{"id":19228,"date":"2013-11-12T16:56:41","date_gmt":"2013-11-12T15:56:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19228"},"modified":"2019-07-05T10:55:03","modified_gmt":"2019-07-05T08:55:03","slug":"weimarer-verhaeltnisse-in-griechenland-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19228","title":{"rendered":"\u201eWeimarer Verh\u00e4ltnisse\u201c in Griechenland?  Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem &Uuml;berfall auf die Wachen vor dem Parteib&uuml;ro der Neonazis ist die Unsicherheit, wie es in Griechenland weitergehen soll, noch gr&ouml;&szlig;er geworden. Wer immer die T&auml;ter sind, sie haben den Neonazis eher einen Dienst erwiesen. Erinnerungen an den griechischen B&uuml;rgerkrieg kommen hoch. Was ist dran an den Berichten, dass die Neonazis &uuml;ber gute Verbindungen zur Polizei verf&uuml;gen? Ob das entschlossenere Vorgehen und die Anklage gegen die Parteif&uuml;hrung der Chrysi Avgie (&bdquo;Goldene Morgenr&ouml;te&ldquo;) einen Teil ihrer Anh&auml;nger verunsichert oder abschreckt, ist eine offene Frage. W&uuml;rden bei Neuwahlen die Neonazis zur&uuml;ckgedr&auml;ngt und wo w&uuml;rden deren Anh&auml;nger bei Wahlen hinwandern? Wie sieht die politische Strategie der Linken gegen&uuml;ber der Chrysi Avgi aus? Stehen die eingeleiteten strafrechtlichen Verfahren gegen die ChA-F&uuml;hrung &uuml;berhaupt auf sicherem juristischem Grund oder steht am Ende sogar ein Propagandaerfolg der Neonazis. Es fehlt eine Aufarbeitung mit dem ganz &bdquo;allt&auml;glichen&ldquo; griechischen Nationalismus. Mit diesen Fragen besch&auml;ftigt sich der zweite Teil des Beitrags &uuml;ber &bdquo;Weimarer Verh&auml;ltnisse&ldquo; in Griechenland von <strong>Niels Kadritzke<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Aktuelle Einleitung <\/strong><\/p><p>Ehe ich auf weitere Fragen zu einem m&ouml;glichen Verbot der griechischen Neonazis eingehe, muss ich zwei Entwicklungen darstellen, die seit dem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19136\">ersten Teil dieser Analyse<\/a> eingetreten sind und die miteinander zusammen h&auml;ngen: Am 7. November besetzte die griechische Polizei in den fr&uuml;hen Morgenstunden den seit Juni autonom funktionierenden ehemaligen Staatssender ERT und &bdquo;s&auml;uberte&ldquo; das Geb&auml;ude von den alten (gek&uuml;ndigten) Mitarbeitern, die ein Notprogramm &uuml;ber das Internet ausgesendet hatten. Diesen Schlag nahm die Oppositionspartei Syriza zum Anlass, im Parlament ein Misstrauensvotum gegen die Regierung Samaras zu beantragen.<\/p><p>Die R&auml;umung des ERT-Geb&auml;udes wurde seit langem erwartet, was gewiss erkl&auml;rt, warum es vor dem Geb&auml;ude zu keinen gro&szlig;en Demonstrationen und zu keiner breiten Solidarisierung mit der alten ERT-Belegschaft kam. Insofern war die Verz&ouml;gerungstaktik der Regierung erfolgreich; der autonome Sender wurde sozusagen &bdquo;ausgehungert&ldquo;. Dies war nur ein weiterer Schlag der Regierung gegen einen aus ihrer Sicht renitenten Sektor des &ouml;ffentlichen Dienstes, der deshalb als Anlass eines Misstrauensvotums selbst f&uuml;r griechische Verh&auml;ltnisse ziemlich weit her geholt war. <\/p><p>F&uuml;r nicht-griechische Beobachter ist das eigentlich Erstaunliche an diesem ganzen Vorgang, dass die Syriza nicht den eigentlichen Skandal bei der ERT-Schlie&szlig;ung thematisiert hat: Am 17. Juni hatte das h&ouml;chste griechische Gericht entschieden, dass der Sender weiter betrieben werden m&uuml;sse &ndash; und zwar nicht nur mit einem Notprogramm &ndash; bis die Nachfolgeanstalt mit einer neuen Struktur (und reduziertem Personal) auf Sendung gehen kann. Das bedeutete eine klare Anweisung an die Regierung, mit dem alten Personal weiterzumachen &ndash; die allein einen kontinuierlichen Sendebetrieb leisten konnte &ndash; und parallel dazu &uuml;ber die neuen Strukturen zu diskutieren und rechtlich zu verankern.<\/p><p>Diese Auflage des h&ouml;chsten Gerichts hat die Regierung fast f&uuml;nf Monate lang einfach ignoriert &ndash; und niemand fand das emp&ouml;rend, nicht einmal die Oppositionsparteien oder kritische Journalisten. Die Frage spielte auch in der Vouli bei der dreit&auml;gigen Debatte &uuml;ber das Misstrauensvotum keine Rolle. Die Abstimmung endete mit einem begrenzten &bdquo;Sieg&ldquo; der Regierung, die 153 ihrer Parlamentarier gegen das Misstrauensantrag mobilisieren konnte. Allerdings ist dabei der Pasok ein weiterer Parlamentssitz abhandengekommen, weil eine Abgeordnete dem Abwahlantrag der Syriza zustimmte und daraufhin sofort aus der Fraktion ausgeschlossen wurde. Die Mehrheit der Regierung hat sich damit auf 154 Stimmen reduziert (bei der Abstimmung vom Sonntag fehlte ein ND-Abgeordneter krankheitshalber), das sind nur drei Stimmen mehr als die absolute Mehrheit.<\/p><p>Die Syriza k&ouml;nnte argumentieren, dass der &bdquo;Abnutzungskrieg&ldquo; gegen die Koalition sich allm&auml;hlich auszahlt. Aber so wird es im linken Lager nicht empfunden. Auch die griechische Presse spricht weithin von einer &bdquo;Niederlage&ldquo; der Oppositionsstrategie. Das tr&auml;fe allerdings nur zu, falls  die Parteif&uuml;hrung und Tsipras selbst tats&auml;chlich Neuwahlen angestrebt h&auml;tten, die bei einem Abstimmungserfolg unvermeidlich gewesen w&auml;ren. Das kann aber angesichts der Tatsache bezweifelt werden, dass knapp die H&auml;lfe der potentiellen Syriza-W&auml;hler von Neuwahlen ebenso wenig halten wie die meisten Anh&auml;nger der Regierungsparteien ND und Pasok. Und auch viele Parteimitglieder sind sich &uuml;berhaupt nicht sicher, ob die Syriza ein Programm anbieten kann, das den W&auml;hler eine &uuml;berzeugende, praktisch durchsetzbare Alternative zumindest vorspiegelt. Wenige Tage vor dem Votum hat selbst der alte, auch au&szlig;erhalb der Syriza hoch geachtete Parteiveteran Manolis Glezos Bedenken ge&auml;u&szlig;ert, ob die Partei ihre reichhaltigen Wahlversprechungen realistisch durchgerechnet hat.<\/p><p>Ein eindeutige Niederlage musste die Syriza jedenfalls &bdquo;auf der Stra&szlig;e&ldquo; hinnehmen: Obwohl Tsipras seine Gefolgschaft dazu aufgerufen hatte, w&auml;hrend der Misstrauensdebatte in Massen vor dem Parlament zu demonstrieren (getreu der Parole, dass nur &bdquo;das Volk&ldquo; die Regierung zu Fall bringen k&ouml;nne), konnte die Partei allenfalls 3000 Demonstranten aufbieten. Das war auch f&uuml;r Tsipras selbst eine bittere Entt&auml;uschung &ndash; und gleichzeitig die Botschaft, dass der Wunsch nach Neuwahlen in der heutigen Situation nicht besonders ausgepr&auml;gt ist. Erstaunlich ist dennoch, dass offenbar nicht einmal der Kern der Parteimitglieder f&uuml;r diese Perspektive zu mobilisieren ist. <\/p><p>Das h&auml;ngt gewiss auch damit zusammen, dass die Syriza derzeit keinerlei Aussagen &uuml;ber einen m&ouml;glichen Koalitionspartner machen kann, den sie selbst nach einem relativen Wahlsieg mit Sicherheit zum Regieren brauchen wird. (siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18096\">meine &Uuml;berlegungen vom 25. Juli 2013<\/a>) Beim Misstrauensvotum stimmten zwar mehrere Parteien mit der Syriza, aber sie alle sind als Koalitionspartner ungeeignet. Die KKE sagt nach wie vor klar, dass sie keiner &bdquo;b&uuml;rgerlichen&ldquo; Regierung beitreten wird. Die linkssozialdemokratische Dimar, die sich im Parlament enthalten hat, k&auml;mpft um ihr &Uuml;berleben und ist innerlich zerstritten. Und die populistische Anel, die nach normalen europ&auml;ischen Ma&szlig;st&auml;ben eine rechtsradikale Partei ist, verbindet mit der Syriza nur eine einzige Forderung: Weg mit dem Memorandum. Ansonsten will sie auch die Migranten genauso entscheiden aus dem Land vertreiben wie die verhasste Troika. Zwar hat Anel-Chef Kammenos f&uuml;r die Kommunalwahlen vom Fr&uuml;hjahr 2014 eine gemeinsame Liste mit der Syriza vorgeschlagen. Aber ein solches B&uuml;ndnis w&auml;re f&uuml;r die Syriza eine Sprengbombe und w&uuml;rde viele ihrer bisherigen W&auml;hler abschrecken. <\/p><p>Wenn man sich fragt, warum Tsipras ein Misstrauensvotum herbeigef&uuml;hrt hat, das mit hoher Wahrscheinlichkeit schiefgehen musste (weil klar war, dass die Dimar sich enthalten w&uuml;rde), bietet sich nur eine &uuml;berzeugende Antwort an: Tsipras versucht derzeit alles, um die zentrifugalen Kr&auml;fte seiner Partei zusammen zu halten. Nachdem er sich eisern auf die Erhaltung der Eurozone und gegen einen Grexit festgelagt hat, muss er den nach wie vor starken Parteifl&uuml;gel bes&auml;nftigen, der das Land &uuml;ber das Ausscheiden aus der Eurozone und der EU retten will. Nachdem er letzte Woche in einem Vortrag an der Universit&auml;t Austin\/Texas sein Bekenntnis zum Euro erneut bekr&auml;ftigt hat, musste er die bef&uuml;rchteten Reaktion von der Partei-Linken durch eine Initiative neutralisieren, die ihn als entschlossenen K&auml;mpfer gegen die Regierung und f&uuml;r Neuwahlen beglaubigt. Doch diese parteitaktisch gepr&auml;gte Strategie ist griechischen &Ouml;ffentlichkeit und bei den W&auml;hlern nicht gut angekommen. Vor allem fragen sich viele, ob die extrem kritische Phase, in der sich die juristische und politische Auseinandersetzung mit den Neonazis befindet, die ideale Situation f&uuml;r einen &bdquo;Lagerwahlkampf&ldquo; sein kann, in der sich die Chrysi Avgi neu profilieren kann.<\/p><p>Damit komme ich auf die Er&ouml;rterung der Fragen zur&uuml;ck, die mit dem (versp&auml;teten) Kampf der politischen Klasse mit den griechischen Neonazis aufgeworfen sind.<\/p><p><strong>Nach dem &Uuml;berfall auf die Wachen vor dem Parteib&uuml;ro der Neonazis ist die Unsicherheit, wie es in Griechenland weitergehen soll, noch gr&ouml;&szlig;er geworden<\/strong><\/p><p>Bei ihren Ermittlungen &uuml;ber den &Uuml;berfall auf die Wachen vor dem Parteib&uuml;ro der Chryi Avgi im Athener Stadtteil Neo Hirakleion hat die &bdquo;Terrorismus-Abteilung&ldquo; der Polizei noch keine hei&szlig;e Spur. Von den vier Mitgliedern der Neonazi-Partei, die den Eingang des B&uuml;ros bewachten, wurden zwei get&ouml;tet und einer schwer verletzt. Ein vierter konnte ins Innere des Geb&auml;udes fl&uuml;chten. Nachdem die beiden T&auml;ter aus etwa 15 Meter Entfernung auf die Gruppe gefeuert hatten, ging einer von ihnen auf zwei der Niedergeschossenen zu und t&ouml;tete sie mit Kopfsch&uuml;ssen aus einer 9-mm-Pistole. Die Art dieser &bdquo;Exekution&ldquo; ist einer der Gr&uuml;nde, warum die Ermittler ihren Verdacht auf &ndash; wom&ouml;glich versprengte Mitglieder &ndash; der linken terroristischen Gruppe &bdquo;Sekte der Revolution&auml;re&ldquo; konzentrieren, die sich zu zwei Morden in den Jahren 2009 und 2010 bekannt hat; dabei wurden ein Polizist und ein Journalisten aus n&auml;chster N&auml;he erschossen. Allerdings gab es in beiden F&auml;llen Bekennerschreiben, die bei dem Attentat von Neo Heraklion bislang nicht vorliegen. Die Athener Ermittler sprechen jetzt von einer &bdquo;zweiten Generation&ldquo; der Gruppe (Kathimerini vom 5. November) und erwarten ein versp&auml;tetes Bekennerschreiben (wom&ouml;glich unter anderem Namen).<\/p><p>Wer immer die T&auml;ter sind, sie haben den Neonazis eher einen Dienst erwiesen. So lautet der Tenor der griechischen Presse, der auch bei den Stellungnahmen der linken Parteien durchklingt. Die Syriza wie die KKE haben, wie alle politischen Parteien des Landes, den Mordanschlag von Neo Hiraklion eindeutig und scharf verurteilt. Was das Attentat vom 1. November ver&auml;ndert hat, und vor welchen Gefahren die Gesellschaft und die politische Klasse wom&ouml;glich stehen, beschreibt Nikos Konstandaras in der Kathimerini vom 2. November: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Der Angriff auf das Chrysi-Avgi-B&uuml;ro in Neo Hiraklion stellt f&uuml;r unsere Gesellschaft, unseren Staat und unser politisches System eine ernsthafte Herausforderung dar. Die Gefahr der Instabilit&auml;t ist gro&szlig;, und um die Situation zu beherrschen, m&uuml;ssen wir k&uuml;hlen Kopf bewahren und uns strikt an das Gesetz und die vorgeschriebenen institutionellen Verfahren halten.<\/em> <\/p>\n<p><em>Es ist unbedingt wichtig, dass die Polizei rasch und effektiv handelt und die M&ouml;rder aufsp&uuml;rt. Je l&auml;nger diese und ihre Motive im Dunkeln bleiben, desto mehr werden sich die Verschw&ouml;rungstheorien breit machen, und der Staat wird nicht mehr so funktionieren k&ouml;nnen, wie es zur Bek&auml;mpfung krimineller Aktivit&auml;ten n&ouml;tig ist. Sollten die T&auml;ter l&auml;ngere Zeit unbekannt bleiben, wird das jetzt schon sehr ernste Thema sogar noch gr&ouml;&szlig;ere Bedeutung bekommen.<\/em> <\/p>\n<p><em>Alle politischen Parteien, die Medien und die Gesellschaft m&uuml;ssen den &Uuml;berfall einhellig verurteilen, ganz ohne spitzfindige Vorbehalte. Die Philosophie der Gewalt und ihre Anh&auml;nger an den extremen Polen des politischen Systems k&ouml;nnen nur besiegt werden, wenn die Gesellschaft deutlich macht, dass jedes Leben gleich wertvoll ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Attacke r&uuml;ckt die Chrysi Avgi nach mehreren Wochen, in denen die Neonazi-Organisation verunsichert und weitgehend verstummt war, erneut ins Zentrum der politischen B&uuml;hne. Jetzt wo ihre F&uuml;hrer in Haft sitzen, der Zufluss staatlicher Gelder unterbrochen ist und ihre Parlamentarier keinen Polizeischutz mehr genie&szlig;en, k&ouml;nnte eine Sympathie- und Solidarit&auml;tswelle ihrer W&auml;hler, die ihr teilweise den R&uuml;cken gekehrt hatten, die Partei wieder auf die Beine bringen. Der Staat muss zeigen, dass sich die Anschuldigungen gegen die Chrysi Avgi-F&uuml;hrer auf mutma&szlig;liche kriminelle Aktivit&auml;ten und nicht auf ihre Ideen beziehen. Es ist von h&ouml;chster Bedeutung, dass das Recht erkennbar f&uuml;r Alle gilt, und f&uuml;r ausnahmslos jeden B&uuml;rger verpflichtend ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn Staat, Polizei und Justiz, wenn unser politisches System und die Medien sich dieser Situation nicht gewachsen zeigen, indem sie seri&ouml;s und entschlossen reagieren, besteht die gro&szlig;e Gefahr, dass unsere Gesellschaft und unser politisches System weiter zerf&auml;llt. Und vor allem, dass die Chrysi Avgi-Partei gest&auml;rkt aus ihrer Krise herauskommen wird, weil sie sich als Opfer von Ungerechtigkeit und politischer Gewalt darstellen kann. Dann aber wird die Zukunft noch gef&auml;hrlicher werden.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Welche Gefahren die Zukunft den Griechen bringt, wird sich in den n&auml;chsten Wochen zeigen. Die &ouml;ffentliche Meinung artikuliert sich skeptisch bis &auml;ngstlich. Bei der der letzten Umfrage des Instituts GPO von Anfang Oktober (also nach der Ermordung von Pavlos Fissas) wurde die Frage &bdquo;Steht das Land vor der Gefahr einer nationalen Spaltung?&ldquo; von 56 Prozent der Befragten mit Ja oder eher Ja, und von 44 Prozent mit Nein oder eher Nein beantwortet. Andererseits gibt es in derselben Umfrage auch ein starkes Zeichen der Stabilit&auml;t: Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Bev&ouml;lkerung lehnt Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung prinzipiell ab. Auf die Frage, &bdquo;ob Gewaltakte, egal welcher Art und egal aus welcher (politischen) Ecke sie kommen, von der Gesellschaft verurteilt werden m&uuml;ssen&ldquo;, antworteten 95 Prozent der Befragten mit Ja und nur 4,1 Prozent mit Nein. Nach dem Mord an den &bdquo;rechten&ldquo; ChA-Mitgliedern d&uuml;rfte sich der Prozentsatz derer, die diese Meinung teilen, eher noch erh&ouml;ht haben.<\/p><p>Dennoch: Die politische Situation ist mehr denn je durch gro&szlig;e Ungewissheit gekennzeichnet. Noch nie seit Beginn der Krisenjahre habe ich in Griechenland eine so fundamentale Unsicherheit bei der Einsch&auml;tzung der politischen Zukunft erlebt, auch bei den Freunden und Bekannten, auf deren &bdquo;Durchblick&ldquo; ich mich h&auml;ufig verlassen konnte und von denen ich viel gelernt habe. Jetzt h&ouml;re ich immer wieder den Sto&szlig;seufzer: &bdquo;Ich wei&szlig; einfach nicht, wie es weitergeht, wie es weitergehen soll oder kann.&ldquo;<\/p><p><strong>Traumatische Erinnerungen an den B&uuml;rgerkrieg &ndash; Die Machtdemonstration der griechischen Rechten beim &bdquo;Festival des Hasses&ldquo; in Meligala<\/strong><\/p><p>Unter diesem generellen Vorbehalt soll im Folgenden versucht werden, weitere Fragen &uuml;ber die Zukunft der griechischen Neonazis zu beantworten, aber auch &uuml;ber die politischen &ndash; und die juristischen &ndash; Probleme der politischen Klasse im Umgang mit dem hausgemachten Rechtsextremismus.  Dabei muss ich zun&auml;chst, mit Blick auf das Mordattentat auf die ChA-Wachen, noch einmal auf das Stichwort Meligala und den griechischen B&uuml;rgerkrieg zur&uuml;ckkommen. Denn die Angst, dass ein Attentat auf Rechtsextremisten von T&auml;tern mit &bdquo;linksterroristischem&ldquo; Hintergrund der Auftakt zu weiteren &bdquo;Abrechnungen&ldquo; sein k&ouml;nnte, weckt in der Tat Erinnerungen an den B&uuml;rgerkrieg, die f&uuml;r &auml;ltere Griechen immer noch traumatisch ist. <\/p><p>Dass gerade die Neonazis an diese historische Polarisierung &ndash; die guten patriotische Griechen gegen die b&ouml;se vaterlandslose Linke &ndash; ankn&uuml;pfen und dieses Klima wiederbeleben wollen, hat ihr Auftritt in Meligala gezeigt. Der Ortsname der gro&szlig;en Landgemeinde im Zentrum der Peloponnes  ist allen Griechen ein Begriff. Hier haben im September 1944, gleich nach dem Abzug der deutschen Besatzungstruppen, lokale F&uuml;hrer der kommunistisch dominierten Widerstandsorganisation EAM-ELAS  ein Massaker unter ihren einheimischen Gegnern angerichtet. Dabei wurden Hunderte Mitglieder der rechten &bdquo;Sicherheitsbataillone&ldquo; (Tagmata Asfalias) und anderer Gruppen exekutiert, die mit der deutschen Okkupationsmacht (in unterschiedlichem Grade) kollaboriert hatten. Die Zahl der Toten wird, je nach Quelle, zwischen 800 und 1144 angegeben. Die Leichen der Opfer wurden in einen Brunnen am Rand von Meligala geworfen, der fortan zum Wallfahrtsort der griechischen Rechten wurde. Alle Schulb&uuml;cher der Nachkriegszeit pr&auml;sentierten Meligala und den Brunnen voller Sch&auml;del als Beweis f&uuml;r die Grausamkeit der &bdquo;vaterlandslosen Kommunisten&ldquo;, die man im B&uuml;rgerkrieg besiegt und vertrieben hatte. <\/p><p>&Uuml;ber die Rolle der Nazi-Kollaborateure war in diesen B&uuml;chern nichts zu lesen. Der formelle Grund der Exekutionen war die Weigerung der &bdquo;Asfalites&ldquo;, ihre Waffen abzugeben. Aber wie immer in solchen Situationen war ein wichtiges Motiv auch die &bdquo;Rache&ldquo; am politischen Gegner, wobei der &Uuml;bergang zur &bdquo;pers&ouml;nlichen&ldquo; Abrechnung und Familienfehden h&auml;ufig flie&szlig;end war.  Selbst wenn man die chaotische Lage auf der Peloponnes in den Tagen nach dem Abzug der deutschen Besetzung ber&uuml;cksichtigt, war das Massaker von Meligala ein scheu&szlig;liches Verbrechen. Als solches wurde es auch von der F&uuml;hrung der EAM-ELAS verurteilt. Nachdem sie das Ereignis anfangs noch geleugnet hatte, belastete sie sp&auml;ter die regionalen Kommandeure mit der Verantwortung f&uuml;r das Massaker, das den moralischen Anspruch der ELAS schwer besch&auml;digt hat. <\/p><p>Von den heutigen griechischen Linksparteien wird das schreckliche Geschehen in Meligala nicht geleugnet, aber auch nicht als wichtiges historisches Thema gesehen. In  linksradikalen Studentengruppen fand man es in den 1980er-Jahren sogar lustig, bei Demonstrationen die &bdquo;rechten&ldquo; Mitb&uuml;rger mit der rhythmischen Parole &bdquo;EAM-ELAS &ndash; Meligalas&ldquo; zu erschrecken. Das war auch eine Reaktion auf das allj&auml;hrliche &bdquo;Festival des Hasses&ldquo;, das die &bdquo;guten Griechen&ldquo; jedes Jahr an ihren Wallfahrtsort veranstalteten. Dieses Festival diente zugleich als Machtdemonstration der jeweils herrschenden Rechten. Das war in der Nachkriegs&auml;ra bis zum Beginn der Milit&auml;rdiktatur (1967) das Lager der patriotischen und k&ouml;nigstreuen Antikommunisten,  danach die Obristen der Junta (bis 1974) und nach dem Fall der Junta die neue reche Sammlungspartei Nea Dimokratia.  Diese war gerade auf der Peloponnes (der politischen Heimat von Samaras) durchaus rechtsradikal durchsetzt, was sich auch in den Meligala-Auftritten der lokalen ND-Politiker niederschlug. Bis eben dieses Jahr die Neonazis das Hass-Festival als Podium f&uuml;r die Demonstration ihrer Machtambitionen ausnutzten und sich dabei ganz offen als wahre Erben der Nazi-Kollaborateure aufspielten. <\/p><p><strong>Der versp&auml;tete Kampf gegen die Neonazis<\/strong><\/p><p>Als kleiner Exkurs eine aktuelle Information: Am 6. November hob das griechische Parlament die Immunit&auml;t von vier weiteren ChA-Abgeordneten auf (f&uuml;r drei Abgeordnete erfolgte dies bereits zwei Wochen zuvor). Dabei wurde der Antrag im Fall von Elias Kasidi&aacute;ris und Elias Panagi&oacute;taros mit der Anklage wegen &bdquo;illegaler Gewaltakte&ldquo; in Meligala begr&uuml;ndet. Das wirft nat&uuml;rlich zwei Fragen auf: Warum erfolgte diese Anklage nicht unmittelbar nach der Machtdemonstration der Neonazis am 17. September, sondern erst nach dem Fissas-Mord und dem Beginn der Ermittlungen gegen die ChA wegen Gr&uuml;ndung einer kriminellen Vereinigung? Noch wichtiger ist die zweite Frage: Wenn dieser Aufmarsch der ChA-Truppen den Anfangsverdacht auf &bdquo;illegale Gewaltakte&ldquo; begr&uuml;ndet, warum ist die massiv anwesende Polizei nicht schon vor Ort eingeschritten? Damit sind wir bei der Frage, mit der ich an den ersten Teil dieser Analyse (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19136\">4. November<\/a>) ankn&uuml;pfe.<\/p><p><strong>Frage 8: War das Nichteingreifen der Polizei in Meligala symptomatisch?  Was ist dran an den Berichten, dass die Neonazis &uuml;ber gute Verbindungen zur Polizei verf&uuml;gen und &uuml;berproportional viele Sympathisanten generell bei den Sicherheitskr&auml;ften haben?<\/strong><\/p><p>Nach Meinung vieler Beobachter hat die griechische Polizei (Elliniki Astinomia, abgek&uuml;rzt  EL.AS.) eine so starke Affinit&auml;t zu Chrysi Avgi entwickelt, dass sie kein verl&auml;ssliches Instrument zum Kampf gegen die Neonazis mehr darstellt. Das musste nach dem Fissas-Mord selbst Innenminister Nikos Dendias einr&auml;umen, als er zu einer &bdquo;Selbstreinigung&ldquo; der Polizei- und Sicherheitskr&auml;fte aufrief. Dabei gehe es darum, &bdquo;die ganz wenigen notorischen Eidbr&uuml;chigen zu entfernen, die unter dem Einfluss des Neonazismus das Bild und die Ehre der Griechischen Polizei beschmutzen&ldquo; (zitiert nach Ta Nea vom 20. September).  <\/p><p>Um den Willen zur  &bdquo;S&auml;uberung&ldquo; von diesen &bdquo;ganz wenigen&ldquo; S&uuml;ndern zu demonstrieren, musste der Innenminister allerdings  den &bdquo;R&uuml;cktritt&ldquo; der beiden h&ouml;chsten Polizei-Offiziere erwirken und f&uuml;r weitere acht hohe Offiziere eine Strafversetzung auf andere Positionen verf&uuml;gen. Zu diesen versetzten Leuten geh&ouml;rten die Leiter der Abteilungen &bdquo;Sondereins&auml;tze&ldquo; und &bdquo;organisierte Kriminalit&auml;t&ldquo;, aber auch der der Abteilung &bdquo;Explosivstoffe&ldquo;. Diese letzte Versetzung verweist auf die Bef&uuml;rchtung des Innenministers, dass die ChA-Kader sich wom&ouml;glich aus dem Arsenal der Polizei bewaffnen konnten.<\/p><p> Auch auf lokaler Ebene wurden Polizeioffiziere suspendiert, die sich bei Eins&auml;tzen gegen ChA-Demonstrationen auff&auml;llig zur&uuml;ckgehalten hatten. Ein Kommentar auf dem Blog Macropolis (24.September) bewertete die Ma&szlig;nahmen von Dendias als Anzeichen f&uuml;r &bdquo;den Grad der Besorgnis dar&uuml;ber, wie stark die rechtsradikale Chrysi Avgi die Polizeikr&auml;fte infiltriert hat&ldquo;. Zugleich wollte man damit der &Ouml;ffentlichkeit demonstrieren, dass die Regierung endlich gegen die illegalen Aktivit&auml;ten der Neonazis vorgeht, &bdquo;nachdem sie vorher eher weggeschaut hatte&ldquo;. Dieser Vorwurf wird erh&auml;rtet durch die Erkl&auml;rung von Christos Fotopoulos,  Vorsitzender des Verbands griechischer Polizeioffiziere, gegen&uuml;ber dem TV-Sender Skai: In den vergangenen drei Jahre habe es &bdquo;viele F&auml;lle&ldquo; gegeben, in denen seine Kollegen bei Gewaltakten von ChA-Mitgliedern &uuml;berm&auml;&szlig;ig viel &bdquo;Toleranz gezeigt haben&ldquo;. Sein Verband habe solche F&auml;lle bei den Polizeichefs und auch im Ministerium gemeldet, aber es habe darauf kaum Reaktionen gegeben (zitiert nach Kathimerini vom 24. September).<\/p><p>F&uuml;r die &bdquo;Infiltration&ldquo; bzw. die Offenheit der Polizeikr&auml;fte f&uuml;r Avancen der Neonazis gibt es deutliche Anhaltspunkte auf drei Ebenen. <\/p><ol type=\"a\">\n<li><strong>Informanten f&uuml;r die ChA im Polizeiapparat<\/strong>\n<p>In den letzten beiden Jahren kam es immer wieder vor, dass ChA-Aktivisten &uuml;ber Aktionen der Polizei vorab gewarnt wurden. Es muss also ein festes Netz von Informanten innerhalb der Polizei-Hierarchie geben. Auch bei den Ermittlungen zum Mordfall Fissas wurden solche Verbindungskan&auml;le aufgedeckt. Wie ein (anonymes) Ex-Parteimitglied gegen&uuml;ber der Athener Zeitung Ethnos erkl&auml;rte, hat ein Polizeioffizier der Polizeireviers Nikaia regelm&auml;&szlig;ig Informationen &uuml;ber bevorstehende Aktionen an das lokale Parteib&uuml;ro der Chrysi Avgi weitergegeben. Solche Verbindungen der Neonazis mit dem Polizeiapparat reichen &uuml;brigens weit zur&uuml;ck: Schon 1999 vermerkte der Bericht einer polizeiinternen Untersuchungsgruppe: &bdquo;Die Organisation unterh&auml;lt sehr gute Beziehungen und Kontakte mit aktiven und pensionierten EL.AS.-Offizieren, aber auch mit einfachen Polizisten.&ldquo; (Anmerkung: EL.AS.:  Griechische Polizei, nicht zu verwechseln mit der im 2. Weltkrieg und oben erw&auml;hnten aktiven paramilit&auml;rischen Partisanen- bzw. Widerstandsorganisation ELAS.) Bei Demonstrationen linker und anarchistischer Gruppen habe die Polizei sogar Funkger&auml;te und Schlagst&ouml;cke an ChA-Mitglieder verteilt, die dann als &bdquo;emp&ouml;rte B&uuml;rger&ldquo; gegen die Linken auftraten (zitiert in Ta Nea vom 24. September).<\/p>\n<p>Gegen&uuml;ber dem Guardian (vom 26. Oktober) hat ein hoher Ex-Polizeioffizier (anonym) ausgesagt, dass die Athener Regierung wie die EL.AS.-Spitze seit Jahren von &bdquo;Nestern des Faschismus&ldquo; innerhalb der Polizei wissen, aber bewusst darauf verzichtet haben, diese Gruppen zu isolieren und zu entfernen. Der Staat habe diese Elemente bewusst &bdquo;in Reserve gehalten&ldquo;, um sie f&uuml;r seine eigenen Zwecke zu nutzen, zum Beispiel als &bdquo;agents provocateurs&ldquo; gegen linke Demonstrationen. Nat&uuml;rlich wurden die Existenz von faschistischen &bdquo;Nestern&ldquo;  vom Sprecher der Polizeif&uuml;hrung emp&ouml;rt zur&uuml;ckgewiesen, und zwar mit der interessanten Begr&uuml;ndung, es gebe allenfalls &bdquo;Einzelf&auml;lle, wie sie &uuml;berall und an jedem Arbeitsplatz zu finden sind&ldquo;.<\/p><\/li>\n<li><strong>W&auml;hlerr&uuml;ckhalt f&uuml;r die ChA bei den Ordnungskr&auml;ften<\/strong>\n<p>Auf einer zweiten Ebene ist die Affinit&auml;t noch klarer nachzuweisen. Bei den beiden Parlamentswahlen vom Mai und vom Juni 2012 lag der Stimmanteil f&uuml;r die Neonazis in Wahlbezirken, in denen besonders viele Sicherheits- und Polizeikr&auml;fte abstimmten, bis um das Dreifache &uuml;ber dem nationalen wie auch dem Durchschnitt der umliegenden Bezirke. Zur Erkl&auml;rung: Es handelt sich um Wahllokale im Raum Athen\/Pir&auml;us, in deren N&auml;he das Hauptquartier der Bereitschaftspolizei bzw. ein gro&szlig;es Gef&auml;ngnis liegt. Hier konnten am jeweiligen Wahlsonntag die Dienst schiebenden Polizeikr&auml;fte bzw. Gef&auml;ngnisangestellten ihre Stimme abgeben. In Wahllokalen im Umkreis des Polizeipr&auml;sidiums von Attika (GADA) gewann die ChA zwischen 17 und 23, 8 Prozent der Stimmen (bei einem nationalen Ergebnis von 6.9 Prozent). In einem Stimmbezirk in der N&auml;he des Athener Korydallou-Gef&auml;ngnisses kam die Partei sogar auf 27 Prozent. (Daten nach Ta Nea vom 24. September).<\/p>\n<p>Der Politologe Dimitris Chist&oacute;poulos, Vizepr&auml;sident der Griechischen Liga f&uuml;r Menschenrechte und Mitbegr&uuml;nder des Forschungszentrums f&uuml;r Minderheitengruppen (KEMO), zitiert in der Wochenzeitung To Vima vom 29. September &bdquo;Einsch&auml;tzungen&ldquo; von Politologen, die den Stimmanteil f&uuml;r die ChA bei der Polizei auf etwa ein Drittel, bei der Bereitschaftspolizei sogar auf 50 Prozent bemessen. Diese Zahlen scheinen mir methodisch nicht gesichert und m&ouml;gen &uuml;bertrieben sein, aber eine weitere beunruhigende Feststellung von Christ&oacute;poulos ist durch viele Zeugnisse best&auml;tigt:  Am anf&auml;lligsten f&uuml;r die Ideologie der Neonazis sind bei allen Sicherheitsorganen (Polizei und Armee) die j&uuml;ngeren Jahrg&auml;nge und die niedrigeren Dienstgrade. Das gilt noch verst&auml;rkt f&uuml;r die Bereitschaftspolizei (MAT genannt, die Abk&uuml;rzung f&uuml;r &bdquo;Einheiten zur Wiederherstellung der Ordnung&ldquo;), die fast ausschlie&szlig;lich f&uuml;r die &bdquo;Kontrolle von Demonstrationen&ldquo; ausgebildet ist. F&uuml;r viele MAT-Polizisten stellt die Sympathie mit der ChA offensichtlich eine Art Ausweg aus ihrem beruflichen Grundwiderspruch dar. Dieser Widerspruch besteht darin, dass die martialisch ausger&uuml;steten &bdquo;matatsides&ldquo; den Staat, also Regierungsgeb&auml;ude und Parlament,  immer wieder gegen Demonstranten sch&uuml;tzen m&uuml;ssen, deren Wut &uuml;ber die Sparpolitik sie eigentlich teilen, weil sie selbst ebenfalls zu den Opfern dieser Politik geh&ouml;ren. Wer f&uuml;r 700 Euro seinen Kopf (wenn auch behelmt) f&uuml;r die Herrschenden hinhalten soll, kann leicht das Bed&uuml;rfnis entwickeln, seine eigene Verbitterung wenigstens als &ndash; anonymer &ndash; W&auml;hler als Denkzettel in der Wahlurne abzugeben.<\/p><\/li>\n<li><strong>Affinit&auml;t des ChA-Milieus mit dem beruflichen Milieu der Sicherheitsorgane<\/strong>\n<p>Es w&auml;re aber eine Verharmlosung, die f&uuml;r ChA-Propaganda anf&auml;lligen Polizisten lediglich als irregeleitete &bdquo;Wutw&auml;hler&ldquo; zu sehen. Damit w&uuml;rde man die dritte Dimension der Beziehungen zwischen griechischen Neonazis und Polizei\/Milit&auml;r untersch&auml;tzen: die Affinit&auml;t zwischen ChA und den staatlichen Ordnungskr&auml;ften, die beim harten Kern der Partei und zumal bei ihren paramilit&auml;rischen Schutz- und Sto&szlig;trupps besonders sichtbar ist. Die ChA ist eine klassische Milizpartei (im Sinne der Definition des ehrw&uuml;rdigen Parteisoziologien Maurice Duverger), die nicht auf Machterwerb mittels des parlamentarischen Systems orientiert ist, sondern die die Machtfrage letztlich &bdquo;auf der Stra&szlig;e&ldquo; entscheiden will. Eine solche Partei wird immer versucht sein, ihren Anhang gezielt unter &bdquo;Gewaltprofis&ldquo; zu rekrutieren. Umgekehrt f&uuml;hlen sich diese Profis von einer Partei angezogen, die ihre besonderen F&auml;higkeiten zu sch&auml;tzen wei&szlig; und mit Karriereversprechen &ndash; welcher Art auch immer &ndash; belohnt.<\/p>\n<p>Diese wechselseitige Affinit&auml;t erkl&auml;rt, warum bei den Wach- und Kampftruppen der ChA &uuml;berproportional viele Ex-Polizisten und -Soldaten vertreten sind, von denen viele nat&uuml;rlich noch Verbindungen zu ihren Kollegen im aktiven Polizeidienst oder beim Milit&auml;r halten. Oft waren oder sind diese ausgebildeten Gewaltspezialisten nach ihrem Ausscheiden aus dem Milit&auml;r oder Polizeidienst bei privaten Sicherheitsfirmen t&auml;tig, aber auch als T&uuml;rw&auml;rter in Bars und Discos oder als Rausschmei&szlig;er in Nachtlokalen. Viele aus diesem Berufsmilieu haben auch in der kleinkriminellen Szene angedockt, etwa im Bereich der Prostitution oder bei der Schutzgeldmafia. Aus diesem Milieu stammen auff&auml;llig viele der ChA-Abgeordneten, deren Auftreten im Plenarsaal auch immer wieder an diese Herkunft aus der Halb- und Unterwelt erinnert. Das erkl&auml;rt auch die physische Erscheinung vieler ChA-Kader (und ihrer Leibw&auml;chter), deren &bdquo;aufgepumpte&ldquo; K&ouml;rper ein optischer Beleg f&uuml;r die enge Verbindung zur Bodybuilding-Szene ist. Diese Szene ist in Griechenland noch st&auml;rker als anderswo in den Handel mit Anabolika und anderen K&ouml;rperdrogen involviert und unterh&auml;lt entsprechenden Verbindungen zum kriminellen Milieu. <\/p>\n<p>Ein klarer Hinweis auf die Verschmelzung der beiden Milieus ist dem bereits zitierten Report der Ombudsmann-Beh&ouml;rde (Punkt 5 im ersten Teil dieser Analyse vom 4. November) zu entnehmen. Nach dem Bericht der Ombudsfrau Kalliope Spanou lassen sich von den 281 rassistischen Angriffen, die im Zeitraum Januar 2012 bis April 2013 registriert wurden, 71 direkt den Neonazis zuordnen, w&auml;hrend in 47 F&auml;llen aktive Polizisten beteiligt waren. Deshalb wird in dem Report explizit gefordert, die vielen Beschwerden &ldquo;&uuml;ber rassistisches Verhalten von Polizeibeamten oder deren Beteiligung an rassistischen &Uuml;berf&auml;llen umgehend, in vollem Umfang und auf transparente Weise zu untersuchen&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.synigoros.gr\/resources\/pronracistviolencereport-2013.pdf\">die Schlussfolgerungen des Reports in englischer Fassung [PDF &ndash; 29.9 KB]<\/a>)<\/p>\n<p>Angesichts all dessen erinnern wir uns an eine Frage, die sieben Wochen nach dem Mord an Fissas immer noch nicht gekl&auml;rt ist: H&auml;tten die Polizeikr&auml;fte, die bei dem &Uuml;berfall der ChA-Schl&auml;ger auf den linken Rapper direkt vor Ort waren, die Mordtat durch ihr Eingreifen verhindern k&ouml;nnen? Die Freundin von Fissas hat angegeben, dass die anwesende Polizeistreife weder eingegriffen noch Verst&auml;rkung angefordert hat. Immerhin hat die EL.AS.- Abteilung f&uuml;r &bdquo;innere Kontrolle&ldquo; eine Untersuchung &uuml;ber das Verhalten dieser Polizisten eingeleitet.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Frage 9: L&auml;sst sich schon absch&auml;tzen, ob das entschlossenere Vorgehen und die Anklage gegen die Parteif&uuml;hrung der ChA einen Teil ihrer Anh&auml;nger verunsichert oder abschreckt? <\/strong><\/p><p>Die ersten Umfragen nach dem Fissas-Mord zeigen eine betr&auml;chtliche Verunsicherung der potentiellen ChA-W&auml;hler an. In der schon zitierten GPO-Umfrage von Anfang Oktober, die schon die Reaktion auf die Verhaftung der Parteispitze wiederspiegelt, liegt die Neonazi-Partei in der Sonntagsfrage bei knapp 8 Prozent. Das w&uuml;rde einerseits einen R&uuml;ckgang der W&auml;hlerattraktion um mindestens ein Drittel anzeigen (in mehreren Umfragen vom September lag die Zustimmung zur ChA bei 13 bis 15 Prozent). Andererseits aber w&uuml;rde die Partei damit immer noch besser abschneiden als bei den Wahlen von 2012. Sie k&ouml;nnte also statt ihrer bisher 18 Parlamentssitze deutlich mehr als 20 Sitze erringen. Ob die beiden Todesopfer von Neo Heraklion die Sympathien mit den Neonazis verst&auml;rkt oder reaktiviert, l&auml;sst sich heute noch nicht absehen. Wahrscheinlich ist allerdings, dass potentielle W&auml;hler, die durch die Kriminalisierung der Parteif&uuml;hrung verschreckt wurden, sich jetzt wieder eher zu einer Proteststimme gegen die &bdquo;Verfolgung&ldquo; ihrer Idole entschlie&szlig;en.<\/p><p>In jedem Fall ist die aktuelle Parteif&uuml;hrung erkennbar darum bem&uuml;ht, die paramilit&auml;rischen Kr&auml;fte und den harten Kern ihrer Anh&auml;nger von extremen Reaktionen abzuhalten, um die schwankende W&auml;hler bei der Stange zu halten. Dabei spielt sie sogar gezielt die &bdquo;legalistische Karte&ldquo; aus, indem sie sich als &bdquo;Opfer&ldquo; von Rechtsverletzungen und Rechtsbeugungen darstellt. Mit Sicherheit wird sie mit dieser Taktik in den n&auml;chsten Tagen einen Teilerfolg erringen: Nach dem t&ouml;dlichen Anschlag auf ihr Parteib&uuml;ro fordert sie die Regierung auf, f&uuml;r die  ChA- Parlamentarier wieder die Leibw&auml;chter abzustellen, die man ihnen nach Verabschiedung der Gesetzes&auml;nderungen zum Parteiengesetz entzogen hatte (zum Parteiengesetz mehr im Kontext der Frage 13). Der Innenminister hat bereits erkl&auml;rt, dass er diese Forderung erf&uuml;llen werde.<\/p><p>Eine realistische Einsch&auml;tzung der M&ouml;glichkeit, die griechischen Neonazis von der politischen B&uuml;hne zu &bdquo;beseitigen&ldquo; &ndash; was Samaras als Ziel seiner Regierung formuliert hat &ndash; gibt die Kathimerini in einem Kommentar vom 6. November: &bdquo;Der Angriff auf die Goldene Morgenr&ouml;te und ihre Kennzeichnung als kriminelle Organisation hat sich nicht wirklich ausgezahlt. Die T&ouml;tung von zwei Parteimitgliedern durch Terroristen hat die negativen Folgen (f&uuml;r die Partei) abgeschw&auml;cht, die der Mord an Pavlos Fissas durch ein Mitglied der Neonazi-Partei zun&auml;chst gehabt hat.&ldquo;<\/p><p><strong>Frage 10: Gibt es in dieser Situation die M&ouml;glichkeit oder den Wunsch, die Neonazis mittels Neuwahlen zur&uuml;ckzudr&auml;ngen? <\/strong><\/p><p>Die Antwort auf diese Frage ergibt sich gro&szlig;enteils aus der Einsch&auml;tzung, dass die ChA bei Neuwahlen mindestens so gut abschneiden w&uuml;rde wie im Juni 2012. Zudem w&uuml;rden alle Parteien &ndash; einschlie&szlig;lich der Syriza, die (siehe das oben erw&auml;hnte Misstrauensvotum) zumindest durch Reden und Handeln auf Neuwahlen dr&auml;ngt &ndash; einen Wahlkampf unter den aktuellen Umst&auml;nden lieber vermeiden, denn nicht nur die Gefahr von Zusammenst&ouml;&szlig;en zwischen den politischen Lagern auf der Stra&szlig;e und bei Kundgebungen w&uuml;rde sich deutlich erh&ouml;hen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor w&auml;re der ungekl&auml;rte Status der ChA-F&uuml;hrung. Mit Sicherheit k&auml;me es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Frage, ob ihre inhaftierten oder angeklagten Parlamentsmitglieder erneut kandidieren d&uuml;rften. Dabei w&auml;re durchaus denkbar, dass ChA-Kandidaten vor Gericht sogar obsiegten, was der Parteif&uuml;hrung zus&auml;tzlichen moralischen und politischen Auftrieb geben k&ouml;nnte.<\/p><p>Auch die &ouml;ffentliche Meinung ist st&auml;rker als je zuvor gegen Neuwahlen. Bei der GPO-Umfrage von Anfang Oktober verneinten fast 70 Prozent die Frage, ob &bdquo;eine L&ouml;sung der aktuellen Probleme&ldquo; &uuml;ber vorzeitige Neuwahlen angestrebt werden m&uuml;sse (bei einer Umfrage Anfang September waren nur knapp 60 Prozent gegen Neuwahlen). Diese Abneigung gegen einen Wahlkampf in einer verunsicherten politischen Landschaft d&uuml;rfte sich inzwischen eher noch verst&auml;rkt haben.<\/p><p>Unabh&auml;ngig von dieser Stimmungslage haben nat&uuml;rlich die beiden Regierungsparteien das geringste Interesse, ihre Koalition durch Neuwahlen zu gef&auml;hrden. So gesehen kommt die Zuspitzung der Auseinandersetzung um die Neonazis der Regierung Samaras gar nicht ungelegen. W&uuml;rden allerdings die Umfragen zeigen, dass die Neonazis den gr&ouml;&szlig;eren Teil ihrer Stimmen verlieren, s&auml;he die taktische Kalkulation f&uuml;r die ND schon anders aus. Dann k&ouml;nnte sich die Samaras-Partei ausrechnen, dass sie trotz einer erstarkten Syriza wieder st&auml;rkste Partei werden k&ouml;nnte. Aber diese politische &Uuml;berlebensgarantie geben die aktuellen Umfragezahlen nicht her, und f&uuml;r die Pasok w&uuml;rden Neuwahlen ohnehin einen weiteren Bedeutungsverlust bringen, da sich nach den Umfrageergebnissen die Zahl ihrer Parlamentsmandate etwa halbieren w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Frage 11:  Wo w&uuml;rden die heimatlos gewordenen ChA-W&auml;hler hinwandern?<\/strong><\/p><p>Ein Teil der griechischen W&auml;hler, die in Umfragen der letzten Monate (vor dem Fissas-Mord) ihre Pr&auml;ferenz f&uuml;r die Neonazis erkl&auml;rt haben, w&uuml;rden zweifellos ND w&auml;hlen. Wenn aber die ChA genauso abschneiden w&uuml;rde wie im Juni 2012, k&ouml;nnte die ND am rechten Rand des W&auml;hlerspektrums kaum Stimmen (gegen&uuml;ber den letzten Wahlen) dazu gewinnen. Zudem gehen die meisten Wahlforscher davon aus, dass ein gr&ouml;&szlig;erer Teil der verschreckten ChA-Sympathisanten eher die rechtspopulistische Partei der &bdquo;Unabh&auml;ngigen Hellenen&ldquo; (Anel) bevorzugen w&uuml;rden. Die Anel hat in vieler Hinsicht ganz &auml;hnliche Positionen wie die Neonazi-Partei, das gilt vor allem in zwei f&uuml;r rechtsradikale W&auml;hler entscheidenden Fragen: Auch die Anel fordert sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen gegen illegale Migranten bzw. ihre radikale Abschiebung; und auch sie betrachtet die Troika in rhetorischer Angleichung an die ChA als &bdquo;Besatzungsmacht&ldquo; und will ihre Repr&auml;sentanten (samt der Task-Force der EU-Kommission) des Landes verweisen. Im &Uuml;brigen zeigen alle Umfragen &uuml;ber die Meinungen der W&auml;hlergruppen bei fast allen wichtigen Themen, dass die Anel-W&auml;hler in ihrem Meinungsprofil deutlich mehr Sympathie mit der ChA zeigen als die Anh&auml;nger aller anderen Parteien. Dazu ein Beispiel: W&auml;hrend 77 Prozent aller Befragten die Verhaftung der ChA-F&uuml;hrer f&uuml;r richtig halten, sind es bei den Anel-W&auml;hlern nur 58 Prozent. Und w&auml;hrend 73 Prozent in den Neonazis eine &bdquo;Bedrohung der Demokratie&ldquo; sehen, sind es bei den Anel-W&auml;hlern nur 52 Prozent.<\/p><p>Auch auf der personellen Ebene bieten die &bdquo;Unabh&auml;ngigen Hellenen&ldquo; f&uuml;r ChA-W&auml;hler die &bdquo;zweitbeste&ldquo; L&ouml;sung. Anel-Chef Panos Kammenos ist ein &auml;hnlicher rhetorischer Rabauke wie ChA-Chef Michaloliakos und bedient sich in vielen Fragen derselben Rhetorik wie die Neonazis: etwa wenn er gegen die Migranten hetzt oder die Regierungspolitiker als &bdquo;Volksverr&auml;ter&ldquo; qualifiziert. Im &Uuml;brigen ist die Demagogie, die der aus dem Stalle der ND entlaufene Kammenos fast t&auml;glich demonstriert, manchmal noch bizarrer als die Hetze der Neonazis. Zum Beispiel hat er nach der Anklage gegen die ChA-F&uuml;hrung vorgeschlagen, auch die F&uuml;hrer der Pasok wegen &bdquo;Bildung einer kriminellen Vereinigung&ldquo; anzuklagen. Das ist f&uuml;r die allermeisten Griechen, bei aller Kritik an der Korruption der Pasok-Regierungen, dann doch zu starker Tobak.<\/p><p>Auch zur Frage der Gewalt hat der Anel-Chef ein &auml;hnlich lockeres Verh&auml;ltnis wie die Neonazis. Nachdem er die Bev&ouml;lkerung eines St&auml;dtischen in Nordgriechenland, wo ein kanadisches Unternehmen eine umweltsch&auml;dliche Art der Goldf&ouml;rderung plant, zum &bdquo;Lynchen&ldquo; ihres B&uuml;rgermeisters aufgefordert hat, l&auml;uft auch gegen Kammenos ein Ermittlungsverfahren wegen Aufforderung zu Gewalttaten.<\/p><p>&Uuml;brigens halten manche Beobachter Kammenos, der in seinem fr&uuml;heren politischen Leben nachweislich f&uuml;r den griechischen Geheimdienst t&auml;tig war, ohnehin f&uuml;r einen politischen Provokateur mit eigener Agenda, die letztlich stets die Linke schw&auml;chen soll. Dies zeigt sich neuerdings auch in der Taktik, die Erfolgsaussichten und die Glaubw&uuml;rdigkeit der Syriza dadurch zu beeintr&auml;chtigen, dass er in boshafter Weise den Linkssozialisten ein politisches B&uuml;ndnis vorschl&auml;gt. Bei den Kommunalwahlen im Fr&uuml;hjahr 2014 will er sogar eine gemeinsame Liste Syriza-Anel aufstellen, um eine Front der &bdquo;Anti-Memorandum-Kr&auml;fte&ldquo; zu bilden. Seine Behauptung, dass dar&uuml;ber bereits Kontakte mit dem Syriza-Vorsitzenden Tsipras laufen, ist nichts anderes als ein Sprengsatz, den er ins Lager der Linken schleudert. Denn f&uuml;r den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Syriza ist ein B&uuml;ndnis mit Kammenos und seiner Anel v&ouml;llig undenkbar, weil die Rechtspopulisten nicht nur rassistisch gegen Migranten polemisieren, sondern auch eine nationalistische Au&szlig;enpolitik und dazu noch eine extrem neoliberale Wirtschaftspolitik propagieren.<\/p><p><strong>Frage 12: Wie sieht die politische Strategie der Linken gegen&uuml;ber der Chrysi Avgi aus. Haben linke Parteien oder Gruppen vor dem Fissas-Mord jemals eine strafrechtliche Verfolgung oder ein Parteiverbot gefordert?<\/strong><\/p><p>Ein Parteiverbot war f&uuml;r die linken Kr&auml;fte nie ein Thema. Das ist auch kein Wunder angesichts der griechischen Geschichte, da die Staatsmacht immer nur linke Parteien illegalisiert hat. Die Legalisierung der kommunistischen KKE, die 1974 nach dem Fall der Milit&auml;rjunta durch die Regierung von Konstantin Karamanlis erfolgte, gilt als eine gro&szlig;e demokratische Errungenschaften, die entscheidend zur &bdquo;Auss&ouml;hnung&ldquo; der griechischen Gesellschaft und zur Heilung der tiefen Wunden des B&uuml;rgerkriegs beigetragen hat. Da sich die KKE nun aber in ihrem Parteiprogramm noch streng marxistisch-leninistisch zur Diktatur des Proletariats bekennt, w&uuml;rde das Kriterium der &bdquo;Verfassungstreue&ldquo; unter griechischen Verh&auml;ltnissen f&uuml;r die gesamte Linke ein Problem darstellen. In der Tat w&auml;re es auch v&ouml;llig absurd, eine Partei zu verbieten, die trotz ihres revolution&auml;ren Lippenbekenntnisses eine &uuml;beraus anpasserische politische Kraft ist, die sich damit begn&uuml;gt, bei Wahlen ihre Sch&auml;fchen zusammen zu halten, und deren F&uuml;hrung nicht im Traum daran denkt, auch nur einen konkreten praktischen Schritt in Richtung der von ihr verbal propagierten &bdquo;Revolution&ldquo; in Erw&auml;gung zu ziehen. <\/p><p>Am konsequentesten in ihrem Engagement gegen die Neonazis zeigt sich die Dimar. Sie wollte als Koalitionspartner der ersten Samaras-Regierung durch ihren Justizminister ein neues, versch&auml;rftes Antirassismus-Gesetz durchsetzen, und blieb auch nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung (aus Protest gegen die Abschaffung der staatlichen Fernsehanstalt ERT) die lauteste Stimme gegen die Neonazis. Zusammen mit der oben erw&auml;hnten Griechischen Vereinigung f&uuml;r Menschenrechte haben die Dimar-Abgeordneten beharrlich gefordert, die Gewaltakte, aber auch schon die &ouml;ffentlichen Aufrufe der Neonazis zu Gewalttaten strafrechtlich zu verfolgen. Aber auch f&uuml;r die Dimar war das Instrument des Parteiverbots aus den oben dargelegten Gr&uuml;nden ein Tabu. <\/p><p>Die Linke wird sich gr&uuml;ndlich &uuml;berlegen m&uuml;ssen, ob sie nicht ein Parteiengesetz anstreben sollte, das ein regul&auml;res Verfahren f&uuml;r die Illegalisierung einer Partei vorsieht. Das w&uuml;rde allerdings auch eine juristische Instanz erfordern, also etwa ein Verfassungsgericht, dass es in Griechenland noch nicht gibt. Beide Schritte w&uuml;rden in jedem Fall eine &Auml;nderung\/Erweiterung der Verfassung voraussetzen, w&auml;ren also nur im Rahmen einer gr&ouml;&szlig;eren Verfassungsreform denkbar, die in Zeiten der &ouml;konomischen &Uuml;berlebenskrise kaum eine Chance h&auml;tte. Sollte sich allerdings heraus stellen, dass der jetzt eingeschlagene Weg, eine fraglos verfassungsfeindliche Partei &uuml;ber die Definition als &bdquo;kriminelle Vereinigung&ldquo; zu illegalisieren, auf juristischem Weg scheitert, w&uuml;rde diese Frage automatisch wieder auf die Tagesordnung kommen.<\/p><p><strong>Frage 13: Stehen die eingeleiteten strafrechtlichen Verfahren gegen die ChA-F&uuml;hrung auf sicherem juristischen Grund? Und wie gerichtsfest sind die weiteren Ma&szlig;nahmen, die inzwischen gegen die Partei der Neonazis eingeleitet wurden und zum Beispiel deren Finanzierung aus staatlichen Geldern betreffen?<\/strong><\/p><ol type=\"a\">\n<li><strong>Unsichere Beweislage<\/strong>\n<p>Inzwischen laufen Ermittlungsverfahren gegen neun Abgeordnete und zahlreiche weitere Parteifunktion&auml;re, die sich auf ganz unterschiedliche Tatbest&auml;nde beziehen (von Beteiligung am Fissas-Mord bis hin zu Geldw&auml;sche und illegalem Betrieb einer Rundfunkstation). Diese einzelnen F&auml;lle k&ouml;nnen v&ouml;llig unterschiedlich ausgehen. F&uuml;r eine Verurteilung wegen Gr&uuml;ndung einer &bdquo;kriminellen Vereinigung&ldquo;, die der engeren Parteif&uuml;hrung droht, werden zwei Fragen entscheidend sein, n&auml;mlich ob sich einerseits die einzelnen strafrechtlichen Vorw&uuml;rfe sich zu einer systematischen kriminellen Bet&auml;tigung summieren lassen und ob andererseits bei mehreren Einzelf&auml;llen eine durchgehende Befehlsstruktur bis hin zu Parteichef Michaloliakos nachzuweisen ist. Dass die Staatsanwaltschaft derzeit zuversichtlich ist, die n&ouml;tigen Beweise zusammen tragen zu k&ouml;nnen, sagt noch nichts &uuml;ber die Erfolgsaussichten ihrer Antr&auml;ge vor den Gerichten. Die Schwierigkeiten mit einer solchen Beweisf&uuml;hrung werden sich bereits im Mordfall Fissas zeigen, der wahrscheinlich am schnellsten vor einem Gericht landen wird. Was die anderen Ermittlungen betrifft, so wird es sehr auf die Qualit&auml;t der Zeugen und Beweismittel ankommen. Nach den Presseberichten, die bislang &uuml;ber die potentiellen Zeugen publiziert wurden, sind dabei einige Zweifel angebracht. Demnach scheinen sich die Ermittler in erheblichem Umfang auf Aussagen von Ex-Mitgliedern der ChA zu st&uuml;tzen, die in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurden. Deren in einigen Zeitungen dokumentierten w&ouml;rtlichen Aussagen lassen erkennen (vorausgesetzt sie sind echt), dass sich solche Zeugen sehr auf das H&ouml;rensagen berufen k&ouml;nnen; ein hoch in der Parteihierarchie platzierter &bdquo;whistleblower&ldquo; scheint den Ermittlungsbeh&ouml;rden jedenfalls noch nicht zugelaufen zu sein.<\/p><\/li>\n<li><strong>Rechtsstaatlich bedenkliches Parteiengesetz<\/strong>\n<p>Ein juristisch unanfechtbares Urteil gegen die Parteispitze w&auml;re nicht nur wichtig, um die Existenz einer &bdquo;kriminellen Vereinigung&ldquo; nachzuweisen, worauf das ganze Vorgehen gegen die Neonazis basiert. Es w&auml;re vor allem auch die Voraussetzung daf&uuml;r, dass die bereits erfolgten politischen Ma&szlig;nahmen gegen die ChA-Parlamentsfraktion durchgehalten werden k&ouml;nnten. Das betrifft vor allem die &Auml;nderung des Parteiengesetzes, die vom Parlament am 23. Oktober mit gro&szlig;er Mehrheit (235 von 300 Stimmen) beschlossen wurde. Dadurch wurde es m&ouml;glich, die Auszahlung von 873.000 Euro an staatlichen Geldern, die den Neonazis nach Ma&szlig;gabe ihrer W&auml;hlerstimmen j&auml;hrlich zustehen, unverz&uuml;glich zu stoppen.  Die ChA-Fraktion zog vor der Abstimmung aus dem Plenum aus. Die Abgeordneten der KKE enthielten sich der Stimme ebenso wie die der rechtspopulistischen Anel. F&uuml;r die Regierungsvorlage stimmten (fast) die gesamte Syriza-Fraktion, obwohl die Parteif&uuml;hrung zun&auml;chst wesentliche &Auml;nderungen an der Vorlage verlangt hatte.<\/p>\n<p>Die beschlossene Gesetzes&auml;nderung sieht vor, dass die staatlichen Zuwendungen an eine Partei ausgesetzt werden k&ouml;nnen, wenn &bdquo;die F&uuml;hrung&ldquo; einer Partei oder mindestens zehn Prozent ihrer Abgeordneten wegen Beteiligung an einer &bdquo;kriminellen Vereinigung&ldquo; oder wegen &bdquo;terroristischer Akte&ldquo; unter Anklage stehen. Die Syriza hatte zun&auml;chst verlangt, dass diese Voraussetzungen strikter gefasst werden: Zum einen d&uuml;rfe eine blo&szlig;e Anklage nicht ausreichen, vielmehr m&uuml;sse eine gerichtliche Verurteilung vorliegen; zum anderen wollte sie die Zahl der inkriminierten Abgeordneten von einem Zehntel auf ein F&uuml;nftel der jeweiligen Fraktion anheben. In beiden Punkten gab die Syriza nach. Eine &Auml;nderung der Regierungsvorlage konnte sie nur in einem dritten Punkt durchsetzen: Der Gesetzestext stellt jetzt klar, dass sich die Anklagen auf Vergehen beziehen m&uuml;ssen, die &bdquo;im Kontext von Parteiaktivit&auml;ten oder im Namen der Partei&ldquo; begangen wurden (was im Grunde eine Selbstverst&auml;ndlichkeit ist). <\/p>\n<p>Die Zustimmung der Syriza war innerparteilich sehr umstritten; im h&ouml;chsten Parteigremium sollen &uuml;ber ein Drittel dagegen gewesen sein. Dabei wurden auch rechtliche Einw&auml;nde vorgebracht, die durchaus plausibel klingen: Im extremen Fall reicht ein &bdquo;wildgewordener&ldquo; Staatsanwalt &ndash; oder eine  willk&uuml;rlich agierende Regierung &ndash; aus, um durch Erhebung unbegr&uuml;ndeter Anklagen den politischen Gegner finanziell zu sch&auml;digen (etwa zu Wahlkampfzeiten). Um solchen Missbrauch zu verhindern, w&auml;re die rechtliche Voraussetzung einer Verurteilung (zumindest in erster Instanz) weitaus angemessener. <\/p>\n<p>Die Zustimmung der Syriza-Fraktion (die nur von einer Abgeordneten verweigert wurde) erkl&auml;rt sich zweifellos aus dem Wunsch der Parteif&uuml;hrung, in dieser Frage unbedingt in den &bdquo;Verfassungsbogen&ldquo; der demokratischen Kr&auml;fte eingeschlossen zu sein &ndash; selbst unter Aufgabe rechtsstaatlicher Vorbehalte. Das machte Fraktionssprecher Dimitris Papadimoulis deutlich, als er vor der Abstimmung erkl&auml;rte, entscheidend sei f&uuml;r die Syriza &bdquo;die politische Symbolik und die politische Botschaft, die von dem Gesetz ausgeht&ldquo;. Damit ist zugleich benannt, was die zustimmenden Parteien mit der Gesetzes&auml;nderung bewirken wollen &ndash; aber eben auf Kosten der rechtsstaatlichen Substanz.<\/p><\/li>\n<li><strong>Am Ende k&ouml;nnte ein Propagandaerfolg der Neonazis stehen<\/strong>\n<p>Nach dieser Abstimmung ist die Lage so:  Die wahrlich absurde Finanzierung der verfassungsfeindlichen Neonazis aus der griechischen Staatskasse ist zun&auml;chst tats&auml;chlich gestoppt, aber wenn die ChA-F&uuml;hrung gute Anw&auml;lte findet, hat sie alle Chancen, die neuen Bestimmungen des Parteiengesetzes erfolgreich anzufechten. Ein Propagandaerfolg k&ouml;nnte sich allerdings schon fr&uuml;her einstellen, wenn n&auml;mlich die Anklagen gegen die Parteif&uuml;hrung oder gegen ChA-Parlamentarier nicht mit der Verurteilung einer ausreichenden Zahl der Angeklagten enden. Dann m&uuml;sste die Staatsfinanzierung der Partei sofort wieder einsetzen, wom&ouml;glich mit Nachzahlungen inklusive entgangener Zinsen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle zeigt sich erneut, dass die fatale Kurzatmigkeit, die die Reaktion der politischen Klasse auch auf vielen anderen Gebieten kennzeichnet und solide durchdachte und rechtsstaatlich abgesicherte Regelungen gerade verhindert. Und nicht nur das: Wenn zu hektische ad-hoc-Ma&szlig;nahmen sich als juristisch nicht durchsetzbar erweisen sollten, k&ouml;nnen die Neonazis nachtr&auml;glich billige Triumphe feiern. Schon jetzt beklagt sich die ChA dar&uuml;ber, dass ihre Parteizentrale von der Finanzpolizei durchsucht wurde, um Belege f&uuml;r einen Missbrauch der Staatsgelder oder f&uuml;r eine unzureichende Buchf&uuml;hrung zu finden, w&auml;hrend die anderen Parteien in dieser Hinsicht v&ouml;llig unbehelligt blieben. Und dies, obwohl es klare Anzeichen f&uuml;r finanzielle &bdquo;Misswirtschaft&ldquo; auch bei der Pasok und der ND gibt, die im &Uuml;brigen bei den (staatlich kontrollierten) Banken hoch verschuldet sind, ohne in den letzten Jahren auch nur die Zinsen bedient zu haben. Die Gefahr, dass sich die Neonazis erfolgreich als Opfer des verfaulten politischen Systems darstellen k&ouml;nnen, hat sich dar&uuml;ber hinaus mit der Ermordung der jungen ChA-Aktivisten deutlich erh&ouml;ht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Es fehlt eine Auseinandersetzung mit den Wurzeln des Rechtsextremismus<\/strong>\n<p>Angesichts dieser Gefahr m&uuml;sste sich die politische Klasse und vor allem die griechische Bev&ouml;lkerung endlich dar&uuml;ber verst&auml;ndigen, wie sie sich auf juristischer wie auf politischer Ebene mit dem Rechtsextremismus in der eigenen Gesellschaft auseinandersetzt. Auf juristischer Ebene ist wiegesagt eine Diskussion &uuml;ber ein &bdquo;ordentliches&ldquo; Parteiverbotsverfahren nach einwandfrei rechtsstaatlichen Regeln unabdingbar. Das aber ist aus zwei Gr&uuml;nden in der jetzigen Situation besonders schwierig: eine &bdquo;rationale&ldquo; Auseinandersetzung &uuml;ber die Wurzeln des ChA-Rassismus und &ndash;Chauvnismus in der eigenen Gesellschaft wird zum einen durch die rapide materielle Verelendung blockiert. Zum anderen behindert der seit Beginn der Krise vorherrschenden Diskurs &uuml;ber die zweifellos vorhandene &bdquo;Schuld&ldquo; der anderen (Troika, Merkel) die Reflexion &uuml;ber den eigenen Anteil an der griechischen Misere. Und damit auch die selbstkritische Reflexion &uuml;ber den ganz &bdquo;allt&auml;glichen&ldquo; Nationalismus oder &bdquo;Patriotismus&ldquo;, der ein fruchtbarer Wurzelgrund f&uuml;r die Sympathien &ndash; aber auch f&uuml;r die fr&uuml;here Toleranz &ndash; gegen&uuml;ber dem griechischen Rechtsextremismus ist.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Der &bdquo;allt&auml;gliche&ldquo; griechische Nationalismus<\/strong><\/p><p>Dieses Thema ist ein weites Feld, das ich an dieser Stelle nur mit wenigen Pfl&ouml;cken abstecken kann. Ich habe bereits darauf hingewiesen, welche bedenkliche N&auml;he die Partei der &bdquo;Unabh&auml;ngigen Hellenen&ldquo; (Anel) und vor allem die Positionen des Parteichefs Kammenos gegen&uuml;ber den Neonazis aufweist, insbesondere in der Frage der &bdquo;L&ouml;sung&ldquo; des Migrantenproblems und bei der Definition der internationalen &bdquo;Feinde&ldquo; Griechenlands. In vieler Hinsicht hat die Anel das politische Erbe inzwischen abgestorbenen rechtsradikalen Partei &bdquo;Laos&ldquo;  angetreten, die sich erst 2000 als rechtsradikale &bdquo;Rippe&ldquo; aus der rechten H&uuml;fte der Nea Dimokratia verselbst&auml;ndigt hat. Wobei auch die Partei, die in derselben Zeit vom heutigen Regierungschef Samaras aus Protest gegen die &bdquo;verweichlichte&ldquo; Au&szlig;enpolitik der damaligen ND-F&uuml;hrung gegr&uuml;ndet wurde, im politischen Spektrum auf dem extremen rechten Fl&uuml;gel angesiedelt war.<\/p><p>Es gibt also starke Affinit&auml;ten &ndash; man k&ouml;nnte auch von einer verschwiemelten &bdquo;Grauzone&ldquo; sprechen &ndash; zwischen dem rechtsradikalen Milieu und dem rechten Fl&uuml;gel der heutigen Nea Dimokratia. So gesehen ist sehr verst&auml;ndlich, warum Samaras und die ND-F&uuml;hrung so lange gez&ouml;gert haben, das Anti-Rassismus-Gesetz zu versch&auml;rfen und zum strafrechtlichen Instrument gegen die Neonazis auszubauen. Und warum noch im M&auml;rz 2013 die ND-Fraktion gegen die Aufhebung der parlamentarischen Immunit&auml;t des ChA-Abgeordneten stimmte, der in einer Fernsehdiskussion auf zwei Abgeordnete (der KKE und der Syriza) eingepr&uuml;gelt hatte. F&uuml;r diese Affinit&auml;t will gibt es viele Beispiele, auf die ich in einem sp&auml;teren Beitrag zur&uuml;ckkommen werde. An dieser Stelle will ich mich auf eine exemplarische Begebenheit beschr&auml;nken.<\/p><p>Am 19. September kam es bei der Debatte im Parlament &uuml;ber den Fissas-Mord zu einem denkw&uuml;rdigen Dialog. Der ND-Fraktionsvorsitzende Makis Voridis wurde von ChA-Fraktionssprecher Christos Papas daran erinnert, dass er in den 1980er-Jahren in der rechtsradikalen Szene verwurzelt war und enge Kontakte mit dem heutigen ChA-Chef Michaloliakos pflegte. Voridis entgegnete knapp, man solle sich nicht mit den alten Zeiten besch&auml;ftigen. Die Chance, ein selbstkritisches Wort &uuml;ber seine pers&ouml;nliche Vergangenheit zu sagen, nutzte er nicht. Dabei k&ouml;nnte es durchaus sein, dass Voridis seine schm&auml;hliche propagandistische T&auml;tigkeit in der rechtsradikalen Laos heute kritisch sieht. Aber bezeichnend f&uuml;r die Haltung dieser wom&ouml;glich &bdquo;gel&auml;uterten&ldquo; ND-Politiker ist, dass sie ihren Lernprozess keineswegs als Bruch empfinden. In der offiziellen Selbstdarstellung des ND-Parlamentariers, der von Samaras immerhin zum Fraktionschef gemacht wurde, ist noch heute folgender Satz nachzulesen: &bdquo;Voridis hat sich seit seiner Sch&uuml;lerzeit mit der Politik besch&auml;ftigt, und das stets innerhalb des Rahmens der patriotischen Bewegung.&ldquo; Die Mitarbeit in einer Gruppe wie der antisemitischen und rassistischen Laos-Partei ist offenbar bis heute keine &bdquo;Vergangenheit&ldquo;, derer sich ein &bdquo;patriotischer&ldquo; ND-Politiker zu sch&auml;men h&auml;tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem &Uuml;berfall auf die Wachen vor dem Parteib&uuml;ro der Neonazis ist die Unsicherheit, wie es in Griechenland weitergehen soll, noch gr&ouml;&szlig;er geworden. Wer immer die T&auml;ter sind, sie haben den Neonazis eher einen Dienst erwiesen. Erinnerungen an den griechischen B&uuml;rgerkrieg kommen hoch. Was ist dran an den Berichten, dass die Neonazis &uuml;ber gute Verbindungen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19228\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,173,125,190],"tags":[1272,955,1224,1230],"class_list":["post-19228","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-griechenland","category-rechte-gefahr","category-wahlen","tag-chrysi-avgi","tag-neonazismus","tag-syriza","tag-tsipras-alexis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19228"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53083,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19228\/revisions\/53083"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}