{"id":18946,"date":"2013-10-16T12:32:11","date_gmt":"2013-10-16T10:32:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18946"},"modified":"2015-10-12T11:34:42","modified_gmt":"2015-10-12T09:34:42","slug":"kurzer-dienstweg-eines-agenda-2010-ingenieurs-u-a-m-nachtrag-zu-wolfrums-werk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18946","title":{"rendered":"Kurzer Dienstweg eines Agenda-2010-Ingenieurs u.a.m. &#8211; Nachtrag zu Wolfrums Werk"},"content":{"rendered":"<p>Zu meinem Beitrag vom 18.9.2013 &uuml;ber das Buch des Heidelberger Professor Wolfrum &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18679\">Rot-Gr&uuml;n an der Macht<\/a>&ldquo;? &bdquo;M&uuml;ssen Historiker so tendenzi&ouml;s und so schlecht arbeiten wie der Autor Wolfrum &hellip;&ldquo; erhielten wir einige interessante Beitr&auml;ge von NachDenkSeiten-Lesern. In diesen Beitr&auml;gen wird davon berichtet, wie sich Wissenschaftler, namentlich die Historiker Winkler, Wehler und der Autor Wolfrum instrumentalisieren lassen bzw. selbst versuchen, Politik zu machen. Im konkreten Fall geht es um das Programm und die Durchsetzung der Agenda 2010. Das abgekartete Zusammenspiel von Politik, Geldgebern und Wissenschaft wird sichtbar. &ndash; Wer sich f&uuml;r die Entstehungsgeschichte der Agenda 2010 und auch f&uuml;r die T&uuml;cken der Geschichtsschreibung nicht besonders interessiert, sollte diesen Text vielleicht nur &uuml;berfliegen. F&uuml;r Interessierte enth&auml;lt er viel Material und gute Gedanken. Der Dank daf&uuml;r geb&uuml;hrt den NachDenkSeiten-Lesern. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Beitrag I:<\/strong><br>\nDer erste zitierte NachDenkSeite-Leser weist auf die Finanzierung des Buches von Wolfrum und die Mitgliedschaften des Autors hin:<br>\n&bdquo;Die Finanzierung des Buches ist &hellip; <a href=\"http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/fakultaeten\/philosophie\/zegk\/histsem\/forschung\/zeitgeschichte.html\">Schnell gekl&auml;rt<\/a>.<br>\nDie Erstellung war ein Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung, dessen Ergebnisse im Buch publiziert werden.<\/p><p>Sehen Sie zu Mitgliedschaften Wolfrums in Stiftungen etc. <a href=\"http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/fakultaeten\/philosophie\/zegk\/histsem\/mitglieder\/ls_wolfrum_person.html\">dessen Profilseite ein<\/a>.<\/p><p><strong>Beitrag II<\/strong><\/p><p><strong>Hagen K&uuml;hn, ehemaliger Mitarbeiter des Wissenschaftszentrums Berlin:<\/strong><\/p><blockquote><p>\n<em>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/em><\/p>\n<p><em>noch einige Anmerkungen zu Ihrer Rezension bzw. dem Buchautor:<\/em><\/p>\n<p><em>Soweit ich im Internet sehen kann ist Herr Edgar Wolfrum eine Normalfigur des heutigen etablierten Wissenschaftsbetriebs. Im Vergleich zu Leuten wie Kocka oder Wehler ist sein &ldquo;akademisches Kapital&rdquo; (Prestige, Mitgliedschaften. Einladungen etc.) wie Zweite Bundesliga zu Champions League. Aber er hat seine Investitionen get&auml;tigt  und seine Netzwerke gekn&uuml;pft. Zu den &ldquo;Investitionen&rdquo; w&uuml;rde ich sein Buch mit dem vielsagenden Titel &ldquo;Die gegl&uuml;ckte Demokratie&rdquo;, Geschichte der Bundesrepublik &hellip; z&auml;hlen. Das ist zwar nicht die hohe (am besten in Pseudokritik verpackte) &lsquo;Kunst des Speichelleckens&rsquo;, aber 2005 in der Bl&uuml;te des Neoliberalismus hatte ja das Wort &ldquo;Erfolgsgeschichte&rdquo; Konjunktur und hier schloss sich &ldquo;gegl&uuml;ckt&rdquo; doch recht gut an. Au&szlig;erdem symbolisiert das auch &ldquo;Positivdenken&rdquo; und &ldquo;Optimismus&rdquo;, neoliberale Grundtugenden.<\/em><\/p>\n<p><em>Ebenso aufdringlich und offensichtlich anbiedernd wie dieser Buchtitel scheint Wolfrum beim Kn&uuml;pfen seiner Netzwerke vorgegangen zu sein. Er ist im Beirat der gr&uuml;nen B&ouml;ll-Stiftung ebenso wie in dem der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung ebenso wie in dem des John-Stuart-Mill-Instituts &ldquo;f&uuml;r Freiheitsforschung&rdquo; (!), das radikal wirtschaftsliberal ausgerichtet ist. In dessen Beirat sitzt neben &ldquo;Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten&rdquo; ein Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung &ldquo;f&uuml;r Freiheit&rdquo; und auch von Allensbach. Also wir haben es mit einem &ldquo;freiheitlichen&rdquo; Menschen zu tun, der bei Bedarf auch gr&uuml;n oder sozialdemokratisch sein kann. Auch seine &ldquo;gegl&uuml;ckte Demokratie&rdquo; wurde bereits in allen wichtigen Zeitungen dieser gegl&uuml;ckten Republik freudig und positiv rezensiert. Wenn man so viele Leute trifft in diesen Gremien, dann ist das auch keine Kunst.<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass hier mit Stipendien, Forschungsauftr&auml;gen usw. nachgeholfen worden ist, aber das ist meiner Erfahrung nach keinesfalls eine Notwendigkeit und daher letztlich auch unwichtig. Diese Leute tun das auch ohne eine solche unmittelbare Vorlage. Der implizite Wissenschafts- und Wahrheitsbegriff des Wissenschaftsbetriebs, Abt. Gesellschaft ist nur vergleichbar mit dem der Diplomatie. Hier wie dort wird man danach beurteilt, dass man sagt, was &ldquo;geht&rdquo; und nicht sagt, was &ldquo;nicht geht&rdquo;. Das meine das keineswegs satirisch, sondern knochentrocken n&uuml;chtern und sachlich.<\/em><\/p>\n<p><em>Und was &ldquo;geht&rdquo; und &ldquo;nicht geht&rdquo; ist letztlich eine Funktion des gesellschaftlichen Status quo und der jeweiligen Machtkonstellationen. So einfach ist das. Was aber auf gar keinen Fall &ldquo;geht&rdquo; ist, dieses explizit zu machen. Das &auml;u&szlig;erst komplexe Gespinst aus Intellektualit&auml;t, Methodenstrenge und Kommunikationsritualen sorgt daf&uuml;r, dass dies sogar denen verborgen bleibt, die nach den ungeschriebenen impliziten Erfolgsregeln handeln und denken. Es muss implizit bleiben, sonst verl&ouml;re der Wissenschaftsbetrieb seine Weihen und Privilegien. Wer das Tabu br&auml;che w&uuml;rde exkommuniziert. Daher m&uuml;ssen die ungeschriebenen Regeln zu Beginn der Karriere ersp&uuml;rt werden. Die berufliche Sozialisation ist dann erfolgreich, wenn man ein untr&uuml;gliches Gef&uuml;hl, einen Instinkt daf&uuml;r entwickelt hat, sozusagen den &ldquo;Sinn f&uuml;rs Spiel&rdquo;. Bourdieu nannte das den beruflichen Habitus. Man kann das vergleichen mit einem guten Fu&szlig;ballspieler, der nicht nur sieht, wo der Ball sich gerade befindet, sondern automatisch und intuitiv dahin l&auml;uft, wo dieser Ball in den n&auml;chsten Sekunden hinkommen wird. Er hat den &ldquo;Sinn f&uuml;r das Spiel&rdquo;, erfasst und handelt automatisch. So auch erfolgreiche Historiker, &Ouml;konomen, Politologen usw. Vielleicht z&auml;hlt unser Wolfrum nicht zu den wirklich Prominenten, weil das bei ihm alles ein bisschen zu aufdringlich, wenig elegant, zu wenig nur implizit sozusagen mit Schwei&szlig;geruch behaftet ist? Um beim Fu&szlig;ball zu bleiben, ist er deshalb &uuml;ber den Status des braven Ballschleppers nicht hinausgekommen.<\/em><\/p>\n<p><em>&hellip;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Betrag III<\/strong><\/p><p><strong>Markus Mohr:<\/strong><\/p><p><strong>Kurzer Dienstweg eines Agenda-2010-Ingenieurs<\/strong><\/p><p>Auf 850 langen Seiten hat sich der Heidelberger Historiker Edgar Wolfrum in seiner j&uuml;ngsten Abhandlung abgem&uuml;ht die Zeit der Rot-Gr&uuml;nen Regierung zwischen 1998-2005 beschreibend zu analysieren. Selbstredend sieht er sich dabei wissenschaftlichen Ma&szlig;st&auml;ben verpflichtet. Keine geringeren als die Doyens der Geschichtswissenschaft sozialdemokratischer Provenienz Hans-Ulrich Wehler und Heinrich August Winkler sind Wolfrum bereits beigesprungen. Der Doktorvater von Wolfrum, Winkler, hat f&uuml;r das dicke Buch seines Sch&uuml;lers bereits auf dem Buchumschlag lobende Worte gefunden, was ja bedeutet, dass er es bereits vor Erscheinen aufmerksam gelesen hat.<\/p><p>Wehler hat es sich in einer Laudatio im Tagesspiegel nicht nehmen lassen, diesem &bdquo;Meisterwerk der deutschen Zeitgeschichte&ldquo; nicht nur eine &bdquo;&uuml;beraus sorgf&auml;ltige Interpretation&ldquo; zu bescheinigen. Mehr noch: Vor allem dessen &bdquo;Kapitel &uuml;ber die Agenda 2010&ldquo; hat es Wehler besonders angetan: Es sei &bdquo;noch nie im historischen Diskurs so eindringlich, so &uuml;berzeugend als gr&ouml;&szlig;te sozialstaatliche Leistung des 20. Jahrhunderts gew&uuml;rdigt worden&ldquo;. Nirgendwo &bdquo;deutlicher&ldquo; als hier zeige sich die &bdquo;wesentliche Tugend des gestandenen Historikers: die F&auml;higkeit zum gerechten Urteil.&ldquo; Wolfrum habe hier eine &bdquo;Verbindung von empirischer Quellenn&auml;he und souver&auml;ner Deutung&ldquo; realisiert, die dessen &bdquo;gro&szlig;em Opus seinen Rang&ldquo; verleihe. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>&bdquo;Das ist aber ganz sch&ouml;n laut gebr&uuml;llt, sie L&ouml;we!&ldquo; mag man da dem gewohnt streitbaren Wehler zurufen, der sich gut auf die Blendwirkung seiner donnernd vorgetragenen Verdikte versteht. Nun ja. Auf die zweifelhafte Dignit&auml;t in einer ganzen Reihe von zentralen Sachverhalten in dem Buch von Wolfrum hat Albrecht M&uuml;ller bereits aufmerksam gemacht. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Daran ankn&uuml;pfend soll hier <strong>eine Anmerkung zu dem umfangreichen Kapitel zur Agenda 2010<\/strong> von Wolfrum nachgetragen werden. Sicher, im vibrierenden intellektuellen Koordinatensystem des vielfach verdienten Gro&szlig;historikers Wehler wird das nur als eine Marginalie vermerkt werden.<\/p><p>Gleichwohl ber&uuml;hrt es sein sicher gleichfalls aus dem Geist der Gerechtigkeit gef&auml;lltes Urteil, das Wolfrum gerade in diesem Kapitel eine &bdquo;Verbindung von empirischer Quellenn&auml;he und souver&auml;ner Deutung&ldquo; gelungen sei. Und das regt immer noch die stets lebendig sein sollende Diskussion &uuml;ber die Grundlagen an, mit dem so weit reichende G&uuml;tesiegel verteilt werden.<\/p><p>Das Buch von Wolfrum st&uuml;tzt sich wesentlich auf Einsch&auml;tzungen aus Gespr&auml;chen mit etwa 30 hochrangigen Funktion&auml;ren des rot-gr&uuml;nen Regierungspersonals. Den Zugang dazu er&ouml;ffnete ihm auch kein geringerer als sein Doktorvater selbst, worauf Wolfrum am Ende seines Buches dankbar verweist: &bdquo;Prof. Dr. Heinrich August Winkler gab Rat, wann immer ich ihn suchte, auch &ouml;ffneten seine Empfehlungen manche T&uuml;ren zu Interviews, die sonst verschlossen geblieben w&auml;ren. Daf&uuml;r danke ich herzlich.&ldquo; (S. 719)<\/p><p>Von der Sache her v&ouml;llig angemessen widmet Wolfrum unter dem Titel: &bdquo;Agenda 2010 &ndash; Die Umorientierung Deutschlands&ldquo; der Zerschlagung der alten Sozialverfassung der Bundesrepublik &uuml;ber 50 Seiten (S. 528 &ndash; 583)<\/p><p>Auch wenn Wolfrum durchaus eine Vielzahl von Kritikpunkten aus den zeitgen&ouml;ssischen &ouml;ffentlichen Debatten um das Hartz IV-Regime referiert: Sein von Wehler als ziemlich &bdquo;gerecht&ldquo; belobigtes Urteil dazu f&auml;llt positiv aus. Die BILD-Zeitung war davon so begeistert, dass sie Wolfrum mit seinen Worten, dass es sich bei der Agenda 2010 um die &bdquo;imponierendste Reform eines deutschen Staates&ldquo; gehandelt haben soll, auf der Titelseite daf&uuml;r benutzte den &bdquo;Kanzler der Reformen&ldquo; Gerhard Schr&ouml;der als &bdquo;Gewinner&ldquo; zu feiern. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Wenn das stimmt, dann findet Schr&ouml;der bestimmt diesen Professor aus Heidelberg nicht so schlecht wie einen anderen Kollegen vom gleichen Ort, namentlich Paul Kirchof. &Uuml;ber dessen Steuerpl&auml;ne hatte er sich im Wahlkampf 2005 als &bdquo;Professor aus Heidelberg&ldquo; s&uuml;ffisant-despektierlich verbreitet. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>In dem besagten Agenda-Kapitel widmet sich ein Unterabschnitt in anspielungsreicher Formulierung einem &bdquo;Alarm im Maschinenraum der Agenda-Ingenieure.&ldquo; (S. 530 &ndash; 535) Ende des Jahres 2002 seien die Arbeitslosenzahlen hochgeschnellt, und die Sozialkassen seien leer gewesen: &bdquo;&Uuml;berall leuchteten die Alarmlampen&ldquo; lautet hier die Eintragung von Maschinenraumbesucher Wolfrum im Betriebshandbuch, und so brach &bdquo;Ende des Jahres 2002 (&hellip;) im Kanzleramt hektische Betriebsamkeit&ldquo; aus.<\/p><p>Der Historiker verweist dann auf ein im Bundeskanzleramt am 5. Dezember 2002 entstandenes Thesenpapier unter dem Titel: &bdquo;Auf dem Weg zu mehr Wachstum, Besch&auml;ftigung und Gerechtigkeit&ldquo;, welches &bdquo;die Keimzelle der sp&auml;teren Agenda 2010&ldquo; darstelle. Wenn das so stimmt, dann ist das ein wirklich wichtiges Dokument der Zeitgeschichte! Da will man doch gerne genau wissen, wer es geschrieben hat. Ein Zeithistoriker, der auf sich h&auml;lt, muss sich quasi zerrreisen, um so eine Frage zu beantworten. Doch &uuml;berraschenderweise findet sich als Antwort dazu bei Wolfrum nur eine laxe Formulierung: Es sei &bdquo;im Arbeitsbereich &bdquo;Planung&ldquo; des Bundeskanzleramtes, dem Heiko Geue vorstand (&hellip;), entwickelt&ldquo; worden. (S. 530 &ndash; 531) &ndash; Kann es denn angehen, dass hier der Wissensbestand der zeitgeschichtlichen Forschung weit hinter das zur&uuml;ckf&auml;llt, was man zeitgen&ouml;ssisch in der Presse lesen konnte? Immerhin hatte die Frankfurter Rundschau schon kurz vor Weihnachten 2002 von einer &bdquo;hochkar&auml;tigen Planungsgruppe&ldquo; im Kanzleramt mit dem Namen &bdquo;Strategie 2010&ldquo; gesprochen, die an Vorschl&auml;gen f&uuml;r &bdquo;grundlegende Reformen der Sozialsysteme&ldquo; arbeite. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Ein Reporter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung war dann einen Tag sp&auml;ter so freundlich, das Geheimnis um jene Hochkar&auml;ter zu l&uuml;ften: &bdquo;Das Papier war am 5. Dezember von einer neuen Strategiegruppe des Kanzleramtes in einer vertraulichen Sitzung im Berliner Sony-Tower erarbeitet worden. Das Strategiepapier soll als Grundlage f&uuml;r ein weiteres Treffen der Gruppe im Januar dienen. Deutschland befinde sich in einer &bdquo;Wachstums- und Vertrauenskrise&rdquo;, schreiben die Autoren in ihrer 24 Seiten umfassenden Analyse; die sozialen Sicherungssysteme m&uuml;ssten &bdquo;grundlegend reformiert&rdquo; werden. Die intern &ldquo;Strategie 2010&rdquo; genannte Gruppe tagt unter der Leitung von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier. Ihr geh&ouml;ren Steinmeiers Stabschef Stephan Steinlein, Schr&ouml;ders B&uuml;roleiterin Sigrid Krampitz, die Regierungssprecher Bela Anda und Thomas Steg, der Planungschef von Wirtschaftsminister Clement, Henry Cordes, sowie Schr&ouml;ders Kommunikationsberater Reinhard Hesse an. Hinzu kommen Fachleute wie der Berliner Historiker Heinrich August Winkler.&ldquo; [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Von Herrn Geue ist also wenigstens hier als Autor schon mal nicht, von einigen anderen aber allemal die &ouml;ffentliche Rede. &ndash; Wie kann es nur kommen, das der Zeithistoriker Wolfrum die Autorenschaft dieses von ihm wohl zurecht als bedeutsam interpretierten Dokumentes der Zeitgeschichte nicht verifiziert hat? Er verletzt dadurch allemal die ihm von Wehler bescheinigte &bdquo;empirische Quellenn&auml;he&ldquo;. Im weiteren Verlauf seiner diesbez&uuml;glichen Beschreibung weist Wolfrum jedenfalls die &bdquo;Behauptung&ldquo; zur&uuml;ck, das eben dieses von einer &bdquo;neuen Strategiegruppe des Kanzleramtes in einer vertraulichen Sitzung&ldquo; (FAS) erstellte Thesenpapier &bdquo;innerhalb der SPD unbekannt gewesen sei: ganz im Gegenteil: Selbst der Tagesspiegel und die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatten dar&uuml;ber berichtet.&ldquo; (S. 534) In der dazu nachgereichten Fu&szlig;note 14 hat sich der Professor aus Heidelberg aber leider nur auf den Nachweis des diesbez&uuml;glichen Artikels im Tagesspiegel beschr&auml;nkt, den noch im Text erw&auml;hnten FAZ-Artikel sucht man vergeblich. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Das alles kann nun wirklich nicht &uuml;berzeugen: Eben dieses Thesenpapier ist doch von der Gruppe &bdquo;Strategie 2010&ldquo; sehr gezielt hinter dem R&uuml;cken der SPD-Fraktion und dem von den &bdquo;umfassenden Sozialreformen&ldquo; betroffenen Gesundheitsministerium erstellt worden. Als es fertig gestellt war, wurde es zun&auml;chst als &bdquo;Testballon&ldquo; in die Presse lanciert, um so Wolfrum wenigstens hier in nuancierter Formulierung &bdquo;die Reaktionen in der Partei auszukundschaften.&ldquo; (S. 533): Kurz: Die SPD als Partei war aus der Sicht der im Kanzleramt verdeckt operierenden Gruppe &bdquo;Strategie 2010&ldquo; das feindliche Terrain, das es &bdquo;auszukundschaften&ldquo; galt.<\/p><p>Das ist doch alles sehr traurig. Nur ein bisschen Neugier und Rechercheeifer vorausgesetzt, dann w&auml;re Wolfrum sicher auf jenen hier zitierten Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) gesto&szlig;en. Er h&auml;tte ihm helfen k&ouml;nnen, die Autorenschaft jenes Thesenpapieres zu kl&auml;ren. Wenn die FAS hier nicht gepfuscht hat, dann war es doch sein eigener Mentor Heinrich August Winkler, der die &bdquo;Keimzelle der sp&auml;teren Agenda 2010&ldquo; mit verfertigt hat. Mit Verlaub: Das propagandistische Wirken des Schlachtrosses f&uuml;r die Exekution der Agenda 2010 auf Kosten seiner eigenen Partei und &uuml;ber alle Bev&ouml;lkerungsproteste hinweg damals wie heute kann als bekannt vorausgesetzt werden. Unmittelbar vor dem Sonderparteitag der SPD am 1. Juni 2003 hatte dieser in einem Interview mit der Parteizeitung Vorw&auml;rts &bdquo;die weitere Zukunft der deutschen Sozialdemokratie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten&ldquo; beschworen und gegen&uuml;ber der alten BRD-Sozialverfassung einen &bdquo;Befreiungsschlag&ldquo; eingefordert. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Winkler wusste offenbar sehr genau, wovon er sprach, denn er kann wohl als ein bedeutender &ndash; um hier einen Begriff von Wolfrum selbst in Anschlag zu bringen &ndash; operativ umsichtig t&auml;tiger &bdquo;Agenda-Ingenieur&ldquo; des auf Gehei&szlig; des Kanzleramtes im Dezember 2002 erarbeiteten Angriffsplanes betrachtet werden. Doch ausgerechnet in der Abfassung des Kapitels &uuml;ber die Agenda 2010 will Wolfrum den &bdquo;Rat&ldquo; seines Mentors, dessen &bdquo;Empfehlungen&ldquo; ihm immer mal wieder verschlossene T&uuml;ren ge&ouml;ffnet haben, nicht gesucht haben?<\/p><p>Eine plausible Erkl&auml;rung k&ouml;nnte auf den kurzen Dienstweg zwischen dem Sch&uuml;ler Wolfrum und seinem Lehrer Winkler verweisen. Gut m&ouml;glich, dass sie ein stilles Arrangements dar&uuml;ber vereinbart haben, dessen politisch aktivistische Seite bei der ganzen rot-gr&uuml;nen Chose nicht in der Weise hervorzuheben, wie es von der Sache geboten ist. Die Aufgabe des Sch&uuml;lers bestand in seinem Buch vielleicht ja auch darin, die Vita seines Lehrers zu polieren. Immerhin recherchiert er f&uuml;r ihn &ndash; wenn auch ohne Quellenbeleg &ndash; sogar bis in das Schlafzimmer von Bundeskanzler Schr&ouml;der &bdquo;auf dessen Nachttisch im Kanzleramt&ldquo; das Buch seines Doktorvaters &bdquo;Der lange Weg nach Westen&ldquo; gelegen haben soll. (S. 631).<\/p><p>&hellip; Nat&uuml;rlich wei&szlig; er an jenem Werk die &bdquo;wissenschaftliche Qualit&auml;t und darstellerische Kraft&ldquo; zu r&uuml;hmen. Wenn es denn der Wunsch von Professor Dr. Winkler gewesen sein mag, sich lieber als ein hell erleuchtetes intellektuelles Juwel am Firmament der Berliner Republik denn als verdreckter Ingenieur in irgend einem ver&ouml;lten Maschinenraum des Kanzleramtes f&uuml;r die Nachwelt &uuml;berliefern zu lassen, wie h&auml;tte es ihm sein Sch&uuml;ler abschlagen k&ouml;nnen? <\/p><p>Allerdings muss so nat&uuml;rlich jeder Anspruch auf &bdquo;empirische Quellen&auml;he&ldquo; au&szlig;er Kraft gesetzt werden. Insofern kann das eingangs referierte Diktum von Hans-Ulrich Wehler &uuml;ber das Wolfrum zugeschriebene &bdquo;gro&szlig;e Opus&ldquo; pr&auml;zisiert werden: Dessen gemeinsam mit Winkler in politischer Absicht verfolgte &bdquo;souver&auml;ne Deutung&ldquo; der rot-gr&uuml;nen Regierungszeit musste leider auf der Basis gravierender Quellenm&auml;ngel mit einigen windschiefen Interpretationen erkauft werden.<\/p><p><strong>Zum Autor dieses Beitrags: <\/strong><br>\nMarkus Mohr beteiligte sich als autonomer Aktivist an der Kampagne Agenturschluss.<br>\nSie verfolgte am 3. Januar 2005 in den Arbeits&auml;mtern der Republik das Ziel, gemeinsam mit den dort lohnabh&auml;ngig Besch&auml;ftigten eine kollektive Diskussion gegen das Hartz IV-Regime zu erzwingen.<\/p><p><strong>Literaturangaben von Markus Mohr:<\/strong><br>\nWolfrum, Edgar, Rot-Gr&uuml;n an der Macht \/ \/Deutschland 1998 &ndash; 2005\/ 2013.<br>\n848 Seiten: mit 37 Abbildungen. Gebunden C.H.BECK ISBN<br>\n978-3-406-65437-4, 24, 80 Euro<\/p><p><strong>Ein Nachtrag von Markus Mohr:<\/strong><\/p><ol>\n<li>In einem Interview mit dem arbeitsmarktpolitischen Sprecher der SPD-BT-Fraktion Brandner ist diesem deutlich die Verbl&uuml;ffung &uuml;ber das &uuml;berfallartig pr&auml;sentierte Strategiepapier aus dem Kanzleramt vor Weihnachten 2002 anzumerken:<br>\n&nbsp;<br>\n<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/\">Interview<\/a> von Jochen Spengler mit Klaus Brandner, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion am 23.12.2002 im <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/155262\/\">Deutschlandfunk, Diskussion um Strategiepapier<\/a><\/li>\n<li>Schon Ende Oktober 2003 heiligt der Politikwissenschaftler Korte unter expliziter Benennung der Agenda 2010&nbsp;die immense Bedeutung des sog. &ldquo;Steinmeier-Kreises&rdquo;, &ndash; nur ein anderer Name f&uuml;r die Gruppe &bdquo;Strategie 2010&ldquo;,&nbsp;&ndash; sowie&nbsp;dessen effektives wie verborgenes Wirken. O-Ton Korte: &ldquo;Demokratietheoretisch stimmt es bedenklich, wenn immer mehr &ldquo;Erw&auml;hlte&rdquo; an Stelle der &ldquo;Gew&auml;hlten&rdquo; an Einfluss gewinnen. Parlamentarismus ist in der Demokratie schlie&szlig;lich ein Verfahren zur Beteiligung aller. Da Regieren sich aber zunehmend kommunikationsabh&auml;ngig und verflochten im Sinne eines Interdependenzmanagements gestaltet, nehmen Prozesse der Informalisierung &ndash; und damit auch das Gewicht von Maklern &ndash; potentiell zu. Ihr Einfluss besteht eben nicht nur in der Informationsaufbereitung, sondern auch in der Informationsinterpretation, was einer inhaltlichen Politikausrichtung gleichkommt.&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nKarl-Rudolf Korte, <em>Die Rolle von Machtmaklern im Entscheidungsprozess von Spitzenakteuren<\/em>. In:&nbsp;Aus Politik und Zeitgeschichte&nbsp;B&nbsp;43\/2003, Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung vom 20.10.2003, Internet: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/27345\/information-und-entscheidung\">Information und Entscheidung<\/a><\/li>\n<li>Und dann erz&auml;hlt noch Ende Juli 2004 das Nachrichtenmagazin der SPIEGEL in einer Titelgeschichte die Inside-Story des Strategiepapiercoups&nbsp;aus dem Kanzleramt, das als Aufgalopp f&uuml;r die BT-Rede zur Agenda 2010 von Schr&ouml;der Mitte M&auml;rz 2003 diente:<br>\n&nbsp;<br>\nMatthias Geyer, Dirk Kurbjuweit, Langer Anlauf, kurzer Sprung \/ F&uuml;nf Jahre hat Gerhard Schr&ouml;der gebraucht, um sich zu einem Reformprogramm durchzuringen. Es ist eine Geschichte des Zauderns und der verpassten Chancen. In: &nbsp;SPIEGEL Nr. 30 vom 19.7.2004, S. 20 &ndash; 41, hier vor allem S. 32 &ndash; 38, Internet: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-31548427.html\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/wissen.spiegel.de\/wissen\/image\/show.html?did=31548427&amp;aref=image035\/E0429\/ROSP200403000200041.PDF&amp;thumb=false\">hier [PDF &ndash; 1.4 MB]<\/a><\/li>\n<li>Das ist doch bemerkenswert: Die zeitgen&ouml;ssischen Berichte &uuml;ber das verdeckte Agieren informell organisierter Elitegruppen in Sachen Agenda 2010-Putsch liegen alle vor und sie werden von Wolfrum &ndash; &nbsp;sicher &ldquo;souver&auml;n&rdquo; &ndash; &nbsp;einfach ignoriert. So geht es also auch.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Beitrag IV<\/strong><br>\n<strong>Eine Rezension des Wolfrum Buches durch Gert Wei&szlig;kirchen:<\/strong><\/p><p>Das Folgende stammt nicht aus einer Mail an die NachDenkSeiten zu meinem Artikel. Es ist die Rezension eines fr&uuml;heren Fraktionskollegen, des ehemaligen Bundestagsabgeordneten meines Heimatswahlkreises Rhein-Neckar im vorw&auml;rts. Dass sich mein alter Kumpel Gert Wei&szlig;kirchen zu einer solchen Lobeshymne hinrei&szlig;en l&auml;sst, na ja, vielleicht aus Heimatverbundenheit:<br>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.vorwaerts.de\/108408\/rezension_wolfrum_rot-gruen.html\">Rot-Gr&uuml;n: erneut an die Macht<\/a>!<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Hans-Ulrich Wehler, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/gerechtes-urteil\/v_print\/8592860.html?p=\">Gerechtes Urteil<\/a> \/ Edgar Wolfrums Studie &uuml;ber Rot-Gr&uuml;n ist ein Meisterwerk der deutschen Zeitgeschichte, in Tagesspiegel vom 5.8.2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Albrecht M&uuml;ller, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18679\">M&uuml;ssen Historiker so tendenzi&ouml;s und so schlecht arbeiten wie der Autor Wolfrum mit seinem Buch &uuml;ber &bdquo;Rot-Gr&uuml;n an der Macht&ldquo;?<\/a> vom 18.9.2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] O.N.; <a href=\"http:\/\/www.uni-heidelberg.de\/md\/zegk\/histsem\/mitglieder\/bild_08_08_2013_gewinner_schroeder_klein.jpg\">Gewinner<\/a>, in BILD-Zeitung vom 8.8.2013<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ky1cjD-Cwm4\">Gerhard Schr&ouml;der im Fernsehduell mit Angela Merkel<\/a> am 4.9.2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Karl Doemens, Kanzleramt widerspricht Schmidt \/ Strategiepapier empfiehlt Wahltarife bei Krankenkassen, in Frankfurter Rundschau vom 21.12.2002<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] M.I, Reformpapier entzweit die SPD, in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 22.12.2002<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Lutz Haverkamp, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/kanzleramt-plant-radikale-reformen-strategiepapier-auf-keinen-fall-hoehere-steuern-aber-mehr-eigenbeteiligung-bei-gesundheit-und-rente\/374492.html.\">Kanzleramt plant radikale Reformen<\/a>, in Tagesspiegel vom 20.12.2002.&ldquo;<\/p>\n<p>M&ouml;glicherweise k&ouml;nnte es sich bei dem von Wolfrum angesprochenen, aber nicht nachgewiesenen FAZ-Artikel um folgenden handeln: O.N., Auf dem Weg zu mehr Wachstum, Besch&auml;ftigung und Gerechtigkeit \/ Aus dem Strategiepapier des Kanzleramtes, in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4.1.2003<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Interview Lars Haferkamp &bdquo;Das wird ein Schicksalsparteitag&ldquo; \/ <a href=\"http:\/\/alt.vorwaerts.de\/artikel\/ae-das-wird-ein-schicksalsparteitag-ae\">Die SPD braucht ein neues Godesberg, so der Historiker Heinrich August Winkler<\/a>. Am 1. Juni entscheidet sie in Berlin &uuml;ber ihre Regierungsf&auml;higkeit &ndash; f&uuml;r Jahrzehnte, in vorw&auml;rts.de 5 \/ 2003<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu meinem Beitrag vom 18.9.2013 &uuml;ber das Buch des Heidelberger Professor Wolfrum &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18679\">Rot-Gr&uuml;n an der Macht<\/a>&ldquo;? &bdquo;M&uuml;ssen Historiker so tendenzi&ouml;s und so schlecht arbeiten wie der Autor Wolfrum &hellip;&ldquo; erhielten wir einige interessante Beitr&auml;ge von NachDenkSeiten-Lesern. In diesen Beitr&auml;gen wird davon berichtet, wie sich Wissenschaftler, namentlich die Historiker Winkler, Wehler und der Autor Wolfrum<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18946\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,208,11],"tags":[312,411,1115,1521],"class_list":["post-18946","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-rezensionen","category-strategien-der-meinungsmache","tag-reformpolitik","tag-schroeder-gerhard","tag-wehler-hans-ulrich","tag-wolfrum-edgar"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18946"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18950,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18946\/revisions\/18950"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}