{"id":1889,"date":"2006-11-24T08:46:14","date_gmt":"2006-11-24T07:46:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1889"},"modified":"2006-11-24T08:46:30","modified_gmt":"2006-11-24T07:46:30","slug":"hinweise-des-tages-272","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1889","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>&raquo;Nebelkerzen am Arbeitsmarkt&laquo;<\/strong><br>\nDie Debatte &uuml;ber die Zukunft des Niedriglohnsektors gewinnt an Fahrt. Das Problem der Geringqualifizierten ist aber nicht die Lohnstruktur, sondern der Wildwuchs subventionierter Minijobs. Ein Gastkommentar von Dierk Hirschel, Chefvolkswirt des Deutschen Gewerkschaftsbunds.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/134657.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Kluft zwischen Arm und Reich ist gr&ouml;&szlig;er<\/strong><br>\nUngleichheit wird gemacht: Wirtschaft und Politik propagieren eine st&auml;rkere Lohnspreizung und den R&uuml;ckzug des Staates. Ein Gespr&auml;ch mit Dieter Ei&szlig;el,  Professor f&uuml;r Politikwissenschaft  im Ruhestand. Er spricht am Samstag &uuml;ber &raquo;Ungleichheiten als Konjunktur- und Wachstumspolitik&laquo; bei einem Kongre&szlig; des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2006\/11-23\/041.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Arbeitnehmer profitieren kaum vom Wachstum<\/strong><br>\nDie Arbeitnehmer in Deutschland profitieren noch immer kaum von der j&uuml;ngsten Konjunkturbelebung: F&uuml;r den Anstieg des Volkseinkommens im Sommerquartal um insgesamt 1,4 Prozent sind allein gestiegene Unternehmens- und Verm&ouml;genseinkommen verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=200053&amp;_t=ftprint&amp;_b=1173082\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Studie: Arbeitnehmer gehen sp&auml;ter in Rente<\/strong><br>\nArbeitnehmer gehen immer sp&auml;ter in Rente &ndash; bei der Altersrente im Schnitt mit mittlerweile 63 Jahren. Dies geht aus einer am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung hervor.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562\/Doc~E08DAC7EE7E244E2ABB24F9BC4BD90B77~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/iat-info.iatge.de\/auem-report\/2006\/auem2006-02.html\">Zitierte Studie des IAT<\/a><\/li>\n<li><strong>Immer mehr Senioren brauchen Geld vom Staat<\/strong><br>\nIn Deutschland erhielten im letzten Jahr 630.000 Menschen eine Grundsicherung. Seit der Einf&uuml;hrung 2003 stieg die Zahl der Empf&auml;nger um 43 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/archiv.tagesspiegel.de\/drucken.php?link=archiv\/22.11.2006\/2912802.asp\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Von der Willk&uuml;r der Sozialbeh&ouml;rden<\/strong><br>\n&ldquo;Nicht mehr nachvollziehbar, was da geschieht&rdquo;: Ein Sozialberater &uuml;ber den Umgang mancher &Auml;mter mit Hilfesuchenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt3l3\/muenchen\/artikel\/462\/92370\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Trotz Pisa weniger Jobs f&uuml;r Lehrer<\/strong><br>\nF&uuml;nf Jahre nach dem ersten Pisa-Schock &uuml;ber die schlechten Leistungen deutscher Sch&uuml;ler ist die Lehrer-Versorgung an den Schulen insgesamt nicht besser geworden. Es wurden sogar weniger Lehrer eingestellt.<br>\nQuelle : <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/134745.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Br&uuml;ssel will das Arbeitsrecht modernisieren<\/strong><br>\nDie EU-Kommission warnt vor einer wachsenden Kluft zwischen Insidern und Outsidern auf den Arbeitsm&auml;rkten. Gegensteuer soll mit Anpassungen des Arbeitsrechts gegeben werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2006\/11\/23\/wi\/articleEOPMZ.print.html\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/employment_social\/emplweb\/news\/news_de.cfm?id=189\">Mitteilung der Europ&auml;ischen Kommission<\/a>\n<p><em>Kommentar: Nach den Erfahrungen mit der Dienstleistungsrichtlinie ist zu bef&uuml;rchten, dass vom &laquo;Flexicurity&raquo;-Konzept nur die Flexibilisierung &uuml;brigbleiben wird, also der weitere Abbau von Arbeitnehmerschutzrechten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die R&uuml;ckkehr der Lumpen<\/strong><br>\nDas Erstaunliche und Brisante an der FES-Studie ist also, dass sie eben keine Armutsstudie im Sinne eines Armuts- oder Lebenslagenberichts ist, sondern dass sie, wie verquer auch immer, versucht hat, Armut bzw. Teile des Proletariats und der Unterklassen als (politische) Subjekte wahrzunehmen, mit dem Resultat, dass sich die autorit&auml;r-neoliberalen Integrationsversprechen &uuml;ber Aktivierung und &ldquo;Fordern und F&ouml;rdern&rdquo; in Schall und Rauch aufgel&ouml;st haben. Die materielle soziale Zerkl&uuml;ftung der Gesellschaft findet ihren Ausdruck im Bewusstsein der Betroffenen, ein Umstand, der die politische Klasse offensichtlich verst&ouml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/textsicht.php?id=2729\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><strong>Lobbyismus konkret: Denkfabrik Bruegel<\/strong><br>\nDer Bundesrechnungshof kritisiert die deutsche Beteiligung an der Denkfabrik Bruegel. Bruegel wird von 14 europ&auml;ischen Regierungen und 20 Gro&szlig;unternehmen, u.a. EADS, Siemens, Deutsche Telekom, und DaimlerChrysler getragen und finanziert und diene vornehmlich dazu, &ldquo;einem ehemaligen Regierungsberater eines EU-Mitgliedstaates [Frankreich] eine Institutsleitung zu verschaffen, die es ihm erm&ouml;glicht, eigene Forschungsinteressen mit von ihm handverlesenem Forschungspersonal zu betreiben [&hellip;]&rdquo;. Lobbycontrol f&uuml;gt hinzu: &bdquo;Zumindest f&uuml;r die Unternehmen d&uuml;rften der Zugang zu Regierungen und die Einflussm&ouml;glichkeiten auf europ&auml;ische Diskurse ein zentrales Motiv sein.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2006\/11\/bundesrechnungshof-kritisiert-deutsche-beteiligung-an-der-denkfabrik-bruegel\/%20\">Lobbycontrol<\/a><\/li>\n<li><strong>Viele ehemalige DDR-Leistungssportler k&ouml;nnen kaum noch stehen<\/strong><br>\nDie ehemalige Kugelsto&szlig;erin Birgit Boese befragte in den vergangenen zwei Jahren dopinggesch&auml;digte DDR-Sportler. Von den psychischen und physischen Folgen war die 44-J&auml;hrige &ldquo;selbst erschrocken&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/data\/2006\/11\/22\/1120896.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><strong>Nachtrag zu Hinweis 14 vom 22.11.2006 (SPIEGEL-Artikel <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,druck-449792,00.html\">&bdquo;B&uuml;rgertum vs. Unterschicht:  Arbeitslos? Selbst Schuld!&ldquo;<\/a>)<\/strong>\n<p>Dazu erreichte uns die Mitteilung eines Lesers:<\/p>\n<p>&bdquo;Ich habe den beigef&uuml;gten Leserbrief an SPIEGEL-ONLINE geschrieben. Ich finde, die NDS haben SPIEGEL-ONLINE etwas zu leicht davonkommen lassen. Denn durch solche Artikel versucht DER SPIEGEL sich noch als &ldquo;Aufkl&auml;rer der Nation&rdquo; darzustellen. Solche Beitr&auml;ge sind aber nichts anderes als ein Feigenblatt, das die Komplizenschaft des SPIEGELS an der ganzen Misere &ndash; und an den sozialen Spannungen, die in dem Artikel beschrieben werden &ndash; verschleiern soll. DER SPIEGEL will zwar noch als &ldquo;Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie&rdquo; bekannt werden, aber in Wirklichkeit Erziehungsorgan der Herrschenden sein.<\/p>\n<p>Hier der Leserbrief: <\/p>\n<p>An die Redaktion: <\/p>\n<p>Christian Rickens schreibt in seinem Beitrag, &ldquo;Arbeitslos? Selbst Schuld!&rdquo;, wie das B&uuml;rgertum versuche, sich von der Unterschicht abzugrenzen. Die neuen B&uuml;rgerlichen w&uuml;rden vor allem die Langzeitarbeitslosen verachten, weil sie ja bekanntlich daran selber schuld seien. <\/p>\n<p>Aus meinem durchaus b&uuml;rgerlichen Umfeld h&ouml;re ich solche Ansichten eher selten &ndash; man ist eher besorgt, dass einen vielleicht das gleiche Schicksal erwartet. Anderseits begegnet man dieser Denkweise &uuml;berall in den Medien, bei Politikern und Wirtschaftseliten, und in Zeitungen und Zeitschriften wie BILD und SPIEGEL. <\/p>\n<p>Hat Herr Rickens etwa die &ldquo;Dr&uuml;ckeberger&rdquo;-Debatte von Gerhard Schr&ouml;der vergessen? Oder die &ldquo;Parasiten&rdquo;-Phrasen aus dem Clement-Bericht 2005? Hat nicht DER SPIEGEL selbst immer wieder dar&uuml;ber geschrieben, wie sich ALG-II-Empf&auml;nger weigern w&uuml;rden, einen Arbeitsplatz anzunehmen? Oder dass die Kontrollen versch&auml;rft werden sollten? <\/p>\n<p>Ach ja, was war denn mit dem Auszug aus Gabor Steingarts Buch, &ldquo;Weltkrieg um Wohlstand&rdquo;, &ldquo;Die neuen Proleten&rdquo;, die im SPIEGEL-ONLINE zu lesen war? Darin hie&szlig; es: <\/p>\n<p>&ldquo;Der neue Prolet schaut den halben Tag fern, weshalb die TV-Macher bereits von &ldquo;Unterschichtenfernsehen&rdquo; sprechen. Er isst viel und fettig, er raucht und trinkt gern. Rund acht Prozent der Deutschen konsumieren 40 Prozent allen im Land verkauften Alkohols. Er ist kinderreich und in seinen famili&auml;ren Bindungen eher instabil. Er w&auml;hlt am Wahltag aus Protest die Linken oder die Rechten, zuweilen wechselt er schnell hintereinander.&rdquo; <\/p>\n<p>Sind diese &Auml;u&szlig;erungen von Steingart, der die wirtschaftspolitische Linie des SPIEGELS im Wesentlichen pr&auml;gt, nicht genau das, was Herr Rickens hier anprangert? Da Christian Rickens f&uuml;r das MANAGER-MAGAZIN schreibt, kann man ihm nat&uuml;rlich nicht anlasten, was DER SPIEGEL geschrieben hat. Dennoch: Wie der SPIEGEL-ONLINE mit diesem Beitrag scheinheilig eine Mentalit&auml;t angeprangert, zu der er jahrelang selbst nicht unwesentlich beigetragen hat, ist an Heuchelei kaum zu &uuml;berbieten. <\/p>\n<p>Also wenn das &ldquo;neue B&uuml;rgertum&rdquo; wirklich so denkt, wie Herr Rickens in seinem Beitrag schreibt, dann kann es nur daran liegen, dass die Eliten des Landes es ihm eingeredet haben. Und zwar am laufenden Band. <\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en&ldquo;<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1889","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1889"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1889\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}