{"id":19138,"date":"2013-11-04T09:12:49","date_gmt":"2013-11-04T08:12:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19138"},"modified":"2015-11-09T13:52:59","modified_gmt":"2015-11-09T12:52:59","slug":"hinweise-des-tages-1999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19138","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Armenhaus Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Eine soziale Dimension f&uuml;r die Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Markt und Monopole<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Kein Strompreisanstieg, keine Steuererh&ouml;hung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Paul Krugman: A War on the Poor  &ndash;  Ein Krieg gegen die Armen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Video: Steuerfahndung &ndash; Wie die Politik Milliarden verschenkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Ben Bernanke st&ouml;sst ein Seil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Die verpasste Chance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die USA, der deutsche Merkantilismus und die Koalitionsverhandlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Den Tarifvertrag st&auml;rken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Mindestlohn &ndash; Gespr&auml;ch mit Prof. Gerhard Bosch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Kommunale Netze sind keine L&ouml;sung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Die SWP im Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Lampedusa: Europas Schande<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Niederlage in der Mediendemokratie &ndash; Das gr&uuml;ne Bundestagswahlergebnis 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Wor&uuml;ber verhandelt die SPD eigentlich?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Forschungsrating des Wissenschaftsrats<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Scheinheilige Geb&uuml;hrenabzocke auf dem R&uuml;cken der Studierenden in Baden-W&uuml;rttemberg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Desinformationsorgie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Union und SPD wollen Vorratsdatenspeicherung wiederbeleben<\/strong><br>\nUnion und Sozialdemokraten wollen in einer gemeinsamen Regierung die Vorratsdatenspeicherung wieder einf&uuml;hren. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf Verhandlungskreise. Bereits 2007 war das umstrittene Ermittlungsinstrument von einer Gro&szlig;en Koalition eingef&uuml;hrt worden, musste nach dem Veto des Bundesverfassungsgerichts 2010 aber ausgesetzt werden. Die Wiedereinf&uuml;hrung war seither am erbitterten Widerstand der FDP und der liberalen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gescheitert.<br>\nNun sind die Liberalen raus und mit der SPD geht es &ndash; trotz des Widerstands sozialdemokratische Netzpolitiker &ndash; leichter, denkt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). &ldquo;Mit dem fr&uuml;heren Koalitionspartner FDP haben wir keine Einigung hinbekommen, da bin ich bei der SPD optimistischer&rdquo;, sagte der Minister der Rheinischen Post und will jetzt &ldquo;einen Kompromiss finden&rdquo;. Die beiden gro&szlig;en Parteien sind sich laut FAZ einig, eine Mindestspeicherfristen f&uuml;r Verbindungsdaten von Telefonen und Computern einzuf&uuml;hren. Es bestehe aber noch kein Einvernehmen &uuml;ber Details. So m&uuml;sse unter anderem noch gekl&auml;rt werden, wie lange die Daten aufbewahrt werden sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Union-und-SPD-wollen-Vorratsdatenspeicherung-wiederbeleben-2036987.html\">heise online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Ein Beispiel daf&uuml;r, dass der SPD die Beteiligung an der n&auml;chsten Bundesregierung offenbar wichtiger ist als die Interessen der Bev&ouml;lkerungsmehrheit. Der Ex-Bundesinnenminister und Ex-Gr&uuml;ne Otto Schily freut sich vermutlich. Die Langzeitfolgen einer solchen Politik &ndash; wenn es denn auch nur ann&auml;hernd so geschehen wird &ndash; hat die Partei wohl nicht ernsthaft genug bedacht: Weiterer massiver Vertrauensverlust droht.<br>\nDie Kompromissf&auml;higkeit, die Parteichef Gabriel j&uuml;ngst angemahnt hat, kennt offensichtlich keine Grenzen: Hauptsache an der Regierung.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Auch wenn einige SPD-Politiker sich vor den Wahlen gegen die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen haben &ndash; die Vorratsdatenspeicherung wurde 2011 vom Parteitag der SPD <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2011\/spd-weiter-fur-vorratsdatenspeicherung\/\">abgesegnet<\/a> und auch im aktuellen Parteiprogramm bekennt sich SPD dazu, Daten &bdquo;zur Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung&ldquo; zu sammeln.  Schlussendlich ging der &bdquo;Streit&ldquo; zwischen Union und SPD nur darum, ob die Daten sechs Monate (Union) oder drei Monate (SPD) gespeichert werden sollen. Greift man die Arithmetik vom Mehrwertsteuerdisput bei den Koalitionsverhandlungen 2005 auf, d&uuml;rfte es nicht wundern, wenn bei den aktuellen Verhandlungen am Ende eine Speicherfrist von 12 Monaten beschlossen wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Bin ermutigt von der Resonanz&rdquo;<\/strong><br>\nDer Berliner Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Str&ouml;bele hat nach seinem Treffen mit Edward Snowden einen Brief des Ex-Geheimdienstmitarbeiters mit nach Berlin gebracht. Snowden sieht sich in seinem Tun best&auml;tigt &ndash; und kritisiert die US-Regierung.<br>\nDas von dem Gr&uuml;nen-Politiker Hans-Christian Str&ouml;bele am Freitag pr&auml;sentierte und von ihm selbst sowie Edward Snowden unterzeichnete Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Generalbundesanwalt Harald Range und Bundestagspr&auml;sident Norbert Lammert hat folgenden Wortlaut:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/snowdens-brief-in-deutscher-uebersetzung-bin-ermutigt-von-der-resonanz\/9018424.html\">Der Tagespiegel<\/a>\n<p>dazu: <strong>&ldquo;Ich bereue nichts&rdquo;<\/strong><br>\nEr hat die NSA-Aff&auml;re ausgel&ouml;st und sitzt in Moskau fest: Der Whistleblower Edward Snowden erkl&auml;rt im Gespr&auml;ch, wie die USA die au&szlig;er Kontrolle geratenen Geheimdienste einfangen sollte &ndash; und was er in Moskau schmerzlich vermisst.<br>\nAm Donnerstag hat der gr&uuml;ne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Str&ouml;bele in Moskau Edward Snowden getroffen. Die S&uuml;ddeutsche Zeitung, das ARD-Magazin Panorama und der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo waren dabei. SZ-Mitarbeiter John Goetz fasst die wichtigsten Zitate zusammen.<br>\nBereuen Sie die Enth&uuml;llungen?<br>\nAls Konsequenz davon, das Richtige gemacht zu haben: Ich bereue nichts.<br>\nWelche Nachteile schmerzen Sie am meisten?<br>\nDer Preis meiner Handlung ist der Verlust von echten und regelm&auml;&szlig;igen Kontakten zu meiner Familie und meinen Freunden.<br>\nWarum geben Sie keine Interviews zum Inhalt der NSA-Dokumente?<br>\nUnabh&auml;ngige Journalisten und Experten sollen sich ihr eigenes Urteil dar&uuml;ber bilden, was die Dokumente beinhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/edward-snowden-im-gespraech-ich-bereue-nichts-1.1808562\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>F&uuml;nf Augen sehen mehr<\/strong><br>\nAmerikas Geheimdienste &uuml;berwachen die ganze Welt. Die ganze Welt? Vier Staaten genie&szlig;en Sonderrechte und sind Teil des Spionageclubs &ldquo;Five Eyes&rdquo;. Seit dem Kalten Krieg teilen sich Australien, Neuseeland, Kanada, Gro&szlig;britannien und die USA die Bespitzelung des Erdballs auf. Viele andere L&auml;nder w&uuml;rden gern mitmachen.<br>\nEs ist ein &Uuml;berbleibsel aus dem Kalten Krieg, das nun wieder in die Schlagzeilen ger&auml;t: Im B&uuml;ndnis &ldquo;Five Eyes&rdquo; arbeiten die USA, Gro&szlig;britannien, Kanada, Australien und Neuseeland zusammen. Das exklusive Spionage-Netzwerk ging aus der 1946 gegr&uuml;ndeten britisch-amerikanischen &ldquo;UKUSA&rdquo; hervor &ndash; einer Zusammenarbeit zwischen Gro&szlig;britannien (UK) und den USA. Ziel war damals nat&uuml;rlich vor allem die Vernetzung von Geheimdienstaktivit&auml;ten im Ostblock.<br>\nMitglieder sind der US-Geheimdienst NSA, der britische GCHQ und die entsprechenden Dienste der anderen drei L&auml;nder. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Abfangen und Speichern elektronischer Daten, au&szlig;erdem tauschen die Partner Erkenntnisse aus und teilen sich Arbeit auf. Die taz schreibt von einer &ldquo;unverbindlichen Arbeitsteilung&rdquo; der Mitglieder: Die Briten beobachten demnach Europa und Afrika, die USA Lateinamerika und Ostasien, Australien S&uuml;dasien, Neuseeland den Westpazifik und Kanada sch&uuml;tze Botschaftskommunikation weltweit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spionage-kooperation-five-eyes-fuenf-augen-sehen-mehr-1.1807258\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Zur Geschichte der &bdquo;Five Eyes&ldquo; haben auch die NachDenkSeiten bereits <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17827\">ausf&uuml;hrlich berichtet<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Passend dazu: <strong>Beredtes Schweigen<\/strong><br>\nNeuen Hinweisen aus den USA zufolge nehmen die Geheimdienste Deutschlands und anderer europ&auml;ischer Staaten aktiv und im gro&szlig;en Stil an der NSA-Spionage teil. Demnach forscht nicht nur der Bundesnachrichtendienst (BND) E-Mails von US-B&uuml;rgern aus; auch haben Geheimdienste mehrerer NATO-Mitglieder spezielle Kooperationsvereinbarungen mit Washington geschlossen, die den Austausch abgefangener Kommunikationsdaten beinhalten. Ob all dies nur mit den NATO-Kriegen in Zusammenhang steht, ist unklar. Das westliche Kriegsb&uuml;ndnis operiert keineswegs nur in Afghanistan, es befindet sich seit dem 4. Oktober 2001 auch im &ldquo;B&uuml;ndnisfall&rdquo; (&ldquo;Anti-Terror&rdquo;-Krieg); doch h&auml;ufen sich Anzeichen, dass die westlichen Dienste &ndash; deutsche inklusive &ndash; verb&uuml;ndeten Spionageorganisationen Zugang zu Kommunikationsdaten aus dem eigenen Land bieten, um ihnen die Auswertung von Materialien zu &uuml;berlassen, die ihnen selbst untersagt w&auml;re. Ein Experte f&uuml;r IT-Sicherheit weist darauf hin, dass deutsche Gesetze es dem Bundesamt f&uuml;r Sicherheit in der Informationstechnik explizit gestatten, bekannte Sicherheitsl&uuml;cken zu verschweigen; das erleichtert Zug&auml;nge f&uuml;r deutsche sowie ausw&auml;rtige Dienste. Wie der Experte vermutet, f&uuml;hren die Dienste zumindest der G20-Staaten s&auml;mtlich eine Total&uuml;berwachung der Kommunikation durch &ndash; also auch deutsche Stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58724\">german-foreign-policy.com<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Keine Angst vor NSA? Wie man das Ergebnis einer Umfrage uminterpretiert und auf den Kopf stellt<\/strong><br>\nManchmal sind es Nuancen, ein paar ver&auml;nderte Worte, und aus dem Inhalt einer Nachricht wird das glatte Gegenteil. &ldquo;Drei Viertel der Deutschen haben keine Angst vor NSA&rdquo;, schmetterte &ldquo;Spiegel Online&rdquo; am 2. November. Es war nicht einmal eine eigene Meldung. Man hatte sie von der &ldquo;Wirtschaftswoche&rdquo;. Die hatte ihre Meldung so betitelt: &ldquo;Mehrheit der Deutschen sieht sich durch NSA-Attacken nicht bedroht.&rdquo; Hatte das Meinungsforschungsinstitut tats&auml;chlich so gefragt?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/Bildung\/Medien\/2013\/11\/Keine-Angst-vor-NSA-Wie-man-das-Ergebnis-einer-Umfrage-uminterpretiert-51892.html\">Leipziger Internet Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Armenhaus Europa<\/strong><br>\nIn Europa breitet sich &bdquo;stille Verzweiflung&ldquo; aus. Verzweiflung bei Millionen Menschen, die in Armut leben, weil sich die Kluft zwischen Reich und Arm vertieft. So steht es im j&uuml;ngsten Bericht der Internationalen Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften (IFRC). Die Studie ist auch als Aufschrei zu verstehen, um den still leidenden Betroffenen eine Stimme zu geben.&#8232;Es geht Deutschland, relativ betrachtet, gut. Die Armutsquote liegt bei knapp 20 Prozent, und der Anteil derjenigen, die armutsgef&auml;hrdet sind, ist nicht wesentlich gewachsen. Dennoch hat die Ungleichheit der Verm&ouml;gensverteilung zugenommen. Da ist es besch&auml;mend, wenn in einem reichen Land Millionen Menschen, die durchs weitmaschiger werdende soziale Netz fallen, auf Suppenk&uuml;chen und Tafeln angewiesen sind, um &uuml;ber die Runden zu kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberger-nachrichten\/politik\/leitartikel-armenhaus-europa-1.3247827\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Eine soziale Dimension f&uuml;r die Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion?<\/strong><br>\nAnfang Oktober stellte der sozialdemokratische Kommissar f&uuml;r Soziales und Besch&auml;ftigung L&aacute;szl&oacute; Andor seine lange erwarteten Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine soziale Dimension der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion vor. Angesichts der grassierenden Massenarbeitslosigkeit in Europa wurden von vielen BeobachterInnen erhofft, dass es wichtige Schritte in Richtung einer Sozialunion geben w&uuml;rde. Doch stattdessen schl&auml;gt die Kommission Indikatoren zur Messung der sozialen Situation vor, die l&auml;ngst weithin bekannt ist und m&ouml;chte sie durch noch mehr neoliberale Strukturreformen verbessern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/eine-soziale-dimension-fuer-die-wirtschafts-und-waehrungsunion\">Arbeit &amp; Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Markt und Monopole<\/strong><br>\nHeinz-J. Bontrups Brosch&uuml;re &uuml;ber Ideologie und Wirtschaftsmacht<br>\nEine k&uuml;rzlich erschienene Studie des Berliner Bildungspsychologen Gerd Gigerenzer hat es best&auml;tigt: Mit dem &ouml;konomischen Grundwissen der Deutschen ist es nicht weit her. Nicht nur Faktenwissen fehlt, auch &uuml;ber wirtschaftspolitische Zusammenh&auml;nge herrscht Ahnungslosigkeit. Heinz-J. Bontrup, Herausgeber der j&auml;hrlichen Memoranden der &raquo;Arbeitsgruppe alternative Wirtschaftspolitik&laquo;, geh&ouml;rt zu jenen, die solides &ouml;konomisches Basiswissen vermitteln k&ouml;nnen. In dem von ihm verfa&szlig;ten siebten Heft der Ver&ouml;ffentlichungen des &raquo;&Ouml;konomischen Alphabetisierungsprogramms&laquo; des pad-verlages Bergkamen unter dem Titel &raquo;Wo bitte geht es hier zur Marktwirtschaft?&laquo; analysiert er die zentralen Begriffe der wirtschaftspolitischen Debatte: Wettbewerb und Markt einerseits, tats&auml;chliche Wirtschaftsmacht andererseits.<br>\nGlaubt man der herrschenden Lehre, so geht alles in Ordnung. Wettbewerb sei unter den Bedingungen eines &raquo;vollkommenen Marktes&laquo; zu realisieren. &raquo;Konsumentensouver&auml;nit&auml;t&laquo; stehe f&uuml;r eine &raquo;Demokratie des Marktes&laquo;. St&ouml;rungen des Marktes w&uuml;rden auf der Grundlage des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschr&auml;nkungen von 1958 behoben. Differenzen gibt es dar&uuml;ber, ob und inwieweit die &raquo;Selbstregulierungskr&auml;fte&laquo; der Wirtschaft ausreichen, um &raquo;das allgemeine Wohl&laquo; zu gew&auml;hrleisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/11-04\/019.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kein Strompreisanstieg, keine Steuererh&ouml;hung<\/strong><br>\nAbgeordnetenbestechnung und Aufgaben der Bundespolizei &ndash; das sind nur zwei der Themen an diesem Freitag, wenn Union und SPD die Koalitionsgespr&auml;che fortsetzen. In Sachen Energie und Steuern ist man sich bereits in Teilen einig. (&hellip;)<br>\nS&ouml;der sagte der Zeitung &ldquo;Die Welt&rdquo;, die sogenannte &ldquo;kalte Progression&rdquo; solle abgebaut werden. Bisher kann ein Arbeitnehmer, obwohl sein Brutto-Einkommen steigt, weniger netto herausbekommen, weil er durch das Plus einen h&ouml;heren Steuersatz bezahlen muss. Au&szlig;erdem h&auml;tten sich Union und SPD auf den Erhalt der Gewerbesteuer in ihrer derzeitigen Form geeinigt, so S&ouml;der. Steuererh&ouml;hungen d&uuml;rfe es auch nicht durch die Hintert&uuml;r geben, sagte der Finanzminister im Bayerischen Rundfunk.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/koalitions-verhandlungen-ergebnisse100.html\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.P.:<\/strong> Desinformation mit &ouml;ffentlichen Geldern beenden!<br>\nAus Anlass der Koalitionsverhandlungen in Berlin wird in den Medien wieder einmal Desinformation &uuml;ber das deutsche Einkommenssteuersystem betrieben. Wie aus der oben genannten Quelle hervorgeht, behauptete der Sender B5 aktuell ( Werbeslogan: H&ouml;ren wie es wirklich ist), dass es m&ouml;glich sei durch die sog. &ldquo;kalte Progression&rdquo; weniger Nettoeinkommen ausgezahlt zu bekommen, wenn Besch&auml;ftigte durch eine Lohnsteigerung in einen h&ouml;heren Einkommensteuertarif rutschen. Um es deutlich zu sagen: Das ist Unfug.<br>\nDas w&auml;re mathematisch nur m&ouml;glich, wenn die n&auml;chste Stufe der Einkommensteuer  &uuml;ber 100% betragen w&uuml;rde. Tats&auml;chlich geht es, wenn &uuml;berhaupt, um die Kaufkraft. Da die Tarife der Einkommensteuer an fixe Betr&auml;ge gebunden sind, die nicht an die Entwicklung der Inflationsrate angepasst werden, ist es so dass Einkommen zwar steigen, wenn sie aber nicht &uuml;ber die Rate der Inflationsrate steigen verliert man Kaufkraft. Steigt das Einkommen genau in der gleichen H&ouml;he wie die Inflation, so bleibt, rein rechnerisch, die Kaufkraft gleich. F&uuml;hrt die Steigerung des Einkommens nun aber dazu, dass der Mensch in einen h&ouml;heren Einkommensteuertarif f&auml;llt, so kann es sein, dass &ldquo;der letzte Euro&rdquo; Einkommenszuwachs nun mit einem h&ouml;heren Satz besteuert wird. das f&uuml;hrt nicht dazu, dass Netto weniger Geld herausbekommt als vor der Lohnerh&ouml;hung, aber seine Kaufkraft sinkt wieder unter den Inflationssatz und so reduziert sich seine Kaufkraft wieder unter die Rate der Inflation. Wenn dann geht es also um die KAUFKRAFTVERLUSTE. Es kann doch aber nicht zuviel verlangt sein, dass ein &ouml;ffentlich-rechtlicher Sender diese Zusammenh&auml;nge richtig darstellt! Ich erwarte, dass dieser Unfug so schnell wie m&ouml;glich richtig gestellt wird!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Paul Krugman: A War on the Poor  &ndash;  Ein Krieg gegen die Armen<\/strong><br>\nJohn Kasich, der republikanische Gouverneur von Ohio, hat k&uuml;rzlich ein paar &uuml;berraschende Dinge getan. Erstens hat er die  &ndash;  von seiner eigenen Partei kontrollierte  &ndash;  Legislative seines Staates  umgangen und die von Washington gef&ouml;rderte Ausweitung von Medicare &uuml;bernommen, die ein bedeutender Teil von Obamacare ist. Und zu seiner Rechtfertigung griff er dann seine politischen Verb&uuml;ndeten an und sagte:&rdquo;Ich finde es bedenklich, dass es hier einen Krieg gegen die Armen zu gehen scheint. Dass, wenn man arm ist, man auch gleich tr&auml;ge und faul ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/11\/01\/opinion\/krugman-a-war-on-the-poor.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Video: Steuerfahndung &ndash; Wie die Politik Milliarden verschenkt<\/strong><br>\nGeld muss her: F&uuml;r Bildung, Infrastruktur und Pflegereform. In den Koalitionsverhandlungen ringen CDU, CSU und SPD um die Finanzierung. Dabei verschenkt der Staat Milliarden, weil er Steuern nicht konsequent eintreibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/das-erste\/plusminus\/steuerfahndung-wie-die-politik-milliarden-verschenkt?documentId=17874908\">ARD Mediathek<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Seit Jahren als Alternativen zur bisherigen Steuerpolitik bekannt: Kienbaum, Abschlussbericht &raquo;Quantifizierung der im Falle einer Bundessteuerverwaltung bzw. einer verbesserten Kooperation, Koordination und Organisation der L&auml;nderverwaltungen zu erwartenden Effizienzgewinne (Forschungsauftr&auml;ge Nr. 8\/05 und Nr. 22\/05) &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/Kienbaum_Kurzfassung.pdf\">Kurzfassung [PDF &ndash; 520 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ben Bernanke st&ouml;sst ein Seil<\/strong><br>\nDie amerikanische Notenbank kauft jeden Monat Staatsanleihen und verbriefte Hypothekarpapiere im Umfang von 85 Milliarden Dollar. Am Mittwoch hat der Offenmarktausschuss unter dem Vorsitz von Ben Bernanke beschlossen, dieses sogenannte Quantitative-Easing-Programm unver&auml;ndert weiterlaufen zu lassen (hier die Details). Im Verlauf der vergangenen knapp f&uuml;nf Jahre hat sich die Bilanzsumme der US-Notenbank mehr als vervierfacht; die Basisgeldmenge ist von 800 Milliarden auf gut 3600 Milliarden Dollar gestiegen.<br>\nDas muss doch in hoher Inflation m&uuml;nden, oder?<br>\nDiese Ansicht ist weitverbreitet. Wenn eine Zentralbank zu viel Geld druckt, sind hohe Teuerungsraten die Folge. Auch der US-&Ouml;konom Allan Meltzer hat die Inflationswarnung in diesem Interview, das mein Kollege Christoph Gisiger in New York mit ihm gef&uuml;hrt hat, wieder ausgesprochen.<br>\nDas Argument klingt logisch. Doch was ist davon im aktuellen Umfeld zu halten?<br>\nWir massen uns nicht an, zu prognostizieren, wie sich die Inflation in den USA &uuml;ber die n&auml;chsten Jahre entwickeln wird. Gegenw&auml;rtig sprechen die Signale allerdings eine klare Sprache: Noch immer ist in den USA Deflation die gr&ouml;ssere Gefahr.<br>\nZwei Charts werden im Folgenden zeigen, wieso dem so ist.<br>\nDoch zun&auml;chst ein kurzer Exkurs. Wenn die US-Notenbank am Markt Anleihen f&uuml;r 85 Milliarden abkauft, bezahlt sie daf&uuml;r mit einem vom Schatzamt ausgestellten Scheck. Die Verk&auml;ufer der Anleihen, also die Gesch&auml;ftsbanken, erhalten 85 Milliarden gutgeschrieben. Die Notenbank hat mit dieser Transaktion dem Finanzsystem also 85 Milliarden zugef&uuml;gt (im &uuml;bertragenen Sinn: &laquo;Geld gedruckt&raquo;), ihre Bilanzsumme erh&ouml;ht sich um diesen Betrag. Und noch etwas technischer ausgedr&uuml;ckt: Die Basisgeldmenge ist um 85 Milliarden gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/33527\/ben-bernanke-stoesst-an-einem-seil\/\">Never mind the markets<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die verpasste Chance<\/strong><br>\nVor f&uuml;nf Jahren mussten die UBS und Dutzende andere Finanzinstitute vom Staat gerettet werden. Dennoch machen die Banken fast so weiter wie zuvor.<br>\nEs gibt Daten, die brennen sich in die Historie ein. Viele Menschen wissen noch ganz genau, wo sie am 11. September 2001 waren, als sie die Bilder der brennenden T&uuml;rme des World Trade Centers in New York sahen. In der Finanzwelt ist eines dieser Daten der 15. September 2008: der Tag, an dem die Investmentbank Lehman Brothers unterging. Oder, in der Schweiz, der 16. Oktober 2008: der Tag, an dem Bund und Nationalbank die wankende UBS retten mussten.<br>\nDas globale Finanzsystem erlitt damals beinahe eine Kernschmelze, die Weltwirtschaft rutschte in die schwerste Rezession seit mehr als siebzig Jahren. Reihenweise kollabierten die Banken, und Staaten mussten Hunderte von Milliarden Dollar aufwerfen, um sie zu stabilisieren. 37 unter den 100 weltweit gr&ouml;ssten Banken waren auf die Hilfe des Staates angewiesen. Sie waren zu gross, zu vernetzt und zu wichtig f&uuml;r das Geldflusssystem, als dass man sie h&auml;tte untergehen lassen k&ouml;nnen: too big to fail eben.<br>\nEs war eine Nahtoderfahrung f&uuml;r die westliche Wirtschaftswelt.<br>\nEin halbes Jahrzehnt ist seither vergangen. Genug Zeit f&uuml;r Banken und Regulatoren, alles N&ouml;tige zu unternehmen, damit eine derartige Katastrophe nie mehr geschehen kann. Doch die Zeit wurde nicht genutzt.<br>\n&laquo;Das Finanzsystem ist heute nicht sicherer als vor dem Lehman-Kollaps. Die Situation ist sogar schlimmer als zuvor&raquo;, sagt der Physiker Didier Sornette, der an der ETH Z&uuml;rich das Financial Crisis Observatory leitet. &laquo;Das &lsaquo;Too big to fail&rsaquo;-Problem ist heute gr&ouml;sser als vor f&uuml;nf Jahren&raquo;, warnt Simon Johnson, der damals hautnah dabei war: Der am Massachusetts Institute of Technology lehrende Brite war 2007 und 2008 Chef&ouml;konom des Internationalen W&auml;hrungsfonds. &laquo;Mit Blick auf die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre oder so m&uuml;ssen wir davon ausgehen, dass sich der Zyklus wiederholt und sich eine &auml;hnliche Katastrophe, m&ouml;glicherweise sogar eine noch schlimmere, ereignen wird&raquo;, sagt Johnson.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.dasmagazin.ch\/2013\/11\/01\/die-verpasste-chance\/\">Das Magazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die USA, der deutsche Merkantilismus und die Koalitionsverhandlungen<\/strong><br>\nDie Emp&ouml;rung des Spiegel-Journalisten schwingt in jedem Wort mit: Wie kann die US-Regierung es wagen, Deutschland offen zu kritisieren? Wo wir es doch sind, die die USA  zu kritisieren haben wegen der NSA-Aff&auml;re und vielem anderen? Ja, die USA haben es gewagt, Deutschland wegen seiner Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse offen und hart zu kritisieren. In seinem &bdquo;currency report&ldquo;, den das US-Finanzministerium zwei Mal im Jahr erstellt, wird Deutschland mehr noch als China auf die Anklagebank gesetzt, weil es der gr&ouml;&szlig;te St&ouml;renfried im internationalen Handel sei, was nichts anderes hei&szlig;t, dass Deutschland ein Land ist, das nicht begriffen hat und auch nicht begreifen will, dass internationaler Handel nie eine Einbahnstra&szlig;e sein kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/die-usa-der-deutsche-merkantilismus-und-die-koalitionsverhandlungen\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Den Tarifvertrag st&auml;rken<\/strong><br>\nMindestlohn allein reicht nicht aus. Auch das System allgemeinverbindlicher Vereinbarungen muss wirksamer werden.<br>\nTrotz zunehmender Besch&auml;ftigung und r&uuml;ckl&auml;ufiger Arbeitslosenzahlen ist der deutsche Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren aus den Fugen geraten. Der Niedriglohnsektor geh&ouml;rt zu den gr&ouml;&szlig;ten in Europa und das Lohndumping erfasst immer neue Bereiche. Darauf reagiert die politische Diskussion um eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Sie konzentriert sich zum einen auf die st&auml;rkere Regulierung von Leiharbeit, Werkvertr&auml;gen und befristeter Besch&auml;ftigung, zum anderen auf einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. All das ist richtig. Ein Mindestlohn reicht aber nicht aus, um angemessene Arbeits- und Einkommensbedingungen in der gesamten Wirtschaft sicherzustellen. Dazu sollte zus&auml;tzlich das deutsche Tarifvertragssystem grunds&auml;tzlich gest&auml;rkt werden.<br>\nSonntagsredner preisen die im Grundgesetz verankerte Tarifautonomie, also die freie Gestaltung der Arbeits- und Einkommensbedingungen durch Gewerkschaften und Arbeitgeberverb&auml;nde, gern. Aber dass deren praktische Bedeutung laufend zur&uuml;ckgeht, wird in der politischen &Ouml;ffentlichkeit oft ausgeblendet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/gastbeitrag-den-tarifvertrag-staerken,1472602,24835930.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Mindestlohn &ndash; Gespr&auml;ch mit Prof. Gerhard Bosch<\/strong><br>\nWarum hat Deutschland einen relativ hohen Niedriglohnsektor, und was k&ouml;nnte man dagegen tun? Arbeitssoziologe Prof. Gerhard Bosch von der Uni Duisburg-Essen im Gespr&auml;ch mit Susanne Merkle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/cdn-storage.br.de\/mir-live\/MUJIuUOVBwQIb71S\/iw11MXTPbXPS\/_2rc_H1S\/_-OS\/_2ry_-rP\/130517_0905_radioWissen_Mindestlohn---Gespraech-mit-Prof-Gerhard-Bo.mp3\">Bayerischer Rundfunk [MP3]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit<\/strong><br>\nSchlechte Meldungen kann die Bundesregierung nicht gebrauchen. Deshalb bleibt sie dabei, die Arbeitslosenzahlen sch&ouml;n zu rechnen. Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden bereits seit l&auml;ngerem nicht als arbeitslos gez&auml;hlt. Viele der Arbeitslosen, die &auml;lter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Im Mai 2009 kam eine weitere Ausnahme hinzu: Wenn private Arbeitsvermittler t&auml;tig werden, z&auml;hlt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat.<br>\nWer die tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen. Dazu sagte der damalige Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am 4. Juni 2009 in der Fernsehsendung Panorama: &ldquo;Alles, was an Effekten durch arbeitsmarktpolitische Ma&szlig;nahmen entsteht, wird jedes Mal zusammen mit der Arbeitsmarktstatistik ver&ouml;ffentlicht. &hellip; Ich glaube, dass man sich auf die Seriosit&auml;t dieses Prozesses verlassen kann. Wer anders rechnen wolle, k&ouml;nne ja &ldquo;seine Zahl ver&ouml;ffentlichen &ndash; und dazu ein Flugblatt drucken.&rdquo; Das tun wir gern. Hier ist die tats&auml;chliche Zahl, die allein auf amtlichen Daten der Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit beruht. Im Januar 2013 sind mehr als 3,9 Millionen Menschen arbeitslos. Zeit zu handeln statt zu tricksen.<br>\nDar&uuml;ber hinaus tauchen 567.000 nicht erwerbst&auml;tige Personen &ndash; die sogenannte stille Reserve (1) &ndash; in keiner Arbeitslosenstatistik auf, weil sie sich entmutigt vom Arbeitsmarkt zur&uuml;ckgezogen haben und sich nicht (mehr) als arbeitslos registrieren lassen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/politik\/positionen\/arbeitsmarkt-und-mindestlohn\/tatsaechliche-arbeitslosigkeit\/\">Die Linke<\/a><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/LINKE_Tatsaechliche_Arbeitslosigkeit_Oktober2013.pdf\">Die Linke [PDF &ndash; 20 KB]<\/a>\n<p>Passend dazu: <strong>Die L&uuml;ge vom Jobwunder<\/strong><br>\nIn den vergangenen Jahren nahmen vor allem die Teilzeit- und Leiharbeit zu sowie die Minijobs. Diese Entwicklung ver&auml;ndert auch regul&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse. Die neue Regierung muss die zunehmende Kannibalisierung des Arbeitsmarktes beenden. Das kostet wenig, bringt aber viel.<br>\nNoch nie gab es so viele Erwerbst&auml;tige wie zurzeit, verk&uuml;ndet Bundeskanzlerin Angela Merkel bei jeder Gelegenheit und preist ein deutsches Jobwunder. Dabei ignoriert sie allerdings, dass dieses &raquo;Wunder&laquo; auf Millionen schlecht bezahlter und ungesicherter Arbeitspl&auml;tze beruht.<br>\nDieser Befund wird gerne verschwiegen. Frank-J&uuml;rgen Weise, der Pr&auml;sident der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, braucht lange, bis er auf einer Pressekonferenz mit der Sprache herausr&uuml;ckt: &raquo;Die Zuw&auml;chse in der Besch&auml;ftigung haben wir bei Befristungen, in Teilzeit, bei Minijobs und Leiharbeit.&laquo; Dort entstanden im Wesentlichen jene 2,3 Millionen neuer Jobs, von denen im Wahlkampf die Rede war. Und sie gehen mit einer Kannibalisierung der L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen einher, wie sie Deutschland noch nicht gesehen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.publik-forum.de\/Politik-Gesellschaft\/die-luege-vom-jobwunder\">Publik-Forum.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kommunale Netze sind keine L&ouml;sung<\/strong><br>\nEine Reihe von Kommunen will die &ouml;rtlichen Stromnetze k&uuml;nftig selbst besitzen. Die Berliner stimmen am kommenden Sonntag &uuml;ber das Ansinnen f&uuml;r die Hauptstadt ab. Doch Netze in &ouml;ffentlicher Hand bergen mehr Risiken als Chancen &ndash; und widersprechen letztlich der Idee der Marktwirtschaft. (&hellip;)<br>\nAber selbst wenn es f&uuml;r den Besitzer der Stromnetze eine stabile und sichere Rendite g&auml;be, gibt es keinen Grund, die B&uuml;rger mit ihren Steuerzahlungen f&uuml;r solch eine Investition heranzuziehen. Schlie&szlig;lich ist es nicht Aufgabe des Staates, sich kommerziell zu bet&auml;tigen. Daf&uuml;r gibt es in der Marktwirtschaft andere Akteure, die mit Kapital und nicht mit Steuergeldern agieren. So w&auml;re es beispielsweise vorstellbar, dass B&uuml;rger eine Genossenschaft gr&uuml;nden und auf eigenes Risiko und vor allem freiwillig in das Stromnetz investieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/de\/infodienste\/iw-nachrichten\/beitrag\/strommarkt-kommunale-netze-sind-keine-loesung-132386\">Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Is scho recht, m&ouml;chte man sagen. Dass das Institut der deutschen Wirtschaft nat&uuml;rlich gegen die Rekommunalisierung der Energieversorgung ist, versteht sich von selbst. Dazu muss man nur die Selbstauskunft des IW lesen: &ldquo;Unsere Mitglieder sind rund 110 Wirtschafts- und Arbeitgeberverb&auml;nde in Deutschland sowie Einzelunternehmen. Mitgliedsbeitr&auml;ge in H&ouml;he von j&auml;hrlich rund 10 Mio. Euro finanzieren unsere laufende wissenschaftliche und publizistische Arbeit.&rdquo; Warum aber Bestrebungen, die die Profitmaximierungsabsichten der Energiemultis beeintr&auml;chtigen gleich &ldquo;der Idee der Marktwirtschaft&rdquo; widersprechen belegt nur die ideologische Ausrichtung des IW. Auch die Behauptung &ouml;ffentliche Energieversorger w&uuml;rden ineffizient wirtschaften ist eine glatte Unterstellung. Und das neoliberale Standardargument darf auch nicht fehlen, dass die Kommunen aufgrund der leeren &ouml;ffentlichen Kassen gar nicht die Mittel f&uuml;r die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge haben. Dabei spricht gerade aus &ouml;kologischer Sicht vieles f&uuml;r eine regional orientierte Energieversorgung.&#8232;Dazu passt, dass die Springer-Presse wieder einmal kr&auml;ftige Sch&uuml;tzenhilfe gegen die Rekommunalisierung des Berliner Stromnetzes und f&uuml;r die Interessen der Energiekonzerne leiste. Aber auch derTagesspiegel feuert heftig gegen den Volksentscheid zur Rekommunalisierung des Berliner Energiesektors. Bei so geballter Ablehnung, ein Schelm wer B&ouml;ses dabei denkt. Ein sch&ouml;nes Beispiel einer gesteuerten Kampagne zur Beeinflussung des Volksentscheides.<\/em><\/p>\n<p><strong>Irref&uuml;hrende Werbung f&uuml;r Strom-Abstimmung<\/strong><br>\nSonntag stimmen die Berliner &uuml;ber zwei Fragen ab: Erstens: Soll der Senat eine Firma gr&uuml;nden, die Strom produziert? Zweitens: Soll der Senat das Berliner Stromkabel-Netz kaufen?&#8232;Die vereinigte Umweltlobby fordert uns auf, zweimal mit Ja zu stimmen. Die Aufforderung ist eindeutig, doch die Argumente ziehen nicht. Die Behauptungen sind irref&uuml;hrend. Ich z&auml;hle hier vier irref&uuml;hrende Behauptungen auf.&#8232;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/thema\/schupelius\/irrefuehrende-werbung-fuer-strom-abstimmung-article1755867.html\">bz-berlin<\/a><\/p>\n<p><strong>Volksentscheid weckt falsche Hoffnungen<\/strong><br>\nMehr erneuerbare Energien, mehr Mitsprache und ein landeseigenes Stadtwerk: Die Forderungen des Volksentscheids zur Rekommunalisierung des Berliner Energiesektors sind bekannt. Doch was haben die Verbraucher davon?&#8232;Steigende Strompreise, erneuerbare Energien und ein Volksentscheid, der die Stromversorgung am 3. November zu gro&szlig;en Teilen wieder in die &ouml;ffentliche Hand legen will: Bei der Diskussion um Energiewirtschaft geht vieles durcheinander. Doch kommt am Ende f&uuml;r den Verbraucher etwas heraus? Kritiker des Berliner Volksentscheids warnen seit langem, dass sich Energiepolitik nicht mit der Abstimmung beeinflussen lasse. Angesichts der starken Strompreiserh&ouml;hungen d&auml;mpfen nun auch die Bef&uuml;rworter die Erwartungen.&#8232;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/strompreissenkung-in-berlin-volksentscheid-weckt-falsche-hoffnungen\/8943110.html\">Der Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die SWP im Krieg<\/strong><br>\nDie &bdquo;Stiftung Wissenschaft und Politik&ldquo; und der Syrien-Konflikt<br>\nSeit dem Fr&uuml;hjahr 2011 tobt in Syrien ein erbitterter B&uuml;rgerkrieg, in dem Aufst&auml;ndische gegen die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad k&auml;mpfen. Laut den Vereinten Nationen fielen dem Krieg bereits &uuml;ber 100.000 Menschen zum Opfer.[1] Millionen Menschen sind auf der Flucht.[2] Das Land ist zunehmend zerst&ouml;rt[3] und ein Ende der Auseinandersetzung scheint trotz des j&uuml;ngsten &Uuml;bereinkommens zur Zerst&ouml;rung der syrischen Chemiewaffen in weiter Ferne.<br>\nInternational findet der Konflikt &ndash; gerade nach dem Einsatz von Chemiewaffen im Sommer 2013 &ndash; immer mehr Beachtung, nicht zuletzt deshalb, weil viele Staaten und zahlreiche Akteure in dem B&uuml;rgerkrieg unterschiedlichste eigene Interessen durchzusetzen versuchen. Diese Arbeit besch&auml;ftigt sich daher ausschlie&szlig;lich mit der Rolle Deutschlands in dem B&uuml;rgerkrieg und im Speziellen mit der Position der &bdquo;Stiftung Wissenschaft und Politik&ldquo; (SWP), die als Tr&auml;gerin des &bdquo;Deutschen Instituts f&uuml;r Internationale Politik und Sicherheit&ldquo; eine wichtige beratende Funktion f&uuml;r die Bundesregierung einnimmt. Die in der Gesellschaft durchaus anerkannte Stiftung ist zudem Ansprechpartnerin f&uuml;r zahlreiche Medien und nimmt dadurch Einfluss auf die &ouml;ffentliche Debatte. So ist gerade im Fall des syrischen B&uuml;rgerkriegs eine gro&szlig;e Pr&auml;senz von Vertreterinnen und Vertretern der SWP als Interview-Partner in Nachrichten-Sendungen oder als Verfasser von Gastbeitr&auml;gen in Print-Medien zu beobachten. Im Fokus dieser Arbeit steht die Frage, ob die &bdquo;Stiftung Wissenschaft und Politik&ldquo; eine milit&auml;rische L&ouml;sung des Syrien-Kriegs pr&auml;feriert und wie die Berliner Politikberater bei einem westlichen Milit&auml;rschlag zu einer &ndash; in der &Ouml;ffentlichkeit umstrittenen &ndash; milit&auml;rischen Beteiligung Deutschlands stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2013\/10\/31\/die-swp-im-krieg\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Lampedusa: Europas Schande<\/strong><br>\nAm 3. Oktober kenterte vor der K&uuml;ste Lampedusas ein Schiff mit &uuml;ber 500 Fl&uuml;chtlingen, nur 155 von ihnen &uuml;berlebten. Politiker in ganz Europa zeigten sich schockiert &ndash; als ob es das erste Mal gewesen w&auml;re, dass Menschen auf ihrer Flucht nach Europa ertrinken. Dabei sind die Fakten hinl&auml;nglich bekannt: Knapp zwei Drittel aller &bdquo;illegalen&ldquo; Einreisen in die EU erfolgen &uuml;ber den Seeweg, zumeist in v&ouml;llig &uuml;berf&uuml;llten, nicht hochseetauglichen Booten. Sch&auml;tzungsweise 60&thinsp;000 Menschen wagen pro Jahr die Flucht &uuml;ber das Mittelmeer Richtung EU, etwa 2000 von ihnen sterben w&auml;hrend der &Uuml;berfahrt.<br>\nPapst Franziskus, der bereits im Juli Lampedusa besucht hatte, fand daf&uuml;r das treffende Wort: &bdquo;Schande&ldquo;. Tats&auml;chlich trifft die Europ&auml;ische Union eine unmittelbare Mitschuld an diesen Toten, denn Europa ignoriert die Toten an seinen Str&auml;nden nicht, es nimmt &bdquo;diese Menschenopfer in Kauf&ldquo;, so Giusi Nicolini, die B&uuml;rgermeisterin von Lampedusa, &bdquo;um die Migrationsfl&uuml;sse einzud&auml;mmen&ldquo;. Im Sinne einer gezielten Abschreckungslogik sind diese Nachrichten und Bilder Teil des europ&auml;ischen Migrationsregimes. Alle wissen davon, aber keiner tut etwas gegen die Gefahren. Andernfalls, so die brutale Logik, w&uuml;rden noch weit mehr Menschen versuchen, das Mittelmeer zu &uuml;berqueren.<br>\nDie Toten von Lampedusa sind somit Teil einer gezielten Kommunikationsstrategie der EU. Sie sollen potentiellen Fl&uuml;chtlinge in den Herkunftsgesellschaften klar machen, dass Europa seine Grenzen um buchst&auml;blich jeden Preis sch&uuml;tzt. Zynischerweise verkauft die EU diese Politik als humanit&auml;ren Akt: Abschreckende Bilder hielten Fl&uuml;chtlinge von der gef&auml;hrlichen Reise ab und entz&ouml;gen kriminellen Schleppern die Gesch&auml;ftsgrundlage. Je weniger Menschen also die &Uuml;berfahrt &uuml;ber das Mittelmeer wagten, desto weniger Tote g&auml;be es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2013\/november\/lampedusa-europas-schande\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Niederlage in der Mediendemokratie &ndash; Das gr&uuml;ne Bundestagswahlergebnis 2013<\/strong><br>\nKurz gesagt: Die Gr&uuml;nen hatten verdammt schlechte Presse in diesem Wahlkampf. Dass die ein Hauptfaktor f&uuml;r den Verlust von einer Million W&auml;hlern war, ist kaum umstritten. Die Partei streitet eher dar&uuml;ber, ob das nun ein unfairer Medienfeldzug oder die selbstverschuldete und verdiente Strafe war.<br>\nDie meisten &ouml;ffentlich ge&auml;u&szlig;erten gr&uuml;nen Selbst-Analysen in den ersten Wochen nach der Wahl machten sich im Wesentlichen die verbreitete mediale Kommentarlinie der letzten Wochen vor der Wahl zu Eigen. Die Gr&uuml;nen erschienen als Partei der Steuererh&ouml;hungen, der Verbote und der P&auml;dophilie und vernachl&auml;ssigten ihre Kernkompetenzen in der Umwelt-, Energie- und Klimapolitik. Das Bild, das in den K&ouml;pfen des Publikums angekommen ist, ist damit vermutlich richtig getroffen. Die Annahme, die F&uuml;hrung der Gr&uuml;nen habe diesen Eindruck erwecken wollen und bewusst dementsprechende Kommunikationsentscheidungen getroffen, ist nat&uuml;rlich absurd. Wie er dennoch entstehen konnte, und welchen Anteil falsche Entscheidungen von gr&uuml;ner Seite dabei hatten, dar&uuml;ber muss sich die Partei klar werden. Die Debatte der ersten Wochen nach der Wahl war dabei allerdings wenig hilfreich.<br>\nIn unz&auml;hligen &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen nahmen weite Teile der Partei die durchgesetzten Negativ-Schablonen des politischen Gegners als Selbstbeschreibung an und best&auml;tigten so in einem Akt der vollst&auml;ndigen Unterwerfung die Niederlage im Deutungsstreit. Das f&uuml;hrte von gr&uuml;ner Seite zu Aussagen wie: &bdquo;Wir haben unseren Markenkern vernachl&auml;ssigt und nicht &uuml;ber die Energiewende geredet.&ldquo; &bdquo;Die Steuerpl&auml;ne waren exzessiv und haben unsere b&uuml;rgerlichen W&auml;hler verschreckt.&ldquo; &bdquo;Wir haben den Veggie-Day zum Thema gemacht, das war ein Riesenfehler, wir wollen zu viele Verbote&ldquo;. &bdquo;Wir h&auml;tten P&auml;dophilie ganz anders aufarbeiten m&uuml;ssen, es selbst massiv betreiben sollen.&ldquo;<br>\nDamit wird das Ergebnis des medialen Deutungskampfes &ndash; in dem mit konkurrierenden Parteien, Medien und Verb&auml;nden eine Vielzahl von Akteuren mitspielen &ndash; allein den eigenen gr&uuml;nen Kommunikationsentscheidungen angelastet und im Rausch der &bdquo;Selbst&ldquo;-Gei&szlig;elung als Schuld akzeptiert. Das mag nach einer Wahlniederlage kommunikationstaktisch zun&auml;chst einmal richtig sein. Aber &uuml;berziehen sollte man nicht, denn je mehr die Gr&uuml;nen selbst diese Negativ-Etiketten best&auml;tigend wiederholen, desto schwieriger wird es, sie jemals wieder loszuwerden. Und eine Analyse des kommunikativen Geschehens d&uuml;rfte zeigen, dass die simple Selbstbezichtigung zu kurz greift.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boell.de\/de\/2013\/10\/28\/niederlage-der-mediendemokratie-das-gruene-bundestagswahlergebnis-2013\">Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung<\/a>\n<p>passend dazu: <strong>Im Angesicht des Todes<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen k&ouml;nnen als marktliberale &Ouml;kopartei nur verlieren. Ihnen droht das Schicksal der FDP: das Scheitern an der 5-Prozent-H&uuml;rde<br>\nAcht Prozent k&ouml;nnen einen ganz sch&ouml;n aus dem &ouml;kologischen Gleichgewicht bringen: Die Debatte um Schwarz-Gr&uuml;n ist Zeugnis einer gr&uuml;nen Identit&auml;tskrise in den Reihen der Partei wie auch in der medialen Auseinandersetzung mit der Frage: wohin?<br>\nJan Feddersen hat die Gr&uuml;nen in dieser Zeitung dazu aufgefordert, das Umverteilen, die &ldquo;staatliche Almoserei&rdquo; nun der Linkspartei zu &uuml;berlassen, mit deren &ldquo;restproletarischer&rdquo; Klientel der eigene gr&uuml;ne Freundeskreis eh wenig anzufangen wisse. Gr&uuml;ne sollten sich auf &ldquo;nichts als &ouml;ko&rdquo; konzentrieren, nicht links, nicht rechts, sondern &ldquo;vorne&rdquo; sein, nicht mehr &ldquo;schroff&rdquo; in Anti-AKW-Manier um Systemfragen k&auml;mpfen. Sondern die FDP als B&uuml;rgerrechtspartei und Koalitionspartner der CDU beerben. Darauf zu verzichten sei &ldquo;antipolitisch&rdquo;. Ich f&uuml;rchte, dass diese Thesen selbst antipolitische Wirkung entfalten k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F10%2F31%2Fa0157&amp;cHash=09d2916ce0686499c259c6c0f52f5f7b\">taz.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wor&uuml;ber verhandelt die SPD eigentlich?<\/strong><br>\nDie SPD Basis soll sich nicht so anstellen und auf keinen Fall erwarten, dass Angela Merkel einen Koalitionsvertrag unterschreiben w&uuml;rde, der die Handschrift der SPD trage. Man solle kompromissbereit sein. So oder so &auml;hnlich sprach der gro&szlig;e Vorsitzende, Sigmar Gabriel, an diesem Wochenende in Berlin vor seinen Parteifreunden. Okay ich wei&szlig;, er nannte Zahlen. Es sei eine Illusion zu glauben, dass Merkel in einem Koalitionsvertrag zu 100 Prozent das SPD-Programm unterschreibe. Doch welche Teile des SPD Programms werden hier eigentlich verhandelt und durchgesetzt?<br>\nBislang ist nicht viel bei den Koalitionsverhandlungen herausgekommen. Allein die Einigung bei der Finanztransaktionssteuer konnte vermeldet werden &ndash; keine wirkliche Neuigkeit. Auf diesem Gebiet sind sich alle seit Jahren einig. Passiert ist allerdings wenig. Au&szlig;erdem wollen die k&uuml;nftigen Koalition&auml;re Breitbandverbindungen im l&auml;ndlichen Raum ausbauen. Damit werden auch auf diesem relativ unproblematischen Terrain bahnbrechende Weichenstellungen vorgenommen. M&ouml;glicherweise reicht das ja schon f&uuml;r die Verhandlungsf&uuml;hrer der SPD, um ihre Unterschrift unter einen Koalitionsvertrag zu setzen. Denn laut Gabriel k&ouml;nne es sich eine Partei wie die SPD nicht leisten, alles oder nichts zu sagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2013\/11\/03\/worueber-verhandelt-spd-eigentlich-16742341\/\">Andr&eacute; Tautenhahn<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Forschungsrating des Wissenschaftsrats<\/strong><br>\nNoch ein Ranking mehr. Der Wissenschaftsrat will sein sogenanntes Forschungsrating, das bisher nur im Testbetrieb lief, als Vollversion an Deutschlands Hochschulen an den Start bringen. Ausdr&uuml;cklich soll damit auch der privaten Konkurrenz das Wasser abgegraben werden. Der Eliteforscher Michael Hartmann hat daran seine Zweifel und h&auml;lt auch sonst nichts von der grassierenden &ldquo;Vergleicheritis&rdquo;. Im Gespr&auml;ch mit Studis Online beklagt der Soziologe das Schwimmen im Mainstream, den schleichenden Tod der Theorien sowie die Trennung in Hui und Pfui.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1582-forschungsrating-ausweiten.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Scheinheilige Geb&uuml;hrenabzocke auf dem R&uuml;cken der Studierenden in Baden-W&uuml;rttemberg<\/strong><br>\nDer freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V. verurteilt die Absicht der gr&uuml;n-roten Landesregierung Baden-W&uuml;rttembergs, versteckte Studiengeb&uuml;hren verschiedener Form einzuf&uuml;hren.<br>\nHierzu erkl&auml;rt Jan Cloppenburg, Vorstandsmitglied im fzs:<br>\n&ldquo;Nachdem sich die gr&uuml;n-rote Regierung erst letztes Jahr f&uuml;r die Abschaffung allgemeiner Studiengeb&uuml;hren gefeiert hat, will sie jetzt verschiedene Bildungsgeb&uuml;hren klammheimlich wieder einf&uuml;hren.<br>\nDass Studieninteressierte den Zugang zum Studium in einzelnen F&auml;chern bezahlen sollen, ist vollkommen absurd und willk&uuml;rlich. Geb&uuml;hren f&uuml;r Auswahlgespr&auml;che und Eignungspr&uuml;fungen zu verlangen und die Geb&uuml;hren f&uuml;r Gasth&ouml;rer\/innen zu verdoppeln, ist scheinheilige Politik. Scheinheilig, weil Gr&uuml;n-Rot mit dem klaren Versprechen der Abschaffung von Studiengeb&uuml;hren angetreten war und nun Geb&uuml;hren durch die Hintert&uuml;r beschlie&szlig;en will.<br>\nGerade nach der Einf&uuml;hrung des dialogorientierten Serviceverfahrens zur Vereinfachung der Bewerbungsphase m&uuml;ssten Bewerbungsgeb&uuml;hren ausgeschlossen sein. Stattdessen funktioniert das System auch Jahre nach dem geplanten Termin immer noch nicht.&rdquo;<br>\nDer Entwurf des Wissenschaftsministeriums zum dritten Hochschulrechts&auml;nderungsgesetz vom 15. Oktober sieht vor, dass mehrere Geb&uuml;hren verpflichtend erhoben werden. Dazu z&auml;hlen Geb&uuml;hren f&uuml;r Auswahlgespr&auml;che und Eignungspr&uuml;fungen f&uuml;r beruflich qualifizierte Bewerber\/innen, f&uuml;r die Studieng&auml;nge Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Fr&uuml;he Bildung und Erziehung an P&auml;dagogischen Hochschulen, Sportwissenschaft, f&uuml;r k&uuml;nstlerische Studieng&auml;nge, f&uuml;r Bewerber\/innen an Dualen Hochschulen mit Fachhochschulreife und f&uuml;r Spracheingangspr&uuml;fungen.<br>\nAu&szlig;erdem sollen die Geb&uuml;hren f&uuml;r Gasth&ouml;rer\/innen verdoppelt sowie die bestehenden Geb&uuml;hren f&uuml;r Sprach- und Computerkurse, f&uuml;r weiterbildende und berufsbegleitende Studieng&auml;nge sowie der Verwaltungskostenbeitrag beibehalten werden.<br>\nDazu erg&auml;nzt Katharina Mahrt, ebenfalls Mitglied im Vorstand:<br>\n&ldquo;Zwei der bildungspolitischen Kernziele sind die Abbildung der Diversit&auml;t der Gesellschaft in den Hochschulen und die Erh&ouml;hung der Durchl&auml;ssigkeit des Bildungssystems. Dies kann nicht gelingen, wenn gerade denjenigen, die in den Hochschulen unterrepr&auml;sentiert sind, der Zugang erschwert wird. Offenbar m&ouml;chte die Landesregierung den Zugang zu Hochschulbildung auch noch verst&auml;rkt vom Geldbeutel abh&auml;ngig machen. Der fzs fordert die Abschaffung aller Bildungsgeb&uuml;hren und Zugangsh&uuml;rden sowie die soziale &Ouml;ffnung der Hochschulen.&rdquo;<br>\nQuelle: fzs Pressemitteilung (noch nicht im Netz) <\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Desinformationsorgie<\/strong><br>\nJust der letzte Verwaltungsakt der schwarz-gelben Bundesregierung sorgte noch einmal f&uuml;r helle Aufregung in den Medien &ndash; und f&uuml;r eine Orgie der Desinformation. Am 11. Oktober titelte &bdquo;S&uuml;ddeutsche Online&ldquo; am fr&uuml;hen Morgen noch halbwegs korrekt: &bdquo;Angehobene Bemessungsgrenze. Sozialbeitr&auml;ge steigen deutlich&ldquo;. Nur wenig sp&auml;ter hie&szlig; es jedoch vielerorts ganz allgemein und zum Erschrecken aller Beitragszahler: &bdquo;Auf die Arbeitnehmer kommen 2014 deutlich h&ouml;here Sozialabgaben zu.&ldquo; Ganz in diesem Duktus &bdquo;Spiegel Online&ldquo;: &bdquo;Arbeitnehmer m&uuml;ssen sich f&uuml;rs kommende Jahr auf h&ouml;here Belastungen einstellen&ldquo;. Lediglich die FAZ, man muss es leider zugeben, nahm es gleich im Titel ganz genau und kl&auml;rte &uuml;ber den Kern der Angelegenheit auf: &bdquo;Gutverdiener zahlen demn&auml;chst mehr f&uuml;r Sozialversicherungen&ldquo;.<br>\nDenn in der Tat, nur darum geht es bei der ganzen Geschichte: Wie schon oft geschehen, werden nach einer festgelegten Formel, gebunden an die Lohnentwicklung, die Beitragsbemessungsgrenzen geringf&uuml;gig erh&ouml;ht. Diese aber deckeln die Sozialabgaben nach oben. Die Konsequenz: Anders als die alleinerziehende Altenpflegerin mit einem Monatsbrutto von 1300 Euro muss ein gut entlohnter &bdquo;Spiegel&ldquo;-Redakteur nicht auf sein gesamtes Gehalt Sozialabgaben zahlen, sondern nur bis zu einer festgelegten Grenze. Zudem kann er, wenn ihm dies nicht mehr behagt, jederzeit von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln und sich so der gesellschaftlichen Solidarit&auml;t entziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2013\/november\/desinformationsorgie\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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