestellten der Modefirma Hollister lastete. Der angek&uuml;ndigte Prozess vor dem Frankfurter Arbeitsgericht jedenfalls fiel aus. Unternehmen und Betriebsrat einigten sich im Vorfeld, und siehe da, es l&auml;uft doch: Zumindest die Frankfurter Hollister-Besch&auml;ftigten d&uuml;rfen k&uuml;nftig ohne die Aufsicht durch einen Wachmann pinkeln gehen.<br>\nBei Hollister geht es n&auml;mlich nicht blo&szlig; vor den Kulissen lustig zu. Obwohl es da schon recht munter ist, wie My-Zeil-Besucher wissen. Dort stehen meist halbnackte Angestellte vor der Pforte, vor der eine lange Schlange schnatternder Backfische auf Einlass wartet. Hollister ist n&auml;mlich cool. So cool, dass das Unternehmen seine Klamotten nicht an M&auml;dchen und Jungen, sondern an &bdquo;Bettys&ldquo; und &bdquo;Dudes&ldquo; verkauft.<br>\nHinter den Kulissen wird es aber offenbar noch viel toller. Bereits im April dieses Jahres hatten sich Unternehmen und Frankfurter Betriebsrat in letzter Sekunde vor dem Arbeitsgericht geeinigt. Damals ging es um regelm&auml;&szlig;ige Taschenkontrollen der Mitarbeiter, die nach Auffassung ihrer Arbeitgeber wohl klauen wie die Raben. Das vorl&auml;ufige Ergebnis: Die als dem&uuml;tigend empfundenen Kontrollen wurden erst einmal ausgesetzt und finden jetzt nur noch stichprobenartig statt &ndash; bis zu einer abschlie&szlig;enden endg&uuml;ltigen Betriebsvereinbarung, versteht sich. Bis dahin hat sich Hollister ein lustiges Spiel einfallen lassen. Besch&auml;ftigte m&uuml;ssen nach Feierabend w&uuml;rfeln. Wer eine Vier w&uuml;rfelt, wird kontrolliert. Jeder andere Wurf gewinnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/kontrolle-von-mitarbeitern-pipi-im-taka-tuka-land,1473632,24066232.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So sieht die sch&ouml;ne neue Arbeitswelt aus. Laut Wikipedia verdiente der Boss des Mutterkonzerns Abercrombie &amp; Fitch, Mike Jeffries,  im Jahr 2011 einschlie&szlig;lich Aktienoptionen rund 48 Millionen US-Dollar. Und der sich seine Kundschaft so vorstellt: &bdquo;Wir wollen die attraktiven, typisch amerikanischen Teenager mit einer tollen Ausstrahlung und vielen Freunden.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Europas t&ouml;dlichstes Unternehmen<\/strong><br>\nWaffenhandel Gegen den R&uuml;stungsproduzenten Heckler&thinsp;&amp;&thinsp;Koch wird wegen seiner Mexiko-Gesch&auml;fte ermittelt. An der Exportoffensive der Bundesregierung &auml;ndert das nichts.<br>\nAm Ende stand die Wahrheit am Schwarzen Brett: Es bestehe der dringende Tatverdacht, dass zwei Mitarbeiter Waffenlieferungen in nicht genehmigungsf&auml;hige mexikanische Bundesstaaten veranlasst haben, lie&szlig; die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung des R&uuml;stungsunternehmens Heckler&thinsp;&amp; Koch (H&thinsp;&amp;&thinsp;K) Ende April in einem Aushang wissen. Damit gaben die Waffenbauer aus dem schw&auml;bischen Oberndorf erstmals zu, dass sie Sturmgewehre vom Typ G 36 illegal nach Mexiko exportiert hatten &ndash; drei Jahre, nachdem der Friedensaktivist J&uuml;rgen Gr&auml;sslin deshalb Anzeige gegen die Firma gestellt hatte. Sein Vorwurf: H&thinsp;&amp;&thinsp;K hat gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Au&szlig;enwirtschaftsgesetz versto&szlig;en. Doch die beiden Mitarbeiter, die fristlos entlassen wurden, sind f&uuml;r ihn nur ein Bauernopfer. Er ist &uuml;berzeugt, dass die Betriebsleitung von ihrer Verantwortung ablenken will: &bdquo;Alles deutet darauf hin, dass die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung genau wusste, was in Mexiko vor sich ging.&ldquo;<br>\nInzwischen haben die Betroffenen Klage gegen ihren einstigen Arbeitgeber eingereicht. Verhandelt wird dar&uuml;ber am 23. Oktober vor dem Arbeitsgericht Villingen.<br>\nDabei sah alles zun&auml;chst nach einem ganz legalen Gesch&auml;ft aus. Zwischen 2005 und 2007 genehmigte das Bundesausfuhramt der Schwarzw&auml;lder R&uuml;stungsfirma den Export von 9.652 Schusswaffen an die mexikanische Polizei. Bedingung: Die G 36 d&uuml;rfen nicht in die Bundesstaaten Guerrero, Chihuahua, Jalisco und Chiapas gelangen, weil dort fortw&auml;hrend die Menschenrechte verletzt w&uuml;rden. Doch in den folgenden Jahren h&auml;uften sich die Hinweise, dass Waffen dorthin geliefert wurden: Das ARD-Magazin Report Mainz pr&auml;sentierte Aufnahmen von Polizisten mit den Sturmgewehren in Chihuahua, Amnesty International zeigte Fotos aus Guerrero. Es gab ein Schreiben des mexikanischen Verteidigungsministeriums, das best&auml;tigte, etwa die H&auml;lfte der gelieferten G 36 ging in die &bdquo;verbotenen&ldquo; Staaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/europas-toedlichstes-unternehmen\">freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Staatliche Netzspionage: Angriff auf die Meinungsfreiheit<\/strong><br>\nVolksz&auml;hlung, &Uuml;berwachungsstaat, der gl&auml;serne B&uuml;rger &ndash; vor 30 Jahren erregten diese Themen die Republik, es kam zu Massenprotesten. Bislang bleibt es in der aktuellen Sp&auml;haff&auml;re weitgehend ruhig. Die &ldquo;Guardian&rdquo;-Aff&auml;re k&ouml;nnte das nun &auml;ndern.<br>\nGro&szlig;britannien aber ist der Ort der derzeit katastrophalsten Auspr&auml;gung. Premierminister Cameron k&auml;mpft aktiv gegen die Pressefreiheit: Alan Rusbridger, Chefredakteur des &ldquo;Guardian&rdquo;, beschreibt, wie Regierungsstellen ihn aufforderten, die Berichterstattung zur Sp&auml;haff&auml;re einzustellen.<br>\nDas bedeutet nichts weniger als den Abschied der britischen Regierung von demokratischen Grunds&auml;tzen. Die offenbar von Cameron gesandten Beamten zwangen den &ldquo;Guardian&rdquo; au&szlig;erdem, Festplatten und Computer zu vernichten, auf dem sich von Snowden geleaktes Material befand. Angesichts der Kopien ein symbolischer Akt &ndash; aber zugleich die n&auml;chste Eskalationsstufe: Der ertappte, staatliche &Uuml;berwachungsapparat schl&auml;gt auf eine Weise zur&uuml;ck, die nicht nur der Demokratie unw&uuml;rdig, sondern schlicht antidemokratisch ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/sascha-lobo-ueber-staatliche-netzspionage-und-meinungsfreiheit-a-917475.html#ref=rss\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Science-Fiction&rdquo;-Szenarien<\/strong><br>\n&Uuml;berwachung Apple h&auml;lt ein Patent, mit dem Funktionen von iPhones in bestimmten Bereichen deaktiviert werden k&ouml;nnten. Allein die Vorstellung l&auml;sst schaudern.<br>\nSollte die neue Technologie von Apple mal eingesetzt werden, kann diese Dame ihr Smartphone auch gleich zu Hause lassen.<br>\nNat&uuml;rlich hat Edward Snowden den Stein erst so richtig ins Rollen gebracht. Seit seinen Enth&uuml;llungen wei&szlig; man auch von Kooperationen zwischen Regierungen und Unternehmen, die im gro&szlig;en Rahmen personenbezogene Daten besitzen. In diesem Zusammenhang sei an ein Patent erinnert, das Apple schon im August 2012 erteilt worden ist.<br>\nDieses Patent w&uuml;rde es dem Unternehmen erm&ouml;glichen, an &ldquo;sensiblen&rdquo; Orten gezielt bestimmte Funktionen des iPhones mittels eines codierten Signals zu deaktivieren und das Versenden &uuml;ber WLAN zu verhindern. Darunter Fotos, Videos, Tonaufnahmen oder die Standortspeicherung. Dabei k&ouml;nnten &uuml;ber GPS oder Wi-Fi bestimmte Bereiche festgelegt beziehungsweise eingez&auml;unt werden, in denen diese Funktionen au&szlig;er Kraft gesetzt werden w&uuml;rden &ndash; das sogenannte &ldquo;Geofence&rdquo;. Was solche &ldquo;sensible&rdquo; Orte bzw. Bereiche sein sollen? Das unterliegt in erster Linie immer denjenigen, die die entsprechende Definitionsmacht innehaben.<br>\nDas Patent wurde zwar nur in den USA angemeldet und eine zeitnahe Implementierung in schon vorhandene Ger&auml;ten ist auch nicht zu bef&uuml;rchten. Aber ein Ausblick auf potenzielle Szenarien lohnt, um die m&ouml;glichen Auswirkungen sichtbar zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/baran-korkmaz\/science-fiction-szenarien\">freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jacobs University &ndash; Land Bremen gibt Privatuni weitere 15 Millionen<\/strong><br>\nDas Land Bremen will der Jacobs University in Grohn weitere Millionen geben. Nach Radio-Bremen-Informationen gibt es eine Einigung mit der Privatuniversit&auml;t, unter welchen Bedingungen das Geld flie&szlig;en kann. F&uuml;nf Jahre lang soll die private Jacobs University jeweils drei Millionen Euro vom Land bekommen, damit der Betrieb gesichert ist.<br>\nB&uuml;rgermeister Jens B&ouml;hrnsen (SPD) hat das Verhandlungsergebnis bereits in den B&uuml;rgerschaftsfraktionen von SPD und Gr&uuml;nen erl&auml;utert. Auch die Schweizer Jacobs Foundation muss die finanziell angeschlagene Privatuni demnach unterst&uuml;tzen. Die Rede ist von umgerechnet acht Millionen Euro pro Jahr. Dass die Stiftung sich an der wirtschaftlichen Sanierung beteiligt, war eine von 14 Forderungen, die der Bremer Senat gestellt hatte. Dazu z&auml;hlte weiter, dass die Privatuni mehr Studenten aufnimmt und weniger Professoren besch&auml;ftigt.<br>\nDas urspr&uuml;ngliche Finanzierungsmodell der privaten Hochschule war trotz einer 200-Millionen-Euro-Spende der Jacobs-Stiftung nicht dauerhaft tragf&auml;hig. Zuletzt hatte sie j&auml;hrliche Defizite von rund 20 Millionen Euro vor sich hergeschoben. Damit die j&uuml;ngste Einigung &uuml;ber neuerliche Zusch&uuml;sse umgesetzt werden kann, muss noch der Haushalts- und Finanzausschuss der Bremischen B&uuml;rgerschaft zustimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.radiobremen.de\/politik\/nachrichten\/mehrgeldfuerjacobsuni100.html\">radio bremen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Keine Hauptmeldung, die aber dennoch einen bodenlosen Zustand illustriert. Weshalb ist es gerade wieder ein SPD-Politiker der Steuergelder, welche die &ouml;ffentlichen Hochschulen sicher dringender ben&ouml;tigen, an eine private Elite-Universit&auml;t verschleudert? Wobei der Begriff &bdquo;Elite&ldquo; nat&uuml;rlich relativ zu sehen ist, und eher mit elit&auml;r zu &uuml;bersetzen ist, da an der Jacobs-University Studenten nur nach einem pers&ouml;nlichen Auswahlverfahren und nur mit Empfehlungsschreiben aufgenommen werden, was sicher die sozial selektivste Form der Zulassung ist.<\/em><br>\n<em>Aber offenbar ist diese &bdquo;Elite&ldquo; trotz Studiengeb&uuml;hren von 10.000 &euro; (!) pro Semester nicht einmal in der Lage ein finanziell solides Fundament f&uuml;r diese Hochschule sicher zu stellen. Trotz einer 200-Millionen Spende des namensgebenden Jacobs-Stiftung schreibt die Jacobs-University weiter Miese und hat seit ihrer Gr&uuml;ndung bereits 100 Millionen Euro, die das finanziell auch nicht im besten Zustand befindliche Land Bremen dort investiert hat, verbrannt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>St&auml;rkt das Baf&ouml;g!<\/strong><br>\nDas Baf&ouml;g hat schon mehr als vier Millionen Menschen ein Studium erm&ouml;glicht. Sinnvoller kann man Steuergeld kaum anlegen. Die Bildungsrepublik m&uuml;sste also stolz sein auf ihre Ausbildungsf&ouml;rderung, sie hegen und pflegen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Ein Appell.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/studienfinanzierung-staerkt-das-bafoeg-1.1749188\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das Wahldilemma der SPD<\/strong><br>\nChristoph Butterwegge &uuml;ber Unterschiede der Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien.<br>\nMan h&ouml;rt dieser Tage oft, es gebe zwischen den zur Wahl stehenden oder den tats&auml;chlich chancenreichen Parteien keine gro&szlig;en programmatischen Unterschiede mehr. Ganz im Gegenteil weisen die Wahl- bzw. Regierungsprogramme von CDU und CSU, FDP, SPD, B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen und Linkspartei auf mehreren Politikfeldern (z.B. der Sozial-, Gesundheits-, Steuer- und Finanzpolitik) diesmal deutlichere Konturen auf, weshalb sich auch sch&auml;rfere Konfliktlinien zwischen den voraussichtlich wieder im Bundestag vertretenen Parteien abzeichnen. Dies kontrastiert aber mit deren geringer Bereitschaft, daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, auf Konfrontationskurs zu gehen und neue, noch gar nicht erprobte B&uuml;ndnism&ouml;glichkeiten auszuloten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/830610.das-wahldilemma-der-spd.html\">ND<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der kalkulierte gro&szlig;e Zorn<\/strong><br>\nDie Schicksalsfrage, das ist f&uuml;r J&uuml;rgen Borchert die doppelte Kinderarmut in Deutschland. Hei&szlig;t: Zu wenig Nachwuchs und gleichzeitig zu viele Kinder, die in Armut leben. Familien w&uuml;rden steuerlich zu stark belastet &ndash; Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen wie Kindergeld oder Ehegattensplitting k&ouml;nnten das gar nicht kompensieren. 30.000 Kinder im Alter von sechs Jahren und j&uuml;nger lebten unterhalb des Existenzminimums. Borchert hat das ausgerechnet. Sein gro&szlig;er Zorn passt in ein erstaunlich kleines B&uuml;chlein in A5-Format mit 239 Seiten, das er nun in Berlin vorstellt. &ldquo;Sozialstaatsd&auml;mmerung&rdquo; hei&szlig;t es.<br>\nJ&uuml;rgen Borchert gilt in Deutschland als das soziale Gewissen. Er sitzt dem 6. Senat des Hessischen Landessozialgerichts vor, der beim Bundesverfassungsgericht die Reform der Hartz-IV-S&auml;tze erstritt.<br>\nDass die noch nicht umgesetzt wurden, ist aus Sicht Borcherts ein Skandal. Dar&uuml;ber hinaus geh&ouml;rt er zu einem der sch&auml;rfsten Kritiker der Agenda 2010 und damit der SPD. Borchert tritt f&uuml;r die so genannte &ldquo;B&uuml;rgerFAIRsicherung&rdquo; ein, ein System, das die Lebensrisiken Alter, Pflege, Krankheit umfassen soll und in das alle einzahlen m&uuml;ssen. Sein Traum ist die gro&szlig;e soziale Familie.<br>\nBorcherts Gedanken zur sozialen Ungerechtigkeit sind nicht neu und auch in den Medien immer wieder besprochen worden &ndash; dennoch hat er sie noch einmal in einem Buch zusammengefasst. Die Bundestagswahl ist ein willkommener Anlass sie wieder ins Gespr&auml;ch zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/sozialrichter-juergen-borchert-der-kalkulierte-grosse-zorn-1.1749409\">SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Das muss man sich &ldquo;auf der Zunge zergehen&rdquo; lassen: Zwei alte Agenda-Gegner in Wahlkampfzeiten (f&uuml;r die SPD?) &ndash; der Noch-IG-Bau-Chef Wieseh&uuml;gel und der Sozialrichter J&uuml;rgen Borchert.<\/em><br>\n<em>Ob die SPD damit wirklich die Agenda 2010 hinter sich zu lassen vermag? ( vgl. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18312#h01\">die Anmerkung zu Michael Sommer<\/a>)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Nochmals: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18345#h04\">Der Vorsitzende des Vereins f&uuml;r Socialpolitik sieht keine Defizite in Lehre und Forschung<\/a><\/strong><br>\nSebastian Thieme schreibt uns dazu: \n<blockquote><p>\n<em>Die Antwort gibt einen Vorgeschmack auf die diesj&auml;hrige Jahrestagung des VfS (vom 4.-7. September in D&uuml;sseldorf), wo es zum Thema &ldquo;Heterodoxie in der Volkswirtschaftslehre&rdquo; eine Podiumsdiskussion geben wird (<a href=\"http:\/\/www.vfs.hhu.de\/fileadmin\/redaktion\/Fakultaeten\/Wirtschaftswissenschaftliche_Fakultaet\/Tagungen\/dice-vfs\/Dokumente\/Programmheft_210613.pdf\">Programm S. 67 [PDF &ndash; 4.5 MB]<\/a>).<\/em><\/p>\n<p><em>Neben Thomas D&uuml;rmeier, an den der Brief gerichtet war und der sich in Deutschland um die Organisation und Popularit&auml;t der heterodoxen &Ouml;konomik sehr verdient gemacht hat, werden dort<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Michael Burda (VfS-Vorsitzender)<\/em><\/li>\n<li><em>Andreas Freytag (<a href=\"http:\/\/www.insm-oekonomenblog.de\/author\/andreasfreytag\/\">Uni Jena und Autor im &Ouml;konomenblog der INSM<\/a>)<\/em><\/li>\n<li><em>Daniel Neuhoff (Schriftf&uuml;hrer des VfS) sowie <\/em><\/li>\n<li><em>Carl Christian von Weizs&auml;cker (Max-Planck-Institut, war im Kronberger Kreis und Beirat der Stiftung Marktwirtschaft &hellip;) <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>auf dem Podium sitzen. Inwiefern diese Zusammenstellung als &ldquo;ausgewogen&rdquo; zu bezeichnen ist, lass&rsquo; ich mal dahin gestellt sein. Heterodoxe Professorinnen aufzutreiben d&uuml;rfte in Deutschland ohnehin ein schwieriges Unterfangen werden. Es ist also zu erwarten, dass sich die Expertise zur Heterodoxie &ndash; bezogen auf das Thema selbst (!) &ndash; im &uuml;berschaubaren Rahmen bewegt (bzw. nur durch eine Person vertreten wird).<\/em><\/p>\n<p><em>Hinsichtlich Ihrer Einordnung, dass der Brief eine Antwort\/ Reaktion auf die Veranstaltung des Netzwerkes Plurale &Ouml;konomik im letzten Jahr war, liegen Sie richtig. Allerdings schrieben sie von einer &ldquo;Gegenveranstaltung&rdquo;, ein Begriff, der im letzten Jahr bewusst vermieden wurde: Es handelte sich um eine Erg&auml;nzungsveranstaltung (!) zur Jahrestagung des VfS. Den Veranstaltern ging es nicht darum, eine Gegenfront aufzumachen, sondern erg&auml;nzende Themen anzubieten, die auf den Jahrestagungen des VfS normalerweise ausgeklammert werden. (Was nicht ausschlie&szlig;t, dass die Themen selbst durchaus eine Gegenfront bildeten.) Letztlich waren auf der Erg&auml;nzungsveranstaltung auch Besucher_innen der Jahrestagung des VfS zu sehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ihre und Rudolph Hickels Einsch&auml;tzung teile ich aber: Der Brief ist eine unglaubliche Provokation.<\/em><\/p>\n<p><em>Aus fachlicher Sicht ist sie sogar fast zynisch, wenn sich Burda u. a. durch Marx und Sraffa darin best&auml;tigt sieht, dass die &Ouml;konomik nicht die Vorz&uuml;ge der Marktwirtschaft predige. Weder Marx, noch Sraffa geh&ouml;ren zum &uuml;blichen Lehrinhalt der &Ouml;konomik. Und gerade Sraffa ist keine leichte Kost, sondern erfordert in der sogenannten Neo-Ricardianischen Besch&auml;ftigung eigentlich sogar andere Mathe-Lehrb&uuml;cher f&uuml;r &Ouml;konomen (weil dort verst&auml;rkt Matrizen-Algebra verwendet wird, die im &ldquo;Mainstream&rdquo; eigentlich nicht vorkommt).<\/em><\/p>\n<p><em>Aber die Provokation zeigt auch, in welch&rsquo; gesicherter Position sich etablierte &Ouml;konomen (vorwiegend m&auml;nnlich) w&auml;hnen. Wer glaubte, dass sich in der &Ouml;konomik etwas &auml;ndern wird, darf den Glauben getrost &uuml;ber Bord werfen. Hoffentlich kommt diese Erkenntnis bald bei den Gewerkschaften, Parteien usw. an &ndash; denn sehr lange wird es kritische &Ouml;konomen nicht mehr geben, sie sterben sprichw&ouml;rtlich aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Zweitens war der Ethik-Kodex, den sich der Verein f&uuml;r Socialpolitik im letzten Jahr gab, <a href=\"http:\/\/www.socialpolitik.org\/vfs.php?mode=ethik&amp;lang=1\">mindestens eine ebenso unglaubliche Provokation<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Ethik-Kodex wurde ja im letzten Jahr auch in den Medien diskutiert.<\/em><br>\n<em><a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/ethik-in-der-wirtschaft-ein-ethikkodex-fuer-oekonomen,1472780,17189496.html\">Hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/verein-fuer-socialpolitik-volkswirte-geben-sich-ethik-kodex-seite-all\/7101322-all.html\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Die vollmundig angek&uuml;ndigte Kommentierung der Ethik-Regeln ist der VfS bis heute schuldig geblieben.<\/em><\/p>\n<p><em>Was f&uuml;r einen ambitionslosen Papiertieger der VfS produziert hat, das l&auml;sst sich daran ablesen, dass sich das DIW in Berlin im selben Jahr einen <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/dokumentenarchiv\/17\/diw_01.c.407627.de\/forschungsethischeprinzipien_20121025.pdf\">Ethik-Kodex [PDF &ndash; 126 KB]<\/a> verpasste, der wesentlich mehr Inhalt und Substanz bot.<\/em><\/p>\n<p><em>Besonders pikant: Gert G. Wagner, im Vorstand des DIW Berlin, war auch in der (Ethik-) Kommission des VfS, die den VfS-Ethik-Kodex ausarbeitete. Wenn ihm wohlwollend unterstellt wird, dort eine &auml;hnliche forschungsethische Linie gefahren zu haben wie sie das DIW Berlin vertritt, wird er sich im VfS nicht durchgesetzt haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Das ist m. E. mindestens eine ebenso unglaubliche Provokation wie der Antwort-Brief von Burda, weil sich der Ethik-Kodex, der im letzten Jahr beschlossen wurde, in &auml;hnlicher Weise den Problemen im Fach verweigert.<\/em> <\/p>\n<p><em>Im Grunde passt dort jenes Attribut, mit dem die vorherrschende &Ouml;konomik um 2000 von ihren Kritiker_innen beschrieben wurde: autistisch.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Japan k&uuml;rzt bei den sozial Schwachen<\/strong><br>\nIn Japan geht es wieder bergauf. Seit nunmehr neun Monaten w&auml;chst die japanische Wirtschaft wieder, im zweiten Quartal waren es zuletzt aufs Jahr gerechnet 2,6 Prozent. Sogar der private Konsum hat zugelegt. Eine gute Nachricht? Ja, w&auml;re da nicht die Politik von Ministerpr&auml;sident Abe.<br>\nSeit mehreren Wochen streicht die Regierung Schritt f&uuml;r Schritt den Sozialstaat zusammen. Knapp 1,6 Millionen Haushalte mit niedrigen Einkommen sind betroffen. Die staatliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r alleinerziehende M&uuml;tter und f&uuml;r Familien wird im Schnitt um 6,5 Prozent gesenkt. Abh&auml;ngig von Alter und Anzahl der Personen pro Haushalt sind es sogar bis zu zehn Prozent. Im Januar, kurz nachdem Premierminister Abe ins Amt gew&auml;hlt worden war, hatte die Regierung diese und weitere<br>\nK&uuml;rzungen in H&ouml;he von insgesamt 74 Milliarden Yen (rund 569 Millionen Euro) beschlossen.<br>\nEs handelt sich um die tiefsten Einschnitte seit 2004, als sich Japan gerade zum vierten Mal innerhalb von zehn Jahren in einer Rezession befand. Nur deuten Japans makro&ouml;konomische Daten im Moment in eine andere Richtung: Die Japaner werden langsam optimistischer und hoffen, dass die j&uuml;ngsten Wachstumsdaten die Vorboten eines nachhaltigen Aufschwung sind. Premierminister Abe hatte im Wahlkampf versprochen, Japan mit lockerer Geldpolitik, hohen Staatsausgaben und<br>\nWachstumsreformen aus einer zwei Jahrzehnte andauernden Stagnation zu f&uuml;hren. [&hellip;]<br>\nAber nicht nur die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Einschnitte werfen Fragen auf. Es ist auch ungewiss, ob sie besonders klug sind f&uuml;r die Ziele, die Abes Regierung verfolgt. Der private Konsum macht rund 60 Prozent des japanischen Bruttoinlandsprodukts aus und die Geh&auml;lter sind in den vergangenen Jahren ohnehin tendenziell gesunken. Gleichzeitig hat die Einkommensungleichheit deutlich zugenommen. Zudem ist eine Erh&ouml;hung der Konsumsteuer geplant und die Sparquote der Japaner liegt nur noch bei<br>\nzwei Prozent. Wenn nun die finanziell schw&auml;cheren Bev&ouml;lkerungsgruppen noch weniger zur Verf&uuml;gung haben, wird der Konsum, den Japan f&uuml;r einen Aufschwung auch braucht, kaum zulegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-08\/japan-kuerzung-sozialausgaben-abe\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Leser J.A.:<\/strong> Erstaunlich, dass das Ammenm&auml;rchen immer noch geglaubt wird, dass ausgerechnet Sozialk&uuml;rzungen einen Haushalt sanieren &ndash; wenn die Empirie das exakte Gegenteil belegt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Offenbar war das Lob f&uuml;r Abes Gegenkurs zum neoliberalen Austerit&auml;tsdogma verfr&uuml;ht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: &ldquo;Ich spreche immer undeutlich, damit jeder h&ouml;ren kann was er braucht.&rdquo;<\/strong><br>\nDas k&ouml;nnte Angela Merkels Leitmotto sein\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/130821_hwt.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.freidenker-galerie.de\">Rainer Ostendorf<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-18355","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18355","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18355"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18355\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18358,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18355\/revisions\/18358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18355"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18355"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18355"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}