{"id":18748,"date":"2013-09-24T08:44:34","date_gmt":"2013-09-24T06:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748"},"modified":"2015-11-09T13:37:14","modified_gmt":"2015-11-09T12:37:14","slug":"hinweise-des-tages-1972","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h01\">Bundestagswahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h02\">Deutsches Lohngef&uuml;ge au&szlig;er Balance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h03\">Finanzsektor im Aufwind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h04\">B&uuml;rgerversicherung: Stabilere Finanzen, mehr Gerechtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h05\">Die Haushaltseinkommen in Amerika stabilisieren sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h06\">Abseits des Flutlichts: Wie Servicepersonal bei Werder und Schalke mit Niedrigl&ouml;hnen abgespeist wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h07\">Auswege aus der Altersarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h08\">Die Rente ist nicht sicher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h09\">Arbeitslose Akademiker &ndash; Topfschlagen im Niemandsland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h10\">Noch haben die Hamburger ihr Netz nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h11\">Paul Krugman: Frei zum Hungrigsein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h12\">Werner R&uuml;gemer: Unterwerfung als Freiheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h13\">Studienkosten weltweit: Deutschland, du bist billig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h14\">Und nat&uuml;rlich l&auml;sst Bertelsmann nicht locker: J&ouml;rg Dr&auml;ger: &bdquo;Absolventengeb&uuml;hren zur Hochschulfinanzierung sind gerecht und effektiv&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h15\">Kein Recht auf Faulheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h16\">Von Tag zu Tag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748#h17\">Das Letzte &ndash; Angela die Erste<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18748&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Bundestagswahl<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wahlanalysen<\/strong>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.horstkahrs.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/BTW13-Ka-Wahlnachbericht.pdf\">Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag Wahlnachtbericht und erste Analyse von Horst Kahrs [PDF &ndash; 641 KB] <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.forschungsgruppe.de\/Aktuelles\/Bundestagswahl\/\">&Uuml;berlegener Unionswahlsieg mit Namen Angela Merkel &ndash; Parlamentarische Z&auml;sur nach historischem FDP-Absturz, Forschungsgruppe Wahlen<\/a> <\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wahlanalyse-union-profitiert-vom-kanzlerinnenbonus\/8830950.html\">Union profitiert vom Kanzlerinnenbonus<\/a> <\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Robert Misik &ndash; Ein schwarzer Tag f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nAngela Merkel hat als Regierungschefin manche Dinge getan &ndash; und, anders gesagt, auch vieles unterlassen &ndash;, wof&uuml;r sie eine kleine Abfuhr an den Urnen verdient h&auml;tte. Aber die wirkliche Katastrophe der Merkel-Regierung ist ihre Europapolitik. Die wurde in diesem Wahlkampf aber nur in Details thematisiert, die &bdquo;intellektuelle&ldquo; Grundlage dieser Politik wurde von der Opposition nie herausgefordert.<br>\nWenn es die Opposition nicht schafft, den W&auml;hlern zu vermitteln, welches Debakel Merkel und ihre Regierung angerichtet haben, braucht sie auch nicht zu hoffen, dass eine Regierung abgew&auml;hlt wird.<br>\nDass die Politik Merkels nur den Banken und Finanzinvestoren in den reichen EU-Staaten geholfen hat, denen ihre faulen Investments abgenommen wurden, und sowohl die B&uuml;rger der Krisenstaaten (durch versch&auml;rfte Austerit&auml;tspolitik) als auch die Steuerzahler der noch relativ stabilen Staaten die Zeche bezahlen l&auml;sst, f&uuml;r diese Wahrheit haben Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne nicht sehr offensiv in diesem Wahlkampf getrommelt.<br>\nDass diese Austerit&auml;tspolitik nicht funktioniert. Dass geschundene Nationen wie Griechenland einen Schuldenschnitt brauchen, damit sie wieder auf die Beine kommen. Dass die EU einen fundamentalen Kurswechsel ben&ouml;tigt: all das wurde nicht thematisiert. Dass Merkel mit ihrer Politik, die &bdquo;solide&ldquo; gegen &bdquo;unsolide L&auml;nder&ldquo; aufhetzte, die EU an den Rande des Kollaps brachte &ndash; wer hat das im Wahlkampf mit Verve vertreten? Niemand.<br>\nWas haben sich Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne dabei gedacht? Eine m&ouml;gliche Deutung w&auml;re, dass sie im Grunde selbst keine fundamentalen, sondern h&ouml;chstens technische Differenzen zum Merkel-Kurs haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Merkels-EU-Politik\/!124245\/\">taz<\/a>\n<p><strong>Man kann das nat&uuml;rlich auch anders sehen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Merkels Sieg bei der Bundestagswahl &ndash; Die Triumphantin<\/strong><br>\nTriumphator ist ein Wort, das es eigentlich nur in der m&auml;nnlichen Form gibt; Angela Merkel macht das Wort weiblich. Sie erringt einen Wahlsieg, der nicht nur Sieg ist, sondern Triumph. Es ist ihr Triumph, weniger der Triumph der Union. Sie als Person, sie als Kanzlerin hat ihn errungen, mit Beliebtheitswerten, die in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig sind.<br>\nAls Kanzlerin des Ungef&auml;hren ist sie kritisiert worden. Es hei&szlig;t, mit ihr sei das Konservative aus der Union verschwunden und das Nebul&ouml;se habe Einzug gehalten. F&uuml;r ihre vielen W&auml;hler ist Merkel nicht die Konturen- und &Uuml;berzeugungslose.<br>\nSie sehen in Merkel die Vertreterin eines aufgekl&auml;rten Liberal-Konservativismus, die nicht erschrickt, wenn es gilt, die Homo-Ehe anzuerkennen. Merkel hat in der Euro-Krise, und das war ihre bisher gr&ouml;&szlig;te Rolle, die schw&auml;bische Hausfrau, die das Geld zusammenh&auml;lt, meisterlich gespielt. Das gef&auml;llt vielen Deutschen.<br>\nUnd sie macht Macht zu einer unspektakul&auml;ren Angelegenheit. Das gef&auml;llt vielen Deutschen auch. So hat sie es geschafft, dass die bescheidene Bilanz ihrer Regierungskoalition ihrer Beliebtheit nicht geschadet hat: Was gut l&auml;uft, hat die Kanzlerin gemacht, was schlecht l&auml;uft, die schwarz-gelbe Koalition.<br>\nAber den Deutschen geht es gut, und sie haben das Gef&uuml;hl, dass Merkel sie ordentlich durch die Euro-Krise gef&uuml;hrt hat. Da kann es zwar noch ein bitteres Erwachen geben, aber das ist eben noch nicht passiert. Merkel wird von dem wohligen Gef&uuml;hl der W&auml;hler zum Wahltriumph getragen, dass es in fast ganz Europa drunter und dr&uuml;ber gehe, nur nicht in Deutschland. Deswegen konnte sie in ihrem Schlusswort des TV-Duells mit Peer Steinbr&uuml;ck zur Neuauflage des alten Slogans greifen: &ldquo;Sie kennen mich. Sie wissen, was ich anpacken m&ouml;chte. Wir hatten vier gute Jahre.&rdquo;<br>\nQuelle <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/merkels-sieg-bei-der-bundestagswahl-die-triumphantin-1.1777708\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Was ist das bitte f&uuml;r ein Titel: Die Triumphantin? Selbst Heribert Prantl outed sich als Merkel-Groupie? Offensichtlich erliegt selbst ein eigentlich als kritischer Zeitgenosse bekannter Heribert Prantl der &bdquo;uns geht es doch gut&ldquo; Propaganda. Dass es Prantl als einem Chefredakteur der S&uuml;ddeutschen Zeitung gut geht daran besteht sicher kein Zweifel. Aber von seiner individuellen materiellen Situation auf das ganze Land zu schlie&szlig;en ist definitiv eine fatale Fehleinsch&auml;tzung, der am Wahlabend leider zu viele gefolgt sind. So kommt man nicht umhin dieser Haltung zumindest eine gewisses Ma&szlig; an innenpolitischer Ignoranz und an nationalistischer Arroganz zu unterstellen, welches das Schicksal der Millionen Menschen in Griechenland, Spanien und Portugal, die unter dem durch die Merkel-Regierung aufoktroyierten Austerit&auml;tsdiktat leiden m&uuml;ssen, egal ist. Hauptsache uns geht es gut. Aus dieser Perspektive ist der Wahlerfolg Merkels, wie es Robert Misik treffend formuliert hat, ein schwarzer Tag f&uuml;r Europa.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Stephan Hebel &ndash; Merkel ist nicht die &bdquo;Kanzlerin f&uuml;r alle&ldquo;<\/strong><br>\nTrotz aller freundlichen Worte: Es wird noch nie einem deutschen Kanzler so egal gewesen sein wie Angela Merkel, ob er seinen Koalitionspartner verliert oder nicht. Was die erste Frau in diesem Amt am Wahlabend erlebte, das war wohl das angenehmste Zittern ihres politischen Lebens: Die Frage war nur noch, ob die Union demn&auml;chst allein regiert oder ob sie sich den n&auml;chsten Partner aussuchen darf. (&hellip;)<br>\nEs ist allerdings nicht nur das fatale &bdquo;Verdienst&ldquo; der Kanzlerin, dass so viele W&auml;hler ihrem Sicherheitsversprechen glaubten. Verantwortung tr&auml;gt auch eine Opposition, die nicht in der Lage war, ihre programmatischen Alternativen mit einer klaren Wechselperspektive zu versehen.<br>\nDie SPD, gefangen im weiter ungel&ouml;sten Agenda-Streit, brauchte viel zu viel Anlauf, bis sie die richtigen Forderungen nach gerechterer Steuerpolitik, Mindestlohn und europ&auml;ischer Solidarit&auml;t halbwegs h&ouml;rbar vertrat. Peer Steinbr&uuml;ck hat das ganz am Schluss getan. Er hat den Zuwachs der SPD damit redlich verdient, aber um zu gewinnen, war es zu sp&auml;t. Die Gr&uuml;nen verzettelten sich in der ungeschickten Verteidigung gegen ma&szlig;lose P&auml;dophilie- und unsinnige &bdquo;Veggie Day&ldquo;-Vorw&uuml;rfe, und die Linke schwelgte in ihrer Selbstdarstellung als einzig wahre Opposition.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/bundestagswahl---hintergrund\/bundestagswahl-leitartikel-merkel-ist-nicht-die--kanzlerin-fuer-alle-,23998104,24404062.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Etwas mehr Links wagen<\/strong><br>\nAls Kanzlerin hat Merkel die Wahl verloren. Ihre Regierung ist abgew&auml;hlt. Eine eigene Mehrheit hat sie nicht. Die Opposition hat gewonnen.<br>\nEin Blick auf die Zahlen hilft. Im Vergleich zu 2009 hat schwarz-gelb Stimmen verloren. F&uuml;r eine gemeinsame Regierung reicht es schon deshalb nicht, weil unter Merkels H&auml;nden die FDP verstorben ist. Merkel hatte ihren Koalitionspartner am Ende wie ein kleines H&uuml;ndchen behandelt. Und jetzt schickt der Bundestag die FDP vor die T&uuml;r: Liberale, bitte drau&szlig;en warten. Das kam so &uuml;berraschend, da ging das viel erstaunlichere Ergebnis irgendwie unter: in Deutschland festigt sich eine gesellschaftliche Mehrheit links der Mitte. Sie ist schmal, aber stabil. Wenn die SPD will, dann k&ouml;nnte die Zukunft rot-rot-gr&uuml;n sein.<br>\nEs ist eine kuriose Situation: Die vermeintliche Siegerin Merkel ist jetzt in Wahrheit Angela Ohneland. Und der vermeintliche Verlierer SPD k&ouml;nnte das Blatt f&uuml;r sich wenden &ndash; wenn er denn wollte. Die SPD muss daf&uuml;r ihre neue Rolle akzeptieren. Die &Auml;ra der gro&szlig;en, sozialdemokratischen Volkspartei ist vor&uuml;ber. Ob 23 Prozent bei der letzten Wahl oder knapp 26 Prozent jetzt &ndash; die SPD steht mit ihrem Signum schon lange nicht mehr f&uuml;r die linke Gegenkraft, die sich dem Primat des &Ouml;konomischen entgegenstellt. Die SPD ist nur noch die f&uuml;hrende Oppositionspartei. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist Zeit, umzudenken. Die SPD ist jetzt der Primus inter Pares der linken Opposition. Sie hat die Aufgabe, Gr&uuml;ne und Linke unter ihrer F&uuml;hrung zu einer neuen, linksliberalen Regierung zusammenzufassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/augstein-kolumne-spd-sollte-nach-bundestagswahl-mehr-links-wagen-a-923917.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Augstein ist nicht der erste, der die SPD fast schon anfleht endlich die Option einer linken politischen Mehrheit zu nutzen. Man sollte nicht vergessen eine rot-rot-gr&uuml;ne Regierungsmehrheit ist rechnerisch immer noch machbar. Aber ohne eine inhaltliche und personelle Erneuerung der SPD wird dies nicht zu schaffen sein. Das hei&szlig;t eine klare Distanzierung von Agenda 2010 und das abservieren der Schr&ouml;der-Kamarilla. <\/em><br>\n<em>Die SPD sollte sich den Eintritt in eine erneute Gro&szlig;e Koalition gut &uuml;berlegen. Oder will sie wie schon in der Gro&szlig;en Koalition von 2005 Merkel die &bdquo;Erfolge&ldquo; einheimsen lassen und selber die &ldquo;Drecksarbeit&ldquo; machen um dann wie die FDP zu enden? <\/em><br>\n<em>Leider verharmlost Augstein Merkels knallharte neoliberale Politik als &bdquo;weiter wursteln&ldquo;.  Sieht man sich die Gnadenlosigkeit, der den EU-Krisenl&auml;nder aufgezwungenen Sparpolitik an, die billigend in Kauf nimmt das die Arbeitslosenzahlen dort explodieren, das Gesundheitssystem zusammenbricht, die Selbstmordraten nach oben schnellt, tausende Menschen ihre Wohnung verlieren, dann kann man die Politik Merkels nicht als unentschlossenes wursteln verharmlosen. Es w&auml;re zu kritisieren, dass Merkels Weltbild auf einem &auml;u&szlig;erst primitiven Verst&auml;ndnis &ouml;konomische Zusammenh&auml;nge basiert. Dies ist aber noch lange nicht harmlos. Es gilt nach wie vor, Merkel ist Europas gef&auml;hrlichste Frau.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bundestagswahl im TV &ndash; Verliebt in die Macht<\/strong><br>\nIst es Zufall, dass TV-Moderatoren mit der Opposition h&auml;rter ins Gericht gehen als mit den Regierungsparteien &ndash; und das noch am Wahlabend? Als historisch gilt schon jetzt vieles an dieser Wahl. Wom&ouml;glich ist auch die Objektivit&auml;t des Fernsehjournalismus Geschichte.<br>\nNoch nie in der Geschichte der Bundestagswahlen sei ein Kandidat von den Medien so niedergemacht worden wie Peer Steinbr&uuml;ck, befand k&uuml;rzlich Giovanni di Lorenzo. Letzterer ist Chefredakteur der Zeit und hat wom&ouml;glich genau das: die Zeit, sich Gedanken &uuml;ber den Umgang der eigenen Zunft mit Politikern zu machen.<br>\nDie Sender m&uuml;ssen informativ, kritisch und unabh&auml;ngig auch &uuml;ber Politik berichten. Sie sollen, zusammen mit den anderen Medien im Lande, eine Art vierte Gewalt im Staate bilden, um Exekutive, Legislative und Judikative, wo n&ouml;tig, zu kontrollieren und die &Ouml;ffentlichkeit angemessen zu informieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/bundestagswahl-im-tv-verliebt-in-die-macht-1.1778073\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Diese Kritik w&auml;re noch glaubw&uuml;rdiger wenn auch die Printmedien in diese Betrachtung mit einbezogen w&uuml;rden. Dort sieht es leider nicht viel anders aus. Gerade die, fast an Hofjournalismus erinnernde, Lobhudelei von Merkel etwa durch die ZEIT, hatte vor Wahl das Ma&szlig; jeder Objektivit&auml;t l&auml;ngst &uuml;berschritten (z.B. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/37\/oekonomin-angela-merkel\/komplettansicht\">hier<\/a>). Auch wenn di Lorenzo jetzt pl&ouml;tzlich Skrupel bez&uuml;glich des Umgangs mit Peer Steinbr&uuml;ck befallen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie geht es uns, Herr K&uuml;ppersbusch?<\/strong><br>\ntaz: Wie konnte die AfD als eine vor ein paar Monaten gegr&uuml;ndete Partei bei dieser Wahl so viele Stimmen kriegen?<br>\nDas haben alle verdient &ndash; au&szlig;er nat&uuml;rlich der AfD selbst. Eine Sekte um 80 staatskohlefinanzierte Wirtschaftsprofessoren, die uns nach der Krise jederzeit erkl&auml;ren konnten, warum sie uns vorher nicht davor gewarnt hatten. AfD profitiert &ndash; vom &bdquo;alternativlosen&ldquo; Namen bis zum Wahlergebnis &ndash; von der Omert&agrave; der anderen Parteien: Die Legislatur hatte kein anderes Thema als Banken, Euro, Europa &ndash; und im Wahlkampf war exakt das ausgeklammert. Zudem konnten FDP-W&auml;hler denken: Wenn ich meine Stimme wom&ouml;glich unter die H&uuml;rde schmei&szlig;e, dann aber mit Schmackes und in Richtung rechter Wirtschaftsliberalismus.<br>\ntaz: Wie viel Schadenfreude darf man nach dem Scheitern der FDP empfinden?<br>\nEin Freund schreibt gerade SMS von seinem 1-Mann-Autokorso durch Bochum aus diesem Anlass. Also das geht gut. R&ouml;sler ist mit gro&szlig;em Lieferprogramm gestartet, und am Ende ging&rsquo;s ohne W&uuml;rde unter die H&uuml;rde. Der Panik-Slogan &bdquo;FDP-Stimme ist Merkel-Stimme&ldquo; &uuml;berfordert sogar die Dummheit der FDP-Stammw&auml;hler. Westerwelle hat jemanden gefunden, der das Handwerk noch schlechter konnte, und wird mit Lindner einen neuen Anlauf starten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Die-Woche\/!124231\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eine k&ouml;stliche Kolumne. K&uuml;ppersbuschs Anmerkung zur AfD ist sehr treffend. Das mehrheitlich aus staatlich alimentierten Professoren bestehende F&uuml;hrungspersonal der AfD moniert am lautesten die staatliche Unterst&uuml;tzung von Arbeitslosen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wahlbeteiligung und SGB II-Quote in den Ortsteilen der Stadt Bremen<\/strong><br>\nQuerschnitt nimmt die Wahlbeteiligung mit steigender SGB II-Quote deutlich ab. Die Trendgerade zeigt: eine um einen Prozentpunkt h&ouml;here SGB II-Quote l&auml;sst eine um 0,91 Prozentpunkte niedrigere Wahlbeteiligung erwarten. Die Wahlbeteiligung reicht von 86,2 Prozent Ortsteil Borgfeld (SGB II-Quote: 1,6 Prozent) bis 50,0 Prozent im Ortsteil Tenever (SGB II-Quote: 37,8 Prozent)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/images\/stories\/2013-09-23_sgb2-quote-wahlbeteiligung-bremen-stadt.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 103 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutsches Lohngef&uuml;ge au&szlig;er Balance<\/strong><br>\nBei der Verbreitung von Niedrigl&ouml;hnen sind in Europa die Unterschiede gro&szlig;: In Schweden verdienen unter 3 Prozent der Besch&auml;ftigten weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns, in Frankreich 6, in Spanien 15 und in Deutschland 22 Prozent. Gerhard Bosch und Claudia Weinkopf vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universit&auml;t Duisburg-Essen haben untersucht, wie diese Differenzen zu erkl&auml;ren sind. Ihrer Analyse zufolge sind die nationalen Institutionen der Lohnfindung ma&szlig;geblich. Dabei beobachten die Forscher eine Wechselwirkung zwischen gesetzlichen Lohnuntergrenzen und dem Tarifsystem. In Frankreich sei der Organisationsgrad der Arbeitnehmer gering. Neben einem relativ hohen Mindestlohn von 9,43 Euro wirke sich aber positiv auf das gesamte Lohngef&uuml;ge aus, dass viele Tarifvertr&auml;ge per Allgemeinverbindlicherkl&auml;rung f&uuml;r alle Unternehmen einer Branche gelten. D&auml;nemark, Schweden und &Ouml;sterreich k&auml;men aufgrund der fast l&uuml;ckenlosen Tarifbindung v&ouml;llig ohne gesetzliche Lohnuntergrenze aus.<br>\nDie Situation in Deutschland halten die IAQ-Forscher in mehrfacher Hinsicht f&uuml;r problematisch: Die Tarifbindung sank rapide. Wurden 1998 noch deutlich mehr als 70 Prozent aller Besch&auml;ftigten nach Tarif bezahlt, waren es 2012 nur noch 59 Prozent. Wo die Gewerkschaften schwach sind, w&uuml;rden teilweise Tarifl&ouml;hne unter der Niedriglohnschwelle vereinbart, so Bosch und Weinkopf. In vielen kleinen Unternehmen gebe es zudem keinen Betriebsrat, der die Einhaltung tariflicher Mindeststandards kontrollieren k&ouml;nnte. Ohne einen generellen Mindestlohn seien so neben dem klassischen deutschen Tarifmodell &ldquo;gro&szlig;e wei&szlig;e Zonen eines unregulierten Arbeitsmarktes&rdquo; entstanden. Dar&uuml;ber hinaus verweigerten die Arbeitgeberverb&auml;nde seit mehreren Jahren die Zustimmung zu Allgemeinverbindlicherkl&auml;rungen. Die Folge: Der Niedriglohnsektor ist in Deutschland gr&ouml;&szlig;er als in den meisten europ&auml;ischen Staaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/impuls_2013_14_1.pdf\">B&ouml;ckler Impuls [PDF &ndash; 382 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Finanzsektor im Aufwind<\/strong><br>\nDer Anteil des Finanzsektors an der weltweiten Marktkapitalisierung hat sich in den vergangenen sechzehn Jahren &auml;usserst volatil entwickelt, wie die Grafik von Bank of America Merrill Lynch zeigt. Ende der Neunzigerjahre fiel der Anteil der Finanztitel auf einen Tiefststand von rund 16%, gefragt waren damals Technologieaktien: Im Jahr 2000 erreichte der Technologieboom seinen H&ouml;hepunkt, und auf den Sektor entfiel knapp ein Viertel der Marktkapitalisierung. Nachdem die Tech-Blase geplatzt war, standen Finanzwerte wieder in der Gunst der Anleger. Rund 26% des Aktienkapitals steckten 2007 in Financials. Der Ausbruch der Finanzkrise setzte dieser Entwicklung ein Ende und f&uuml;hrte zu einer scharfen Korrektur. Der Finanzsektor verlor deutlich an Wert und schrumpfte erneut auf etwa 16% der globalen Marktkapitalisierung. &ndash; Seither hat sich der Sektor erholt: Ende 2012 belief sich der Anteil auf ein F&uuml;nftel des Aktienmarktes und weist weitere Aufw&auml;rtstendenz auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/der-chart-des-tages-140\/\">FuW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>B&uuml;rgerversicherung: Stabilere Finanzen, mehr Gerechtigkeit<\/strong><br>\n&hellip;. Gleichwohl hat das Prinzip im aktuellen System der Gesundheitsfinanzierung Grenzen: Erstens werden Beitr&auml;ge zur GKV auf Lohn und Gehalt erhoben, nicht aber auf Eink&uuml;nfte aus Geldanlagen oder Mieten. Zweitens gilt eine Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.937,50 Euro im Monat &ndash; wer mehr verdient, zahlt davon nichts an die Krankenkasse. Und drittens f&uuml;hrt die historisch bedingte Aufteilung des Krankenversicherungsmarktes in gesetzliche und private Krankenversicherung (PKV) dazu, dass gerade viele besser Verdienende gar nicht Mitglied in der GKV sind. Bef&uuml;rworter einer B&uuml;rgerversicherung wollen das &auml;ndern, um die Finanzbasis der Krankenversicherung zu stabilisieren und die Finanzierung gerechter zu gestalten. Ihre Konzepte sehen vor, PKV und GKV in eine integrierte solidarische Versicherung zu &uuml;berf&uuml;hren, die Beitragsbemessungsgrenze entweder deutlich anzuheben oder ganz abzuschaffen und alle Einkommensarten bei der Finanzierung einzubeziehen.<br>\nIm Auftrag des Sozialverbands Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben der Sozialrechtsexperte Bieback und Stefan Gre&szlig;, Professor f&uuml;r Gesundheits&ouml;konomie an der Hochschule Fulda, untersucht, ob das sinnvoll und m&ouml;glich ist. Ihr Fazit: Das Grundgesetz l&auml;sst dem Gesetzgeber die entsprechenden Spielr&auml;ume. Und die sollten genutzt werden: Eine B&uuml;rgerversicherung werde &ldquo;ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die nachhaltige Finanzierung zuk&uuml;nftiger Herausforderungen sein. Zudem k&ouml;nnte ein Gro&szlig;teil der Gerechtigkeitsdefizite in der Finanzierung von Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung &uuml;berwunden werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/impuls_2013_14_4-5.pdf\">B&ouml;ckler Impuls [PDF &ndash; 355 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das ist so ein Projekt, auf dessen Umsetzung Deutschland aufgrund der Weigerung der SPD, mit der Linkspartei zu koalieren, verzichten muss. Und vielleicht sogar f&uuml;r immer, denn es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass, sobald die Eurokrise endg&uuml;ltig in ganz Europa aufschl&auml;gt, die Republik nicht mehr dieselbe sein wird und der solidarische Gedanke gleich mitpulverisiert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Haushaltseinkommen in Amerika stabilisieren sich<\/strong><br>\nZum ersten Mal seit dem Vorkrisenjahr 2007 ist der R&uuml;ckgang des Einkommens eines typischen Haushalts in den Vereinigten Staaten zum Stillstand gekommen. Das mittlere Jahreseinkommen eines typischen Haushalts lag inflationsbereinigt nach aktuellen Angaben des Census-Bureau 2012 bei 51.017 Dollar. Das sind 8,3 Prozent weniger als auf dem Vorkrisenhoch 2007. Niedriger lag das Einkommen des typischen Haushalts zuletzt 1995. Die Daten zeigen, wie stark die Rezession im Gefolge der Finanzkrise die Amerikaner getroffen hat. Zugleich aber deuten sie einen m&ouml;glichen Wendepunkt in der Entwicklung an, nachdem die Arbeitslosenquote auf 7,3 Prozent gesunken ist und steigende Aktienkurse die Einkommen st&uuml;tzen. Die Stabilisierung der Einkommenslage in Amerika zeigt sich auch in der Armutsquote, die 2012 bei 15 Prozent stagnierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/konjunktur-die-haushaltseinkommen-in-amerika-stabilisieren-sich-12579974.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die FAZ zeigt einmal wieder, wie man mit Worten die Situation besch&ouml;nigen kann. Stabilisieren h&ouml;rt sich schon einmal beruhigend an. Nur auf welchem Niveau? Wenn jemand einige Jahre f&uuml;r 5 Euro die Stunde gearbeitet hat, hat sich das Lohneinkommen auch stabilisiert. Ganz abgesehen davon, wo ist auf dem Schaubild zu erkennen, dass sich die Haushaltseinkommen stabilisieren. Klar zu erkennen ist dagegen, dass das Einkommen etwas &uuml;ber dem Niveau der Jahre nach der Rezession von 1990\/91 liegt. Dass ein Wendepunkt der Einkommen im steigenden Aktienkurs begr&uuml;ndet wird, ist angesichts einer sich abzeichnenden Blasenbildung nicht gerade seri&ouml;s. Ganz abgesehen davon, dass nur etwa ein Viertel der US-Bev&ouml;lkerung Aktien h&auml;lt. Auch wenn die Armutsquote in 2011 auch bei 15 Prozent lag, also gegen&uuml;ber 2012 &ldquo;stagnierte&rdquo;, ist die Zahl mehr als besch&auml;mend. Diese Quote lag in den letzten drei Jahren permanent auf einem Wert, der in den letzten 40 Jahren nur in den Jahren 1983 (15,2%) und 1993 (15,1%) erreicht wurde. Siehe zu den genauen Daten den <a href=\"http:\/\/www.census.gov\/prod\/2013pubs\/p60-245.pdf\">Report des US-Census &ldquo;Income, Poverty, and Health Insurance Coverage in the United States: 2012&rdquo; [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Abseits des Flutlichts: Wie Servicepersonal bei Werder und Schalke mit Niedrigl&ouml;hnen abgespeist wird<\/strong><br>\nDie Bundesliga ist eine Unterhaltungsmaschine, die mit viel Geld geschmiert wird. Die Angestellten auf dem Rasen bekommen davon viel ab, Hundertausende oder Millionen. Das ist die eine Wahrheit. Die Angestellten am Biertresen und W&uuml;rstchenstand schuften im Gegensatz dazu in schlecht bezahlten Minijobs, die kaum etwas abwerfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/denkhausbremen.de\/\">denkhausbremen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Auswege aus der Altersarmut<\/strong><br>\n&ldquo;Das am Leistungsprinzip orientierte Alterssicherungssystem wird flexiblen und prek&auml;ren Erwerbsverl&auml;ufen immer weniger gerecht&rdquo;, sagt Karin Schulze-Buschoff ist Arbeitsmarktexpertin am WSI der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. &hellip;<br>\nBereits heute bekommen ostdeutsche M&auml;nner, die derzeit in Ruhestand gehen, im Schnitt 867 Euro monatlich &ndash; das sind fast 200 Euro weniger, als der m&auml;nnliche Durchschnittsrenter in den neuen Bundesl&auml;ndern erh&auml;lt&hellip;<br>\nDie f&uuml;r das Rentensystem erforderlichen Vorleistungen k&ouml;nnen infolge von Arbeitslosigkeit, prek&auml;rer Besch&auml;ftigung und l&auml;ngeren Ausbildungszeiten nur noch unter erschwerten Bedingungen erbracht werden. Vor dem Hintergrund des Aktivierungsparadigmas wird in Bezug auf die H&ouml;he der sp&auml;teren Rente jedoch verst&auml;rkt auf Leistungserbringung gepocht. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft so eine L&uuml;cke&hellip;<br>\nNotwendig sind erstens Reformen des Arbeitsmarkts, etwa durch die Regulierung von Arbeits- und Einkommensbedingungen, beispielsweise die Einf&uuml;hrung eines fl&auml;chendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes, die St&auml;rkung der Tarifbindung und angemessene L&ouml;hne sowie die Eind&auml;mmung von geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen. Letztlich w&uuml;rde das auch zu h&ouml;heren Renten f&uuml;hren.<br>\nZweitens k&ouml;nnte die Rentenversicherung die ver&auml;nderten Rahmenbedingungen besser ber&uuml;cksichtigen. Zur ad&auml;quaten Einbeziehung atypischer Besch&auml;ftigungsformen in die sozialen Sicherungssysteme w&auml;re eine Erwerbsverlaufsperspektive n&ouml;tig unter Ber&uuml;cksichtigung von Zeiten unsteten Einkommens und Br&uuml;chen in der Erwerbsbiografie. M&ouml;glich w&auml;re eine Wiederbelebung der &ldquo;Rente nach Mindesteinkommen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/43970_43982.htm\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Rente ist nicht sicher<\/strong><br>\nDas Umlage-Renten-System ist marode, weil es immer weniger Normalarbeitsverh&auml;ltnisse mit Beitragspflicht gibt. Und die kapitalgedeckte Riesterei war ein Flop, sagt der Journalist Mathias Greffrath. Er fordert eine steuerfinanzierte Universal-Rente, in die alle einzahlen. In einem solchen Rentensystem w&uuml;rden die starken Schultern wirklich mehr tragen als die schwachen, es w&auml;re also ein &ldquo;Solidarsystem&rdquo;, das diesen Namen verdiente. Vor allem w&uuml;rde es die ungerechte doppelte Belastung von Familien beseitigen. Denn die zahlen Sozialbeitr&auml;ge und ziehen gleichzeitig unter finanziellen Opfern Kinder auf, die sp&auml;ter f&uuml;r die Rente der n&auml;chsten Altengeneration arbeiten werden. Das Verfassungsgericht hat in einer Reihe von Urteilen dem Gesetzgeber aufgetragen, diese Ungleichverteilung der Lasten zu korrigieren. Bis heute blieben die Mahnungen des Gerichts folgenlos. Das hat mit Sicherheit etwas mit der Vielzahl von Verhinderungslobbys zu tun: der Beamten, der Selbst&auml;ndigen, der Versicherungen, der Besserverdiener, der Kinderlosen. Denn sie alle w&uuml;rden bei einem solchen mutigen Systemwechsel ein wenig draufzahlen. Ohne ihn aber sind der Abstieg in Altersarmut, weitere Polarisierung der Lebenslagen und Kinderelend vorgezeichnet.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/politischesfeuilleton\/2257506\/\">Deutschlandradio<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2013\/09\/20\/drk_20130920_0721_8c4fa16e.mp3\">Deutschlandradio [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist unbegreiflich, warum gerade mehrheitlich Frauen die CDU bzw. Frau Merkel gew&auml;hlt haben. Deutschland ist mittlerweile ein Land, in dem es m&ouml;glich ist, dass Frauen den Haushalt machen, Kinder umsorgen, arbeiten gehen und dann noch zum Sozialamt gehen m&uuml;ssen, um auf niedrigsten Niveau &uuml;ber die Runden zu kommen &ndash; um am Ende ihres Lebens garantiert in die Altersarmut st&uuml;rzen. Wann endlich nehmen die B&uuml;rger bei Wahlen ihre realen Interessen wahr.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Arbeitslose Akademiker &ndash; Topfschlagen im Niemandsland<\/strong><br>\nLeiharbeiter mit Staatsexamen, Ingenieure in der Sp&uuml;lk&uuml;che: Selbst Akademiker k&ouml;nnen arbeitslos werden &ndash; und zwar schneller, als sie ahnen. Wer einmal gezwungen ist, sich unter seiner Qualifikation zu verkaufen, sitzt in der Falle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsstart\/aushilfsjobs-falle-fuer-akademiker-a-916284.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Aber angeblich gibt es ja immer noch Fachkr&auml;ftemangel. Was hinter dem ganzen Gerede vom Fachkr&auml;ftemangel steckt kann man sch&ouml;n in einem Interview mit dem Chef des Arbeitgeberverbandes S&uuml;dwestmetall, Stefan Wolf, nachlesen. Letztendlich geht nur darum ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte, etwa aus den EU-Krisenstaaten, billig anzuwerben um hier die L&ouml;hne zu dr&uuml;cken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Noch haben die Hamburger ihr Netz nicht<\/strong><br>\nDie Hamburger wollen, dass statt Vattenfall die Stadt die Energienetze betreibt. Doch ob das tats&auml;chlich klappt, ist noch v&ouml;llig offen.<br>\nDie Hamburger sind am Sonntag  zu Stromrebellen geworden. In einem extrem knappen Volksentscheid haben sie sich mehrheitlich daf&uuml;r ausgesprochen, dass die Stadt die Energienetze &uuml;bernimmt (50,9 Prozent stimmten f&uuml;r die Rekommunalisierung, 49, 1 Prozent dagegen).<br>\nUnd das, obwohl sich ein breites, wirtschaftsnahes B&uuml;ndnis mit B&uuml;rgermeister Olaf Scholz (SPD) an der Spitze in einer aufw&auml;ndigen Kampagne gegen einen R&uuml;ckkauf des Netzes ausgesprochen hatte&hellip;<br>\nJetzt beginnt ein aufw&auml;ndiges Verfahren mit einem offenen Ende: Hamburg muss sich einem Bieterstreit stellen und so schnell wie m&ouml;glich um die Konzession des Stromnetzes werben &ndash; aller Voraussicht nach mit dem ehemaligen B&uuml;ndnispartner Vattenfall als Konkurrenten. Die bisherige Konzession an Vattenfall l&auml;uft Ende 2014 aus.<br>\nUnd hier wird es brisant: Denn ob die Stadt sich gegen&uuml;ber Vattenfall durchsetzt, ist keinesfalls sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-09\/rueckkauf-netze-volksentscheid\">Zeit.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Paul Krugman: Frei zum Hungrigsein<\/strong><br>\nDas Wort &ldquo;Freiheit&rdquo; wird in der modernen konservativen Rhetorik ganz gro&szlig; geschrieben. Lobbygruppen tragen Namen wie FreedomWorks; Die Gesundheitsreform wird nicht nur wegen ihrer Kosten angeprangert, sondern wegen ihres Angriffs auf, ja, die Freiheit. Oh, und erinnern Sie sich noch, dass man Pommes Frites &ldquo;freedom fries&rdquo; nennen sollte?..<br>\nDie Konservativen scheinen geradezu zu glauben, Freiheit sei lediglich eine andere Bezeichnung daf&uuml;r, nicht genug zu essen zu haben,<br>\nDaher also die Bek&auml;mpfung der Food Stamps (Lebensmittelcoupons), deren drastische Beschneidung die Republikaner im Repr&auml;sentantenhaus gerade beschlossen haben, w&auml;hrend sie gleichzeitig f&uuml;r eine Anhebung der Agrarsubventionen stimmten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/09\/23\/opinion\/krugman-free-to-be-hungry.html?_r=0\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: Unterwerfung als Freiheit<\/strong><br>\nDie wissenschaftliche Disziplin &raquo;Human Resources&laquo; bestimmt die Personalpolitik der Konzerne. Angestellte werden zum Unternehmer in Sachen eigener Arbeitskraft erkl&auml;rt&hellip;<br>\nTrotzdem beherrscht der Grundgedanke der sogenannten Ich-AG das &raquo;moderne Personalmanagement&laquo;. Er ist das Leitprinzip einer globalen wissenschaftlichen Disziplin und einer Unternehmenspraxis: Human Resources (HR). Thomas Sattelberger, langj&auml;hriger Personalchef der Deutschen Telekom, &raquo;Leitwolf&laquo; der deutschen HR-Szene, hat bereits 1999 die Initiative &raquo;Wege zur Selbst-GmbH&laquo; gegr&uuml;ndet. Die Mitgliederliste spiegelt das Who is Who der deutschen Wirtschaft wider: Deutsche Bank, Telekom, Bayer, Otto. Die Initiative versteht sich als &raquo;das innovative Netzwerk von Personalprofis: Unternehmer im System Arbeit&laquo;.<br>\nHR geht davon aus, dass die Besch&auml;ftigten selbst und jeder f&uuml;r sich Unternehmer sind\/ist, Arbeitsunternehmer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/09-17\/019.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Studienkosten weltweit: Deutschland, du bist billig<\/strong><br>\n&Uuml;ber diesen letzten Platz d&uuml;rften sich viele Studenten in Deutschland freuen: Eine neue Studie zeigt, wo ausl&auml;ndische Studenten f&uuml;r ihr Studium am meisten und wo am wenigsten bezahlen. Deutschland landet demnach auf Platz 13 &ndash; das Studium hier ist am g&uuml;nstigsten, jedenfalls im Vergleich zu den anderen zw&ouml;lf L&auml;ndern, die ber&uuml;cksichtigt wurden.<br>\nDie Gro&szlig;bank HSBC untersucht in ihrem Bericht, wie viel Geld Ausl&auml;nder f&uuml;r Studiengeb&uuml;hren und Lebenshaltungskosten in 13 verschiedenen L&auml;ndern durchschnittlich bezahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/wo-das-studium-fuer-auslaendische-studenten-am-teuersten-ist-a-917328.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was ist wohl das Interesse einer Gro&szlig;bank an einer solchen Untersuchung? Richtig! Mit Studienkrediten, also z.B. 4 Studienjahre mal knapp 40.000 Dollar l&auml;sst sich viel Geld verdienen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Und nat&uuml;rlich l&auml;sst Bertelsmann nicht locker: J&ouml;rg Dr&auml;ger: &bdquo;Absolventengeb&uuml;hren zur Hochschulfinanzierung sind gerecht und effektiv&ldquo;<\/strong><br>\n2014 wird kein deutsches Bundesland mehr allgemeine Studiengeb&uuml;hren erheben. Die Finanzierungsfrage von Hochschulen aber bleibt aktuell, wie auch die Diskussion in Baden-W&uuml;rttemberg zeigt. J&ouml;rg Dr&auml;ger pl&auml;diert deshalb f&uuml;r Absolventengeb&uuml;hren, ein Modell, das in Australien bereits erfolgreich umgesetzt wird.<br>\nSolche Geb&uuml;hren, so Dr&auml;ger, seien eine sozial gerechte L&ouml;sung, da Akademiker in hohem Ma&szlig;e finanziell von ihrer Ausbildung profitieren. Eine Kostenbeteiligung der Absolventen erlaube es zudem, staatliche Ressourcen st&auml;rker in Kitas, Krippen und Ganztagsschulen zu konzentrieren, wo sich Chancengerechtigkeit in der Bildung entscheide.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.che.de\/cms\/?getObject=5&amp;getNewsID=1618&amp;getCB=398&amp;getLang=de\">CHE<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Kein Recht auf Faulheit<\/strong><br>\nDie Hartz-Gesetze sind ein Wendepunkt f&uuml;r die SPD: In kurzer Zeit wurde ein politisches Programm durchgesetzt, das in Kontrast zu den Ansichten vieler Parteig&auml;nger stand. Matthias Kaufmann untersucht die &ouml;ffentlichen Debatten der ersten Legislaturperiode der Regierung Gerhard Schr&ouml;ders von 1998 bis 2002, jener Zeit, die Schr&ouml;ders &bdquo;Agenda 2010&ldquo; und auch der Verabschiedung der &bdquo;Hartz-Gesetze&ldquo; voranging. Er geht der Frage nach, welches Bild von den Arbeitslosen gezeichnet wurde und welche Konsequenzen daraus folgten. In zehn Fallstudien entsteht ein pr&auml;zises Bild der Strategien, mit denen die Regierungs-SPD die Erwerbslosen zu S&uuml;ndenb&ouml;cken machte, die Schleifung sozialer Arrangements als alternativlos darstellte und den Schl&uuml;sselbegriff der Solidarit&auml;t aush&ouml;hlte &ndash; zu Lasten von Erwerbslosen wie Arbeitnehmern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.springer.com\/springer+vs\/politikwissenschaft\/book\/978-3-658-02084-2\">Springer VS<\/a>\n<p>Matthias Kaufmann<br>\n&bdquo;Kein Recht auf Faulheit. Das Bild von Erwerbslosen in der Debatte um die Hartz-Reformen<br>\nSpringer VS, 319 Seiten, 39,90 Euro, ISBN-13: 978-3-658-02084-2<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dieses Buch best&auml;tigt leider nur allzu gut was die NachDenkSeiten seit langem thematisieren, dass ohne gezielte Meinungsmache und Manipulation der &ouml;ffentlichen Meinung auch gerade durch die Mainstreammedien, die Agenda 2010 nie h&auml;tte durchgesetzt werden k&ouml;nnen. Dazu passt auch nachfolgendes Buch, das genau die brutale, neoliberale Ideologie thematisiert, die auch hinter Hartz IV steckt. Zitat Franz M&uuml;ntefering: &bdquo;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Von Tag zu Tag<\/strong><br>\nDie Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann r&auml;umt in ihrem neuen Buch &ldquo;Der Sieg des Kapitals&rdquo; mit einigen Missverst&auml;ndnissen auf: Der Staat ist nicht der Feind des Kapitalismus, sondern erm&ouml;glicht ihn erst, wir leben nicht in einer Marktwirtschaft, weil Geld nicht gleich Kapital ist, und obendrein besteht kein Grund, sich vor Inflation oder der Globalisierung der Wirtschaft zu f&uuml;rchten!<br>\nAndreas Obrecht spricht mit Ulrike Herrmann &uuml;ber das R&auml;tselhafte der Geldwirtschaft und dar&uuml;ber, wie Reichtum entsteht und wieder vernichtet wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/349391\">ORF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Angela die Erste<\/strong><br>\nZu Beginn der Sondersitzung des Bundestages erheben sich die Abgeordneten von den Pl&auml;tzen &ndash; nur die Abgeordneten der LINKEN bleiben sitzen &ndash; und stimmen das alte preu&szlig;ische Volkslied an: &ldquo;Heil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands! Heil, Angela!&rdquo; Es spricht Norbert Lammert der Bundestagspr&auml;sident: &ldquo;Liebe Abgeordnete, meine Damen und Herren, liebe Sitzenbleiber von der LINKEN, ich habe zur heutigen Sitzung auch die Mitglieder des Bundesrates eingeladen, denn nur mit ihnen gemeinsam k&ouml;nnen wir das Grundgesetz &auml;ndern. Wir wollen und werden die bisherige Republik in das K&ouml;nigreich Deutschland transformieren!&rdquo; (tosender Beifall, Bravo-Rufe, stehende Ovationen). Lammert: &ldquo;Ich stelle fest, dass die bisherige deutsche Kanzlerin per Akklamation zur K&ouml;nigin von Deutschland gew&auml;hlt ist. Frau K&ouml;nigin, nehmt Ihr die Wahl an?&rdquo; &ndash; Angela Merkel: &ldquo;Selbstverst&auml;ndlich!&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rationalgalerie.de\/\">Rationalgalerie<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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