{"id":18854,"date":"2013-10-07T10:59:59","date_gmt":"2013-10-07T08:59:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18854"},"modified":"2015-08-19T08:29:39","modified_gmt":"2015-08-19T06:29:39","slug":"chance-2020-die-insm-will-es-noch-einmal-wissen-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18854","title":{"rendered":"Chance 2020 &#8211; Die INSM will es noch einmal wissen (1\/4)"},"content":{"rendered":"<p>Als vor fast 10 Jahren die NachDenkSeiten das Licht der Welt erblickten, kritisierte Albrecht M&uuml;ller in unserem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37\">allerersten Artikel<\/a>  eine Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Seitdem begleiten uns die Kampagnen der INSM in steter Regelm&auml;&szlig;igkeit &ndash; wer auf den NachDenkSeiten nach &bdquo;INSM&ldquo; such, kommt auf stolze <a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?q=site:nachdenkseiten.de+insm+-hinweise&amp;safe=off\">1.320 Treffer<\/a>. Wie zu bef&uuml;rchten war, versucht die INSM nun auch mit einer <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40014\/1.html\">aktuellen Kampagne<\/a> Einfluss auf die kommenden Koalitionsverhandlungen zu nehmen. Da die ma&szlig;geblich von Wolfgang Clement erarbeitete aktuelle Kampagne mit dem Namen &bdquo;Chance 2020&ldquo; im Grunde alter neoliberaler Wein aus neuen Schl&auml;uchen ist, auf den wir bereits unz&auml;hlige Male inhaltlich eingegangen sind, wollen wir Ihnen an dieser Stelle eine vierteilige Serie anbieten, in denen wir Ihnen zahlreiche Gegenargumente zu den 21 Forderungen der Chance 2020 an die Hand geben. Im ersten Teil geht es heute um das Themenfeld &bdquo;Steuern und Haushalt&ldquo;. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nBeim Thema &bdquo;Steuern&ldquo; haben die neoliberalen Trommler der INSM erwartungsgem&auml;&szlig; leichtes Spiel beim Kampf um die virtuelle Hoheit &uuml;ber den Stammtischtischen der Republik. Es ist nicht sonderlich popul&auml;r f&uuml;r h&ouml;here Steuern zu pl&auml;dieren und Steuern werden in der &ouml;ffentlichen Diskussion nur all zu oft als Selbstzweck angesehen. Dabei sind Steuern und erst Steuererh&ouml;hungen kein Selbstzweck. Steuereinnahmen dienen dazu, die Ausgaben des Staates zu finanzieren. Wer Geld f&uuml;r wichtige Dinge, wie Bildung, Infrastruktur, sozialen Ausgleich und soziale Teilhabe oder die Energiewende in die Hand nehmen will, muss die Investitionen finanzieren. Wer Steuersenkungen vorschl&auml;gt und dabei auch eine h&ouml;here Staatsverschuldung ausschlie&szlig;t, muss nach Adam Riese dann auch sagen, welche Ausgaben er k&uuml;rzen will. Das vermeidet die INSM, w&uuml;rde dies doch die Lufthoheit &uuml;ber den Stammtischen gef&auml;hrden. Zu den steuer- und haushaltspolitischen Forderungen der INSM im Einzelnen:<\/p><ol>\n<li><strong>Weniger ist gerechter: Steuersystem vereinfachen<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Deutschland ben&ouml;tigt eine Vereinfachung des komplexen Steuersystems, bei der die Einzelfallgerechtigkeit zugunsten eines verst&auml;ndlichen Steuersystems reformiert wird. Im Prinzip gilt: Das Steuerrecht muss auf seine Grundstrukturen zuru&#776;ckgefu&#776;hrt und vereinfacht werden. Sinnvolle Straffungen geben den Bu&#776;rgern Freiheit zuru&#776;ck und verhindern unn&ouml;tige und kostspielige Steuerbu&#776;rokratie.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>INSM &ndash; Chance 2020<\/em><\/p>\n<p>Die erste Forderung der INSM klingt verd&auml;chtig nach dem FDP-Wahlkampf Mantra aus dem Jahre 2009, einen Koalitionsvertrag mit der Union nur dann zu unterschreiben, wenn darin ein &bdquo;einfacheres und gerechteres Steuersystem&ldquo; vereinbart wird. Die FDP hat den Koalitionsvertrag bekanntlich dennoch unterschrieben, der Ruf nach einem &bdquo;einfacheren und gerechteren Steuersystem&ldquo; ist damit jedoch nicht verstummt. Warum eigentlich? Ist das deutsche Steuersystem wirklich so kompliziert? Auf diese Frage bin ich 2011 in meinem Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/stresstest-berger.html\">Stresstest Deutschland<\/a>&ldquo; eingegangen:<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Der &ouml;ffentlichen Meinung zufolge ist das deutsche Steuersystem ganz fu&#776;rchterlich kompliziert. Fragt sich, womit die Bu&#776;rger diese Einsch&auml;tzung begru&#776;nden &ndash; ein normaler Arbeitnehmer sollte eigentlich keine sonderlichen Probleme mit dem Ausfu&#776;llen seiner Steuererkl&auml;rung haben. Es scheint vielmehr so, als habe die Politik u&#776;ber die Jahre hinweg mu&#776;hsam einen Mythos geschaffen, der nun nicht mehr aus den K&ouml;pfen zu kriegen ist. 2003 setzte Edmund Stoiber diesen Mythos in die Welt, als er &ouml;ffentlich polterte, dass das deutsche Steuersystem derart kompliziert sei, dass mittlerweile sechzig Prozent der aktuellen Steuerliteratur aus Deutschland stammten. Im Bundestagswahlkampf 2009 griff Guido Westerwelle diese Steilvorlage auf und machte aus den &raquo;sechzig Prozent&laquo; gleich einmal &raquo;siebzig bis achtzig Prozent&laquo;. So sch&ouml;n diese Anekdote, die mittlerweile in unz&auml;hligen Talk-Shows unter das Volk gebracht wurde, auch ist &ndash; sie ist schlichtweg falsch. Wissenschaftliche Untersuchungen des Finanzforschers Albert R&auml;dler kamen vielmehr zu dem Ergebnis, dass nur zwischen zehn und fu&#776;nfzehn Prozent der internationalen Steuerliteratur aus Deutschland kommen. Dies deckt sich mit den Untersuchungen der Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers, die zusammen mit der Weltbank die fu&#776;r Unternehmen relevante Seitenzahl der Steuergesetzgebung in den zwanzig gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaften untersucht hat. Deutschland liegt bei dieser Untersuchung mit 1 700 Seiten im Mittelfeld &ndash; weit hinter den USA mit 5 100 Seiten, Gro&szlig;britannien mit 8 300 Seiten und Spitzenreiter Indien mit 9 000 Seiten. So dicht kann der deutsche Steuerdschungel also nicht sein.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/stresstest-berger.html\">Stresstest Deutschland<\/a>, Seite 157 f. <\/p>\n<p>Laut INSM w&uuml;rden &bdquo;Straffungen&ldquo; des Steuersystems dem &bdquo;B&uuml;rger Freiheit zur&uuml;ckgeben&ldquo;. Diese Formulierung ist &uuml;ble Propaganda. Wer das Steuersystem &bdquo;straffen&ldquo; will, will M&ouml;glichkeiten streichen, bestimmte Dinge von der Steuer abzusetzen. Hier geht es jedoch nicht um die Unternehmensbesteuerung mit ihren endlosen Steuerschlupfl&ouml;chern, sondern um die Einkommensteuer, bei der &bdquo;Subventionen&ldquo; abgebaut werden sollen. Dazu noch einmal eine kurze Passage aus Stresstest Deutschland:<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Was von diesen immer wieder als &raquo;Subventionen&laquo; verunglimpft wird, sind im Steuerrecht politische Steuerungsm&ouml;glichkeiten, die nicht selten sogar Verfassungsrang haben. Die Politik hat sich beispielsweise dazu entschlossen, sowohl Kinder als auch die normale Ehe finanziell zu f&ouml;rdern &ndash; nicht nur u&#776;ber Zuschu&#776;sse, sondern auch im Einkommensteuerrecht. Der Unterschied zwischen Lohnsteuerklasse eins und drei du&#776;rfte jedem bekannt sein, doch wer k&auml;me auf die Idee, dies als Subvention zu bezeichnen? Auch die sogenannten Werbungskosten und die Kilometerpauschale sind Subventionen, die einen politischen Zweck verfolgen. Mit den Werbungskosten sollen dem Steuerpflichtigen Auslagen erstattet werden, die er zum Zweck seiner beruflichen Leistungsf&auml;higkeit t&auml;tigt. Die Kilometerpauschale ist vor allem ein regionalpolitisches Instrument, um strukturschwache Regionen am Leben zu halten. [&hellip;] Die meisten Steuerpflichtigen sind sich indes u&#776;berhaupt nicht bewusst, was Subventionen bei der Einkommensteuer eigentlich sind. Freilich gibt es auch Subventionen, die es Topverdienern erm&ouml;glichen, Steuern zu sparen. Dabei geht es jedoch nur sehr selten direkt um die Einkommensteuer, sondern meist um andere Steuern, mit denen das zu versteuernde Einkommen reduziert werden soll.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/stresstest-berger.html\">Stresstest Deutschland<\/a>, Seite 158 f. <\/p>\n<p>Fragt sich, wie ein Abbau dieser politischen Steuerungsm&ouml;glichkeiten dem B&uuml;rger &bdquo;Freiheit zur&uuml;ckgeben&ldquo; soll. <\/p>\n<p>Auch auf das Kirchhof-Modell, sind die NachDenkSeiten in der Vergangenheit schon mehrfach kritisch eingegangen: z.B.: Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9946\">Kirchhof &ndash; Wahnsinn in Zahlen<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Demokratie braucht Verantwortung: Steuerhoheit fu&#776;r Gemeinden<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Wir brauchen grunds&auml;tzlich eine klare Zuordnung jeder Steuerart zu jeweils einer politischen Ebene. Ein Parlament, welches das Budget verantwortet, muss im demokratischen Entscheidungsprozess auch fu&#776;r die Einnahmen verantwortlich sein. Diese klare Zuordnung braucht es vor allem &ndash; aber nicht nur &ndash; auf Gemeindeebene, in Form eines kommunalen Zuschlags zur Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer. Die kommunalen Steuereinnahmen sind dabei aufkommensneutral umzuordnen. Die Gewerbesteuer wu&#776;rde dabei abgeschafft und durch die Einkommensteuer der Personenunternehmen und einen Zuschlag zur K&ouml;rperschaftsteuer ersetzt. Damit wu&#776;rden die Gemeinden eigenverantwortlich u&#776;ber eine stetige Einnahmequelle verfu&#776;gen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>INSM &ndash; Chance 2020<\/em><\/p>\n<p>Was die INSM hier vorschl&auml;gt, w&auml;re eine Fortsetzung des ruin&ouml;sen &bdquo;Steuerwettbewerbs&ldquo; auf die kommunale Ebene. Welche Kommunen w&auml;ren es denn, die ihren B&uuml;rgern niedrige Steuers&auml;tze abverlangen k&ouml;nnten? Doch wohl am ehesten die Kommunen, die ohnehin kein Finanzproblem haben. Kommunen mit einer schlechten Kassenlage h&auml;tten (u.a. dank der Schuldenbremse) hingegen gar keine M&ouml;glichkeit, bei diesem &bdquo;Wettbewerb&ldquo; mitzumachen. Sie m&uuml;ssten die Steuern stattdessen erh&ouml;hen. Wohlhabende B&uuml;rger in wohlhabenden Kommunen k&ouml;nnten sich so aus ihrer sozialen Verpflichtung stehlen, w&auml;hrend B&uuml;rger aus armen Kommunen um so h&auml;rter belastet w&uuml;rden. Volkswirtschaftlich w&auml;re dies kontraproduktiv, da auf diese Art und Weise die Binnennachfrage in den &auml;rmeren Kommunen zus&auml;tzlich geschw&auml;cht w&uuml;rde. <\/p>\n<p>Zum Themenbereich auf den NachDenkSeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16102\">Die Umverteilung von unten nach oben durch die Steuerpolitik<\/a><\/li>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10300\">Steuersenkung: Eine Ideologie aus Halbwahrheiten und L&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li>Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10165\">Wo bleibt die Steuererh&ouml;hungsdebatte?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Mehr Geld den Bu&#776;rgern: kalte Progression abschaffen<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Wir lehnen eine versteckte Steuererh&ouml;hung durch kalte Progression ab und fordern eine automatische Anpassung des Einkommensteuertarifs an die Kaufkraftentwicklung. Konkret: Ein sogenannter Steuerinflationsindex soll ku&#776;nftig fu&#776;r mehr Gerechtigkeit im Steuerrecht sorgen und gleichzeitig inflationsd&auml;mpfend wirken. Denn der Steuerinflationsindex wu&#776;rde das latente Eigeninteresse des Staates an der Inflation d&auml;mpfen, international eine Vorbildfunktion u&#776;bernehmen und damit die &Uuml;berzeugungskraft der Steuergesetzgebung st&auml;rken.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>INSM &ndash; Chance 2020<\/em><\/p>\n<p>Zum Thema &bdquo;Kalte Progression&ldquo; gibt es auf den NachDenkSeiten einige Artikel.<\/p>\n<p>z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4273\">Steuersenkung die &bdquo;Mutter aller Reformen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17349\">Die Vorfeldtruppen der schwarz-gelben Koalition machen f&uuml;r den Wahlkampf mobil<\/a><\/li>\n<li>Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9900\">Steuerb&auml;uche und Steuergeschenke &ndash; wie der W&auml;hler an der Nase herumgef&uuml;hrt wird<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn die INSM hier von einem &bdquo;Eigeninteresse des Staates an der Inflation&ldquo; spricht, so ist dies freilich Unsinn. Die kalte Progression k&ouml;nnte man freilich durch eine j&auml;hrliche Anpassung der Steuertarife eliminieren. So einfach, wie die INSM dies darstellt, ist es jedoch nicht. Eine Anpassung auf Basis der Preissteigerung (Inflation) ist unsinnig, da die Lohn- und die Preisentwicklung sehr unterschiedlich sind. Schlussendlich l&auml;uft auch dieser Vorschlag der INSM auf Steuersenkungen hinaus.<\/p><\/li>\n<li><strong>Generationengerechtigkeit schaffen: Reduzierung der Schulden<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Deutschland braucht nicht nur einen Verzicht auf Neuverschuldung, sondern &ndash; zumindest in konjunkturell guten Zeiten &ndash; den kontinuierlichen Abbau der Staatsschulden.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>INSM &ndash; Chance 2020<\/em><\/p>\n<p>Es ist typisch f&uuml;r die neoliberale Dogmatik, die Staatsverschuldung mit der Generationengerechtigkeit in Verbindung zu bringen. Dabei wird stets unterschlagen, dass die j&uuml;ngeren Generationen neben den Schulden des Staates auch die Forderungen an den Staat erben. Staatschulden stellen n&auml;mlich stets eine Forderung des Privatsektors an den Staat dar. <\/p>\n<p>Dazu auf den NachDenkSeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2082\">&Uuml;ber das falsche Verst&auml;ndnis von Generationengerechtigkeit der &bdquo;Stiftung f&uuml;r die Rechte zuk&uuml;nftiger Generationen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5813\">Der allseitige Wettlauf um die Reduktion der Staatsschulden k&ouml;nnte in Depression enden &hellip;<\/a><\/li>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8794\">Die &bdquo;Reichtumsuhr&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14114\">Der Spiegel sieht die Ursache der &bdquo;Schuldenkrise&ldquo; in einem Generationenkonflikt<\/a><\/li>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5967\">Privater Reichtum &ndash; &ouml;ffentliche Armut<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der kontinuierliche Abbau der Staatsschulden ist ein Kernelement der neoliberalen Forderungen. Wer die Steuereinnahmen gleichzeitig senken will, kann die Staatschulden nur dann abbauen, wenn er staatliche Ausgaben k&uuml;rzt. Darauf geht die INSM in ihrer f&uuml;nften Forderung ein:<\/p><\/li>\n<li><strong>Mehr Geld den Bu&#776;rgern: Staatsquote senken<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Die Staatsaktivit&auml;t muss auf das beschr&auml;nkt werden, wofu&#776;r der Staat verantwortlich ist, n&auml;mlich fu&#776;r die Bereitstellung &ouml;ffentlicher Gu&#776;ter und Dienstleistungen, namentlich auf Feldern wie Bildung, Grundlagenforschung, Infrastrukturen, &ouml;ffentliche Sicherheit und Ordnung, &auml;u&szlig;ere Sicherheit sowie Hilfe fu&#776;r Bedu&#776;rftige. Ein solcher Staat hat keine Schulden und auch einen deutlich niedrigeren Etat fu&#776;r Soziales. Ein solcher Staat kommt mit einer geringeren Staatsquote aus. Es gilt aber auch: Ein solcher Staat ku&#776;mmert sich intensiv um die wirklich Bedu&#776;rftigen. Weniger Staat hei&szlig;t also nicht weniger soziales Engagement. Ein voll funktionsf&auml;higer Staat kann denen helfen, die Hilfe brauchen, und l&auml;sst denen mehr in der Tasche, die den Staat tragen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>INSM &ndash; Chance 2020<\/em><\/p>\n<p>Wer diese Forderung liest, wird denken, dass die deutsche Staatsquote a) in den letzten Jahren gestiegen ist und b) im internationalen Vergleich zu hoch ist. Beides ist jedoch falsch. Heute weist die Staatsquote vielmehr einen der <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Monatsberichte\/2013\/04\/Downloads\/monatsbericht_2013_04_deutsch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3\">niedrigsten Werte der deutschen Geschichte auf [PDF &ndash; 2.6 MB]<\/a> und im EU-Vergleich liegt die <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/6769\/umfrage\/staatsquoten-der-eu-laender\/\">deutsche Staatsquote im unteren Drittel<\/a> &ndash; eine geringere Staatsquote weisen neben Gro&szlig;britannien vor allem osteurop&auml;ische Staaten auf. Wie die INSM das Kunstst&uuml;ck schaffen will, das Etat f&uuml;r Soziales &bdquo;deutlich&ldquo; abzusenken und sich gleichzeitig &bdquo;intensiv um die wirklich Bed&uuml;rftigen zu k&uuml;mmern&ldquo;, f&uuml;hrt das Forderungspaket wohlweislich nicht auf. <\/p>\n<p>Dazu auf den NachDenkSeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96\">Elf Mythen, den Komplex Schulden, Staatsquote und Sozialstaat betreffend<\/a><\/li>\n<li>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1152\">Denkfehler 36: &ldquo;Der Staat ist zu fett geworden.&rdquo;<\/a><\/li>\n<li>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4455\">Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel<\/a><\/li>\n<li>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2410\">Staatsquote sinkt wie noch nie. Und das BMF will noch weiter senken<\/a><\/li>\n<li>Christoph Butterwegge &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5872\">Aushungerung des Sozialstaates &ndash; &bdquo;Sparen&ldquo; als neoliberale Ideologie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Wohlfahrtsstaat fokussieren: Hilfen auf die Schw&auml;chsten konzentrieren und u&#776;ber Steuern finanzieren<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Der Wohlfahrtsstaat muss sich konsequent an den schw&auml;chsten Mitgliedern der Gesellschaft ausrichten, an Menschen, die sich nicht mehr selbst helfen k&ouml;nnen, an psychisch Kranken, Behinderten, Kindern. Die Herstellung von Bedarfsgerechtigkeit &ndash; also die Befriedigung der Grundbedu&#776;rfnisse jedes Gesellschaftsmitglieds &ndash; ist die zentrale Aufgabe des Wohlfahrtsstaates.<\/em><br>\n<em>Die Gew&auml;hrleistung der Bedarfsgerechtigkeit orientiert sich an menschlichen Grundbedu&#776;rfnissen. Der zentrale Bezugspunkt dieses Paradigmas ist die Armut oder auch die befu&#776;rchtete Ausgrenzung oder Exklusion von Menschen aus einer Gesellschaft. Der Herstellung von Bedarfsgerechtigkeit muss der Staat st&auml;rker als bisher Rechnung tragen. Umverteilung ist dabei vorwiegend u&#776;ber das Steuersystem zu finanzieren. Sozialpolitisch motivierte Umverteilung u&#776;ber Sozialversicherungssysteme, etwa die geplante Zuschussrente, ist dagegen abzulehnen. Und: Dem &Auml;quivalenzprinzip in der Sozialversicherung ist Rechnung zu tragen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>INSM &ndash; Chance 2020<\/em><\/p>\n<p>Die INSM akzeptiert immer noch nicht, dass der Staat nach <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14908\">Ansicht des Bundesverfassungsgerichts<\/a> dazu verpflichtet ist, seinen B&uuml;rgern ein soziokulturelles Existenzminimum zu gew&auml;hrleisten. Und dies betrifft alle B&uuml;rger und nicht nur &bdquo;Menschen, die sich nicht mehr selbst helfen k&ouml;nnen&ldquo;. Die Exklusion aller Menschen, die dieser Beschreibung nicht entsprechen, aus dem &bdquo;Wohlfahrtsstaat&ldquo; w&auml;re jedoch verfassungswidrig. Das wei&szlig; auch die INSM, daher benutzt sie die verschwommene Formulierung &bdquo;Bedarfsgerechtigkeit&ldquo;, die sich an den &bdquo;Grundbed&uuml;rfnissen zu orientieren&ldquo; habe. Mit anderen Worten: Jede staatliche Transferleistung, die &uuml;ber das soziokulturelle Existenzminimum hinausgeht, ist laut INSM nicht bedarfsgerecht und steht daher auf dem Pr&uuml;fstand.  <\/p>\n<p>Dazu auf den NachDenkSeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Wolfgang Lieb &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3437\">Die Sarazzins der Wissenschaft: Hartz-IV-Regelsatz von 132 Euro ausreichend<\/a><\/li>\n<li>Jens Berger &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14908\">Die W&uuml;rde des Menschen ist antastbar<\/a><\/li>\n<li>Lutz Hausstein &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15274\">In Gesetz gegossene Verfassungswidrigkeit<\/a><\/li>\n<li>Helga Spindler &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1668\">Ist das Existenzminimum f&uuml;r arme Familien zu hoch?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Lesen Sie morgen im zweiten Teil unsere Gegenargumente zu den Themenfeldern &bdquo;Arbeit&ldquo; und &bdquo;Bildung&ldquo;<\/strong><\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/66176927268841c5a21b3b969dd3a96d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als vor fast 10 Jahren die NachDenkSeiten das Licht der Welt erblickten, kritisierte Albrecht M&uuml;ller in unserem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37\">allerersten Artikel<\/a> eine Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Seitdem begleiten uns die Kampagnen der INSM in steter Regelm&auml;&szlig;igkeit &ndash; wer auf den NachDenkSeiten nach &bdquo;INSM&ldquo; such, kommt auf stolze <a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?q=site:nachdenkseiten.de+insm+-hinweise&amp;safe=off\">1.320 Treffer<\/a>. 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