{"id":1872,"date":"2006-11-16T14:47:28","date_gmt":"2006-11-16T13:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1872"},"modified":"2016-01-22T10:28:23","modified_gmt":"2016-01-22T09:28:23","slug":"gleichschaltung-der-medien-im-dritten-reich-in-der-ddr-und-jetzt-zunehmend-auch-bei-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1872","title":{"rendered":"Gleichschaltung der Medien im Dritten Reich, in der DDR. Und jetzt zunehmend auch bei uns?"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage in der &Uuml;berschrift w&uuml;rde ich von Herzen gern mit Nein beantworten. Immer weniger kann ich das. Jetzt werde ich auf einen Arte Themenabend, vom MDR produziert, aufmerksam gemacht, der &uuml;ber weite Strecken eine gleichgeschaltete Propaganda zu Gunsten der Privatversicherer war. Dazu erhielt ich eine interessante Mail eines Freundes der NachDenkSeiten: &bdquo; &hellip; als wir uns &uuml;ber einen Werbefilm f&uuml;r die private Alterssicherung im Rahmen des heutigen Arte-Abends &auml;rgerten, fiel uns durch Zufall ins Auge, dass der Regisseur auch schon ausgerechnet f&uuml;r den Schwarzen Kanal von Karl-Eduard von Schnitzler gewirkt hatte.&ldquo; Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nUnd weiter mit der Mail unseres Nutzers:<\/p><blockquote><p>\nPropaganda &ndash; wenn auch im Interesse wechselnder Herren &ndash; d&uuml;rfte Axel Kriszun also von der Pike auf gelernt haben. Um Missverst&auml;ndnissen vorzubeugen: Es liegt uns fern, PublizistInnen wegen ihrer Aktivit&auml;t zu DDR-Zeiten pauschal zu deligitimieren. Aber vielleicht ist diese originelle Kontinuit&auml;t dann doch von Interesse f&uuml;r Eure Arbeit?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/geschichte-gesellschaft\/Krieg_20der_20Generationen_20_3F\/Krieg_20der_20Generationen_3F\/1370744.html%20\">arte.tv &ndash; &ldquo;Albtraum Rente&rdquo;<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/dra.orb.de\/grape\/seite1.htm\">Deutsches Rundfunkarchiv &ndash; Der schwarze Kanal<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Erg&auml;nzung AM:<\/strong><\/p><p>Ich h&auml;tte den Hinweis nicht &uuml;bernommen, wenn nicht gerade der Beitrag von Herrn Kriszun besonders merkw&uuml;rdig w&auml;re. Da wird unhinterfragt festgestellt, der Generationenvertrag funktioniere nicht mehr; es wird verbreitet, die gesetzliche Rente habe zwar noch bis in die neunziger Jahre funktioniert, seit damals habe sich die Welt aber ver&auml;ndert; die Grundlage des Generationsvertrages br&auml;che weg; das 50 Jahre alte System habe die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 20 Jahren nahezu ignoriert und stehe jetzt vor dem Kollaps. Nat&uuml;rlich wegen des Geburtenr&uuml;ckgangs, und der Arbeitslosigkeit.<\/p><p>Die Leser der NachDenkSeiten wissen, dass dies so nicht stimmt. Die Geburtenrate hat sich seit 1975 praktisch nicht ver&auml;ndert. Sie ist in den neuen Bundesl&auml;ndern massiv eingebrochen, in den neunziger Jahren halbierte sie sich praktisch, und steigt seitdem wieder an. <\/p><p>Der Generationenvertrag funktioniert immer. Er w&uuml;rde auch mit dem Umlageverfahren und der gesetzlichen Rente mit relativ guten Ergebnissen funktionieren, wenn die politisch Verantwortlichen nicht permanent Entscheidungen tr&auml;fen, die die Leistungsf&auml;higkeit der gesetzlichen Rente mindern: Von der Anlastung der Rentenkosten der deutschen Vereinigung bei den Beitragszahlern &uuml;ber die gro&szlig;z&uuml;gige Vorruhestandsregelung der neunziger Jahre und den Nachhaltigkeitsfaktor bis zu der Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre &ndash; mit der Konsequenz des Rentenabschlags von 3,6% pro Jahr, wenn man trotz Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters mit 65 in Rente gehen will. <\/p><p>Das waren  Entscheidungen zulasten des Vertrauens in die gesetzliche Rente. Diese wurden meiner Meinung nach getroffen, um den Privatversicherern Verkaufs-Argumente zu liefern.<br>\nRichtig ist, dass die Arbeitslosigkeit die Rentenfinanzierung erschwert. Das Gleiche gilt auch f&uuml;r die Privatvorsorge: Wer arbeitslos ist, kann sich diese auch nicht leisten. Und wenn die L&ouml;hne real sinken, wie das seit einiger Zeit unter dem Druck einer &bdquo;Reservearmee&ldquo; von Arbeitslosen geschieht, dann k&ouml;nnen sich viele Arbeitende die Privatvorsorge, zum Beispiel eine Riester-Rente, ebenfalls nicht leisten.<\/p><p>Auch die meisten anderen Teile dieses o.a. ARTE Themenabends (mit Ausnahme des Interviews mit der Berliner Professorin Barbara Riedm&uuml;ller) hatten den Charakter einer Werbesendung &ndash; Negativcampaigning gegen die gesetzliche Rente sozusagen. Zu diesem Zweck wird die junge Generation gegen die alte aufgehetzt, und das mit falschen Argumenten. In der Anmoderation unter dem Titel &bdquo;Krieg der Generationen?&ldquo; hei&szlig;t es zum Beispiel: &bdquo;Es brodelt allenthalben. Das friedliche Zusammenleben von Jung und Alt droht auseinander zu brechen. Wichtigste Ursache daf&uuml;r ist die demographische Entwicklung, die immer st&auml;rker zunehmende &Uuml;beralterung unserer Gesellschaft. Die Jungen geraten ins Hintertreffen, sollen zusehends die Lasten f&uuml;r die neue Mehrheit tragen.&ldquo;<\/p><p>Die Autoren wissen scheinbar nicht, dass die Alterung der Bev&ouml;lkerung in den letzten 100 Jahren um vieles gr&ouml;&szlig;er war, als sie voraussichtlich in den n&auml;chsten 100 Jahren sein wird. Wichtigste Ursache der mit Recht als schwierig betrachteten Probleme der heutigen Generation ist die mangelnde Berufs- und Arbeitsperspektive junge Erwachsener. Mit Alterung hat dies jedoch nichts zu tun. Es hat in unserem Land damit zu tun, dass die F&uuml;hrungselite unf&auml;hig ist, eine den Problemen angepasste Wirtschaftspolitik zu betreiben. Makro&ouml;konomie scheint bei ihnen ein wei&szlig;er Fleck im Denken zu sein. Die verantwortlichen Politiker und die Bundesbank haben 1992\/93 den damaligen Boom abgew&uuml;rgt. Sie haben seitdem die Krise immer wieder mit prozyklischer Finanzpolitik versch&auml;rft. Und sie haben eine restriktive Geld- und Zinspolitik der Bundesbank und sp&auml;ter der Europ&auml;ischen Zentralbank hingenommen, die die Arbeitslosigkeit vermehrt hat. In Folge dieser Unf&auml;higkeit werden sie im n&auml;chsten Jahr mit einer dreiprozentigen Mehrwertsteuererh&ouml;hung den zarten Aufschwung, der sich derzeit zeigt, wieder stoppen.<\/p><p>Es ist durchaus berechtigt, die junge Generation zu ermuntern, gegen die Benachteiligung bei den Berufschancen zu protestieren. Aber diesen berechtigten Protest gegen die alte Generation zu lenken, statt gegen die Entscheidungsgremien der Politik, hat &auml;hnliche methodische Ans&auml;tze wie die Propaganda von Goebbels und Schnitzler. Es ist die bekannte Methode, einen S&uuml;ndenbock zu suchen und immer und immer und immer wieder die gleichen Parolen zu wiederholen.<\/p><p>Dass ARTE sich f&uuml;r so etwas her gibt, zeigt den Druck kommerzieller Interessenvertreter, dem offenbar auch dieser Sender ausgesetzt ist.<\/p><p><em>(Am 17.11. erg&auml;nzte Fassung)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage in der &Uuml;berschrift w&uuml;rde ich von Herzen gern mit Nein beantworten. Immer weniger kann ich das. Jetzt werde ich auf einen Arte Themenabend, vom MDR produziert, aufmerksam gemacht, der &uuml;ber weite Strecken eine gleichgeschaltete Propaganda zu Gunsten der Privatversicherer war. 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